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Full text of "Archiv für Naturgeschichte. Abteilung A."

FOR THE PEOPLE 
FOR EDVCATION 
FOR SCIENCE 



LIBRARY 

OF 

THE AMERICAN MUSEUM 

OF 

NATURAL HISTORY 



ARCHIV 

FÜR 

mUß&ESClIClTE 

GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN, 

FORTGESETZT VON 

W. F. EUlCHSON, F. H. TK08CHEL, 
K VON MARTENS, F. HILGENDORF, 
W. WELTNER UND E. STRAND 

^.ö 6 



1923 
Abteilung A 
5. Heft 



HERAUSGEGEBEN 

VON 

EMBRIK STRAND 



NICOLAISCHE 

V E R L A G S - B U C Ii H A X D L ü X G K. S T K 1 C K E K 

Berlin 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

A-hl. Zur Kenntnis der Knoclienfischfamilie Chaetodontidae insbesondere 

der Unterfamilie der Chaetodontinae. (Mit 2 Tafeln) 1 

Verhoeff. Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas, (Mit einer Doppeltafel) 206 
BlUthgeu. Beiträge zur Kenntnis der ßienengattung Halictus Latr. 

(Mit 38 Figuren) 232 



Zur Kenntnis der Knochenflschfamilie 
Cliaetodontidae 
insbesondere der ünterfamilie Chaetodontinae. 

Von 

Ernst Ahl, Berlin. 

(Mit 2 Tafeln.) 



Übersicht. 

I. Allgemeines über die Familie Cliaetodontidae 1 

II. Systematischer Teil. 5 

A. Bemerkungen 5 

B. Abkürzungen 6 

C. Spezieller Teil 7 

III. Stammesgescbiclite 182 

IV. Geographische Verbreitung 187 

A. Text 187 

B. Verbreitungstabellen 195 

V. Lebensweise 198 

Literaturverzeichnis 200 

* 



Ganz besonderen Dank schulde ich dem inzwisch'^n leider 
verstorbenen Herrn Geheimrat Prof. Dr. Kükenthal für die Uber- 
lassung eines Arbeitsplatzes sowie für die Erlaubnis zur Durch- 
arbeitung und Benutzung der großen Sammlungen des Berliner Zool. 
Museums und für die \delen Anregungen insbesondere durch seine 
Vorlesungen. Zu großem Danke bin ich auch vor allem Herrn Prof. 
Dr. Pappenheim vom Zool. Museum Berlin verpflichtet für seine 
liebenswürdige Unterstützung in den wissenschaftlichen Arbeiten. 
Ebenso ist es mir eine angenehme Pflicht, für Auskünfte wissenschaft- 
licher Art sowie für Überlassung von Material den Herren Prof. Dr. 
Tornier, Prof. Dr. Hartmeyer, Prof. Dr. Dahl, Dr. Duncker- 
Hamburg, Prof. Dr. Brühl, Dr. Kuntzen, Dr. Arndt und anderen 
meinen besten Dank auch an dieser Stelle auszusprechen. 

1. Allgemeines über die Familie Cliaetodontidae. 

Die Schwierigkeiten, die Familie der Chaetodontidae zu um- 
grenzen, sind außerordentlich groß, da eine starke Annäherung an 
andere Familien, besonders die Carangiden und Scorpididen, besteht. 
Daher kommt es auch, daß fast jeder Systematiker die Familie etwas 
anders umgrenzt wissen will. Bis vor Cuvier stellte man in die Gattung 
i,Chaetodon'' nicht nur Angehörige der jetzt zur Familie Chaeto- 

Archiv für Naturgeschichte , 

1023. A.5. 1 S.Heft 



2 



Ernst Alil: 



dontidae gehörenden Fische, sondern auch eine Anzahl von anderen 
Formen, die jetzt ganz anderen Fiimilien, z. B. den Acronuridae, 
Cichlidae, Anabantidae, Percidae usw., angehören. Erst Cuvier 
begrenzte durch seine Einteilung in Gattungen und Familien diese 
Formenkreise besser, und zwar erstmalig im ,, Regne animal" und 
später zusammen mit Valenciennes in dem Riesenwerk ,,Histoire 
naturelle desPoissons". Cuvier benennt diese Familie „Squamipennes", 
worunter heute eine größere Einheit verstanden wird, der die Familie 
( 'liaetodontidae untergeordnet ist, und faßt unter diesem Begriff 
folgende Gattungen zusanmien: Chaetodon, Chelmon, Heniochus, 
Zanclus, Ephijrpus, Drepane, Scatophagus, Taurichthys, Holacanthjis, 
Powac(nUhus. Platax, Psettus, Pimelepterus, Dipterodon, Brama, 
Pempheris und Toxotes. Man hat unwillkürlich das Gefühl, als wenn 
hier in dieser Gruppe eine Anzahl Gattungen vereinigt sind, mit denen 
man nichts anzufangen gewußt hat und die man deshalb alle in einen 
To])f geworfen hat. Günther (Catalogue of Fishes) teilt deshalb, 
nachdem er eine Anzahl Gattungen, wie Platax, Psettus, heraus- 
genommen hat, die Familie in 3 Gruppen, Chaet odont ina, Scor- 
pedina, und Toxotina, von denen heute jede (wenn auch mit 
etwas anderer Veiteilung der Gattungen) als Familie anerkannt wird, 
und von denen uns hier nur die ,, Gruppe" Chaetodontina interessiert. 
Er stellt dazu die Gattungen Chaetodon, Chelmo, Heniochus, Hola^ 
canthus, Pomacanthus, Scatophagus, Ephifpus, Drepane imd Hypsi- 
nottis. Ungefähr um dieselbe Zeit veröffentlichte Kaup (Archiv 
für Naturgeschichte, 1860, I, XXVI, p. 133) einen Artikel über die 
Chaet odont idae, die er in 5 Unterfamilien einteilt, und zwar: 1. Unter- 
familie: Dipterodontinae, mit den Gattungen Dipterodon und 
Pimdepterm. 2. Unterfamilie: Drepaninae, mit den Gattmigen 
Ephippus, Drepane und Scatophagus. 3. Unterfamilie: Henjochinae, 
mit den Gattungen Therapaina, Chelmon, Henjochus und Zanclus. 
4. Unterfamilie: Chaet odont inae, mit den Gattungen Citharoedus, 
Coradion, Eteira, Chaetodon, Linophora. 5. Unterfamilie: Psettinae, 
mit den Gattungen Holacanthus, Pomacanthus, Centropyge, Platax 
und Psettus. Trotz der Genauigkeit, mit der Kaup dieses System 
aufgestellt hat, scheint es nicht den natürlichen Verwandtschafts- 
verhältnissen Rechnung zu tragen, und ist deshalb auch von späteren 
Forschern fallen gelassen worden. • — Klunzinger schließt die Gruppen 
Scorpidina, Toxotina und die Gattungen Pimelepterus, Psettus und 
Platax aus, da ,,nur in dieser Ausdehnung die Diagnose scharf" wird, 
und unterscheidet 2 Gruppen: Chaetodontini und Drepanini, und in 
seini^r späteren Arbeit (Fische des Roten Meeres) 3 Unterfamilien: 
Chaet odont inae, Holacanthinae, und Drepaninae. • — Bleeker faßt 
den Familienbegriff weiter, indem er folgende Unterfamilien und 
Gattungen dazu stellt: Pimelepteriformes, mit Pimelepterus-, Protera- 
canthiformes, mit Proteracanthus = Girella: Chaetodipteriformes, mit 
Harpnrhirus — Drepane und Ilarches Ephippus: Sca.thophagiformes, 
mit Ephippus = Sratopha<fus\ Taurichthyiformes, mit Chelmon, 
Prognathodes, TauricJithys = Heniochus, Hemitaurichthys, Coradion, 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



8 



Tetragonoftrus = Chaetodon, Megafrot-odon\ Holacanthiformes, mit 
Chaetodontoplus, Holacanthus, Acanthochaetodon; Plataciformes, mit 
Platax; Zancliformes, mit Zanclus. 

Wie verschieden auch noch in neuester Zeit die Ansichten aus- 
einander gehen, zeigen vor allem die Arbeiten von Jordan und 
seinen Mitarbeitern. J898 (Jordan und Evermann, Fishes of North 
and Middle America) teilt er die Squamipinnes in 4 Familien: 1. Ephip- 
pidae. 2. Chaetodontidae. 3. Zanclidae. 4. Teuthididae. Zu 1 rechnet 
er Chaetodifterus und Parapsettus, und zu 2 Prognathodes, Forcipiger, 
Chaetodon, Pomacanthus, Holacanthus, Angelichthys. Derselbe Autor 
teilt 1903 (Jordan und Fowler, A Review of the Japanese Chaeto- 
dontidae, Proc. U. S. Nat. Mus. 1903, p. 5—13) die in Frage kommenden 
Fische folgendermaßen ein: Familie Platacidae mit Platax und Psettus, 
und die Familie Chaetodontidae, mit 2 Unterfamilien: Chaetodontinae 
mit Chaetodon, Coradion, Microcanthus, Heniochus und die Unter- 
familie Pomacanthinae mit Holacanthus. 1906 (Jordan und Seale, 
Fishes of Samoa, p. 335) macht er folgende Angaben: Familie Ephip- 
pidae, mit Efhiffus (= Scatophagus), Drepane und Platax, und 
Familie Chaetodontidae, mit Forcifiger, Megafrotodon, Gonochaetodon, 
Chaetodon, Microcanthus, Heniochus, Holacanthus. 1913 (Jordan 
und Snyder, Cat. Fishes Japan, p. 209) faßt er in der Familie Platacidae 
die Gattungen Platax, Chaetodon, Coradion, Holacanthus, Heniochus 
und Microcanthus zusammen. 

Ich führe diese Beispiele hier nur an, um zu zeigen, wie verschieden 
die Ansichten der Autoren bei der Begrenzung der Familie sind. 

Boul enger, wohl einer der besten Systematiker der Gegenwart, 
faßt die Gattungen Ephippus, Po.rapsettus, Scatophagus, Chaetodon, 
Chelmo, Heniochus, Holacanthus, Pomacanthus, Platax, zur Familie 
der Chaetodontidae zusammen, und schließt die Familie Drepanidae 
mit der einzigen Gattung Drepane hier an. — Reg an (On the Classi- 
fication of the Percoid Fishes, Annais and Magazine of Natural History, 
1913, p. 127) gibt 4 Familien an: Ephippidae mit Ephippus, Platax 
und Parapsettus, Drepanidae mit Drepane, Scatophagidae mit Scato- 
phagus (hiefrzu s. Gill, Proc. U. S. Nat. Mus. XIII, 1891, p. 355), und 
Chaetodontidae mit Chaetodon, Chelmo, Heniochus, Holacanthus, 
Pomacanthus. 

Ich selbst bin auf Grund vergleichender Untersuchungen des 
Knochenbaues und der Jugendzustände usw. der in Frage kommenden 
Fische zu dem im nachfolgenden zu besprechenden Ergebnis gekommen, 
mit dem ich mich der Auffassung Boulengers, wenigstens in den Grund- 
zügen, anschließen würde. 

Als zur Familie Chaetodontidae gehörend betrachte ich alle Fische 
mifc folgenden Merkmalen: Körper hoch, zusammengedrückt. Rücken- 
und Afterflosse, zum mindesten der weiche Teil derselben, beschuppt. 
3 — 4 Analstacheln. Maul klein, end ständig, meist mehi oder wciigea; 
vorstreckbar. Kieferränder mit Reihen von kleinen, borsten- oder 
bürstenförmigen Zähnen. Keine Incisiven und Kaninen. Palatin- 
knochen größtenteils zahnlos. Ein hoher Exoccipitalfortsatz vorhanden, 

1* 5. Heft 



4 



Ernst Ahl: 



23— 2-i Wirbel (10 + H oder {Scatophagus) 10 + 13) Seitenlinie rieht 
unterbrochen, nicht auf die Schwanzflosse fortgesetzt, Augen seitlich, 
von mäßiger Größe.- Untere Strahlen der Brustflosse geteilt, Bauch- 
flossen mit einem Stachel und 5 Strahlen. Pseudobranchien gut 
entwickelt. 

Die meisten dieser Arten /wenigstens alle von mir untersuchten) 
haben das als Tholichthys bezeichnete Jugendstadium. Bei diesen 
Jugend formen sind die dorsal wärts stark gewölbten Kopfknochen 
vergrößert in Form von Panzerplatten, Verlängerung der Inter- und 
Präopcrkulumknochen, großen Schulter- Nackenknochen, postorbitalem 
Kiiochciikiioteu, an den sich vielfach ein starker Supraskapularstachel 
anschließt. Bei dem Größenwachs 'um der Tierchen werden diese 
Vergrößerungen schnell resorbiert. Die Größe, in der das Tholichthys- 
stadium noch zu finden ist, schwankt je nach den Arten, indem bei 
manch n nur ganz winzig kleine Tiere von noch nicht einem Zentimeter 
Totallänge diese Charaktere besitzen, während es sich bei anderen Arten 
bis zu einer Größe von 2 cm erhält. Höchstwahrscheinlich ist diese 
Jugendform ein Charakteristikum der zur Familie Chaetodontidae 
g hörenden Fische. B kannt sind diese Formen von den Gattungen 
Chaetodon, Heniochus, Holacanthm, Pomacanthus, Ephippus, Scato- 
pha{fus und noch einigen andiren. Von Platax, Drepane und anderen 
hie h r g. hörenden Formen sind solche Larvenformen bisher noch nicht 
b kannt g word n, was aber bei der großen Unkenntnis über alle diese 
Gruppen nicht für einen gegenteiligen Beweis herangezogen werden darf. 

Die weitere Einteilung der Familie schlage ich folgendermaßen vor : 

1. Unterfamilie: Chaetodontinae; Chaetodon, Coradion, Hemi- 
taurichthys, Heniochus, Microcanthus, Vinculum, Parachaetodon, 
Chehnonops, Chelmon, Prognathodes, Forcipiger. ■ — 2. Unterfamilie: 
Holacanthinae; Holacanthus, Acanthochaetodon, Chaetodontoplus, 
Angelichthys, Pomacanthus (in wieweit diese Gattungen berechtigt 
sind, werde ich in einer späteren Arbeit zu prüfen suchen). ■ — 3. Unt er- 
familie: Scatophaginae; Scatophagus. — 4. Unterfamilie: Ephip- 
pinae; Ephippus (ob Parapsettus überhaupt der Familie angehöit, 
erschaut mir sehr zweifelhaft; sollte es sich jedoch herausstellen, 
daß dies der Fall ist, so wäre die Gattung ohne Zweifel in die Xähe 
von Ephippus zu setzen). ■ — 5. Unterfamilie: Platacinae; Platax. 
• — (3. Unterfamilie: Drepaninae; Drepane. 

Als Diagnose der hier zu behandelnden Unteifamilie Chaeto- 
dontinae möchte ich folgende vorschlagen: Chaetodontiden mit stark 
zusammengedrücktem und hohem Körper; Mundspalte klein, nicht 
bis zu den Augen reichend. Kieforränder mit feinen, borsten- und 
bürsten- od'^r haarförmigen Zähnchen besetzt. Vomer- und Palatin- 
.zähne fehlen meist. Rücken- und Afterflosse lang, bei ersterer der 
stachlige Teil meist wenig kürzer als der strahlige. Wenigstens der 
weiche T»m1 meist bis an den Saum mit Schuppen überdeckt. Die 
nicht bes(hup])te Kiemenhaut nur bis zur Mitte od r dem Ende der 
Zwischeu(le('k<'l ges})alten. Schuppen fein gezähnelt oder nahezu 
nackt. Kiemendeckel imd Praeoperculum ohne eigentlichen Dorn. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfarailie Chaetodontidae usw. 



5 



BaucMlossen brustständig, mit 1,5 Strahlen, Afterflosse mit 3^ — 4 
Stacheln. G — 7 Kiemenhautstrahlen. Pseudokieme groß, Darm 
mehrfach gewunden, Blinddärme in mäßiger Zahl. Seitenlinie un- 
unterbrochen. 

II. Systematischer Teil. 
A. Bemerkungen zum systematischen Teil und den Tabellen. 

Die Tabellen in der jetzt veröffentlichten Form sind unvollständig, 
da ich die Maße der Körperhöhe usw. nicht angegeben habe, doch 
habe ich diese anderen Maße nur wegen der sich ergebenden Un- 
genauigkeiten oder völligen Belanglosigkeit und Un Wichtigkeit nicht 
aufgeführt. 

Die Körperhöhe dieser Fische ist wegen der starken Beschuppung 
der Rücken- und Afterflosse so schwer und so wenig genau fest- 
zustellen, daß ich sie bei den hier vorliegenden Tabellen vollkommen 
fallen gelassen habe, da sie bei einer Nachprüfung nur zu Verwechs- 
lungen Anlaß geben würde. — Als sehr gutes und konstantes Maß 
hat sich die Höhe des Schwanzstieles im Verhältnis zur Körperlänge 
bewährt; ich habe dieses Maß in den Tabellen der Kürze halber mit 
P. C. — pedunculus caudalis bezeichnet. 

Die Arten lassen sich am besten unterscheiden: 

1. durch den verschiedenen Verlauf der Schuppenreihen, die 
Größe und Anordnung der Schuppen^), ferner 

2. durch die Ausbildung der Schnauze, des Kopfes, der Nacken- 
region^) und dann 

^) Bei einzelnen Gruppen sind die regelmäßig gerundeten Schuppen der 
unteren Körperliälfte (unterhalb der Seitenlinie) so angeordnet, daß sie entweder 
in horizontal oder in schräg nach oben oder schräg nach unten laufenden Längs- 
reihen angeordnet sind. Bei anderen Arten Tvdederum finden sich in der 
Körpermitte hinter den Brustflossen große, fünf- bis sechseckig geformte 
Schuppen, die sich entweder auf den vorderen Teil des Körpers beschränken 
oder aber fast den ganzen Körper mit Ausnahme der Brust-, der Kopf- und 
der Flossenbeschuppung bedecken. Bei einzelnen Arten wiederum treffen die 
Schuppenreihen der oberen und der unteren Körperhälfte in spitzen, nach vorn 
gerichteten Winkeln in der Körpermitte zusammen (siehe auch das bei der 
Gattung Chaetodon Gesagte). 

2) Die Profillinie der Schnauze, des Kopfes und des Nackens verläuft bei 
den einzelnen Arten sehr verschieden. Bei einigen Arten verläuft sie konvex, 
oder gerade, oder konkav, oder aber die Schnauze ist sattelförmig eingedrückt 
oder abgesetzt, der Interorbitakaum ist konvex erhaben, usw. Ein wichtiges 
Merkmal bildet auch die Länge der Schnauze, die bei einigen Arten sehr lang 
vorgezogen sein kann, und auch das Hauptmerkmal einiger Gattungen bildet 
(Forcipiger, Prognathodes, Chelmonops, Chelmon). Ferner können die Kiemen- 
deckel auch wichtige Merkmale zeigen, so kann das Präoperculum z. B. mehr oder 
\veniger stark gezähnelt sein, sein unterer Winkel kann etwas vorgezogen sein 
und dergl. mehr. 



5. lieft 



Ernst Ahl: 



15. durch den Verlauf der Seitenlinie^). Das erstgenannte Merkmal 
ist zuerst von Bleeker angewendet und von mir zum Teil weiter durch- 
geführt worden; das 2. und 3. Artmeikmal habe ich zum erstenmale 
angewandt und bin damit in der Lage gewesen, zum Teil die von 
Bleeker vorgeschlagene Einteilung (namentlich innerhalb der Gattung 
Chaetodon) unterstützen zu können. Nur den einen Nachteil hat diese 
Methode, daß sie sich nur schwer zur Unterscheidung größerer Gruppen 
gebraucJien läßt, und sich der Verlauf der Seitenlinie und der andern 
oben angegebenen Merkmale nur sehr schwer so in Worte kleiden läßt, 
daß diese Charaktere zur Bestimnmng zu verweiten sind. Ist man jedoch 
in der Lage, eine größere Anzahl von Arten miteinander vergleichen 
zu können, so fällt es bei einiger Übung nicht schwer, die Arten an Hand 
dieser ^lerkmale sicher zu unterscheiden. 

Die Schuppen in einer horizontalen Reihe von der oberen Ansatz- 
stelle des Kiemendocke Is bis zu der letzten Schuppe der Schwanz- 
wirbelsäule (Schwanzbeuge) habe ich als L. lat. bezeichnet; als 
Ji. transv. betrachte ich die Schuppen vom ersten Rückenflossenstachel 
zur Ansatzstelle der Bauchflossen, doch dürfte diese Zählung nicht 
immer sehr genau sein, da es beim besten Willen vielfach nicht möglich 
ist zu entscheiden., ob eine Schuppe noch zur Beschuppung des Körpers 
oder schon zu der der Rückenflosse gehört. 

Ferner habe ich, vielfach mit negativem Erfolge, versucht, auch 
andere Merkmale zur Unterscheidung der Arten und deren Einteilung 
zu benutzen. So habe ich u. a. die Gestalt, Form und Faltelung der 
Schuppen hier angezogen, die Beschuppung der Kiemendeckel, die 
Bezahnung, die Kiemendornen und noch viele andere Merkmale. 
Diese Unterschiede, die sich da finden, sind aber zum Teil zu gering- 
fügig, oder sie sind zu variabel, um darauf großes Gewicht legen zu 
können. Näheres hierüber habe ich bei der Gattung Chaetodon aus- 
geführt. 

B. Abkiirzuugen. 

P. C. = pedunculus caudalis, = Höhe des Schwanzstieles. 
D. = pinna dorsal is = Rückenflosse. 
A. = pinna analis = Afterflosse. 

L. lat. = linea lateralis = Seitenlinie, hier gebraucht, um die Anzahl 
der Schuppen in einer horizontalen Reihe vom oberen Ansatz 
des Kiemendeckels bis zur Schwanzbeuge festzulegen. 

Die Seitenlinie folgt bei den meisten Arten der hohen Wölbung deö 
Rücken.s, und endet entweder an dem vom Ende der Rückenflossenbasis und 
der oberen Kante des Schwanzstieles gebildetem Winkel oder schon vor diesem, 
oder aber sie läuft dem Rücken parallel und ist dann bis zum Ende des Schwanz- 
flossenstieles durchgeführt usw. Bei einigen Arten ist sie in der Rückenmittc 
v^nnkelig gebrochen oder in den verschiedenartigsten Kurven gebogen, oder 
sie verläuft auch auf der Basis der weichen Rückenflosse oder in kurzem Ab- 
stand davor. Oerade hier ergeben sich eine ganze Anzahl der verschicdenortigsten 
Ausbildungsweisen, die ich bei den einzelnen Arten näher geschildert habe. 



Zur Kenntnis tler Knocbenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



7 



L. transv. = linea transversalig = Schuppen in der Linie vom ersten 
Rückenflossenstachel zur Bauchflosse. Die Zahl über d^m Strich 
gibt die Schuppenzahl über der Seitenlinie, die unterhalb desselben 
die unter der Seitenlinie an. 

Kopflänge = Länge von der Schnauzenspitze zum Winkel der Kiemen- . 
deckel. 

Schuauze = Entfernung von der Schnauzenspitze bis zur senkrechten 

vom vorderen Augenrand. 
Körperlänge = Länge von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzbeuge. 
Totallänge = Länge von der Schnauzenspitze bis zum Ende des 

Schwanzes. 

Augenlänge = Durchmesser der Augenhöhle in der horizontalen 
gemessen. 

Die in den Tabellen bearbeiteten Fische liegen, 
wenn nicht anders angegeben (z. B. trocken), in Alkohol. 

C. Spezieller Teil. 

Bestimmungstabelle der Gattungen der Unterfamilie 

Chaetodontinae. 
a. Schnauze lang vorgezogen, schnabelähnlich, 
b. 9- — 11 Rückenflossenstacheln. 

c. 9 Rückenflossenstacheln Chelmon. 
cc. 11 Rückenflossenstacheln Chelmonops. 
bb. 12—13 Rückenflossenstacheln. 

d. Schuppen groß, etwa 40 Schuppen in der L. lat. 

Prognathodes. 

dd. Schlippen klein, etwa 75 Schuppen in der L. lat. Forcipiger 
aa. Schnauze kurz oder mäßig lang. 

e. kein Stachel der Rückenflosse besonders (fadenförmig) 
verlängert. 

f. Schnauze nicht, oder r ur mitrudimentären Zähnenbesetzt, 
wulstig, 8 — 10 Rückenflossenstacheln. Coradion. 
ff. Zähne gut ausgebildet, borst enförmig. 
g. Rückenflosse mit 6 — 7 Stacheln, die ersten weichen 
Rücken- und Afterflossenstrahlen (plataxähnlich) 
verlängert Parachaet odon. 

gg. Rückenflosse 10 — 16 Stacheln. 

h. Schuppen groß, etwa 30—50 in L. lat. Chaetodon. 
hh. Schuppen klein, mehr wie 60. 
i. 60 — 75 Schuppen in L. lat. 

k. Zähne klein, borstenförmig, 21- — ^26 Strahlen 
in der Rückenflosse Hemitaurichthys. 
kk. Zähne groß, stark und lang, 17 Strahlen in 
der Rückenflosse Microcanthus. 
ii. 88 — 90 Schuppen in einer Längsreihe. 

Vinculum. 

ee. 4. Rückenflossenstachel (oft fadenförmig) verlängert 

Heniochus. 



5. Heft 



8 



Ernst Ahl: 



Gattung: Forcipiger Jordan u. Mc. Gregor 

Forcipiger Jordan u. Mc Gregor, in Jordan u. Evermann, Bull- 
ay U. S. Nat. Mus. 1898, p. 1G71 (longirostris). 

Diese Gattung unterscheidet sich von Chelmon Cuvier, durch die 
lange und hohe stachelige Rückenflosse, die aus 12 starken Stacheln 
zusammengesetzt ist (9 be' Chelmon). Die Schnauze ist, wie, bei Chelmon^ 
sehr lang und schlank, das endsbändige Maul klein und im vorderen 
Teil mit schwachen Zähnen besetzt. Von Prognaihodes, einer noch 
näher verwandten Gattung, unterscheidet sich Forcipiger durch die 
kleineren Schuppen, von denen etwa 75 in der L. lat. liegen. Brust- 
flossen außerordentlich lang. 

Typus der Gattung ist F. longirostris (Broussoaet). 

2 vikariierenae Arten, von denen die eine, F. longirostris, von 
Afrika bis zu den Sandwichinseln vorkommt, während die andere, 
F. flavissimus Jordan u. Mc. Gregor an der Westküste Amerikas 
vorkommt. 

Der lange Schnabel dient wahrscheinlich dazu, kleine Beutetiere 
aus den Spalten der Korallenbauten herauszuholen, und nicht zum 
Schießen" von Insekten, wie das von einigen Autoren angenommen 
wird. Zudem steigen die Arten auch nicht in den Flußmündungen 
aufwärts, sondern sind typische Korallenbewohner. 

Forcipiger longirostris (Broussonet) 
Ruysch, Coli. nov. pisc. Amboin. p. 30, tab. 15 fig. 19. 

Chaetodon longirostris Broussonet, Dec. ichth. I, p. 6 tab. 7; Linne- 

Gmelin, syst. nat. ed. 13a p. 1263; Bloch- Schneider, Syst. p. 231; 

Lacepede, Poissons, IV, p. 454, 473. 
Chelmon longirostris Cuvier, Regne animal ed. la, II, p. 334; Cuv.-Val. 

Poissons VII, p. 89 (67) tab. 175; Bleeker, Verh. Bat. Gen. XXIII, 

Chaet. p. 20; Day, Fish. Br. India II p. 10. 
Chelmon longirostris Günther, Cat. Fish. II, p. 38; Günther, Fische 

Südsee, p. 48; Day Fish. India p. 109. 
Prognaihodes longirostris Bleeker, Chaet. p. 33; Bleeker, Atlas, Chaet. 

p. 23 tab. 4 fig. 5. 
Forcipiger longirostris Jordan u. Scale, Fish. Samoa. p. 336; Weber, 

Siboga Exp. 1913, p. 310; Jenkins, Fish. Coli. Haw. Isl. Bull. 

U. S. Fish; Comm. XXII, p. 471 (mit Angabe der Färbung des 

lebenden Tieres). 

D XII, 21—24 A III, 17—19 L. lat. etwa 75 L. transv. 12/30. 

Schnauze lang, spitz, röhrenförmig, etwa ^^U~^^U (^^i großen) 
in der Augenlänge. Präoperculum gezähnelt. Seitenlinie der Wölbung 
des Rückens folgend bis zur Mitte der Schwanzflossenbasis. Rücken- 
flosse hinten abgerundet, die Stacheln weit f us der Flossenscheide 
herausragend. Afterflosse endet hinten in einem abgerundeten Winkel. 
Brustflossen sehr lang. 

Färbung (in Alkohol): ein großer, dreieckiger, dunkelbraimer 
Fleck geht vom Nacken bis zum Winkel des Operculum und der oberen 



Zur Kenntnis der Knocheufischfamilie Chaetodontidae usw. 



Sammler 
(Geber) 


Heinroth und 
Menke 

Neu-Guinea- 
Conip. 

Sander 

Dabl 

Moebius 

Hoffmann 

Sander 
Gerrard 
V. Borck 

Steinbach 


Erhaltung 


sehr gut 

sehr gut 

sehr gut 

sehr gut 

gut 

leidlich, 

ver- 
krümmt 

gut 

gut 

leidlich 
gut 

sehr gut 


o 

rs 

a 
s 

in 


Matupi 

Neu-Guinea 

Mauritius 

Ralum 
Mauritius 
Tsingtau 

Mauritius 
Mysol 

Jaluit 


Körper- 
lllnge 


12,0 

12,3 

12,4 
10,9 
10,8 
ca. 14? 

12,4 
14,5 
12,4 

10,6 


Kopf in 
Körper- 
lange 


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P. C. in 

Körper- 
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ca. 75 

ca. 75 
ca. 75 
ca. 75 

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Katalog 
Nr. - 


18 283 

15 160 

20 484 
20 485 
9 315 

19 464 

13 708 
7 797 
1275 

13 639 


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10 



f:riist Ahl: 



Brustflossenbasis, und von ('a im rechten Winkel etwas über dem 
unteren Augenrand durchs Auge und zieht sich in einem schmalen 
Streifen auf der Oberseite der Schnauze bis zur Spitze derselben hin. 
Ein runder schwarzer Fleck am hinteren \\ inkel der Afterflosse; 
Schwanzflosse grau; Rücken- und Afterflosse im hinteren senkrechten 
Teile mit einer braunen, inti amarginalen Linie. Der ganze übrige 
Körper einschl. der Flossen weißlichgelb. 

Verbreitung: Bekannt aus dem ganzen indopacifi-chen Gebiet 
von Afrix^a bis zu den Sandwichinseln. Doch kommt die Art immer nur 
vereinzelt und nirgends häufig vor. Im indoaustralischen Archipel 
k3niit man ihn nur von den eig ntlichen Molukken. Mir liegt auch 
ein Exemplar aus Tsingtau, China, vor, von wo die Art bisher nicht 
bekannt war. Nach Jordan u. Scale 1. c. soll die Art sogar ostwärts 
sich ctusdehnen bis zu den ,,off-shore Islands of Mexico", was wohl 
aber eine Verwechslung mit der vikariierenden, nahe verwandten Art 
F. flavissimus Jordan u. Mc. Gregor ist. Länge bis 18 cm. 

Farbe im Leben (nach Jordan u Scale): leuchtend gelb, von 
einer Linie, die den vorderen Teil der Rückenflosse mit dem Brust- 
flossenstiel und einem Punkt hinter den Bauchflossen verbindet. 
Schuppen der Seiten mit Orange untermischt Oberer Teil der Schnau/.e 
bis zum Nacken und Operkularregion kohlschwarz; untere Teile des 
Kopfes und Brust abgerissen (abruptly) schwarz; Rückenflosse, After- 
flosse, Bauch- und Brustflosse gelb. Ein großer schwarzer Fleck auf 
den letzten Strahlen der Afterflosse; Schwanzflosse grau. — Eir Stück 
von Pago Pago war im Leben glänzend gelb, tiefer und mit Orange 
gemischt nach hinten, ein schwarzes Dreieck auf dem Kopf, bleifarbig- 
weiß nach unten; Bauch- und Brustflossen gelb; Schwanzflosse farblos; 
ein großer kohlschwarzer Fleck auf der Afterflosse. — Farbe im Leben 
(nach Dahl): ^/^ der Körpeiseiten gelb, hirten in Orange, vorn ins 
Grünliche übergehend. Kopf und Vorderrücken oben schwarz, unten 
weiß bis zur Brustflosse. Schnabelrand oben schwarz. Brustflosse, 
Schwanzflosse und Hinterrand der weichen Rücken- und Afterflosse 
grau, bei den beiden letzteren das Grau schwarz begrenzt. Auf der 
Afterflosse unter der Schwanzbasis ein großer runder schwarzer Heck. 
Fundort dieses Stückes: Ralum, Bismarckarchipel. 

Forcipiger flavissimus Jordan u. Mc. Gregor 

Forcipiger flavissimus Jordan u. Mc. Gregor, Fish. coli. Revillagigedo 

Archipelago, U. S. Fish. Comm. 1898, p. 279; Jordan u. Evermann, 

Fish. N. and M. Amer. II, p. 1671. 

D XII 22, A III 17, L. lat. 75, 1. transv. 9/35. 

Schnauze IV^ mal im Kopf, Auge 6^/2 mal im Kopf. Maul klein, 
an der Spitze der vorgezogenen Schnauze. Seitenlinie mit dem Rücken 
zusammenlaufend. Rückenflossenstacheln sehr lang, der 5. am längsten. 
Schwanzflosse halbmondförmig, der obere Lappen länger. 

Farbe leuchtend orange, am tiefsten an der Basis der Rücken- 
flosse. Kopf und Nacken scharf schwarz bis wagerecht zum unteren 
Augenrand, unterhalb dieses Punktes rötlich perlfarbig. Brust und 



Zur Kenntnis der Knocheufis.chfaniilie Chaetodon'idae usw. 



11 



Unterkiefer nahezu weiß. Präorbitalknoclien heller als die Backen, 
die mit braun gefleckt sind. Mitte des oberen Teiles des Kopfes heller. 
Brustflosse leicht dunkel. Kücken- und Afterflosse wie der Köper gefärbt, 
die letzten Strahlen der letzteren mit einem großen schwarzen Fleck, 
senkrecht oblong, sein größter Durchmesser ein wenig länger als der 
Augendurchmesser, nicht in Form eines Augenfleckes wie bei F. 
longirostris; die weichen Strahlen der Rücken- und Afterflosse schwärzlich 
an der Spitze, der äußerste Rand hell. Schwanz scharf schwärzlich. 

Diese Art ist sehr nahe verwandt mit dem ostindischen F. longi- 
rostris; die amerikanische Art jedoch unterscheidet sich durch den 
tieferen Körper, und den viel größeren Afterflossenfleck, der bei der 
vikariierenden ostindischen Art ziemlich kreisrund ist. — Felsen- 
inseln an der Westküste von Mexiko; Clarion und Socorro- Inseln. 

Gattung: Prognathodes Gill 
Prognathodes Gill, Proc. Ac. Nat. Sei. Phila. 1862, p. 238 (pelta). 

Rückenflosse 13 Stacheln, in einer horizontalen Reihe etwa 
41 Schuppen. 

Eine einzige, anscheinend sehr seltene Art in Westindien, deren 
Lebensweise mit der der Gattung Forcipiger übereinstimmen dürfte. 

Prognathodes aenleatus (Poey) 

Chelmon aculeatus Poey, Memorias, II, 202, 1860, Juli. 

Chelmo pelta Günther, Cat. II, p. 38, 1860, September. 

Prognathodes aculeatus Poey, Synopsis, p. 354, 1868; Eigenmann u. 
Horning, Rev. Chaet. in Ann. N. Y. Ac. Sei. IV, 1887, p. 2; Poey, 
Enumeratio, 1875, p. 63; Jordan u. Evermann, Fish. N. a. M. 
America, II p. 1671.. 

D XIII 19, A III 15 L. lat. 40 L. transv. 8/19. 

Schnauze mäßig vorgezogen, ungefähr gleich der Hälfte des 
Kopfes. Profil steil, konkav. Maxillare erreicht die Mitte der Schnauze; 
Präeperculum klein gezähnelt. Rückenflossenstacheln lang und sehr 
stark; weiche Afterflosse höher als weiche Rückenflosse. Schwanz- 
flosse abgestutzt. 

Einförmig rötlich braun, mit durchscheinenden longitudinalen 
Streifen, die den Schuppenreihen folgen. Stachlige Rückenflosse und 
ihre Basis schwärzlich. Weiche Rückenflosse mit Orange eingefaßt; 
die anderen Flossen gelblich oder farblos. Rand des Kiemendeckels 
orange; Okularband dunkel, schmaler als das Auge, ohne helleren 
Rand, nicht unter das Auge gehend. — Heimat : Westindien (Havanna, 
Cuba) anscheinend sehr selten. 

Gattung: Clielmon Cuvier 
Chelmon, Cuvier u. Valenciennes, Histoire Nat. des Poissons VII, p. 87. 

Schnauze lang vorgezogen, die Zähne in dem ziemlich kleinen 
Maule sind in hintereinander liegenden bürstenförmigen Bändern 
angeordnet. (Es stehen eine große Anzahl (5 — 8) solcher Zahnbänder 



5. Fett 



12 



Ernst Ahl: 



hintereinander, von denen jedes wieder aus 4 — 5 Zahnreihen gebildet 
wird, sodaß diese Bezahnung einen ganz eigenartigen Eindruck macht. 
Zähne selbst klein und haarförmig.) Rückenflosse mit 9 Stacheln; 
in einer horizontalen Reihe liegen etwa 40 — 50 Schuppen. 

Nur wenige Arten, deren Verbreitungsgebiet sich von Afrika 
durch den ganzen Indo-pazifischen Ozean eistreckt, bis zur Küste 
Australiens. Auch über diese Gattung gilt das bei Forcifiger Gesagte 
(s. auch Chelmon rostraius). 

Chclmoii rostratus (Linne) typ. 

Seba, Thes. III p. 68 tab. 25 fig, 17; Gronow, Mus. I p. 48 No. 109; 
Gronow, Mus. I p. 49 No. 110, II p. 38; Gronow, Zoophyl. p. 69 No. 233 ; 
Jaculator-Fish , Schlosser, Acc. Fish. Bat. coli. Jac. Phil. Transact. 54 
p. 89 tab. 9. 

Chaetodon rostratus Linne, Mus. Ad. Frid. p. 61 tab. 31 fig. 2; Linne 
Svst. nat. ed. 10a p. 273; Linne- Gmelin, Syst. nat. ed. 13 a p. 1244; 
Bloch, Ausl. Fische III, p. 78 tab. 202 fig. 1 ; Bloch- Schneider, 
Syst. p. 221; Lacepede, Poissons, IV, p. 457, 486; Shaw, Zool. 
IV, p. 337 tabl. 47; Gronow, Cat. ed. Gray, p. 73. 

Chaetodon enceladus Shaw, Nat. Mise. p. 2 tab. 63. 

Chelmon marginalis Richardson, Contr. ichth. Austral. in Ann. Nat. 
Hist. X, 1842, p. 29; Günther, Cat. Fish, II p. 36; Macleay, Fish. 
P. Darwin, in Proc. Linn. Soc. N. S.Wales, II. p. 352; Klunzinger, 
Austr. Fische, in Sitzber., Ak. Wien, 1879, p. 361. 

Chelmon rostratus Günther, Cat. Fish, II. p. 36; Kner, Zool. Reise 
Novara, p. 103; Day, Fish. India, p. 110 tab. 28 fig. 3; Cuvier, 
Regne animal ed. la II p. 334; Bennett, Life of Raffles, p. 689; 
Cuvier- Valenciennes, Poissons, VII p. 87 (6o); Cantor, Catal. 
Mal. Fish. p. 158; Cuvier, Regne animal, III. Poissons pl. 40 
fig. 1; Bleeker, Verh. Batav. Gen. XXIII Chaet. p 20; Bleeker, 
Chaet p. 30; Bleeker, Atlas, Chaet. p. 22 tab. 7 fig. 2; Day, Fish. 
Brit. India, II p. 11. 

D IX 26—31, A III 17—21, L. lat. 46—50, L. transv. IX (20) 
22—23. 

Schnauze lang, röhrenförmig, etwa 4— 5 mal der Augenlänge. 
Seitenlinie bis zur Basis der Schwanzflosse in hohem Bogen verlaufend. 
Präoperculum fein gezähnelt. Rückenflosse hinten abgerundet, Afi er- 
flosse in abgerundetem Winkel. Schwanzflosse abgestutzt. 

Kopf und Körper mit 5 braunen Binden, die weiß und braun 
gerandet sind. Das erste (Okularband) von der Höhe des Nackens 
über das Interoperculum, das zweite vom Anfang der stachelijgen 
Rückenflosse über den Kiemendeckel zur Bauchflosse; das dritte 
von der Mitte der stachligen Rückenflosse in die Gegend des Afters, 
das vierte von der weichen Rücken- zur Afterflo.se, und das fünfte 
schwarze auf dem Schwanzstiel. Von der Stirn zur Schnauzenspitze 
ein dunkles Band. Pjin großer, runder, schwarzer, weiß eingefaßter 
Fleck in der Mitte der weicher Rückenflosse, innerhalb des 4. Quer- 



Zur Kenntnis der Knochenfischfaniilie Chactodontidae usw. 



13 



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5. Helt 



Ernst Ahl: 



bandes. Jede Schuppe mit hellem Zentrum, so den Schuppenreihen 
folgend Linien oildend, weiche Rücken- und Afterflosse mit braunem 
Randsaum (in Alkohol). — Heimat: Küsten von Afrika, Mauritius, 
Ostindischer Archipel bis Südsee, China, Neuholland, auch in die Flüsse 
hinaufsteigend. Länge bis 17 cm. 

Clielmon rostratus (Linne) subsp. iiiargiiialis Richardson 
D IX 30. A III 21, L. lat. 50, L. transv. 9/22. 

Länge der Schnauze etwa halbe Kopflänge. Etwas längerer 
Präopercularrand als bei der subsp. typica. Kopf und Körper mit 

4 bräunlichen Querbinden, mit braun und weiß gerandet; manchmal 
ein unbestimmter schwärzlicher Fleck in der Mitte der weichen 
Rückenflossen, innerhalb des 3. Querbandes; das 4. Band rund um 
den Schwanz. — Westküste von Australien, auch im Süßwasser. 

Vielleicht kommt dieser Form sogar Artberechtigung zu. 
Farben des lebenden Tieres nach Cantor (subsp. typica): Grund- 
färbung des Körpers und der Flossen silbrig, mit einer frontalen und 

5 lateralen senkrechten Bändern; alle außer dem 5. orange- oder 
ockerbraun mit schwarzbraun eingefaßt, auf dessen Außenseite mit 
weiß; der Augenfleck in der weichen Rückenflosse schwarz, weiß 
umrandet; das 5. Seitenband schwarz mit weißem Rande. Weiche 
Rücken- und Afterflosse mit schwarzem Rand, die Basis dieses Bandes 
begrenzt von einer weißen, zwischen zwei schwarze eingeschlossenen 
Linie; die vordere Hälfte der Schwanzflosse hellockerfarbig, das 
übrige ebenso wie die Brust- und Bauchflossen weiß, die letzten winzig 
mit schwarz gefleckt. Iris hellgold orange, longitudinal vom Okular- 
band getrennt. 

Der Fisch wird von den Malayen sowohl frisch als auch zubereitet 
gegessen. — Einige Autoren geben an, daß dieser Fisch Insekten durch 
einen Wassertropfen ,. herabschießt", und begründen diese Meinung 
mit einem Brief Schlossers in den Philosophical Transactions, IV p. 89. 
Ich schließe mich der Ansicht Bleekers an, der dies für einen Trug- 
schluß hält, da dies positiv bisher von niemand gesehen worden ist, 
und auch er selbst während seines langen Aufenthaltes in Indien 
dies niemals zu beobachten Gelegenheit hatte. Meiner Ansicht nach 
handelt es sich sicher um eine Verwechslung mit dem Schützenfisch, 
Toxotes jacidator, der dieselben Gewässer bewohnt und die vorerwähnte 
Nahrungsaufnahme hat. Auch ist das Maul dieses Chehnon viel zu 
klein und schwach, und die Zähne viel zu klein und weich, um damit 
überhaupt erfolgreich auf Insekten Jagd machen zu können. 

Clielmoii müllcri Klunzinger 
Chehno mülleri Klunzinger, Austr. Fische, S. B. Ak. Wiss. Wien, 
1879, p. 3G1. 

D IX 29—30, A III 21, L. lat. 50. L. transv. 9/25 (vorn 10/22). 

Schnauze auffallend kurz, aber doch, der Gattung entsprechend, 
schmal, röhrig; sie ist 2V2ii^al in der Kopflänge enthalten. Der 
eigentliche Kieferteil, auch wenn er zurückgezogen ist, ist kürzer 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



15 



als der Augendurchmesser. Präorbitalknoclien und Präorperculum 
hinten gezähnt. Schwanzflosse abgestutzt. 

Farbe ist gleich der von Chelmon rostratus, die Binden sind aber 
gleichmäßig braun, nicht weiß gesäumt, auch etwas breiter. Die 
Bauchflossen sind schwarz. — Länge 12 cm. — Fundort : Port Darwin. 

Cliclmon ?piilcher Steindachner 

Chelmo pulcher Steindachner, Ichthyol. Beitr. in S. B. Ak. Wiss. Wien, 
1874/75 p. 382. 

D? A? L. lat. 39, L. transv. 11/13? (19?). 

Größte Körperhöhe etwa zweimal in Totallänge, Kopflänge' 
etwa 4V4nial, die Länge der Schnauze verhält sich zur Kopflänge 
wie 1:2^/4, das Auge zur Kopflänge wie 1:4^4; Stirnbreite etwa 1^4 
Augenlänge. Die Profillinie des Kopfes fällt von der Ba,sis des ersten 
Rückenflossenstachels sehr steil, fast vertikal zum Auge ab, und 
biegt hier rasch zur Schnauze um. Die Länge der vordersten Zähne in 
der Mitte des Unterkiefers beträgt fast einen halben Augendurch- 
messer. Präoperculum fein gezähnt. Der Knochenrand über dem Auge 
tritt stark hervor und bildet eine Art Kante. Rücken- und Afterflosse 
hinten abgerundet. Schwanzflosse hinten abgestutzt. 

Die Grundfarbe des Körpers ist gelblich; drei bis vier schmale, 
schwach ausgeprägte Binden ziehen von der Basis der stachligen 
Rückenflosse, den Quer schuppenreihen folgend, bis zur Höhe der 
Brustflossen herab. Die Breite einer Binde gleicht der Breite einer 
Schuppenreihe. Ein schwärzlicher Strich oder Fleck liegt am unteren 
und oberen Teile des Auges. Eine schwärzlich blaue Binde beginnt 
nahe über der Basis des ersten Rückenflossenstachels wie ein schmaler 
Reif, steigt in weiterem Verlaufe höher die Stacheln hinan, und nimmt 
zugleich rasch an Breite zu. Die größte Breite erreicht diese Binde 
in der Mitte des gliederstrahligen Teiles der Rückenflosse und überdeckt 
ihn hier von der Basis an bis zu dem schmalen hellen Randsaum, der 
die ganze Rückenflosse ziert. Ähnlich verhält es sich mit der After- 
flosse, doch erreicht die dunkelblaue Binde auf dieser Flosse nicht 
ganz die beträchtliche Breite wie auf der Rückenflosse, indem das 
ganze basale Längenviertel der Afterflosse die Grundfarbe des Rumpfes 
zeigt. Auch ist der helle Randsaum am Ende der Gliederstrahlen der 
Afterflosse ein wenig breiter als auf dem entsprechenden Teile der 
Rückenflosse. Ein goldbrauner Streif begrenzt ferner die dunkelblaue 
Alterflossenbinde am oberen Rande und ein heller Saum am hinteren 
Rande. Die Schwanzflosse ist am oberen und unteren Rande hellgelb. 
Der mittlere Teil trägt einen indigoblauen schmalen Streif längs dem 
oberen Rande jedes über die Mittellinie der Flosse gelegenen Strahles 
und längs dem unteren Rande der übrigen unteren Strahlen. Eine 
graue Längsbinde beginnt am unteren ideinen schwarzen Augenfleck, 
und zieht längs dem Präorbitale zur Seite der Mundspalte herab. 

Fundort : Mauritius. — Das typische Exemplar dieser Art befindet 
sich im Museum zu Cambridge (Mass.). 

5. Heft 



16 



Ernst Ahl: 



Leider gibt Steindachner nicht die Zahl der Kücken- und After- 
flossenstraJxlen an, sodaß die Gattungszugehörigkeit off cd bleiben muß. 

Gattung: Chclmouops Bleeker 

Chelmonops Bleeker, Notice sur les Genres et sur les especes des 
Chetodontoides de la sousfamille des Taurichthyiformes, Versl. Med. 
Kon. Ak. Wet. X p. 4 (187G). 

Schnauze bei weitem nicht so lang wie bei Chelmon, Zähne in 
bürstenförmiger Anordnung. Rückenflosse mit 11 allmählich an Länge 
zunehmenden Strahlen; in einer horizontalen Reihe ungefähr 43 
bis 55 Schuppen. — 2 Arten von Australien — Typische Art: C. 
trimcatus (Kner). 

Diese Gattung verbindet die Gattung Chelmon mit Chaetodon. 

€liclmonops truucatus (Knei ) 

Chaetodo7itrunc2tusKniiT, Sitzber. Ac. Wiss. Wien, XXXIV p. 442tab.2. 
Chelmon truncatus Günther, Cat. Fish. II. p. 516; Kner, Novara- 

fische, p. 103 (Fußnote). 

D XI 26, A III 21, L. lat. 43—44. 

Schnauze vorgezogen, Präoperculum gezähnelt. Die Seitenlinie 
bildet bis senkrecht imter dem 9. Stachel der Rückenflosse einen 
aufsteigenden Bogen, fällt aber dann rasch gegen den Schwanz ab 
und endet erst am kurzen Stiel desselben gradlinig. 4 Blinddärme. 
Rückenflosse hinten in einem spitzen Winkel ausgezogen, Afterflosse 
hinten in einem rechten Winkel endend. Schwanz abgestutzt oder 
schwach eingekerbt. 

Man unterscheidet auf silberglänzendem Gi unde 5 dunkle schwarze 
und 3 graue vertikale Bänder. Das erste und schmälste schwarze 
reicht von der Basis des ersten Rückenflossenstachels in schiefer 
Richtung durch das Auge gehend bis zum Rande des Unterdeckels. 
Das zweite schwarze Band läuft von der Basis der 3 ersten Rücken- 
flossenstacheln bis zur Brust herab, wo es unmittelbar vor den Brust- 
flossen mit jenem der anderen Seite zusammentrifft und daselbst 
einen fast viereckigen schwarzen Fleck bildet. Das 3. entspringt 
von der Basis des 6. — 9. Rückenflossenstachels und erstreckt sich 
bis zum Bauchrande, wo es an der Analgrube endet ; das 4. und breiteste 
von allen zieht von der Spitze des weichen Teiles der Rücken- bis 
über die Afterflosse herab und nimmt an letzterer die Breite vom 
zweiten Stachel bis gegen den hinteren Rand der Flosse ein; das 5. 
endlich umgibt ringförmig die Basis der Schwanzflosse. Das erste 
hellere graue Band verläuft zwischen den beiden vorderen schwarzen 
und reicht bis zum unteren Rande des Vordeckels herab; das zweite 
grauliche schiebt sich in ähnlicher Weise zwischen der zweiten und 
dritten schwarzen Binde ein und erstreckt sich von der Basis des 
4. und 5. Rückenflossenstachels allmählich schwächer werdend bis 
unter die Brustflosse; in gleicher Weise nimmt den Raum zwischen 
der 3. und 4. schwarzen Binde die letzte graue ein, die über den 



Zur Kenntnis der Itnochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



17 



Stacheln der Afterflosse allmählich verschwindet. Der hintere Rard 
der Rücken- und Afterflosse ist schwarz gesäumt, die Brustflossen 
sind hell, die Bauchflossen schwärzlich, die Schwanzflosse erscheint 
schmutzig gelb. 

Chelmonops trochilus (Günther) (Tafel 1, Fig. 2j 

Chelmo trochilus Günther, New Fish, in Ann. a. Mag. N. Hist. (4) XIV, 
1847, p. 368. 

D XI 26—27, A III 18—20, L. lat. 54—55, L.trans\. 9/22. 

Körper so hoch wie lang, außer Kopf und Schwa:izflosse. Länge 
der Schnauze 2^3 in der des Kopfes, etwa l^s^^A Augenlänge. 
Präoperculum gezähnelt. Seitenlinie der W ölbung des Rückens folgend 
bis zur Basis des Schwanzstieles durchgeführt. Hinterer Teil der 
weichen Rücken- und Afterflosse in einen spitzen Winkel ausgezogen, 
die Hinterrändär beider Flossen vertikal. Schwanzflosse abgestutzt 
oder schwach eingekerbt. Die geringste Höhe des Schwanzstieles 
größer als das Auge und etwa 9 mal in der Körperlänge und etwa 
5 mal in der größten Körperhöhe enthalten. 

Silbrig; Kopf und Körper mit 5 schwarzen Querbinden; die erste 
ist das Okularband, viel schmaler als das Auge, vom Nacken zum 
Interoperculum reichend, über dem Auge mit weiß begrenzt; die 2., 
kaum breiter als die 1., geht von den 3 vorderen Rückenflossenstacheln 
über das Operculum zur Brust vor den Bauchflossen; die 3., zweimal 
so breit wie die 1., vom 6. — 8. Rückenflossenstachel zum Bauche; 
die 4. zwischen den spitzigen Winkeln der Rücken- und Afterflosse; 
die 5. ist schmal und geht lund um die Mitte des freien Teiles des 
Schwanzes. Ein unV stimmtes und unvollständiges Band zwischen 
dem ersten und zweiten, und ein anderes zwischen dem zweiten und 
dritten Band. Einige irreguläre schwärzliche Flecken in den Zwischen- 
räumen. Hinterer Rand der Rücken- und Afterflosse schwärzlich. 
Schwanzflosse einförmig rötlich. Bauchflossen schwarz, mit gelblichem 
Stachel. 

Australien; fast 16 cm lang. 



« 


Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 




läDge 


traniv. 


Kopf 


Schnauze 


Körper- 
läiige 


p. c. 


1. 


5 039 


15,6 


/26 


/20 


54 


122 


f. 4 




12 





Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper- 
länge 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


1. 


9 


e.ü.3 


13,0 


Sydney 


sehr gut 


Hamb. Masooin 



Archiv für Naturgeschichte « 

1923. A. 5. 2 5. Heft 



IS 



Ernst Ahl: n-.:: -ibl 



Sehr nahe verwandt mit C. trunccUus Kncr, den ich allerdings 
nur von der Beschreibung und Abbildung kenne; der Hauptunterschied 
ist eigentlich nur die verschiedene Anzahl der Schuppen der L. lat., 
sodaß es vielleicht später möglich sein wird, bei besserer Kenntnis 
die Arten zusammenziehen zu können. 

Gattung: Parachactodou Bleeker 
Parachaetodon Bleeker, Notice sur les Genres et les especes des 
Chetodontoides de la Sousfam. des Taiirichthyiformes. Versl. ei^ Med. 
Kon. Ak. Wet. X (187G) p. 4. 

Typus dieser Gattung ist P. ocellalus (Cuv. u. Val.). Diese Gattung 
zeichnet sich vor allem durch die sehr geringe Anzahl Rückenflossen- 
stacheln (6 — 7) aus, sowie durch den fast kreisrunden Körper. Der 
,,plitaxähnliche'' Eindruck dieser Gattung wird dadurch hervorgerufen, 
daß die Stacheln -der Rückenflosse rasch an Höhe zunehmen, von den 
folgenden Gliederstrahlen aber noch an Höhe überragt werden, und 
erst die hinteren wieder niedriger werden. Dasselbe ist bei der After- 
flosse der Fall. Zähne klein, bürstenförmig, Schnauze nicht sehr 
vorgezogen. Fräoperculum fein gezähnelt. — 2 Arten, P. ocellalus 
\Cuv. u. Val.) und P. townleyi (de Vis). ' 

Verbreitung: Indien, Malayischer Archipel bis zu den Philippinen, 
Küsten von Madras und China, Australische Küste. 

Paracliaetodoü ocellatus (Cuv. u. Val.) 
Valentin, Arno. f^g. 173; Klein, Miss. Pisc. III p. 37 taf. 11 fig. 1. 
Platax ocellatus C. u. V., Poiss. VII. p. 229. 

Chaetodon oligacanihus Bleeker, Verh. Bat. Gen. XXIIT Chaet. p. 16; 

Bleeker. Faun, ichth. Jav. spec. nov. Nac. T. Ned. Ind. p. 105; 

Günther, Cac. Fishes, Up. 34, 516; Kaup, Art. Chaet Ned T. I 

p. 129; kaup, Chaet. Archiv N^turgesch. 1860, p. 156; Kner, 

Zool. Reise Novara, Fische, p. 102; Öay, J^shes of Inoia, 1876, 

p. 109; Steindachner, Wien, Ak. S. B. 60, p. 561; Macleay, Fish. 

Port Darwin, Proc. Linn. Soc. ^N. S. Wale? II, 1878, p. 351; 
. Klunzinger, Austr. Fische, S B. Ak. Wien, 80, 1, p. 360. 
Sarotkrodus oUgacatUhus Bleeker, Troisieme mem. ichth. Halmahera, 

Ned. T. Dierk. I p. 156. 
Tetracjonoj)trus oligacanihus Bleeicer, One. not. ichth. Ternate. Ned. 

T. Die-k. I p.'234. 
Chaetodon ocellatus Day, Fishes of Br. Tndia, 1889, p. 10. 
Parachaetodon ocellatus Bleeker, Atlas, IX, p. 24 pl. 15, fig. 4, Weber, 

Siboga-Exp. 1913, p. 309; Bleeker, Chaet. p. 35. 

D VI -VII 28^-31, A III 19—22, L. lat. etwa (40?-) 44-48 
(-53?). 

Länge des Kopfes (bei erwachsenen Fischen) über 3 ( — 4) mal. 
Auge 9 — 10 mal in der Körperlänge enthalten. Auge kaum 3 mal 
im Kopf und.Schnauze kürzer als das Auge oder kaum so lang. Schwanz- 
stiel fb i erwachsenen) breiter als der Augendurchmesser. Schwanzstiel 
7— 73/4 mal in Länge und etwa 6'-6V3mal in giößter Höhe. Der Fisch 
macht einen ent schienen plataxähn'ichen 'Eindruck, dadurch hervor- 



Zur Kenntnis der Kno'chenfischfamilie Ohaetodontidac usw. 



19 



gerufen, daß die SfcacheJn der Rückenflosse rasch an Höhe zunehmen, 
der 6. isb der längste, von den folgenden Gliederstrahlen aber noch 
an Höhe überragt werden und eret die hinteren wieder niedriger werden. 
Dasselbe ist bei der Afterflosse der Fall. Präoperculum fein, stumpf 
gezähnelt. Seitenlinie in sehr flachem Bogen bis kurz vor das Ende 
der Rückenflorsenbasis. 

Färbung: gelblichweiß (in Alkohol); von der St»rn zur Schnauzen- 
spitze ein dunWer, schwarz umranaeter, schmaler Streifen; Okularband 
VDm Nacken über das Auge bis über das Operculum, manchmal bis 
zur Brust reichend und sich dann öfters vor den Brustflossen ver- 
einigeid, schwarz eingefaßt; außerdem noch 3 etwas schräge, breite 
Bänder über dem Körper; das 1. vom ersten Strahl der Rückenflosse 
am Kiemendeckel vorbei, über den Ansatz der Brustflosse und dann 
rückwärts umbiegend hinter den Bauchflossen endend ; das 2. vom 
stachligen leil der Rückenflosse zum stachligen Teil der Afterflosse 
und das 3. vom weichen leil der Rückenflosse zum weichen Teil der 
Afterflosse. Uber dem Schwanzstiel ein ovales, weiß umsäumtes 
Band. Ein schwarzer Augenfleck in der weichen Rückenflosse, der bei 
einigen Exemplaren klein und verschwommen, bei manchen aber sehr 
gut und scharf ausgeprägt ist. Bei allen Exemplaren fehlt aber die 
weiße Zone um den Augenfleck, der auf der Bleeker sehen Abbildung 
so deutlich ist. Rücken- und Alfterfosse dunkler gerandet. Die über 
den Körper ziehenden Querbinden auch auf die Rücken- und After- 
flosse fortgesetzt. Das Okularband und der StiruvStreifen sollen bei 
lebenden Exemplaren rot mit schwarzer Umränderung sein. Hinterer 
Teil der Bauchflossen manchmal schwarz. Bei einigen Exemplaren 
auf jeder Schuppe ein dunkler Fleck, sodaß der Fisch wie genetzt 
aussieht. — Heimat : Indien, Malayischer Archipel bis zu den Philippinen, 
Küsten von Madras und China (nach Bleeker) Australien (Port Darwin). 

— Erreicht bis fast 15 cm Länge. • — Einheimischer Name auf Batavia 
„Kepper-lawut" in Sundan ,,Kiper". 

Paracliaetodon townleyi (de Vis) 
Chaetodon Toivnleyi de Vis, New Austr. Fish in the Queensland 
Museum, in Proc. Linn. Soc. N. S. Wales IX, 2, 1884, p. 45L 
D VI 28, A III 20, L. lat. 54. 

Schnauze ein wenig vorgezogen, länger als der Augendurchmesser. 
Bauchflosse erreicht die Afterflosse. Rückenflossenstacheln nehmen 
gleichmäßig an Länge zu bis zum 6. 

Sechs braune bis schwarze Querbinden, das 6. schmal über den 
Schwanz nahe an der Basis. Das 1. mehr oder weniger doppelt, vom 
Nacken durch das Auge, das gegenüberliegende auf der Brust treffend. 
Das 2. über den Rand des Operculum. Das 3., 4. und 5. von der Spitze 
der Rückenflosse bis zum Grund der Afterflosse. Der dorsale Teil des 
4. nimmt mehr oder weniger die Form eines Fleckens an, das 5. unter- 
brochen in der Mitte ihres hinteren Randes durch einen großen, weiß 
gesäumten schwarzen Fleck auf dem Schwanzstiel. Länge 1 — 3 Zoll. 

— Fundort : Moreton Bay. 

2* 5. Hsft 



2Ö 



Er nst Ahl: 



OD 
CS 



Sammler 

(Geber) j 


V. Martens i 
V. Martens i 
V. Martens ! 
V. Martens : 
V. Martens ^ 
V. Martens ; 
V. Rüsenberg- 

V. Roseubergj 
V. Rosenberg i 
Schönlein ' 

V. Martens \ 
V. Martens ' 

V. Martens j 
Engel i 
Engel ^ 

Engel j 

Friedel u. ' 
Stephany j 


Erlaltung 


gut 
sehr gut 
leidlich 

gut 

gut 
sehr gut 

etwas 
beschäd. 
leidlich 
leidlich 
leidlich, 
sehr alt 
leidlich 
leidlich 

gut 

gut 
schlecht 
leidlich 

gut 
leidlich, 
beschäd. 
leidlich 


Fundort 


Amboina 
Amboina 
Amboina 
Amboina 
Amboina 
Amboina 
Amboiua 

Amboina 
Amboina 
Ceiebes 

Singapore 
Singapore 

Singapore 
Singapore 
Singapore 

Singapore 

Ostas. Exp. 


CS 5n 


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Körper- 


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Körper- 
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Auge in 


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Körper- 
lange 


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Kopf 


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L. 

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ü. 40 
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ca. 40 
ü. 40 
41? 

ca. 44 
ca. 48 

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46-48 

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5 582 
5 582 
5 582 
5 582 
5 582 
5 5S2 
20 483 

20 483 
20 483 
1346 

7 337 
7 337 

7 337 

8 467 
8 467 

8 467 

20 482 


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Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



21 



Gattung: Viuculum Mc. Culloch 
Vinculum Mc. Culloch, Biol. Res. Endeavour 2, p. 110. 

Typus dieser Gattung ist F. sexfasciatum (Richardson). Körper- 
form elliptisch, stark an Brassen erinnernd. Seitenlinie der Wölbung 
des Rückens folgend, auf den Schwanzstiel fortgesetzt. Schwanz- 
flosse eingeschnitten. 10 Rückenflossenstacheln und 20 — ^21 Strahlen. 
Schuppen ungefähr 88—90 in einer Längsieihe. Präoperculum gezähnelt, 
der W inkel nicht ausgezogen. Schnauze vorgezogen, Zähne nicht 
sehr klein. Diese Gattung zeichnet sich besonders durch die sehr 
kleinen und zahlreichen Schuppen aus. — • Nur eine Art, F. sexfa^sciatus 
(Richardson). — Heimat: Küste von West- und Südwest- Australien. 

Vinculum sexfasciatum (Richardson) 

Chaetodon sexfasciatus Richardson, Ann. a. Mag. Nat. Hist. X, 1842, 

p. 26; Günther, Cat. Fish. II p. 35; Klunzinger, Austr. Fische, 

S. B. Ak. Wien, 80 I p. 360. 

D X 20—21, A III 16—19, L. lat. etwa 88—90. 

Schnauze ziemlich vorgezogen, etwas länger als das Auge. 
Auge etwa 3^4 mal im Kopf und etwa ll^/^mal im Körper enthalten. 
Kopflänge etwa 3^/2mal in der Körperlänge. Präoperculum recht- 
winkelig, gezähnelt. Bauchflossen reichen über den After bis zum 
Ansatz des zweiten Afterflossenstachels. Rücken- und Afterflosse 
hinten stark abgerundet. Schwanzflosse tief eingeschnitten. Die ge- 
ringste Höhe des Schwanzstieles etwas über 8 mal in der Körperlänge 
und etwas über 5 mal in der größten Körperhöhe enthalten. Seiten- 
linie der W^ölbung des Rückens folgend bis zur Schwanzflossenbasis. 

Körperfarbe silbrig grau, nach dem Rücken zu dunkler; 6 dunkle 
breite Bänder. Schnauze bis zur Stirn schwärzlich; das Okularband 
geht von der Höhe des Nackens durch das Auge und etwas dahinter 



Laufende 1 
Nr. 1 


Katalog 
Nr. 


3 Sc 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
transv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper- 

länge 


P. C. 


1. 


12 780 
Museum 
Hamb. 


18,0 


10/ 

/20 


=/.7 


ca. 88 




3V. 


S>A 


11% 


Af.VaP 



Laufende 
Nr. 


9 
a = 

P-, u 

•JO 


Kopf in 
Körper- 
länge 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler (Geber) 


1. 


Ü.8 




14,9 


Süd-West- 


gut 


Vom Hamb. Mus. 










Australien 




freundl. zur Ver- 














fügung gestellt 



5. Heft 



^2 



Ernst Ahl: 



über den Winkel des Präoperculum bis in die Gegend der Bauchflossen. 
Etwas breiter oder ebenso breit als das Auge; das 2. entspringt vor dem 
1. Rückenflossenstachel und zieht sich hinter der dunkel gefärbten 
Brust flossemvurzel bis ungefähr in die Mitte zwischen After und 
Bauchflossen hinab; es ist breiter als das Auge. Das 3. entspringt 
zwischen dem 3. — 6. Rückenflossenstachel und reicht bis zum Anfang 
der Afterflosse; es ist am breitesten. Das 4. Band geht vom 8. — 
bis 10. Rückenflossenstachel bis zum Anfang der weichen Afterflosse; 
ungefähr so breit als das Auge Das 5. Band verbindet die weiche 
Rücken- und Afterflosse. Das 6. und schmälste Band geht über die 
Schwanzwurzel. Weicher Teil der Rücken- und Afterflosse schwärzlich 
mit verhältnismäßig breitem, weißem Saum. Schwanzflosse gelblich 
(im Leben wahrscheinlich orangegelb), nach dem Ende zu schwärzlich 
werdend, ebenfalls hinten weißlich gesäumt. Bauchflossen schwarz, 
der 1. Strj,hl jedoch weiß gefärbt. Brust flossemvnrzel schwarz, Brust- 
flossen selbst mit einer dunklen Binde nahe an der Basis. • — Bis 25 cm. 
■ — Heimat: Küste von West- und Südwest- Australien. 

Gattung: Microcauthus Swainson 
Microcanthus Swainson, Class. Anim. II, 1839, p. 215 (strigatus). 

Typus der Gattung ist M. strigatus (Langsdorf) C. u. V. Körper- 
form nicht sehr hoch, 11 Rückenflossenstachel, 17 Strahlen, ungefähr 
60 Schuppen in einer Längsreihe. Seitenlinie der Krümmung des 
Körpers folgend, auf den Schwanzstiel reichend bis zum Ansatz der 
Strahlen. Präoperculum sehr stark und lang gezähnelt. Schnauze 
etwas vorgezogen, Zähne groß, borst enförmig, an die der Gattung 
Holacanthus erinnernd. Schwanzflosse ziemlich stark eingekerbt. 
Besonders ausgezeichnet durch die Kürze der weichen Rücken- und 
Alterflosse. ■ — Nur 1 Art M. strigatus (Langsdorf) C. u. V • — Heimat : 
Japanische und chinesische Gewässer, Hawai, Ostindien b^'s Australien. 

Microcanthus strigatus (Langsdorf) C. u. V. 
Chaetodon strigatus C. u. V. VIT, p. 25 pl. 120; Temminck u. Schlegel, 

Fauna Japonica, Pisces, p. 80, taf. 41 fig. 1 ; Bleeker, Verband. 

Batav. Gen. XXVI Japan p. 94; Günther, Cat. Fishes II, p. 3-1; 

Waite, Ree. Austr. Mus. IV p. 189; Steindachner u. Döderlein. 

Fische Japans, II 1883 p 23; Nyström, Kong. Vet. Ak. Handl. 

1887 p. 18; Ishikawa, Prel. Kat. 1897 p. 52; Steindachner. Reise 

Aurora 1896 p. 202; Günther, Fische, Südsee, p. 47. 
Heynitauriclithys strigatus Jordan u. Snyder, Check List. 1901, p. 90. 
Neockaetodon vittatus Castelnau, Proc. Zool. Soc. Vict. II, 1873. p. 130: 

Castelnau, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales III 1879 p. 375. 
Microcanthus strigatus Jordan u. Scale. Fish of Samo^., Bull. Bur. 

Fish. p. 346; Jordan u. Fowler. Japanese Chaet. Proc. l\ S. 

Nit. Mus. XXV 1903 p. 541 ; Jordan u. Snyder, Cat. Fish Japan 

p. 213; Scale, Fishes of Hongkong, Phil.'journ. Sei. IX. 1914 

p. 73. (Färbung des lebenden Fisches). 

D XI 17, A III 14, L. lat. etwa 60. L. transv. 10/21. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodoutidae usw. 



23 



Schnauze etwas vorgezogen, doch etwas kürzer als der Augen- 
durchmesser. Augenlänge etwa dreimal im Kopf und etwa 9^/4 mal 
im Körper enthalten. Präoperculum außerordentlich stark gczähnelt. 
Kopflänge etwa IJVgmal in der Körperlänge und etwa 4 mal in der 
Totallänge enthilten. Zähne borstenförmig und verhältnismäßig 
groß. Bauchflossen gerade den After erreichend. Der 2. Afterflossen- 
stachel außerordentlich stark und lang, viel länger als der kleine und 
schwächliche 3. Weiche Rückenflosse nicht höher als der stachlige 
Teil; weiche Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Schwanzstiel 
höher als das Auge, seine geringste Höhe etwa 7%mal in der Körper- 
länge und etwa 4V2mal in der größten Körperhöhe enthalten. Schwanz- 
flosse ziemlich stark eingekerbt. Der silbrige Körper ist mit 5— 6 Längs- 
binden geziert, deren 1. den oberen Teil der Rückenflosse einnimmt j 
die 2. zieht sich vom 1. und 2. Rückenflossenstachel über den Rücken 
in die weiche Rückenflosse, die 3. von der Höhe des Nackens bis zum 
unteren Ende der weichen Rückenflosse, die 4. von der Mitte des 
Nackens über den Körper bis zur Schwanz würze 1, die 5. von der höchsten 
Stelle des Schädels über den höchsten Rand des Kiemendeckels bis 
zum hinteren Ende der Afterflosse, und die 6. entspringt auf der 
Schnauze, geht durchs Auge über den Kiemendeckel, den Brustflossen- 
ansatz zum Anfang der weichen Afterflosse. Die Form und Anzahl 
(5 — 6) der Binden variiert etwas. Die Bauchflosse ist schwärzlich 
grau gefärbt. — Heimat: Chinesische und japanische Gewässer, Ost- 
indien bis Hawai und zur australischen Küste. Länge über 20 cm. 



Liufende , 
Nr. 1 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


D. ■ 


A. 


L. lat. 


L. 
transv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Kö per 


p. c. 


1. 

2. 


8157 
4 901 


21,2 
16,1 




7u 


9 

nicht 
ca. 60 


? 

genau 


? ? 

feststellbar, d 
ca. 3 1 A>S 


? 1 ? 

1 Stopfpräparat 
9V4 1 1^>A 



Laufence 
Nr. 


P.c. in 

Körper- 
länge 


Kopf in 
Körperlänge 


Körper- 
länge 


Erhaltang 


Fundort 


Sammler (Geber) 




1. 


•? 


4 in Total- 


17,9 


Stopf 


Japan 


Langsdorf 


Type 






länge 




präparat 






der Art 


2. 




Ql/ 
^ / 3 


13,9 


leidlich 


Nangasaki 


Berendt 





Färbung des lebenden Fisches (nach Temminck u. Schlegel): 
Die Grundfarbe ist hellbläulich grau, mit grünlich vermischt, und in 
den unteren Teilen in weißlich übergehend. Die Brustflossen, die 
Schwanzflosse und die Bauchflossen sind an der Basis hellgelb grünlich 
gefärbt. Die Iris des iVuges ist grauweißlich, mit gelb untermischt. 
Die Körperbänder sind grünlich braun, an schwarz grenzend; sie 
variieren mehr oder weniger, in der Weise, daß das unterste öfters 



5. Hell 



2A 



Ernst Ahl: 



von mehreren unregelmäßigen Flecken begleitet wird, die zuweilen 
ein 7. Band bilden. ■ — Name des Tieres in Japan „Simabatate, Kago- 
kakidai, Shimayakkodai". Man fängt ihn in den Buchten von Nagasaki 
und Simbari im Sommer von Zeit zu Zeit. 

Gattung: Hciiioclius Cuvier u. Valenciennes 
Heniochus Cuv. u. Val., Hist. Poiss. VII 1831 p. 92 (macrolepidotus). 
Taurichthys Cuv. u. VaL, Hist. Poiss. VII 1831 p. 146 (varius). 
Difhreutes Cantor, Malayan Fishes, 1850, p. 159 (macrolepidotus; 

Ersatz für Heniochus, da Anklang an Henioche, einer früheren 

Schmetterlingsgattung). 

Körper sehr zusammengedrückt und erhöht ; Stirn bei Erwachsenen 
oft mit knöchernen Erhebungen; 11—13 Rückenf lossenstacheln, der 
4. verlängert und oft fadenförmig; Maul ziemlich kurz; keine Palatin- 
zähne. Kein Stachel am Präoperculum ; Schuppen mäßig groß. — Von 
Ostafrika durch den Indopazifischen Ozean bis zur Südsee unü Hawai. 
— 7 Arten. — Verwandt mit Chaetodon, aber gut unterschieden durch 
die Verlängerung des 4. Rückenflossenstachels. 

Heniochus varius (Cuv. u. Val.) 
Ruysch, Coli. nov. pisc. Amb. p. 39, tab. 20, fig. 5, 6; Renard, Poiss. 
Mol. Itab. 30 fig. 164, Iltab. 10 fig. 42; Valentyn, Amb. fig. 71,161,429. 
Taurichthys varius Cuv. u. VaL, Poiss. VII p. 148 (III) tab. 181; 

Cuvier, Regne animal ed. ill. Poiss. tab. 41, fig. 2; Bleeker, Verh. 

Bat. Gen. XXIII, Chaet., p. 25; Bleeker, Atlas Ichth. Chaet. 

p. 27 tab. 3 fig. 2; Bleeker, Chaetod. p. 42. 
Taurichthys viridis Cuv. u. Yj,1., Poiss VII, p. 151 (114). 
Heniochus varius Günther, Cat. JJish. II p. 41 ; Jordan u. Scale, Fish. 

Samoa, p. 347. 

Diphreutes varius Bleeker, En. Poiss. Amb. Ned. T. Dierk. II p. 283. 
Dvphreutes viridis Bleeker, En. Poiss. Amb. Ned. T. Dierk. II p. 283. 

DXI22— 25, AIII17— 19,L.lat. 52—55, L.transv. 10—11,22—24. 

Schnauze kaum vorgezogen, kaum so lang als das Auge. 4. Rücken- 
flossenstachel verlängert. Über jedem Auge befindet sich ein horn- 
ähnlicher Zapfen, der an das Horn der Ziegen oder die Krickeln der 
Gemsen erinnert. Man kann feststellen, daß ein Teil der Tiere kleine, 
gerade Hörner besitzt, und ein anderer Teil große, gf^msenähnlich 
gebogene; meine Vermutung, daß es sich hierbei um sekundäre Ge- 
schlechtsmerkmale handele, wurde durch die anatomische Untersuchung 
einiger Exemplare bestätigt. Danach sind die Tiere mit den kleinen 
Hörnern Weibchen und die mit den großen, gebogenen, Männchen. 
Bai einem hier vorliegenden Tier ist das eine (rechte) Horn noch gegabelt 
(ähnlich der Augensprosse beim Hirsch), was den geweihähnlichen 
Eindruck dieser Bildung noch erhöht. Ein 3., stumpfkonischer Aus- 
Avuchs befindet sich auf der Höhe des Nackens über dem Kopfe: auch 
dieser Zapfen scheint be^m Männchen größer zusein. Piäopercidum 
gezähnelt; Brust- und Bauchflossen sehr groß. Kopf etwa 3 mal in 
der Körperlänge. Rückenflosse hinten abgerundet, Afterilosse in einem 



Zur Keuutuis der Knocheiifischlamilie Cliaetodontidae usw. 25 







Sammler 
(Geber) 


Robde 
Rohde 
Finsch 
Steinbaqh 
Steinbach 

Schoede 
Schoede 

Schoede 

Grrd. 
Dahl 


Erhaltung 


trocken 
trocken 

gut 
sehr gut 
sehr gut 

sehr gut 
sehr gut 

sehr gut 

sehr gut 
sehr gut 


Fundort 


Mysol 
Neu-Guinea 

Talassia, 

Neu- 
Pommern 

Tilenius- 
hafen 
Neu- 

Pommern 

Tilenius- 
hafen 
Neu- 

Pommern 

Mysol 
Ralum 


e3aBH9djft3 


13,1 
12,0 
12,1 
13,7 
14,0 

13,0 
10,0 

12,2' 

11,5 
10,1 


Kopf in 
Körper 


f. 3 

ü.3 
e. ü. 3 
e.ü. 3 

f.3 
e. ü. 3 

ü.3 

f.3 
e.ü. 3 


P. C. in 
Körper- 
lange 


rH • 00 cj 00 eo PI 
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Auge in 


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Schnau- 
ze 


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Kopf 


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L.lat. 


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_ Cl ^Cl C-l ^Cl ^1 _^'M ___PJ 


-i ® 

e) tr 


16,1 
15,0 
15,1 
17,1 
17,4 

16,3 
12,7 

15,2 

14,4 
12,6 


Katalog 
Nr. 


14 207 

12 262 

13 650 
13 650 

20 489 
20 488 

20 488 

7 798 
20 487 


■••N 
■ »paejnsfj 


r-i c^j ;0 -rjJ lO CO : ■ ' t>»' OQ ci Ö 



b. Helfc 



26 



Erust Ahl: 



abgestumpften Winkel, Schwanzflosse abgestutzt; die geringste 
Höhe des Stieles größer als der Augendurchmesser und etwa 8mal 
in der Körperlänge enthalten. Seitenlinie schräg aufsteigend bis in 
die Gegend unter dem 5.-6. Stachel, dann zur horizontalen um- 
biegend und imter dem Anfang der weichen Rückenflosse abwärts 
zur Schwanzflossenbasis s'ch erstreckend. 

Körperfärbung (in Alkohol) braunschwarz; eine weißliche Binde 
geht vom Anfang der stachligen Rückenflosse über das Operculum 
zur Brust; Brust weißlich grau; diese Fäibung sich häufig bis unter 
die Augen erstreckend. Ein weißes Band von der stachligen Rücken- 
flosse an der Basis derselben entlang bis zum unteren Rand des 
Schwanzstieles. Weiche Rücken- und Schwanzflosse grau. Bei einigen 
Exemplaren dunkle Längslinien, den Schuppenreihen folgfnd. Bauch- 
und Afterflosse schwarz. — Heimat: Ostindien, nicht sehr selten, 
Südsee, anscheinend selten und nicht überall vorkommend; Samoa 
Neuguinea, Neupommern, Bismarckarchipel. — Länge bis 18 cm. 

Einheimischer Name auf Batavia ,,Karbo". 

Färbung im Leben (nach Jordan u. Scale), von einem Exemplar 
aus Apia: olivenbraun, schwärzlich unten, wo schwarze Streifen den 
Schuppenreihen folgen; Lippen, Kopf und Nacken schwarz; Brust 
^rau, nicht schwarz, wie von Bleeker abgebildet; ein graues oliven- 
farbiges Band zum vorderen Teil der stachligen Rückenflosse; ein 
hell weißes Band von der Spitze der langen Rückenflosse zur unteren 
Basis der Schwanzflosse; Rückenflosse oliven. die 1. Stacheln dunkel; 
Schwanzflosse helloliven; Bauch, After imd Brustflosse schwarz. 

Färbung nach Dahl, von einem Stück aus Ralum, Bismarck- 
archipel: Schwarz, nach oben ins braungelbe, Schwanz und hintere 
Rückenflosse graubraun. Weiß sind: Kehle, Brust und eine Querbinde 
von letzterer über den Kiemendeckel, welche oberhalb grüngelblich 
wird, nur die 1. Rückenflossenstacheln wieder weiß, Endrand der 
Afterflosse hinten, dann' ein Querband über die Schwanz\vurzel bis 
zum Ende des größten vStachels der i. Rückenflosse; ein kleineres 
112 mm langes 2. Exemplar stimmt vollkommen mit diesem 126 mm 
langen Exemplar überein. 

lleuioeliiis pleiirotaeiiia n. n. (Tafel 1, Fig. 5) 

Heniochus varius (nec Q\ V.) Kner. Zool. Novara, Fische p. 103. 

D XL-XII 23—25, A III 17—18, L. lat. 50—52, L. transv. 12-13/ 
24—25. 

Diese Art, zuerst von Kner als Varietät von varius beschrieben, 
kommt anscheinend neben dieser Form vor, mit der sie auch nahe 
verwandt ist. Körper, Gestalt ähnlich der des //. varius, mir etwas 
höher, Stimprolil steiler, t 'bei den Augen 2 Hörner. ähnlich denen der 
Weibchen des Varius (meine sämtlichen Stücke scheinen auch Weibchen 
zu sein; bei jungen Exemplaren sind diese Hörner schwächer entwickelt 
und wachsen erst bei zunehmendem Alter). Darüber ein stark vorg- 
gezogener Ausmichs, und an der Basis der Rückenflosse der Ansatz 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 27 

eines zweiten. Schnauze etwas kürzer als der Augendurchmesser, 
Präoperculum gezähnelt. Kopf etwas über dreimal im Körper enthalten. 
Die ersten 3 Rückenflossenstacheln kürzer als bei varius, der 4. lang, 
seine Länge etwas über 2^3 in der Körperlänge. Weiche Rückenflosse 
hinten abgerundet. Der 2. Afterflossenstachel am stärksten, seine 
Länge gleich der des 3. und lY^mal in der Körperlänge und gleich 
dem 8. Rückenflossenstachel. Weiche Afterflosse hinten abgerundet. 
Die Brustflosse ist bedeutend kürzer als bei varius, 3 mal in der Körper- 
länge enthalten und gleich der Bauchflosse, die den Anus bedeckt 
und bis zur Basis des L Afterflosscnstachels reicht. Der Bauchflossen- 
stachel ist gleich dem 9. Rückenflossenstachel und fast 5 mal in der 
Körperlänge enthalten. Schuppen regelmäßig angeordnet, mit 9 Radien 
(11—12 bei varius). Seitenlinie bis zur Basis der Schwanzflosse, ebenso 
gebogen wie bei varius, nur die Umbiegungsst eilen nicht so scharf 
ausgeprägt, mehr abgerundet. Schwanzflosse abgestutzt. 

Die Schnauze wird von einer schwarzen Binde umgeben, die bis 
hinter den Mundwinkel reicht und sich nach rückwärts bis zum oberen 
Augenrand fortsetzt, nach unten aber in eixie verschmilzt, welche die 
Medianlinie bis zum Istmus einnimmt. Die braune Augenbinde erstreckt 
sich mit verschwimmenden Hinterrande vom Rücken herab bis etwas 
unter das Auge; die 3. und 4. beginnen zwischen dem 3. und 6. Rücken- 
flossenstachel als einfache breite Binden, teilen sich aber in der Höhe 
der Seitenlinie dann gabiig. Ihr vorderer Ast läuft senkrecht gegen 
den Bauch herab und umgürtet diesen, indem er zugleich die Bauch- 
flossen bis an die Spitzen überzieht. Der hintere Gabelast läuft schief 
zur Afterflosse herab, allmählich breiter werdend, sodaß er den ganzen 
weichen Teil der Flosse schwarzbraun färbt. Zwischen beiden Gabel- 
ästen schiebt sich eine helle Binde ein, die ein Dreieck bildet, dessen 
Basis den Raum zwischen dem After und der Basis der Afterflossen- 
strahlen einnimmt. An die 4. schwarzbraune Binde grenzt nach hinten 
und oben ebenfalls eine helle, die längs der Basis der weichen Rücken- 
flosse zum Schwanzstiel herabzieht, und, immer schmäler werdend, 
am unteren Rande desselben endet. — Fundort : Padang. 

Länge bis 14 cm. 

In der Färbung erinnert diese Form also mehr an H. monoceros C. V., 
doch stimmt sie in ihrem ganzen Habitus sehr mit H. varius überein. 
An morphologischen Unterschieden glaube ich zu bemerken, daß 
sich anscheinend kurz vor der Rückenflosse ein Ansatz zu einem 
weiteren Ausmichs zeigt, den meine anderen Exemplare von varius 
nicht besitzen. Auch zeichnet sich die Brustflosse durch ihre geringere 
Länge gegenüber der des varius aus. Die Schuppen zeigen statt 11—12 
bei varius nur 9 Radier. 



ö Hpft 



28 



Ernst Ahl: 



e 

r3 

£ u 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Ange in 


«|S5 


Nr. 




länge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p.c. 


1. 


17 746 




11,8 




12/ 
/ 23 






ca. 50 


12/ 


2V, 


74-*/= 






P< A 


2. 


17 746 




13,4 




11/ 
125 






52 


12/ 


2^/3 


% 


8V. 




P>A 


3. 


17 746 




13,6 




11/ 
/24 




7« 


50 


13/ 
IIA 




1 






P = A 


4. 


20 490 




7,9 




11 / 

Iii 




7„ 


52 


12/ 
/25 


2V3 


\ 






P<A 


Laufende 
Nr 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper 
länge 




Fundort 


Erhaltang 


Sammler 
(Geber) 




1. 


8 




e.ü.3 


9,4 




Päd an g 


leidlich gut 


Schoede 




Type der 




















beschädigt 








Art 


2. 


e.ü.S 




e.ü.3 


11,1 




Padaiig 


gut 


Schoede 






3. 






3 




11,3 




Padaiig 


gut 


Schoede 






4. 






CO 




6,5 




Padang 


leidlich gut 


Schoede 




Cotype 



Henioclius singularius Smith u. Radcliffe 

Heniochus singularius Smitli u. Radcliffe, New Philippine Fish, Proc. 

U. S. Nat. Mus. 40, 1911, p. 321, fig. 2. 

D XII 25, A III 17, L.lat. U (50), L. transv. 11/26. 

Körpergestalt trapezförmig. Maul klein, endständig. Lippen 
dick und fleischig, die Zähne verbergend. Knöcherne Erhebungen 
über den Augen und an der Stirn mäßig entwickelt; Präoperculum 
schwach gezähnelt; Zähne klein, dicht gestellt, Schuppen mäßig groß, 
regelmäßig angeordnet. Seitenlinie vollständig, mäßig gebogen, 
parallel der AVölbung des Rückens. Erster bis dritter Rückenflossen- 
ötachel kurz, 4. Stachel lang, 1,90 in der Länge enthalten. Weiche 
Rückenflosse abgerundet, Afterflosse mit stumpfem AMnkel; Schwanz- 
flosse abgestutzt. 

Farbe in Alkohol : Kopf und Nacken umzogen von alternierenden 
Bändern von schwarz und dunkelsilberweiß; das 1. Band, kohlschwarz 
von Farbe, umzieht das Maul und dehnt sich nach hinten auf der 
Schnauze bis zum vorderen Nasenloch aus. Das 2., silberweiß, geht 
parallel mit dem i. und dehnt sich rückwäits auf der Spitze des Kopfes 
hk zu den knöchernen Erhebungen über den Augen aus; das 3., das 
schwarze Okularband, ungefähr so breit als das Auge, kreuzt die Stirn, 
breitet sich nach unten vor und durch das vordere '/s Auges aus 
und vereinigt sich mit dem entgegengesetzten auf der Unterseite 
des Kopfes; das 4., dunkel silberweiß, bedeckt den Raum zwischen 
dem Okularband und der Basis der Rückenflosse und breitet sich nach 
unten aus über den hinteren Rand des Auges und die Opercularregion 



Zur Kenntnis der Knochenfischfarailie Chaetodontidae usw. 



29 



und vereinigt sich, mit dem entgegengesetzten auf der Brust, wo es 
sich, bis zur Basis der Bauchflossen ausdehnt; hinterer Rand des 
Operculum schwarz; Spitzen der Lippen gelbÜch; Körper hinter der 
senkrechten vom Anfang der Rückenflosse bis zur Basis der Bauch- 
flossen einschließlich der Bauchflossen und der Alterflosse schwarz. 
Eine hellere Zone mitten im schwarzen, am breitesten bauchwärts, 
dehnt sich vom 3. — 5. Rückenilossenstachel aus, abwärts und rückwärts 
bis zur Basis der Afterflosse, in die schwarze Färbung der Afterflossen- 
strahlen übergehend; das übrige der Rückenflosse, die Schwanzflosse, 
der hintere Abschnitt des Schwanzstieles und die Brustflossen goMgelb; 
Basis der Brustflosse und die Gegend darunter, einschließlich der 
Bauchflossen und Afterflossenstacheln kohlschwarz. • — Länge 22,8 cm. 
— Fundort: Philippinen. 

Farben im Leben: Obere Teile der silbernen Bänder am Kopf 
leicht dunkel,, mit schwachem metallenem Schimmer, erster und zweiter 
Rücksnflossenstachel schwarz; 3. Stachel grau, diese Farbe als ein 
helleres diagonales Band fortgesetzt über die schwarze Färbung des 
Körpers zur Mitte der Afterflosse; die Zentren der Schuppen auf dem 
dunkleren ventralen Teilen des Rumpfes etwas perl- oder purpur- 
farbig, gerändert mit dunkler braun; Schuppen unter dem hinteren 
Teil der Rückenflosse schwarz, teilweise mit Rändern herum, die 
Zentren mit einer stahlblauen Zone, die nach der Basis der Afterflosse 
zu kleiner wird; Rückenflosse von der Spitze des 5. Stachels zur Basis 
des 6. und diagonal entlang ihrer Basis, einschließlich des oberen 
und hinteren Teils des Schwanzstieles, und der ganzen Schwanzflosse, 
orange; vordere und hintere Ränder der Afterflosse purpurschwarz; 
Basis der Brustflosse, einschließlich der Basis der Strahlen und des 
schuppigen Teiles, schwärzlich, das übrige zitronengelb; Bauch- 
flossen schwarz. 

Heniochus monoceros Cuv. u. Val. 

Heniochus monoceros Cuv. u. Val., Poiss. VII p. 100 (76) tab. 176 
(1831); Bleeker, Verh. Bat. Gen. XXIII Chaet. p. 22; Günther, 
Cat. Fish. II p. 31; Günther, Fische Südsee, p. 49, tab. 38; 
Jordan u. Seale, Fish. Samoa. p. 347. 

Taurichihys monoceros BleeKer, Poiss. Madagaskar, p. 96: Bleeker, 
Atlas, Ichth. Chaet. p. 28, tab. 3 fig. 3; Bleeker, Chaet p 44. 
D XII 25—26 (—28), A III 19, L. lat. 57—58, L. transv. 9/24. 

Schnauze etwas vorgezogen, wenigstens Augenlänge. Präoperculum 
gezähnt. Kopf fast dreimal im Körper. Der 4. Rückenflossenstachel ist 
in einen langen Faden ausgezogen. Ein konischer Höcker über jedem 
Auge (der bei meinen jungen Exemplaren fehlt) und ein 3. auf der 
Mitte des Nackens. Rückenflosse hinten rund, Afterflopse in einem 
runden Winkel, Schwanzflosse leicht eingekerbt, die geringste Höhe 
des Stieles etwa 8V4— 8V2 in der Körperlänge. Seitenlinie der Wölbung 
des Rückens folgend, abgerundet, bis zum Anfang der Schwanzflossen- 
basis. 



S.Heft 



30 



Ernst Ahl: 



Grundfarbe weiß (nach hinten hellgelb im Leben). Der Vorder- 
kopf ist schwarz, mit Ausnahme der Schnauzenspitze, eines Querbandes 
zwischen den Augen und über dem Hinterhaupt, welche weiß sind. 
Der Nacken selbst und die 3 vorderen Stacheln braun. Ein schwarzes 
Band, das nach imten an Breite zunimmt, steigt von dem 5., 6. und 
7. Rückenflossenstachel nach dem Bauche hinunter und erstreckt 
sich über aie Bauchflosse und die Afterflossenstacheln Ein 2. schiefes, 
weniger tiefschwarzes Band von den letzten Rückenflossenstacheln 
zur hinteren Hälfte der Afterflosse. — Mauritius, Ostindischer Archipel, 
Schifferinseln, Gesellschaftsinseln, Samoa, sehr selten. 



Lanfende 1 
Nr. 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


D. 


A. 


L.lat 


L. 
transv. 


Ange in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


KOrper 


P.c. 


1. 

2. 


9 057 
9 524 


9,9 

10,3 


12/ 

125 
12/ 
/26 


3/ 
/19 

7l9 


ca. 58 
57 




03/ 
^ 14 

f. 3 


1 
1 


f. 8 

8V4 


P<A 
P = A 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


1. 

2. 


8'/. 
8'A 


f. 3 

f. 3 


8,0 
8,4 


Samoa Insel 
Mauritius 


leidlich gut 
gut 


G-odeffroy 
Moebius 



Die Einzelheiten der Färbung stimmen bei Exemplaren von den 
äußersten Grenzen der Verbreitung genau mit einander überein. Doch 
ist bei jungen Exemplaren das Schwarz des Vorderkopfes nicht so weit 
verbreitet wie es Günthers Figur zeigt. 

Heuiochus chrysostomus Parkinson 
Ruysch, Coli. nov. pisc. Amb. p. 21 tab. 11 fig. 14. 

Chaetodon chrysostomus Parkinson, ap. C. V. Poiss. VII, p. 99 (75). 
Heniochus chrysostomus Cuv., Val. Poiss. VII p. 99 (75); Cuvier, Regne 

arimal, ed. ill. Poiss. tab. 40, fig. 2; Bennett, Zool. Voy. Bloss. 

p. 62 tab. 18 fig. 1; Güncher, Cat. Fish. II p. 11; Günther, 

Fische der Südsee, p. 49 tab. 39 fig. a; Steindachner, Ichthyol. 

Beiträge XVI S. B. Ak. Wien 1893 p. 12, taf. 2, fig. 1; Weber, 

Sibogaexpedition, 1913, p. 310. 
tHeniochus fermutatus Ed. Bennett, ap. C. V. Poiss, VII p. 99 (75). 
Heniochus melanistion Bleeker, Derde bijdr. ichth. Banda, Nat. 

T. N. Ind. VII. p. 98. 
Heniochus drepanoides ThioUiere, ap. Moatrouzier, Fauna Woodlark, 

p. 166. 

Dy])hreutes chrusostomus Bleeker, En. Poiss. Ceram. Ned. T. Dierk. 
II, p. 180 ;'^ Bleeker, Atlas, Chaet. p. 29, tab. IV, fig. 4 [Tau- 
richthys); Bleeker, Chaet. p. 45 (Taurichthys). 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Cliaetodontidae usw. 31 



Sammler 
(Geber) 


Dalli 

Schnede 

Schoedc 

Rohde 
Thilenius 

Dahl 
Thilenius 
Graf V. Bork 

Finsch 
Day. 


Erhaltung 


sehr gut 
sehr gut 

sehr gut 

trocken 

gut 

sehr gut 

sehr gut 

leidlich, 
schlecht 

gut 

gut 
Schaus. 


Fundort 


Ralum 

Thilenius- 

hafen 

Neu- 
Pommern 

Thilenius- 

hafen 

Neu- 
Pomraern 

Neu-Guinea 

Samoa 

Ralum 

Samoa 

Neu-Guinea 
Madras 


Ii 

» s 


7,6 

10,3 

8,8 
9,3 
8,9 
9,4 
12,3 

11,4 


Kopf in 
Körper 


CO CO 

CO CO • • ^ ^ 
.CO CO . CO :;3 :sj . . 


P.C. in 
Körper 


^ ^ _ ^^Ci 
00 00 00 00 05 . 00 00 

o 


Auge in 




V V A V V Ii V A A 


Körper 


00 05 

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Schnau- 
ze 


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Kopf 


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L. 

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Total- 
Ülnge 

t 


9,5 
19 n 

12,9 

11,1 
11,6 
11,1 
11,6 
15,0 

14,0 


Katalog 
Nr.' 


20 491 
20492 

20 492 

14 209 
14 979 
20 491 
20 493 
1273 

12 263 




r-I ci cd lO O !>' 00 05 ö 

y-t 



5. Heft 



32 



Ernst Ahl: 



Heniochus permutatus Jordan u. Seale, Fish. Samoa, p. 346. 

D XII'-XIII (19—) 22—23 (—24), A III 18-19 ( -20), L. lat. 
50—53 (45 nach Günther), L. transv. 10/21—23 (7/25 nach Günther). 

Schnauze wenig vorgezogen, kaum so lang als das Auge; Prä- 
operculum gezähnelt. Uber jedem Auge eine Anzahl kleiner Er- 
hebungen, von denen eine gewöhnlich etwas größer ist; nur bei älteren 
Exemplaren. Der 4. Rückenflossenstachel ist außerordentlich lang 
und hinten mit einer bandartigen Membran versehen, die bis zu seiner 
Spitze reicht. Weiche Rückenflosse hinten rund, Afterflosse in einem 
spitzen WiuKel endigend. Seitenlinie im abgerundeten Bogen, der 
Wölbung des Rückens folgend, bis zur Schwanzflossenbasis. 

Grundfarbe weiß (in Alkohol); ein gebogenes, schwarzes Band, 
vom Nacken durch den liinteren Teil des Auges über das Operculum, 
den Brustflossenstiel zu den Bauchflossen. Ein 2. schiefes Band vom 
3. — 6. Rücker flossenstaohel bis über die hinteren ^/^ der Afterflosse; 
Breite dieses Bandes etwas wechselnd, ein 3. Band entlang der Basis 
der strahligen Rückenflosse, auf die Basis der Schwanzflosse übergehend. 
Oberer Teil der Schnauze schwarz, hinterer Saum der Afterflosse weiß. 
Bei jungen Exemplaren inmitten des schwarzen Bandes auf der After- 
flosse ein schwarzer Augenfleck. Bauchflossen schwarz. • — Länge 
bis 15 cm. — Madras bis Südsee. Wenn diese Art überhaupt in der 
Javasee vorkommt, so ist sie jedenfalls dort selten; denn abgesehen 
von der Angabe vo.i Tjilatjap (Südküste von Java, nach Steindachner) 
ist sie bisher nur bekannt östlich einer Linie Celebes-Flores im Indo- 
australischen Archipel und bis zu den Gesellschaftsinseln, Otaheite 
und Samoa; nirgends häufig. 

Heimatlicher Name auf den Gesellschaftsinseln .,Tihitihi" oder 
„Pene". 

Farbe des lebenden Tieres (nach Jordan u. Seale): 3 dunkel- 
braune Bänder, das 1. schwärzlich, mit weiß abwechselnd; gelblich 
getönt in den Zwischenräumen, Schnauze und Lippen orange; Stirn 
trübe orange mit einem schwarzen medianen Streifen; Rückenflosse 
wie der Körper gefärbt, der hintere Teil und die Schwanzflosse düster 
gelblich; Bauchflossen schwarz; Afterflosse mit einem schwarzen, 
grau eingefaßten Augenfleck in der Mitte der schwarzen Zone, mehr 
ausgeprägt in der Jugend; der lange Rückenflossenstachel schwarz, 
die Spitzen der Stacheln weißlich. 

Farbe des lebenden Tieres /nach Dahl) schwarz und weiß quer- 
gebändert. Schnauze orange yfeiß silberne Binde von vor dem Auge 
bis zur Basis der Bauchflospel!; Eine zweite gelblicliweiße Querbinde 
vor den ersten kurzen Stacheln der Rückenflosse bis zum Ende der 
Stacheln der Afterflosse. Eine 3. über das Ende des langen Rücken- 
flossenstachels und der 4 folgenden über die Schwanzbasis nebst 
Endrand der Afterflossen. Iiis gelblichweiß. Schwanz und hintere 
Rückenflosse gelblich grau (Ralum). 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



33 



Heuioclius iuterincdius Steindachner 

Heniochus mtermedius Steindachner, Ichth. Beiträge XVI, S. B. 
Ak. Wien, 1893, p. 222, taf. 2, fig. 2; Jordan u. Seale, F^sh. 
Samoa, p. 347. 

D XI 25—26, A III 18, L. lat. 45-48, L. transv. 11—12/1/19—22. 

Dorsalstachel mäßig fadenförmig verlängert, hinten mit einer 
breiten, weißen Hautfalte, welche bis zur Stachelspitze reicht. Ein 
gezähnter, ziemlich großer Höcker über jedem Auge nach außen 
gerichtet. Schnauze rüsselförmig vorgezogen, etwas länger als das 
Auge; Präoperculum äußerst zart gezähnt. 

2 Querbinden von braun violetter Färbung am Rumpfe, an den 
Rändern verschwommen; die vordere zieht von der Spitze der 3 ersten 
Rückenflossenstacheln, vorne schwach bogenförmig gekrümmt, 
konvex, zum Bauchrande zwischen der Ansatzstelle der Bauchflossen 
und der Afteröffnung, dehnt sich nach vorne an der Oberseite des Kopfes 
in der Regel bis zur dunkleren, quergestellten Augenbinde und an den 
Seiten des Kopfes mindestens über den ganzen Kiemendeckel aus. 
Unterhalb der Brustflosse nimmt die erste Körperbinde an Tiefe der 
Färbung sowie auch an Breite rabch zu und zieht sich nach hinten 
als mehr oder minder schmaler Saum längs dem ganzen unteren Rand 
der Afterflosse fort, bei einigen Exemplaren, deren Afterflosse hell- 
violett gefärbt ist, auch über den ganzen hinteren ansteigenden Rand 
der Afterflosse. Die 2. Rumpfbinde wie bei H. macrolepidotus, nahe 
unterhalb der Spitze des 5.' — 9. oder 10. Rückenflossenstachels be- 
ginnend. Sie reicht bei keinem Exemplar ganz bis zur Spitze des 
5.^ — 8. oder 5. —9. Rückenflossenstachels hinauf und verliert sich auf 
den 5.^ — 7. letzten Gliederstrahlen der Afterflosse. Die Afterflosse 
selbst ist zuweilen ihrer ganzen Ausdehnung nach gleichmäßig 
schokoladebraun, oder im mittleren Längenteil etwas heller als im 
vorderen und hinteren Längendrittel. Die Bauchflosse ist intensiv 
dunkelviolett gefärbt. Die Oberseite der Schnauze und die Oberlippe 
dunkel goldbraun. Die ganze Schwanzflosse, die obere Hälfte aes 
gliederstrahligen Teiles der Rückenflosse und die Brustflosse bis auf 
einen dimkelbraunen Fleck im vordersten Teile der Strahlen und 
vor deren Basis sind hellgelb, die untere Hälfte der gliederstrahligen 
Rückenflosse orangegelb. Die Unterseite des Kopfes und die ganze 
Brustgegend ist silberweiß, metallisch glänzend. Der große Zwischen- 
raum zwischen den beiden Rumpf binden ist (bald weißlich gelb, 
bald) zitronengelb. - Länge bis 14 cm. — Heimat : Rotes Meer 
bei Suez. 

Heniochus macrolepidotus Linne 

Ruysch, Nov. coli. Pisc. Amb. p 1, 3, 21, 40, teb. 1, fig. 3, tab. 2, 
fig. 4, tab. 20, fig. 4; Renard. Poiss. Mol. I tab. 3, fig. 13, tab. 31, 
fig. 168, II tab. 1 fig. 1 tab. 14, fig. 66 tab. 16, fig. 75; Valentyn, Amb. 
fig. 18, 201, 324, 372, 509; Artedi, Descr. pisc. p. 94, No. 6; Artedi, 
Synon. p. 80 No. 9; Seba, Thes. III, p. 66, fig. 25, fig. 8; Linne, 

Arcliiv für Naturijescbichtb 

1933 A. 5 3 5. Heft 



34 



Ernst Ahl: 



Mus. Ad. Frid. I p. 03, tab. :33, fig. 3; Klein, Miss. Pisc. IV, p. 37, 

tab. ]1, fig. 2; Klein, Miss. Pisc. p. 40, tab. 12. fig. 4; Gronow, Mus. 

II. p. 37, No. 194; Gronow, Zoophyl. p. 69, No. 234. 

iChaetodon acuminatus Linne, Mus. Ad. Frideri. I, p. 63, tab. 23, 
fig. 3; Linne, Syst. nat. ed. 10a p. 273; Linne- Gmelin, Syst. 
nat. ed. 13a, p. 1241; Lacepede, Poiss. IV, p. 455, 479. 

Chaetodon macrolepidotus Linne, Syst. nat. ed. 10a, p. 274; Linne 
Gmelin, Syst. nat. ed. 13a, p. 1247: Bloch, Ausl. Fische III, 
p. 69, tab. 200, fig. 1 ; Bloch u. Schneider, Syst. p. 231 ; Lacepede, 
Poiss. IV., p. 455, 479, tab. 11, fig. 3, tab. 12 fig. 1. 

Chaetodon hifasciatus Shaw, Gen. Zool. IV. p. 342; Gronow, Cat., 
ed. Gray, p. 75. 

"iHeniochis acuminatus Cuv. u. Val. Poiss., VII, p. 98 (77). 

Heniochus macrolepidotus Cuv. u. Val., Poiss., VII, p. 93 (70); Rüppell, 
N. Wirb. Fische p. 31 ; Schlegel, Fauna Japonica, Poiss. p. 82, 
tab. 44, fig. 1; Rieh., Rep. ichth. Chin. Rep. 15th jneet. Brit. 
assoc. p. 246; Bleeker, Verh. Bat. Gen. XXIII Chaet. p. 21; 
Günther, Cat. Fish. II, p. 39; Günther, Fische Südsee, p. 48, 
tab. 37; Klunzinger, Syn. Fische, Rot, Meer, p. ???; Day, Fish. 
Malabar, p. 23; Day, Fish. India, p. 110 tab. 28, fig. 3: Day, 
Fauna Brit. India, II, p. 12; Klunzinger, Fische Roten Meeres, 
p. 58; Günther-Playfair, Fish Sansibar, p. 37; Steindachner- 
Döderlein, Beitr. Kenntnis Fische Japans (II) 1883 p. 24; Macleay, 
Fish. Port Darwin, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales II, 1878 p. 352; 
Jordan u. Fowler, Jap. Chaet. Proc. U. S. Nat. Mus. XXV, 
1903, p. 542; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 346; Jenkins, 
Fish, Haw. in Isl. Bull. U. S. Fish. Comm. XXII, p. 475 (Färbung 
des lebenden Tieres). 

Heniochus acuminatus Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 346; Weber, 
Sibogaexpedition, 1913, p. 310. 

Diphreutes macrolepidotus Cantor, Cat. Mal. Fish. p. 159. 

Chaetodon mycteryzans Gronow, Cat. ed. Gray, p. 76. 

Heniochus diphreutes Jordan, Japanese Fishes Proc. U. S. Nat. 
Mus. XXVI, 1903, p. 694, fig. 3; Jordan, Tanaka u. Snyder, 
Cat. Fish. Japan, Journ. Coli. Sei. Tolcyo XXXIII 1913, p. 212. 
D XI— XII 24—27, A III 16—19, L. lat. 42—46 (—50), L. transv. 

10—11/22—24. 

Schnauze vorgezogen, länger als der Augendurchmesser. Prä- 
operculum gezähnelfc. Der 4. Rückenflossenstachel ist in einen außer- 
ordentlich langen Faden ausgezogen, dessen Membran meistens bis 
an die Spitze desselben reicht. Ein sehr kleiner Höcker über jedem Auge, 
keiner auf dem Nacken. Die Seitenlinie läuft dem Rücken parallel, 
daher vorn stark gebogen, dann fast gerade schief absteigend, am 
Schwänze horizontal bis zur Flossenbasis. Rückenflosse hinten ab- 
gerundet, der stachlige Teil bis zu den Stachelspitzen geschuppt. 
Afterflosse hinten winkelig. Schwanzflosse abgestutzt. 

Körperfarbe (in Alkohol) weiß; die obere Seite der Schnauze 
und ein Querband zwischen den Augen schwarz. Körper mit 2 breiten 



Zur Kenntnis der Knochenfisch familie Chaetodontidae usw. 



35 



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3* 5. Tieft 



86 



Ermt Ahl: 



schwarzen Querbinden; die vordere von den ersten Rückenflossen- 
stacheln über den Rand des Kiemendeckels und die Basis der Brust- 
und Bauchflossen zum Abdomen, und sich über die Bauchflossen 
erstreckend. Diese Binde ist von wechselnder Breite, in dem sie vielfach 
bis zum Anfang der Afterflosse reicht und den Rand dieser Flosse 
außen begleitet. Die hintere Binde steigt von dem 6.— 10. Rücken- 
flossenstachel nach der Afterflosse herab, deren hintere Hälfte sie 
bedeckt. Die strahlige Rücken- und die Schwanzflosse sind hellgelb, 
— Länge bis 20 cm. — Heimat: Weit verbreitet uod häufig, vom Roten 
Meere und der Ostküste Afrikas durch den ostindischen Archipel 
bis an die Nordküste Australiens und die verschiedenen Teile Poly- 
nesiens, 

Der von Jordan als H. diphreutes unterschiedene Fisch stellt 
nicht einmal eine Gegendvarietät des H. macrolejndotus vor. indem 
mir diese Färbungszufälligkeit auch von den veischiedensten Gegenden, 
Ostafrijca und Südsee, vorliegt. Auch kann ich an Hand des mir 
vorliegenden Materials die beiden Formen diphreates und macrolepidotus 
mit schmalem una breitem bis zur Afterflosse reichenden ersten Bande 
restlos verbinden, sodaß derA rt diphreutes meiner Ansicht nach nicht 
einmal der Charakter einer Varietät gebührt. 

Sehr junge Exemplare von 2^2—3 cm haben den Charalcter der 
Tholichthysform : unbeschuppte rauhe Knochenplatten oben am Kopf, 
in der Gegend des Suprascapula. des Humerus, und am Präoperculum; 
letzteres noch mit einer kurzen, breiten, dornartigen A'orragung, 
Die Schnauze ist ferner wenig vorgezogen, daher das Kopfprofil mehr 
gerade, nicht konkav. Der Vorderrücken ist wenig erhaben, sein Profil 
nicht so steil, die Gestalt des Körpers daher nicl t so bucklig, sondern 
mehr länglich oval. Der 4. Rückenflossenstachel ist zwar mehr oder 
weniger verlängert (etwa P/s in der Körperhöhe) aber steif, stechend, 
ohne Faden. 

Einheimischer Name in Japan ,,Kohatate" und ,.Hatatatedai", 
auf arabisch ,,Abu qorn" (Hornfisch), auch ..Kanaf" (wie Platax 
heißt) oder ,,Abu beraq" (Fahnenträger); in Pondichery nennt man 
ihn ,,talparete"; auf Samoa nennt man ihn ,,Laulaufau", und bei den 
Malayen auf Batawia ,,Gayan". — Das Fleisch dieses Fisches soll 
ausgezeichnet sein, von den ansässigen Eingeborenen am Roten' 
Meere wird es nicht gegessen, so wenig als das anderer Chaetodonten, 
höchstens von den Baduinen. 

Trotz des mir vorliegenden großen Materials ist es mir nicht 
möglich, irgendwelche geographische Formen abspalten zu können; 
alle Abweichungen, die man vielleicht findet, kommen ebenso gut 
auch an den verschiedensten Fundorten vor. 

Farben des lebenden Tieres (aus Ralum, nach Dahl): silberweiß; 
schwarz sind Oberseite des Kopfes und ein Querband zwischen den 
Augen über der gelblichen Iris; breite Querbinden von der Bauchflosse 
(incl.) hier sich schmal über den Staehelteil der Afterflosse ausdehnend; 
Über dieBasis der gelbenBrustflosse, denHinterrand desKiemendeckels 
und den kurzen ersten Stachel der Rückenflosse, dann eine breite Binde 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 37 

hintei der Mitte der Körperseiten, den Hinterteil der Afterflosse und 
den mittleren kurzen Stachelteil der Rückenflosse. Gelb sind die 
Schwanzflosse und Hinterteil der Afterflosse mit der geschuppten 
Basis und der Rand zwischen den kurzen Stacheln der Rückenflosse 
bis zu den stark verlängerten, vorn weißen Stacheln. — Eine zweite 
Farbenbeschreibung, ebenfalls von Dahl; weiß mit Silberglanz, auch 
die lange Rückenflosse weiß; schwarz sind: 2 breite Seitenbinden, 
die 1. vom Vorderrand der Rückenflosse mitten über die Brustflossen 
mit den ganzen Bauchflossen über den Endrand der Afterflosse fast 
bis zur Spitze; die 2.' vom 5. —7. letzten Stachel der Rückenflosse bis 
zum Hinterrand der Afterflosse. Gelb sind: Brustflossen, Schwanz- 
flosse und weicher Teil der Rückenflosse. Oberseite des Kopfes grau, 
dahinter das weiß mit gelben Anflug. ■ — Ein Exemplar von Apia zeigte 
im Leben folgende Farben (nach Jordan): Kopf grau; Schnauze 
oben schwarz, ein grauer Streifen zwischen den Augen; kein Okular- 
band; 2 schwarze Bänder; das 1. von den kurzen Rückenflossenstacheln 
über die Brust, Bauchflossen und den ganzen vorderen Teil der After- 
flosse; das 2. die letzten Rückenflossenstacheln und den größten Teil 
der weichen Afterflosse umschließend; ein kurze., weißes Band dahinter ; 
2. Rückenflosse und Schwanzflosse glänzend golden; Brustflossen 
golden; Lippen hell; der lange Stachel weiß. 

Gattung: Hemitaurichthys Bleeker 

Hemitaurichthys Bleeker, Notice sur les genres et sur les especes des 
Chaetodontoides de la soufamille des Taurichthyiformes, Versl. 
en Med. Kon. Ak. Wet. X (1876) p. 5. 

Typus der Gattung ist H. polylepis (Bleeker). Körperform 
elliptisch, Seitenlinie der hohen Wölbung des Rückens, folgend in der 
Mitte abgeknickt, auf den Schwanzstiel fortgesetzt. 11—12 Rücken- 
flossenstachel, 24—25 Strahlen. 60—75 Schuppen in einer Längs- 
linie. Winkel des Präoperculum etwas ausgezogen und schwach ge- 
zähnelt. Schnauze wenig vorgezogen, Zähne klein, bürstenförmig. 
Schwanzflosse sanft abgerundet oder abgestutzt. • — 2 Arten. — Ver- 
breitung der Gattung: Neu- Guinea bis Amboyna, Mauiitiuo. Vielleicht 
vikariierende Arten, doch ist die letztere, H. zoster Bennett, anscheinend 
sehr selten. 

Nahe verwandt mit Heniochus Cuv. u. Val., doch leicht zu unter- 
scheiden durch den nicht verlängerten -1. Rückenflossenstachel. Von 
Chaetodon durch die größere Zahl der Schuppen in einer horizontalen 
Reihe zu unterscheiden; von Microcantus Swainson verschieden durch 
die höhere Anzahl weicher Rücken- und Afterflossenstrahlen sowie die 
schwächere Bezahnung und nicht so stark gezähnten Präopercel. 

Hemitauriclitliys polylepis (Bleeker) 

Chaetodon polylepis Bleeker. Act. Soc. Indo-Nederl. II p. ö-l; Günther, 
Cat. Fish. IL p. 35. 



5. tlell 



38 



Ernst Ahl: 



Tetragono'ptrus folylepis Bleeker, Sept. mem. ichth. Timor, N. T. 
Dierk. I, p. 270. 

Hemitaurichihys folylepis Bleeker, Rev. Chaet. p. 50; Bleeker, Atlas, 
ichth. IX, p. 30, taf. 16, fig. 4. 

D XII 24^25. A III 19—21, L. lat. 60—65, L. transv. 14/28. 

Schnauze leicht vorgezogen, zugespitzt, und kürzer oder ebenso 
lang als das Auge. Das Auge etwa dreimal im Kopf und etwa W/^ma]. 
in der Körperlänge, Kopflänge etwa 3^2 in Körperlänge. Piäoperculum 
rechtwinkelig, Spitze vorgezogen, schwach gezähnelt im Winkel. 
Körper seitlich stark zusammengedrückt, Zähne klein, borstenförmig. 
Weicher Teil der Rückenflosse hinten abgerundet, Afterflosse hinten 
(etwas winkelig) abgerundet. Schwanzflosse steil abgerundet oder 
rundlich abgestutzt. Seitenlinie der Wölbung des Rückens folgend 
bis zur Schwanzflossenbasis. 

Kopf gelblich braun; Körper mit 2 sehr breiten dunkelgelben 
Bändern: das 1. dreieckig vom 3. bis 9. Rückenflossenstachel bis zum 
Kiemendeckel bei der Ansatzstelle der Brustflosse in einem Punkte 
zusammenlaufend; das hintere convex, von den letzten 3—4 Rücken- 
flossenstacheln bis zum Rücken des Schw^inzstieles sich nicht unter 
die Seitenlinie erstreckend. Iris goldig oder rötlich mit gelber oder 
goldiger Pupillenumrandung. — Bei dem mir vorliegenden, allerdings 
stark ausgebleichtem Stück glaube ich eine dunkle Binde wahrnehmen 
zu können, die sich über das letzte Drittel des Schwanzes erstreckt. 
• — Dieser schöne Fisch bewohnt die Meere von Amboina, Timor und 
Neu- Guinea (neuer Fundort). 

Hemitaurichthys zoster (Bennett) (Taf. 2, Fig. 7) 

Chaetodon zoster Bennett, Proc. Comm. Zool. Soc. I p. 61; Günther, 
Cat. Fish. II, p. 33; Bleeker, Chaet. p. 51 (pro parte sub H. 
polylefis) Bleeker, Atlas, p. 31 (pro parte sub H. folylcpis); 
Peters, M. B. Ak. Berlin, 1876, p. 437. 

D XI— XII 24—25, A III 19—21, L. lat. etwa 75. L. transv. 
etwa 46 (16/30). 

Länge des Kopfes etwa 372^^1 in Körperlänge, größte Körperhöhe 
etwa l^/^mal in Totallänge. Augendurchmesser etwa 3^/3 — "^j^ und 
Schnauzenlänge fast dreimal in Kopflänge enthalten. Präoperculum 
rechtwinkelig mit vorgezogener Spitze, schwach gezähnelt ; Körper 
elliptisch, nicht so stark zusammengedrückt, als bei H. pohjlepis. 
Schnauze mäßig vorgezogen, zugespitzt; Zähne klein, borstenförmig. 
Rückenflossenstacheln ziemlich hoch und schlank. Weicher Teil 
der Rückenflosse hinten abgerundet. Afterflosse endet hinten in einem 
abgerundeten Winkel. Die geringste Höhe des Schwanzstieles etwa 
9\/omal in Körperlänge und eUv^ (^^/^ma] in Körperhöhe enthalten; 
Schwanzflosse gr,nz abgerundet. Seitenlinie der Wölbung des Rückens 
folgend bis zur Schwanzflossenbatjii?. 



Zur Kenntnis der Knoeheutischfamilie Cliaetodontidac usw. 



31) 



® 




to 










Auge in 


LaafeiK 
Nr. 


Katalog 
Nr. 


Totallüi 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
transv. 


Kopf 


Schnau- 

ze 


Körper 


P. c 


H. polylepis 1. 


1877 
M. H. 


13,3 


^725 




ca. 60 


14/ 

Iis 


3 


1 


lov, 


P>A 


H. zoster. 1. 


9 474 


18,1 


"/24 


7,» 


ca. 75 


46 


3V3-V4 


1 


ü.ll 


A-V5P 








16?/30? 







Lanfende 1 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
lünge 


Fundort 


ErhaHung 


Sammler (Geber) 


H. polylepis 1. 


9 


37. 


11,2 


Neu-Guinea 


leidlich 
gut 


Vom Hamb. Mus. 
freundl. zur Ver- 
fügung gestellt 


H. zoster. 1. 


914 


3V, 


15,2 


Mauritius 


leidlich 
gut 


Moebins 



Grundfärbung bräunlich schwarz. Kein Okularband. Eine breite, 
silberweiße Mittelzone erstreckt sich vom 6. — 9. Rückenflossenstachel' 
geht an der Kiemenspalte vorbei bis zur Ansatzstelle der Brustflossen 
und erstreckt sich weiter über die Brust und den Bauch bis zur Ansatz- 
stelle des ersten und zweiten Afterflossenstachels. Bauchflossen 
weißlich mit dunkler Querbinde. Schwanzflosse weiß. Brustflossen 
grau. — Heimat: Mauritius. — Länge: über 18cm. 



Gattung: Coradion Kaup 
Coradion Kaup, Chaet. in Archiv f. Naturgesch. XXVI, 1860, p. 146. 

Type dieser Gattung ist C. chrysozomis. Körperform rundlich 
oder winkelig, nahezu vertikale Basis des größten Teiles der weichen 
Rücken- und Afterflosse. Geringe Anzahl, nur 8 — 10 Rückenflossen- 
stacheln, große Zahl, 25 — 30, weiche Rückenflossenstrahlen. Kurze 
kaum sichtbare Zähnchen hinter den dicken wulstigen Lippen. Kleine 
eigentümliche Mundöffnung, hieran beteiligt sich eine Wulstelung 
und Fältelung der verdickten Lippen. Kiemendornen schwach und 
teilweise baumförmig verästelt. Präoperculum gezähnelt. Die Seiten- 
linie mit deutlichen Porenröhren bricht sich winkelig unter dem 
6. Rückenflossenstachel, geht längs des Rückens herab und zieht 
über die Mitte des Schwanzstieles zur Schwanzflosse. 45—50 Schuppen 
in einer Längsreihe. Schwanzflosse rundlich oder abgestutzt. 

2 Arten. Beide Arten kommen, nicht sehr selten, im Bereich der 
Südsee und des Malayischen Archipels westlich von Sumatra vor. 
Wohl mehr der Fauna der ostindischeu Inseln angehörend, und in der 

5. Heft 



40 



Ernst Ahl; 



(australisclien) Südsee nur eingewandert, nach der Häufigkeit der 
Fundorte (Südsee nur Bismarckarchipel) zu schließen. Die Eigen- 
tümlichkeit der Mundöffnung und der Bezahnung weist dieser Gattung 
unter den Chaetodonten eine Stellung an, vergleichbar mit der Stellung 
von Cheiloprion unter den Pomacentridae. Nicht unwahrscheinlich 
wird die Art der Ernährung bei beiden eine ähnliche sein. 

Corndion chrysozonus (Kühl u. v. Hass.) 

Nieuh. Gedenk, v. Zee. en. Lantr. p. 276 fig. 1; Will. Hist. Pisc. App. 
p. 6, tab. 5 fig. 4; Valentyn, Amb. fig. 206. 

Chaeiodon chrysozonus Cuv. u. Val. VII p. 82; Cuvier, Regne animal. 
Poiss. pl. 37 f. 2; Günther, Cat. II p. 34; Kner, Novarafische, 
p. 101; Bleeker, Verh. Bat. Gen. XXIII Chaet. p. 17. 

Chaetodon guttatus Gronow, Syst. cd. Gray p. 71. 

Chaetodon lahiatus Kühl u. v. Hass., Cuv. u. Val. VII, p. 83. 

Tetragonoftrus chrysozonus, Bleeker, Enum. Poiss. Amb. Ned. T. 
Dierk. II. S. 282. 

Coradion chrysozonus Kaup, Arch. Naturgesch. XXVI 1860 p. 146; 
BleeKer, Atlas, IX, p. 25 taf. 14 fig. 5; Weber, Sibogaexp. 1913, 
p. 309; Bleeker, Chaec. p. 37. 

D IX 27— 30, selten VIII 30 und X 26, A III 19—21, L. lat. 42—45, 
L. transv. 10—11/19—23. 

Schnauze eigentlich wenig vorgezogen, einen wulstigen Eindruck 
machend und länger als das Auge. Präoperculum gezähnelt; Schwanz- 
stiel über 8 mal in der Körperlänge enthalten; Auge etwa 3^0 mal 
im Kopf und etwa lO^/gmal im Körper enthalten, bedeutend kleiner 
(etwa ^/^) als der Schwanzstiel ; Kopf etwas über areimal in der Körper- 
länge. Rücken- und Afterflosse abgerundet; die Bcvuchflossen reichen 
bis zum 3. Afterflossenstrahl. 

Schnauze schwärzlich; Okular band von der Rückenflosse durch 
das Auge, an der Kehle mit dem gegenüberliegenden zusammen- 
stoßend und nach hinten verlängert, fast bis an die Basis der Bauch- 
flossen. Bei dem eiiien Exemplar aus dem Bismarckarchipel ein 
schwärzlicher Stirnstreifen. Körper mit 2 sehr breiten Bändern, das 
1., dunkelste, vom stachligen Teil der Rückenflosie zu den Bauch- 
flossen und der Afteröffnung, manchmal soll dieser Streifen oberhalb 
der Brustflosse sich teilen ; der 2. Streifen vom hinteren Teile der weichen 
Rücken- zur weichen Afterflo.-^se, nur wenig sichtbar; Schwanzstie] 
mit einem schwarzen Bande, dessen Breite scheinbar sehr variiert; 
Rückenflosse mit einem schwarzen, hell umiänderten Fleck im weichen 
Teile, dei besonders bei dem hier vorliegenden Stück aus Rahim 
sehr groß ist; Rücken- und Afterflosse mit einer intramaginalen Linie; 
Bauchflossen schwarz. Auf jeder Schuppe ein großer weißer Fleck, 
oesonders deutlich und groß auf dem ersten breitem dunklen Bande. 

Fundirt: gemein in Ba;.awia und Java; Molucl<en und Malayischer 
Archipel. Günther gibt ein Stück aus China an. Neu ist sein Vorkommen 
im Bismarckarchipel, von wo mir ein sehr gutes Stück, gesammelt 
von Dahl, vorliegt. 



Zur Kenutnis der Knochenfischfamilie Cbaetodontidae usw. 41 





Katalog 
Nr. 




Total- 


D. 




L. lat. 


L 


Ange in 


u 




lünge 


A 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


V. c. 


1. 


20 481 




13,8 


/28 


7l9 


42 


/l9 


3V, 




3073 




2. 


1269 




15,1 


7;iO 


7-.1 


42 


10/ 

/20 






1073 


A=74P 




Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fandort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geher) 




1. 


n. 8 


3 


11,3 


Ralum 


sehr gut 




Dahl 






2. 


8V4 


ü. 3 


12,5 


Java 


gut 






? 





Im übrigen scheint die Färbung dieses Fiscbes ziemlicb variabel 
zu sein, wie auch Kner in meinem Werke über die ,,Novarafische" 
angibt. Ich gebe seine Ausführungen deshalb im Auszug wieder. 

Die Vergleichung mehrerer Exemplare liefert den Nachweis, daß 
nicht nur Färbimg und Zeichnung, sondern auch anderweitige Ver- 
hältnisse variabel sein können. Zunächst zeigen sie die Unzuverlässigkeit 
der Ocellen zum Behufe der Artenunterscheidung; so z. B. besitzen 
2 Exemplare den weiß umringten i^ugenfleck an den Gliederstrahlen 
der Rückenflosse, bei einem 3. fehlt aber jede Spur eines solchen. 
JNicht minder differieren die dunklen Vertikalbinden; bei einem reicht 
die unpaarige mediane nur von der Oberlippe bis zu den Narinen, 
bei 2 anderen fast bis zur Augenbinde. Die vom Beginn der Rücken- 
flosse über den Deckel zu den Bauchflossen verlaufende, breiteste, 
schwarze Binde, ist unterhalb der Brustflossen stets einfach, über 
ihnen aber öfters gabelig in zwei schmälere geteilt. Die dritte von der 
weichen Rückenflosse zur Afterflosse herabziehende dunkle Binde 
ist bald so schwarz wie die vorige, bald graulich oder garnicht sichtbar; 
die ihren vorderen Saim bildende weiße Linie zwar bei allen unseren 
Individuen deutlich, sonst allerdings nicht angegeben. Auch der hell 
umringte schwarze Augenfleck an der Schwanzflossenbasis ist von 
ungleicher Größe und geht öfters in eine senkrechte Binde über. 
Endlich reicht die Okularbinde bald nicht bis an die Kehle (wohl 
Verwechslung mit C. melmwpus, den er auch für synonym mit cliryso- 
zonus hält, wie vielleicht auch manch anderer Chrrakter [der Verfasser]), 
bald setzt sie sich sogar längs der Medianlinie des Bauches fast bis zu 
den Bauchflossen fort. Stets sind aber die Zentren der seitlichen 
Schuppenreihen, welche imterbrochene Längslinien bilden, und von 
denen wohl Gronows Benennung quttatus herrührt, von intensiv 
weißer Farbe , die gerade innerhalb der schwarzen Pect oralbinde am 
grellsten erscheint (Fig. 2 auf pl. 38 des Cuvierschen Regne animal 
gibt sie teils zu schwach, teils als bräunliche Striche an). Nicht 



ü. Hert 



42 



Ernst Ahl: 



unerwähnt will ich hssen, daß sich bei der Untersuchung des inneren 
Baues die beiden Individuen mit einem Augenfleck an der Rücken- 
flosse als Männchen, das ocellenlose als Weibchen herausstellte. Sollte 
etwa hierin ein Geschlechtsunterschied liegen, so dürften dann 
vielleicht als solche auch folgende anzusehen sein. Bei beiden Männchen 
zerschmelzen die linke und rechte Okularbinde an der Kehle und setzen 
sich vereinigt am Bauche fort, bei dem Weibchen aber nicht. Ferner 
ist bei beiden Männchen der hintere Rand der Rücken- und After- 
flosse mehr abgerundet, beim Weibchen fast senkrecht abgestutzt und 
endlich reichen die Spitzen der Bauchflossen bei ersteren bis zum 
dritten, bei letzterem bloß bis zum ersten Afterflossenstachel zurück. 

Soweit Kner. Er gibt unter den Synonymen dieser Art auch 
C. melanopus an, den ich unbedingt für art verschieden von chryso- 
zonus halte. Vielleicht stellt sich das ocellenlose Weibchen mit den 
senkrecht abgestutzten Flossen einmal als melanopus heraus. Auf das 
Vorhandensein der Augenflecke glaube ich auch keinen großen Wert 
zu legen, bei den beiden hier vorliegenden Stücken ist der Augenfleck 
bei dem aus Ralum stammenden Stück sehr groß, während er bei 
dem aus Java stammenden Tiere bedeutend kleiner ist. 

Färbung des lebenden Tieres (nach Dahl): Körperseiten mit 2 
weißlichen, oben verschmälerten Querbinden; eine hinter dem Auge 
und eine hinter der Körpermitte ; auf der Mitte der letzteren die Schuppen 
gelb gefleckt.. Dann ein Band vor der Brrstflosse, vor dem Auge 
zur Stirn und über die Schwanzbasis weiß. Schw^arz sind: die Bauch- 
flossen, ein FlecK hinter dem Weiß der Schwanzbasis una ein weißlich 
umzogener Fleck an der Basis der (weichen) Rückenflosse, ein Strich 
über der Basis der Brustflossen und ein Band vom Bauch über das 
Auge oberhalb orange werdend, imd oberhalb des Maules; ein Fleck 
im zweiten Rückenstachel. Orange alles andere, und Brust- und 
Schwanzflossen grau und der Rand der Rücken- und Afterflosse in 
gelb übergehend, und mit einer bläulichen Binde davor eine graue 
gelbgefleckte Binde hinter der Brustflosse. — Einheimischer Name 
des Fisches in Batavia ,,Kepper lawut". 

Zu dieser Art scheinen mir auch 2 Jungfische von etwa 6 mm Länge 
aus dem Hamburger Museum zu gehören; Färbung gelblich mit weißer 
Querbinde vor dem Schwanzstiel, Bauchflossen sehr groß, schwärzlich 
braun. Diese Tierchen stammen aus dem Brackwasser einer Fluß- 
mündung von Neupommern. Doch ist es bei der Kleinheit der Fische 
nicht ausgeschlossen, daß sie einer ganz anderen Art angehören. 

Coradion melanopus (Cuvier u. Valenciennes) 

Chaetodon melanopus C. u. V. VII, p. 84 (64) 1831; Bleeker, Treiz. 

mem. ichth. Amb. Versl. Kon. Ak. vet. XV. p. 25. 
'iChaetodon festivus Desjardins, Proc. Zool. Soc. London J833 p. 177. 
Coradion melanopus Bleeker, Atlas IX 1878 p. 26, taf. 13, fig. 1; 

Bleeker, Chaet.. p. 39. 
Coradion chrysozonus (zum Teil?) Kaup, Archiv f. Naturgesch. 1860, 

p. 147. 



Zur Kenutnis der Knoebenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



43 



Chaetodon chrysozonus ?Kner, Novarafische, p. 102 (s. C. ehr.). 
Tetragonop^rus melanofus Bleeker, Enum. poiss. Amb. in Ned. T. Dierk. 
II, p 282. 

D X25— 27, AIII 17—19, L. lat. etwa 40 (44?), L. transv. (etwa 30) 
9—12/18—20. 

Sclmauze etwas vorgezogen, nicht so wulstig als bei C. chryso- 
zonus und länger (etwa 1^4) als das Auge. Präoperculum schwach 
gezähnelt; Schwanzstiel fast 8 mal in der Körperlänge enthaltend, 
Auge etwa SVg im Kopf und etwa 9^2— ^A^i^l in de^* Körperlänge, 
kleiner als der Schwanzstiel (etwa ^5—^6' Kopf etwa 2^/4 mal im 
Körper. Rücken- und Afterflosse hinten nahezu senkrecht abgestutzt. 

Auf der Stirn ein schmaler schwärzlicher Streifen bis zur Schnauzen- 
spitze. Ein breites dunkles Band vom ersten Stachel der Rückenflosse 
durch das Auge bis zum Interoperculum, nicht auf die Kehle übergehend, 
doch unten zusammenstoßend. Körper mit 2 sehr breiten Bändern, 
das erste vom stachligen Teil der Rückenflosse über den hinteren Rand 
des Kiemendeckels zu den Bauchflossen bis zur Afteröffnung; dieses 
Band teilt sich oberhalb der Brustflosse in 2 fast gleich breite Äste, 
die dann nebeneinander nach oben ziehen. Das 2. Band geht vom 
Anfang der weichen Rückenflosse bis zum Anfang der weichen After- 
flosse. Schwanzstiel mit einem schwarzen Bande. Rücken- und After- 
flosse je mit einem schwarzen, hell umränderten Augenflecken im 
vorderen Ende de? weichen Teiles. Zweiter Rückenflospenstachel 
schwarz. Weicher Teil der Rücken- und Afterflosse mit einer bläulichen 
intramaginalen Linie und grauem Rande. Bauchflossen tief schwarz. 
Die hellen Flecken auf den Schuppen des chrysozonus kaum angedeutet. 
— Heimat : Amboina, Ceram, Molukken, neu für den Bismarckarchipel. 
• — Länge bis fast 12 cm. 



« 

•0 

. 

a, b 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 


3^ 

s 


Nr. 


• 

länge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 


1270 


9,6 


10/ 
/25 


3/ 
/19 


44? 










A=V6P 


2. 


20 480 


10,1 


10/ 
/26 


3/ 
/18 


40 


'/18 


3V2 


1% 


9^/4 





Läufende | 
Nr. 1 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


1. 






8,1 


Ost-Indien 


schlecht 


V. Borck 


2. 


f. 8 


2-^/4 


8,4 


Raliim 


sehr gut 


l>ahl 



Färbung des lebenden Tieres (nach Dahl): weiß, oben mit 
grünlichem Schimmer. Schwarz sind eine Querbinde durchs Auge, 
eine vor und eine hinter der Basis der Brustflosse, letztere beide 

5. lieft 



44 



Ernst Ahl: 



unten auf den ganz schwarzen Bauchflossen verbunden, nach oben 
alle drei gelbbraun werdend; schwarz ferner ein Fleck hinter dem 
zweiten Rückenflossenstachel und ein weiß umsäumtes Auge oben 
an der weichen Rückenflosse und vor der Afterflosse. Eine jederseits 
weiß begrenzte Binde über der Schwanzwurzel. Vor den beiden Augen- 
flecken eine graubraune jederseits breit orangefarbige Querbinde. 
In der Verlängerung der schwarzen Schwanzbinde auf Rücken und 
Afterflossen eine orangefarbige, schwarz und weiß ausgelegte Querbinde. 
Rückenflosse grünlich grau. Brust- und Schwanzflosse durchscheinend 
grau. Iris bei orange reich gelblich. 

Gattung: Cliaetodoii (Artedi) Linne 

Chaetodon Ärted% Genera, 1738. p. 51 (zahlreiche Arten, der zuerst 

erwähnte gehört zu Pomacanthus). 
Tetragonoftrus Klein, Historia. Pisc. 1744, p. 37 (viele Arten, 

striatus usw.). 

Chaetodon Linne, Systema Natur^e, 10. ed. 1758, p. 222 (umfaßt alle 

bekannten Chaetodontidae). 
Chaetodon Cuvier, Regne animal, 2. ed. 1829, p. 189 (striatus, carfi- 

stratus, L Beziehung des Namens auf die gegenwärtige Gruppe). 
Rahdophorus Swainson, Class. Fishes, II, 1839, p. 21 (efhif'pium, 

Schuppen der unteren Hälfte in nahezu horizontalen Reihen). 
Citharoedus Raup, Archiv f. Naturgesch. XXVI, Pt. I, 1860, p. 141 

(meyeri, Schuppen der unteren Hälfte des Körpers in horizontalen 

Reihen, Schuppen klein). 
Zymo/)Äom Kaup, Archiv f. Naturgesch. 1860 XXVI, I {auriga, Schuppen ' 

in Reihen laufend abwärts und rückwärts). 
Sarothrodus Gill, Proc. Ak. Nat. Sei. Phila. 1862, p. 238 (Chaetodon 

Cuvier, nec Artedi; Ersatz für Chaetodon, der letztere Name auf 

Pomacanthus übertragen). 
Tholichthys Günther, Ann. Mag. Nat. Hist. 1868, p. 457 (osseus, 

Larvenform). 

Tetragonoptrus Bleeker, Rev. Familie Chaetodontoides. 1877 p. 52 
(striatus, Schuppen unten in horizontalen Reihen; stachlige 
Rückenflosse nicht mehr als die Hälfte länger als die ^weiche). 

Chaetodontops Bleeker, Rev. Familie Chaetodontoides, 1877 p. 53 
(Schuppen unten in absteigenden Reihen). 

Henüchaetodon Bleeker, Rev. Familie Chaetodontoides 1877. p. 53 
(capistratus, Schuppen unten laufend abwärts und rückwärts 
mit den oberen einen Winkel bildend). 

Lepidochaetodon Bleeker, Rev. Familee Chaetodontoides 1<S77 p. 54 
(ummaculatus, Schuppen vorn sehr vergrößert). 

Gonochaetodon Bleeker, Rev. Familie Chaetodontoides. 1877, p. 54 
(triangulum, Körper sehr hoch, die Basis der hinteren Hälfte 
d*^r weichen Riiokeiiflosse uad Afterflosse veitikal). 

Oxychaetodon Bleeker, Atlas Ichth. Chaet. 1877/78 p. 51 (lineolalus, 
Schui)pen sehr groß, Schnauze zugespitzt). 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



45 



Anisochaetodon Klimzinger, Fische des Roten Meeres, 1884 p. 54 
(auriga). 

Megaprotodon Guichenot, Rev. Zool. 1848 p. 12 (hifascialis). 

Eteira Kaup, Aich. f. Naturgesch. XXVI. 1860 p. 147 (triangularis). 

Körper kurz, tief, seitlicli zusammengepreßt, Kopf klein., meist 
gänzlich beschuppt; Schnauze kurz oder von mäßiger Länge. Maul- 
spalte klein, endständig, die Kiefer .bestanden mit verhältnismäßig 
langen schlanken, biegsamen borstenähnlichen Zähnen; keine Palatin- 
zähne. Vomer manchmal mit Zähnen besetzt; Präoperculum leicht 
gezähnelt oder ganzrandig; ohne Stacheln; eine einzige, zusammen- 
hängende Rückenflosse, der stachlige Teil teilweise beschuppt (Flossen- 
scheide), der strahlige Teil vielfach bis zum Randsaum mit feinen 
Schuppen bedeckt, 11 — 15 Stacheln in der Rückenflosse; kein Stachel 
der Rückenflosse besonders verlängert. Afterflosse mit 3' — 4 Stacheln, 
Beschuppung ähnlich der Rückenflosse. Körper mit ziemlich oder 
mäßig großen Schuppen bedeckt, die etwas unregelmäßig angeordnet 
sind. Kiemenöffnungen ziemlich eng, die Membranen eng mit dem 
Istmus verbunden. 6 Kiemenhautstrahlen. 

Eine sehr große Gattung eigenartiger und schöner Fische. Kaup 
hat als erster eine Unterteilung der großen Gattung Chaetodon versucht, 
aber nur zum Teil mit Glück. So auffallend auch die Anordnung 
der Zähne ist, z. B. bei Chaetodon [Ciiharoedus Kaup) trifasciatus M. P. 
wegen des auf die vordere Seite der Kiefer beschränkten platten Zahn- 
bündels, so gibt es doch auch alle Übergänge, in dem die Zähne mehr 
und mehr auch auf aie Seiten der Kiefer sich erstrecken, wie bei den 
übrigen von Kaup als Citharoedus aufgeführten Arten, die sich von den 
Chaetodon Kaups im engeren Sinne oft kaum unterscheiden lassen. 
Besser erscheint mir Bleekers Einteilung hauptsächlich nach Größe, 
Gestalt und Anordnung der Schuppen in Verbindung mit anderen 
Merkmalen. Doch zeigt auch dieses System seine große Mängel, indem 
man die einzelnen Gruppen zum Teil durch Zwischenformen verbinden 
kann. Doch scheinen mir die von Bleeiier angegebenen Mericmale 
den natürlichen Verwandtschaftsverhältnissen am meisten Rechnung 
zu tragen. Ich habe auch noch versucht, die Gestalt der Schuppen 
mit heranzuziehen, habe mich aber von der Unmöglichkeit überzeugen 
müssen. Dasselbe gilt von den Kiemendornen, die bei einigen Arten 
sogar zur Charakteristik der Unterarten (z. B. Chaetodon trifasciatus 
M. P.) herangezogen werden können, bei den meisten Arten aber 
vollkommen versagten. Ebenso führte auch der Vergleich der Anzahl 
und Anordnung der Schuppen auf dem Kiemendeckel zu keinem 
Ergebnis. 

Die Gattung Megaprotodon Guichenot = Eteira Kaup steht der 
Untergattung Gonochaeiodon Bleeker so nahe, daß ich sie auch nur als 
Untergattung von Chaetodon betrachten kann. Da auch bei Chaetodon 
trifasciatus, welcher Art Chaetodon (Megaprotodon) strigangulus in der 
Zahnbildung am meisten sich nähert. (Citharoedus Kaup) die Zähne 
allein zur Bildung einer Gattung nicht genügen, so bleibt als Eigen- 

5. neft 



Ernst Ahl: 



tümlichkftit der Gattung Megaprotodon nur die Zahl der Stacheln und 
Strahlen in der Rücken- und Afterflosse (4 Afterflossenstacheln). 

Was die unterscheidenden Merkmale der einzelnen Arten anbetrifft, 
so muß ich hierzu bemerken, daß diese Tiere sich, rein morphologisch 
betrachtet, ohne die Zeichnungen und Färbungen zu beachten, ver- 
hältnismäßig wenig unterscheiden. Die Schuppen und Flossenformen 
stimmen bei einer großen Anzahl von Arten völlig überein, vielfach 
ist auch die Art und Anordnung der Beschuppung sehr ähnlich, sodaß 
eine Anzahl Autoren, insbesondere Bleeker, eine große Anzahl von Arten 
eingezogen haben. Nach der Durcharbeitung eines sehr großen Materials 
von Chaetodonten bin ich nun im Gegensatz dazu zu dem Ergebnis 
gekommen, daß im großen und ganzen viel zu wenig Arten unterschieden 
werden. Ich möchte hier nur auf ein Merkmal hinweisen, das augen- 
scheinlich bisher von keinem einzigen Forscher zur Artunfcerscheidung 
innerhalb der Gruppe Chaetodon herangezogen worden ist, und das 
ist der Verlpuf der Seitenlinie. Es ist doch wohl ausgeschlossen, daß 
innerhalb einer und derselben Art 2, 3 oder gar 4 verschiedene Aus- 
bildungsvveisen dei Seitenlinie sich entwickelt haben, sodaß man dieses 
Merkmal sehr gut zur Artunterscheidung gebrauchen kann. Nur einen 
Nachteil hat diese Methode: Es ist sehr schwer, fast unmöglich, den 
Verlauf der Seitenlinie in Worten so zu schildern, daß er beim Bestimmen 
der Fische von großem Wert ist. Wenn man aber in der Lage ist, 
eine Anzahl von Alten nebeneinander zu vergleichen, fällt es bei 
einiger Übung sehr leicht, an Hand der Verlaufs der Seitenlinie fest- 
stellen zu können, ob die Tiere artverschieden sind oder nicht. Ein 
anderes gutes Merkmal bildet auch das Stirnprofil und die Ausbildungs- 
weise der Schnauze und des Kopfes, doch ist es mit diesen Merkmalen 
genau so wie mit den oben angeführten, sie erfordern eine gewisse 
Kenntnis und vor allem Vergleichsmaterial. Sehr charakteristisch 
für die Chaetodonten ist die Ausbildimg der Zeichnung des Körpers, 
die sich auch in Alkohol sehr gut erhält. Ich habe nun die Beobachtung 
machen können, daß innerhalb der einzelnen Arten die Zeichnung 
so gut wie garnicht variiert, daß sie im Gegenteil sehr konstant und 
daher für die Art charakteristisch ist. Bei einer Anzahl von Arten, 
die man bisher nur als Varietäten einer Art ansah, habe ich mit Hilfe 
der oben angegebenen Merkmale nachweisen können, daß wir es hier 
mit gut zu unterscheidenden Arten zu tun haben. Ich habe deshalb 
auch großen Wert auf die Angaben der Zeichnung gelegt, da ich glaube, 
dadurch eine Erleichterung der Bestimmung zu geben. 

Die Gattung Chaetodon kann man leicht folgendermaßen einteilen: 
Untcrgattunjr: Chaetodon s. str. 10—16 Stacheln in der Rückenflosse, 
3 — 4 Afteif lossenstacheln. Schuppenreihen des Unterkörpers 
schräg aufwärts oder horizontal oder abwärts führend, manchmal 
ein winklig auf die oberen treffend, jedoch nicht in einem größeren 
Winkel als 45 Grad. 

Gruppe I. Ovale Körparform. Schuppen regelmäßig gerundet, 
Schuppenreihen der unteren Körperhälfte horizontal oder nur 
wenig schräg ansteigend. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



47 



Sektion A. („Citharoedus'' Kaup). Staclilige Rückenflosse 
nur wenig länger als die weiche und mit 12 Stacheln. Kopf- 
profil stumpf; Zahnbündel nur im vorderen Teile der Schnauze. 
h. lat. etwa 50—55, weiche Rücken- und Afterflosse stumpf 
und abgerundet. 

Sektion B. (,,Rabdophorus'' Swainson). Stachelige Rücken- 
flosse fast zweimal so lang als die weiche, und mit 12 
bis 16 Stacheln. 

Gruppe IL Mehr rhomboide Kör per form, Schuppen regelmäßig 
abgerundet und in Längsreihen angeordnet. Alle diese Arten 
haben den Schädel mehr oder weniger zugespitzt; die stachelige 
Rückenflosse kaum l^/^maX länger als die weiche; diese letztere 
und die Afterflosse stumpf und abgerundet, 3 Stacheln in der 
Afterflosse und 10 — 14 Stacheln in der Rückenflosse. 
Sektion C. {,,Chaetodon' Cuvier). Horizontale oder nur wenig 
schräge Anordnung der Schuppenreihen unter der Seitenlinie. 
Sektion D. {„Paracoradion' E. Ahl). Schuppen klein, etwas 
schräg nach oben und hinten ansteigend. Stachelige Rücken- 
flosse kürzer als die weiche. L. lat. etwa 50, Schwanz ein- 
gekerbt, Rücken- und Afterflosse stark abgerundet. Körper- 
form rund. 

Sektion E. („Hemichaetodorh' Bleeker). Schuppen regel- 
mäßig gerundet, etwa 45 Reihen. Längsreihen der Schuppen 
schräg und schnell nach hinten absteigend. 12 Rücken- 
flossenstacheln. 

Sektion F. {„Chaetodontops'' Bleeker). Die Arten dieser 
Sektion sind bemerkenswert durch die Anordnung der Längs- 
reihen der Körperschuppen, die alle in einer Linie oder Kurve 
sehr schräg gegen den Rücken ansteigen Ihr Körper nähert 
sich mehr der ovalen Form als der rhomboiden, und alle 
haben die weiche Rücken- und Afterflosse stumpf und ab- 
gerundet. Der stachlige Teil der Rückenflosse viel weniger 
als die Hälfte länger. 
Gruppe III. Durch die Schuppenbildung eines mehr oder 
weniger großen Kör per abschnitt es ausgezeichnet; der hintere 
Schuppenrand schräg abgerundet in einem stumpfen Winkel. 
Diese Schuppen sind viel größer als die anderen, ihre Längs- 
reihen wenig bestimmt, aber ihre transversalen Reihen im 
Gegensatz dazu stark ausgeprägt. Die Angehörigen dieser 
Gruppe haben einen rhomboiden Körper" 11^ — 13 Rücken- 
flossenstachel, 3 Afterflossenstachel und niemals mehr als 
45 Schuppenreihen zwischen dem Kopf und der Schwanzflosse. 
Sektion G. {„Lepidochaetodon'' Bleeker). Die großen un- 
regelmäßigen Schuppen nehmen nur den vorderen Teil des 
Körpers ein, die Mitte und der hintere Teil des Körpers haben 
regelmäßige gerundete Schuppen, die in regelmäßigen Längs- 
xeihen angeordnet sind. 

5. Heft 



48 



Ernst Ahl: 




Chaetodon 



Chaetodontinae 

Stammbaum der Untergattungen, Gruppen und Sektionen 
der Gattung Cliaetodoii. 



Sektion H. („Linophora'' Kaup). Die großen unregeJmäßigen 
Schuppen nehmen den vorderen und mittleren Teil des 
Rumpfes ein. Gewöhnlich 13 Rückenflossenstachel, seltener 
11, 12, 14; Schnauze spitz. 

Sektion T. („Oxychaetodon'' Bleeker). Die großen irregulären 
Schuppen nehmen den ganzen Rumpf ein, und lassen den 
kleinen, regelmäßigen Schuppen nur Platz auf dem Schwanz 
und der Brustgegend. Die Arten haben ein sehr spitzes Maul 
und niemals mehr als 35 senkrechte Schuppenreihen. 



Zur Kenntnis der Knochenflschfamilie Chaetodontidae usw. 



49 



Untergattung: Oonochaetodou Bleeker. Unregelmäßige Form der 
Schuppen, deren Reihen einen spitzen Winkel in der Mitte der 
Körperhöhe bilden, 11 Rückenflossenstacheln, weiche Rücken- 
flosse spitzwinkelig und hinterer Rand senkrecht. Schnauze kurz. 
Untergattung: Megaprotodon Guichenofc. Körper oval, stachelige 
Rückenflosse um das Doppelte länger als weiche. Schuppen 
schräg abgerundet, und deren Reihen einen stumpfen Winkel 
bildend, etwa 25 Schuppenreihen. Vomer zahnlos. Die äußere 
Zahnreihe länger als die inneren. 14 Rückenflossenstacheln. 
4 (sehr selten 5) Afterflossenstacheln. 
Untergattung: Chaetodon. 
Sektion Citharoedus Kaup. Stachlige Rückenflosse nur wenig 
länger als die weiche und mit ]2 Stacheln. Kopfprofil sehr 
stumpf; L. lat. etwa 55, weiche Rücken- und Afterflosse 
stumpf und abgerundet. 

Chaetodon meyeri Bloch u. Schneider 
Valent. III. p. 455 f. 347; Renard, Poiss. Mol. fig. 25 fig. 135. 
Chaetodon meyeri Bl. Sehn., Syst. ichth. p. 223; Cuv. Val. Hist., Nat. 

Poiss. p. 19 (15); Cuvier, Regne Animal, Poiss. pL 37 fig. 2 p. 106; 

Günther, Cat. II p. 13; Bleeker, Act. Soc. Sei. Ind. Neerl. I. 

Visohs. Amb. p. 38. 
Citharoedus meyeri Kaup, Archiv f. Naturgesch. p. 141. 
Tetragon/)ptrus rneyeri Bleeker, Atlas, IX p. 32 XVI, fig. 5; Bleeker, 

Chaet. Verh. Ak. Amsterdam XVII, 1871, p. 55; Bleeker, Onz. 

not. ichth., Ternate, Ned. T. Dierk. I p 234. 
Holacanthus fJavo-niger Lacep , IV, p. 529, 538, pl. 33, fig. 2. 

D XII 23—25, A III 20-21, L. lat. 50— 54. L. transv. 9 (10) 
22—25. 

Schnauze stumpf, aber länger als der Augendurchmesser; Prä- 
operculum kaum gezähnelt. Vertikale Flossen, hinten abgerundet, 
kaum winkelig. Seitenlinie zieht in einem ruhigen Bogen der Wölbung 
des Rückens folgend, dann unter den letzten Stacheln der Rücken- 
flosse einen scharfen Knick nach oben bildend und von da schräg 
abwärts in der Richtung auf das Ende der Rückenflossenbasis, aber 
schon ungefähr nach ^/g der weichen Rückenflosse' aufhörend. Nur 
im vorderen Teil der Schnauze ein plattes Zahnbündel. 

Körper, Kopf und Ilossen mit bogigen schwarzen Streifen, einer 
über die Unterlippe; der zweite rund um die Schnauze. Der 3. vom 
Nacken durch das Auge fast bis zur Basis der Bauchflossen; diese 
Streifen sind hellgelb eingefaßt; der vierte geht vom ersten Rücken- 
flossenstachel bis zur Suprascapula (bei einigen Exemplaren kaum 
angedeutet); der fünfte am oberen Ende der Rückenflosse, geht dann 
abwärts über das Präoperculum und von hier am Bauche entlang 
und durch die Basis der Afterflosse, der sechste geht konzentrisch 
mit dem vorigen, berührt das Ende des Operculum und die Wurzel 
der Brustflossen und zieht sich dann fort bis zum oberen Teil des 
Schwanzflossenstieles, der 7., 8. und 9. sind ebenso gebogen, und strahlen 

Archiv für Naturgeschichte 

1923: A.. 5. 4 5 Heft 



50 



Ernst Ahl: 



von der Brust flossenwurzel aus; Schwanzflosse mit 2 schmalen Bändern; 
Opprculum mit einem vertikalen weißen Strich; Bauchflossen hell; 
Afterflosse mit 2 Streifen, von denen der äußere eine hellere Mittel- 
zone zeigt. — Heimat: Molukken, Ostindien, neu für Bismarckarchipel 
und für Ostafrika. • — Länge bis 153 mm. 



Katalog 
Nr. 



Total- 
lange 



L. lat. 



L. 
transv. 



Aage in 



Kopf 



Sehn an- 



Körper 



P.C. 



20 387 
20 387 
13 636 
13 636 
11 774 
1223 
20 386 



8.8 
13,5 
13,1 
14,7 
13,9 
11,5 
14,6 



12/ 
12" 

12'r^ 

12/ 
/23 



3/ 


52 




50 


/2I 


54 


/20 


52 


I20 


53 


3/ 


52 


/2O 


52 



/25 



/23 

. 2.3 
/23 



3 

3V3-V2 
ü. 3 

3V3 
f. 3 

3V3 

3V4 



1 

1 

173 

1V5 



9V, 
11 

ü.lO 

IIV3 
IOV3 
102/3 
IOV3 



e 














1 Laufenc 
Nr. 


P.C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 



8/, 

83/, 
SV. 

8^3 

8 

8V4 



3V5 

3V3 
3V,-V2 

3V3-V2 



7,3 
11,3 
10,6 
12,2 
11,4 

9,5 
12,2 



Rai um 
Raium 
Jaluit 
Jaluit 
Jaluit 
Ost-lndieii 
MikindaniÜ.O.Arrika 



sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 

gut 
leidlich 
sehr gut 



Dahl 
Dahl 
Steinbach 
Sreinbach 
Finsch 
V. Borck 
Grote 



Färbung eines lebenden Tieres aus Kalum (nach Dahl): Rücken 
mit einzelnen braunen Flecken. Körperoberseite grau bis zum Auge 
mit etwa 6 gebogenen dicken Bändern. Stirn schwarzgrau. Kopf 
mit grüngelben und schwarzen Querbinden; eine gebogene schwarze 
Binde hinter dem Maul und eine durchs Auge; Schwanz grüngelb mit 
abwechselnd oiangefarbener und schwarzer Querbinde und durch- 
sichtigem Ende; Rückenflosse mit orange nach hinten gelben Rand, 
etwas schwarz und dann hinten grüngelb mit orange Punl(t binde; 
Brustflossen durchscheinend mit gelber Basis, Bauchflossen gelb; 
Afterflosse von außen gelb, schwarz mit gelblicher Mischung, orange, 
gelb, schwarz, gelb. Kiemendeckel mit gelber Binde, ebenso neben 
dem Bauch. — Ein anderes Exemplar von demselben Fundoit hat 
folgende Farbenbeschreibung: Seiten hellgrau mit gebogenen schwarzen 
Längsbinden; durchs Auge und über die Schnauze ein schwarzes und 
gelb begrenztes Querband; Kopf oben grau. Bauch und Brustflossen 
gelb. Rücken und Schwanzflossen schwarz, gelb und orange. Hintere 
Rückenflosse mit 2 schwarzen Bändern und dazwischen Orangeflecken, 
Schwanz mit 3 schwarzen Bändern und dazwischen Orangelinien. 
Afterflosse schwarzgelb gerandet und gebänaeit. Rücken vorn grünlich 
mit Orangeflecken. 



2ur Kenntnis der Knocbenfischfarailie Chaetodontidae usw. 



51 



Das mir vorliegende Stück aus Mikindani, Deutsch- Ostafrika, 
unterscheidet sich nur wenig von den anderen mir vorliegenden Stücken. 
Mir ist überhaupt bei dieser Art aufgefallen, daß die Länge und An- 
ordnung der Bänder etwas variiert, auch bei Tieren von demselben 
Fundort, sodaß man hierauf bei dieser Art wohl kein großes Gewicht 
legen daif Bei diesem Stück nun ist die hinter der Augenbinde gelegene. 
Binde etwas breiter als bei sämtlichen anderen Stücken, ebenso ist 
auch die Bänderung der Afterflosse etwas breiter, sodaß die gelbe 
Grundfarbe derselben nur wenig in schmalen Linien zur Ansicht 
kommt. Doch sind diese Unterschiede zu gering und vielleicht auch 
zu wenig konstant, um den Tieren hierauf einen Charakter als Unter- 
art zusprechen zu können. 

Chaetodon ornatissimus Solander 

Chaetodon ornatissimus Solander, in Cuv. u. Val. Poiss. VII p. 22 (17); 
Lesson. Zool. Voy. Coquille II p. 179 Atl. Poiss. tab. 30 fig. 1 
(nicht gut); Bleeker, Act. Soc. Sei. Ind. Neri. II. Achtste bijdr. 
vischf. Amb. p. 55; Günther, Cat. Fish. II, p. 15; Günther, 
Fische Südsee, p. 38, taf. 30 fig. B; Kner, Zool., . Novarafische, 
p. 98; Jordan u. Seale, Fish. Samoa, p. 345; Seale Bishop 
Museum, 1901, p. 100; Jenkins, Fish. Hav. Isl. Bull. U. S. Fish. 

• Comm. XXII, p. 472 (Färbung des lebenden Fisches). 

Chaetodon ornatus Gray, Zool. Mise. p. 33, 1834; Griff., Anim. Kingd. 
X. p. 323, taf. 20. 

Citharoedus orantissimus Kaup, Chaet. Arch. f. Naturgesch. XXVI 

I, p. 141. 

Teiragonoptrus ornatissimus Bleeker, En. Poiss. Amb. Ned. T. Dierk. 

II, p. 282; Bleeker, Atlas, Chaet. p. 32, taf. 13, fig 2; Bleeker, 
Chaet. p. 57. 

D XII 24—27. A III (19—) 21—23, L. lat. 50—56, L. transv. 
10—11/24—25. 

Schnauze stumpf, kaum vorgezogen, mit etwas eingedrücktem 
oberen Profil, so lang oder etwas kürzer als der Augendurchmesser; 
Auge etwa dreimal in der Kopflänge und etwa 10' — 10^/4 mal in der 
Körperlänge enthalten. Kopflänge etwa 373- — 3^2 in der Körperlänge. 
Präoperculum fein gezähnelt ; Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet 
oder mit einem abgerundcuen Winkel ; Schwanzflosse gerade abgerundet ; 
die geringste Höhe des Stieles größer als der Augendurchmesser und 
etwa 8' — 8^4 mal in der Körperlänge und etwa 6 — 6V4nial in der größten 
Körperhöhe. Seitenlinie in gleichmäßigem Bogen der Rückenwölbung 
folgend bis unter die letzten Rückenflossenstacheln, wo sie, nach einer 
scharfen Ausbuchtung nach oben, nach unten abbiegt, auf das Ende 
der Rückenflossenbasis zu läuft, aber noch davor aufhört. 

Kopf mit 6 vertikalen schwarzen Bändern; das 1. quer über die 
Unterlippe, das 2. rund um die Schnauze, das 3. ist das Okularband, 
das bis auf die Brust reicht; das 4. Band ist eine schmale Binde über 
das Präoperculum, welche sich als schwarze Randlinie entlang der 
ganzen Schuppenscheide der Rückenflosse fortsetzt; die 5. geht über 

4* S.FTeft 



52 



Ernst Ahl: 



das Operculum; und die 0. am Rande der Kiemenspalte; die 3 ersten 
leuchtend gelb gerändert (in Alkohol). Körper mit 6^7 schiefen 
orangefarbener grau geränderten Bändern, die nach hinten ansteigen. 
3 parallele, gelbe (in Alkohol) Bänder erstrecken sich zwischen der 
Brustflosse und der Kehle. Rückenflosse mit schwarzem Bande 
nahe am Rande, dann ein weißes Band, und ein sehr schmaler schwarzer 
Sanm; Afterflosse mit einer breiten schwarzgrauen (in Alkohol) Binde, 
dahinter einem gelben, und dann einem schwarzen Endsaum. Schwanz- 
flosse mit einem schwarzen Bande in der Mitte und einer schwarzen 
Binde vor dem hyalinen Endsaum. Bauchflossen hell. — Heimat: 
Hawai, Samoa, Tahiti, Guam, Neu- Guinea, Ravotonga, Ostindien, 
Molukken bis Polynesien. — Länge bis 170 mm. 

fliaetodon ornatissimus Sol. var. Kaupi E.Ahl v. n. 
Kaup beschreibt in seinem Artikel über Chaetodonten im Arch. 
f. Naturgesch. 26 p. 142 eine Varietät, der er aber keinen Namen 
beilegt, und die ich deshalb zu Ehren des Beschreibers var. Kaupi 
benenne. Er beschreibt sie kurz folgendermaßen: D XIII 21, A III 20 
mit mehr wagerecht gehenden Längsstreifen. Augenstreifen nur bis 
zur Spitze der Brust, 2. nur zum Rande des Opercels. Heimat ist nicht 
angegeben. 



Katalog 
Nr. 



Total- 
länge 



A. 



L. lat. 



L. 
transv. 



Auge in 




Schnau- 






Kopf 


ze 


KOrper 


P. C. 


3 


1 


102/, 

9-'/, 


P>A 


f. 3 


S<A 


P>A 


3 


ü. 1 




P>A 


ca. 3 


1 


11 


P>A 


3 


1 




P>A 



6 269 
20 388 
15011 
15 011 
18 280 



12,1 
9,9 
14,0 
14,8 
12,7 



12/ 



/2-2 

„'23 
'/21 



55 
53 
56 
55 
50? 



JO/ 
/2 



l25 



10/ 



.25 



P. C. in 

Körper 



Kopf in Körper- 
Körper 1 länge 



Fundort 



Erhaltung 



Sammler ^Geber) 



7^/4 


3V3-V. 
3V3 


10,0 


Samoa 


8 


8,3 


Rai um 


8V4 


ü. 3V, 


11,6 


Samoa 


f. 8V, 


37.3-7= 


12,4 


Samoa 


ü. 8 




10.5 


Matupi 



selir gut 
sehr gut 

gut 
sehr gut 
sehr gut 



Godeftroy 


typ. 


Dahl 


typ. 


Tliilenius 


tyi), 


Thileiiius 


typ. 


Heinroth, Mencke 


typ. 



Fälbung des lebenden 'Lieres (f. typ., nach Dahl) Kopf von 
vorn schwarz, gelb, schwarz, gelb, schwarz (durchs Auge) gelb, quer- 
gebändert. Ein Stirnfleck vor dem Auge olivengräiilich; 3 senkrechte 
schwärzliche Streifen auf dem Kiemendeckel, der hintere schmal, 
am Rande, der vordere nach oben in einen seitlichen Rückenstreif 
sich fortsetzend. Körperseiten orange und grav schräg gebönaert 
(6) graue Bänder, die 2. und 4. Orangebinde über der Basis der Brust- 
flosse verbunden, die 5. und 0. uncerbrochen, vorn nach dem Kienien- 
deckel eich hebend. Rücken und Bauch gelfclich, Bauch- und Brust- 



Zur Kenntnis der Knocheufischfamilie Chaetodoutidae usw. 53 



flössen orange. Alle anderen Flossen schwarz, gelb, schwarz, nur 
\orn fehlt das Schwarze meistens und am Schwanz der Eanc' grau 
(Stück aus Ralum). 

Färbung nach Jordan u. Scale: Farben eines lebenden Stückes 
von Apia grau; Kopf und Brust golden, 5 ocer 6 schwarze vertikale 
Streifen über dem Kopf, die Zwischenräume gelb, diese alle parallel 
mit dem Okularband, welches am breitesten ist; 3 orange Bänder 
vor der Brustflosse; f) schräge Streifen am Körper auf\\äits und rück- 
wärts reich orange braun; ein 7. Streifen von dunkelbrauner Farbe auf 
d r Aftetflosse, die eingefaßt wird von einem schmalen schwarzen 
Streifen, dann einem gelben und dp.hinter einem schwarzen; Rücken- 
flosse mit 2 gelben und 1 schwarzem Streifen, Schwanzflosse mit 
2 schwarzen Streifen und 1 trüben gelblichen Streifen dazwischen; 
Basis der Flosse grau; Bauch flösse golden. Bru>.tf Josse trübe orange; 
Brust vorn schwarz beim Zusammentreffen der Okularbänder. 

In Otaiti wird c<ieser Fisch nach Solander ,,parahah" gen8nnt, 
während Lesson und Gar not den Namen ,,parara outou" angeben, 
Auf Samoa wird er ,,Tifitifi a'au" genannt (nach Jordan). 
Sektion: RahdnpJwrus Swainson 

Körperform oval, Schuppen regelmäßig gerundet; horizontale 
oder nur wenig schräge Längsreihen der Schuppen der unteren Körper- 
hälfte. Stachlige Rückenfk'sse fast zweimal so lang als aie weiche, 
und mit 1? — 16 Stacheln. 

Chaetodon blackburui Desjardins 
Renard f. 22, No. 121. 
Chaetodoyi hlackhurni Desjardins, Compt. Rend. Soc. Hist. Nat. Isle. 
de France; Cuvier Regne animal, Poiseons, pl. 37, fig. 3; Günther, 
Cat. Fish. II, p. 32. 

D XVI 22, A III 16—17, L. lat.« 43, L. transv. 7/18. 

Schnauze leicht vorgezogen, so lang oder wenig länger als der 
Augendurchmesser. Präopr>rculum am unteren Rande unbestimmt 
gezähnelt. Rücken und Afterflosse hinten mit nahezu rechtem ab- 
gerundetem AVinkel. Schw^anzflosse abgestützt, der Stiel niedrig und 
etwa llVgmal in d'^r Körperlän^e und etwa 7 mal in der größten Körper- 
höhe enthalten. Kopf etwa .^^^mal in der Körperlänge. Seitenlinie 
in hohem Bo^en bis zum Knd^ d^r Rück^nfloss^nbasis. 



Laufende i 


Katalog 
Nr. 


Total- 
läDge 


D. 


A. . 


L. lat. 


L. 
tran&v. 


! 

i Auge in 


j Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. C. 


1. 


9 468 1 9,9 


J6/ 




43 


7.« 1 3 


1 


f. 11 


Pf. = A 




Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Kürper- 
ränge 


Fiirdort 


Erlialtung 


Sammler 
(Geber) 








1 8,2 


Mauritius 


gut 


Moebius 



Chaetodon hlackhurni Desj. 

5. Heft 



54 



Ernst Ahl: 



Das Okularband, etwas schmaler als das Auge, geht vom ersten 
Eückenflossenstacliel bis zum Rande des Präoperculum. Schnauzen- 
spitze schwarz. Der vordere Teil des Körpers hellfarbig, nach hinten | 
zu dunkler werdend und die weiche Rückenflosse, Afterflosse und den 1 
dazwischen liegenden Teil des Schwanzstieles schwarz färbend. Un- 
gefähr sechs schmale dunkle Streifen steigen von Kopf und Brust 
schräg nach hinten an. Bauchflosse und Schwanzflosse weiß (in 
Alkohol). — Fundort: Mauritius. — Länge etwa 10cm. 

€liaetodoii luctuosus Cuv. u. Val. 
Chaetodon luctuosus Cuv. u. Val.. Poiss. VII p. 37; Quoy u. Gaimard, 

Voy. Freyc. Zool. p. 382; Günther, Cat. 2 p. 33. 
Citharoedus luctuosus Kaup, Chaet. Arch. f. Naturgesch. XXVI 

1860 p. 142. 

D 14—17, A III IG. 

Schnauze kurz, stumpf, und gleich dem Augendurchmesser. 
Körperform ähnlich dem Chaetodon trifasciatus. Körper braunschwarz 
(nachgedunkelt?) mit schmalen Längsstreifen (Cuv.). ■ — Heimat: 
unbekannt. 

Chaetodon plebejus Broussonet 

Linne Gmelin, p. 1299. j 
Chaetodon flehejus Broussonet, ap. Cuv. Val., Poiss. VII p. 68 (84); I 
Günther, Cat. II. p. 5; Günther. Fische Südsee. p. 35 taf. 32 1 
fig. B; Day, Fish. Ind. p. 104 taf. 26. fig. 3; Day, Fish. Brit. ^ 
India II p. 3; Steindachner, Ichth. Beitr. XVI, S. B. Ak. Wien 
1893 p. 13; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 345. 
D XIV 17— 19, A (III?) IV— V 15—17 L. lat. 43—45, L.transv. 
6-7/(13—) 15—17. 

Schnauze ziemlich kurz, nicht so lang wie das Auge; Präoperculum 
kaum gezähnelt. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Schwanz 
rundlich abgestutzt. Schuppenreihen laufen horizontal. Die Seiten- 
linie ist nur schwach gebogen und geht bis zum Ende der Rücken- 
flossenbasis. 

Augenbinde schmaler als das Auge, am vorderen und hinteren 
Rand hell (blau?) eingefaßt und reicht von der Höhe des Nackens 
bis zum unteren Rande des Interoperculum. Ein großer, sch%\'arz- 
brauner Augenfleck am Schwanzstiel. der nach vorne noch ein wenig 
über denselben hinausragt und von einem hellen (bläulichen?) Ring 
umschlossen ist. In der Mitte der weichen Rücken- und Afterflosse 
eine gelbliche Binde, die sich nach vorne bei der stachligen Rücken- 
flosse mehr oder minder weit erstreckt. Weiche Rücken- und After- 
flosse mit einem hellen Saum. Schwanzflosse mit breitem hellem 
Randsaum, der nach vorne durch eine schmale, dunkle Querbinde 
abgeschlossen wird, ein sehr großer, längs ovaler matt dunkler Fleck, 
stets länger als der Kopf und in seiner größten mittleren Höhenaus- 
dehnung höher als das Auge, liegt ungefähr zwischen der 5. 
bis 30. Schuppenreihe der Seitenlinie, die aen Fleck in seiner Länge 



l J 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie (Jhaetodontidae usw. 



55 



durchläuft. ■ In der Mitte jeder Schuppenreihe liegt eine schmale 
Binde oder fleckenreihe. — Heimat: Südsee, Neu-Guinea, Indien?, 
selten. — Länge etwa 10 cm. 



Laufende 
Nr. 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


I). 


A. 


L. lat. 


L. 
transv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 


9 727 

12 261 


10,0 
10,1 




k 


44 
43 


!/ic 


2^/4 
f. 3 


V, 
1 




P<A 
P=A 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Körper- 
höhe 


Erhaltung 


Fundort 


Sammler 
(Geber) 


1. 

2. 


10^', 
9V2 


3\2 
3^3 


8,4 
8,45 


4,6 
4,9 


gut 
leidlich gut 


Viti Inseln 
Neu-Guinea 


Godeffroy 
Finsch 



Die Anwesenheit von i — 5 Afterflossenstacheln würde die JNot- 
wendigkeit ergeben^ diese Art zur Gruppe Megaprotodon zu stellen; 
doch zeigt sie in allen anderen Merkmalen, daß sie ein echter Chaetodon 
ist. Auch durch dieses Bindeglied erweist sich aie Hinfälligkeit der 
Gattung" Megaprotodo7i. 

Chaetodon maculiceps (Ogilby). 

Megaprotodon maculiceps Ogilby, New Fish, Proc. R. Soc. Queensland 
23, 1910 p. 14. 

DXIV 18, A IV 15, L. lat 46, L. transv. 6/15. 

Schnauze leicht vorgezogen und stumpf zugespitzt. 1,25 im 
Augendurchmesser. Präopeiculum gezähnelt. Schuppen mäßig groß, 
die in der Mitte des Körpers etwas größer als die vorderen Schuppen 
imd viel größer als die auf dem Schwanz, die schnell nach hinten an 
Größe abnehmen. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet, 
Schwanzflosse schwach gerundet. Brustflosse zugespitzt. 

Färbung (in Alkohol): hellrötlich, mit 5 ziemlich breiten dunklen 
Längs binden, die der Wölbung des Rückens folgen über der Seiten- 
linie, und 12 viel schmaleren Linien unterhalb derselben; ein großer, 
schwarzer elliptischer Fleck bedeckt den mittleren Teil der Seite von 
oberhalb der Mitte der Brustflossen bis unterhalb des vorderen Drittels 
der weichen Rückenflosse; ungefähr 2/3 desselben sind unter, der Rest 
über der Seitenlinie; ein großer, ovaler, schwarzer Fleck an der Seite 
des Schwanzes, teils unter dem Ende der weichen Rückenflosse und 
teils auf dem Schwanzstiel, über dessen oberes Ende er sich ausdehnt, 
aber dessen unteren Rand er nicht erreicht. Okularband geht von 
kurz vor der Rückenflosse durch das Auge zum Interoperculum, am 
dunkelsten oben, und etwas unterbrochen durch einen helleren Flrck, 
wo es den Nacken verläßt. Operculum mit mehreren großen dunkel- 
braunen Flecken. Weiche Rücken- und Afterflosse je mit einem 

5. Heft 



56 



Ernst Ahl: 



schmalen dunklen intramarginalen Band, welches sich auf der ersteren 
bis zu den hinteren Strahlen ausdehnt; Schwanzflosse mit :einem 
breiten hellbraunen Basalband und einem dunkelbraunem, 'etwas 
bogenförmigen mittleren Band. — Fundort: Moreton Bay. — - Länge 
7,5 mm. 

Chactodon trifasciatus Mungo Park (typ.). 

Valentyn, Amb. Fig. 93, 450; Renard. Poiss. Mol. I tab. 30 fig. 10; 
Seba, Thes. III. p. 101, tab. 29, fig. 10. 

Chaetodon trifasciatus Mungo Park, Trans. Linn. Soc. III 34 (1792); 
Jordan u. Scale, Fish of Samoa, p. 344,; Waite Ree. Austr. Mus. 
V p. 32; Weber, Sibogaexp. 1913 p. 304; Lac, Poiss. IV p. 495; 
Günther, Playfair, Fish. Sansibar p. 34; Jenkins, Fish. Hawai, 
Isl. Bull. U. S. Fish. Comm. 23 p. 475 (Färbung des lebenden 
Fisches); Day, Fish. Brit. India, 1889 p. 2; Klunzinger, Fische 
Rot Meeres 1884, p. 56; Sauvage, Hist. Nac. Madaoaskar p. 254 
(1891). 

Tetragonoptms trifasciatus Bleeker, Atlas, Chaet. 35, tab. 15; Bleeker 
Chaet. p. 63. 

Chaetodon vittatus Bloch u. Schneider, Syst. Ichth. 227, 1801. 
Chaetodon vittatus Günther, Fische Südsee, p. 41 ; Günther. Cat. II 

p. 23; Beechey, Voy. Zool. p. 61 pl. 17 fig. 3; Ouv. u. Val. VII 

p. 34 (26); Bleeker, Verh. Batav. Gen. XXIII Chaet. p. 18; 

Klunzinger, Syn. Fish. Rot. Meer p. 114; Day Fish. Ind. p. 103 

pl. 27. fig. 5 (1876); Kner, Nowarafische, p. 100; Bennett, Voy. 

Blossom. Zool. p. 61, tab. 16 fig. 3. 
Chaetodon tau-niqrum Cuv. Val., Poiss. VII p. 32 (29); Günther, Cat. 

Fish. II, p. 32; Günther, Fische Südsee, p. 47. 
Chaetodon austriacus Rüppell, N. Wirb. JBische, p. 30 taf. 9. 
Chaetodon ovalis Thiollieie, Fauna, Woodlark, p. 164 (1857). 
Chaetodon j)e'pek Montrouzier, Fauna Woodlark, p. 16^. 
Chaetodon trifasciatus var. arahica Steinaachner, DeiiK. Ak. AVien, 71, 

p. 138, pl. 2 fig. 3 
Chaetodon Klunzingeri Kosmaan u. R'iuber, Zool. Erg. Reise Rot. 

Meeres, 1877, p. 13. 
Chaetodon hellus Sol. M. SS. 

Citharoedus vittatus K.^up, Chaet. Arch. f. Naturgesch. 26, 18f0, ]). 142. 
Citharoedus austriacus Kaup, Chaet. 1. c. p. 142. 
Citharoedus taunigrum Kaup, Chaet. 1. c. p. 142. 
Sarothrodus vittatus Bleeker, Trois. Mem. Ichth. Halmahera Ned. T. 
Dierk. I p. 156. 

Tetragonoptrus vittatus Bleeker, Onz. Not. Ichth. Ternate Ned. T. 
Dierk. I p. 234. 

D (XIL-) XIII (-XIV) (20-) 21 (-23), A III (18-) 20 
(—21), L. lat. (30?—) 38. L. transv. 5/13. 

Schnauze kurz, stumpf, ungefähr 2/^ bis ^/^ d s Augendurch- 
messers. Piäoperculum ein ganz klein wenig gezähnelt. Rücken- 
und Afterflosse enden hinteji in einem abgerimdeten W inkel. Kiemen- 



Zur Kenntnis der Knocbenfischfamilie Cliaetodontidae usw. 57 

dornen ziemlich gleich groß. Seitenlinie steigt in schrägem Bogen gegen 
den Rücken an, und bricht unter der weichen Rückenflosse völlig ab, 
tritt jedoch (allerdings wenig sichtbar) in halber Höhe des Schwanz- 
stieles längs 5 — 6 Schuppen wieder zutage. 

Färbung (in Alkohol) (typ.): Körper mit vielen schwarzen Streifen, 
den Schuppenreihen folgend, der Streifen unmittelbar unter der Seiten- 
linie manchmal mit einem etwas stärker angedeuteten punktartigen 
Fleck (der nicht breiter als der Streifen selbst ist). Streifen sind bis 
unterhalb der Körpermitte scharf ausgeprägt. Schnauze schwarz. 
Stirn dunkel. Okularband vom Nacken durch das Auge bis über die 
Brust schmaler als das Auge. Hinter dem Okularband noch ein 
schmaler Streifen bis zum Präoperculum oder eine Spur darüber. 
Okularband beiderseits und der schmale Streifen dahinter vorne weiß 
begrenzt, eine schwarze goldumränderte Binde an der Basis der Rücken- 
flosse reicht etwas auf den Schwanzstiel. Schwanzstiel dunkelgrau. 
Auf der Schwanzflosse eine schwarze, heller eingefaßte Binde. An 
der Basis der Afterflosse eine schwarze, goldumränderte Binde, After- 
flosse schwärzlich, mit hellem Randsaum. Auf der weichen Rücken- 
flosse zwei schmale dunkle Streifen. Bauchflossen hell. - Heimat: 
Südsee von Hawai bis Sumatra. — Länge bis 12 cm. 

Chaetodou trifasciatus Park subsp. caudifasciatus subsp. n. 

Kiemendornen alternierend, indem zwischen je zwei größeren 
ca. 1^ — 2 kleinere stehen. 

Grundfarbe (in Alkohol) bei allen mir vorliegenden Exemplaren 
etwas heller als bei der subsp. typ., die auf den Schuppenreihen entlang 
laufenden Längsstreifen sind schon etwas oberhalb der Körpermitte 
nicht mehr so deutlich sichtbar als bei der subsp. typ. Der schwarze 
Streifen hinter dem Okularbande etwas breiter. Die bei der Haupt- 
form nur angedeutete fleckartige Verbreiterung des direkt unter der 
Mittellinie liegenden Längsstreifen sehr stark ausgeprägt. Kopfbinden 
nicht so scharf begreazt und so hell eingefaßt als bei der Südseeform. 
Schwarze Binde an der Rückenflossenbasis nicht so scharf eingefaßt, 
etwas heller, sich fast bis über den ganzen Schwanzstiel erstreckend. 
Hinter dieser Binde der Schwanzstiel scharf weiß abgesetzt, nicht 
grau wie bei der Hauptform. Schwarze Binde der iVfterflosse nur 
an der Basis goldig weiß umgrenzt, nicht so breit, Afterflosse hell, 
weißlich, gegen den Rand bezw. den hellen Endsaum zu etwas dunkler 
werdend; die bei der Stammform auf dem Nacken zusammenfließende 
Okularbinde oben offen bleibend, verschwindend. ■ — Fundort: West- 
küste Sumatras über Madagaskar bis Ostküste Afrika, . 

ChaetodoD trifasciatus Park, subsp. austriacus Rüppell 

Mundpartie schwarz, auf der Stirn und Hinterstirn drei bis vier 
schwarze Quer- und Schräglinien, die obersten ein Dreieck bildend. 
Okularband etwas breiter als bei der Stammform vom ersten Stachel 
der Rückenflosse an beginnend und auf der Brust zusammenstoßend. 
Das dahinterliegende Band bedeutend breiter als bei der Südseeform 



6. Heft 



58 



Ernst Ahl: 



Die den Schuppenreihen folgenden dunklen liängsstreifen sind ober- 
halb der Körpermitte nach hinten verbreiteit. Der längliche Fleck 
des unterhalb der Seitenlinie liegenden Streifens außerordentlich groß, 
Afterflosse schwarz, an der Basis gelb umrandet. Schwanzstiel und 
Schwanzflosse schwarz, letztere mit breitem, hellem Endsaum. Weiche 
Kückenflosse nur an ilirem äußeren Rande eine breite schwarze Binde 
mit hellem Flossensaum. Kiemendornen alternierend, groß und klein, 
mit ziemlich starken Größendifferenzen. — Fundoi-t: Rotes Meer. 

Cliaetodoii trifasciatiis Park subsp. sirabica Steindachner 

Schnauze kurz, stumpf, ebenso lang oder imbedeutend länger 
als das Auge. Zähne haarförmig, auf die vordere Seite der Kiefer be- 
schränkt, Rücken- und Afterflosse mit elliptisch gerundetem hinteren 
Winkel. 

Grundfarbe des Kopfes und Rumpfes kirschrot mit einem 
schwachen Stich ins gelbliche. Tiefer rote liängslinien am Rumpfe, 
der Richtung und der Zahl der Schuppenreihen entsprechend. Mund- 
spalte bis zur Schnauzenspitze ringsum schwarzbraun und zwar nach 
hinten bis zu dem vertikal gestellten weißlichen Streif, der die gleich- 
falls schwarzbraune Augenbinde nach vorne unterhalb des Auges 
begrenzt. Die Okularbinde ist nur wenig schmäler als das Auge, nament- 
lich in dem unter letzterem gelegenen Teile und reicht nach oben von 
der Occipital- Gegend an mit der Binde der entgegengesetzten Seite 
vereinigt, bis zum Ende der Rückenflosse. Die hinter der Oiailarbinde 
gelegene und von dieser durch einen schmalen Längsstreif von weiß- 
licher Färbung getremite, nur wenig schmälere schwarzbraune Vorder- 
deckelbinde setzt sich am Rumpfe anfänglich als schmalen Saum über 
die Schuppenscheibe der Rückenflosse fort, nimmt im weiteren Verlauf, 
der Höhenzunahme der Schuppenscheide gegen den letzten Rücken- 
flossenstachel entsprechend, allmählich an Breite zu und dehnt sich 
zuletzt über den gliederstrahligen Teil der Flosse bis zu dem weiß 
gesäumten freien Rand der Strahlen aus. Ohne Unterbrechung ver- 
breitet sich diese schwarzbraime Färbung herauf über die ganze Höhe 
und Länge des Schwanzstieles, sowie über den größten Teil der 
Schwanzflosse, die nur im hinteren Längendrittel oder -viertel eine 
wässrig gelbe Randzone zeigt, die dui'ch einen intensiv gelben Streif 
nach vorne scharf abgegrenzt wird. Die Färbung des unteren Rand- 
teiles des Rumpfes mit Einschluß der Afterflosse entspricht genau 
jener des obersten Rand.teiles des Rückens und dessen Flosse, indem 
die samtartige braunschwarze Färbung sich über die Gliederstrahlen 
der Afterflosse bis zum freien Flossenrande sowie über die Schuppen- 
scheide der Afterflossenstachel hinabzieht, zugleich aber nach oben, 
merklich weiter über den Rumpf sich fortsetzt, als es in entgegen- 
gesetzter Richtimg unterhalb der Rückenflosse der Fall ist. Ein 
schwefelgelber Streif trennt die schwarzbraune Färbimg am Schwanz- 
stiele und der Afterflossengegend scharf von der Grundfarbe des 
Rumpfes, weniger scharf ist dieser Streif im oberen Verlaufe der 
schwarzen Binde unterhalb und vor dem gliederstrahligen Teile der 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



59 



Rückenflosse ausgeprägt. Ungefähr 40 Schuppen in gerader Linie 
zwischen dem hinteren Kopfende und der Basis der Schwanzflosse. 

— Fundort: Arabische Küste bei Macalla. — Länge etwa 16cm. 

Unter dem Namen C. tau-niqrum hat Cuv. einen kleinen Fisch 
beschrieben, der sich als die Jugendform von G. trijasciatus heraus- 
gestellt hat. Ich habe sämtliche Übergänge von dieser Form zur 
Färbung des ausgewachsenen Tieres vor mir. 

Das Okularband ist schmal; das dahinterliegende schmale Band 
nicht vorhanden oder nur angedeutet. Auf den Schwanz zwischen 
dem Ende der Rücken- und Afterflossen befindet sich eine schwarze 
Linie, an welche sich ein schwarzes Dreieck anschließt, sodaß das 
ganze die Figur eines liegenden T. bildet. Alle Flossen blaß. Längs- 
streifen des erw^achsenen Tieres schon vorhanden, doch meist in Punkte 
aufgelöst. Afterflosse manchmal mit schwärzlichem Saum. Die hier 
beschriebene Form ist das Jugendstadium der subsp. t3rp. und der 
subsp. caudiiasciaUis. 

Unter dem Namen C. trifasdatus var. Klunzingeri beschreiben 
Koßmann u. Räuber einen kleinen Fisch, von dem mir leider kein 
Exemplar vorliegt, von dem die Verfasser jedoch eine leidliche Abbildung 
liefern. Diese genügt, um zu erkennen, daß es sich bei diesem Fisch 
um die Jugendform der subsp. austriacus handelt. 

Es fehlt bei diesem Fisch gänzlich sowohl die schwp.rze Färbung 
der Mundgegend als auch die schwarze Binde hinter dem Augenband 
des Erwachsenen. Die Augenbinde ist oberhalb des Auges gelb gesäumt. 
Ein orangegelber Fleck auf der Stirne ohne schwarze Quer- und Schräg- 
linien. Die Rückenflosse hat keine schwarze Binde. Afterflosse schwärz- 
lich. Schwanzflosse schwärzlich, an der Wurzel gelb, Schwanz schwarz, 
mit einem gelben Fleck, dicht beim Ende der Rückenflosse. Der 
Rumpf ist überall mikroskopisch fein blau punktiert; die Punkte 
rücken zu 13^ — 14 Längsbändern zusammen. Länge 3 cm. 

Färbung des lebenden Tieres der subsp. typ. (nach Jordan u. Seale) 
nach einem Exemplar von Apia: Orange, oben grauer, mit vielen violett 
blauen Streifen; Kopf mit schwärzlichen Linien, Stirn braun; ein 
goldner Streifen, dann das Okularband, dann ein weißlicher Streifen, 
hinten gelb, dann bräunlich, weißlich und purpurschwarz, der schwarze 
Streifen parallel mit dem Okularband; die stachlige Rückenflosse 
hellgelb mit einer purpurnen Binde dahinter; die weiche Rückenflosse 
gelb, schwarz, gelb, violett, giaupurpur, violettgrau, die Außenseite 
(.remebraun, das schwarz von gold umgeben; Schwanzstiel schiefer- 
farben, dann weißlich, golden, schwwz, golden, und durchscheinend, 
das schwarz ein breites Band bildend ; Afterflosse mit einem goldenen 
Streifen an der Basis, dann schwarz, auf den Stacheln stark braun 
werdend, dann golden, dann dunkelbraun, dann golden, die schwarze 
Zone von gold umgeben, wie bei der Rückenflosse; Brust golden mit 
einem schwarzen Fleck; Bauchflossen golden; Brustflossen bleich, gelb. 

— Ein anderes Stück von Ralum (nach Dahl:) Körperseiten orange 
mit 14 violetten in der Mitte deutlicheren Längsstreifen; Kopf von 
vorn schwarz, gelb, schwarz (durchs Auge) gelb, weiß, schwarz, (bei 



5. Heft 



60 



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Zur Kenntnis der Knochenftschfamilie Chaetodontidae nsw. 61 



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5. Heft 



62 



Ernst Ahl: 



den letzteren schmal iind nur in der Mitte) Bauch und Rücken mit 
Flossen gelblich. Weiche Rückenflosse im Anfang (gelb) orangerot 
(bläulich), gelb, weiß, orangegefleckt (bläulich) gelbweiß, gelb, schwarz, 
(nach hinten erweitert) gelb. Schwanzflosse grau, gelb, schwarz, gelb, 
gelbweiß; Afterflosse gelb, orangeschwarz, orange, schwarz-gelb, 
(das schwarz vorn in orange übergehend). Rand des Kiemendeckels 
orangerot, Iris schwarz vorn und hmten gelb. Dazu noch eine Farben- 
beschreibimg desselben Autors: Körperseiten weißgrauorange mit 
violetten Längsstreifen. Schwarz s^nd: Vorderende des Kopfes, Quei- 
binde über das Auge und eine schmälere über dem Kiemendeckel nach 
oben verlängert; Querbinde über die Schwanzflosse und Rundbinde 
der Basis der After- und hinteren Rückenflosse; beide Binden nach 
vorn schmäler; gelb sind: Querbinde vor und hinter dem Auge; Be- 
grenzung des schwarz der Rückenflosse, innere Begrenzung der 
schwarzen Afterflossenbinde und äußere der Schwanzbinde. Orange- 
gelb die andsre Begrenzung der beiden letzten schwarzen Binden. 
Orangerofc : Rand des Kiemendeckels, des Bauches in der Aftergegend 
und das Ende der hinteren Rückenflosse. Schwarzorange: After- 
flosse, vorn mit gelbem Rand; grau: Basis und Endrand der Schwanz- 
flosse; gelblich: Rückenflosse. 

Färbung des lebenden Tieres der subsp. austriacus (nach Klun- 
zinger): Farbe zitronengelb mit etwa 13 schwärzlichen bis violett 
schwarzen Längsstreifen, wovon die unteren und oberen etwas bogig 
sind; die vierte d3rselben meist gegen hinten zu in einen länglichen Fleck 
erweitert. Die Gegend um den Mund, eine bogige Binde, die schmäler als 
das Auge ist, über den Nacken, durch das Auge zur Kehle und Brust, 
ferner eine noch schmälere bogige Binde vom vorderen Teil der Rücken- 
flosse hinter dem Auge vorbei an dem Winkel des Vordeckels: tief- 
schwarz. Die schmalen Zwischenräume zwischen diesen Bändern 
gelb. Stirn und Hinterstirn gelb mit drei bis vier schwarzen Quer- 
und Schräglinien, Rückenflosse gelb, Rand des weichen Teils mit 
einer schwarzen Binde und orangefarbenem Endsaum. Afterflosse 
tief schwarz mit hellgelber Basallinie und orangefarbenem Saum. 
Schwanz und Schwanzflosse schwarz. Die breite Randzone der 
letzteren weißhyalyn oder rosa. • — Auch Rüppell gibt in seinem Werke 
eine Farbenbeschreibung des Fisches, von dem ich nur einige ergänzende 
Auszüge der Farbenbeschreibung, die Klunzinger nicht angibt, wieder- 
gebe. Er spricht von 11 schmalen grauen Streifen, aie sich über dem 
Körper hinziehen; von den^n der vierte von oben gezählt nach hinten 
zu sich etwas erweitert. Brustflossen rosenrot, Bauchflosse zitronen- 
gelb; schwarze Binde der Rückenflosse orangegelb gesäumt; die drei 
ersten Stacheln und der freie Rand der Afterflosse orangegelb. Oben 
und unten am Seitenrande der Schwanzflosse ein gelber Fleck 
(wohl nur individuelle Abweichimg; Klunzinger erwähnt diese 
Flecken nicht, auch kann ich bei einem Exemplar nichts dergl. ent- 
decken). Der hintere rosenrote Rand der Schwanzflosse durch einen 
gelben Streifen von der schwarzen Basis derselben getrennt. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfarailie Chaetodontidae usw. 



63 



Einheimischer Name des Fisches in Baiavia ,,Kepper-lawut", in 
Samoa „Tifitifi tala". 

Der von Blyth als Chaetodon Layardi beschriebene Fisch (Kelaart, 
Prodrom. Faun. Zeylon. Append. p. 50) soll nach Day auch ein 
Chaetodon trijasciatus sein. 

Chaetodon limulatus Quoy et Gaimard (spec. duh.). 
Chaetodon lunulatus Quoy et Gaimard, Zool. Voy. Freyc. p. 391. 
D XIII 21, A III 19. 

Schnauze stumpf, Rücken gerundet, ebenso wie seine Flosse, 
die ziemlich erhöht ist. Schwanzflosse abgestutzt. Schuppen groß, 
die Seitenlinie fast gerade, wendet sich nach oben und endet gegen 
die hinteren % der Rückenflosse. Die Farbe dieses Chaetodon ist 
ein wenig silbernes weiß, mit feinen braunen Längsstreifen. Die 
Wangen werden durchschnitten von einer senkrechten, schwarzen 
Binde, die durch das Auge geht. Die Schwanzbasis ist bedeckt von 
einem schwarz und weißen Augenfleck. — Länge 1 Zoll (pouce). — 
Fundort: Sandwichinseln. 

Chaetodon melanopterus Guichenot 
Chaetodon melanopterus (Guichenot) Maillard, Notes sur File de la 
Reunion, Fauna, ichth. p. 6; Günther Plajrfair, Fishes Sansibar, 
p. 34; Sauvage, Hist. Nat. Madagaskar, p. 256 pl. 29 fig. 4.; 
Boulenger, Fish. Muscat, Proc. Zool. Soc. London 1878 p. 657. 
D XIII 21—22, A III 22 (28), L. lat. 32. 

Schnauze ebenso kurz als bei Chaetodon trijasciatus \ aber das 
Profil seines Kopfes ist schräger, seine Rücken- und Afterflosse sind 
abgerundet und hoch, was dem Körper des Fisches eine fast kreisrunde 
Gestalt gibt, dergestalt, daß seine ganze Länge gleich seiner Breite 
ist, Kopf und Schwanz nicht mitgerechnet. Die Zähne dieser Art 
sind spitze Borsten, wie bei den anderen Arten dieser Gattung. Prä- 
operculum gezähnelt. Die Grundfarbe dieses Chaetodon ist gelb, mit 
braunen Streifen in longitudinaler Richtung, und überall übersät mit 
sehr kleinen schwarzen Punkten, die den Körper wie mit Sand bestreut 
erscheinen lassen. Die Gegend um den Mund, das Okularband und 
eine ihm parallele Linie, die sich vom ersten Rückenflossenstachel bis 
zum Operculum hinzieht, sind schwarz; alle diese Bänder haben eine 
gelbe Einfassung. Aber was diesem Fisch einen sehr unterschiedlichen 
Charakter gibt, ist die vollkommen schwarze Färbung seiner senk- 
rechten Flossen; nur der äußerste Rand der Schwanzflosse ist gelb, 
wie es auch der Rand ist, der die Basis der Afterflosse begrenzt. Die 
Bauch- und Brustflossen sind auch gelb. — Fundort: Reunion und 
Muscate, Seychellen, Aden. 

Günther gibt eine ziemlich abweichende Farbenbeschreibung 
seiner Exemplare von Aden an: Grundfarbe des Körpers glänzend 
gelb mit dunkleren Längsstreifen, den Schuppenreihen folgend. Bei 
allen seinen Stücken ist keine Spur der Punktierung des Körpers, 
wie sie Guichenot angibt, zu finden. Die Schnauzenspitze ist schwarz, 

5. Heft 



Etnst Ahl: 



ebenso das Okularband und ein anderes parallel mit ihm laufendes 
vom J. Rückenflossenstachel zum Winkel des Präoperculum ; das 
Olmlarband ist schmaler als der Augendurchmesser und dehnt sich 
rund um die Brust aus. Die senkrechten Flossen sind ganz schwarz, 
außer den Enden der stachligen Rücken- und Afterflosse, die gelblich 
sind und dem letzten Viertel der Schwanzflosse, das weiß ict. 

Zu dieser Ait gehört wahrscheinlich ein mir vorliegendes Jung- 
fischchen von 2,2 cm Länge von den Seychellen. Es zeigt die typische 
Jungfischzeichnung der C. trijasciatus ,, Gruppe" (taunigrum) am 
Schwanzstiel, unterscheidet sich aber von den typischen Stücken 
dieser Art durch die fast fehlende, in Längsstreifen angeordnete 
Punktierung des Körpers, die man nur bei aufmerksamer Betrachtung 
ganz wenig angedeutet findet, und die weniger aus Punkten bestellt, 
als vielmehr eine (kaum sichtbare) helle Längsstreifung erkennen läßt. 
Ferner ist die Basis der Rückenflosse etwas dunkler und die Afterflosse 
ziert ein, gegen die Basis hin breit gesäumtes weißes Band von schwarzer 
Farbe und ziemlicher Breite; das Okularband reicht nur bis zum Prä- 
operculum. Flossen dunkel. 

Chaetodon fallax sp. n. 

Chaetodon modestus Jordan u. Fowler (nec Schlegel), Japanese 
Chaet. Proc. U. S. Nao. Mus. XXV. 1903 p. 535. 
D XII 25, A III 21, L. lat. 46, L. transv. 4/14. 

Schnauze voi gezogen, zugespitzt; Auge etwas größer als die 
Schnauze und 2^/3 im Kopf, Maul klein, Rückenflossenstacheln ungefähr 
gleich lang vom 3., der 1. und 2. kürzer; weiche Rückenflosse mit 
einem stumpfen Winkel; 2. Afterflossenstachel am längsten, weiche 
Afterflosse hoch und abgerundet; Schwanzflosse abgestutzt, mit 
scharfen Rändern (edges.). Seitenlinie hoch und paralkl dem Rande 
der Rücksnflosse, dann auf den Schwanzstiel herabsteigend bis zur 
Schwanzflossenbasis. Schwanzstiel ungefähr gleich dem Auge. 

Farbe (in Alkohol) hellbraun, oben dunkler; Seiten mit Reihen 
von dunklen Längslinien, die sich hinten nicht teilen; ein schwärzlich 
braimes Band durch das Auge, gleich dem Augendurchmesser, hinter 
heller begrenzt; ein schwärzliches Band an der Basis der Schwanzflosse. 
Ein braunes Band über die Basis des Schwanzstieles; Bauchflossen 
schwärzlich braun; Schwanz- und Brustflossen hell; Schnauzenspitze 
schwärzlich. — Länge 2^1 Zoll (inches). — Heimat: Misaki. 

Bei kleineren Stücken ist ein breites bräunliches Querband auf 
dem vorderen Teil des Rückens, getrennt durch eine weiße Zone hinter 
dem dunklen Okularband; das helle Band d^hnt sich aus von vor der 
Rückenflosse senkrecht über die Kiemendeckel zur Brust ; der Augen- 
fleck in der Rückenflosse ist breit mit weiß gesäumt, sich nach unten 
ausdehnend, vor dem Rand auf den Schwanzstiel als eine unbestimmte 
helle Binde. Die hintere Hälfte des Schwanzstieles weiß; das Profil ist 
nahezu senkrecht von der Schnauzenspitze zum Anfang der Rücken- 
flosse. 



Zur Kenntnis der Itnochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



65 



Bei sehr jungen Exemplaren breitet sich das schwärzlich braune 
Band auf den Schwanzstiel aus entlang der Basis der Afterflosse, und 
das Band an der Schwanzflossenbasis erscheint. Die Schnauze ist 
konvex und die Nackenschuppen sind groß. 

Chaetodon ephippium C. u. V. 

Kuysch, Nov. Coli. pisc. Amb. p. 3 tab. 2, fig. 9; Eenard, Poiss. Mol. I 

tab. 55 fig. 239? ; Valentyn, Amb. fig. 407. 
Chaetodon efUiffium Cuvier u. Val., Poiss. VII, p. 80 (61) tab. 174; 
Lesson, Zool. Voy. Coq. II, p. 174, tab. 29, fig. 1 ; Bleeker, Vierde 
bijdr. ichth. Amboina, Nat. T. Ned. Ind. V, p. 337; Bleeker, 
Bijdr. ichth. Flores, Nat. T. Ned. Ind. VI p. 327; Thiolliere, Fauna 
Woodlark, p. 162; Günther, Cat. Fish. II p. 7; Günther, Fische. 
Südsee, p. 36, tab. 27, fig. a u. b; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, 
p. 343; Scale, Bishop. Mus. 1901, p. 97; Jordan u. Snyder, Fish. 
Havai, Bull. Bur. Fish. XXVI 1907, p. 216. 
Chaetodon 'principalis Cuv. u. Val., Poiss. VII, p. 81 (62). 
Chaetodon Garnoti Lesson, Zool. Voy. Coq. II, p. 174. 
Rabdophorus e'phi'ppium Swainson, Nat. Hist. Fish. II. p. 211. , < \ 
Linophora ephippium Kaup, Chaet. Arch. f. Naturg. XXVI, I p'. 186':- 
Linophora principalis Kaup, Chaet. Arch. f. Naturg. XXVI, p. 156,, 
Chaetodon Mulsanti Thiolliere, Fauna Woodlark, p. 163. - 
Chaetodon pepek Montrouzier, Fauna Woddlark, p. 163. -i. ^ 

Tetragonoptrus ephippium Bleeker, Sept. ichth. Timor, .Ned. T. Bierk. 
1. p. 270; Bleeker, Chaet. p. 65; Bleeker, Atlas Chaet. p. 36 tab. l€ 

B (XII—) XIII r-XIV) (23—) 24-26.. -;; 
AIII21— 23, L. lat 36 (— 39), L.transv 8(— 9) 15—16 (8/12 nach 
Günther) 

Schnauze spitz, vorgezogen, 172— 2 mal so lang' als das Auge, 
das 3V2 bis fast 4 mal in der Kopflänge enthalten ist. Präoperculum- 
am Winkel gezähnelt. Bie Kopflänge 3 — 3Y2nial in der Körperlänge.. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet, erstere hat den 4. und 
5. Strahl zu einem Faden ausgezogen. Schwanzflosse abgestutzt, der 
oberste und unterste Strahl etwas verlängert. Bie geringste Höhe 
des Schwanzstieles etwa 9 mal in der Körperlänge und etwa 5^/2 bis' 
6 mal in der größten Körperhöhe enthalten. Seitenlinie der W ölbung 
des Rückens folgend bis zum Ende der Rückenflossenbasis. 

Bas schwarze Okularband ist auf einen kurzen, schmalen, wenig- 
deatlichen vertikalen Strich durch das Auge reduziert. Grundfarbe! 
gelb, mit einigen dunklen (in Alkohol fast silbrig schimmernden) 
Längsstreifen auf jeder. Seite des Bauches. Ein sehr großer, sattel- 
förmiger, tiefschwarzer Fleck auf dem Rücken, unter und auf der 
Basis der weichen Rückenflosse. Bieser Fleck verlängert sich in den 
Rückenflossenfadin und hat unten einen breiten, weißen Saum. Bie 
weich B Rückenflosse üb^r dem schwarzen Fleck ist gelb und weiß, 
welche beiden Farben durch einen orangefarbenen und schwarzen. 

Archir für Natnrgeschiclite. 

1923. A. 5. 55 Heft 



66 



Enisfe Ahl: 



Streifen getrennt sind. Afterflosse weiß und gelb, mit einem orange- 
farbigen Streifen zwischen beid n Farben. 

Verbreitung: Ostindischer Archipel und Südsee bis zu den Hawai- 
Inseln, ferner China und Indien (Ceram). nicht selten ■ — Länge bis 
285 mm. 

Chaetodon ephippiuni C. u. V. var. principalis C. u. V. 

Diese anscheinend außerordentlich seltene Varietät wurde neuer- 
dings wieder von Jordan u. Seale in einem jungen Exemplar auf- 
gefunden, das sie fälschlich für den Jungfisch der Form ephippium 
hielten. Die Varietät zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß 
sie außer dem schwarzen Sattelfleck auf dem Rücken noch einen 
ähnlichen auf der Afterflosse hat (Afterflosse schwarz mit einem 
weißen Bande darum, und schwärzlichem Randsaum). Grundfarbe 
bläulichgrau mit einigen Längsstreifen. 

Junge Stücke dieser Art kann man leicht für eine verschiedene 
Art halten. Mir liegen mehrere Exemplare davon vor. Ihnen fehlt 
noch natürlich der verlängerte Rückenflossenfaden; doch besitzen 
sie bereits den charakteristischen unten weiß gesäumten Sattelfleck; 
außerdem besitzen sie jedoch noch ein deutlich sichtbares Okular- 
band, schmaler als das Auge, und ein schwarzes, ocellenförmiges, 
weiß gesäumtes Band auf dem Schwanzstiel. Mit zunehmendem 
Alter verschwinden diese beiden Bänder. 

Wenn Jordan u. Seale sagen, daß der als C. principalis be- 
schriebene Fisch die Jugendform darstellt, so glaube ich dem wider- 
sprechen zu müssen, da keins der mir vorliegenden Stücke den für 
diese Form charakteristischen Afterflossenfleck zeigt. Vielmehr glaube 
ich, daß wir .es hier mit einer besonderen Varietät (wie oben schon 
ausgeführt) zu tun haben, von der Jordan u. Seale ein junges 
Exemplar vorgelegen hat. 

Von den Bewohnern der Gesellschaftsinseln wird dieser Fisch 
„Pa-ra-ra-e-ia" genannt und auf Samoa „Tifitifi taiona", ,,Tifitifi ila", 
„Tifitifi tusi". 

Färbung des lebenden Tieres (nach Dahl) aus Ralum: Körper- 
seiten .grünlichgrau mit 5 violetten Längsbändern in der Mitte imd 
senlcrechter Binde über der Brustflosse, nach unten mehr weißlich. 
Orange sind: Kehle bis zur Bauchflosse, Schnauze gänzlich, mit einem 
Strich bis zum Auge; einige Flecke auf der Basis aer Brustflossen; 
Ränder der Schwanzflosse, Basalrand in rot übergehend, hinten um 
die hintere Rückenflosse vor den schwarz-weiß-schwarzen Rand, 
hinten in rot übergehend. Gelb sind: Rand der Rückenflosse imd 
hinten ausgehend (imien orange) Afterflosse, Bauchflosse. Rot eine 
Linie vor der Basis der Afterflosse. Schwarz eiji großer Fleck auf dem 
Hinterrücken. Weiß die innere Begrenzung desselben. Brust- und 
Schwanzflosse durchscheinend mit schwarzen Punkt st reifen neben 
den Strahlen. — Ein anderes Exemplar vom selben Fundort zeigte 
folgende Farben: Seiten gelblichgrau, unten heller, nach der After- 
flosse einfach graugelb: Außenrand der Rücken-, Schwanz- und After^ 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 67 



Sammler (Geber) 


Dahl 
Dahl 

Schoede 
Fiusch 
Schoede 
Schoede 
Steinbach 
Stein bach 
Finsch 
Finsch 
Finsch 
Thilenius 
Thilenius 
Thilenius 
Thilenius 

Doria 
Hoffmann 

Ghamisso 


Erhaltung 


sehr gut 
sehr gut 

gut 
leidlich gut 

gut 

gut 

gut 

gut 
schlecht 
leidlich 
leidlich gut 
sehr gut 

gut 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 

gut 
gekrümmt 
leidlich 


Fundort 


Ralum 

Ralum 
Neu-Pommern 
l^eu-Guinca 
Bongainville 
Neu-Guinea 

Jaluit 

Jaluit 

Jaluit 

Jaluit 

Jaluit 

Samoa 

Samoa 

Samoa 

Samoa 

Ceram 
Tsingtau 


93aEl.t9c[.ip3 


10,6 
15,1 
13,0 
15,1 

8,2 
13,8 
12,5 
12,6 

2,5 

4,15 
11,8 
12,2 
12,6 
13,0 
11,2 

4,5 
15,2 

11,5 


i9d.iQ3 UI jdox 


• rH. . . .rt — ■ CO CO CO i-i 

:C3 :p CO :S :3 :3 CO CO CO CO :;3 CO 




c: ^ ^ ^" ^ 

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pl^p^fl^p^p^O^P^Pl^eL(P-(P^CL|P^pL(fL,p^p^ pL^ 


Körper 


^ ^ '^^ :s d ^ ''^^ ^ ^ 


Schnau- 
ze 


CO--"-:! ^ 
w -i, 1-H T— 1 --i^^ '^i Ca ^ «, ^ 




CO,"'-' , • ^ TO CO CO , • ,eM..'^r-(COC0 CM 

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M C) CM M C^I M Cvl IM M IN M CM M CM C-l C>1 N M 

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CO ro~~" co~~" co^ CO co~~~ ' co~~ co^ co~~ rT^" et ^ c; co~~ co~~ co~^ co~~ 


eSuBii^'Jox 


12,9 
18,1 
15,8 
18,0 
10,0 
16,7 
15,2 
15,2 
3,0 
5,0 
14,3 
14,7 
15,0 
15,9 
13,6 
6,5 
18,0 

13,7 

1 




20 425 
20 425 
20 423 

12 258 
20 422 
20 421 

13 635 

13 635 
11773 
11773 
11773 

14 982 
14 982 
14 982 
20 424 

8 506 
19 463 

1268 




rnV CO O O !>.' GO 05 Ö 1-* C^" CO lO cd . IV OO" 



5* 5 lieft 



(58 



Ernst Ahl: 



flösse, Bauchflossen ganz, Bauchkante, Seiten des Kopfes unter und' 
Fleck oben und untt^r dem Auge, Kopfseiten in orange übergehend. 
Orange : Grundstreif der Brustflossen, Hinterteil der Schwanzseiten 
und Querbinde des erhabenen Rückenteiles hinten, Fortsatz den 
Rückenflosse unten rot: quere Binde auf dem erweiterten Bauchteil 
hinten. Violett: 6 Längsbänder an den Seiten. Schwarz: Rückenfeld 
und Strich durch Auge. Weiß: Band um den schwarzen Rückenteil, 
um schwarz begrenzten senkrechten Teil der Rückenflosse. — Färbung 
eines Stückes von Apia (nach Jordan u. Scale): Hellgrau oliven 
an der Seite mit 5—6 hellvioletten Stieifen; Rana dos Kiemenoeckels 
violett; Kopfseiten grau. Grauer präorbitpler Fleck, der schwarze 
Okularstreifen sehr eng und schmal; ein schmaler schwarzer Streifen 
gleich einem Federstrich vom 4. RückenflossenstacheJ abwärts und 
vorwärts in die Nähe der Brust flossenbasis; Schnauze und Brust 
glänzend orangegelb, vorn am leuchtendsten; ein glänzend orange- 
gelber Streifen über der Brust flossenbasis innen und. außen; Rücken 
mit schwarzem Sattel nach unten breit weiß umgrenzt; stachlige 
Rückenflosse gelb am Grund, dann grau, dann ein schwarzer Streifen, 
dann orangebraun, dann oliven mit schwärzlichen Linien; Faden 
orange, vorn gelb, hinten weiß eingefaßt ; weiche Rückenflosse schwarz, 
gelandet mit gf Ib, orangebraun, scWarz, weiß, und endlich schwärzlich; 
Afterflosse w.^iß, gerandet mit gelb, grauorange, graugelb und zum 
Schluß schw^irzlich, das gelbe vorherrschend; das orange ein leuchtender 
Streifen; Schwanzflosse durchscheinend dunkelgrau, mit tief Orange- 
fleck an der Basis, die Enden und der hintere Rand orangegelb. 

€haetodoti xanthocephalus Bennett 

Chaetodon xantJiocephalus Bennett, Proc. Comm. Zool. Soc. II, p. 182, 
1832; Günther, Cat. Fish. IL p. 33; Day, Fish. Ind. p. 104, 
pl.XXVIfig. 4; Day, Fish. Brit. Ind. II, p. 3; Günther-Playfair, 
Fish. Sanzibar, p. 36. 

Chaetodon nirjri'pimiis Peters, Arch. f. Naturg. 21, 1855, p. 246; Günther, 
Cat. Fish. IL p. 32; Sauvage, Poiss. Madagaskar, p. 260, pl. 29, 
fig.4. 

D rXIII) XIV 25 (—27), A III 22-24, L. lat. 36—38, L transv. 
(8- --) 9 (--11?)/(15--) 16—17 (—18?). 

Schnauze mäßig vorgezogen, spitzig, der Unterkiefer den Ober- 
kiefer überragend, länger als der Augendurchmesser. Präoperculurä 
unbestimmt gezähnelt. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. 
Schwanzflosse abgestutzt oder schwach eingekerbt. Seitenlinie in 
einem Bogen bis zum Ende der Rückenflossenbasis. 

Farbe goldgelb, das Okularband ist rück^ebildet und nur als eiü 
Fleck über und unter dem Auge sichtbar. Ubei den Körper laufen 
etwa 5- -7 dunklere sehr schmale senlcrechte, gebogene Reifen vom 
4. — 9. Rückenflossenstachel abwärts. Rücken- und Afterflosse schwarz 
mit weißem Rande. Schwanz- und Bauchflosse gelblich, die erstere 
mit schwarzen. Streifen entlang den Strahlen, bei den oberen übey 



Zur Kenntnis der Knoohenfischfamilie Cbaetodontidae usw. 



69 



und bei den Hinteren unter denselben. — Länge bis etwa 20 cm. • — 
•Heimat: Ost afrikanische Küste bis Ceylon. 

Name des Fisches in der Macuasprache (Mosambique) ,,nicupecupe". 

Der von Peters unter dem Namen C. nigrifinnis beschriebene 
Fisch stellt weiter nichts als die Jugendform des C. xanthocephalus dar; 
bei ihm ist das Okularband noch deutlich ausgebildet, und es findet 
sich, wie bei so vielen Jugendformen, ein schwarzes Band über dem 
ßchwanzstiel. Sonst stimmt der Fisch in allen Punkten mit den er- 
wachsenen überein. 





Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 




L. lat. 


> 

tn 
C 


Auge in 




länge 


A. 


L.lra 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 
3. 


20 419 
1272 


19,5 
14,6 
8,2 


14/ 
125 


3/? 

%3 
/23 


38 
38 
36 


117 

7« 


ca. 4 


f. 2 
11/ .1/ 

/3 /4 
1 


f. 12 
e. ü. 91/2 


P>A 
P>A 
P>A 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 

2. 


9 
8 


f.3V2 


17,0 
12,1 


? 

Mikindani 
D.O.Afrika - 


trocken 
sehr gut 


? 

Grote 




3. 


8V3 


3V4 


6,8 


Mozambique 


leidlich 


Peters 


Type von 
nigripinnis 



Chaetodon nigripinnatus Desjardins 
Chaetodon nigri'pinnatus Desjardins, Dix. rapp. de la Soc. Hist. nat. 
Maurice (1836) p. 57; Sauvage, Hist. nat. Madagaskar, Poiss. 
p. 261. 

Da ich die Originalbeschreibung des Fisches nicht zur Hand hatte, 
bin ich nur auf die kurze Bemerkung Sau vages angewiesen. 

.,Der C. nigrifinnatus von Desjardins ist der Art C. nigripinnis 
Peters sehr nahe verwandt Er ist bemerkenswert durch seine sehr 
entwickelten Rücken- und Afterflossen, von schwarzer Farbe am 
äußeren Rand und mit rot gesäumt an der Basis und durch 5 trans- 
versale braune Linien über den Körper." 

Chaetodon semeion Bleeker 
Chaetodon semeion Bleeker, Verh. Kon. Ak. AVet. XVII, Chaet. p. 67 ; 

Vierde Bijdr. ichth. Cocos. Nat. T. Ned. Ind. VIII p. 450; 

Günther, Fische Südsee, p. 37, taf. 28; Günther, Cat. Fish. II, 

p. 7; Fowler, Proc. Ac. Nat. Sei. Phila. 1899, p. 492; Jordan 

u. Scale, Fisch Semoa, p. 343. 
Tetragonoptrus semeion Bleeker, Atl. Chaet. p. 37 taf. XII; Bleeker, 

Chaet. p. 68. 

- D XIV 25^28, A III 23^25, L. lat. 34>-39, L. transv. 6/13- 15. 

5. Heft 



70 



Ernst Ahl: 



Schnauze vorgezogen, zugespitzt, etwa 1^2 — 1^3 mal so lang 
als das Auge. Augendurchmesser etwa 3V»— 3^/4 mal im Kopf und etwa 
12 — 12^/2mal im Körper enthalten. Kopflänge in Körperlänge etwa 
3^4—3^21^*1; Präoperculum kaum gezähnelt. Rücken- und After- 
flosse hinten abgerundet. 2. und 3. Rückenflossenstrahl zu einem 
mehr oder weniger langen Faden verlängert, auch die Spitzen der 
hintere i konkaven Schwanzflosse verlängert. Die geringste Höhe des 
Schwanzstieles ist größer als aer Augendurchmesser und etwa 9- — d^/^msk 
in der Körperlänge und etwa ö^/g— 6mal in der größten Körperhöhe 
enthalten. Seitenlinie in schrägem Bogen bis unter die letzten Stachel 
gehend und dann auf der Basis der weichen Rückenflosse bis zum 
Ende der Flosse. 

Körperfarbe (in Alkohol) goldgelb; das schwarze Okularband 
geht von der Höhe des Nackens bis zum Interoperculura; es ist schmaler 
oberhalb und bedeutend breiter unterhalb des Auges. Jede Schuppe 
mit einem kleinen (weiß gesäumten?) Fleckchen in der MitLe. Rücken- 
und Afterflosse mit einem schwarzen, sich nach hinten stark ver- 
breiterndem Bande nahe ihrer B'asis, und mit einem schmalen schwarzen 
und gelben Saum; Schwanzflosse hellgelblich; Bauchflossen goldgelb 
(orangerot). 

Das Verbreitungsgebiet dieser prachtvollen A::t ist die Südsee 
bis Celebes. Die Art ist ziemlich selten in de.- Südsee und kaum häufiger 
in Ostindien. Am häufigsten soll sie noch bei den Gesell Schafts- und 
Schiffer-Inseln sein. — Länge bis 201 mm. 



TS 

J ^ 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 


«SÄ 

es 


Nr. 


län^e 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p. c. 


1. 

2. 
3. 
4. 


6 276 
20 437 
20 438 
20 438 


14,1 
15,1 
12,1 
14,2 


14/ 

1 ''7 

%7 
14; 


8' 

o'24 

3 

; 24 


35 
35 
34 
34 


6' 

'/l3 

'In 


k 




12 
12 
f. 12 

12^2 


A<P 
A<P 
A<P 
A<P 




« 

rs 

a . 
cd 


P. C in 
Köi-per 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler (Geber) 




1. 

2. 
3. 
4. 


9" 

9V2 

9 


3^/4 
31/0 


11,7 
12,6 
10,2 
11,9 


Samoa 
Neu-Pomiiiern 
Neu- Guinea 
Neu-Guinea 


sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
1 sehr gut 


Godeffroy 
Schoede 
Schoede 
Schoede 



Färbung des lebenden Tieres (nach Jordan u. Scale): Tief 
zitronengelb oder orangegelb mit blauschwarzen Fleckchen auf den 
Schuppen; Stirn grau. Okularband schwarz; Brust- und Bauchflossen 
zitronengelb; Rückenflosse gelb, schwärzlich gestreift, die Spitzen 
der Stacheln licht hellgelb, eine blaue Linie trennt dies von der Körper- 
farbe; der letzte Teil der Rückenflosse breit schwarz, mit dunkelgelb 
gerandet. hellgelb, grau und schwärzlich, zum Schluß bräunlich; 



i 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 71 



Rücke nf lossenfaden gelb; Afterflosse mit weniger schwarz und viel 
mehr orange, sonst ähnlich. Schwaiizflosse hellbräunlich, hinten 
durchscheinend; oberes und unseres Ende, sowie die Mitte bräunlich, 
ein gelblicher innerer Streifen begleitet den braunen Rand. 

Chaetodon decoratus E. Ahl sp. n. (Taf. I, Fig. 6) 

D XIV 22, A III 20, L. lat. 35, I . transv. 6/13. 

Schnauze vorgezogen, zugespitzt, etwi l'^/^md so lang als das 
Auge. Augendurchmesser etwa S^/^mal im Kopf und etwa 9Y2nial 
im Körper enthalten. Kopflänge in Köi'perlänge etwa 3 mal. Prä- 
operculum sehr klein gezähnelc. Rücken- und Afterflosse hinten ab- 
gerundet, ohne verlängerten Rückenflossenfaden, der sich aber 
vielleicht, wie bei dem nahe verwandten C. semeion erst bei größeren 
Exemplaren ausbildet. Bauchflossen den After bedeckend, doch nicht 
bis zum Afterflossenanfang reichend. Schwanzflosse gerade abgestutzt, 
bei dem einzigen mir vorliegenden Exemplar sehr beschädigt, sodaß 
es ungewiß ist, ob die Enden, ähnlich wie bei C. semeion, etwas ver- 
längeit sind. Die geringste Höhe des Schwanzstieles ist gleich dem 
Augendurchmesser und etwa 972^3,1 in der Körperlänge und etwa 
6^j2iri3i>\ in der größten Körj^erhöhe enthalten. Seitenlinie in hohem 
Bogen bis zum Ende der Schwanzflossenbasis. 

Körperfarbe (in Alkohol) goldgelb; das schwarze Okularband 
geht von der Höhe des Nackens bis zum Interoperculum und ist unter- 
halb des Auges nicht breiter als oberhalb; schmaler als das Auge. 
Jede Schuppe der hinteren Körperhälfte mit einem kleinen schwarzen 
Fleckchen ii der Mitte; der weiche Teil der Rücken- und Afterflosse 
mit einem nicht sehr breiten Bande nahe der Basis, und einem weißen 
Endsaum mit darin verlaufenden schmaler schwarzer Binde; sonst 
der weiche Teil der Rücken- und Afterflosse grau gefärbt. Schwanz- 
stiel mit einer breiten schwarzen Binde; Bauch- und Brustflossen 
gelb; Schwanzflosse grau. — Länge 8,5cm. • — Fundort: Yokohama. 

Die Art ist sehr nahe verwandt mit C. semeion, unterscheidet 
sich aber von ihr, außer sonstigen morphologischen Merkmalen vor 
allem durch die geringere Zahl der weichen Rücken- und Afterflossen- 
strahlen sowie die abweichende Färbung. 



s 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
tranbv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 

Körper 


P. C. 


1. 


7 572 


8,5 


14' 

i 


3/ 
/ 20 


35 


6/ 
/13 




j 9^/2 


A=P 


1 Laufende i 
1 Nr. 1 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 

1 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


• ' I 


3 


7,2 


Jokohama 


sehr gut 


V. Mnrtens 


Type von 
decoratuft 



5. Heft 



-72 



Ernst Abi: 



Chaetodon leucopleura Günther-Playfair 
Chaetodon lexcopleura Günther-Playfair, Fish. Sanzibar, p.35, pl.6 fig. 3. 

D XII 23—24, A III 26, L. lat. 27, L. transv. 5/13. 

Schuppen groß; Schnauze vorgezogen und zugespitzt; ihre Länge 
ist l^/2ma,\ des Augendurchmesseis. Präoperculum ganzrandig. Die 
senkrechten weichen Flossen hinten mit einem stumpfen Winkel. 
Schwanzflosse leiclt ausgerandet, der obere Lappen ein wenig vor- 
gezogen. Rückenflossenstacheln niedrig, der 5. am längsten und 
gleich der Schnauzenlänge. Afterflossenstacheln stark, der 2. stärker 
und kaum länger als der 3. 

Okiilarband etwas schmaler als der Augendurchmessei, braun 
oben und unten und gelb auf der Wange; es geht von dem Anfang 
der Rückenflosse rund um die Kehle. Rücken und Bauch bräunlich, 
in weiß oder gelb in der Mitte der Körperseiten aufgehellt. 5 oder 6 
longitudinale gelbe Streifen auf dem Bauch, der höchste ausgehend 
von der Achsel der Brustflosse. Schwanz gelb. Schwanzflosse gelb 
mit einem breiten, weißer oder grauen Rand; senkrechte Flossen gelb, 
mit einer grauen intramaginalen Linie im weichen Teile. Hinterer 
Rand des Operculum gelb; Bauchflossen gelb, Brustflossen weiß. 
Maul schwärzlich, mit mehreren gelben Linien über dem Interorbital- 
raum, z'wei gelbe kreisförmige Flecken auf dem Nacken. — Heimat: 
Sanzibar. 

Chaetodon leucopygus E. Ahl sp. n. (Taf. II, Fig. 12) 
D XII 22- 23, A III 18, L. lat. 31, L. transv 5/13 
Schnauze vorgezogen und zugespitzt, ungefähr P/4— 1^/3 mal 
des Augendurchmessers, der etwa dreimal im Kopf und etwa 9 mal 
im Körper enthalten ist. Präoperculum nur am unteren Rande schwach 
gezähnt. Rücken- und Afterflosse enden hinten in einem fast rechten 
Winkel. Schwanzflosse schräg abgestutzt, der obere Lappen etwas 
größer als der untere. Die geringste Höhe des Schwanzstiele? etwa 
8 mal in der Körperlänge und etwas über 6mil in der größten Körper- 
höhe enthalten. Rückenflossenstacheln ziemlich niedrig, der 5. am 
längsten, länger als die Schnauze und etwa 2 mal in der Kopflänge 
enthalten. Seitenlinie sehr schräg ansteigend, dann winkelig ab- 
brechend, und auf der Basis der Rückenflosse entlang laufend bis zu 
deren Ende. 

Färbung (in Alkohol) weißlich, nach dem Rücken und dem Bauch 
zu ins bräunliche übergehend, imd diese Farbe in Form eines breiten, 
nach vorn verwaschenen Bandes über den Schwanzstiel ziehend. 
Okularband vom ersten Rückenflossenstachel über das Augo bis zur 
Kehle, wo es sich mic dem der anderen Seite vereinigt und sich bis zum 
Ansatz der Bauchflossen hinzieht. Intermaxillare (Schnauze) dunkel- 
braun, wie das Okularband. das etwas schmaler , als der Augendurch- 
messer ist. Brust- und Bauchflossen weißlich. Rückon-, After-, 
Schwanzflosse und hinterer Teil des Schwanzstieles gelblichweiß, 
weicher Teil der Rücken- imd Afterflosse mit einer schmalen intra- 
marginalen dunklen Linie und weißem Saum; Rückenflosse vom 



Zur Kenntnis der Kuochenfischfamilie Cüaetodontidae usw. 



73 



17. Sttahl ab dunkelbraun gefärbt. Schwanzflosse hinten mit einem 
durchsichtigen milchweißen, halbmondförmigen Eande, davor einer 
hellbraunen und vor dieser eine milchweiße Binde. Inmitten der 
Schuppenreihen des unteren Körper abschnitt es verlaufen schmiale 
dunkle Linien. 



« 

B . 

■a 


Katalog 
Nr. 


Total- 
lange 


; D. 


A. 


L,lat. 


L. 
transv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p. c. 


1. 


13 610 


10,9 


12/ ■ 
/22r23 




31 




3 


1V4-V3 


9 


P>A 


Laufend« 

Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


8 


3 


9,1 


Daressalam 


gut 


Stuhlmann 


Type von 
leucopygus 



Chaetodon fremblü Bennett 
Chaetodon frembln Bennetfc, Zool. Journ. IV p. 42, 1829: Kaup, Chaet. 

Arch. Naturg. XXVI ]8€0, p. 149; Günther, Cat. IL p. 16; 

Günther, Fische Sücsee, p. 39, fig. B; Steindachner, S. B. Ak. 

Wiss. Wien, 1900, p. 488?; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 346; 

Jenkias, Fish. Havai Bull. U. S. Fish. Comm. XXII p. 474 

(Färbung de.« lebenden I'isches). 
Chaetodon frehmlii Cuv. u. Val., Poiss. VII, p. 24, 1831. 

D XIII 21, A III 17, L. lat. 50, L. transv. 10/23. 

Schniuze ist etwas vorgezogen und länger als der Augen- 
durchmesser. Kücken- und Afterflosse hinten abgerundet. 

Hellgelb mit 7 oder 8 dunkler gerandefcen, etwas schiefen Längs- 
bindcD, die sich auf den Kopf fortsetzen, aber diselbst gebrochen 
sind. Kein Okularband. Die mictleren dieser Bänder setzer sich in 
dem blauen Band eines großen schwarzen Fleckes fort, der den hintersten 
Teil der Rücken- und Afterflosse und den Schwanz dazwischen ein- 
nimmt. Hinterer Teil des Schwanzstieles \veiß; ein schwarzer II ecii 
auf dem Nacken, vor dem ersten Rückenflossens ^achel. Schwctnzflosse 
grau an der Basis, schwarz in der Mitte und weiß am Rande — Fundort : 
Sandwichinseln, sehr selten. 

Chaetodon Bennetti Cuv. u. Val. 
Chaetodon Bennetti Cuv. u. Val., l'oiss. VII p. 84 (64); Bleeker, Diagn. 
n. vischs. Bätavia, Nat. T. Ned. Ind. IV, p. 467; Günther, Cat. 
Fish. II p. 12; Günther, Fische Südsee, p. 37, taf. 29, fig. 4a; 
Kaup, Chaeo. Ned. T. Dierk. I p. 129; Playfair, Fish. Sanzibar, 
p. 35; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 344. 

5. Hell 



74 



Ernst Ahl: 



Chaeiodon vinctus Bennett, Zoll. Beechey's Voy., p. 62 taf. 17, fig. 1 
(sehr schlecht). 

Saiothrodus Bennetti Bleeker, Trois mem. ichth. Halm<ih. Ned. T. 
Dierk. I p. 156. 

Tetraqonoptnis Bennetti Bleeker, Enum. Pciss. Amb. Ned. T. Dierk 
It. p. 282; Bleeker, Chaet. p. 60; Bleeker, Atlas, Chaet. p. 34, 
raf. XIV fig. 2. 

Corndion Bennetti Kaiip, Chaet. Arch. f. Naturg. p. 147. 

D XIIL-XIV 17—19, AIII 15 -17, L. lat. 40~4o, L. transv. 

9—10/17—20. 

Schnauze stumpf, kaum lärger als das Auge; Auge 3— 372Kial 
im Kopf und etwa 10 — 13 mal in der Körperlänge enthalten. Kopf 
im Körper ^^l^-^^U- Iräoperculum klein, aber deutlich gezähnelt. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet, Schwanzflosse hinten 
abgestutz!:. Die geringste Höhe des Schwanzstiels etwa SV.^- -8^/4 mal 
in der Körperlänge und etwa 5^/3— 6 mal in der größten Körperhöhe 
enthalten. Seitenlinie in sehr flachem Bogen bis zum Ende der Rücken- 
flossenbasis. 

Körperfärbung gelb; das Okularband ist schmäler als das Auge, 
braun, heller in der Mitte, mit ziemlich breiten, bläulichen Rändern; es 
reicht vom Nackea bis über das Tnteroperculum; unterhalb der hinteren 
Rückenflossenstacheln wird der Körper durch einen großen, runden, 
schwarzen, blau eingefaßten Fleck auf und unter dei Seitenlinie geziert ; 
2 blaue Bänder steigen in schiefer Richtung vom Operculum gegen die 
Afterflosse herab, das eine üoer, das andere unter der Brustflosse. 
Sonst keine andere Zeichnung. Weicher Teil der Rücken- und After- 
flosse mit einem weißen Saum, ebenso der hintere Abschnitt des 
Schwanzes weiß. 

Diese außerordentlich schöne Art bewohnt die Meere von Tahiti, 
Taumotn-Inseln, Gilbert-Inseln. KingsmilMnseln, Ostindien, bis zur 
ostafrikanischen Küste; nicht häufig. — Länge bis 180 mm. 



CO 

a . 


Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 


Laun 


is Dge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


KOrper 


V. c. 


1. 

2. 

3. 


20 479 
20 478 
8 645 


11,9 
14,1 
15,5 


14 

13'/' 




40 
46 
46 


9/ 
/ 10 


f. 3 
ü.3 

f. 3V'o 


f. 1 
1 

e. ii. 1 


10 

ir/.. 

f. 13 


P>A 
P>A 
P>A 




Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 


Fuuilort 


Erhaltung 


Sammler ' 

(Geber) . 




1. 

3. 


f. 9 


3Vo 

3^4 


9,8 

11,7 
12,8 


Deutscli- 
Neu-Guiuea 
Mikindani 
D. 0. Afrika 
Apaman Insel 


gut 
sehr gut 
sehr gut 


Schoede 
Grote 
Godeffroy 



Zur Kenntnis der Knoubenfischfamilie Chaetodontidae usw. 75 



Exemplare der afrikanischen Küste zeigen einen etwas breiterer 
weißen Schwanzsaum und weiße Flossenränder, auch liegt der etwas 
größere Seitenfleck in einer schwärzlichen Zone,, es erscheint so, als 
ob der schwarze Farbenton des Fleckes über die blaue Umrahmung 
hinweg verwaschcii sei. Doch halte ich diese Unterschiede für nicht 
genügend, um diesem Fisch aen Charakter einer Unterart zuzusprechen 
und ihm demei tsprechend einem Namen zu beleger. — Die von 
Benne-t gegebene Figur zeigt irrtümlicherweise neun Rückenflossen- 
stacheln und hatte zur Beschreibung von Cuvier gedient. 



Chaetodon speculum Kühl u. v. Haß. 

Chaetodon speculum (Kühl u. v. Haß.) Cuv. u. Val. Poiss. VII p. 75; 

Bleeker, Bijdr. ichth. Banda, Nat. T. Ned. Ind. II, p. 242; 

Günther, Cat. Fish. II, p. 12; Jordan u. Scale, Fish. Samoa 

p. 347; Weber, Sibogaexp. I9I3, p. 304. 
Chaetodon spilopleura Reinw. ap. C. V., Poiss. VII. p. 76. 
Citharoedus speculum Kaup, Chaet. Arch. für Naturg. XXVI, p. 145. 
Tetragonoptrus speculum Bleeker, Enum. Poiss. Amb. Ned. T. Dierk. 

II, p. 282; Bleeker, Rev. Chaet. p. 62; Bleeker, Atlas, Chaet. 

p. 34, taf. 13, fig. 3. 
Citharoedus spilopleura Kaup, Chaet. Arch. für Naturg. XXVI p. 146. 

D XIV 17—19, A III 15—17, L. lat. 40, L. transv. 9—10/18. . 

Auge etwa 2^/3 bis 3 mal im Kopf und etwa 9^2 t>is 10^2 in der 
Körperlänge enthalten. Schnauze kürzer oder knapp so lang als 
der Augendurchmesser, nicht sehr vorgezogen. Präoperculum nicht, 
oder nur sehr schwach gezähnelt (kaum merkbar unter dem Winkel). 
Schwanzstiel höher als Augendurchmesser und nicht ganz 9 mal in 
der Körperlänge und fast 6 mal in der größten Körperhöhe enthalten. 
Flossen hinten abgerundet. Seitenlinie geht in sehr flachem Bogen 
bis zum Ende der Basis der Rückenflosse. 



• 


Katalog 


Total- 


D. 




L. lat. 


L. 


Auge in 


u 


Nr. 


länge 


A. 


tiansT. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 
3. 


18 282 
18 282 
20 477 


12,6 
13,4 
10,5 


14/ 

/l7 


t 


40 
40 
40 


9 ' 
10 

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/18 


f. 3 


f.l 


9^73 

f. 107., 

9V3" 


P>A 
P>A 
P>A 







9 


P. C. in 


d !-. 
.« 1» 

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Körper 




» 








f. 9 




10,5 


f. 9 




11,3 


8^/4 


3v; 


8,8 



Fundort 



Erhaltung 



Sammler (Geber) 



Matiipi 
Matupi 
Neu-Pommeni 



gut 
sehr gut 
sehr gut 



Heinroth u. Meucke 
Heiuroth u Mencke 
Schoede 



5, Heft 



Krnst Ahl: 



Das nur wenig schmalere Okularband geht durchs Auge von 
der Höhe des Nackens und vereinigt sich auf der Brust. Körper sonst 
einfarbig gelb.. Ein großer ovaler Fleck von der Größe des Kopfes 
ziert den Rücken, unter der Mitte der Rückenflosse; Schwanzflosse 
hinten mit einem hyalinen (braunen?) Rande. Bauchflossen gelb. 
Heimat: Südsee, Molucken bis Neu-Guinea, ■ — Länge über 13,4cm. 

Uber die Jungfische sagt Weber folgendes: Von den drei jungen 
Exemplaren sind die beiden jüngsten von 12 und 16 mm noch deut- 
lich im Tholichthysstadium. Das größere unterscheidet sich nur 
unbedeutend durch die Färbung von den erwachsenen und zwar durch 
einen schwarzen Saum am weichen Teil der Afterflosse, der den älteren 
Exemplaren fehlt. Dies ist offenbar eine Jugendzeichnung. Diese 
zwei jüngeren zeigen nämlich diesen Saum viel deutlicher; derselbe 
setzt sich bei dem jüngsten Exemplar auf die Schwanzwurzel, und 
zart auslaufend auf die weiche Rückenflosse fort. Letztere Fort- 
setzung fehlt dem Exemplar von 16 mm bereits. Auch ist die Fort- 
setzung auf die Schwanzwurzel auf einen ganz schmalen Streifen 
reduziert und also bei dem ältesten Exemplar (28 mm) ganz ver- 
schwunden. Diese jungen Exemplare zeigen den Rumpf fleck, nur ist 
der Anfang oval mit vertikaler Längsachse, dann wird er fast rund und 
darauf erst oval mit horizontaler Längsachse. 

Chaetodon zanzibariensis Günther-Playfair 
Chaetodon zanzibariensis Günther-Playfair, Fish. Zanzibar p. 33, 
tab. 6 fig. 1. 

Tctraqonoftrus zanzibariensis Sauvage, Poiss. Madagaskar p. 95. 

D XIV 17, A III 16, L. lat. 45-48, L. transv. 9/17—18. 

Schnauze nur sehr wenig vorgezogen, und knapp so lang als der 
Augendurchmesser, Präoperculum leicht gezähnelt. Kopflänge etwa 
3^2 his 3^/4 in der Körperlänge. Rücken- und Afterflosse enden hinten 
rund oder in einem abgerundeten Winkel Schwanz konvex, die 
geringste Höhe des Schwanzstieles größer als der Augendurchmesser 
und etwa 8^4 bis 8V2nial in der Körperlänge imd etwa 52/3 bis 5^/4 
in der größten Körperhöhe enthalten. Seitenlinie in noch flacherem 
Bogen als bei C. speculnm bis zum Ende der Rückenflossenbasis 

Körperfarbe gelblich (in Alkohol); das schwarze Okularband 
ist schmaler, ungefähr halb so breit als das Auge und geht (jedoch 
nicht bei allen Exemplaren) bis auf die Brust. Ein schwarzer Fleck 
an der Seite und unter dem Ende des stachligen Teiles und im Anfang 
des strahligen Teiles der Rückenflosse. ^/^ dieses Fleckes befinden 
sich unter der Seitenlinie. Schwanzflosse mit einem breiten, weißen 
Saum. Sonst der ganze Körper imd die Flossen gelb, mit schmalen, 
dimkleren, den Schuppenreihen folgenden Längslinien ■ — Heimat : 
Küsten von Zanzibar, Ostafrika, Madagaskar, Seychellen. • — Länge 
etwa 130 mm 

Junge Exemplare von etwa 2 - 3 cm Länge haben einen verhältnis- 
mäßig viel größeren Seitenfleck und eine sehr schmale schwarze Intra- 
marginallinie in der Afterflosse (Seychellen). 



Zur Kenntnis der Knochenfiscbfamilie Chaetodontidae usw. 



77 



* 
















Auge in 






Katalog 


Total- 
lÄnge 


D. 




L lat. 


L. 













A. 


trsnsT. 




Schnj u- 
ze 






Nr. 








Kopf 


Körper 


p.c. 


1. 


20 408 


2,4 


















2. 


20 408 


1,8 


















3. 


6 788 


12,8 


14/ 

• In 


7l6 


47 


/l7 


3 


f. i 


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P>A 




xl. JJi. 
















4. 


6 788 


11,2 


In 




48 


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3 


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P>A 




M H. 














5. 


437 


11,6 


14/ - 

In 


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48 




3 


f.i 




P>A 




M.E. 
















6. 


6 781 


2,8 


14/ 
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P<A 




M.H. 
















7. 


14 660 


4,0 


14/ 

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48 


9/ 

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P<A 




M.H. 































laufenc 
Nr. 


P. C.in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltang 


Sammler ^ 
(Geber) 

















8V5 
8V2 

f. 8 



3^/4 

f 21/., 
f. 3 



1,9 
1,45 
10,7 

9,2 

9,6 

2,4 

3,4 



Seychellen 
Seychellen 
Sansibar 

Sansibar 

Ost-Afrika 

Bani, 0. Afrika 

Sej'chellen 



sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 

gut 

gut 
sehr gut 
sehr gut 



Brauer 
Brauer 



Chaetodon ocelltfer Franz 
Chaetodon ocellifer Franz, Japanische Knochenfische, Abh. Ak. Mün 
chen Suppl. Bd. IV Abh. I, p 49 pl. V fig. 35 (1910) 
D XIII-XIV 18. A III 18, L. lat 43. 

Körper tief, zusammengedrückt, Auge groß. Maul sehr klein, 
Maxillare sehr kurz, Brust- und Bauchflosse zugespitzt. Seitenlinie 
verläuft hoch; Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. • — Farbe 
bräunlich, ein schön dunkelbraunes Band auf jeder Seite quer über 
den Kopf, mitten durchs Auge. Ein großer, runder, brauner Fleck 
unter der weichen Rückenflosse, mitten auf die Seitenlinie fallend. 
— Nur von drei kleinen Exemplaren von 1,85 — 3,3 cm Länge bekannt. 
■ — Fundort: Nagasaki. 

Chaetodon carens Scale ~ 
Chaetodon carens ^eale, Phil. Journ. Sei. V, 1910, p. 115, taf. 1 fig. 1. 
D XIII 21, A III 17. L. lat. 38. L. transv. 7/20. 

5. Heft 



78 



Erust Ahl: 



Kopf von mäßiger Größe, charakterisiert durch das große Auge 
und die kurze spitze Schnauze; das Profil von der Schnauzenspitze 
zum Anfang der Rüc Kenflosse bildet einen Winkel von imgefähr 
45 Grad. Maul klein, Zähne bürstenähnlich, in mehreren Reihen, 
leicht vorragend, Rückenflossenstacheln ziemlich lang und säbelförmig. 

Farbe (in Alkohol) sepiabroun; kein Okularband; Nackengegend 
und Spitze des Kopfes kaum dunkler, mehr gewürznelkenbraun; ein 
breites, schwarzes Band breitet sich von der Mitte der stachligen 
Rückenflosse nach hinten aus und nimmt ziemlich die ganze After- 
flosse ein, ausgenommen ein schmaler, weißer Rand und eine kleine 
Partie an der Basis der Afterflossenstacheln. Schwanzflosse gelb mit 
einer leicht düsteren Auswaschung in ihrem letzten Drittel; Bauch- 
flossen braun mit einigen unbestimmten gelblichen Punkten; Brust- 
flossen gelblich weiß. — Länge: 108mm. — Heimat: Bantayan- 
Inseln. 

Chactodon nippon Döderlein 

Chaetodon nippon Steindachner u. Döderlein, Fische Japans II 1883, 
p. 23, pl. 4 fig. 2; Jordan, Tanaka u. Snyder, Cat. Fish. Japan, 
p. 210, 1913. 

lOsteochromis larvatus Franz, Abh. Ak. München, 1910 p. 52, taf. V, 
fig. 43. 

D XIII 19, A III 16, L. lat. 35-^0, L. transv. 8- 9/1/18—19. 

Schnauze wenig vorgezogen, vorne stumpf zugespitzt, kürzer 
oder kaum so lang als das Auge. Präoperculum äußerst fein gezähnt. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgenmdet. Seitenlinie ist bogen- 
förmig gekrümmt und endigt unmittelbar unter dem hinteren Basis- 
ende der Rückenflosse. Schwanzflosse abgestutzt, die geringste Höhe 
des Stieles größer als der Augendurchmesser und etwa 7^/4 mal in der 
Körperlänge und etwa ö^/g bis Va^^l größten Körperhöhe 

enthalten. 



TS 

. 

tP •_ 


Katalog 
Nr. 


Totsl- 


D. 


A. 


L. lat 


L. 


Aag« in 




länge 


transT. 


Kopf 


Schnan- 
ze 


EOrper 


P. C. 


1. 


12 062 


14,9 


13/ 
/19 


3 

/ 16 


40 


YU 


f. 3 


7, 




P>A 



Laufend« i 

Nr. 1 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
lange 


Fnndort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


73/ 


3^/5 


12,5 


Ytdo 


sehr gut 


Döderlein 


Type von 
nippon 



Zur Kenntnis der Knoclienfischfarailie Chaetodontidae usw. 79 



Körperfärbung (in Alkohol) mehr oder minder dunkel bräunlich- 
gelb. Ein breites, schwärzliches Band zieht sich über den hinteren 
Teil der stachligen Rückenflosse und über den ganzen gliederstrahligen 
Teil derselben, kreuzt den Rumpf vor Beginn des Schwanzstieles 
und bedeckt hierauf nach vorne ziehend die Afterflosse. Der freie 
Rand der Gliederstrahlen in aer Rücken- und Afterflosse ist schmal 
hell gesäumt. Schwanzflosse und hintere Hälfte des Schwanzstieles 
weiß. Hindere Hälfte der Schwanzflosse wässerig schwärzlich. • — 
Länge bis 15cm. — Heimat: Japanische Küste bei ToKio, Yedo, 
Yokohama. 

Von den Fischern ,,Oyosciracodai" (Yosciwara, eine Ortschaft 
am Golfe von Suruga, am Fuße des Fubihama) genannt. 

Cliactodon daedalma Jordarv u. Fowler 
Chaeiodon daedalma Jordan u. Fowlei, Chaet. Japan, Proc. U. S. Nat. 

Mus. XXV, 1903. p. 538, (mit Abb.). 

D XII bis XIII 22, A III 16, L. la.. 46, L. transv. 6/18. 

Kopf klein, das Profil darüber schräg vertikal, und die Schnauze 
vorgezogen, Auge kleiner als die Schnauze, Zähne gekrümmt und in 
borstenähnlichen Bändern auf j edem Kiefer vorragend. Weiche Rücken- 
und Afterflosse abgerundet. Schwanzflosse gerade abgestutzt. Seiten- 
linie hoch, gewölbt, gleichlaufend mit der Rückenflosse, und unbe- 
stimmt auf dem Schwanzstiel. 

Farbe (in Alkohol) dunkel schwarzbraun, die Schuppen üoerall in 
ihrem Innern bleichgelb und ihre Ränaer breit eingefaßt mit schwarz- 
braun, ein schönes genetztes Muster bildend. Die Enden der weichen 
Rücken- und Afterflosse und die Schwanzflosse breit gelb gesäumt. 
Brustflosse schwärzlich mit einem großen gelben Fleck in ihrer Mitte. 
Bauchflossen und der Raum davor und zwischen ihrer Basis tief dunkel- 
braun; entlang den Seiten sind longitudinale ' dunkle Bänder gebildet, 
dem Verlaufe der Schuppenreihen folgend. — Totallänge ö^/g Zoll 
(inches). — Heimat: Nafa, Okinawa, Yonekichi, Koneyama. 

Chaetodon decipiens E. Ahl bp. n. 

Chaetodon nippon (nicht Döderlein) Jordan u. Fowler, Jap. Chaet. 
Proc. U. S. Nat. Mus. XXV, 1903, p. 537. ■ 
Nach genauem Vergleich der mir vorliegenden Type v jn Ch. nippon 

Döderlein mit der Beschreibung von Jordan u. Fowler komme. 

ich zu dem Ergeonis, daß letzteren beiden eine andere Art vorgelegen 

haben muß, wesTvegen ich diese Art auch dci^ Namen decipiens (gleich 

täuschend) gegeben habe. 

D XIII 20, A III 17, L. lat., 49 L. transv. 4/20. 

Schnauze nicht sehr vorgezogen und zugespitzt, kürzer alö der 
Augendurchmesser, der etwas über 3 mal in der Kopflänge enthalten 
ist. ]. und 2. Rückenflossenstachel kurz, die anderen ungefähr gleich 
lang; weiche Rückenflosse hinten mit stumpfen Winkel, Afterflosse 
abgerundet. Schwanzflosse schräg abgestutzt, die oberen Strahlen 

5. Heft 



so 



Ernst Ahl: 



etwas länger. Seitenlinie hoch, den Rand der Rückenflosse begleitend, 
dann abwärts auf den Schwänzstiel bis zur Basis der Schwanzflosse. 
Schwanzstiel zusammengedrüclct, dreimal im Kopf enthalten. 

Farbe (in Alkohol) dunkelbraun, die stachlige Rückenflosse hinten, 
die weiche Rückenflosse und die weiche Afterflosse sehr tief dunkel- 
braun, die zwei letzteren schmal weiß gesäumt. Kopf dunkel oben, 
die liippen schwärzlich; Schwanzflosse weißlich, der Randteil breit 
grau. Auf den Seiten sind Züge von vielen unbestimmten Längsbändern, 

— Fundort : Misaki. — Länge ö^Vie ^oU (inches). — Heimatlicher Name 
„Shirakodai" (kleiner weißer Barsch). 

Chaetodon howcnsis Waite 

Chaetodon liowensis Waite, Ree. Austr. Mus. V, p. 35. 
D XII 25, A III 18, L. lat. 48, L. transv. 10/24. 

Präoperculum gezähnelt, sein Winkel schwach ausgezogen. 
Schnauze mäßig vorgezogen. Hinterer Rand der Rückenflosse ein 
wenig abgerundet. Schwanzfiosse schwach gerundet, der Stiel sehr 
kurz, seine geringste Höhe 2 mal des Augendurchmessers. Die 
Seitenlinie folgt der hohen Wölbung des Rückens und ist auf der 
Mitte der Schwanzflosse fortgesetzt bis zur Basis der Strahlen. 

Färbung: Grundfarbe weiß, alle Stacheln gelb; Zeichnungen 
dunkelbraun oder schwarz. Eine breite mediane Linie beginnt auf 
der Oberlippe, geht durch die Nasenlöcher, verschmälert sich und 
endet in einem Punkt über die Augen. Ein breites Okularband, 
Schmäler als das Auge, beginnt hinter diesem Punkt und geht schräg 
vorwärts und abwärts zum Interoperculum. Von drei Körperbändern 
entspringt das erste von der Basis der vorderen drei Rückenflossen- 
stacheln, geht über das Operculum vor der Brustflosse und den Bauch- 
flossen, das nächste Band, das breiteste, geht vom 6. bis 8. Rücken- 
flossenstachel in den Raum zwischen den Bauchflosscxi und der After- 
flosse; das 3. Körperband verbindet die vorderen Teile der Rücken- 
und Afterflossenstrahlen. Das Schwanzflossenband ist kaum auf 
dem Schwanzstiel und umschließt den basalen Teil der Strahlen. 
Die Rücken- und Afterflossen sind in Einklang mit den Körper- 
zeichnungen gefärbt, die Brustflossen farblos, die Bauchflossen schwarz. 

— Fundort: Lord Howe-Inseln. — Länge: 157 mm. 

Sektion: Chaetodon s. str. = Tetragonoptrus Bleeker. 

Mehr rhomboide Körperform, Schuppen regelmäßig abgerundet, 
und durch deutlich in Längsreihen angeordnete Schuppen gekenn- 
zeichnet. Alle diese Arten haben einen mehr oder weniger zugespitzten 
Schädel; die stachlige Rückenflosse kaum l'^/.^mB,] länger als die weiche; 
die letztere und die Afterflosse stumpf und abgerundet, drei Stacheln 
in der Afterflosse und 10 — 14 in der Rückenflosse. Horizontale oder 
wenig schräge Anordnung der Schuppenreihen unter der Seitenlinie. 



Zur Kenntnis der ;ß[nochenfischfamilie Chaetodontidae usw. gl 



Chaetodon notoplitliainnis E. Ahl sp. n. (Taf. II, Fig. 10) 

D XI 25, A III 19, L. lat. 47, L. transv. 8/22. 

Schnauze etwas vorgezogen, ungefähr gleich dem Augendurch- 
messer; Präoperculum ganzrandig. Rücken- und Afterflosse hinten- 
abgerundet, Schwanzflosse abgestutzt, die geringste Höhe des Stieles 
größer als der Augendurchmesser und etwa 872^^1 in der Körper- 
länge und etwa 6^/3 mal in der größten Körperhöhe enthalten. Seiten- 
linie der Wölbung des Rückens folgend und bis zum Ende der Basis 
der weichen Rückenflosse reichend. 

Färbung (in Alkohol) goldgelb; das braune, nicht sehr scharfe 
Okularband geht bis über das Interoperculum und vereinigt sich mit 
dem entgegenegsetzten in einem nicht sehr deutlichen Fleck auf der 
Brust ; eine sehr breite, aber wenig deutliche Binde geht vom .3. bis 
5. Rückenflossenstachel hinter den Kiemendeckeln über den Brust- 
flossenansatz zur Bauchflosse und hinter dieselbe. Die Brust zwischen 
den Kiemendeckeln und diesem Bande leuchtend hellgelb. Ein 
anderes, nur leicht angedeutetes Band geht von den letzten Stacheln 
der Rückenflosse zur Mitte der Afterflosse. Ein nicht sehr deutliches 
Band umzieht den Schwanzstiel. Ein tiefschwarzer länglicher Fleck 
befindet sich auf den letzten Stacheln und den ersten Strahlen der 
Rückenflosse. Zwischen den breiten Körperbinden in der unteren 
Körperhälfte besitzt jede Schuppe einen leuchtenden silberweißen 
Fleck; diese Flecken bilden etwa 8 — 10 Längsreihen. Weiche Rücken- 
und Afterflosse mit einer schwarzen, intramaginalen Linie vor dem 
weißen Endsaum. Schwanzflosse mit einem nur angedeuteten halb- 
mondförmigen Bande und hellem Randsaum. Bauchflossen gelb. 
— Fundort unbekannt. — Länge 135 mm. 





Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 


cd 


länge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Förper 


P. C. 


1. 


20 415 


13,5 


125 


/t9 


47 


'In 


3V. 


1 


11 


P>A 



9 

'S 

a . 

r 


p.c. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


8^/. 


3^/5 


11,1 


? 


gut 


F.E.Schulze 


Type der 
Art 



Beschreibung der Tjrpe: Der Körper ist sehr hoch, fast kreisrund; 
oberes Kopfprofil konkav, unteres Kopf- und Körperprofil konvex. 
Der Körper geht ganz unmerklich in die Flossen über, die sehr hoch 
geschuppt sind. Kopf mittelgroß, ungefähr 3^/5 mal in der Körper- 
länge enthalten. Das Präoperculum ist nicht gezähnelt, der untere 
Rand etwas konvex gebogen. Maul nicht sehr groß, Schnauze spitzig, 

Archiv fUr Naturgeschichte. 

1923. A. 5. 6 S.Heft 



8^2 



Ernst Ahl: 



Zähne borst enförmig. Auge ziemlich groß, gleich der Schnauzenlänge 
und etwa 8^4 mal in der Kopflänge und etwa 11 mal in der Körperlänge 
enthalten. Interorbitalraum etwas größer als das Auge. Schuppen 
nicht sehr groß, in regelmäßigen Keihen angeordnet. Die Seitenlinie 
geht vom oberen Bande des Operculums, im sanften Bogen der W ölbung 
des Kückens folgend, bis zum Ende der Basis der weichen Rücken- 
flosse. Schwanzstiel ziemlich kurz und hoch, etwa 8^ 12^3^1 in der 
Körperlänge und etwa GYanial in der Körpeihöhe enthalten, größer 
als der Augendurchmesser. Stachlige Rückenflosse auffallend niedrig, 
der 5. Stachel am längsten und etwa 8 mal in der Körperlänge ent- 
halten, ebenso lang als der 3. Afterflossenstachel. Strahlen der weichen 
Rückenflosse länger als die letzten Stacheln und gleichmäßig gerundet. 
2. Stachel der Afterflosse am stärksten, aber kürzer als der 3., der 
gleich dem 5. Rückenflossenstachel ist. Brustflossen (3. Strahl) länger 
als die Bauchflossen und etwa 4V4mal in der Körperlänge enthalten. 
Die Bauchflossen erreichen den After nicht. Die Strahlen sind be- 
deutend länger als der Stachel und enden in einer ausgezogenen Spitze. 
Der Bauchflossenstachel selbst ist etwas über 6 mal in der Körper- 
länge enthalten. 

Chaetodon modestus Temm. u. Schlegel 
Chaetodon modestus Temm. u. Schlegel, Faun. Jap. Poiss. p. 80 
taf. 41, fig. 2, 1847. Kaup, Arch. für Naturgesch. 26, 18G0, 
p. 153; Steindachner u. Döderlein, Fische Jap. . p. 23, 1884; 
Günther, Cat. Fish. II p. 10, 1860; Bleeker, Ichth. Faun. Jap. 
1853, p. 8; Scale, Fish. Hongkong, Phil. Journ. Sei. IX, 1914, 
. p.72. 

Chaetodon ocellatus Gronow, Cat. Fish. Ed. Gray, 1857 p. 68 (nicht 
ocellatus Bloch). 

Coradion modestum Jordan u. Snyder, Cat. Fish. Jap. 1913 p. 211. 
Coradion desmotes Jordan u. Fowler, Proc. U. S. N. Mus. XXV 1903, 
p. 539. 

D XI 21—23, A III (16—) 18—20, L. lat. 46, L. transv. 13/25—28. 

Körper sehr hoch, kurz, und seitlich zusammengedrückt. Stach- 
liger Teil der Rückenflosse sehr hoch; Schnauze vorgezogen, ungefähr 
ebenso lang oder etwas länger als das Auge; Präoperculum gezähnelt. 
Weiche Rücken- und Afterflosse abgerundet und hinten fast senkrecht 
abgestutzt. Seitenlinie im hohen Bogen bis zum Ende dei Rücken- 
flossenbasis. 

Färbung (in Alkohol) hellbraun; Okularband vom 1. Rücken- 
flossenstachel durch das Auge bis zum Interoperculum fast so breit 
als das Auge, braun, mit schwärzlichem Rande. Ein schmales sch^värz- 
liches Band von der Supraoccipitalregion zur Schnauzenspi'ze; ein 
breites, braunes, schwarz eingefaßtes Band vom stachligen Teil der 
Rückenflosse zum Bauch, und ein ähnliches, ebenso breites Band 
von der weichen Rücken- zur Afterflosse. Ein schwarzer, hell ein- 
gefaßter Augenfleck zwischen dem 3. und 7. Strahl der weichen Rücken- 
flosse auf der oberen Hälfte. Schwanzbasis mit einem braunem Band 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



83 



nach hinten grau; Bauchllossen schwärzlich. • — Heimat: Japanische 
und chinesische Gewässer, nicht überall vorkommend. Im Sommer 
ziemlich gemein in der Bucht von Nagasaki; er wird gegessen. — 



« 

g - 


Katalog 
Nr. 


Total- 




A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 




länge 


D. 


tiansv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 


1271 


6,2 


"As 




46? 


l^?/2s? 


2-7, 


1 


7V2 


A>P 


2. 


1271 


12,1 




720 


46? 


"/28? 


Ü.3 


Ü. 1 




A<P 


3. 
4. 


20 389 
10 608 


11,3 
13,1 


/23 


/l9 


46 
46 


13/ 

121 


f. 3 
3 


1 

e. ü. 1 


8V. 


A<P 
A<P 



P. C. in 

Körper 



Kopf iu 
Körper 



Körper- 
länge 



Fundort 



Erhaltung 



Sammler (Geber) 



8V2 



274-V5 

f. 3 
ü.3 



5,1 

10,2 

9,3 
10,7 



Japan 

Japan 

Kobe 
Yedo 



leidlich, 
entschuppt 

leidlich, 
entschuppt 
gut 
gut 



Schlegel 

Schlegel 

Gordon u. Smith 
Hilgendorf 



Type der 

Art 
Type der 

Art 



Bei dem kleinsten mir vorliegenden Exemplare fällt besonders 
die leuchtend silbrig weiß gefärbte Brust auf. 

Farbe im Leben (nach Temm. u. Schlegel): Grundfarbe weiß mit 
grauem Schimmer, das zum großen Teil durch vier Querbänder von 
hellbrauner Farbe bedeckt' wird, die den Körper dieses Fische? 
schmücken. Das 1. dieser Bänder ist schmal; es beginnt vor dem 
1. Kückenflossensbachel, zieht sich durchs Auge und verlängert sich 
über das Präoperculum. Das 2. entsteht zwischen dem 5. und 7. Strahl 
der Rückenflosse; es zieht sich nach vorn bis zur Basis der Brust- 
flossen und nimmt nach unten den Zwischenraum zwischen den Bauch- 
flossen und dem After ein und verbreitert sich noch über den ganzen 
weichen Teil der Bauchflossen. Das 3. Band ist ebenso breit als das 
vorhergehende; es breitet sich aus zwischen der Basis des weichen 
Teiles der Rücken- und Afterflosse. Das 4. ist schmal und befindet 
sich auf der Basis der Schwanzflosse. Man sieht einen runden Fleck 
von schwarzer Farbe und mittlerer Größe auf dem oberen Teil des 
weichen Rückenflosse. Die Schwanzflosse ist schwärzlichgrau; aie 
Brustflossen von einem sehr hellen Braun sind an ihrem hinteren 
Rande von einer breiten schwärzlichen Kante umzogen. Schwarz 
befindet sich noch bei den ersten beiden Stacheln der Rückenflosse 
und den harten Stacheln der Bauchflossen. Die Iris des Auges ist 
weiß wie Milch, vermischt mit gelb. Nach dem Tode werden die 
Farben dieses Fisches blaß und das Weiß verwandelt sich in ein bräun- 
liches Gelb. 



6* 



5. Heü 



84 



Ernst Ahl: 



Der einheimische Name dieses Fisches ist in Japan ,.Hatatate'' oder 
., Yakkodai", bei den Chinesen ,,Tseen tsuij la" oder ,,Tseen Isui 
lap" oder ,,Tsim tsuy lap". 

Cliaetodoii aureofasciatus Macleay 
Chaetodon aureofasciatus Macleay Fish. Port Darwin, 1878 p. 351, 
tab. 8 fig. 3, Proc. Linu, Soc. IS. S. Wales II; Klunzinger, Austr. 
Fische. S. B. Ak. Wien, 80 I p. 360. 

D XI 21—22, A III (16-) 19—20, L. lat. 40-45, L. transv. 
12—3/27. — Höhe des Körpers gleich der Länge ohne Schwanzflosse; 
Schnauze kurz; Moul sehr klein; Zahnbündel ziemlich platt ; Rücken- 
und Afterflosse hinten abgerunilet; Schwanzflosse abgestutzt. — 
Färbung einfarbig gelblichbraur. eine hellere, goldige; dunkel ge- 
säumte schmale Binde vom Kact^en durch dar^ Auge zur Brus';, (ine 
zweite vom oberen Ende d«^r Kiemenöffnung herab über die Basis 
dei Brustflosse gegen den Bauch, den^;elben nicht ganz erreichend. 
— L<änge etwa 10cm. — Heimat: Port Darwin. 

Chaetodon octolasciatus Bloch 

ValentjTi. Amb. fig. 300?; Klein, Miss. Pisc. III, p. 36, tab. 9 fig. 3; 
Seba, Thcb. III, p. 67, tab. 25, fig. 12. 

Chaetodon ociofasciatus Bloch, Ausl. Fische III p. 113 tab. 215, fig. 1; 
Linne Gmelin, Svst. Nai. ed 13a. p. ]262; Bloch- Schneider, Syst. 
p. 223; Lacepede, Poiss. IV, p. 491, 492; Cuv. u. Tai. Poiss. VII, 
p. 17; Bleeker, Verh. Bataw. Gen. 18, Chaet. p. 16; Günther, 
Cat. Fish. II, p. 17; Kner, Zool. Reise Nowara, Fische p. 9H.; 
Day, Fish. Ind. 1876, p. 108; Day, Fish. Brit. Ind. 1889, p. 9. 

Chaetodon octolineatus Gronow, Cat. Fish, ed Gray, p, 69. 

Citharoedus octolasciatus Kaup, Chaet. Arch. für Natm'g. XXVI 
1860, p. 142 

Tetragonoptrus octoiasciavis Bleeker, En. Poiss. Amo. iSed. T. Dierk. 
II. p. 282; Bleeker, Atlas Chaet. tab. 14, fig. 3; Bleeker, Chaet. 
p. 70. 

D XI 19-22 (seltener XII 18-19), A III 16—18, L. lat. 46-48 
(- 50), L. transv. 12/21—22 (-24). 

Schnauze ziemlich stumpf, kaum so lang als der Augendurchmesser; 
Präoperculum leicht gezähnelt (bei meinen Exemplaren; Günther 
sagt ganzrandig, während Kner wiederum schreibt: Vordeckel ist 
ringsum deutlich und am abgerundeten Winkel und dem unceren 
Rande sogar ziemlich stark gezähnt). Rücken- und Afterflosse hinten 
abgerundet. Schwanzflosse hinten nur schwach abgerundet, oder 
abgestutzt, die geringste Höhe des Schwanzstieles etwa 8^2-8^/4 in 
der Körperlänge und etwa 6^/3- ^/3 in der größten Körperhöhe ent- 
halten. Seitenlinie in ziemlich flachem Bogen bis zum Ende der 
Rück^nflossenbasis. 

Körpei färbe gelb ; über üie Stirn zu den Lippen ein schwarzer Längs- 
streifen; Augenstreifen geht bis zur Brus:., der zweite über aas Oper- 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 85 





Type der 
Art 


Sammler 
(Geber) 


Bloch 
Robde 
Bloch 
Gerrard 
Salmin 
Schoede 

Schoede 

Schoede 

Schoede 

Schoede 
Schoede 




flaut 

trocken 

leidlich 

gut 

sehr 
gut 
sehr 
gut 

sehr 
gut 

sehr 
gut 

sehr 
gut 

sehr 
gut 
sehr 
gut 


Fundort 


Ost- 
indien - 
Neu- 

Ind. 

Ocean 
Mysol 

Sansibar 

Matschin- 
Bougain- 

ville 
Matschin- 
Bous:ain- 

ville 
Matschin- 
Bougain- 

ville 
Talassia, 

Neu- 
Pommern 
Talassia 

Talassia 


eSu'B{idd.iQX 


<>\ ^ 
D," ixT ocT i> co" \a -r^ in \o 


Kopf in 
Körper 


% % ^-^^^ ^ ^ <' ^ ^ 
. CO :S CO CO CO CO 

CO m CO 


P.C. in 
Körper 


'^If -<! --Z.' ^ 

^ ^ 5b ob ob ob ob ä' :s ob ob 


Auge in 


P. C. 


<3i<l<i<^<i^ <1 <s\ <s* ^ < 

A V II A A V A A V II II 

CLiP^PnpLipHfli Ph CIh Ph P-iüh 


Körper 


5^oDob;:^a>*^ 05 05 oDob 


Schnau- 
ze 


CV.1. t-H 1— 1 ^ 

^1 ^ f 1 j ic^ lO iO 10 f| * 


Kopf 


^ (M ^T^ CO cT^ (M Cl Ol Cl ?r~ 
^ :3 :S CM :S Ol 




^ Cl Cl CI Cl Cl Cl Cl — 

— S r, Cl Cl ,^1 

^ Cl M Ci Cl cT^ Cl Cl 


"in'T. 


i:^- 00 IT- !>. CO CO 00 
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t-- o CO o t~- CO o CO CS CO 
rcc^cocoMc: et c; c; c3ot 




a n &> Ci C5 es oso 


eSuKiiBjox 


iq^ CO^ 05 05^ CO CO lO^ 

oo"io"i>'crodio i> co" o coco" 




' 8 152 
14 212 
1221 

7 796 

8 271 
20 400 

20 400 

20 400 

20 401 

20 401 
20 401 


•ifi epuejntq 


i-i caco^^tioco r- oo Oi O'-h 

r-i y-l 



5. Heft 



86 



Ernst Ahl: 



culum und die Brust zu den BaucM lossen ; der dritte vor, der vierte 
hinter das After, der fünfte, sechste und siebente über die hinteren 
leile der Rücken- und Afterflosse, aer siebente Streifen gehe über 
den Schwanzstiel, wo er sich öfter zu einem ovalen, weiß umgrenzten 
Augenfleck ausbreitet (Geschlechtsunterschiede?); der achte bildet 
den Flossenrand, der an der Rückenflosse nach innen weiß gesäumt 
ist. Schwanzflosse mit einem schmalen schwarzen Querstreifen, 
hinter dem eine bräunliche Binde läuft. Brustflossen gelb. Zwischen 
der 4. und 5. Binde manchmal ein großer schwarzer Augenfleck, der 
aber raeist verwaschen ist und auch sehr oft fehlt. — Heimat : Singapur, 
Bangka, Java, Celebes, Amboina, Ceram, Neu- Guinea, Zanzibar. 

In Batavia wird dieser Fisch „Kepper-lawuf* genannt und in 
Madras ,,Munja cooli min". ■ — Länge bis 101 mm. 

Chactodon flavirostris Günther 
Chaetodon flavirostris Günther, Fische Südsee, p. 41, pl. 32, fig. a; 
Jordan u. Scale, Fish, Samoa p. 341. 
D XII 26 A III 20, L. lat. 45. 

Schnauze kurz, spitz, kaum so lang als das Auge, mit konkavem 
oberen Profil; der obere Teil des Nackens steht höckerartig vor. 
Schwanz- und Afterflossen hinten abgerundet. Das Okularband ist 
nur unter dem Auge deutlich abgegrenzt, etwas schmäler als das 
Auge und erstreckt sich über das Interoperculum. Der Nackenhöcker 
ist schwarz. Schnauze vor dem Okularband gelb. Der ganze Körper 
schwarz braun. Ein schwarzes, hell gesäumtes vertikales Band erstreckt 
=ich von der Mitte der weichen Rückenflosse bis zu den Afterflossen- 
stacheln herab. Die Teile hinter diesem Bande sind grau. Die Rücken- 
und Afterflosse mit breitem schwarzem Saum. Schwanzflosse mit einem 
schmalen, schwarzen, halbmondförmigen Querbande in der Mitte. 
Bauchflossen schwarz. ■ — Fundort: Freimdschaftsinseln (Vavau). 

Chactodon corallicola Snyder 
Chaetodon corallicola Snyder, f ish. Havai, Bull. U. S. Fish. Comm. 
XXII, p. 531, pl. 11, fig. 20; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, 
p. 341. 

D XIII 21, A III 18, L. lat. 30, L. transv. 4/12. 

Vorderes Profil zwischen Schnauze und Rückenflosse ziemlich 
steil, leicht konvex über dem Auge, Schnauze kurz, etwas kürzer 
als das Auge. Seitenlinie aufwärts gebogen una sich konstant nähernd 
dem Rücken, bis sie nahe dem Ende der Rückenflosse verschwindet, 
sich nicht auf den Schwanzstiel ausdehnend. Schwanzflosse abgestutzt, 
obere Strahlen länger als die unteren. 

Farbe (in Alkohol) dunkelsilbrig, bräunlich »m Rücken, die dunkle 
Farbe in der Gegend der Brustflossen nach unten gehend. Schuppen 
auf den größeren Teil des Körpers mit dunkleren Zentren und helleren 
Rändern. Hinterer Teil des Körpers mit vielen dimklen Flecken., 
ungefähr halb so groß als aie Pupille, Kopf mit einer senkrechten, 
bräunlichschwarzen Binde, deren hinterer Rand von der Einlenkung 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodoutidae usw. 



87 



der Rückenflosse durcli den hinteren Rand des Auges geht, dann sich 
nach rückwärts umbiegt bis zum Anfang der Bauchflossen. Breite 
dieses Bandes etwas weniger als der Augendurchmesser. Interorbital- 
region, Schnauze und Oberlippe dunkelbraun; Rücken- una Afterflosse 
schmal dunkel gerandet, Strahlen mit weißem Rand; schuppiger Teil 
der Rückenflosse mit großen, unregelmäßigen dunklen Flecken, durch 
schmale, helle Zwischenräume getrennt, die die Form eines Netzwerkes 
annehmen. Schwanzflosse hell, breit dunkel gesäumt, Brustflossen 
hell; Bauchflossen schwärzlich gegen den freien Rand. ■ — Fundort: 
Sandwichinseln. 

Chaetodon mitratus Günther 
Chaetodon mitratus Günther, Cat. Fish. II, p. 16. 

D XIII 19, A III 14, L. lat. 35, L. transv. 6/15. 

Schnauze mäßig vorgezogen; Präoperculum ganzrandig; Rücken- 
und Afterflosse hinten abgerundet. 

Das Okularband kreuzt den Kopf über dem Auge und reicht 
nicht bis zum Interoperculum. Ein breites, schräges braunes Band 
von der Höhe des Nackens gegen den weichen Teil der Afterflosse, 
die von ihm nicht erreicht wird; ein zweites parallel am Rücken entlang 
zur unteren Seite des Schwanzes; Schwanzflosse, Afterflosse- und 
Bauchflossen gelblich, die Rückenflosse mit einer schmalen, braunen, 
intramarginalen Linie. — Heimat unbekannt, vielleicht Mauritius? 

Chaetodon scdentarius Poey 

Chaetodon sedentarkis Poey, Mem. de Cuba II, p. 203, 1858; Eigen- 
mann u. Hornung, Chaet. N. Am. Ann. N. Y. Ak. Sei. IV, 1887, p 8; 
Jordan u Evermann, Fish. N. and M. Am. II p. 1675, 1898; 
Boeke, Rapp. Col. Curakao 1919, p. 90; Evermann u. Marsh, 
Fish, of Portorico, p. 219, pl. 34. 

Chaetodon gracilis Günther, Cat. II p. 20, 1860. 

Sarothrodus sendentarius Poey, Syn. Pisc. Cub. p. 364, 1868, Poey, 
Enum. Pisc. Cuba, p. 62, 1875. 

D XIII 23, A III 19, L. lat. 38-42, L. transv. 7—8/17. 

Schnauze mäßig vorgezogen, kaum so lang wie das Auge; Prä- 
operculum leicht gezähnelt, Kopf etwa 3^/3 — 3V2mal in der Länge 
enthalten. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet; Schwanz 
abgestutzt, die geringste Höhe des Schwanzstieles nar wenig größer 
als der Augendurchmesser und etwa 9 mal in der Körperlänge und 
etwa 6V5— Vs^nal in der größten Körperhöhe enthalten, Seitenlinie 
in sanftem Bogen der Wölbung des Rückens folgend bis zum Ende 
der Rückenflossenbasis. 

Körper gelblich, nach oben zu dunkler; Okularband dunkelbraun, 
vom ersten Rückenflossenstachel bis über das Interoperculum reichend; 
oberhalb des Auges so breit, unterhalb desselben schmaler werdend, 
vorn weiß eingefaßt, hinten von einer breiteren gelben Binde begleitet. 
Ein sehr breites schwarzbraunes Band vom hinteren Teil der weichen 
Rückenflosse über den Schwanzstiel bis zum hinteren Teil der weichen 



5. Heft 



58 



Ernst Ahl: 



Afterflosse. Schwanzflosse leuchtend gelb, desgl. die Bauchflossen. 
Rückenflosse mit einer sehr schmalen, schwarzen, intramarginalen 
Linie vor dem weißen Randsaum, ebenso Afterflosse mit einem schmalen 
weißen Randsaum. — Heimat: Westindien, ziemlich selten. — Länge 
etwa 11 cm. 



Laufende 
Nr. 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


D. 


A. 


L. lat. 


L 

tiansv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p.c. 


1. 

2. 


5 949 
18 317 


103 

11,0 


13/ 

/ 23 


3/ 
l /19 


40 
42 


l 


2^/4 

2% 




e. Ü.9 

9Vo 


P=: A 

P> A 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


e. ü. 9 




8,4 


Cuba 


sehr gut 


Poey 


Type von 












sedentarius 


2. 


9 


f. 37, 


9,2 


St. Thomas 


sehr gut 


Kükenthal u. 










Hartmeyer 





Chaetodon robustus Günther 
Chaetodon rohustus Günther, Cat. Fish. II, p. 18. 
D XII 22, A III 18, L. lat. 35, L. transv. 5/15. 

Schnauze mäßig vorgezogen, so lang als der Augendurchmesser 
und etwas konisch; der untere Rand des Präoperculum leicht gezähnelt. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. 

Das Okularband ist viel schmaler als das Auge, und reicht über 
das Interoperculum, es scheint etwas heller unter dem Auge zu sein. 
Ein braunes vertikales Band vom 3. und 4. Rückenflossenstachel 
bis hinter die Basis der Brustflosse, ein anderes viel breiteres ist weiß 
eingefaßt, und dehnt sich von den Spitzen der letzten 5 Rückenflossen- 
stacheln über die ganze weiche Rückenflosse abwärts bis zum hinteren 
Drittel der Afterflossenbasis aus; es nimmt die ganze weiche Rücken- 
flosse ein mit Ausnahme eines hellen Randes und einer schmalen 
bräunlichen, intramarginalen Linie, während es sich nicht auf die 
Afterflosse ausdehnt. Ein schmales braunes Band rund um den freien 
Teil des Schwanzes; ein einzelner bramier Streifen in der Mitte der 
oberen Fläche des Kopfes. Jede Schuppe des Schwanzstieles innerhalb 
imd außerhalb des braunen Bandes hat einen silbrigen Fleck. Schwanz- 
flosse, Afterflosse und Bauchflossen weißlich (in Alkohol). — Fund- 
ort unbekannt. 

Chaetodon trieiuctus Waite 
Chaetodon tricinctus Waite, Ree. Austr. Mus. lY, p. 45; Waite, Ree. 
Austr. Mus. V, p. 32. 

D XII 20, A III 17, L. lat. 40, L. transv. 14/26. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



89 



Präoperculum gezähnelt. Körper kurz, hoch und stark zusammen- 
gepreßt. Schwanzflosse abgerundet ; die Seitenlinie bildet eine mäßige 
Kurve vom Operculum bis zum Ende der Kückenflosse, wo sie bei 
der Vereinigung aieser ilosse mit dem Schwanzstiel endet. 

Färbung: Grundfarbe gelblich (in Alkohol), vertikal vollkommen 
durchzogen von drei breiten, schwarzen Bändern; das erste (das 
Okularband) umfaßt die Basis des 1. Kückenflossenstachels, geht 
durch das Auge und schräg abwärts auf die Brust; das zweite ist 2 mal 
so breit als das erste; es entspringt vom 4.' — 8. Stachel und mit einem 
Bogen nach vorn nimmt es den unteren Kand zwischen den Bauch- 
flossen und der Afterflosse ein und ist unten schmäler als oben. Das 
3. Band ist dem zweiten an Breite gleich, es beginnt am 10. Stdchel, 
und ein Band von der Grundfarbe lassend einen Augendurchmesser 
breit, reicht es bis zur Basis des 3. Afterflossenstachels. Die Schwanz- 
flosse hat ein gleiches Endband, vorn konvex; aie paarigen Flossen 
sind ohne Merkmale. — Länge bis 185 mm. — Fundort: Lord Howe- 
Inseln. 

In einem späteren Bericht gibt Waite nach einem besseren Exemplar 
Ergänzungen der Färbung, die ich im Auszug wiedergebe. — Die 
Grundfarbe ist hellgelb. Die Stirn des Kopfes von der Schnauze bis 
über die Augen ist glänzend orange ; das ist auch die Farbe der oberen 
und unteren Endungen des Okularbandes, des häutigen Saumes des 
Operculum, des angrenzenden Teiles des Körpers und der oberen 
Basis der Brustflosse: die innere Basis dieser Flosse ist völlig orange, 
die Membranen der Kücken- und Afterflosse, außer wo sie wie die 
Körperbinden gefärbt sind, sind von der glänzendsten Orange färbe, 
die auch die breiten Känder der Kücken- und Afterflossenstrahlen 
färbt. Diese Farbe ist abgegrenzt von der blasseren Grundfarbe 
durch eine schmale, weiße Linie, die hinten stärker ausgedrückt ist. 
Die Schwanzflossenstrahlen mit Ausnahme eines grauen hinteren 
Saumes, sind auch leuchtend orange. — Die Brustflosse hat einen 
ausgezogenen oberen Winkel, und nicht die in der Figur dargestellte 
Gestalt 

ChaetodoD striatus Linne 
Seba. III p 259: — Klein, Miss. IV pl. 10, fig. 4, pl. 11, fig. 4; 
Duhamel, Peches, IV, pl. 13, fig. 3; Artedi, Syn. p. 95, J738 No. 7; 

Linne, Amoen. Ak. I, p. 595, 1749. 
Ckaetodon spec. Gronow, Zoophyl. No. 235. 

Chaetodon striatus Linne, Syst. Nat. ed. X, p. 275, 1758; — - Linne, 
Syst. Nat. ed. XIL p. 464, 1766; Bloch, Ichth. taf. 205, fig. 1, 
1787; — Gmelin, Syst. Nat. I p. 1249, 1788; Bloch- Schneider, 
Syst. Ichth. p. 222, 1801; Turton, Linn. Syst. Nat. I p. 772, 
1806; Cuv.-Val., Poiss. VII, p. 10, 1831; Storer, Svn. Fish. 
N.Am. p. 338, ]845; Gronow, Cat. Fish. Brit. Mus. p. 68, 1854; 
Poey, Mem. de Cuba II. p. 371, 1860; Castelnau, Anim. Am. 
Sud. Poiss. 19, 1850 p. 61; Günther, Cat. Fish. II, p. 8, 1860; 
Eigenmann u. Hornung, Kev. Chaet. N. Am. Ann. N. Y. Ak. Sc 

5. Heft 



90 



Ernst Ahl: 





var. 
albipinuis 


Ssramler 
(Geber) 


Hartmeyer 
Hartmeyer 
Hartraeyer 
Hartmeyer 
Hartmeyer 

Hartmeyer 
Finsch 

Finsch 

Moricard 
Moricard 
Kükenthal u. 
Hartmeyer 

V. Olfers 
Schomburgk 
Schomburgk 
Schomburgk 

Poey 

Poey 

Bloch 
Bloch 
Graf V. Borck 


Erhaltung 


sehr gut 
sehr gut 

gut 
sehr «"ut 
leidlich, 
beschäd. 
sehr gut 

gut 

gut 

gut 
gut 
sehr gut 

trocken 
trocken 
trocken 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 

gut 
leidlich 

gut 
leidlich 

gut 
leidlich 

gut 


Fundort 


Kingston 
Kingston 
Kingston 
Kingston 
Kingston 

Kingston 

Neu- 
Fundland 

Neu- 
Fundland 
Brasilien 
Brasilien 
St. Thomas 

Bras. Meer 
Barbados 
Barbados 
Barbados 
Cuba 
Habana 

Ind. Ocean? 
Ind. Ocean? 


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Kopf in 
Körper 


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Körper 


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Katalog 
Nr. 


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r-i oi CO* lO cd i> od OS ö 1-H ci CO in cd c- od oi ö r* co 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



91 



IV. p. 8, 1887; Jordan u. Evermann, Fish. N. a. Middle Am. 
II p. 1677, 1898; Cuvier, Eegne animal. III. Poiss. pl. 37, fig. 1; 
Raup, Chaet. Arch. f. JSaturg. XXVI, 1860, p. 152; Boeke, Kapp. 
Cura9ao 1919, p. 91; Evermann u. Marsh, Fish. Portorico p. 249, 
pl. 34. 

Saroihrodus striatus Poey, Syn. Pisc. Cuba. 352, 1868; Poey, Enum. 
Pisc. Cub. p. 62, 1877. 

D (XI—) XII (—XIII) (19—20—) 21—22, A III (16—) 17—18, 
L. lat. 38—42, L. transv. 7-8/16. 

Schnauze wenig vorgezogen, kaum so lang wie der Augendurch- 
messer, der kaum dreimal in der Kopflänge enthalten ist. Präoperculum 
am Winkel leicht gezähnelt. Seitenlinie in gleichmäßigem. Bogen bis 
zum Ende der Rückenflosse. Rücken- und Afterflosse enden hinten 
in einem etwas stumpfen Winkel. 

Seiten weißlich, den Schuppenreihen folgend dunkle Bänder, 
die oberhalb der Körpermitte nach hinten und oben, die unterhalb 
nach hinten und unten laufen. Das Okularband von der Höhe des 
Nackens durch das Auge bis zum Unterrand des Interoperculum, 
manchmal undeutlich auf der Brust fortgesetzt bis zum Ansatz der 
Bauchflossen; schmaler als das Auge. Ein breites schwarzes Band 
vom 2., 3. und 4. Rückenflossenstachel hinter den Brustflossen bis 
in die Mitte des Bauches zwischen den Bauchflossen und der After- 
flosse. Ein ähnliches Band von den letzten fünf Rückenflosserstacheln 
zur Mitte der Afterflosse, dann das aächste oben mit dem vorigen 
zusammenstoßend, über den Schwanzstiel, das letzte Band über die 
Mitte der Scbwanzflosse, auf der weichen Rücken- und Afterflosse 
fortgesetzt. Schwanzstiel häufig dunkler marmoriert. Die senkrechten 
Flossen mit einem breiten gelblichen Saum. Bauchflossen schwarz. 
Junge Stücke haben einen bestimmten, runden, schwarzen, weiß- 
gerandeten Fleck nahe des oberen Teiles des 4. Bandes. — Länge 
bis ] 4,3 cm. — Heimat: Westindien bis Brasilien, von den älteren 
Autoren fälschlich für Ostindien registriert, ziemlich häufig. 

Chaetodon striatus L. var. dorsimaciila E. Ahl var. n. 
Günther, Cat. II. p. 9. 

A III 16. Ein runder dunklerer Fleck, wo das 4. Band die Basis 
der Rückenflosse kreuzt. 

Chaetodon striatus L. var. albipiucis E. Ahl var. n. 

Das fünfte, über den Schwanz, die weiche Rücken- und After- 
flosse ziehende Band fehlt, daher die weiche Rücken- und Afterflosse 
und der Schwanz gelblich weiß gefärbt. Schwanz mit einem breiten, 
durchsichtigen Rande. 

D XII 19. 

Einheimischer Name in Cura^ao „Tjamba geel". 

Ö.Ueft 



92 



Eru st Ahl: 



Chaetodon hoefleri Steindachner 
Chaetodon Hoefleri Steindachner, Fische Afrikas 188], p, 14; Roche- 
brune, Act. Soc. Linn. Bordeaux VI, p. 84; Osorio, Jörn. Lisboa 
(II) V p. 196; Pellegrin, Ann. Monaco VI, p. 55; Boeke, Kapp. 
Curarao 1919, p. 255; Fowler, Fishes West Afrika, Proc, U. S. 
Nat. Mus. 56, 1920, p. 259. 
D XI— X 22—24, A III 18; L. transv. 7/1/15. 
Schnauze mäßig vorgezogen, ebenso lang wie das Auge. Weiche 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet, die Schwanzflosse am 
hinteren Rande fast senkrecht abgestutzt, der 1. Strahl der Biuch- 
flosse in eine fadenförmige Spitze ausgezogen. 

Vier braune Querbinden am Kopfe und Rumpfe; die vorderste 
schwach gebogene Querbinde beginnt oben an der Basis des ]. Rücken- 
flossenstachels, nimmt bis zum oberen Augenrande allmählich an Breite 
zu und von dem unteren Augenrande bis zum unteren Rande des 
Zwischendeckels, an dem sie endigt, an Breite ab. Die 2. Querbinde 
beginnt von dem 3.' — 6. Rückenflossenstachel und endigt an der Basis 
des untersten Brustflossenstrahles, sie ist fast ihrer ganzen Längen- 
ausdehnimg nach von gleicher Breite. Die 3. Querbinde ist schwach 
verkehrt S-förmig gebogen und zieht von den zwei letzten Rücken- 
flossenstacheln fast bis zur Basis der Afterflosse herab. Die letzte, 
4. Querbinde des Rumpfes kreuzt den Schwanzstiel und zieht sich nach 
oben und vorne auf den gliederstrahlig ^n Teil der Rückenflosse und 
nach unten auf den der Afterflosse weit foit. Freier Rand der Rücken- 
und Afterflosse hell gesäumt, vor diesen eine schwärzliche Linie. Die 
Schwanzflosse trägt fast in der Mitte ihrer Länge eine halbmond- 
förmige hellbraune Querbinde, welche nach vorne konvex ist. Bauch- 
flossen zunächst der Basis rötlichgelb nach hinten zu perlgrau., Ein 
hell golagelber Fleck liegt fast auf jeder Rumpf schuppe zwischen der 
2. und 3. Leibesbinde imd entspricht seiner Ausdehnung der Größe 
der einzelnen Schuppen. Von der Höhe der Brustflosse angefangen 
bis in die Nähe des Bauchrandes herab sind diese Flecken stark in die 
Länge gezogen und bilden regelmäßige, fast zusammenhängende 
Längsstreifen, während sie weiter nach oben eine kreisrunde Form 
annehmen. Die Grundfarbe des Rumpfes ist bei Weingeistexemplaren 
matt bräunlichgelb. Zwischen dem oberen Ende der Kiemenspalte 
und der Basis der Schwanzflosse liegen etwa 42—44 Schuppen in einer 
Längsreihe. 

Heimat: Goree, Levrierbay, Cape Blanco. — Länge bis 15cm. 

Die Jungen haben den gewöhnlichen Augenfleck auf dem hinteren 
Teil d':'r weichen Rückenflosse noch sehr deutlich bei einem Exemplar 
von 4 cm Länge. Das schmale Quorband auf dem Schwanzstiel und 
den angrenzenden Flossen blaßt mit dem AKer aus. 

Chaetodon luciae Rochebrune 
Chaetodon luciae Rochebrune, Bul. Soc. Philom. (7) IV p. 160; Roche- 
brune, Act. Soc. L. Bordeaux VI. p. 83, pl. IV fig. 1. 
D XII 21, A m 16, L.lat. 46, L. traßsv. 5/12. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Cbaetodontidae usw. 



03 



Schnauze wenig vorgezogen, gleich dem Augendurchmesser; 
Stirnprofil konkav. Präoperculum am Rande nicht gezähnelt. Rücken- 
und Afterflosse hinten abgerunde.-. — Grundfarbe hell goldbraun, 
auf dem Rücken dunkler; die gießen Schuppen tragen einen braunen 
Saum am freien Rand: Okularband braun, halb so breit wie der Augen- 
durchmesser, ein wenig imter das Operculum reichend; ein zweites 
breiteres braunes Band euvspringt am Grund des 3. Rückenflossen- 
stachels und steigt senkrecht herab, indem es unter den Brust- 
flossen hindurch geht; Schwanzflosse keilförmig abgestumpft. Alle 
Flossen hellbraun. — Länge 7,8 cm. — Fundort: Sainte Lucie (Kap 
Vert.) (Senegambien). 

Chactodon Sanctae Helenae Günther 
Chaetodon Sanctae Helenae Günther, Fish. S. Helena, Proc. Zool. 
Soc. London 1868, p. 227; Fowler, Fishes West Afrika, Proc. 
U. S. Nat. Mus. 56, 1920, p. 22L 
D XIII 21—22, A III 19, L. lat. 53. 

Schnauze leicht vorgezogen, ein wenig länger als das Auge, oberes 
Profil konkav; Präoperculum nicht gezähnelt. Weicher Teil der Rücken- 
und Afterflosse niedrig, regelmäßig abgerundet. 

Körper einförmig olivenfarbig; das Okularband ist viel schmaler 
als der Augendurchmesser und viel blasser unter dem Auge, nicht 
unter das Präoperculum sich erstreckend. Die äußere Hälfte der Rücken- 
und Afterflosse ist gelb mit einem schmalen, schwarzen Saum; die 
gelbe Farbe kreuzt den Schwanzstiel; Schwanz- und Bauchflossen 
einförmig hellfarbig. — Länge 5^2 Zoll (inches). — Fundoit : St. Helena. 

Chaetodon Sanctae Helenae Gthr. var. uniformis E. Ahl var. n. 

Ebenda beschreibt Günther auch eine merkwürdige Vairetät 
dieses Fisches, bei der der Körper einförmig gefärbt ist, una die kein 
Okularband besitzt. Da das Fehlen bezw. Vorhandensein eines Okular- 
bandes ein sehr gutes Merkmal zur Erkennung der Arten bildet, so 
benenne ich diese ausgezeichnete Varietät neu. 

Chaetodon trichrous Günther 
Chaetodon trichrous Günther, Fische Südsee, p. 40, pl. 36, fig. a; 
Jordan u. Snyder, Fish. Tahiti, Proc. U. S. Nat. Mus. XXIX 
1905, p. 355, fig. 2; Jordan u. Seale, Fish. Samoa, p. 342. 
D XII 23, A III 18. 

Schnauze nicht länger als das Auge, mit etwas konkavem oberen 
Profil. Schuppen ziemlich groß, Rücken- und Afterflosse hinten 
abgerundet — Das schwarze Okularband erstreckt sich vom 1. Rücken- 
flossenstachel bis zum Ende der Bauchflossen und ist breiter unter, 
als über d?m Auge. Ein sehr breites, schwarzes Band quer über den 
Körper über die Afterflossenstacheln. Schnauze und Körper vor 
dem Bande weiß, hinter demselben gelb. Rücken- und Afterflosse 
mit äuJ3erst schmalem schwarzen Saume; Schwanzflosse ohne alle 
Binden (nach Gthr.). 

5. Heft 



94 



Ernst Ahl: 



Färbung (nach Jordan u. Snyder): Schnanzenende schwarz. 
Das Okiilarband verengt sich auf der Wange, wo es nur wenig breiter 
als die Pupille ist, dann verbreitert es sich wieder in dem Maße, wie 
es nach rückwärts geht. Der mittlere, dunkle, vertikale, linsenförmige 
Fleck geht vom Rücken zum Bauch, ist unscharf an den Rändern 
und etwas gebrochen, mit der Neigung, in Alkohol auszublassen; viele 
der Schuppen dieser Gegend haben einen hellen, zentralen Fleck. 
Der Fleck ist auch nach hinten verteilt, der ganze hintere Teil des 
Körpers, einschließlich der weichen Rücken- und Afterflosse, ist 
nahezu schwarz, leicht mit gelblich untermischt. Die Schuppen hinter 
dem Fleck haben weiße Zentren, ebenso wie es die vor ihm haben, 
nur in weniger auffälliger Weise. Den Längsreihen der Schuppen 
folgend, nehmen die entsprechenden Reihen von Flecken den Charakter 
von Streifen an, konvergierend und schmaler zusammengehend am 
Schwanzstiel. Hinter dem Fleck war der Körper im Leben gelb, die 
Schwanzflosse glänzend gelb, etwas von der Farbe in Alkohol noch 
bleibend. Der ganze übrige Körper mag mit gelb gemischt gewesen sein. 
Die Bauchflossen sind schwarz. Die weiche Rücken- und Afterflosse 
hat einen schwarzen Rand, schmal gerändert mit weiß oder gelb. — 
Länge 120mm. — Fundort: Tahiti, sehr selten. 

Chaetodou maculatus Sau vage 
Chaetodon tachete Lienard, Dix. rapp. Soc. Hist. Nat. Maurice, (1839) 
p. 36. 

Chaetodon maculatus Sauvage, Hist. Nat. Madagaskar, Poiss. p. 259 
(nec Bloch). 
D XIII 23, A III 18. 

Farbe graugelblich, übersät mit einer großen Zahl kleiner runder 
schwarzer Flecke von verschiedener Größe. Von der Mitte des Körpers 
und von da absteigend nach unten, bilden diese Flecke Längsreihen 
in der Zahl von 6, deren letzte fast ausgelöscht ist und sich nur aus 
Kleinen Punkten zusammensetzt. Das Okularband ist schwarz, breit 
ujid hellgelb auf jeder Seite eingefaßt; der Teil des Bandes, der sich 
unter dem Auge befindet, ist in seiner ganzen Länge durch eine kleine, 
gelbe Linie geteilt. Ein orangefarbenes Band bedeckt einen Teil der 
weichen Rückenflosse und umgibt den Schwanzsbiel. Die Schwanz- 
flosse trägt eine hellgelbe Querbinde und einen halbmondförmigen, 
schwarzen Fleck, und endigt hinten mit einem weißlichen Band. 
Rücken- und Afterflosse sind schwarz gesäumt und enden mit einem 
breiten, gelben Bande (Lienard). — Fundort: Mauritius. 

Chaetodon miliaris Quoy et Gaimard 
Chaetodon miliaris Quoy et Gaimard, Voy. Astrolabe, p. 280; Quoy 
et Gaimard, Voy. Uran. Zool. p. 380, pl. 62, fig'C; Quoy et 
Gaimard, Vov. Bonite, Poiss. p. 163, pl. 2, fig. 2; Cuv. u. VaL. 
Poiss. VII, p^ 26; Bleeker, Verh. Ak. Amsterdam XVIL 1877, 
p. 72?; Günther, Fische Südsee, p. 46 (zum Teil?); Günther, 
Cat. Fish. II, p. 31; Kaup, Chaet. Arch. Naturg. XXVI, p. 154; 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Cbaetodontidae usw. 



95 



Jordan u. Seale, Fish. 8amoa, p. 341. Weber, Sibosjaexp. 
1913, p. 30G (zum Teil?). 
Chaetodon mantelliger Jenkins, Bull. U. S. Fish. Comm. XIX, 1899, 
(1901) p. 394." 

D XIII 22—23, AIII 19—21, L. lat. 48—52, L. transv. 8/20. 

Schnauze leicht ausgezogen, ungefähr gleich dem Augendurch- 
messer. Schwanzstiel höher als der Augendurchmesser. Seine geringste 
Höhe etwa 9^2— 1^72 in Körperlänge und etwa 6- 6^4 in der größten 
Körperhöhe. Seitenlinie in flachem Bogen der Wölbung des Rückens 
folgend bis zum Ende der Rück?nflossenbasis. Schwanz gerade, nicht 
abgerundet, fast etwas eingekerbt. Präoperculum nicht gezähnelt. 

Körperfarbe (in Alkohol) weißlich grau, die äußere Körper- 
umrahmung violett. Körper mit ungefähr zehn schmalen, stumpfen 
dunklen Punkt bändern, jedes Band aus einer Reihe von dunklen 
schwarzbraunen Punkten bestehend, Bänder vertikal oder steil schräg 
nach hinten und aufwärts ansteigend. Okularband oberhalb des Auges 
fast gleich dem Augendurchmesser, unterhalb schmäler werdend und 
bis zum Präoperculum oder etwas darüber reichend. Etwas unterhalb 
der Rückenflosse beginnend. Ein schwarzes Band rund um den 
Schwanzstiel. Weiche Rücken- und Afterflosse abgerundet, vielfach 
mit einem schmalen dunklen Rand. Bauchflossen hell. Zwischen den 
dunklen Punktbändern noch undeutliche Flecken auf den Schuppen. 



rs 
fS . 


Katalog 


]). 


A. 


Total- 


L. lat. 


L. 


Auge in 




Nr. 


länge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 
3. 
4. 
5. 
6. 


1225 
1226 
1224 
20 454 
20 454 
20 455 


13/ 

122 

13/ 

ISf 
23 

13/ 

123 

13 r 

1 22 


3-' 
/20 

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16,2 
16,1 
7,5 
10,2 
14,4 
15,1 


52 
48 
48? 
50? 
48 
48? 


20 

/20 

/20 


3 
3 

2!/4 

ca. 6 
3 
3 


f.l 
f.l 

1 
1 
f.l 


117, 
I2V4 

8^/4 

10 

f. 11 

11=V4 


Af. = P 

A = 3/^P 

A f . = P 
A f . = P 
Af. = P 

A = 3^p 




» 

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ö .' 

•Sä 

ce 
)^ 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 

2. 

3. 

4. 

5. 
6. 


IOV3 

9V2 
9Vo 

lOVo 
10" 


4 

3V3 

f. 4 


13,6 

13,5 

6,2 

8,5 

12,3 
13,1 


Sandwich- 
Inseln 

Sandwich- 
Inseln 

Sandwich- 
Inseln 
Havai 

Havai 
Ost-asiatische 
Expedition 


gut 

gut, 
verblaßt 
gut 

gut, ab- 
gestoßen 

gut 

gut, 
bestoßen, 
verblaßt 


Deppe 

Deppe 

Deppe 

Heynacher 

Heynacher 
Friedel u. 
Stephany 



5. Heft 



9$ 



Ernst Ahl: 



Bekannt ist diese Art anscheinend nur von den Sandwichinseln, wo 
sie sehr selten zu sein scheint. — Länge bis 162 mm. 

Farbe im Leben (nach Jenkins): Grundfarbe hellgelb; Kinn 
imd vorderer Teil der Schnauze rot. Okidarband ein wenig breiter 
als die Pupille unterhalb imd ein wenig schmäler als das Auge oberhalb 
desselben. Interorbitalraum gelb. Ein gelber Streifen von der Breite 
der Pupille geht über die Schnauze von einem Auge zum andern. 
Ungefähit acht senkrechte Reihen schwarzer Flecke, jeder kleiner 
als die Pupille, an den Seiten des Körpers sich ausdehnend, reichend 
vom Anfang der Rückenflosse bis zur Körpermitte, und jede 3. Schuppen 
reihe eimiehmend. Schwanzstiel schwarz, das Schwarz sich in einer 
schmalen Linie ein kurzes Stückchen an d^r Basis der Rücken- und 
Afterflosse ausdehnend; Schwanzflosse glänzend gelb, die allgemeine 
gelbe Körperfarbe wird noch glänzender gelb auf den hinteren Teilen 
d^r Rücken- und Afterflosse. Äußerer Rand der weichen Rücken- 
und Afterflosse, besonders hinten schwarz. Bauchflossen gelb. Iris 
nahezu weiß, mit dunklen Stellen oben und unten, wo das Okularband 
durch das Auge geht. 

Chaetodon gairetti E. Ahl sp. n. 

Chaetodon fniliaris (nec Quoy et Gaimard) Günther, Fish. Südsee, 
taf. 35, fig. a; Jordan u. Seale, Fish. Samoa, p. 344 (Anmerk), 
DXIII 22 (XIV 21?), AIII 19 (III 16?), L. lat. 44, L. transv. 6/20. 
Schnauze kurz, aber zugespitzt und ein wenig kürzer als das Auge. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. 

Das Okularband ist etwas schmäler als das Auge und reicht vom 
höchsten Punkte des Nackens bis über das Interoperculum, wird 
aber nach unten etwas blasser, und hat einen weißlichen Rand. Der 
ganze Fisch ist gelb mit einem purpurbraunem Fleck auf jeder Schuppe ; 
Schwanzstiel mit einem schwarzen oder blauen Bande, das hinten 
weiß gerandet ist; Rücken- und Afterflosse mit einem schmalen, 
schwärzlichen Saum; Schwanz- und Bauchflossen hell, ohne Zeichnung. 
• — Jüngere Exemplare bis zu 4 Zoll Länge zeigen einen runden 
schwarzen Fleck auf dem oberen hinteren Rückenffossenlappen 
(Verwechslung mit einer anderen Ait?). — Fundort: Samoa. 

Garrett (der Sammler dieser Fische) bemerkt, daß ,,die Ab- 
bildungen der (von mir bei C. miliaris) zitierten französischen Reisenden 
keine richtige Idee der Färbung geben; die in der Reise der Bonite 
sei die bessere inbezug auf die Körperform des Fisches". — Auch 
hieraus dürfte erhellen, daß es sich hier um eine andere Art handelt, 
denn die genannten Abbildimgen stimmen sehr gut mit den hier 
vorliegenden Exemplaren \on C. miliaris überein. 

Da zwar in keiner Sammlung ein Exemplar dieser Art bisher 
vorhanden ist, jedoch die Beschreibung Garretts und Günthers 
und vor allem die sehr gute Abbildung eine gute Artkenntnis ver- 
mitteln, habe ich nicht gezögeit, diesen Fisch neu zu benennen. 
Jordan u. Seale schreiben auch von dieser Art: ,,Wir haben Nach- 
richten von zwei jungen Exemplaren von Samoa, die mit Günthers 



Zur Kenntnis der Knochenfischfaniilie Chaetodontidae usw. 97 



Tafel übereinstimmen, aber wir sind nicht imstande gewesen, die 
Stücke aufzufinden, von denen wir diese Nachrichten hatten. Diese 
repräsentieren wahrscheinlich eine noch unbeschriebene Art. Die 
beiden Autoren geben auch die Farbenbeschreibung dieser beiden 
Exemplare folgendermaßen an: Die Farbe eines lebenden Tieres 
von Apia, olivengelb, hellgelb auf Kopf und Brust; schmale glänzend 
blaue Streifen entlang den Schuppenreihen; weiche Rückenflosse 
mit schwarzem Rand, Afterflosse mit einem etwas breiteren imd einem 
weißen Streifen an der Basis und einem am Rande; ein schwarzer 
Fleck am G-runde des Schwanzstiels mit zwei glänzenden gelben 
Flecken und vorn und hinten hell eingefaßt; Schwanzflosse hinter 
dem Band weißlich. Jung. • — Das andere Stück vom selben Fundort 
war grau mit schrägen blauen Streifen, aufwärts und rückwärts; der 
ganze Umriß des Körpers tief goldgelb; Okularband breit, die Partie 
davor golden; Rücken- imd Afterflosse ganz golden, die w^eiche Rücken- 
flosse dunkel am Grunde und mit einem dunklen Rande, die Rücken- 
und Afterflosse glänzender gelb nahe dem Rande; Schwanzflosse 
farblos, ein breites schwarzes Band am Schwanzstiel goldig umrändert. 

Vielleicht hat Jordan u. Scale aber noch eine von C. garrrtfi 
verschiedene Art vorgelegen, da er in beiden Beschreibungen stets 
von schmalen Streifen, nicht aber von Punkten spricht, möglich aber 
auch, daß er diese ,, Punktreihen" mit dem Namen „Streifen" be- 
zeichnet hat, wodurch sich dann wohl dieser scheinbare Widerspruch 
aufklären würde. 

Es ist scheinbar überhaupt, seitdem Bleeker damit angefangen 
hat, die Sitte bei vielen Svstematikorn einger issen, sämiliche gefleckten 
C-Arten zu der Art miliaris zusammenzuziehen. Nach dem mir 
vorliegenden Material una den verschiedenen Beschreibungen bin ich 
zu der Ansicht gekommen, aaß wir es hier mit einer ganzen Reihe 
von Arten zu tun haben, deren endgültige Klärung erst nach der 
Durcharbeitung eines außerordentlich großen Materials sicher gestellt 
werden kann. Soweit es mir bisher angängig erschien, habe ich die 
verschiedenen Arten zu. trennen gesucht, und hoffe, dadurch auch 
mein bescheidenes Anteil zur Klärimg der ,,mi/mns- Gruppe" bei- 
getragen zu haben. 

Chaetodon punctulatus E. Ahl sp. n. (Taf. IL Fig. 8) 

D XII-XIII 22, A m 18—19, L. lat. 40, L. transv. 8/14—15. 

Schnauzenlänge gleich dem Augendurchmesser. Präoperculum 
etwas gezähnelt. Oberes Profil des Kopfes schräg, Schnauze kaum 
vorgezogen, etwas zugeepitzt. Hinterer Rand der Rückenflosse stark 
abgerundet, ebenso auch die weiche Afterflosse. Schwanzflosse 
hinten abgestutzt oder schwach eingekerbt, und seine geringste Höhe 
9^2 — lO^U^^^ in der Körperlänge enthalten. Ungefähr gleich dem 
Augendurchmesser. Die Seitenlinie folgt im hohen Bogen der Rücken- 
kante und endet am Ende der Basis der weichen Rückenflosse; sie 
liegt höher als bei C. miliaris., 

Archiv für Naturgeschichte. „ 

1923. A. 5. 7 S.Heft 



98 



Ernst Ahl: 



Das Okularband beginnt an dem Nacken vor dem ersten Stachel 
der Rückenflosse und ist fast so breit als das Auge. Unterhalb des 
Auges schmal und nur schwach angedeutet bis zum Präoperculum; 
bräunlich gefärbt, oberhalb des Auges vorn und hinten hell ein- 
gefaßt. Körper gelb (in Alkohol). Auf jeder Schuppe ein dunkler 
(violetter) Fleck, den Schuppenreihen folgend, Längsstreifen bildend, 
ähnlich wie bei C. citrindhis angeordnet, doch nicht so scharf aus- 
geprägt. Rücken- imd Afterflosse mit einem schwarz- weißen Saum; 
Bauchflossen weißlich, Schwanzflosse hell, Schnauze hell. — Fundort: 
Amboina, N<Mi-Guinea. Länge bis 12 cm. 



Laufend» 
Nr. 


Katalog 

wr. 


Total- 
l&n^e 


n. 


A. 


L. lat. 


L. 
transr. 


Ange in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p. c. 


1. 
2. 

3. 


15 712 
15 712 
2 898 
M. U. 


11,9 
11,6 
12,0 


^"/22 
13/ 

13 r~ 


t 


40 
40 
40 


8/ 
8/ 

J^* 

/l5 


f.3 
f.3 
f.3 


1 
1 
1 


9 
9 


Pf.= A 

P<C A 
Pf =A 


• 

a , 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
Itlnf« 


Fnndort 


ErhaltnDg 


Samin'er 
(Geber) 




1. 

2. 

3. 


10 

9V,, 


3V6 
3^,5 

3V, 


10,0 
10,0 
10,1 


Amboina 
Amboina 
Neu-Guinea 


sehr gut 
sehr gut 
gut 


V. Martens 

V. Martens 

Vom Hamburger 
Mus. freundl. zur 
Verfüg, gestellt 


Type der 

Art 
Type der 
Art 
Cotype 



Beschreibung der Type: Länge des Kopfes SVgnial, Höhe des 
Körpers ],6mal in der Körperlänge, Augendurchmesser fast dreimal 
und Länge der Schnauze fast dreimal in der Kopflänge. Interorbital, 
räum schwach konvex, gleich dem Augendurchmesser. Präoperculum 
etwas gezäbnelt, rechtwinkelig abgerundet. Körper hoch, kurz, seitlich 
stark zusammengepreßt. Oberes Profil des Köpfes schräg, Schnauze 
kaum vorgezogen, etwas zugespitzt. Oberes Profil mit dem unteren 
ungefähr einen rechten Winkel bildend. Der erste Rückenflossen- 
stachel kurz und imgefähr zweimal im Augendurchmesser enthalten. 
Die Rückenflossenstacheln nach hinten bis zum vierten an Länge 
zunehmend und dann in ungefähr gleicher Höhe oder ganz gering 
ansceigend in die Gliederstrahlen übci gehend. Der letzte Slachel, 
der längste, ist etwa mal im Kopfe enthalten. Der hintere Rand 
dieser Flosse ist stark abgerundet und reicht bis zum Schwanzstiel. 
Der erste Afterflossenstachel ist länger und stärker als der 1. Rücken, 
flossenstachel, etwa 4 mal im Kopf, der zweite am stärksten, etwag 



Zur Kenntnis der Knochenfisclifamilie Chaetodontidae usw. 



99 



kürzer als der dritte, und fast zweimal im Kopf, dei dritte am längsten, 
etwa 5^/4 mal in der Körperlänge enthalten. Der strahlige Teil ist 
ähnlich gerimdet wie der der weichen Kückenflosse. Der Bauch- 
flossenstachel ist etwa ö^amal im Körper enthalten und länger als der 
3. Afterflossenstachel. Der 1. Strahl fast ^3 länger als der Stachel, 
den Bauch bedeckend, doch nicht ganz bis zum After reichend und 
gleich der Brustflosse. Die Schwanzflosse ist hinten abgestutzt oder 
schwach eingekerbt. Ihr Stiel sehr kurz und seine geringste Höhe 
10 mal in der Körperlänge und 7V2nial in der größten Körperhöhe 
enthalten; ungefähr gleich groß wie der Augendurchmesser. Schuppen 
in regelmäßigen Reihen. 

Chaetodon Güntheri E. Ahl sp. n. 

Chaetodon miliaris (nec Quoy et Gaimard) Günther, Proc. Zool. Soc. 
London, 1871, p. 658. 
D XIII 22, A III 19, L. lat. etwa 39. 

Die Höhe des schuppigen Teiles des Körpers ist ^/^ der Totallänge 
(ohne Schwanzflosse). Schnauze etwas zugespitzt, kurz, kaum länger 
als das Auge. Die weiche Rücken- und Afterflosse ist stumpf ab- 
gerundet. • — Körper von fast einförmiger oliven Farbe (in Alkohol). 
Die schuppige Scheide der Rückenflosse gelb, jede Schuppe mit einem 
unbestimmten violetten Fleck an der Basis. Das Okularband beginnt 
vor dem 1. Rückenflossenstachel, ist schmaler als der Augendurch- 
messer und gelb gerandet. Es ist noch schmaler unter dem Auge und 
auch blasser, aber reicht über das Interoperculum. Schwanzflosse 
ohne irgendwelche Zeichnung. Die weiche Rücken- und Afterflosse 
mit einem schmalen, schwarzen und weißen Saum, und leicht mit 
schwarz untermischt gegen das Ende. Das kleinere Exemplar scheint 
einen runden schwärzlichen Fleck zwischen dem 7. und 13. Rücken- 
flossenstrahl nahe am Ende der Flosse zu haben (nach Günther). 
— Fundort: Manado. — 2 Exemplare von 5 und 4 Zoll (inches) 
bekannt. 

Chaetodon dolosus E. Ahl sp. n. 

Chaetodon miliariii (nec Quoy et Gaimard) Sauvage, Hist." Nat. 
Madagaskar. 

Chaetodon chrysurus (Lienard, Six, Rapp. Soc. Hist. Nat. Maurice 
1835, p. 30) (nec Desjardins). 

Ein braunes Band, das vom 1. Rückenflossenstachel entspringt, 
geht bis zum Ende der Schnauze, breitet sich auf jede Seite aus und 
bedeckt einen Teil der Augen, das hintere dieses Augenbandes ist mit 
einem hellgelben Saum eingefaßt. Ein anderer Rand von derselben 
Farbe durchschneidet dieses Band und steigt zwischen den beiden 
Augen hinab. Der vordere Teil des Körpers ist hellgrau. Jede Schuppe 
trägt einen kleinen braunen Tüpfel. — Fundort : Mauritius. — Der 
Fisch hat mit C. miliaris nichts zu tun und ist irrtümlich von Sauvage 
zu dieser Art gezogen worden. Daher habe ich ihm den Namen dolosus 
= trügerisch gegeben. 

7* 5, Heft 



100 



Ernst Ahl: 



€liaeto(loii ^'uttatis.siiniis Beimelit 
Chaetodon guttatissimns Bennett, Proc. Zoo). Soc. London 1832 p. 183; 

Günther, Cat. Fish. p. 26; Günther, Fish. Zanzibar, p. 34; 

Day, Fish. Ind. 187(), p. 106, pl. 27 fig. 4. 
Chaetodon miliaris (nec Quoy et Gaimard); Day, Fish, of Brit. Ind. 

1889, p. 7. 

Tetracjonoptnis miliaris Bleeker, Atl. Chaet. p. 39 (p. parce); Bleeker, 
Chaet. p. 74 (p. parte). 

D XIII 22, A III 17—19, L. lat. 32^(38), L. transv. 6?/12? 

Schnauze leicht vorgezogen und kaum länger als der Augen- 
durchmesser; Länge des Kopfes 4^41^^], Höhe des Körpers 2 mal 
in der Totallänge, Augendurchniesser3mal in Kopflänge, Präoperculum 
gezähnelt. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Seitenlinie 
in mäßig hohem Bogen, der Rückenwölbung folgend, bis zum Ende 
der Rückonflossenb?sis. 

Okidarband vom Nacken durch das Auge bis zum unteren Rande 
des Interoperculum; schmaler als das Auge oberhalb desselben, und 
noch sclimaler unterhalb; scharf gelb begrenzt; Körper gelblich (bei 
dem mir vorliegenden Exemplar weißlichgrau), jede Schuppe mit 
einem schwarzen Fleck. Rücken- und Afterflosse purj)urbraun (dunkel- 
grau), dicht schwarz punktiert, am Rande eine feine schwarze Linie, 
nach außen von einem breiten weißen oder gelben Saum begleitet. 
Schwanzflosse gelblich, mit einem nach vorn gerichteten, in der Mitte 
verbreiterten winkligem Band; Schwanzflosse runa, Bauchflossen 
hell. Jede Körperschuppe mit einem schwarzen Punkt. ■ — Heimat*, 
westlich von Sumatra über Indien bis nach Ostafrika. 



9 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 


g 


Nr. 


lange 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P C. 


1. 


9 469 


8,2 


13 9 


3/?. 


36? 
38? 


6 ^/l2? 


? 


? 


9 


? 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
l»nge 


Fandort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


1. 




3Vo? 


7 


Mauritius 


sehr 
schlecht 


Moebius 



fliaetodon piinctatofasciatus Cuv. u. Val. typ. 

Chaetodon piüwtatofasdatvs C. u. V., Poiss. VII, p. 28 ^22); Bleeker, 
Bijdr. ichth. Banda, Nat. T. Ned. Ind. II p. 238; Günther, Cat. 
Fish. II. p. 27; Jordan u. Seale, Fish. S amoa, p. 343; AVeber, 
Sibogaexp. Fische, 1913, p. 308. 

Chaetodon jHinctatolineatus Gronow. Cat. Fish, ed Gray, 1854, p. 70. 



Zur Kenntnis der Knochenfisclifamilie Chaetodontidae usw. 



101 



Tetragono'ptrus jmnctato/asciatus Bleeker, Atl. Chaet. p, 40 tab. 12, 

flg. Bleeker, Chaet p 74. 
Ciiharoedus functatojasciatus Kaup, Chaet. Aich. f. Naturgesch. 

XXVI p. 144. 

Chaetodon multicinctus Garrett, Proc. Ca]. Ac. Sei. 1863, p. 65; Günther, 
Fische Südsee, p. 44, taf. 34, fig. B; Jenkins, Hav. Fish. Bull. 
U. S. Fish. Comm. XXII p. 472. 

D XIII 23--24, AIII 17—18 (—19), L. lat. 35—37, L. transv. 7/13. 

Schnauze leicht vorgezogen und so lang wie der Augendurchmesser ; 
Präoperculum ganzrandig; Auge etwa 3 mal im Kopf und über lOmal 
in Körperlänge. Kücken- und Aftei flösse hinten abgerundet. Schwanz- 
flosse abgestutzt. Schwanzstiel sehr schmal, seine geringste Höhe 
über 10 mal in der Körperlänge und über 7 — 7Y2i^?l in der größten 
Körperhöhe enthalten. Seitenlinie im hohen Bogen der Rücken- 
wölbung folgend bis gegen das Ende der Rückenflossenbasis. 

Das Okularband besteht nur aus einem hellen, dunkelgerandeten 
Fleck über und einem hellen, dunkelgerandeten Streifen bis zum 
Rande des Präoperculum. Ein schwarzer Fleck auf der Höhe des 
Nackens. Rücken mit etwa 7 — 8 senkrechten dunklen Bändern. 
Jede Schuppe der Seiten mit einem dunklen zentralen Fleck. Rücken- 
und Afterflosse mit einer schwarzen Linie vor dem weißen Rande; 
Schwanzflosse gelblich an der Basis und grau nach dem Ende zu, 
beide Farben durch ein schwarzes Band getrennt, über den Schwanz- 
stiel ebenfalls ein gelbliches Band, nach der Flosse zu durch eire 
"schwarze Linie getrennt. Bauchflossen hell. — Länge etwa 10 cm. • — 
Heimat: Ostindien und Südsee, außer Hawai, selten. 

Chaetodon punctatofasciatus C. u. V. subsp. multicinctus Garrett 

Die von Garrett aufgestellte Art C. multicinctus stimmt in den 
meisten Merkmalen mit C. functafasciatus überein, sodaß sie nur als 
Unterart zu dieser Art zu stellen ist. — Bei dieser Form reicht das 
Okularband von der Höhe des Nackens durch das Auge bis zum Rande 
des Präoperculum. Körper nur mit 6 braunen Bändern, jede Schuppe 
mit einem schwachen, braunen Fleck. Färbung der Flossen wie bei 
der typischen Form. — Heimat: Hawai, selten. 

Färbung des lebenden Tieres der sub. sp. multicinctus (nach 
Jenkins): Körper weiß, das Weiß sich auf die Rücken- und After- 
flosse ausdehnend bis zu der schwarzen Linie längs dieser Flossen. 
Jede Schuppe mit einem braunen I^leck; die schwarze Linie auf der 
Rücken- und Afterflosse läuft unsjefähr in einem Abstand von Vg 
von außen gemessen an diesen Flossen entlang; außerhalb dieser 
Linie ist die Rückenflosse gelb und die Afterflosse weiß; die dunkle 
Linie der Afterflosse geht auf den Bauch über bis zur Basis der Bauch- 
flossen als eine gelbe Linie; Seiten des Körpers von fünf Querbändern 
von hellbrauner Farbe und Augenbreite geschmücld; ein braunes 
Okularband unter dem Auge, schwarz darüber, so breit wie die Pupille; 
gerade darüber ein schwarzer Fleck vor der stachligen Rückenflosse; 

5. Heft 



102 



Ernst Ahl: 



gelb an den Rändern des oberen Teiles des Kiemendeckels und die 
Präoperculum; ein dunkler, braune Flecke einschließender Ring, 
rund um die Basi . der Schwanzflosse, ein schwarzer halbmonaförmiger 
Fleck geht über die Schwanzflosse ungefähr in cier Mitte; Bauchflossen 
weiß: Brustflossen diirchrchcincrd. 



9 

a . 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 




Nr. 


lange 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p.c. 


1. 

2. 
3. 
4. 


1227 
1228 
5 584 
5 584 


9,3 
9,1 
8,4 
8,6 


13/ 
, 123 

'%4 

"k. 


3/« 

/l8 


37 
35 
35 
35 


T 

r 

/l3 


3 

f. 3 
f. 3 
f. 3 


1 

1 
f.l 
f.l 


IOV4 
IOV2 

10 
e. ü. 10 


Pf. = A 
P = A 
P = A 
P = A 



•3^ 



P. C. in 
KOrper 



e. ü. 10 

10V3 

6. Ü. 10 

10V3 



Kopf in 
Körper 



3/3 

3'/, 

3v; 



Köi-per. 
länge 



7,9 
7,7 
7,0 
7,3 



Fundort 



Erhaltung 



Sammler 
(Geber) 



aubsp 



? 
? 

Amboilia 
Amboina 



gut 
gut 
gut 
gut 



V Borck 
Kaup 
V. Rosenberg 
V. Rosenberg 



typ. 

typ. 

typ. 
typ. 



S.B. Ak 
tab. 31 



Wien, 1868, 
Jordan 



fig. B 



Fish. II p. 515 
p. 306 Günther 
u. Scale, Fish' 



Chactodon pelewensis Kner typ. 
Chaetodon funciatofasciatus var. • — Günther, Cat. 
Chaetodon j)eleuensis Kner, 
Fische Südsee, p. 43 
Samoa, p. 340. 

Chaetodon germanus De Vis, New Austr. Fish. Proc. Linn. Soc. N. S. 
Wales, 1884 IX 2. 

D XIII 23—24. A III 17— 18, L. lat. 38-^42 (44?), L. cransv. 7/15. 

Die Schnauze ist konkav, nur wenig vorgezogen, etwas zugespitzt 
und so lang wie das Auge. Präoperculum, kaum sichtbar, fein gezähnelt. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet, die geringste Höhe ofs 
Scbwanzsiieles etwa 10 mal in der Körperlänge und etwa 7 mal in 
der größten Kör])erhöhe enthalten Seiterilirie der Körperwolbung 
folgend bis zum Ende der Rückenflossenbasis. 

Ober- und Unterlippe schwarz, Okularband sehr schmal, hell, 
vorn und hinten schwarz gesäumt, über dem Auge nur sehr klein, 
unter demselben schwächer werdend, nur bis an den Rand des Prä- 
operculum reichend Vor dem ersten RückenflossenR^achel ein 
länglicher, dreiecivigor. hellgelber Fleck, an welchem nach vorne quer 
über den Nacken ein groß(^r, tiefsch\\ar7or Fle« k grenzt l^och vor dem 
Ende der Brustflossen beginnen schief nach auf- und rückwärts an- 
steigend dunkle Streifen und Binden und zwar sechs breite Binden, 
zwischen welche bei vielen Exemplaren je eine schmäh und schwächere 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



103 



.streifexiförmige sicli einschiebt. Nach vorne Jösen sich diese Bänder 
in Flecken auf, Kückenflosse mit einem schmäleren, ^Afterflosse miu 
einem breiteren, schwarzen, intramarginalen Bande vor dem hellen 
Randsaum. Schwanzstiel orangefarbig; Schwanzflosse mit einem 
schwarzen Halbmond, quer über die Mitte. Bauchflossen hell. — 
Länge etwa 8 cm. — Heimai: : Palau- Inseln, Samoa, Tonga, Tahiti, 
Paumotu- Inseln, Heue Hebriden, Fate; selten. 

Chaetodon poleweusis Kner subsp. germanus De Vis 

Die australische Form unterscheidet sich eigentlich nur durch 
die größere Anzahl Körperbinden, auch scheint die Anzahl der 
Schuppenreihen der L. lat. etwas größer zu sein. 

Nacken ziemlich bucldig vor der Rückenflösse. Kein Okularband. 
Ein unbestimmtes, dunkles Band über die Stirn und ein schv^arzer 
Fleck auf dem Nackenbuckel. Körper mit ungefähr acht schrägen 
Bändern, die nach vorn absteigen. Ein diesen paralleles auf der Basis 
der Afterflosse. Weiche Rückenflosse mit einem schmalen schwarzen 
intramarginalen Rande. Schwanzflosse mit einem schmalen schwarzen 
Band in der Mitte und breitem durchsichtigen Rande. Afterflosse 
mit einem lederbraunen, schwarz geränderten, intramarginalen, 
konzentrischen Band und braunem Saum. — Fundort: Queensland. 



• 

rs 

1 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 




Nr. 


lUng« 


transT. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. C. 


1. 


9 599 


8.0 


13/ 
/24 


/l8 


42 


Vl5 


3 


f.l 


10 


P = A 



Laufende | 
N.. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fuodqrt 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


subsp. 


1. 


10 


3% 


6,9 


Südsee 


sehr gut 


Godeffroy 


typ. 



Farbe im Leben (nach Jordan u. Scale) : Gelboliven, hellgelb hinten, 
grau an den Seiten; Stirn schwarz; Okularband gelb, an jeder Seife 
von schwarz und grau eingefaßt; Präorbitale gelb; Präopercel gelb, 
Flecken und wellenförmige Bänder purpurschwarz; Rückenflosse braun- 
oliven, heller hinten, ein breiter gold.ner Rand abgesetzt durch eine 
schwarze Linie; Schwanzflosse helleuchtend orange, wie bei Hola- 
canthus flavissimus, dann hellgelb, dann schwarz, die Flosse meistens 
durchscheinend; Afterflosse cremebraun., mit einem schwarzen Streifen 
oben und unten, der Saum schmutzig grünlichgrau; Bauchflosse dunkel; 
Brustflosse farblos; ein schwarzer Fleck auf dem Nacken vor der 
Rückenflosse. — Einheimischer Name in Samoa ,,tifitifi i'u sama" 
(orange- Schwanz). 



5. Heft 



104 



Ernst Ahl: 



Cliat'todoii citri lU'llus Broussonet. typ. 

Chactodon citrinellus Broussonet ap. C. u. V. Poiss. VII. j). 27; Günther, 
Fische Südsee, p. 47, taf. 35, fig. B (var.); Jordan u. Ever- 
mann, Proc. U. S. Nat, Mus. 1902; Jordan u. Seale, Fish. Samoa, 
1900). p. 344: Günther, Cat. Fish. II. p. 33; Cuvier, Regne animal 
Poiss. pl. 39, fig. 1 ; Eleeker, Sumatra, Nat. T. Ned. Ind. V p. 501 ; 
Kaup, Chaet. Arch. Naturg. 1860, p. 154; Weber, Sibogaexp. 
1913 p. 306; Ogilby. Mem. Queensland, Mus. I 1892. p. 54; Jordan 
u. Evernian», Proc. V. S. Nat. Mus. 1903 p. 357. 

Tetraqonoptrus iniliaris (nec Quoy et Gaimard) Bleeker, Chaet. p. 72; 
Bleeker. Atl. Chaet. 39, tab. 15. 

Tetrnqono'ptms citrinellus Bleeker, Onz. Not. ichth. Ternate, Nat. 
T. Dierk. I p. 234. 

Chaetodon ninrifes De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales. IX 1884 
p. 453. 

D XIV— XV 20—21, A III 16, L. lab. 40-42, L. transv. 6—7/14. 

Schnauze ziemlich vorgezogen und gleich oaer ein kloin wenig 
länger als das Auge, spitzig. Rücken- und Afterflosse enden hinten 
in einen abgerundeten Winkel. Präoperculum hinten etwas gezähnt. 
Seitenlinie der Rückenwölbung folgend bis zum Ende der Rücken- 
flossenbasis. 

Okularband etwas schmaler als das Auge, vorn und hinten scharf 
sjelb umrändert und sich von der Rückenflossenbasis bis über das 
Präoperculum erstreckend. Körper gelblich, jede Schuppe mit einem 
dunklen, bräunlichen Fleck, Fleckenreihen den Schuppenreihen 
folgend; Flecken nach hinten kleiner und blasser werdend. Die Flccken- 
reihen steigen oberhalb der Körpermitte etwas an, unterhalb etwas 
nach abwärts. Kein schwarzer Fleck am Schwanzstiel. Afterflosse 
mit einem breiten, schwarzen Streifen an ihrem unteren Rande, und 
einer breiten hell goldgelb glänzenden Binde darüber. Rückenflosse 
mit einer sehr schmalen intramarginalen Lnie im weichen Teil. Bauch- 
flossen hell. — Länge bis 13cm. • — Heimat: Ostindischer Archipel 
und Südsee. 

Chaetodon citrinellus Br. var. semipunctatus E. Ahl var. n. 

Der von Günther, Fische der Südsee dargestellte Fisch ist in der 
Färbung so abweichend, daß ich diesen Fisch als besondere Varietät 
anzusehen geneigt bin. Sollte es sich herausstelh n. was ich anzu- 
nehmen glaube, daß diese Färbimgsvarietät auf Havai beschi'änlct 
ist, so wäre ihr der Charakter einer Unterart zuzusprechen. 

Färbung: gelb, das goldig eingefaßte Okularband geht vom 
1. Rückenflossenstachel durch das Auge bis zum Rand des Inter- 
operculum; schmaler als das Auge. Die Schuppenreihen der Seite 
der vorderen Körperhälfte tragen je einen schwarzbraunen Fleck in 
ihrer Mitte, während die Schuppenreihen eler hinteren Körperhälfte 
und des Bauches nur einen kaum sichtbaren goldgelben Fleck tragen. 
Stachliger Teil der Rückenflosse mit einem weißliclun Bande über 



Zur Kenntnis der Knoclienlischfamilie Cliaetodoutidae usw. 



105 



der Sdiuppenscheide, weicher Teil mit einem goldbraunen Endsaum, 
der durch eine schwarze Linie von der gelben Grundfarbe getrennt 
wird. Afterflosse mit einem breiten schwarzen Saum. Schwanzflosse 
goldig gefleckt. 

Cliaetodou citriuellus Br. subsp. iiigripcs De Vis 

D XIV 23, A III 18, L. lat. 35. 

Schnauze vorgezogen, konisch; Rücken- und Afterflosse spitzig 
an ihrem hinteren Ende. Okularband schmäler als der Augendurch- 
messer, aber erweitert an seinem unteren Ende. Körper und Flossen 
einförmig bräunlich grau^ letztere Farbe hinten vorherrschend. After- 
flosse mit einem breiten, schwarzen Saum, beginnend an einem Punkt 
an der Spitze und sich ausdehnend über den größten Teil der Strahlen. 
— Heimat: Queensland. 



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Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat 


L. 


Auge in 


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Nr. 


länge 


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Kopf 


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ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 
3. 
4. 
5. 


1 

15158 
13 626 
20 456 
11 551 

5 586 


8,5 

9,6 
3,5 
8,6 
9,2 


14/ 

, /20 
14/ 
/21 


3/ 

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42 
42 
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8^/4 

f. 10 

7^/4 
9V3 
10V3 


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Af. = P 
Pf. = A 
P f. = A 
Af. = P 


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HS 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhalt! 




Sammler (Geber) 


subsp. 


1. 

2. 
3. 
4. 
5. 


ca. 10 
ca. 10 
f. 9 

10V2 
9V2 


3V-, 
3V. 


7,2 
7,9 
2,9 
7,2 

1 7,6 


Neu- Guinea 
Jaluit 
Neu-Hannover 
Jaluit 
Araboina 


sehr gut 
sehr gut 
leidlich 
leidlich 
! leidlich 


Neu-Guinea Comp. 
Steinbach 
S. M. S. Planet 

Finsch 
V. Rosenberg 


typ. 
typ. 
typ. 
typ. 
typ. 



Das eine mir vorliegende Exemplar aus Amboina zeigt eine etwas 
größere Fleckung als die anderen Stücke, auch ist das gelbe und 
schwarze Band der Afterflosse und das Okularband etwas breiter. Diese 
Unterschiede halte ich aber für zu unbedeutend und durch das eine 
Exemplar für zu wenig charakterisiert, da es auch auf individueller 
Abweichung beruhen kann, um hierauf eine neue Un'".erart zu be- 
gründen. 

Färbung des lebenden Tieres (nach Jordan u. Seale) nach einem 
Stück von Apia: Trübe hell olivengelb mit Keihen blauer Punkte 
auf den Schuppenreihen; Vorderkopf braun, hell; Okularband eng 
eingefaßt an beiden Seiten mit giäulichweiß, dieser Eand gelb ver- 
waschen bei größeren Exemplaren; die Afterflosse mit einem breiten, 
schwarzen Saum, worüber sich ein glänzend gelbes Band befindet. 

5.Beft 



106 



Ernst Ahl: 



Schwanzflosse einförmig orange, ziemlich glänzfnd; weiche Rücken- 
flosse gelb, mit einer schmalen schwarzen, daim einer weißen Linie. 

Einheimischer Name des Fisches auf Samoa ..Tifitifi uli". ,,Tifi- 
tifi lanifi" oder ,,Manini". 

fliaetodon quadriiiiaculatus Gray 
Chactodon q\iadrimaculalus Gray, Zool. Miscell. 1831, p. 33; Günther, 
Cat. Fish. II, p. 13; Günther, Fische Südsee, p. 38 taf. 30, fig. A; 
Jordan u. Evermann, Bull. U. S. Fish. Comm. XXIII 1903 (J9Ö5) 
p. 373, pl. -il); Jordan u. Seale, Fish. Samoa, p. 345; Jenkins, 
Hav. Fish. Bull. U. S. Fish. Comm. XXII, p. 473 (Färbung des 
lebenden Fisches). 

D XIV 22, A III 17, L. lat. 40-42, L. transv. 8/(14?) 17. 

Schnauze etwas vorgezogen, und kaum so lang als der Augendurch- 
messer. Präoperculum leicht gezähnelt. Rücken- und Afterflosse mit 
hinterem abgerundeten Winkel; Schwanzflosse rundlich abgestutzt, 
die geringste Höhe des Schwanzstieles etwas kleiner als der Augen- 
durchmesser imd etwa 10 mal in der Körperlänge und etwa 672^^8,1 
in der größten Körperhöhe enthalten. Seitenlinie der hohen W ölbung 
des Rückens folgend bis zum Ende der Rückenflossenbasis. 

Färbung (in Alkohol): Das Okularband beginnt von der Höhe 
des Nackens, ist ungefähr so breit als der Augendurchmesser, schwärz- 
lich über dem Auge, hell unter dem Auge, beiderseits mit schwarz 
eingefaßt, bis auf das Interoperculum reichend. Die obere Hälfte 
des Körpers schwärzlich, mit zwei leuchtend weißen Flecken, der 
eine unter der Mitte der stachligen, der andere unter der Mitte der 
weichen Strahlen der Rückenflosse. Die schwarze Zone des Rückens 
wird von dem Okularband durch einen hellen Streifen getrennt. Über 
dem Anfang des Schwanzstieles zieht sich die schwarze Zone als eine 
breites Band hinüber. Jede Schuppe der Körperseiten mit einem 
schwachen, zentralen Fleck. Weiche Rücken- und Afterflosse mit 
einem leuchtenden, schwarz eingefaßten, intramarginalen Bande; 
Bauchflosse und Schwanzflosse helle. — Länge über 6 Zoll (inches). 

Fundort : Sandwichinseln, Upolu. 



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Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


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Nr. 


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Schnau- 
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P. C. in 
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KOrper- 
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■ 1 


Erhaltung 


Sammler 

(Geber) 






1. 


10 


3V.. 


7,4 


Upolu 


leidlich 


Godeffroy 





Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontitlae usw. 107 

Die von Günther, Südseefische, reproduzieite Abbildung von 
Garrett zeigt den Fisch, nicht in den natürlichen Farben, auch kommen 
sonstige Ungenauigkeiten in dieser Zeichnung vor. Eine mir vorliegende, 
an Ort und Stelle angefeitigte Originalzeichnung zeigt den Fisch 
folgendermaßen: Körper leuchtend zitronengelb, auf der Stirn, hinter 
dem Kiemendeckel oberhalb der Brustflosse, auf der Afterflosse und 
der Schwanzflosse in goldgelb übergehend. Okularband über dem 
Auge dunkelrotbraun, unter dem Auge hellgoldbraun, vorn und hinten 
in seiner ganzen Ausdehnung mit einer schwarzen inneren und einer 
weißen äußeren Linie eingefaßt. Rückenzone schwarz, die beiden 
hellen Flecken leuchtend silberweiß. Darunter jede Schuppe des 
Körpers mit einem kleinen, zentralen, schwarzen Fleck, der nach 
unten zu in rot übergeht und schließlich ganz verschwindet. Be- 
schuppter Teil der Rückenflosse gelbbraun, darüber, besonders im 
weichen Teil, ein vorn bläuliches, hinten weißes, schwarz gerandetes 
Band; der übrige Teil der Rückenflosse gelb. Afterflosse goldgelb 
mit einem entsprechenden, weißen, schwarz eingefaßten Band. 
Schwanzflosse goldgelb mit weißem Rand. Brustflossen blaßgelb, 
Bauchflossen goldgelb. • — Dieses Aquarell wurde von dem früheren 
Landtagsabgeordneten Wendroth dem Zool. Mus. Berlin geschenkt 
und zeichnet sich durch sehr große Genauigkeit in der Anfertigung aus. 
Sektion: Paracoradion E. Ahl 

Schuppen klein, Reihen etwas schräg nach oben hinten ansteigend. 
Stachlige Rückenflosse kürzer als die weiche. 10 Stacheln. 50' senk- 
rechte Schuppenreihen. Schwanz eingeschnitten. Rücken- und After- 
flosse stark abgerundet. Körper form rund. 

Chaetodon ocellipinnis Macleay 
Chaetodon oceUipinnis Macleay, New Fish. Port. Jakson, Proc. Linn. 
Soc. N. S. Wales III, 1879, p. 33 pl. 3. 
D X 23, A III 19, L. lat. 50. 

Schnauze kürzer als der Augendurchmesser; Maul klein; Prä- 
operculum stark gezähnt. Weiche Rücken- und Afterflosse hinten 
abgerundet. Schwanz lang und gegabelt. 

Farbe hellbraun mit sechs schwarzen, senkrechten Bändern, 
das erste durchs Auge, das zweite hinter dem Operculum bis zur 
Bauchflosse, das dritte von der stachligen Rückenflosse zum Bauche, 
das vierte vom Anfang der weichen Rückenflosse zur Afterflosse, das 
fünfte nahe am Schwänze, und das sechste auf dem Schwanz. Unter 
und ein bißchen vor der Brustflosse ist ein großer weißlicher Fleok; 
auf der weichen Rücken- und Afterflosse ein großer, schwarzer, weiß 
umrandeter Augenfleck, der auf der Rückenflosse vom dritten zum 
achten, und der auf der Afterflosse vom 2. zum 5. Strahl. — Länge 
3 Zoll (inches), 4 Linien (lines). — Fundort: Kiifg George's Sund. 
Sektion: Hemichaetodon Bleeker 

Schuppen regelmäßig gerundet, etwa 45 Reihen. Längsreihen 
der Schuppen schräg und schnell nach hinten absteigend. 12 Rücken- 
flossenstacheln. 

5. Heft 



108 



Ernst Ahl: 



tiiuetodoii capistratus Linne 

OhactodMi capistratm Linne, Syst. Nat. ed. X 275, (1758); Linne, Syst. 
Nat. ed. XIL p. 465 (1766); Bloch, Ichth. taf. 205, fig. 2 (1787); 
Gmelin. Syst. Nat. p. 1250 (1788); Wahlbaum, Artedi, Syn. p. 414, 
(1792); Bloch u. Schneider, Syst. Ichth. p. 222, (1801); Tuiton, 
Linn. p. 772 (1806); llisso, Eur. Merid. III, p. 432 (1827); Cu\. 
u. Val., Poiss. VIL p. 64 (1831); Gronow, Cat. Fish. II, p. 67, 
(1854); Günther, Cat. Fish. II, p. 12, (1860); Jordan u. Gilbert, 
Syn. Fish. N. Am. p. 940, (1883); Jordan, Cat. Fish. N. Am. p. 102 
(1885); Eigenmann ii. Hornung, Rev. Chaet., N. Am. Ann. N. Y. 
Ac. Sei. IV, 1887; Jordan u. Evermann, Fish. N. a. M. Am. (1898) 
p. 1677; Arnold, W. Aq. Kunde 1913, p. 757; Gienke, Bl. Aq. 
Kunde 1913, p. 784; Brüning, \V. Aq. Kunde 1916, p. 347; Jordan 
u. Thompson, Fish. Tortugas, Arch. Bull. Bur. Fish. 24, 1904, 
p. 248; Evermann u. Marsh., Fish. Portorico p. -49, pl. 35; 
Boeke, Rapport, Curacao 19 — 9, p. 91. 

Sarothrodus capistratus Poey. Enum. p. 62 (1875V 

Chaetodon hricei Smith, Bull. U. S. Fish. Comm. 1897 p. 102—103 
(mit Abb.); Jordan u. Evermann, Fish, North, a. M. Am. II, 
p. 1678 (1898). 

D XII— XIII 18-2] , A III 18—19, L. kt. (37- -) 39-43, L. transv. 
(4—) 6/(16—) 17 (—19). 

Schnauze etwas vorgezogen, nahezu so lang oder etwas kürzer 
als der Augendurchmesser. Präoperculum unbestimmt gezähnelt. 
Schuppen ziemlich groß, regelmäßig angeordnet. Weiche Rücken- 
und Afterflosse enden hinten in einem Winkel. Die geringste Höhe 
des Schwanzstieles etwas geringer als das Auge und etwa 8^2 bis 9^/2 
in Körperlänge und etwa Q—Q^/^ma]. in Körperhöhe. Seitenlirie 
schräg ansteigerd, unter dem Anfang der weichen Rückenflosse um- 
biegend und sich bis gegen das Ende der Rückenflossenbasis hin- 
ziehend. 

Färbung (in Alkohol) silbriggelb; das schwarze Okularband ist 
weiß gerandet, viel schmaler als das Auge und erstreckt sich von der 
Höhe des Nackens bis auf das Interoperculum, doch nicht auf die 
Brust. Ein großer, schwarzer, weißgerandeter Fleck befindet «ich 
vor dem Winkel, der durch die Rückenflosse und den Schwanzstiel- 
rücken gebildet wird. SchmUe, schwärzliche, schräge Linien befinden 
sich auf den Schuppenreihen; die oberhalb der Rörpermitte aufwärts 
\md rücivwärts, die imterhalb abwärts und rückwärts sich ervstreckend. 
Ein graues, schwarz eingefaßtes Band befindet sich in der Mitte der 
Schwanzflosse und ist fortgesetzt auf der weichen Rücken- und After- 
flosse. Bauchflossen weißlich, Schwanzflosse, weiche Rücken- imd 
Afterflosse mit -weißem Endsaum. -- Heimat: Westindien, häufig. 

Der junge Pisch ist als C. hricei bekannt und zeigt im Leben 
folgende Farben: (nach Jordan u. Evermann): Allgemeine Körper- 
farbe perlgrau; ein glitzerndes, kohlschwarzes Band von ungefähr 
-/ß Augenbreite, das nach vorne gebogen ist, begiimt ein kurzes Stück 



Zur 

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Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetcdontidae usw. 109 


Eihaltunj 


sehr 
gut 
schlecht 
sehr 
gut 
gut 

gut 

gut 

sehr 
schlecht 
leidlich 
leidlich 
nicht 

gut 
leidlich 

leidlich 
leidlich 

gut 
trocken 


Fundort 


Bermuda 

Habana 
Cuba 

Kingston 

Barbados 

Surinam 

Westindien 
Westindien 

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ii 


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Katalog 
Nr. 


.1026 

5 453 

6 322 

18 318 

18 319 

1 249 
1248 

1 251 
1251 
1250 

1250 


••IN 


rH ci CO 10 . CO t> 00 a> ö r-i 1^ c6 10 



5 Heft 



110 



Ernst Ahl: 



vor der lliickeuflosse und gelit nach unten durchs Auge und dann 
abwärts und rückwärts zum unteren Rande der Kiemenöffnung; über 
dem Auge ist dieser Streifen auf jeder Seite von einem sehr schmalen 
hellen Streifen eingefaßt; ein dunkles schwärzliches Band, P/ainal 
so breit »vie das Auge, geht senkrecht über den Körper von der Basis 
der Kückenflosse bis zur mittleren Linie des Bauches; der vordere 
Rand dieses Bandes geht vom vorderen Teil der Rückenflosse bis zum 
hinteren Winkel des Kiemendeckels, ganz schräg abwäits und rück- 
wärts hinter die Basis der Brustflosse; hinter diesem Band ujid getrennt 
von ihm durch einen Zwischenraum von etwas mehr als Augenbreite 
ist ein anderes dunkles Bam , dunkler und ^/^ breiter, der voraere Rand 
vorwärts gebogen und der hintere Rand auf dem Schwanzstiel ; ungefähr 
^/a dieses Bandes einschließend, und sich ausdehnend vom dorsalen 
bis zum ventralen Körperrand ist ein großer, runder Augenfleck, mehr 
als P/2mal der Augengröße, bestehend aus einem dunkelblauen Fleck, 
der von einer schmalen, weißen Zone umgeben ist, die einen Teil der 
Basis der weichen Rückenflosse bedeckt; unmittelbar darüber, und 
in der Ausdehnung des schwarzen Bandes auf der Rückenflosse ist 
ein anderer ähnlicher, aber kleinerer Augenfleck, ungefähr von Augen- 
größe, die ersten 8 — 1) Strahlen der weichen Rückenflosse einnehmend; 
ein schmales, durkelbraunes, senkrechtes Band auf den Schwanzstiel, 
getrennt von der Basis der Schwanzflosse und von jenem Teil des 
breiten Körperbandes hinter dem Augenfleck durch schmale weiße 
Zwischenräume; Kopf vor dem OKiüarband und Bm.st grünlichgelb; 
ein schwarzer FlecK auf dem Kiemendecicel ; stachlige RücKenflosse 
dunkel, das senkrechte dunkle Band geht auf die ersten 7 Stacheln; 
weiche Rückenflosse dunkel, mit scharf begrenztem bleichem Rand; 
der schuppige Teil der Afterflosse dunkel, mit einem schmalen dunKlen 
Rand; der unbeschuppte Teil gelblichweiß; Schwanz- und Brust- 
flossen hell; Bauchflossen dunkel; gelb gerandet (nach einem Exemplar 
von P/2 ^oll (inches). 

Färbung des erwachsenen Fisches im Leben (nach Arnold): 
Die Grundfarbe des Körpers ist ein leuchtendes schwefelgelb. Ein 
tiefschwarzer Strich zieht sich vom Rücken durch das Auge bis zum 
unteren Kiemendeckebande. Dieser Strich ist, um noch auffälliger 
zu erscheinen, an den Seiten weiß eingefaßt. Von der Mittellinie des 
Körpers zifhfn sich nach dem Rücken und dem Bauche zu zahlreiche 
Reihen dunklbrauner länglicher Striche nach hinten und oben bezw. 
unten. Ein großer, fast runder, schwarzer, von einem weißen Rand 
umzogener Fleck befindet sich in der hinteren Körperhälfte in der 
Hr)he des Winkels der Rückenflosse und des Schwanzstieles. Über 
den Körper selbst laufen zwei breite, braune Querbinden, von denen 
die erste, vom 2.-4. Rückenflossenstachel beginnend, sich bis hinter 
die Basis der Bauchflossen erstreckt, und die zweite das ganze hintere 
Viertel einnimmt, sich teilweise auf die mit feinen Schuppen bis über 
die Hälfte bedeckUn Rücken- imd Afterflosse erstreckend. Durch 
den oberen weichen Teil der Rückenflosse, durch die Schwanzflosse 
und durch den unteren Teil der Afterflosse zieht sich ein braungelbes, 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. Hl 



fschmale.s Band, welches an dtn Seiten von schmalen, dunklen Bändern 
eingefaßt ist. Die Bauchflosse sowie der äußere Band der Schwanz- 
flosse sind zait bläulich schwarz gefärbt. 

Gienke teilt mit, daß ein in Gefangenschaft gehaltenes Stück 
jede Fleischnahrung verschmähte und sich ausschließlich von den 
an den Scheiben und den Korallenstücken hängenden, von der Sonne 
gebildeten Algen ernährte. 

Sektion: Chaedontofs Bleeker 
Die Alten dieser Gruppe sind bemeikensweit durch die Anordnung 
der Längsreihen der .Körperschuppen, die alle in einer Linie oder 
Kurve sehr schräg gegen das Kückenprofil ansteigen. Ihr Körper 
nähert sich mehr der ovalen Form als der rhomboiden und alle haben 
die weiche Kücken- und Afterflosse stumpf und abgerundet. Die 
stachlige Kückenflosse viel weniger als die Hälfte länger. 

Cliaetodon dorsioceilatus E. Ahl sp. n. (Taf. I, Fig. 1) 

D XIII 25, A III 20, L. lat. 42, L. transv. 7/17. 

Schnauze vorgezogen, spitz, nicht ganz so lang wie das Auge 
(bei jungen). Präoperculum gezähnelt. Kücken- und Afterflosse 
hinten abgerundet. Schwanzflosse ziemlich abgestutzt, die geringste 
Höhe des Schwanzstieles etwas über 8 mal in der Körperlänge und etwa 
6 mal in der größten Körperhöhe enthalten. Seitenlinie geht ziemlich 
gerade bis unter den Anfang der weichen Kückenflosse und folgt 
etwas unterhalb der Basis dieser Flosse (zwischen Seitenlinie und 
Kückenflossenbasis nur eine Schuppenreihe) bis zum Ende derselben. 

Färbung (in Alkohol) bräunlichgelb; das schwarzbraune Gkular- 
band ist etwas schmaler als das Auge und geht von der Basis des 
1. Kückenflossenstachels bis an den unteren Kand des Interoperculum. 
Stirnpartie grau. Zwischen dem 8.^ — 14. Strahl der weichen Kücken- 
flosse befindet sich ein schwarzer, sehr schmal hell umrandeter Augen- 
fleck. Über die Basis der Schwanzflosse zieht sich ein hellgelbes, 
jederseits dunkler umrandetes Band. Der vordere, etwas breitere, 
schwarze Kand setzt sich auch in die weiche Kückenflosse bis zum 
Augenfleck und in die weiche Afterflosse fort, wo er sich sehr verbreitert 
und undeutlich wird. Weiche Kücken- und Afterflosse außen mit 
durchsichtigem Kand, darm folgt nach innen eine schwarze und eine 
gelbe Linie. Färbung der Kücken- und Afterflosse grau. Bauchflossen 
hell, ebenso die Schwanzflosse. — Länge 3,7cm. — Heimat: Takao. 

Beschreibung der Type; trotzdem das Tier noch sehr jung ist, 
ist es mir unmöglich, es in irgendeine der bekannten Arten einzureihen. 
Mir liegen eine große Anzahl von Jungfischen zahlreicher Arten vor, 
sodaß ich über die systematische Stellung dieses Tieres nicht im 
Zweifel bin. Körper länglich rund; oberes und unteres Profil einen 
spitzen Winkel bildend und ziemlich gradlinig verlaufend. Maul 
verhältnismäßig groß, Schnauze spitz, bei alten wahrscheinlich erheblich 
länger als das Auge. Auge selbst groß, etwa ^'^j^m^dX im Kopf und etwa 
6Y2nial in der Körper länge enthalten. Interorbitalraum kleiner als 

5. Heft 



112 



Ernst Ahl: 



der AugenduTclimesser und über dreimal im Kopf enthalten. Schuppen 
ziemlich gleichmäßig groß und in regelmäßigen Keihen. Rücken- 
flossenstacheln sehr hoch, der 4. und 5. am höchsten und gleich der 
Länge der mittleren Schwanzflossenstrahlcn, kürzer als die Brust- 
flossen und Bauchflossenstrahlen imd länger als die Stacheln der 
After- und Bauchflossen. 2. Afterflossenstachel am stärksten und 
längsten, etwas kürzer als der Bauchflossenstachel. Brustflosse ziemlich 
groß, gleich den Bauch f lossenstrahlen. Bauchflossenstrahlen über 
den After bis zum Anfang der Afterflosse reichend. Bauchflossen- 
stachel gleich dem 3. E-ückenflossenstachel. Der Fisch ist anscheinend 
am nächsten verwandt mit C. lunula, fasciatus und bellormaris. 



Laufende 1 
Nr 


Katalog 
Nr. 


Total- 
lange 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
transv. 


Auge in 


Kopf 


Schnaa- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 


20 416 


3,7 


13/ 

/25 




42 


7n 




6/ 

/6 




P<A 


Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
lange 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


e. Ü.8 


2V2 


3,0 


Takao 


sehr gut 


Sauter 


Type von 
C. dorsiocellatus 



Cliaetodon adicrgastos Seale 
Chaetodon adiergastos Seale, Phil. Journ. Sei. V 1910, p. 115 taf. 1, fig. 2. 

D XII 26, A III 21, L. lat. 31, L. transv. 4/14. 

Schnauze klein und zugespitzt, ihre Länge ungefähr gleich dem 
Augendurchmesser, Schwanz abgestutzt. Seitenlinie gebogen und hoch, 
beim hinteren Winkel der Rückenflosse endend. 

Färbung (in Alkohol) gelblich mit zahlreichen schrägen braunen 
Linien, die sich nach unten und vorwärts über die ganze Seite erstrecken, 
jede Linie die Mittellinie einer Schuppenreihe andeutend; ein kohl- 
schwarzes Okularband von größerer Breite als das Auge, das sich 
oben nicht mit dem anderen vereinigt und dessen imterer Rand auf 
dem Suboperculum endigt. Dieses Band ist sehr bestimmt und scharf 
umgrenzt, und es ist ohne weißen Endsaum, obgleich die Kiemen- 
deckel und das Kinn auch weiß sind. Auf der Schulter in der 
Mitte zwischen dem 1. Rückenflossenstrahl und dem Interorbital- 
raum ist ein kleiner schwarzer Sattel, nicht im Zusammenhang mit 
dem Okularband stehend. Schnauze gelb, ungefleckt ; weiche Rücken- 
und Afterflosse braim, mit dunklen Enden, die ein ziemlich schmales 
Band über die hintere gelblich weiße Zone haben, letztes Drittel der 
Flosse braun; Bauchflossen gelblich mit einigen sehr unbestimmten 
dunkleren Flecken. Brustflossen gelblich. — Heimat: Bantayan- 
Inseln. — Länge 116 mm. 



Zur Üenutnis der tnocLenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



113 



Cliaetodou bella-maris Seale 

Chaetodon fasciatus Güntlier, Cat. II, p. 24 (p. parte). 
Chaetodon bella-mans Reale, Fish. Hongkong, Phil. Journ. Sei. IX, 
1914, p. 72 taf. 1 fig. 1. 

D XII 23—26, A III 19—22, L. lat. 37—40, L. transv. 7/12. 

Oberes Profil des Kopfes schräg, Schanze nicht sehr stark vor- 
gezogen. Präoperculum schwach gezähnelt, besser gesagt geriffelt, 
fast rechtwinkelig abgerundet. Kücken- und Afterflosse hinten mit 
abgerundetem Winkel. Schwanzflosse fast senkrecht abgestutzt mit 
runden Ecken, mit einer Spur einer Einkerbung. Die geringste Höhe 
des Stieles etwa 8% — 9 mal in der Körperlänge enthalten, etwas größer 
als das Auge. Die Seitenlinie geht fast in gerader Linie bis zur Mitte 
der Rückenflosse und von da in schwachem Bogen bis zum Winkel 
der Rückenflosse und des Schwanzstieles. 

Der Körper dieses Fisches ist (in Alkohol) gelblich, mit nach 
hinten etwas ansteigenden, auf der Körpermitte am besten sichtbaren, 
den Schuppenreihen folgenden, dunklen Längsbinden. Oberlippe 
und obere Schnauzengegend schwarz. Das Okularband ist schwarz, 
etwas breiter als das Auge oberhalb des Auges und kaum schmaler 
unterhalb, etwas ,, höher" hinaufgehend als bei C. fasciatus, die Stirn 
freilassend. Hinter dem Okularband eine breite silberweiße Binde, 
ebenso gebogen wie das Okularband und wie dieses nicht über das 
Operkulum hinausgehend. Okularband vorn schmal silberweiß gesäumt. 
Hinter der breiten weißen Binde die Nackengegend schwarz und 
dieses schwärzlich, dieweißeBinde scharf begrenzend, bis zum Oper culum 
ausbreitend. Die Strahlenhäute des stachligen Teiles der Rücken- 
flosse schwarz, eine schwarze Linie begrenzt den weichen Teil der 
Rückenflosse bis etwas unterhalb des abgerundeten ^Vinkels. After- 
flosse mit einem breiten schwarzen Endsaum bis über den W^inkel 
der Flosse. Schwanzflosse mit einem breiten schwarzen, ellipsen- 
förmigen Bande, der dahinterliegende Teil der Flosse weißlich durch- 
scheinend. Bauchflossen gelblich. — Fundort: Takao, Kanton, 
Hongkong. 

Der mir vorliegende Jungfisch dieser Art ist den jungen 'von 
C. lunula und fasciatus außerordentlich ähnlich und unterscheidet 
sich in der Hauptsache nur durch die etwas breitere und steilere Kopf- 
zeichnung. 

Färbung im Leben (nach Seale): Gelblich, ein schwarzes Okular- 
band, das etwas größer als die Augenbreite oberhalb und kaum weniger 
unterhalb desselben ist; dieses Band läuft oben zusammen; das Band 
ist vorn und hinten weiß begrenzt; Schnauze gelb; die Spitze der Ober- 
lippen schwarz; ein großer, schwarzer, keilförmiger Fleck auf den 
Schultern von der stachligen Rückenflosse zum weißen Rand des 
Okularbandes ; diese schwarze Zone hat eine schmale schwarze Zinke 
von ihrem hinteren Rande zur oberen Spitze des Kiemendeckels; 
ein schmaler schwarzer Rand auf der Rückenflosse ; ein breites, schwarzes, 
submarginales Band auf der hinteren Hälfte der Schwanzflosse; 

Archir für Naturgeschichte. ^ 

1923. A. 5. 8 5. Heft 



114 



fernst Ahl: 



Schwanzflossenspitze weiß; 12 — 14 ziemlich breite, unbestimmte, 
bräunliche Linien, die sich schräg vorwärts und abwärts auf den 
Schuppenreihen hinziehen; Afterflosse gelblich, mit einem marginalen 
braunen Band; Brust- und Bauchflossen gelblich. 

Die Bedeutung aes von Scale vorgeschlagenen Namens hella-maris 
ist mir bisher nicht klar geworden. 





Katalog 

Nr. 


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Hongkong 


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Sammler 
(Geber) 



Saiiter 
Vom Hamburger 
Mus, freundl. zur 
Verfüg, gestellt 

Salmin 



Cliaetodon luniila (Lacepede) 

Pomaceyitras himda Lacepede, l oiss. iV p. 507, 510, 513. 
Chaetodon lunula C. u. V. VII p. 59 pl. 173; Günther, (^at. Fish. Up. 25; 

Günther, Fische Südsee, p. 42 taf. 33; Day, Fish. Ind. 1876, 

p. 108: Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 340; Günther Playfair, 

Fish. Zanzibar, p. 34; Bleek'er, Bijdr. ichth. Halmah. Nat. T. 

ned. Ind. VL p. 57 ; Jenkins, Hawai, Fish. Bull. U. S. Fish. 

Comm. XXII, p. 473 (Färbung des lebenden Fisches). 
Chaetodon fasciatus (nec Forskäl) Kaup. Chaet. Aich. f. Naturgesch. 

XXVT, p. 150.; Day, Fish. Biit. Ind. 1889. p. 8; Weber. Siboga- 

exped. 1913, p. 304^ 
Chaetodon ocellatus (nec Bloch nec C. u. V.) Bleeker. Bijdr. ichth. Timor, 

Nat. T. Ned. Ind. VI, p. 211. 
Sarothrodrus lunula BleeKcr, Trois. Mem.. ichth. Halmahera, Ned. 

T. Dier;c. I, p. 156. 
Tetrago^ioptrus fasciatus Bleeker, Onz. Noc. ichth. Ternate, Ned. T. 

Dierk. I p. 234; Bleeker, Atl. Ch;iot. p. 41, taf. 12. fig. 2; Bleeker, 

Chaet. p. 77. 

Tetragonoptrus hioccllatus Bleeker, Sept. mem. ichth. Timor, Ned. 

T. Dierk. I p. 2G9. 
Tetra/jonoptrus lunula Bleeker, Poiss., Madagaskar, p. 95. 



^ur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



115 



D XII 23-2G (selten XI 24 oder XIII 24). Günther gibt 
fFischo Südsee) D XII 16 an, doch dürfte es sich hier um einen Druck- 
fehler handeln. A III 18—21, L. lat. 38-40 (33?), L. transv. (6—?) 
7_8/12-I4. 

Schnauze etwas vorgezogen und etwas länger als das Auge. Prä- 
operculum leicht gezähnelt. Weiche Rücken- und Afterflosse hinten 
mit abgerundetem Winkel. Geringste Höhe des Schwanzstieles etwa 
8V4 — 9 mal in der Körperlänge. Seitenlinie schräg ansteigend bis zur 
Mitte der stachligen Rückenflosse, von da bogenförmig bis zum Ende 
der Rückenflossenbasis. 

Das Okularband ist breiter als das Auge, geht über die Scheitel- 
gegend und endigt am Rande des Präoperculum. Kopf hinter dem 
Okularband weiß. Lücken zwischen der Brustflosse und stachligen 
Rückenflosse schwarz mit drei goldgelben schief aufsteigenden und 
konvergierenden Bändern, sodaß sie so eine oder besser gesagt zwei 
lorbeerblattartige schwarze Zeichnungen einschließen. Der übrige 
Teil des Körpers gelblich mit schrägansteigenden dunklen (purpur- 
roten) Streifen. Ein schwarzes keulenförmiges Band läuft entlang der 
Basis der weichen Rückenflosse und endigt in einem breiten Querband 
auf dem Schwänze; Rücken- und Afterflosse mit dunklem (purpur- 
rotem) Längsbande und mit schwarzem Saume. Schwanzflosse mit 
schwarzem Querbande innerhalb des Randes. Rand farblos. Bauch- 
flossen hell. — Länge über 20 cm. 

Heimat: Ganzer ostindischer Archipel, sowie ganz Polynesien. 
Borneo, Celebes, Mauritius, Küsten von Zanzibar, Ostafrika, Andaman- 
Inseln und Küsten von Australien. 

Von dieser Art liegen mir eine ganze Anzahl verschiedener Wachs- 
tumsformen vor, die ziemlich gut mit den von Günther in den Fischen 
der Südsee abgebildeten Formen übereinstimmen. Ich gebe deshalb 
auch die Günther sehe Beschreibung mit einigen Änderungen und 
Ergänzungen wieder. 

In sehr jungen Exemplaren sind noch die für das tJiolichthys- 
Stadium charakteristischen Suprascapular-, Humeral-, und Prae- 
opercular-Knochenplatten vorhanden. Die obere Fläche des Kopfes 
ist ganz knöchern, ohne bedeckende Haut, und die Schnauze äußerst 
kurz und gewölbt. Dagegen sind die Schuppen in regelmäßigen Reihen 
entwickelt, und es ist eine bestimmte Farbenzeichnung vorhanden. 
Ein breites Okularband pteigt vom Nacken zum Rande des Inter- 
operculum herunter und ist von der dunklen Färbung des Rückens 
durch ein breites, silbriges Band getrennt. Der Schwanzstiel ist schwarz 
und diese Farbe setzt sich eine kurze Distanz auf die Basis der Rücken- 
utid Afterflosse fort. Die weiche Rückenflosse ist mit einem großen 
schwarzen, weißgerandeten Augenfleck geziert. Schwanzflosse ein- 
farbig, ohne Rand. 

Bei etwas älteren Exemplaren von etwa 3' — 6 cm Länge ist die 
Schnauze bereits in der für die Art. charakteristischen Weise ausgezogen. 
Der dreieckige Fleck auf dem Rücken ist scharf abgegrenzt, ist aber 
einfarbig schwarz oder schwärzlich, ohne Bänder ; und endlich zeigt sich 

8* 5. Heft 



11t; 



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Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 117 



noch sehr scharf und deutlich auf der weichen Eückenflosse jener 
große, runde, schwarze, weiß eingefaßte Fleck, der, zusammen mit 
dem auf dem Schwanzstiel sich befindenden gleichartigen Fleck, die 
Haupt Ursache war, daß diese jungen Exemplare als C. hiocellatus 
von C. u. V. als besondere Art beschrieben wurden. 

Bei noch etwas älteren Exemplaren nähert sich die Färbung 
immer mehr und mehr der der alten. Der an der Basis der Rückenflosse 
befindliche Streifen tritt immer mehr und mehr hervor und nimmt 
den schwarzen Augenflecken der weichen Rückenflosse in sich auf, 
der immer kleiner wird und später gänzlich verschwindet. Kein einziges 
meiner Exemplare hat eine Zeichinung, wie sie Günther in seinen 
Südseefischen, Fig. B, darstellt. 

Bemerkenswert ist noch, daß das schwarze Caudalband mit dem 
Alter des Fisches von der Basis der Flosse gegen ihren hinteren Rand 
rückt. 

Das einzige mir vorliegende Stück aus Deutsch- Ost afrika von 
4,3 cm Länge zeigt bei schärferer Ausprägung der Farbenunterschiede 
einen im Gegensatz zu Südseefischen außerordentlich großen und 
scharf umrandeten Augenfleck. Ob sich erwachsene Exemplare auch 
so gut unterschieden, kann ich bei dem Mangel an Material nicht 
entscheiden. 

Von den Eingeborenen der Sandwichinseln wird dieser pracht- 
volle Fisch „Ki-ka-kapu" genannt, von denen der Gesellschaftsinseln 
,,Pa-ra-ia", und auf Samoa ,,Tifitifi laumea". 

Färbung im Leben (nach Jordan u. Scale): tief golden, ein 
wenig oliven überhaucht und dunkler nach oben, Kinn grau, Fleck 
hinter dem Okularband hellgrau; das schräge schwarze Band vorn 
und hinten hellgoldbraun eingefaßt, ein schwärzlicher Fleck am 
1. Rückenflossenstachel mit goldbraun dahinter; ein Fleck am Schwanz- 
stiel und ein Streifen an der Rückenflosse golden; ein brauner Schatten 
über die Rücken- und Afterflosse neben den schwarzen Flecken und 
dunkelbraunen Bändern. Bauchflossen golden mit etwas dunkel; 
Brustflossen und Rand der Schwanzflosse farblos, 

Chaetodon fasciatus Forskäl 
Chaetodon fasciatus Forskäl. Descr. anim. p. 59; Linne- Gmelin. Nat., 

p. 1266; Cuv. u. Val. VII, p. 61 (-47); Günther, Cat. U p. 24; 

Klunzinger, Syn. Fische Roten Meeres, 1870, p. 110; Lacepede, 

Poiss. IV, p. 456; Klunzinger, Fish. Rot. Meeres 1884 p. 56; 

Rüppell, N. W. Fische p. 28; Kaup. Chaet. Archiv f. Naturgesch. 

XXVI, 1860, p. 150 (p. parte). 
Chaetodon flavus Bloch u. Schneider p. 225; Rüppell. Atlas, Fische, 

p. 40, Taf. 9 fig. 1. 

D XII 24—26, A III 18—19, L. lat. 34—37, L. transv. 6—7 (8)/ 
10—12. 

Schnauze länger als das Auge (etwa l^/gmal). Schwanzstiel etwas 
größer als das Auge und etwa 9 — 9V2n^al in Körperlänge, Seitenlinie 
im hohen Bogen, vorn mehr gerade, bis zum Ende der Rückenflossen- 

5. Heft 



118 



Ernst Ahl: 



Sammler 
(Geber) 


Hemprecht u. 
Ehrenberg 

Hemprecht u. 
Ehrenberg 

Hemprecht u. 
Ehrenberg 

Minutoli 

Hemprecht n. 
Ehrenberg 

Hemprecht u. 
Ehrenberg 

Anatomische 
Sammlung 

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leidlich 
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gilt, 

verblasst 

gut, 
verblasst 

schlecht, 
beschäd. 

leidlich, 
beschäd. 


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Rotes Meer 
Rotes Meer 
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10,5 
10,5 

1 


Katalog 

' Nr. 


1247 
1247 
8 576 
1246 
1246 
21 586 
20 460 


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Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



119 



basis. Körper länglich oval, Bauchkante gerade, Rücken nicht sehr 
steil ansteigend, Schnauze ziemlich vorgezogen. Präoperculum leicht 
gezähnelt. Rücken- und Afterflosse enden hinten in einem abgerundeten 
Winkel. 

Das Okularband geht von der Stirn durch und etwas hinter dem 
Auge bis zum unteren Rand des Präoperculum oder in die Nähe des- 
selben dahinter. Unterhalb des Auges nach vorn weiß eingefaßt. Ein 
breites weißes Band hinter dem Okularband. Dahinter schwärzlich 
braun. Körper mit schwärzlichen Bändern, die nach hinten schräg 
ansteigen, das oberste verbreitert. Weiche Rücken- und Afterflosse 
mit schwarzem Rand, erstere noch mit einem schmalen Band, nahe der 
Basis der FloFse. Schwanzflosse mit hellem Endrand und einem 
schwarzen Querband nahe vor dem Endsaum; Bauchflossen weißlich. 
Über den Schwanzstiel eine weiße und dahinter eine schwarzoraune 
Binde. — Länge bis 16cm. ■ — Heimat: Rotes Meer. 

Färbung im Leben (nach Klunzinger): Körper und Flossen gelb. 
Ein breites schwarzes Band vom Scheitel durcl: das Auge zum W^inkel 
des Vordeckels oben mit dem der anderen Seite verbunden, sein 
vorderer Rand ist unter dem Auge weiß. Hinter ihm bis zum oberen 
Rande des Deckels herab eine breite weiße Binde. Körperseiten mit 
9—12 braunschwarzen, schief nach hinten oben ar steigenden Binden, 
deren vorderste oben am Nacken meist zu einem Flecken zusammen- 
fließen. Die Binden setzen sich nicht in die Flossen fort. Der Rand 
der weichen Rücken- und Afterflosse vor dem Winkel schwarz. Uber 
der Basis der weichen Rückenflosse eine bogige schwarze oder braune 
Binde. An der Schwanzflosse gegen hinten eine halbmondförmige 
schwarze Querbinde, ihr Randteil weiß hyalin. Zuweilen findet sich 
auch eine quere Reihe zinnoberroter Punkte. Die Lippen rosenrot. 
— Von den Arabern ,,Tabaq" oder ,,Kuss" oder „Tabak el Kuss" 
9 genannt. 

Sehr gemein am Korallabhang und in tieferen Brunnen der 
Brandungszone des Riffes. Nährt sich von Algen (Korallen?) wird 
weniger mit der Ange^ als mit dem Ringnetz auf der Klippe mit anderen 
Fischen gefangen. Trotz der Häufigkeit werden die (fhaetodon-Mten 
nicht häufig gefangen, da sie nicl t anbeißen. Die Cliaetodon werden 
nicht gegessen. — Die jungen Exemplare dieser Art sind kaum von 
denen von lunula zu unterscheiden; sie haben einen schwarzen hell 
gesäumten Augenfleck in der Rückenflosse, und das schwarze Augen- 
band reicht weit herab. 

€liaetodou scieue Bleeker 

Chaetodon sehne Bleeker, Bijdr. ichth. Solor. Nat. T. Ned. Ind. V, 

p. 76; Günther, Cat. Fish. II, p. 30. 
Tetracjonoftrus selene Bleeker, Enum. Poiss. Amb. Ned. T. Dierk. 

II, p. 282; Bleeker, Chaet. p. 84; Bleeker, A.tl. Chaet. 9, p. 44, 

taf. 15, fig. 5. 

D XII 21^22, A III 18 -19, L. lat. 28- 30, L. transv. 5/10. 

5. Hc'ft 



120 



Ernst Ahl: 



Schnauze vorgezogen, zugespitzt, viel längei (etwa P/amal) 
als das Auge. Piäoperculum am Winkel gezähnelt; Kücken- und 
Afterflosse hinten abgerundet. Schwanzflosse abgestutzt oder schwach 
konkav, die geringste Höhe des Schwanzstieles größer als der Augen- 
durchmesser und etwa 8^/2 mal in der Körperlänge enthalten. Die 
Seitenlinie geht schräg gerade aufwärts bis ungefähr zum 6. Kücken- 
flossenstachel, und fällt von da winkelig ab bis zum Winkel der Rücken- 
flosse mit dem Schwanzstiel. 

Färbung (in Alkohol) gelb. Das Okularband geht vom ersten 
Rückenflossenstachel durch das Auge bis zum unteren Rande des 
Interoperculum; es ist oberhalb des Auges schwarz, hinten von einem 
hellen Streifen Toegrenzt, unterhalb des Auges gelblich oder bräunlich 
mit einem hinteren hellen Streifen; zwischen den Augen zwei gelbe 
(orange) Bänder. Ein breites schwarzes Band zieht- sich an der 
Rückenflossenbasis entlang, geht über den Schwanzstiel hinweg bis 
zur Mitte der Afterflosse und ist nach unten zu hell begrenzt. Weiche 
Rücken- und Afterflosse mit einem blauen und violetten intramarginalen 
Streifen. Die Schuppen oberhalb der Seitenlinie je mic einem großen 
hellen (karmosinroten oder goldgelben) Fleck; diese Flecken zu Reihen 
angeordnet, die den Schuppenreihen folgen. Unterhalb der Seiten- 
linie laufen auf den Schuppenreihen helle (tief goldgelbe) Streifen nach 
hinten und oben. Iris gelblich. Schwanzflosse in ihrer hinteren Hälfte 
mit einem breiten violetten Bande; dahinter ist die Schwanzflosse 
hyalin. • — Diese Art scheint auf die Meere von Celebes und die Molukken 
beschränkt zu sein. — Länge bis 160 mm. 



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Katalog 
Nr. 


Total- 
lange 


D. 


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Sammler 
(Geber) 


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sehr gut 


Vom Hamburger 
Mus. freuudl. zur 
Vei-füg. gestellt 



iliaetodou liiinieralis Günther 

Chaetodon humcralis Günther, C'at. Fish. II. p. 10 (1860); Günther, 
Fish. Central Am. p. 419, pl. 65, fig. 3; Jordan, Cat. Fish. North. 
Am. p. 102 (1885); Eigenmaun u. Horning. Cliaet. N. Am., Ann. 
N. Y. Ak. Sei. IV, 1887. p. 8; Evermann u. Jenkins, Proc. U. S. 
Nat. Mus. 1801, p. 160; Jordan u. Evermann, Fish. N. A. M. Am. 



Zur Kenntnis der Knochenfisclifaroilie Chaetodontidae usw. 



121 



1898, II p. 1674; Gilbert u. Starks, Fish. Panama Bay, Mem. 
Cal. Ak. Sei. IV, 1904, p. 149; Günther, Fische Südsee, p. 40; 
DXIII 19—20 A III 16—17, L. ]at. 30—34, L. transv. 5—7/17. 

Schnauze leicht vorgezogen, ebenso lang oder etwas kürzer als 
der Augendiuchmesser ; unterer Band des Präoperculum gezähnelt. 
Schuppen ziemlich groß, Seitenlinie im gleichmäßigen Bogen der 
Wölbung des Rückens folgend und bis zum Ende der R-ückenflossen- 
basis reichend. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Schwanz- 
flosse abgestutzt oder nur schwach nach außen gerun(^et, die geringste 
Höhe des Schwanzflossenstieles etwa l—l^Uma] in der Körperlänge 
enthalten. 



















Auge in 




•§ . 


Katalog 

Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 










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'In 


ca. 30 


Vit 




f.l 


673 


P<A 


2. 


16 002 


4,9 


13/ 

/l9 




33 


7l7 


2V3 


f.l 


f. 7 


P = A 


3. 


16 002 


13,2 


13/ 
120 




34 


Vit 


e.ü. 3 


1 


f. 10 


P>A 


4. 


15 731 


9,0 


13/ 




32 


Vl7 


f. 3 


f.l 


8V3 


P>A 


5. 


15 731 


9,5 


13/ 
/19 


/l6 


33 


Vit 


23/, 


V4 


8V« 


P>A 


6. 


14129 


13,9 


13/ 


/l6 


32 


Vit 


e.ü. 3 


1 


f. 10 


P>A 


7. 


14 129 


14,0 


13/ 
/20 


3/ 


34 


Vit 


e.ü. 3 


1 


f. 10 


P>A 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 

lärge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geher) 


1. 


7 


2V5 


3.4 


Panama 


sebr gut 


Stanford Univ. 


2. 


7 


2V3 


4,0 


Panama 


sebr gnt 


Stanford Univ. 


3. 




e.ü. 3 


11,0 


Panama 


sein- gut 


Stanford Univ. 


4. 




e.ü. 3 


7,7 


Panama 


gut 


Lebmaiin 


5. 


7V 
• 12 


e. ü. 3 


7,8 


Panama 


gut 


Lebmann 


6. 




3V4 


11,6 


Sinaboa 


sebr gut 


Joidan 


7. 




3V.5 


11,9 


Sinaboa 


sebr gut 


Jordan 



Farbe (in Alkohol) silberweiß (nach Jordan goldgrau). Jede 
Schuppe mit einem hellsilberweißen Zentrum. Das schwarze Okular- 
band ist schmaler als das Auge und geht von der Höhe des Nackens 
durch das Auge bis zum unteren Kande des Interoperculum. Ein braun- 
schwarzes (Humeial-) Band vom 1. bis 3. Eückenflossenstachel bis 

5. Heft 



122 



Ernst Ahl: 



zur und unter die Basis der Brustflosse, breiter als das Auge; ein 
anderes breites Band von den Spitzen der letzten Rückenflossen- 
stacheln über die Basis der weichen Rückenfjosvse bis zur Mitte der 
Basis der weichen Afterflosse. Rückeo- und Afterflosse mit einem 
breiten braunschwarzen Bande vor dem weißen Randsaum. Über 
die Basis der Schwanzflosse ein schwarzes Band, in der Mitte der 
Flosse ein manchmal halbmondförmiges schwarzes Band und ein 
drittes vor dem durchscheinenden Ende dieser Flossen, Bd.uchflossen 
dunkel. Färbung junger Exemplare ganz ähnlich mit nur ganz wenigen 
Abänderungen, z. B. Schwanzflosse, weiche Rücken- und Afterflosse 
durchscheinend, noch ohne Bänder, die erst später auftreten, imd 
zwar zuerst die der Rücken- und Afterflosse, dann die der Schwanz- 
flosse, die gewissermaßen von dem am Schwanzstiel befindlichen aus 
nach hinten geschoben werden. — Heimat: Pazifische Küste des 
tropischen Amerika von Guayana bis Panama. ■ — Länge bis etwa 
14 cm. 

Ziemlich häufig besonders in der Umgebung von Felsen und felsigen 
Inseln; die jungen trifft man zum Teil nicht selten in den bei der Ebbe 
zurückbleibenden Tümpeln. 

Chaetodon aya Jordan 
Chaetodon aya Jordan, Proc. U. S. Nat. Mus. 1886, p. 225: Eigenmann 

u. Horning, Chaet., N. Am., Ann. N. Y. Ak. Sei. IV, 1887, p. 8. 

— Jordan u. Evermann, Fish. N. a. M. Amer. II. p. 1675. 

D Xli 18, A III 17, L. lat. 36, L. transv. 9/17. 

Kopf 2^/2n\a.\ im Körper, Schnauze 2^,'^ im Kopf enthalten. Körper 
kurz und hoch, stark zusammengedrückt, Schnauze schmal, scharf, 
beträchtlich vorgezogen, ihr Umriß bildet vor dem Auge einen scharfen 
Winkel mit dem Kopfprofil. Oberes Profil steil und gerade von vor 
dem Auge bis zum 1. Rückenflossenstachel. Auge groß, ungefähr 
so lang wie die Schnauze (bei jungen Stücken); 2. Rückenflossenstachel 
am längsten. Schwanzflosse etwas abgerundet; weiche Rücken- und 
Afterflosse weniger beschuppt wie gewöhnlich. Die Seitenlinie läuft 
sehr hoch und hört plötzlich imter dem 1. Strahl der weichen Rücken- 
flosse auf. 

Farbe (in Alkohol) hellgelblich, mit zwei schrägen, kohlschwarzen 
Querbändern, und sonst keinem anderen Flecken oder Augenflecken: 
aas I.Band schließt den 1. imd 2. Rückenflossenstachel ein, geht 
dann abwärts und vorwärts, dicht hinter der Profillinie, durch das 
Auge und über die Wangen, wo es schwächer ist; dieses Band ist ein 
wenig schmaler dIs das Auge. Das 2. Band ist mehr als 2 mal so breit 
als das erste, })eginnt plötzlich mit nahezu der ganzen Membran des 
4. und 5. Rückenflossenstachels und bedeckt den 5. Stachel von seiner 
Basis bis zur Spitze. Der hintere Rand des schwarzen Bandes verläuft 
von nahe der Spitze des 4. Stachels in schräger Linie über die Rücken- 
flosse und den Körper nahe der Basis des letzten Afterflossenslrahles. 
Der vordere Rand verläuft in einer leicht konkaven Linie, von nahe der 
Basis des 4. Stachels zur Mitte der J^asis der Afterflosse. Der untere 



Zur Kenntnis der Knocbenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



123 



Kand folgt der Basis der Afterflosse ohne etwas von ihr einzuschließen. 
Dieses Band ist am breitesten auf der Rückenflosse und verengert 
sich allmählich nach hinten; Mittellinie der Stirn mit einem dunklen 
Schatten, kein Schwarz auf der weichen Rückenflosse, Schwanzflosse, 
Schwanzflossenstiel, Afterflossen, Brustflossen, Bauchflossen oder 
Kiemendeckeln. 

Fundort: Golf von Mexiko im ziemlich tiefen Wasser. Nur von 
der Type bekannt. Die Type ist IV2 Zoll (inches) lang, und im Magen 
von Neomaenis aya von den ,,Snapper Banks" gefunden worden. 

Chaetodon eques Steindachner 
Chaetodon eques Steindachner, S. B. Ak. Wien 112 (1903) p. 19, fig. 1. 

D XIII 20, A III 16, L. transv. 10/1/15, L. lat., ca. 40. 

Körperform erhöht, Schnauze stark und spitz vorgezogen. Prä- 
operculum wenig gezähnelt. Der 3. Rückenflossenstachel sehr lang 
und stark, etwas weniger als 3 mal in der Totallänge. Seitenlinie endet 
nach hinten nächst der Basis der mittleren Gliederstrahlen der Rücken- 
flosse. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet, Schwanzflosse 
rundlich abgestutzt. 

Eine schwarzbraune Binde zieht von der Basis der zwei ersten 
Rückenflossenstacheln nach \orne zum Auge und nimmt unter dem- 
selben rasch an Breite und Intensität der Färbung ab. Sie steht an 
ihrer breitesten Stelle in einiger Entfernimg über dem Auge der Länge 
desselben nicht sehr bedeutend nach und ist am ganzen hinteren Rande 
hell gesäumt. Viel breiter ist die gleichfalls tiefbraune Rumpfbinde, 
die an dem größten m.ittleren Höhendrittel des 5. Rückenflossen- 
stachels beginnt und im Bogen bis über die Afterflosse herabzieht, 
auf welcher sie in der Längsmitte des obersten Gliederstrahles der 
Afterflosse zugespitzt endigt. Diese Binde ist am vorderen Rande 
silberweiß gesäumt. — Länge 10cm. — Fundort: Küste YuKatan. 

Chaetodon iiigrirostrjs (Gill) 
Sarathrodiis nigrirostris Gill, Proc. Ak. Nat. Sei. Phila. 1862, p. 243. 
Chaetodon nigrirostris Jordan u. Gilbert, Proc. V. S. Nat. Mus. 1882, 

p. 365. — Eigenmann u. Horning, Chaet. N. Am., Ann. N. Y. Ak. 

Sei. IV, 1887, p. 7; Jordan u. Evermann, Fish. N. a. M. Am. 

p. 1673; Gilbert u. Starks, Fishes of Panama Bav, Calif. Ak. 

Sei. IV, 1904, p. 148; Jordan u.. Mc. Gregor, U. S. "Fish. Comm. 

Rep., 1898 p. 279. 

DXII 24, A III 19-20, L. lat. etwa 41—48, L. transv. 11/1/22. 

Interorbitalrand über den Augen (ähnlich den Hemoch'US3i,iien) 
deutlich gezähnelt. Präoperculum mit etwas vorgezogener Spitze, 
ziemlich stark gezähnelt. Körper sehr kurz und hoch, nach hinten 
steil abfallend, seitlich stark zusammengedrüclvt, oberes Profil des 
Kopfes schräg, Schnauze mäßig vorgezogen. Bauchprofil niedrig, 
fast eine gerade Linie bildend. Hinterer Rand der Rückenflosse ab- 
gerundet. Afterflosse ebenfalls abgerundet, ähnlich der Rückenflosse. 
Schwanzflosse leicht abgerundet, fast rund abgestutzt; die geringste 

Ö.Heft 



124 



Ernst Ahl: 



Höhe des Stieles etwa 8^/3 in der Körperlänge. Seitenlinie sanft an- 
steigend bis ungefähr zum 10. Riickenflossenstachel und dann der 
Linie des Körpers in etwa ^/g Augenbreite folgend; sie geht dann auf 
der Mitte des Schwanzstieles e.itlang bis zur Basis der Strahlen. 



91 

G . 


Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 




Auge in 


Lanfe 
Nr 


lange 


transT. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


F. C. 


1. 


12 207 


11,7 


12/ 


/l9 


48 


"/V22, 


ca.3V5 


Ü. 1 




P>A 




Laofeade 

Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf iu 
Körper 


Körper- 
lange 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


8V3 


ca. 3 


9,8 


Las Tres 
Marias 


sehr gut 


Forrer 



Grundfärbung silbrig grau, jede Schuppe mit einem perlgrauen 
Rand und silberhellen Zentrum, am Rücken etwas dunkler und gegen 
den Bauch zu etwas hellei bis silberweiß werdend. Schnauzengegend 
oben mit einem sattelförmigen schwarzen Fleck, der die vorstülpbare 
Schnauze freiläßt und bis etwas unter den Mundwinkel reicht. Vom 
L Rückenflossenstachel zieht sich ein breites, dunkles Band bis in die 
Augengegend herab, doch nicht bis zum Auge reichend, auf der Mitte des 
Nackens vereinigt. Dieses Band ist hinten von einem halb so breiten, 
silberweißen Streifen begrenzt. Über den Augen nach der Stirn zu 
jederseits ein schmaler Fleck, der sich manchmal zu einer Binde ver- 
einigt. Eine ganz schmale Augenumränderung. Kiemendeckelhaut 
und äußerer Rand des Kiemenaeckels schwarz, ebenso die Ansatzstelle 
der Brustflosse. Ein breites schwarzes Band von der höchsten Stelle 
des Körpers der Rückenflossenbasis folgend und auch auf diese hin- 
übergehend bis über den Schwanzstiel. Rücken- und Afterflosse mit 
einem durchsichtigen Rande. Brust-, Bauch-, After- und Schwanz- 
flossen einfarbig hell (silber bis grauweiß). 

Fundort: Westküste Mexikos (Las Tres Marias). Panama. Cape 
san Lucas, San Benedicto, Scoro, Clarim- Inseln, sehr selten. 

Chaetodou diclirous Günther 
Chaetodon diclirous Günther, Fish. St. Helena, Proc. Zool. Soc. London, 
1809, p. 239 pl. XVL 

D XII 20, A III 15; L. lat. 51—53, L. transv. 11/23. 

Schnauze ziemlich vorgezogen, ein wenii; länger als das Auge, 
oberes Profil konkav; Präo])erculum leicht gezähnelt. Rückenflossen- 
stacheln stark: dcM- 3. und 4. am längsten, ^/g der Kopflänge; weicher 



4 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Cbaetodontidae usw. l25 

Teil der Rücken- und Afterflosse niedrig, abgerundet. Körper 
zweifarbig; der vordere Teil bis zum 4. Rückenflossenstachel und die 
untere Hälfte des lisches sind einfarbig braun; das übrige (einschl. 
Schwanzstiel und Schwanzflosse) rötlich weiß. Die Schuppen der 
Seitenlinie silbiig. — Fundort: St. Helena und Ascension. 



Lanfende 1 
Nr. 1 


Katalog 

Nr. 


Total- 
litnge 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
transv. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P.C. 


1. 




14,1 


12/ 
/20 


3 

/ 15 


51 


11; 

/ 23 


f.3V2 


.■/, 




A<rP 



Laufende | 

Nr. 


P. C. iü 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Pi.ndort 


Erhaltung 


Sammler (Geb^ 


1. 


9 


3 


12,1 


Ascension 


sehr gut 


Plankton Eip. 
1889 



Chaetodon ocellatus Bloch 

Chaetodon ocellatus Bloch, Ichth. taf. 211, fig. 2, 1787; Walbaum, 
Artedi, Gen. p. 414, (1792); Turton, Sysi. Nat. I, p. 777 (1806); 
Jordan, Cat. Fish. North. Am. p. 102, (1885); Eigenmann u. 
Horning, Chaet. N. Am. Ann. N. Y. Ak. Sei. IV 1887, p. 7; Jordan 
u. E^'ermann, Cat. Fish. N. a. M Am II. p. 1674 taf. 249; Cuv. 
u. Val., Poiss. VII, p. 75; Günther. Cat. Fish. II, p. 10; Jordan 
u. Thompson, Fish. Tortugas, Bull. Bur. Fish. 1904, 24 (1905) 
p. 248; Poey, Ann. Soc. Esp. IV, p. 136 pl 7; Boeke, Rapport, 
Cura9ao 1919 p. 90. 

Chaetodon himaculatus Bloch, Ichth. taf. 219, fig. 1, 1790; Walbaum 
Artedi, Gen. p. 415 (1792): Cuv. u. Val., Poiss. VII, p. 67 (1831); 
Storer, Syn. Fish. N. A. p. 338, (1845); Poey, Mem. Cuba II, 
p. 371 (1860); Günther, Cat. Fish. II p. 9 (1860); Poey, Enum. 
Pisc. Cubd. p. 62 (1875); Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. A. p. 940 
(1882); Kaup, Chaet. Arch. für Naturg. XXVI. p. 155 (1860); 
Poey, Ann. Sc. Esp. IV, p. 136, pl. 7. 

Sarothrodtis himaculatus Cope, Trans. Am. Phil. Soc. 1870 p. 474; 
Poey, Enum., Pisc. Cuba, p. 62, 1875; Godde, Bull. U. S. Nat. 
Mus. V, p. 43, 1876. 

Sarothrodus maculocinctus Gill, Proc. Ak. Nat. Sei. Phil. p. 99 (1861). 

Chaetodon maculocinctus Jordan u. Gilbert, Syn. Fish. N. Am. p. 616, 
1882. 

Sarothrodus amplexicx)llis Poey, Enum. Pisc. Cuba, p. 63 (1875). 
Chaetodon amplexicoUis Poey, Ann. Soc. Esp. IV, p. 136, pl. 7. 

D XII XIII) (19—) 20^21, A III 16-17, L. lat., 34—35, 
L. transv. 6/15—16. 



S.Heft 



126 



Ernst Ahl: 



Schnauze vorgezogen, länger als der Augendurchmesser. Pra- 
operculuni leicht gezähnelt. Seitenlinie gewölbt, nicht ganz bis zum 
hinteren Ende der weichen Rückenflosse gehend. Weiche Rücken- 
und Afterflosse hinten winkelig; die Schwanzflosse hinten ziemlich 
gerade abgestutzt. 

Färbung (in Alkohol) goldgelb; auf jeder Schuppe ein glänzendes 
Fleckenzcntrum; das Okularband kt schmäler als das Auge und geht 
vom Nacken zum unteren Rande des Interoperculum. Manchmal 
ein schwärzlicher Fleck ober, auf dem Kiemendeckel.' Ein großer, 
manchmal verschwimmender, schwärzlicher Fleck in der Mitte der 
Basis der weichen Rückenflosse; ein anderer kleiner, tiefschwarzer 
an der Spitze des Flossenwinkels, der allerdings manchmal durch 
Beschädigung der Flossen fehlt. (Blochs Figur des C. ocellatus). Den 
jungen Stücken fehlt dieser Flecken gänzlich. Afterflosse mit einer 
unbestimmten schwärzlichen Marginallinie. Bei jungen Exemplaren 
läuft eine breite schwarze Binde von den großen schwarzen Dorsal- 
flecken zur Basis der Afterflosse, die aber bei zunehmendem Alter 
verschwindet (Gills C. macuhcinctus). — Heimat: Westindien, ziemlich 
gemein. — Länge bis 17,5 cm. 



9) 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat 


L. 


Auge in 


Lauft 

Ni 


Nr. 


länge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 

3! 


1252 
5 947 
5 452 


12,9 
13,3 
17,5 


12/ 

/2I 
12/ 

12/ 
120 


/16 


35 
34 
34 


^/ 

/15-I6 
/15-I6 


3^/3-^/4 




f. 10 
10 
11 


P>A 
P>A 
P>A 


4. 




11,2 


12; 
/21 




34 


/16 


3V5 


l'/5 




P>A 





rs 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Kürper- 
länge 


Fundort 


Eiiialtung 


Sammler 
(Geber) 


1. 


8 


3 


10,0 


Caba 


sehr gut 


]\Iuseum Paris 


2. 


8 


e.ü. 3 


11,3 


Cuba 


sehr gut 


Poey 


3. 


8V2 




14.7 


Habana 


leidlich 


Poey 












gut 




4. 


ca. 8 


3 


9,6 


9 


trocken 


? 



Bei lebenden Tieren manchmal ein schwarzes Band von der Mitte 
der stachl'gen Rückenflosse, zur Bauchflosse etwas winklig, d'e konkave 
»Seite nach vorn. Oder der Körper kann gefleckb sein, m^t einem ovalen 
hellen Fleck vor dem Winkel (nach Thompson). — Einheimischer 
Name in Cura9A0 ,,Tjamba blanco". 



Zur Kenntnis der Knochentischfamilie Chaetodontidae usw. 



12? 



Chaetodoii ataeuiatus Poey 
Saroihrodus ataeniatus Poey, Syn., p. 353, 1868. 
Chaetodon ataeniatus Jordan u. Evermann, Fish. N. u. M. Am. 1898, 
II p. 1676. 

Körper oval, Höhe zweimal in der Totallänge; Auge etwa 3 mal 
^m Kopf; Schuppen nicht in Reihen, entgegengesetzte Richtung wie 
bei C. capistratus habend; Schuppen in der L. lat. 35, die Reihen enden 
am Ende der Rückenflosse. — Farbe stahlgrau; Flossen gelblich; 
Okuiirband vorhanden, aber sonst kein anderes Querband; unter 
dem Ende der Seitenlinie und über der Mitte des Schwanzstieles ein 
schwarzer Augenfleck, der kleiner ist als der bei C. capistratus. — 
Fundort: Havanna; nur von einem jungen Exemplar bekannt, das 
vielleicht das junge von C. unicohr Sau vage darstellt. 

Chaetodon unicolor Sauvage 
Chaetodon unicohr Sauvage, Bull. Sei. Phil. IV, p. 222 1880; Jordan 
u. Evermann, Fish. ]N. a. M. Am. 1898, II p. 1676. 
D XIII 19, A III 15, L. lat. 40. 

Körperhöhe 2 mal in der Länge enthalten. Maul zugespitzt, ein 
wenig länger als der Augendurchmesser. Präoperculum gezähnelt. 

Körperfarbe einförmig braun, dunkler auf dem Rücken; ein 
breites Okular band; äußeres der weichen Rücken- und Afterflosse 
von heller Farbe. Bauchflossen grau. — Länge 8cm. — Heimat: 
Martinique. 

Chaetodon dayi E. Ahl sp. n. 

Chaetodon'i Day, Fish. Ind. p. 109. 
D XIV 26, A III 23. 

Grundfarbe des Körpers eine Art von Lawendelfarbe (violett?), 
eine Linie von der 1. Rückenflosse zur Schnauze gelb; Kinn, Kehle und 
unterer Teil des Kopfes, und eine Linie von der Spitze des Operculum 
zur Basis der Brustflossen glänzendorange, die Mem.bran zwischen 
den Rückenflossenstacheln gelb mit einem blauen Fleck, der sich 
in eine Linie fortsetzt zum oberen Teil der weichen Rückenflosse und 
auch auf die Afterflosse; weiche Rückenflosse grün miö einem 
gelblichen Rand. Afterflosse und Bauchflosse gelb. Schwanzflosse 
lawendelfarben. Die Strahlen purpurn und eingefaßt an den Seiten 
mit gelb und außen mit orange. Lippen rot. — Länge 6 Zoll (inches). 
— Fundort: Tellicherry. 

Beschrieben nach einer Zeichnung und einer getrockneten Haut. 

Chsietodon obscurus Boulenger 
Chaetodon obscuras Boulenger, Fish. Muscat. Proc. Zool. Soc. London 
1887, p. 657. 

D XIII 22, A III 18, L. lat. 38, L. transv. 5/17—18. 
Schnauze vorgezogen, langer als der Augendurchmesser; oberes 
Kopfprofil konkav, steil vom Nacken absteigend; Präoperculum nicht 

5. Heft 



128 



Ernst Ahl: 



gezähnelt. Seitenlinie nahe bis zum Schwanzstiel sich erstreckend. 
Schiipj)on nahezu 2 mal so hoch als lang, die Längsreihen aufwärts 
und rückwärts gerichtet. Weiche Rücken- und Afterflosse winkelig, 
iiicht ausgezogen. Schwanzflosse abgestutzt. 

Dunkelbraun, jede Schuppe mit schwarzem Zentrum; Schnauze, 
Stirn, ^Nacken, Kinn und Kehle gelblich; Rücken- und Afterflossen- 
stacheln, Rand der weichen Rücken- und Afterflosse und Bauchflossen 
schwarz; Schwanzflosse schwarz, mit einem breiten gelben Rand. 
- Totallänge b\!o Zoll (inches). — Fundort: Muscat. 

fliaetodou melanotiis Bloch u. Schneider 

Chaetodon mclanotus Bloch u. Schneider, Syst. p. 224 (1801); Cuv. 
V. Val., Poiss. VII, p. 54; Kaup, Chaet. Arch. für Naturg. XXVI, 
p. 150; Kaup, Art. Chaet. Ned. T. Dierk. I, p. 127; Klunzinger, 
Syn. Fish. Rot. Meeres, p. 109; Günther, Fische Südsee. p. 44; 
Day, Fish. Ind. p. 108, tab. 28, fig. 1; Steindachner,' Ichth. 
Beitr. XVI,p. 230, 1893; Day, Fish. Brit. Ind. p. 9; Klunzinger, 
Fisch. Rot. Meeres p. 57; Weber, Sibogaexp. 1913, p. 307. 

Chaetodon dorsalis Reinwardt, Rüpp. Atl. R. Afr. Fisch, p. 41, tab. 9. 
fig. 2; Rüppell, ^.W. Fische p. 28; Cuv. u. Val., Poissons VII, 
p. 70 (53); Bleeker, Bijdr. ichth. Banda. Nat. T. Ned. Ind. II 
p. 240; Gü.ither. Cat. Fiph. II, p. 28; Playfair, Fish. Zanzibar, 
p. 34; Kn-r u. Steindachner, N. Fish. S. B. Ak. Wien. 1866 p. 361. 

Chaetodon marginatiis ¥jhr . ap. C. V., Poiss. VII, p. 57; Rüppel, N.W. 
Fische, p. 28. 

Chaetodon Ahhortani C. u. V., Poiss. VII, p. 58. 

Telrarjonoptrus melanotus Bleeker. Onz. n. ichth. Ternate Ned. T. 
Dierk. I, p. 228; Bleeker, Chaet. 1877, p. 82; Bleeker, Atl. Chaet. 
43, tab. 14. 

Tetragonoptrus dorsalis Bleeker, Poiss. Madagaskar, p. 95. 

D. XII— XIII 19—22, AIII 16—20, L. at. 37 ( --10), L. transv. 
6/14—16. 

Schnauze vorgezogen und nahezu gleich oder gleich dem Augen- 
durchmesser. Präoperculum unbestimmt gezähnelt. Weiche Rücken- 
und Afterflosse hinten abgerundet oder mit schwach abgerundetem 
WiuKel. Geringste Höhe des Schwanzstiels größer pIs der Augendurch- 
messer und etwa 9^/2 bis 10 mal in der Körperlänge enthalten. 

Das schwarze Ökularband ist viel schmaler als das Auge und setzt 
sich über das Interoperculum fort; auf der Brust 1 — 2 schwarze Flecke; 
oberer Teil des Körpers bräunlichschwarz, der untere mit schrägen 
schwärzlichen Streifen, cie den Schuppenreihen folgen; die dunkle 
Rückenzone dehnt sich bis zum Schwanzstiel aus. Inmitten der dunklen 
Rückenzone findet sich ein, vielfach zwei, seltener auch gar kein heller 
Fleck. Schwanzf-'teil oben imd unten mit einem schwarzen Flecken, 
aie zu einem Bande zusammenfließen können. Vielfach auch ein 
schwarzer, in kleine Punkte aufgelöster Heck an aer Basis der After- 
flösse. Weiche Rücken- und Afterflosse sowie Schwanzflosse außen 
mit einem breiten weißen Rande, der von der gelblichen Grundfärbung 



Zur Kenntnis der Knodienfischfamilie Cliaetodontidae usw. 129 

dieser Flossea durch eine schwarze Linie abgegrenzt wird. . Baiichf lossen 
hell. : 

Verbreitung: Malayischer Archipel, Rotes Meer, Küsten von Ost- 
afrika, Mauritius, Indien und Chixia bis zu den Inseln Viti und Samoa, 
ziemlich selten. — Länge bis 15,7 cm. 

Die hellen Flecken auf dem Rücken können bei eiugen Exem- 
plaren aus Ir^ciien, Afrika ur d dem Roten Meere fehlen, do.ch habe 
ich Exemplare von demselben Fundort mit mad ohne die hellen Flecken, 
sodaß darauf wohl weniger Gewicht gelegt werden kann, als aies 
gewöhnlich geschieht. Vielleicht bilden diese Flecken einen sekundären 
Geschlechtsunterschied. — Ein mir vorliegendes Exemplar aus Mikin- 
ddni. Deutsch- OstafriKa, zeigt die schwarzen, schrägen Streif ed in 
etwas anderer Form, indem sie nach oben und hinten immer zu breite?: 
werden und schließlich miteinander verschmelzen und auf diese Weise 
die schwarze Rückenzone bilden. Diese Streifen sind auch bedeubend 
schärfer ausgeprägt als bei anderen mir vorliegenden Stücj-.en von 
anaeren Funaorten. Ich halbe jedoch diese Untei schiede für nioht 
geaügend, um eine Unxerarc darauf zu begründen, zumal die Variabilität 
dieser Art auch ziemlich bedeutend ist. - Die Seitenlinie steigu fast 
graalinig schief bis zum hinderen Drittel der stachligen Rückenflosse 
auf, sen^ sich dann in weitem Bogen und hört vor dem Ende der 
Rücicenflosse auf. Ihre Röhrchen sind schmal una haben gegen das 
Ende of^; einige kurze Ausläufer. 

Färbung im Leben nach Exemplaren aus dem Roten Meer (naclji 
Klunzinger): Weiß, ins bläuliche oder grauliche, die Seiten (außer 
Kopf, Brust und Schwanz) mit vielen schwärzlichen, den Schuppea^ 
reihen folgenden, schief von vorn und unten nach hinten und oben 
aufsteigenden Bind^h. Körper gegen Rücken schwärzlich, Kopf und 
Schwanz zitronengelb, Lippen dunkelbraun. Eine zitronengelbe Färbung 
umgibt den Körper. Eine schwarze nach vorn etwas konvexe Binde:, 
welche schmäler als das Auge ist, zieht vom Nacken durch das Auge 
zur Brust. An den Seiten des Schwanzes ein großer schwarzer Flecken. 
Bauch-, Rücken- und Afterflosse zitronengelb. Brustflossen hyalini. 
Schwanzflosse hinten hyalin, vorn gelb und etwas vor der Mitte mit 
einem schwatzen queren Streifen. — Färbung eines lebenden Stückes 
von Ralum (nach Dahl): Körperseiten blaugrünlich"weiß, nach obeÄ 
in schwärzlich übergehend; dicht dunkel schräg gestreift. Rücken^ 
Kopf, Ba.uch und Schwanz orangegelb nebst den Flössen. Nut der 
schmale Rand der Rückenflosse und die größte Endhälfte der Schwanz- 
flosse grau. Brustflossen durchscheinend mit - gelber Basis. Eine 
schwarze Querbinde durchs Auge zum Rücken bis zur Kehle, und auf 
der Schwanzwurzel zwei schwarze Flecken. — . Färbung eines lebenden 
Fisches von Apia (nach Jordan u. Seale): Grau, der Umriß überall 
glänzend gelb; ein breiter, schwärzlicher Fleck nimmt den ganzen 
Rücken ein, unten von dunkler, weißlicher Farbe begrenzt ; ein großer 
weißlicher Fleck inmitten des Rückens. Schuppen mit duniden Reihen 
verschiedener schwärzlicher Flecken, die aufwärts und rückwärts 
laufen und oben streifenähnlicher sind, während unten die . Tüpfel 

Archiv fUr NaturgescTiichte. i 
1923. A. 5. 9 5, Heft 



130 



Ernst Ahl: 







* hl 


Bloch 

He in p rech t- 
Ehrenberg 
Moebius 
Salmin 

Peters 
Thilenius 

Grote 
Dahl 

Schoede 

Schoede 
Vom Hambui ger 
Museum freundl. 
zur Verfügung 

gestellt 




leidl 
gut 

gut 
sehr 

gut 

leidl. 

nicht 

sehr 
gut 
sehr 
gut 
leidl. 
gut 
leidl. 
gut 


Fundort 


Ind. Ocean 

Rotes Meer 

Mauritius 
Mozambique 

Mozambique 
2$amoa 

Mikiudani 

Rai um 

Neu-Guinea 
Bongaiuville 

Palau 
Karolinen 


eaQS(J9diö)i 


9,4 

8,6 

13,2 
10,9 

8,0 
10,0 

9,6 

7,6 

3,6 
8,8 
3,4 


C 1^ 
la. 


^ '*t ^"^ CO CO -^'^ 

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P. C. in 
Körper 


lO^ 2 S"' ' " r- r- 0> rT" pT^" 

Oi 


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^ « 


11,0 

10,2 

15,7 
12,8 

9,5 
11,6? 

11,4 

9,0 

4,5 
10,4 
4,2 


Katalog 


1253 

1254 

9 527 
6 770 

1285 
14 984 

20402 

20 404 

20 405 
20 403 
14 022 
M. H. 


epnejntq 


i-l CM CO-^ »O«0 I> C» 05 — 

1-1 r-t 



Zur Kenntnis der Knoclienfischfarailie Cüaetodontidae usw. 131 



getrennt sind, und zwar am schärfsten an der Basis der Afterflosse, 
wo sie in einem schrägen, kohlschwarzen Fleck von unregelmäßiger 
Umgrenzung gesammelt sind; ein schwarzer Streifen hinten entlang 
der Seitenlinie, der sich zu einem kohlschwarzen Flecken unter den 
letzten Strahlen der Rückenflosse erweitert; ein kleinerer schwarzer 
Fleck über den letzten Afterflossenstrahlen am Ende des Schwanz- 
stieles; Okularband schmal, an beiden Seiten glänzend gelb gerandet; 
der Abschnitt davor bräunlich gelb, hellgelb an der Kehle, ein dunkler 
Fleck an der Brust; die stachlige Rückenflosse tief bräunlichgelb. 
Weiche Rückenflosse erst dunkel, dann gelb, dann ein breites 
schwärzliches Band mit einen schwarzen Linie oben, dann hellgelb, 
mit dunklem Rande; Afterflosse breit hellgelb, mit einem bräunlichen 
Schatten darüber, dann dunkel, dann eine schwarze Linie, dann hell- 
gelb; Schwanz glänzend gelb, mit einem schmalen schwärzlichen 
Schatten, dann eine schwärzliche Querbinde, die hintere Hälfte durch- 
scheinend, Brustflossen farblos, hellgelb an der Basis; Bauchflossen 
goldgelb. — Ein anderes Exemplar von Apia hatte die untere Hälfte 
der Körperseite bläulichgrau, darüber schwärzlich mit einer hellen 
Zone; der Rand ringsherum gelb, golden oben, orange unten, mit 
schwarzen Merkmalen, Brustflossen und auch der breite Rand der 
Schwaazflosse f arolos. 

Einheimischer Name des Fisches auf Samoa ,,Tifitifi pulepule 
pa'ipa'i". 

Chaetodou ocellicauda Cuv. u. Val. 
Chaefodon ocellicauda C. u. V., Poiss. VII, p. 69; Günther, Gat. Fish. 
II, p. 29; Kaup, Chaet., Arch. Naturgesch. XXVI, p. 150; 
Plavfair, Fish. Zanzibar. 

D XII 20, A III 17—18, L. lat. 34—47, L. tr ans v. 6/12 (—16?). 

Schnauze vorgezogen, länger als der Augendurchmesser. Pra- 
operculum nicht, oder kaum merkbar gezähnelt. Seitenlinie ähnlich 
wie bei C. melanotus, mit dem die Art auch sehr nahe verwandt ist. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Geringste Höhe des 
Schwanzstieles etwa 10^4 — Körperlänge enthalten. 

Körper mit dunklen Streifen, schräg nach hinten ansteigend. 
Unterhalb der Rückenflosse eine große, dunkle Zone, die aber im 
Gegensatz zu C. melanotus, ziemlich scharf abgegrenzt ist und in 
ihrer Mitte gewöhnlich einen hellen Fleck umschließt. Diese Zone 
geht nicht bis zum Schwanzstiel, sondern erstreckt sich nur bis unter 
den Anfang der weichstrahligen Rückenflosse. Das Okularband ist 
viel schmaler als das Auge una geht nickv über den Kiemendeckel 
hinweg im Gegensatz zu C. melanotus, wo es auf der Brust noch einen 
oaer zwei große FlecKe bildet. Ein großer, schwaizer, hell um- 
lahmoer Augenfleck auf jeder Seite des Schwanzstieles, manchmal 
seine ganze Höhe einnehmerd; Bauchflossen weiß, Rücken- und 
Afterflosse mit einem weißlichen Saum und einem schmalen dunklen 
Bande davor; Schwanzflosse mit einem schmalen schwärzlichen Streifen 
über ihrer Mitte . 



9* S.Heft 



Ernst Ahl: 





KaUlog 

Nr. 


Toltl- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 




Auge in 


|£ 

m 

1-9 


Unge 


transr. 


Kopf 


Schnau- 
ze • 


Körper 


p.c. 


1. 


18285 


10,3 


'V20 




37 






3 




S>A 




A>P 


2. 
3. 
4. 
5. 


20 406 
5 583 
20 407 
20 407 


7,8 
4,9 
5,0 
4,7 


12/ 

/20 
11/ 

'2) 
12/ 
/20 




34 

? 

? 

35 


? 
? 

V12 




3 

273 
2V2-7b 

2V2 




S>A 
1 

f. 1 
f.l 


9V3 
7V2 
7V; 


A>P 
A>P 
A>P 
A>P 




• 

g ü 

D 

m 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
Iftnge 


Fundort 


Erhallung 


Sammler 
(Geber) 




1. 

2. 
3. 
4. 

5. 


10^/3 
IOV4 
93/, 


3V5 
3V5 

f. 3 
f. 3 
f. 3 


8.7 

6,5 

M. 

4.2 

3,9 


Matupi? 

Rai um 
Aniboina 
Neu-Giiiiiea 
Neu-Guinia 


sehr gut 

sehr gut 
leidlich 
leidlich 
leidlich 
gut 


Heinroth u. 
Mencke? 
Dahl 

V. Marten? 
Schoede 
Schoede 



Heimat: Indischer Ozean, Südsee, von Neu-Giiinea bis zu den 
Molukken, Sansibar, selten. *— Länge bis 103 mm. 

Färbung im Leben nach einem Exemplar von Ralum (nach 
Dahl): Köiperseiten meergrünblau mit dichten schwärzlichen Schräg- 
streifen. Umrahmung rings am Körperrande, am Kopf und Schwanz 
breiter, am Bauch am schmälsten, an den Bauchflossen weiß unter- 
brochen, orangegelb. Über der Pupille eine fast gleichbreite Binde vom 
Bauch bis zum Rücken schwarz, ebenso ein runder Fleck an der Schwanz- 
basis. Alles schwarz von . orangegelb eingeschlossen. Ein Teil (^'4) 
der Schwanzflosse und Brustflosse mit Ausnahme der gelben Basis 
hyalin. Bauchflossen weiß mit schmalen gelben Streifen. Vorderrand 
aller anderen Flossen orangegelb. 

Chaetodon Reiuwardti Kaup 
Chaetodon melanotus (nec Bl. Sehn.) Reinwrrdt ap. C. u. V., Poiss. 
VII, p. 71. 

Chaetodon Reimvardti Kaup, Arch. f. Naturgesch. 1860, XXVI p. 150. 
D XII 25, A III 13 (18?). 

Von rundlicher Körpergestalt, mit zugespitzter Schnauze; aber 
die Stirn erhöht und senlirecht. wie bei C. coUaris. Seine Körperhöhe 
ist mehr als die Hälfte der TotaHänge. — Außer dem Okularband, 
hat er einen schwarzen Rand am weichen Teile der Rücken- und 



Zur Ktniitnis der Kiiochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



133 



Afterflosse, und zwei schwarze Flecken auf der Schwanzflosse, einer 
oben und einer unten. Die Bauchflossen sind schwärz, aber seine 
anderen Flossen und die Grundfarbe sind gelb. — Länge 4 Zoll (pouces). 
— Heimat: Molukken. 

Ich glaube nicht, daß es sich, wie Bleeker anzunehmen scheint, 
um eine irrtümlich gebildete, um nicht zu sagen, gefälschte Art handelt. 
Die Abweichungen in der Zahl der Strahlen sind auch wohl zu bedeutend, 
um diese Art mit C. melanotus Bloch ohne weiteres identifizieren zu 
können. Auch hat C. u. V. ein Exemplar vorgelegen. 

Chaetodon auripes Jordan u. Snyder 

Chaetodon aureus (nee Bloch) Schlegel, Fauna, Jap. Poiss. 1847, p. 81, 
pl. 42, fig. 1; Richardson, Ichth. China, 1846, p. 246; Günther, 
Cat. Fish. II, 1860, p. 29; Ishikawa, Piel. Cat. 1897, p. 52; 
Bleeker, Vierde Bijdr. ichth. Japan, p. 15; Bleeker, Zesde bijder. 
Vischf. Japan p. 36; Scale, Fish. Hongkong, Phil. Journ. Sei. 
IX, 1914, p. 71. 

Chaetodon auripes Jordan u. Snyder, Chaet., List 1900, p. 90 (Ersatz 
für aureus). 

Chaetodon collaris (nec Bloch) Jordan u. Fowler, Jap. Chaet. Proo. 

U. S. Nat. Mus. XXV, 1903, p. 534; Jordan u. Snyder, Cat. 

Fish. Jap. Journ. Coli. Sei. Toyko, 1913, p. 209. 

D XII 23—25, A III 20, L. lat. 42—43, L. transv. 7/15. 

Schnauze etwas vorgezogen und zugespitzt, etwas kürzer als der 
Augendurchmesser, Präoperculum gezähnelt. Rücken- und After- 
flosse hinten abgerundet; Schwanzflosse abgerundet oder rundlich 
abgestutzt, die geringste Höhe des Stieles etwa 9 mal in der Körper- 
länge. Seitenlinie der Wölbung des Rückens folgend. 



■ 

• 




















Auge in 






Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 














m 


Nr. 


läDge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


p. c. 


1. 


20399 


15,0 


12' 

'23 


/20 


42? 




3 




f.l 


10 


P>A 


2. 


10 609 


15,5 


12/ 
/2o 




43 






f. 3 




f.l 


10 


P>A 




Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Köl per- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


9 




12,4 


Japan 


leidüch, 
besciläd. 


Gordon u. 
Smith 






O 


f. 9 


31/2 


12,9 


Yedo 




gut 




Hilgendorf 





5. Heft 



134 



Ernst Ahl: 



Farbe (in Alkohol) goldbraun; Okularband so breit wie das Auge 
und vom 1. Rückenflossenstachel bis zum unleren Rand des Tnter- 
operculum; hinten von einem fast halb so breiten silberweißen Band 
begleitet, und vorne unterhalb des Auges von einem schmalen, weißen; 
auf den Schuppenreihen laufen dunkelbraune Streifen, die sich nach 
hintenzu teilweise gabeln. Bauchflossen goldbraun. Weicher Teil 
der Rücken- w.nd Afterflosse mit dunkelbi auneni Rand und davor 
einem weißen intramarginalen Streifen. Schwanzflosse mit breitem, 
weißem Endsaum, der durch ein schmales schwarzes Band von der 
Körperfarbe abgetrennt wird. 

Heimat: Südjapan und Riukiu- Inseln. — Länge 155mm. 

Färbung im Leben (nach Temm. u. Schlegel): Grundfarbe ist 
ein sehr glänzendes gelb, das ins bräunliche zieht nach dem Rücken zu, 
auf der Schwanzflosse und auf die weiche Rücken- und Afterflosse, 
und in goldgelb nach den unteren Teilen, sodaß diese Farbe gleich- 
mäßig die Brustflossen und die Afterflossen bedeckt. Ein ziemlich 
breites schwarzes Band entspringt kurz vor der Rückenflosse und 
steigt jederseit? über das Auge hinweg über das Präoperculum bis zum 
Interoperculum. Es ist nach hinten von einem grauweißen Bande 
begleitet, das sich bis zur Basis des Operculum ausbreitet ; nach vorne 
ist ein ähnliches Band, aber es ist sehr groß (?) und wird nur unter 
dem Auge sichtbar. Die ganze Schnauze ist grau, mit Ausnahme des 
Oberkiefers, der schwarz ist. Die Farbe der Körperseiten des Fisches 
ist geziert von ungefähr 20 Längsbinden, stärker ausgeprägt auf dem 
Rücken, blasser und unbestimmter auf den unteren Teilen; diese 
Bänder gehen schräg nach hinten und steigen ein wenig an, die oberen 
sind ein wenig S-förmig gekrümmt und oft an ihrer Spitze geteilt. 
Die Stacheln der Rücken- und Afterflosse ebenso wie die Spitze der 
Membranen, die sich zwischen diesen Stacheln befinden, sind schwarz. 
Die weiche Rücken- und Afterflossen sind mit einem schwärzlichen 
Rand versehen, der nach innen von einem goldgelben Bande gefolgt ist. 
Die Schwanzflosse hat an ihrem hinl:eren Ende ein breites, weißliches 
Band, das von der Grundfarbe durch eine schwarze Linie getrennt 
wird. Die Iris ist bläulich schwarz. 

Einheimischer Name in Japan: ,,Chochouwo", .,Uchiwadai" 
in China ,,Ho-paou-kin" und ,,Ho-paou-kam". 

Cliaetodon uiirropuuetatus Sauvage 
Cliaetodon nigropunctatvs Sauvage. Bull. Soc. phil. Paris (1880) p. 222; 
Sauvage. Hist. Nat. Madagaskar 1891. p. 257, pl. 29, fig. 2. 
D. XIII 22, A. III 17, L. lat. 37. 

Schnauze zugespitzt, ebenso lang wie der Augendurchmesser; 
Schnauzenlinie verbreitert oberhalb der Augen; Präoperculum kaum 
gezähnolt, nur am unteren Rand. Rücken- und Aftei flösse hinten 
zuges])itzt. 

K()r])erfarbe braun, mit kleinen, nahestehenden schwarzen 
Punkten, die fünf Reihen über und 18 Reihen unter der Seitenlinie 
bilden, und sich bis auf die senkrechten Flossen erstrecken, auf welchen 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



135 



sie sehr viel kleiner sind. Kein Okularband. Vorderer Teil des Kopfes 
von weniger dunkler Farbe als der übrige Körper; Brust- und Bauch- 
flossen \on dunklerer Farbe, Schwanzflosse braunschwärzlich, mit 
einem breiten gelbgrauen Bande am Rand. — Länge 120 mm. — • 
Fundort: Mascate. 

Chaetodon collarc Bloch 
Seba, Thes. III, p. 66, tab. 25, fig. 10. 
Typische Form. 

Chaetodon collare Bloch, Ausl. Fische III p. 116, tab. 216, fig. 1; 

Bloch Ichth. 6 p. 87; Linne- Gmelin, Syst. Nat. ed. 13 a p. 1263; 

Bloch- Schneider, Syst. p. 223; Cuvier u. Val., Poiss. VII, p. 53 (41); 

Scale, Fish. Hongkong, Phil. Journ. Sei. IX, 1914 p. 72. 
Ya,i. praetextatus Cantor 

Chaetodon praetextatus Cantor, Cat. Mal. Fish. p. 156, tab. 3; Günther, 

Cat. Fish. II p. 22. 
Var. duplicollis E. Ahl v. n. 

Chaetodon praetextatus Day, Fish. Malabar. p. 31 ; Day. Fish. Ind. 
p. 107, tab. 27, fig. 6; Day, Fish. Brit. Ind. p. 8; ' Day, Fish. 
' Cochin, Proc. Zool. Soc. 1865, p. 16. 
Var. hnerii E. Ahl v. n. 

Chaetodon collaris Kner, Zool. Novara, Fische p. 99. 
Var. parallelus Gronow 

Chaetodon collare Bleeker, Verh. Bat. Gen. XXIII Chaet. p. 19. 
Chaetodon viridis Bleeker, Top. Bata. Nat. Gen. Arch. N. Ind. II, p. 250. 
Tetragonoptrus collaris Bleeker, Mem. ichth. Chine Ned. T. Dierk. 

IV p. 140; Bleeker, Chaet. p. 80; Bleeker, Atl. Chaet. p. 42, 

tab. 11, fig. 2. 
Chaetodon parallelus Gronow, Cat. ed. Gray, p. 70. 
tChaetodon praetextatus Jordan, Proc. U. S. Nat. Mus. XXV, 1903, 

p. 356. 

D XII (24—) 26—28, A III 20-^22, L. lat. 34—38, L. transv. 
7/15—18. 

Schnauze ziemlich kurz, ungefähr gleich oder etwas länger als der 
Augendurchmesser, Präoperculum fein gezähnek. Rücken- und After- 
flosse bilden einen hinten stumpf abgerundeten Winkel und ihr hinterer 
Rand steht nicht senkrecht, sondern neigt sich stark nach vorn. Seiten- 
linie schräg aufsteigend, bis zur Basis der Rückenflosse, der sie dann 
folgt. — Küsten von Indien, China, Japan und Malayischer Archipel 
(Südsee anscheinend fehlend). 

Typische Form. 

Bläulichgrau (blau nach Bloch), nach dem Bauch zu heller, 
einfarbig, Kopf weiß; eine schwarze Binde über die Schnauze hinter 
dem Maule; zwischen den Augen anscheinend eine graue Binde. Okular- 
band von der Höhe des Nackens durch das Auge bis zum unteren Rande 
des Interoperculum; ungefähr so breit als das Auge. Dahinter eine 
etwas mehr als halb so breite, nach hinten scharf abgegrenzte weiße 
Binde, die sich auf der Brust mit der der anderen Seite vereinigt. 

5. Heft 



136 



Ernst Ahl: 



Bauchflossen schwarzbraun; weiche Eückenflosse mit einer hellen 
(gelben) intramarginalen Linie; der Schwanz innen bräunlich, außen 
hellgol)>, oder \seiß, beide Farben durch ein breites dunkles, nach dem 
Körper zu gebogenes schwarzbraunes Band getrennt. — Fundort: 
Japan. 



« 


Katalog 
Nr. 


Total- 
lange 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
tranST. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. C. 


1. 


8151 


13,7 


12/ 
/28 


3/ 
/20 


37-40? 




3 


1 


f. 10 


Pf-A 


Laafende 

Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
lange 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 

(Geber) 




1. 


9V3 


Ü.3 


11,7 


Japan 


Haut 


Bloch 


Type der Art 
collare 



Cliaetodon collare Bl. var. praetextatus Cantor 

Kopf, Kiemendeckel und Kehle schwarz ; auf dem Kinn ein runder 
weißer Fleck; ein weißes Band verbindet die Kehle mit dem Mund- 
winkel, ein zweites, ebenso die Kehle einschließend, geht schräg auf- 
wärts und vorwärts vor den Augen über die Stirn, ein drittes, schmales, 
rückwärts gebogenes weißes Band auf der Stirn zwischen den Augen; 
ein breites weißes Band umgibt die Brust, sich verschmälernd, während 
es senkrecht zwischen dem Präoperculum und dem Auge aufsteigt, 
und setzt sich vor dem ersten Rückenflossenstachel foit; Körper und 
schuppiger Teil der Rücken- und Afterflosse hellgraubraun; jede 
Schuppe ein klein wenig schwarz gefleckt und auf dem Körper mit 
einem kurzen zentralen dunklen Band, so Reihen von parallelen 
schräg rückwärts ansteigenden Linien bildend; Rückenflossenstacheln 
zinnoberrot ,ihre Membran hellgraubraun. Rand der weichen Flosse 
schwarz (das äußerste Ende der Strahlen farblos), unten begrenzt 
von einer schmalen weißen Linie, unter der ein breites zinnoberrotes 
Band liegt, das sich allmählich nach hinten erw^eiteit; bei einigen 
ist das letztere immittelbar imter den schwarzen Rand gelegen und 
der ganzen Länge nach von einer schmalen weißen Linie getrennt; 
auf der vorderen Hälfte der Schwanzflosse ein senkrechtes, zinnober- 
rotes Band, dann ein schmaleres schwarzes, hinter dem der Rest der 
Flosse weiß ist : Afterflossenstacheln hellbraungrau. Membranen 
schwarz; Rand des weichen Teiles schw^arz (die äußersten der Strahlen 
farblos), nach oben begleitet von einem breiten, halbmondförmigen, 
zinnoberroten Bande; Bauchflossen schwarz, Brustflossea bräunlich 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



137 



oder schwärzlich am Stiel, die Strahlen bräunlich weiß, Membran 
durchscheinend, Iris milchweiß oder lederfarbig. 

See von Pinang, erreicht 5^8 Zoll (inches) Länge und soll gegessen 
werden. 

Über die Kopffärbujig sagt Günther: Grundfarbe weiß, mehrere 
schwarze breite Bänder: eines um die äußerste Schnauze; das zweite 
schräg, rund um die Schnauze hinter dem Maul, das dritte, das Okular- 
band, breiter als das Auge und durch einen weißen Streifen über dem 
Auge in zwei geteilt; das vierte nimmt das Operculum ein (dasselbe 
wie oben, Farben nur in umgekehrter Weise). 

Chaetodon collare BL var. duplicicollls E. Ahl v. n. 

Färbung (nach Day) hauptsächlich bräunlich oliven, jede Schuppe 
mit einem hellen zitronengelben Fleck in ihrer Mitte. Ein bläulichweißes 
Band geht vor der Kückenflosse über den Opercel und abwärts bis 
zur Kehle, wo es sich verbreitert. Ein zweites Band geht über das 
Präorbitale und über die Wange zur Kehle (gegenüber) vom Augenrand 
gibt es ein anderes schmales bläulich weißes Band, welches zum 
Mundwinkel geht und dann abwärts zur Kehle. Eine bläulichweiße 
Linie zieht sich über die Stirn bis zum Auge, wo sie aufhört. Kücken- 
und Afterflosse rötlich violett gefärbt, das obere Viertel des weichen 
Teiles ist geziert (gerändelt) mit sechs Bändern in folgender Anordnung 
von außen: weiß, schwarz, scharlachrot, schwarz, perlweiß und schwarz. 
Die Farben sind schwach bis auf die Stacheln ausgebreitet. After- 
flosse mit drei Reihen geziert: weiß, schwarz und scharlachrot. 
Schwanzflosse in der hinteren Hälfte perlweiß, durch ein schwarzes 
Band von der scharlachroten Basis getrennt. Brustflossen durch- 
scheinend. Bauchflossen schwarz, Augen nußbraun. — Küsten von 
Indien. 

Chaetodon collare Bloch var. knerii E. Ahl v. n. 

Färbung (nach Kn er): Seiten in der Richtung nach rück- und 
aufwärts dunkel gestreift und zwar meist deutlich mit 8—10 breiten 
Streifen von braungelber Farbe auf grünlichgelbem Grunde. Gewöhnlich 
bedeckt die Oberlippe eine schmale schwarze Binde; die ebenso gefärbte 
zweite oder Augenbinde ist über dem Auge breiter als dieses, ihr 
vorderer Rand konkav, der hintere noch stärker konvex; indem sie 
durch das Auge zieht, setzt sie sich nach vorne bis zur Narine fort, 
unterhalb des Auges biegt sich ihr hinterer Rand konkav ein, und am 
Unterdeckel erreicht sie ihr Ende, ohne an der Kehle sich fortzusetzen 
oder mit jener der anderen Seite sich zu vereinigen. Diese Augenbinde 
wird nach vorne durch einen schmalen weißen Saum begrenzt, nach 
hinten aber von einer breiten weißen Binde, die quer über das Hinter- 
haupt zieht, und vorne konkav, hinten aber stark gewölbt ist und sich 
über dies noch in zwei bis drei rundliche Lappen auszieht, sodann 
schief nach vor- und abwärts über die beiden Haupt deckelstücke 
herabläuft und gleichfalls am Rande des Unterdeckels endet. Hinter 
dieser weißen Binde folgt noch quer über den Vorderrücken eine breite 



5. Heft 



138 



Emst Ahl: 



schwarze, die bivS zur Rückenflosse reicht und über den Briistflossjen 
erlischt. Rückt n- und Afterflosse sind bis zu ihrem Winkel schwarz 
gesäumt und weiter hinein mit einer weißlichen Längslinie gezielt. 
Durch die Mitte der Schwanzflosse zieht ein breites, schwarzes Querband, 
ihr Saum erscheint weißlich. Manche Exemplare zeigen am Rücken 
noch jetzt eine hellrötliche Färbung, die gegen das grün der Seiten 
des Rumpfes absticht; bisweilen gewahrt man am Schultergürtel die 
deutliclio S])ur eines roten Augenfleckes. — Von Java und Hongkong. 

Cliaetodon collarc Bl. var. paralleliis Gronow 

Körperfarbe (nach Bleeker) violettglänzend oder goldgrün; 
Iris gelb, rotbraun gefleckt, Rand der Pupille golden; auf dem Kopfe 
• zwei senkrechte violettbraune oder schwärzliche Binden, die vordere 
umschließt die Schnauze und das Kinn und wird innen hinter dem 
Mundwinkel durch einen weißen senkrechten Streifen geteilt; die hintere 
geht durch das Auge vom Nacken bis zur Kehle, wo sie sich mit der 
Okularbinde der anderen Seite vereinigt; sie ist breiter als das Auge; 
vorne wird sie von einer schmalen weißen Binde und hinten von einem 
breiteren weißen Bande begrenzt. Auf dem Körper zwischen den einzelnen 
schräg ansteigenden Schuppenreihen eine dunkelgrüne oder violett- 
grüne Binde, diese Binden schräg nach hinten und oben ansteigend 
und in die Rückenflosse mehr oder weniger eindringend; auf den 
Schuppen an den Seiten und auf einzelnen der Rücken- und After- 
flosse ein gelblicher oder goldener Fleck. Auf den freien Teil der stach- 
ligen Rückenflosse und den Brustflossen goldig oder rosenrot. Die 
Bauchflossen purpurrot oder schwarz. Auf der strahligen Rückenflosse 
und dem freien Teil der Afterflosse vom dritten Stachel ab und der 
Schwanzflossen\Mirzel bis zur Mitte karmosinrot; auf der strahligen 
Rückenflosse eine intramarginale, weiße, rotbraun umränderte Binde; 
auf der Afterflosse eine rotbraune intramarginale Linie, Saum weiß. 
Auf der hinteren Hälfte des Schwanzes eine senkrechte, purpurrote 
oder rotbraune Binde, nach hinten milchweiß begrenzt und am hinteren 
Ende breit gelb. ■ — Heimat: Sumatra, Nias, Pinang, Java, Celebes. 

Die Art kommt nicht sehr häufig vor und ist sehr ungenau bekannt, 
zumal sie auch in einer großen Anzahl von verschiedenen Formen 
auftritt. Ich halte es für sehr gut möglich, daß man bei großem Ver- 
gleichsmaterial sehr gut verschiedene gute Alten herausschälen könnte. 

f liaetodoii uuifasciatiis Gronow 
Chactodon unijasciahis Gronow, Cat. ed. Gray, p. 09. 
Chaetodon roUaris Günther. Cat. Fish. II, p. 21 (nec collare Bloch). 

D XII 2(), A III 21, L. lat. 35, L. tiansv. •7/18. 

Die Schnauze ist stumpf und wenig länger als der Augendurch- 
messer; Präoperculum gezähnelt. Weiche Rücken- und Afterflosse 
hinten mit einem abgeruiideten Winkel. 

K(")rper mit vielen schrägen und longitudinalen gelblichen Streifen, 
den Schu|)])f'Tireihen folgend. Das Okularband ist so breit als das Auge 
und breitet sich vom Occiput bis zum Ansatz der Bauchflossen aus^ 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 139 



hinten auf dem Nacken mit einem breiten dunkelbraunen, quergelegenen 
Flecken; das Band hat hinten und vorn einen gelben Rand; Bauch- 
flosscn braun; die weiche Rücken- und Afterflosse und die Schwanz- 
flosse weißlich; die zwei letzteren mit einer schmalen, bräunlichen 
Linie nahe am Rande. — Heimat: Japan? 

€haetodoii reticulatus C. u. V. 

Chaetodon reticulatus C. u. V., Poiss. VII, p. 32 (24) tab. 171; Less., 
Zool. Voy. Coq. Poiss. p. 178, tab. 30, fig. 2; Günther, Cat. Fish. 
II, p. 22; Kaup, Ait, Chaet. Ned. T. Dierk. I p. 12G; Jordan 
u. Scale, Fish. Samoa, p. 342; Kner, Novarafische, p. 271. 

Chaetodon superbus Broussonet, ap. C. u. V., Poiss. VII, p. 32. 

Chaetodon collaris (nec Bloch) Günther, Fische Südsee p. 40, tab. 31, 
fig. a. 

Citharoedus collans Kaup, Chaet. Arch. Naturgesch. XXVI p. 144, 
1860. 

'! Chaetodon hellicosus Quoy et Gaimard, Voy. Astrolabe. 

D XII 26—27, A III 21—22, L. lat. 44 (nach Günther, Südsee- 
fische 35-38), L. transv. 8/1/18. 

Schnauze stumpf, mit eingedrücktem oberen Profil, ungefähr 
so lang oder etwas länger als der Augendurchmesser, der etwa 3 mal 
im Kopf enthalten ist; Präoperculum fein gezähnelt. Rücken- und 
Afterflosse hinten mit einem abgerundeten Winkel. Schwanzflosse 
abgerundet, die geringste Höhe des Stieles etwa S^/^mal in der Körper- 
länge enthalten. Seitenlinie in grader Linie, schräg aufsteigend, bis 
zu den letzten Stacheln der Rückenflosse, dann in scharfem Winkel 
umbiegend und nahe der Rückenflossenbasis bis kurz vor deren Ende 
verlaufend. 

Das schwarze Okularband ist so breit als das Auge, etwas schmaler 
am Auge selbst, vorn und hinten mit gelbem Rand; es erstreckt sich 
von der Höhe des Nackens über den ganzen Nacken bis an die Basis 
der Bauchflossen, die ebenfalls schwarz sind. Schnauze braunschwarz. 
Zwischen den Augen eine gelbeingefaßte graue Binde. Vorderster 
Teil des Rumpfes hinter dem Okularband weißlichgrau, nach der Brust' 
zu in gelb übergehend, ungefleckt. Nach diesem Bande der obere Teil 
des Körpers einschl. des beschuppten Teile? der Rückenflosse, tauben- 
grau, nach unten zu in schwarz übergehend. Jede Schuppe mit einem 
leuchtendgelben (oder blauen?) Fleck, diese Flecken können manchmal 
zu unvollständigen Längsbinden zusammentreten; da diese Flecken 
den Schuppenreihen folgen, bilden sie schiefe Punktreihen. Weiche 
Rückenflosse mit einem gelben Rand, in dem eine feine schwarze liinie 
verläuft. Afterflosse von außen mit einem gelben Rand, der nach innen 
von einer schwarzen und grauen Linie begleitet vriid. Hinter dem 
Winkel ein scharlachroter Fleck. Schwanzflossenstiel und AVurzel 
mit einem breiten, schwarzen Bande, dem eine graue Zone folgt, dann 
vier ungefähr gleichbreite Bänder, schwarz, gelb, schwarz, hyalin. 

Diese außerordentlich schöne Ait ist im Bezirk der sogenannten 
Südsee verbreitet, ziemlich selten. 



5. Heft 



uo 



Ernst Ahl: 





KaUIo; 


Total- 


I). 


A. 


L lat. 


L. 




Auge in 


•Sä 


Nr. 


lange 


transT. 


Kopf 


Scbnan- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 


14 981 


13 2 


127 


(22 


44 












A<P 


2. 


13 637 


13,0 




7,2 


44 


7'/« 




3 


1 


10V2 


A<P 




Laufende , 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltnng 


Sammler 
(Geber) 




1. 




3V3 


10,7 


Samoa 




gut 


Thilenius 






2. 


8'/4 


f. 3V2 


10,8 


Jahiit 


sehr gut 


Steinbach 





In Otaiti wird dieser Fisch „pararaeia", in Samoa „Matagi pule- 
pule" oder ,,Tifitifi a'au" genannt. 

Günthers Abbildung in den Fischen der Südsee ist sehr gut, nur 
sind die Farben noch bedeutend glänzender. 

Farbe im Leben nach einem Stück vön Apia (nach Jordan u. 
Scale): Schwarz, taubengrau oben und hinter dem Okularband; die 
Flecken auf den Schuppen leuchtendgelb unten, grau oben. Rand des 
Okular bandes golden. Stirn und Schnauze hellgrau. Lippen golden. 
Rückenflosse hellgrau, golden eingefaßt mit einem dunklen und weißen 
Streifen. Schwanzflosse schwarz, dann hellgrau, schwarz, gelb, schwarz, 
dann ein hellgrauer Rand; Afterflosse schwarz, hinten scharlachrot 
mit zwei schwarzen Streifen, einem trübgelben und weißen Rande. 
Bauch flössen und Brust schwarz, mit dem Okularband verbunden. 
Brustflossen farblos. 

Sektion Lepidochaetodon Bleeker 

Die großen unregelmäßigen Schuppen nehmen nur den vorderen 
Teil des Körpers ein, die Mitte und der hintere Teil des Körpers haben 
regelmäßig gerundete Schuppen, die in regelmäßigen Längsreihen 
angeordnet sind. 

diaetodon iinimaciilatus Bloch 

Chaetodon unimaculatus Blocli, Ausl. Fische IIL p. 75; Bloch, Ichth. 
taf. 201 (1787); Bloch- Schneider, Syst. p. 221; Cuvier u. Val., 
PoisR. VILp. 55; Cuv., Regne animal, Poiss. tab. .SO, fig. 3; Bleeker, 
Bijdr. ichth. Banda, Nat. T. Ned. lad. II, ]). 241 : Günther, Tat. 
Fish. II, p. 11; Günther. Fische Südsee, p. 89: Playfair, Fish. 
Zanzibar, p. 82; Day, Fish. Ind. p. 102 (1876); Day,'Fish. Brit. 
Ind. II (1889) p. 7; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 342. 



Zur Kenntnis der Knochenfiscbfamilie Chaetodontidae usw. 14l 



Ciiharoedus unimaculatus Kaiip, Chaet. ArcL. f. Naturgesch. XXVI, 
p. 145. 

Tetraqonoptrus unimaculatus Bleeker, Onz. n. ichth. Ternate. Ned. 
T. Dierk I p. 234; Bleeker, Chaet. p. 87, 1877; Bleeker, Atlas, 
Chaet. p. 45, taf. XIII, fig. 5. 
^Chaeiodon sphenospiluH Jenkins, Bull. U. S. Fish. Comm. XIX 1899 
(1901) p. 395. 

D XIII (-XIV) (21—) 22—24, A III 19-20, L. lat. 45 -46, 
L. transv. 8/19. 

Schnauze nur wenig vorgezogen, nur wenig länger als der Augen- 
durchmesser. Präoperculuni nicht, oder kaum merkbar gezähnelt. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Schwanzflosse ziemlich 
gerade abgestutzt. Die geringste Höhe des Schwanzstieles ist etwa 
9^/2 in der Körperlänge enthalten. Seitenlinie in nicht zu hohem 
Bogen der Körperwölbung folgend bis zum Ende der Rückenflossen 
basis. 

Die Grundfarbe des Körpers ist (in A klohol) gelblich. Das schwarze 
Okularband ist so breit oder etwas breiter als das Auge, und reicht 
von der Höhe des Nackens quer über die Brust. Ein etwas schmäleres 
sch^\arzes Band zieht sich über den hinteren Teil der Rücken- und 
Afterflosse und quer über den Schwanzstiel. Ein großer schwarzer 
Fleck auf der Seitenlinie, unterhalb der sechs hinteren Rückenflossen- 
stacheln. Die Schuppen der mittleren Reihen mit dunkleren Bändern. 

Diese typische Form bewohnt die Südsee und Ostindien bis zur 
Westküste von Sumatra. Auf Hawai , befindet sich eine etwas ab- 
weichende Form (subsp. phenospüus) und vom Malayischen Archipel 
bis zur Küste von Ostafrika eine andere, etwas abweichende Form 
(subsp. interruftus). • — Länge über 15 cm. 

Chaetodon unimaculatus Bl. subsp. sphenospilus Jenkins 

Farbe im Leben: Flossen und oberer Teil des Körpers gelb, be- 
sonders glänzend auf den Bauchflossen und der Afterflosse, Okular- 
band schwarz, senkrecht durch das Auge gehend, seine Breite an der 
Kopfseite gleich dem Auge, an der Oberseite des Kopfes bedeckt es den 
Zwischenraum von etwas oberhalb der Augen bis zum 1. Rückenflossen- 
stachel. Gesicht vor dem Okularband weiß. Schnauzenspitze dunkel; 
unterer Teil des Körpers, unter dem Ende der Brustflosse weiß. Ein 
großer schwarzer Fleck an der oberen Körperseite unter dem 8. bis 
10. Stachel, sich senkrecht ausdehnend von der 3. Schuppe unter 
der Rückenflosse bis ungefähr zur 10. Schuppe von den Afterflossen- 
stacheln. Oberer Teil des Fleckes bildet einen runden schwarzen 
Fleck, unterer Teil, unter der 11. Schuppe von der Rückenflosse, wird 
schmaler und viel heller als der obere Teil, sodaß er eine lange, schlanke, 
nach unten gerichtete keilförmige Verlängerung bildet. Vor dem 
unteren Teil des Seitenfleckes, über der Brustflosse sieben hellgelbe 
schräge Bänder; ein schwarzes Band um die Mitte des Schwanzstieles, 
vorn und hinten durch ein weißes Band begrenzt. Weiche Rücken- 



.5. H«ft 



142 



Ernst Ahl: 



und Afterflosse mit einem schwarzen submarginalen Band, am 
breitesten hinten auf den horizontalen Strahlen, und sich zu einer 
dünnen Jiinie verschmälernd auf den mittleren und vorderen Strahlen, 
innerhalb desselben ein weißes Band, und außerhalb desselben eine 
schmale weiße Handlinie. (Jenkins.) ■ — Fundort: Hawai. 



Laufende ■ 
Nr. 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


D. 


A. 


L. lat. 


L 

traiii-v. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 

2. 
3. 
4. 
5. 


1 257 
125G 
11775 
20 457 

9 526 


12,4 
15.2 
10,5 
13,1 
9,0 


13/ 

123 
13/ 

122 


/20 
^/20 
^20 

/20 


46 

46 
45 
46 
46 


/l9 
/l9 
/l9 
/l9 

/Ii) 


ca. 3 

376 

3 

27,. 


1 

IV5 
Ü. 1 

IV3 
f. 1 


1073 

ü. 10 

10^/. 
973 


P>A 
P>A 
P = A 

P<A 
P>A 


Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erlialtungl 


Sammler 
(Geber) 


subsp. 




1. 

2. 

3. 
4. 
5. 


97, 
9'/, 

97. 
83/, 


37.-^/3 

3\V7'3 

3\/., 
37'. 
f. 37o 


10,2 

12,8 

8,7 
11,1 
7,6 


Iiid.Oceau 
lud.Ocean 

Jaliüt 

Talassia 
Mauritius 


leidlich 
gut 

leidlich 

gut 

gut 

gut 
sehr gut 


Bloch 

Bloch 

Finsch 
Schoede 
Moebius 


typ. 
typ. 
typ. 

typ. 
interruptus 


Type der 
Art 

Type der 
subsp. 



f haetodon iininiaeulatiis Bloch subsp. interruptus E. Ahl subsp. n. 

(Taf. II, Fig. 9) 

Diese Unterart unterscheidet sich von der typischen dadurch, 
daß das Okularband bedeutend schmaler als das Auge ist und nur 
bis an den Rand des Kiemendeckels reicht. Es ist scharf hell (weiß) 
gesäumt, ebenso wie der runde schwarze Seitenfleck, und da? Band, 
das über den hinteren Teil der weichen Rücken- und Afterflosse sowie 
über den Schwanzstiel läuft, und schmaler als bei der Stammform ist. 
Auch ist die Körpeiform, verglichen mit den Südseefischen, etwas 
höher und die Schnauze etwas kürzer. — Fundort: vom Malayischen 
Archipel bis zur Küste von Ostafrika, Mauritius. 

Farben eines lebenden Stückes von Apia (subsp. typ.) (nach Jordan 
u. Seale) hell leuchtend hellgelb, nach unten bläulichgrau werdend; Oku- 
larband breit, imten zusammenstoßend, schwach mit grau eiugefaßt; 
Schnauze grau, die goldenen Schuppenränder bilden schmale, schräge, 
gelbe Streifen auf der Schulter. Ein schwarzer Seitenfleck, breitgrau 
gesäumt, mit einer nach unten gerichteten keilförmigen Verbreiterung 



Zar Kenntnis der Knochenfisch familie Chaetodontidae usw. 14S 



von diinkelgraupr Farbe. Rückenflosse hellglänzend gelb. Ein 
schwarzes Band über ihrem hinteren Teil und über den Schwanzstiel, 
und die Afterflosse, wo es schmaler ist; das Band ist vorn und hinten 
grau eingefaßt, das hintere Ende sehr schmal. Schwanzflosse farblos. 
Afterflosse tief goldgelb, dunkler als die Rückenflosse. Bauchflossen 
tief goldgelb, Brustflossen farblos, — Ein anderes Stück vom selben 
Fundort war im Leben hellgolden oberseits, grau beiderseits der 
Schultern und vorderen Teil der Seiten, mit winkelförmigen, vertikalen 
Bändern, von dunkelgelber Farbe, der Winkel nach dem Schwanz 
zu gerichtet. Okularband sehr breit, von der Rückenflosse, über der 
Brust zusammentreffend. Schnauze und Vorderkopf grau. Ein großer 
runder schwarzer Fleck inmitten der Seiten des Rückens von grau 
umgeben. Rücken- und Afterflosse hellgelb. Ein schwarzes Band 
hinten auf beiden, sich über den Schwanz ausdehnend, an beiden 
Seiten mit grau eingefaßt. Dahinter ist der Rand der Rücken- und 
Afterflosse weißlich gerandet, Schwanzflosse grauweiß an der Basis 
hinter dem Band. Der Rest der Flosse, wie der Brustflosse, durch- 
scheinend mit schwarzen Flecken ; Bauchflossen goldgelb. 

Einheimischer Name in Otaiti ,,palhala'' oder auch ,,parha- 
parhahatiani". Auf Samoa wird dieser Fisch „Tifitifi pulepulc" oder 
,,Tifitifi samasama" genannt. 

Chaetodon dalili E. Ahl sp. n. (Taf. I, Fig. 3) 
D XIII 23, A III 19—20, L. lat. 32. L. transv. 5/13. 
Körperform rundlich, Schnauze zugespitzt, ausgezogen. Prä- 
operculum leicht gezähnelt. Schuppen gleichmäßig, in schräg an- 
steigenden Reihen geordnet. Seitenlinie steigt schräg bis unter den 
G. Rückenflossenstachel an und geht dann im Bogen, der Wölbung 
des Rückens folgend, bis zum Ende der Rückenflossenbasis. Rücken- 
flossenstacheln hoch, der fünfte am längsten. 2. Afterflossen- 
stachel am stärksten und gleich dem dritten. Die Bauchflossen sind 
gleich den Brustflossen, bedecken den After und reichen bis zum 
Anfang der Afterflosse. Das kleinste Exemplar noch im Tholichthys- 
stadium. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Schwanz- 
flosse abgerundet, die geringste Höhe des Stieles etwa 8 — 8^4 mal in 
der Körperlänge und etwa öV^ bis b^l^msA in der größten 
Körperhöhe enthalten. 

Färbung (in Alkohol) gelblich, auf dem Rücken dunkler, nach 
dem Bauch und den Kiemendeckeln zu heller. Das braunschwarze 
Okularband geht von der Höhe des Nackens durch das Auge bis zum 
unteren Rande des Interoperculum und ist nur halb so breit als das 
Auge. Inmitten der weichen Rückenflosse ein schwarzer Fleck, der 
sich nacK oben und unten zu einer intramarginalen Linie auszieht. 
Afterflosse mit einem dunklen intramarginalen Streifen. Die weichen 
Teile beider Flossen mit weißem Rand. Schwanzflossenbasis mit 
einem schmalen, schwarzen Streifen. Bauch- und Schwanzflossen 
hell. — Fundort: Ralum, Bismarckarchipel. — Länge der Type: 
2,9 cm. 



5. Heft 



144 



Ernst Ahl: 



Laufende 1 
Nr, 


Katalug 
Nr. 


Total- 
lange 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 
transr. 


Auge in 


Kopf 


Körper 


Schnaa- 

se 


p. c. 


1. 

2. 
3. 


20417 
20 417 
20 417 


2,9 

2,4 
2,0 


13/ 
122 

13/ 

/23 
13/ 


/20 

'/,, 


32 
32 
30? 


'/,3 

'In 

7,3 


2V2 
2^/3 

23/, 


6V3 

6 


IS 


P<A 
P<A 
P<A 


Laufend« 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 

Körper 


Körper- 
lange 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 

2. 
3. 


8 
8 


2"5 


2,35 

1,9 
1,6 


Rai um 

Ralum 
Rai um 


sehr gut 

sehr gut 
sehr gut 


Dahl 

Dahl 
Dahl 


Type der 
Art 
CJotype 
Cotype 



Drei mir vorliegende junge Exemplare konnte ich mit keiner 
bekannten Art identifizieren, und habe sie deshalb hier als neue Art 
beschrieben. Da die jungen Chaetodonten manchmal ziemlich ver- 
schieden \on den alten aussehen, so erscheint es vielleicht angebracht, 
die jungen Tiere als besondere Art zu beschreiben, bis eine vorliegende 
Reihe sie mit einer ev. schon bekannten Art verbindet. Doch glaube 
ich, nach allem mir zur Verfügung stehenden Material zu urteilen, hier 
eine noch unbeschriebene Art vor mir zu haben, aie ich zu Ehren 
des S .mmlers, Professor Dr. Dahl, vom Zool. Mus. Berlin, der dem 
Museum eine sehr große Sammlung von Südseefischen überwiesen 
]xskt, C. dahin, benenne. 

Farbe im Leben (nach Dahl) : Bauch nebst Bauchflosse und After- 
flosse goldgelb, nach oben olivengrün. Schwa z eine gebrochene 
Binde über das Auge und ein Fleck vor dem Ende der Rückenflosse. 
Weißlich die Begrenzung des letzteren und Kiemendeckel, BrustfLssen, 
Schwanzflosse und Rand der hinteren Rücken- und Afterflosse. 

fhaetodon kleini Bloch 

Chaelodon kleini Bloch, Ausl. Fische; Bloch, Ichth. IV, p. 7 taf. 21B; 
Bloch- Schneider, Sy^t. p. 225; C. u. V., VII, p. 30 (23); Kaup, 
Art. Chaet. Ned. T. Dierk. I, p. 128; Peters. Berl. Mon. 1876, 
p. 832; Day, Fish. Ind. 187G, p. 106; Day, Fish. Brit. Ind. 1889, 
p. 6; Günther- Play fair, Fish. Zanzibar,p. 33; Sauvage, Hist. 
Nat. Madagaskar 1801, p. 258; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, 
p. 342; Günther. Cat. II, p. 22; Ruysch. Coli. nov. Pisc. Amb. 
p. 14. tab. 8, fig. 2?; Renard. Poiss. Mol. I tab. 5, fig. 39; Klein, 
Miss. Pisc. IV, p. 37 No. 8, tab. 10, fig. 2. 

Chaetodon melanom?/stax Blech u. Schneider, Syst. ichth. 1801, p. 224. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 145> 



Citaroedus melammystar Kanp, Chaet. Aich, für Natiirg. 1860, p. 145.. 
Chaetodon melastomus Bloch u. Schneider, Syst. ichth. p. 224. 
Citarodus melastomus Kaup, Chaet. Arch. für Ndturg. 1860, p. 11:4. 
Chaetodon ilavescens Benneit, Froc. Comm. Zoi)i. Soc. 1830 p. bl. 
Chaetodon vtresrms C. u. V., Poiss. VII-, p. 30; Bleeker, Verh. Batav. 

Gen. XXIII, Chaet. p. 18. 
Tetragonoftrus Kleinii Bleeker Atl. Chaet. p. 45, tafel 11; Bleeker, 

Chaet. Verh. Ak. Amsterdam, 1877, p. 88; Bleeker, Menr: ichth. 

Chine. Ned. T. Dierk. JV, p. 140. 
Tetraqonoptrus melastowMS Bleeker, Onz. Not. ichth. Ternate, Ned. T. 

Dierk. I p. 234. 

D XII--XIII 22-r25, A III 18—20, L. lat. "(32—) 33—34. 
.L. transv. 5 (-^6) 11-^12 (—13). 

Schnauze etwas abgestumpft, gleich dem Augendurchmesser.' 
Präoperculum nicht gezähnelt. Kücken- und Afterflosse enden hinten- 
rund; Seitenlinie in schrägem Bogen bis zum stachligen Teil des Endes ^ 
der Rückenflosse, und von da schräg abwärts zum Ende der Rücken- '' 
flossenbasis. 

Das Okularband beginnt am ersten Stachel der 'Rückenflosse 
oder kurz davor und reicht bis zu den Bauchflossen; es ist fast so ' 
breit als das Auge. Schnauzenspitze schwarz. -Weicher Teil der Rücken- 
und Afterflosse mit einem schmalen schwärzlichen Saum. Bauch- \ 
flössen schwärzlich. Körper mit einem ganz schwach angedeuteten 
breiten Rande von der Rückenflosse zu den Bauohf lossen ; vom Beginn 
der Afterflosse an, ebenfalls der Körper dunkler, doch nur schwach; 
ausgeprägt (in Alkohol). Schwanzflosse abgestutzt -oder schwach ein- i 
geschnitten. — Ziemlich weit verbreitet, von Ostafrika bis Neu- Guinea, 
Karolinen- und Küsten der chinesischen See. Länge bis 125 mm. ^ 

Bei einer Reihe mir* vorliegender ! Tiere aus - Ost afrika scheinen : 
der Körper und die Stirn etwas steiler anzusteigen, auch zeigen eini 
Teil der Tiere Reihen von schwachen Punkten auf den Schuppen, die ' 
besondeis auf dem unteren Körperteil mehr hervortreten. Doch sind, 
diese Unterschiede viel zu geringfügig, um darauf etwa eine Unterart f 
begründen zu können. 

Färbung des lebenden Tieres (nach Dahl) von Ralum: Körper- 
seiten hinten mit Afterflosse orange, die weiche Rückenflosse in gelb 
übergehend. Schuppen am Körper in der Mitte mit bläulich weißem 
Fleck. Nach vorn die Körperseiten graugelblich mit dunklerer unbe- 
stimmter Binde hinter den Brustflossen. Binde durchs Auge, und 
Schnauze bläulichschwarz, ebenso der größte hintere Teil der Bauch- 
flossen. Iris vorn und hinten gelblich, oben und unten schwärzlich. 
Brustflossen durchscheinend gelblich. Rand der weichen Rücken- 
und Afterflosse von außen weiß, schwarz gerandet. Schwanzflosse 
goldgelb, hinten blaugrau. 

Bei jungen Exemplaren bis zu 6 cm Länge liegt ein vorne,,, 
unten und hinten hell umsäumter brauner Augenfleck am oberen Rand- j 
teile des 4.— 19. Gliederstrahles der Rückenflosse. Diese jungen 

Arcliv far Naturgflachiclit*. , - - • ; ^ ^ 

1923. A 5. 10 5. Heft 



V 1 



146 Ernst Ahl: 





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Sammler 
(Geber) 


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V. Rosenberg 
V. Rosen berg 
V. Rosenberg 

Peters 

Peters 

Peters 
Martienssen 

Grote 

Grote 
Breitwieser 

Bloch 

Bloch 

Peters 
Peters 

V. Martens 
V. Martens 
V. Martens 
V. Martens 
S. M. S. Gazelle 
Finsch 


Erhaltung 


nicht gut 
sehr gut 

gut 

gut 

gut 
schlecht 
leidlich 

gut 
leidlich 

gut 

gut 

gilt 

leidlich 

leidlich 

leidlich 
leidlich 
beschäd. 
leidlich 
leidlich 
leidlich 
leidlich 
leidlich 
leidlich 
trocken 


Fundort 


Ind. Ocean 

Ralum 
Amboina 
Amboina 
Amboina 

Mozambique? 

Mozambique? 

Mozambique? 

D. 0. Afrika 
Mikindani 
Mikindani 
Ostafrika 
Ind. Ocean 

Ind. Ocean 

Mozambique 
Mozambique 

Amboina 
Amboina 
Amboina 
Amboina 
Neu-Britannien 
Neu-Britannien 


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Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae nsw. 147 

Exemplare zeichnen sich auch dadurch aus, daß bei ihnen der 2. Rücken- 
flossenstachel am längsten ist, und die anderen sich nach hinten schnell 
verjüngen. Erst bei etwas größeren Exemplaren stellt sich allmählich 
die normale Größe der Stacheln ein. Außerdem zeigt der Kopf auch 
die für das Tholichthys- Stadium charakteristischen Schilder- 
vergrößerungen, wie die anderen Arten ja auch. 

Cliaetodon melanopoma Gthr. Playfair 
Cliaetodon melanopoma Gthr. Playfair, Fish. Zanzibar, p. 35 pl. 6 fig. 2. 
D XII 25, A III 21, L. lat. 25. 

Schuppen groß, Schnauze leicht vorgezogen und ein wenig länger 
als der Augendurclimesser, Präoperculum sehr unbestimmt gezähnelt. 
Rücken- und Afterflosse an ihrem hinteren Ende abgerundet. Die 
Seitenlinie steigt von der Suprascapula bis zur Basis des 4. Rücken- 
flossenstrahles an, läuft entlang der Basis der weichen Rückenflosse 
und verliert sich gegen das Ende dieser Flosse. — Das Okularband 
hat die Gestalt eines dunklen Fleckes, der sich in der Breite fast bis 
zum Winkel der Operculum, und in der Länge bis zum äußersten 
Suboperculum erstreckt. — Färbung gelb, mit dunkleren Linien, 
die, nahezu vertikal, den Schuppenreihen folgen. Der weiche Teil der 
Rücken-, After- und der Schwanzflosse hat helle Ränder und schwarze 
Intramarginallinien. — Fundort: Aden. 

Sektion Linophora Kaup 
Die großen unregelmäßigen Schuppen nehmen den vorderen und 
mittleren Teil des Rumpfes ein. Schnauze spitz. 

Chaetodon auriga Forskäl 

Ruysch, Coli. nov. pisc. Amb. p. 12, tag. 10, fig. 6; Valentyn, Amb. 

III, p. 385, fig. 116; Renard, Poiss. Moll, tab. 5, fig. 37, tab. 39, 

fig. 198 II tab. 31, fig. 145; Seba, Thes, III, p. 67, tab. 25, fig. 11. 

Chaetodon auricja Forskäl,- Descr. anim. p. 60, No. 81; Linne- Gmelin, 
Syst. Nat. ed. 13a, p. 1266; Bloch- Schneider, Syst. p. 226: C. u. V., 
Poiss. VII, p. 79 (60); Rüppell, N. W. Fische Rot. Meeres, p. 28; 
Bleeker, Vierde bijdr. ichth. Cleb. Ned. T. Dierk. V p. 164; Günther, 
Cat. Fish. II, p. 7; Klunzinger, Syn. Fish. Rot. M. p. 775; Day, 
Fish. Ind. p. 106, tab. 27, fig. 3; Klunzinger, Fische Rot. M. p. 56; 
Steindachner, S. B. Ak. Wien. 1900, 488; Jordan u. Seale, Fish. 
Samoa, p. 339; Day, Fish. Brit. Ind. p. 5; Weber, Sibogaexp. 
Fish. 1913, p. 303. 

Chaetodon setifer Bloch, Ausl. Fische IX, p. 101 tab. 425 f. 1 ; Bloch- 
Schneider, Syst. p. 225; C. u.V., Poiss. VII, p. 76, (58); Lesson, 
Zool. Voy. Coq. III, p. 175, tab. 29 fig. 2; Cuvier, Regne anim. 
a. en. ill. Poiss. tab. 38. fig. 1 ; Guerin, Icon. Regn. an. Poiss. 
tab. 22 fig. 1; Jenvns, Zool. Beagle, Fish. p. 61; Günther, Cat. 
Fish. II, p. 6; Günther, Fische Südsee, p. 36 tab. 25 . fig. B; 
Kner, Zool. Novara, Fisch, p 57; Richardson, Ichth. China, 
p. 2^6; Jordan u. Snyder, Cat. Fish. Japan, p. 210; Günther- 

10* 5. Heft 



148 



Ernst Ahl: 



Playfair, Fish. Zanzibar, p. 32; Jordan u. Seale, Fish. Samoa, 

p. 338; Smith u. Swain, Proc. U. S. Nat. Mus. V, 1882, p. 137; 

Seale, Bishop Mus. 1901, p. 98; Ishikawa, Prel. Cat. 1897, p. 53; 

Jordan u. Fowler, Jaj). Chaet. Proc. U. fe. Nat. Mus. XXV, p. 531. 
Pomacentrus setijer Laeepede, Poiss. IV, p. 506, 511, 512. 
Pomacentrus jilamentosus I.acepede, Poiss. IV, p. 511. 
Chaetodon sehanus C. n. V., Poiss. VII, p. 7'1- (57). 
Chaetodon lunaris Gronow, Cat. ed. Gray, p. 70. 
Linofhora anriqa Kaup, Chaet. Arch. f. Naturgesch. XXVI, p. 156; 

Kaup, Ned. T. Dierk I, p. 128. 
Sarofhrodns auriqa Bleeker, Trois. Mem. ichth. Halmah. Ned. T. Dierk. 

p. 155. 

Tetra gonoptrus auriga Bleeker, Onz. not. ichth. Ternate, Ned. T. Dierk 
I, p. 234; Bleeker, Chaet. 1877, p. 92; Bleeker, Atl. Chaet. IX, 
p. 47, tab. 11, fig. 4. 

D (XI— XII— ) XIII (—XIV) 23—25, AIII 19— 22, L. lat. 33 
(—36), L. transv. 6 (12—) 13 (—14). 

Schnauze vorgezogen, spitz, 7*2 — Va^^l länger als der Augen- 
durchmesser. Präoperculum schwach gezähnelt. Kücken- und After- 
flösse abgerundet, der 4. oder 5. Kückenflossenstrahl bei erwachsenen 
Tieren peitschenförmig verlängert. Schwanzflosse nur schwach geruridet , 
abgestutzt, die geringste Höhe des Schwanzstielos etwa 8^/3 — 9 mal 
in der Körperlänge. Seite.iilinie genau der hohen Wölbung des Kückens 
folgend bis zum Ende der Kückenflossenbasis. 

Das schwarze Okularband ist schmaler über und breiter unter, 
dem Auge und reicht über das Interoperculum. Bei vielen Exemplaren 
ist es unter dem Auge nach vorn von einem hellen Streifen begrenzt. 
Der vordere Teil des Kückens mit fünf (sehr selten sechs) schiefen, 
schwärzlichen, nach vorwärts absteigenden Streifen; der übrige Teil 
des Körpers mit auf diesen senkrecht stehenden Streifen, die nach 
vorne ansteigen. Diese Streifen können linear entwickelt sein oder 
sich nach außen hin verbreitern. Ein keilförmiges, schiefes Band mit 
breiter Basis von der weichen Kückenflosse gegen das Ende der After- 
flosse, welches daselbst spitz endet. Dieses Band ist bei der Form 
auriga sehr stark entwickelt, bei setifer nur schwach sichtbar oder 
fehlend. Der größte Teil der unpaaren Flossen und der Kückenteil 
des Schwanzes gelblich. Rückenflosse mit schwarzem Saum, der sich 
auch auf den oberen Teil der Kückenflossenpeitsche erstrecken kann. 
Manchmal ein schwarzer Fleck auf der Kückenflosee, der aber ver- 
schwimmt und nie so deutlich ist, wie bei setifer. Schwanz- imd After- 
flosse mit schwarzer, intramarginaler Linie und weißem Saum. Bauch- 
flossen weißlich. ■ — Länge bis 18 Cm. — Die subsp. auriga nur im Koten 
Meer. 

(Iiactodou auriga Forsk&l subsp. setifer Bloch 

Diese weit verbreitete und ziemlich häufige Form wird von 
Günther und auch von Jordan als selbständige Art betrachtet. 
Doch findet man auch bei genauestem Vergleich keine anderen Unter- 



Zur Kenntnis der Knocüenfischfamilie Chaetotlontidae usw. 149 



schiede als einige leichte Farbenabänderungen, sodaß es sich hier bei 
diesen Fischen ohne Zweifel um ein und dieselbe Art handelt, die in 
zwei Unteraite'n, der subsp. auricja im Roten Meer, und der subsp. 
setifer von Ostafrika bis zu den Sandwichinseln und den Küsten von 
China und Japan, auftritt. 

Das schwarze Okularband ist schmaler über und breiter unter 
dem Auge und reicht über das Interoperculum. Oft ist es unter dem 
Auge nach vorn von einem hellen Streifen begrenzt, doch kann diese 
Linie auch fehlen. Der vordere Teil des Rückens mit fünf (seltene* 
sechs) schiefen, schwärzlichen, nach vorwärts absteigenden Streifen; 
der üt)rige Teil des Körpers mit auf diesen senkrecht stehenden Streifen, 
die nach vorne aufsteigen. Diese Streifen können linear entwickelt 
sein oder sich nach außen hin verbreitern. Das bei der subsp. auriga 
so scharf ausgeprägte keilförmige Band nur sehr schwach entwickelt 
oder garnicht vorhanden. Der größte Teil der unpaaren Flossen und 
der Rückenteil des Schwanzes gelblich. Ein abgerundeter schwarzer 
Fleck auf dem höchsten Teil der Rückenflosse hinter dem 5. Strahl. 
Rückenflosse mit schwarzem Saum, der sich auf den oberen Teil der 
Rückenflossenpeitsche erstrecken kann. Schwanz- und Afterflosse 
mit schwarzen Intramarginallinien und weißem Saum. Bauchflossen 
weißlich. 

Die Jugendform hat keinen verlängerten Rückenflossenstrahl 
und ist von C. u. V. als C. sehanus beschrieben worden. 

Einheimischer Name bei den Arabern: ,,Abu berak" (Flaggen- 
fisch), auch ,,Mogti" oder „Schausch". Auf Samoa ,,Si?u" oder 
,,Tifitifi sama". 

Färbung im Leben der subsp. auriga (nach Klunzinger): matt- 
weiß; eine schwarze Binde vom Nacken durch das Auge zur Kehle, 
unter dem Auge breiter und weiß gesäumt. Schiefe schwärzliche 
Streifen; die vorderen 5—6 laufen schief von oben nach vorn, die 8—10 
hinteren schief von oben nach hinten. Die hinteren derselben ver- 
fließen oft zum Teil gegen oben zu einem schwarzen Dreieck. Lippen 
rötUch. Über den Augen vier orangegelbe Querlinien. Brust- u. Bauch- 
flossen weiß hyalin. Hinterer Teil der Rückenflosse zitronengelb, 
gegen oben feurigrot, mit schwarzem Saum, der auch auf den ver- 
längerten Strahl übergeht. Afterflosse orange, mit schwarzer und 
dann weißer Randlinie. Schwanzflosse zitronengelb, gegen hinten 
mit einer halbmondförmigen, blaßgelben, weiß gesäumten, dann mit 
einer spindel- oder linsenförmigen, dunkelbraunen, schwarz gesäumten 
Zone. Der Rand endlich ist weiß hyalin. 

Färbung eines lebenden Fisches der subsp. setijer von Samoa 
(nach Jordan u. Scale) vorne grau, nach hinten tief zitronengelb 
mit entgegengesetzten violettgrauen Streifen. Stirn grau, mit tief 
orangegelben Querlinien. Okularband breit, unten mit dem entgegen- 
gesetzten zusammentreffend. Weiche Rückenflosse schwarz gerandet, 
mit einem großen schwarzen Fleck, Schwanzflosse zitronengelb. Ein 
leuchtend hellgelbes Band, vorn und hinten braun begrenzt. Ende 



5 Heft 



150 Ernst Ahl: 



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Steinbach 

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T. Rosenberg 


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Fundort 


Ind. Ocean 
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Sandwich-Ins. 
Sandwich-los. 
Samoa 

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Neu-Pommern 
Jaluit 

Jaluit 

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Neu-Guinea 

Amboina 

Amboina 
Amboina 
Amboina 
Amboina 


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16,0 
15,5 

16,4 

14,8 

12,4 

3,9 

4,1 
5,4 
3.5 

4.0 


Nr. 


8.826 
'20 428 

1262 
1 261 
8 621 

20 430 
20 430 
13 633 

13 633 

18 286 

15154 

5 590 

5 590 
5 590 
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Zur Kenntnis der Knochepfischfamilie Chaet-odontidae usw. 151 



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5. Heft 



152 



Ernst Ahl: 



der Schwanzflosse dutchscheinend ; Afterflosse grau an der Basis, 
orange dahinter und außen von einer schwarzen und gelben Linie 
begrenzt. Brust- und Bauchflossen hellgrau. 

ilmetodon decussatus C. u. V. 

Chaetodon decussatus C. u. V., Poiss. VII, p. 41; Kner, Zool. Reise 
Novara, Fische, p. 101 ; Bleeker, Descr. pisc. Java, Nat. T. Ned. 
Ind. XXIII p. 329. 

Chaetodon vagahundus (nec Linne) Bennett, Fish. Ceylon tab. 7;Day, 
Fish. Brit. Ind. 1889, p. 4. 

Chaetodon j)ictm (nec Forskäl) Günther, Cat. Fish. II, p. 24; Klunzinger. 

Syn. 

Fish. Rot. Meer; Day, Fish. Ind.. I, p. 105, tab. 26, fig. 6. 

D XIII 22—25, A III 20, L. lat. 30—35, L. transv. 5—6/15—14. 

Schnauze ziemlich vorgezogen, zugespitzt, sehr steiles Kopf- 
profil, ebenso Nackenprofil. Kopf etwas kleinei als bei vagahundus. 
Präoperculum am unteren Rande gezähnelt. Schwanzflosse abgestützt. 
Seitenlinie schräg ansteigend, dann scharf umbiegend, und der Rücken- 
linie folgend, in sanftem Bogen zum hinteren Ende der Rückenflossen- 
basis. — Das Okularband geht vom ersten Stachel der Rückenflosse 
und ist so breit wie das Auge. • — Grundfarbe ein graues weißlich oder 
gelblich. Über den Körper verlaufen graue, schiefe Linien, von welchen 
die über der Brustflosse gegen den Rücken ansteigen, während die 
übrigen darauf senkrecht stehen und gegen die Afterflosse hin abwärts 
laufen. Der weiche Teil der Rücken- und Afterflosse, sowie der sich 
dazwischen befindende Teil des Schwanzstieles vollkommen schwarz. 
Eine weißliche ooer gelbliche Linie am Rande der Afccrflcsse. Die 
Schwanzflosse ist gelb mit schwarzem Rand und schwarzer, in der 
Mitte verlaufender Querbinde. Die Brust- und Bauchflossen sind 
weiß oder gelb. Rücken- und .Afterflosse hinter winkelig. 

Heimat: Nikobaren, Golf von Bengalen. 

In Pondichery wird er „Tarate", in Vizagapatam ..painah" 
genannt. 



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Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontitlae usw. 



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Chaetodon vagabundus Linne 

Buysch, Coli. nov. pisc. Am. p. 28, tab. 14, fig. 17; Valent., Amb. 
fig. 34; Ken., Poiss. Mol. I, taf. 21, fig. 110, tab. 23, fig. 126, 
II, tab. 22, fig. 107; Klein, Miss. pisc. IV, p. 3G, tab. 2, fig. 2. 

Chaetodon vagahundus Linne, Mus. Frid. IL p. 71; Linne, Syst. Nat. 
ed. 10a, I, p. 276; Linne-Gmelin, Syst. Nat. ed. 13a p. 1251; 
Bloch, Ausl. Fische III, p. 88, tab. 204, fig. 2: Bloch- Schneider, 
Syst. p. 222; C. ii. V., Poiss. VII, p. 50 (38); Bennett, Fish. 
Ceylon, tab. 7;. B^eeker, Verh. Bat. Gen. XII, Chaet. p. 18; 
Günther, Cat. Fish. II, p. 25; Günther, Fische Südsee L p. 43; 
Kaup, Chaet. Arch. f. Naturgesch. XXVI, p. 154; Day, Fish. 
Ind. I, p. 105, taf. 24, fig. 1 ; Günther-Playfair, Fish. Zanzibar, 
p. 34; Day, Fish. Brifc. Ind. p. 4; Steiadachner, Ichth. Beitr. 
XVI, 1893, p. 15; Weber, Sibogaexp. 1913, p. 307; Jordan 
u. Snyder, Cat. Fish. Japan, p. 210; Klunzinger, Fische Eot. Meer, 
p. 56; Jordan u. Fowler, Jap. Chaet., Proc. U. S. Nat. Mus. 

XXV, 1903, p. 532; Kner, Novara Fische, p. 221. 

^.Chaetodon pictus Forskäl, Descr. Anim. p. 65; Bloch- Schneider, 
Syst. p. 226: C. u. V., Poiss. VII, p. 55 (42); Eleeker, N. bijdr. 
Perc. Nat. T. Ned. Ind. II p. 177: Kaup, Ctaet., Arch. f. Naturg. 

XXVI, p. 154. 

Tetragonoftrus vagahundus Bleeker, Onz. not. ichth. Ternate Ned. 
T. Dierk. I, p. 234; Bleeker, Atlas, Chaet. p. 48, tab. 16, fig. 1; 
Bleeker, Chaet. 1877, p. 94. 

Chaetodon nesogalUcus C. u. V., Poiss. VII, p. 63 (48); Bleeker, Bijdr. 
ichth. Banda, Nat. T. Ned., Ind. II, p. 241; Günther, Cat. Fish. 
II, p. 10. 

D (XI- XII— ) XIII (- XIV) 22—25, A III 20^22, L. lab 30^ 35, 
L. transv. 5—6/14—15. 

Schnauze ziemlich vorgezogen, zugespitzt und etwa 1^4 des 
Augendurchmessers. Präoperculum f ein ' gezähnelt Kücken- und 
Afterflosse enden hinten mit einem abgerundeten Winkel. Schwanz- 
flosse sanft abgerundet, die geringste 'Höhe ihres Stieles ist etwa 
9 — 9V2mal in der Körperlänge enthalten. Seitenlinie in hohem Bogen 
der Rückenlinie folgend bis zum Ende der Kückenflossenbasis. 

Das Okularband ist so breit als das Auge und reicht vom höchsten 
Punkte des Nackens bis über das Interoperculum. Körper weißlich 
mit geraden, grauen, schiefen Linien, von welchen die über der Brust- 
flosse gegen den Kücken ansteigen, während die übrigen gegen die 
Afterflosse hin abwäits laufen. Ein breites schwarzes Band auf dem 
beschuppten Teil der Kückenflosse steigt abwäits, kreuzt den Schwanz- 
stiel und tritt auch auf die Afterflosse über. Kückenflosse mit breitem 
schwarzem Saume; Schwanz- und Afterflosse mit einem schwarzen 
Streifen vor dem weißen Kande. Schwanzflosse außerdem mit einem 
schwarzen, nach vorne gebogenen Halbmonde. 

. 5. Heft 



154 



Ernst Ahl: 



Heimat: Rotes Meer, Ostkiiste Afrikas, die Küsten von Aden, 
Madagaskar, Mauritius, über Indien, China und Japan, Indomalayischem 
Archipel bis Neu- Guinea, Samoa und Hawai. — Länge bis 161 mm. 



Ciiaetodon vagabuudus L. var. pictus Forsk. 

Die obere Kopfprofillinie ist etwas länger als die imtere. Die 
hinteren Rückenflossenstacheln sind wenig kürzer als die mittleren. 
Die Gliederstrahlen sind kaum höher. Die Rücken- und Afterflosse 
hinten bald mehr winkelig, bald gerundet. Vordeckelrand imdeutlich 
gezähnelt. Schwanzflosse abgestutzt oder leicht gerundet. 

Farbe weiß (gelb?) mit schiefen violetten Linien, von denen die 
oberen sechs von vorn und unten nach hinten oben, die übrigen zwölf 
zu den vorigen winkelig abwärts laufen. Eine schwarze Binde vom 
Nacken durch das Auge zum Zwischendeckel (bis auf die Brust?); 
sie ist ein wenig schmäler als das Auge und oben von beiden Seiten 
zusammenhängend. Eine schiefe schwarze Binde geht durch die Basis 
des Schwanzes, die Rückenflosse hinter den Stacheln ist schwarz. 
Die Schwanzflosse hat in der Mitte eine gelbe, mondförmige, dmakel 
gerandete Zone. Die Stirne mit fünf gelben Querlinien. — Heimat: 
Rotes Meer, Indischer Ozean und Indomalayischer Archipel. • — In 
Tel. ,,Peinah", in Arrak .,Khyeng-khayowk". 

Diese Form müßte einmal daraufhin untersucht werden, ob ihr 
nicht doch Aitberechtigung zugestanden werden müßte. (Siehe 
Nachtrag.) 

Die Jungen der typischen Form sind von C. u. V. als C. nesor/aUicus 
beschrieben worden. AVährend Bleeker den C. nesogallicKS als Jugend- 
form von C. auruja betrachtet, halte ich ihn als zu der vorliegenden 
Art gehörig. Bei der großen Zahl mir zur Verfügung stehenden Stücke 
finde ich alle Übergänge vom C. nesogallicus Stadium bis zu den 
erwachsenen Tieren. Die Jungen von C. auriga sind ähnlich gefärbt, 
nur fehlt ihnen die dunkle Binde, die die Rückenflosse mit der After- 
flosse verbindet. Bei jungen Stücken ist die Schnauze nur sehr schwach 
rüsselförmig vorgezogen, und ein tiefschwarzer nach unten und hinten 
gelbeingefaßter Augenfleck liegt am oberen Rande der gliederstrahÜgen 
Rückenflosse und zwar nächst der Übergangsstelle des oberen Rücken- 
flossenrandes in den unteren. Dieser Augenfleck wird mit zunehmender 
Körpergröße immer kleiner imd geht schließliich vollkommen in dem 
schwarzen Rückensaum auf. Eine schwarze, ziemlich breite, nach vorn 
nur sein* undeuvlich abgegrenzte Querbinde zieht vom oberen Rande 
der letzten fünf Rückenflossenstacheln unter schwacher Bogen- 
krümmung zum Schwanzstiel, Icreuzt diesen und verläuft unter diesem 



Zur Keuntuis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw 155 

vertikal über den gliederstrahl igen Teil der Afterflosse bis zum 3. After- 
flossenstachel. Rücken- und Afterflosse mit einem hellen Randsaum, 
der aber nicht immer vorhanden ist, und vor dem eine schmale schwarze 
Binde läuft. Das vordere Drittel der Schwanzflosse ist gelb, hinten 
von einer mäßig breiten dunklen Querbinde begrenzt. Die hintere 
Hälfte der Schwanzflosse ist durchsichtig, ohne Querbinden, die 
erst später nach und nach deutlicher hervortreten. 

Färbung im Leben (nach Dahl) von typischen Stücken aus 
Ralum: unten weiß, etwas silbern, oben schwach grüngelblich grau; 
Querstreifen auf Kopf und Hinterende schwarz, zwischen den zwei 
hinteren Querstreifen gelb. Sch^'anzflossenende bläulich, ebenso 
Rand der Rückenflosse. Fünf Querstreifen auf dem Kopf orange. 

Ein anderes Exemplar vom selben Fundort war folgendermaßen 
gefärbt: Körperseiten weißlich nebst Brustflossen, Bauchflossen und 
Kopf, doch eine breite schwätze Binde senkrecht über das Auge; 
Schnauze oben dunkel und Stirn mit fünf orange Quei binden. Körper- 
seiten mit bläulichen aufeinander senlcrecht stehenden Streifen quer- 
über. Ende des Körpers mit Flossen schön gelb; schwarz sind hier 
zwei oben unc' unten konvergierende Querbinden über den Schwanz. 
Rand der hinteren Rückenflosse und breite Querbinde auf ^/^ des 
Körpers (unten unterbrochen); Rand der Afterflosse ge^b, weiß, schwarz, 
auf dem oberen Rand der Rückenflosse eine blaue Linie. Ende der 
Schwanzflosse durchscheinend. — Farben eines anderen lebenden 
Tieres von Samoa (nach Jordan u. Scale) grau, oliven oben, nach 
hinten golden werdend; schräge Streifen von purpurgrau treffen 
in Winkeln zusammen. Olmlarband breit, nicht hell eingefaßt, außer 
unten vorne. Stirn grau mit sechs orange Querbinden; erste Rücken- 
flosse schwarz, mit einem medianen gelben Streifen, der sich erweitert 
und den größten Teil der weichen Rückenflosse einnimmt. Ein breiter 
schwarzer Rand an der weichen Rückenflosse. Ein schwarzes Band 
an ihrer Basis, vorn und hinten gelb eingefaßt, welches den Schwanzstiel 
kreuzt und unter der Mitte der Afterflosse endet. Afterflosse sonst 
dunkelgelb, grau an der Basis, mit schwarzem und hellgelbem Rande; 
Stacheln sehr hellgelb, Schwanzflosse goldgelb mit einem schwarzen 
Querband, einem anderen schwarzen Querband dahinter und einer 
farblosen Spitze. Bauchflossen und Brustflosse hell. 

Einheimischer Name in Andam ,,Pah-noo-dah", in Samoa 
jjTifitifi mata-ume" und „Samasama". 



5. Heft 



Form. 


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Neu-Guinea 
Neu-Guinea 

Neu-Guinea 

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Neu-Guinea 

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5. Heft 



158 



Ernst Ahl: 



diaetodon rafflcsi Bennett 

Renaid, Poiss. Mol. 1 tab. 8, fig. 58; Valent., Arnb. fig. 43. 
Chaetodon Rafjlesi Bennett, Life of Rafles p. 689; Günther, Cat. 

Fish. II, p. 27; Günther, Fische Südsee, p. 44, tab. 35, fig. C; 

Peters, Berl. Mon. B. 1876, p. 832; Jordan u. 8eale, Fish. Samoa, 

p. 339. 

Chaetodon prmceps C. u. V.. Poiss. VIT, p. 33 (25); Less,, Zool. Voy. 

Coq. Poiss., p. 177; BJeeker, Verh. Bat. Gen. XXIII, Chaet. 

p. 19; Kaup, Chaet., Archiv f. Naturgesch. 26, p. 155. 
Chaetodon Sehae C. u. V., Poiss. VII, p. 52 (40). 
Sarothrodns princefs Bleeker, Trois. Mem. ichth. Halmahera, Ned. 

T. Dierk. I, p. 156. 
Tetrcu/onoptrus Ra/flesi Bleeker, Onz. not. ichth. Ternate Ned. T. 

Dierk. I, p. 234; Bleeker, Chaet. 1877, p. 97; Bleeker, Atl. Chaet. 

p. 49, tab. 14, fig. 4. 

D XIII 21 -23, A III 19, L. lat. (25--) 29—30, L.transv. 4—5/12-13. 

Schnauze vorgezogen, viel länger als der Augendurchmesser. 
Präoperculum unbestimmt gezähnelt. Kopf etwa 3 mal in der Körper- 
länge enthalten. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. Schwanz 
ebenfalls abgerundet, die geringste Höhe des Schwanzstieles etwa 
9 — 9V4 nial in der Körperlänge enthalten. Seitenlinie in hohem Bogen 
der Körperkrümmung folgend bis gegen das Ende der Rücken- 
flossenbasis. 

Körperfarbe (in Alkohol) gelb, jede Schuppe mic einem dunkleren 
(orangefarbenem) Rand, sodaß der Fisch wie mit einem Netzwerk 
überzogen erscheint. Das schwarze Okularband ist nur wenig schmäler 
als das Auge und geht vom 1. Rückenflossenstachel bis zum unteren 
Rande des Interoperculum. Die weiche Rückenflosse mit einem 
nach hintenzu breiter werdenden intramarginalen schwarzen Bande. 
Die Afterflosse mit einer schmalen intramarginalen Linie. Schwanz- 
flosse mit einem schwarzen Halbmonde quer über die Mitte, dahinter 
einer gelben Binde und einem durchsichtigen Randsaum. Bauchflossen 
hellgelblich. — Länge bis 155 mm. — Verbreitung Ostindischer 
Archipel, Südsee, selten. 

Bei jungen Exemplaren ist die Andeutung eines Augenfleckes 
im weichen Teile der Rückenflosse vorhanden. 

Färbung eines lebenden Exemplares aus Ralum (nach Dahl): 
Körperseite graugelb mit 01 angerot grauen Schuppenrändern. Rücken 
ins graue, Bauch ins gelbe übergehend. Gelb sind ferner: Schnauze, 
Kiemendeckel, Basis der Brustflosse, Bauchflossen ganz, Rand der 
Afterflosse und hinteren Rückenflosse, Binde vor dem Rand der 
letzteren, Schwanzbasis und Binde vor dem Endrand der Schwanz- 
flosse. Schwarz: IMondfleck quer über die Schwanzflosse, Binde vor 
dem Rande der Rückenflosse und quer über das Auge. Endrand der 
Schwanzflosse grau. Afterflosse mit schwarzweißer Linie vor dem Rande 
und davor orange. — Ein anderes Exemplar vom selben Fundort 
war ebenso gefärbt, aber Körperseite mehr gelb mit grauer Schuppen- 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



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Heft. 



160 



Ernst Ahl: 



basia, Baiichflosscn schön gelb; Afterflosse vor der schmalen schwarzen 
Liije orange. Diese und Rückenfl-jsse hinten mit gelbem Rand. 
Schwanz mit einer schwarzen Querbinde. — Färbung (nach Jordan 
u. Scale): im Leben tief gelb, grünlich am Körper, sehr glänzend 
auf den Flossen, der Körper gewürfelt mit zwei Reihen von rötlich- 
braunen Querstreifen auf den Enden der Schuppen; Schnauze braun, 
Stirn grau. Kinn leuchtend gelb. Okularband breit, weiß eingefaßt, 
nur unten vorn; weiche Rückenflosse grünlich auf den Schuppen, 
dann hollbraun, dann hellgelb, schwarz und gelb; Stacheln bräunlich 
mit grünlichen Membranen. Afterflosse gelblich grün und purpurn 
gefleckt auf den Schuppen, sonst klar braun, mit zwei gelben Bändern 
auf den letzten Strahlen und einem gelben Rand, mit einer schwarzen 
und weißen Grenzlinie; Schw^anzflosse hellgelb mit einem schwarzen 
Band, am breitesten in der Mitte, rein gelb hinten, der Rand rein grau; 
Brustflossen grau, Bauchflossen leuchtend golden. 

Chactodon assarius Waite 
Chaclodon assarius Waice, Fish Westaustr. Ree. Auptr. Mus. VI}rl905, 
p.66, pl. 11, fig. 1. 
D XIII 21, A III 17. 

Präoperculum glatt, Körper oval, stark zusammengepreßt, das 
obere Profil gerundet, das untere konvex. Rückenflosse hinten mit einem 
stumpfen Winkel, Afterflosse abgerundet. Die Seitenlinie bildet 
einen gleichmäßigen Bogen, niedriger als das Rückenprofil und endet 
in der Nähe der hinteren Einrenkung der Rückenflosse. 

Farben: Grundfarbe gelb oder hellbraun, Schnauze dunkler, 
das dunkle Okularband ist oberseits vollständig und etwas schmäler 
als das Auge. Uber dem Auge ist es vorn und hinten mit einem hellen 
Bande eingefaßt, unterhalb desselben reicht es bis zum Ende des 
Suboperculum. Den Körper schmücken in seiner oberen Hälfte vier 
sehr schmale, dunkle, veitikale Bänder, leicht nach vorn und unten 
geneigt, sie gehen abwärts von der Basis des 4., 6., 8. und 10. Rücken- 
flossenstachels. Die Rückenflosse ist schmal schwarz gesäumt; dem 
Winkel folgend, wird die Farbe submarginal, das äußere der Strahlen 
ist weiß. Ein schwarzer, weiß eingefaßter Augenfleck im Winkel. 
Das Ende der Afterflosse bedeckt ein ziemlich breites weißes Band, 
in dem ein dunkelbraunes sich befindet, sehr schmal bei den Stacheln, 
aber an Breite zunehmend, sodaß es fast die ganze Breite der letzten 
Strahlen einnimmt, Brust- und Bauchflossen ohne Zeichnung. Ein 
sehr schwaches, breites Band über den Schwanzstiel, in einer Linie 
mit dem Afterflossenband. • — Länge 119 mm. — Fundort: Gewässer 
zwischen Fremantle und Houtman's Abrolhos. 

Cliaetodoii dixoui Regan 
Chactodon dixoni Res(an, Ann. a. M. Nat. Hist. XIII, 1904 p. 276. 
D XIII 21—22, A III 16—17, L. lat. etwa 30. 

Schnauze so lang wie das Auge. Weiche Afterflosse spitzig. Weiche 
Kückenflosse abgerundet. Schwanzflosse kaum ausgerändert. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



161 



Vorderes ^/^ des Körpers mit der stachligen Rückenflosse und der 
vorderen Hälfte der Afterflosse grau. Hinterer Teil des Körpers, mit 
der weichen Rückenflosse, Sch\^anzflosse und hinteren Hälfte der 
Afterflosse gelb. Ein vertikales, dunkelbraunes Okularband, schmaler 
als das Auge, oben mit dem der anderen Seite zusammentreffend und 
hinten bis zum Ende des Suboperculum reichend. Eine braune Zone 
unter dem vorderen Teil der stachligen Rückenflosse. Einige dunkle 
Streifen ziehen sich abwärts von der stachligen Rückenflosse, etwas 
schräg nach rückwärts sich hinziehend unter der Mitte der Körper- 
seite und mit einem dunkleren Fleck auf jeder Schuppe; der vordere 
Teil der Afterflosse wird schwärzlich gegen die Spitze; die weiche 
Rückenflosse, Schwanzflosse und Afterflosse mit einer schwärzlichen 
intramarginalen Linie, ein schwacher dunkler Fleck auf dem vorderen 
Teil der weichen Rückenflosse; ein schw^aches dunkles Band über die 
Basis der Schwanzflosse. — Totailänge 85mm. — Fundort: Neue 
Hebriden. 

Chaetodon clirysurus Desjardins typ. 
Chaetodon chrysurus Desjardins, P. Z. S. 1833, p. 117; Day, Fish. 

Brit. Ind. 1889, p. 6. 
Chaetodon xanthurus Bleeker, Act. Soc. Ind. Ned. Amboina; De Vis, 

Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, 1884, p. 457; Jordan u. Scale, Fish. 

Samoa, p. 339; .Günther, Cat. II, p. 29: Sauvage, Hist. Nat. 

Madagaskar, p. 261, taf. 29, f. 1. 
Tetragonoptrus mertensi (nee C. u. V.) Bleeker, Atlas, Chaet. p. 

taf. XVI, fig. 3. 
Tetragonoptrus xanthurus Bleeker, Chaet. 1877, p. 99. 
Chaetodon mertensi (nec C u. V.) Day, Fish. Ind. 1876 p. 105, taf. 27, 

fig. 2; Klunzinger, Fisch. Roten Meeres, 1884, p. 55. 
Chaetodon guttatissimus (nec Bennett) Klunzinger, Syn. Fische Roten 

Meeres 1870, p. 112. 

D XlII 21—24, A III 16 -19, L. lat. 30—31, L. transv., 5—6/10—14. 

Schnauze etwas vorgezogen, spitz, ungefähr ebenso lang oder 
etwas länger als das Auge. Präoperculum kaum merkbar gezähnelt. 
Rückenflosse steil abgerundet, Afterflosse mit einem abgerundeten 
Winkel. Seitenlinie in regelmäßigem Bogen der Körperwölbung folgend 
bis zum Ende der Rückenflossenbasis. 

Färbung (subsp. typ.): Okularband bedeutend schmäler als das 
Auge, weiß eingefaßt, nicht bis zum Nacken reichend, und nach unten 
nur bis zum Präoperculum. Auf dem Nacken ein schwarzer, weiß 
eingefaßter, dreieckig hufeisenförmiger Fleck. Körper weiß, mit 
7—8 schwarzen Streifen, die winkelig gebogen sind mit nach vorn 
gebogener Spitze. Dahinter ebenso angeordnete Reihen von Pünktchen. 
Ein sehr breites gelbes Band umfaßt den weichen Teil der Rücken- 
flosse und zieht sich über den hinteren Teil des Körpers durch den 
hinteren Teil der weichen Afterflosse. Rücken- und Afterflosse mit 
einer schwarzen intramarginalen Linie. Randsaum weiß. Schwanz- 
flosse mit einer schmalen schwarzen Linie im letzten Drittel, dann 

Archiv für Naturgeschichte. 

192 3. A. 5. U 5. Heft 



16^ Ernst Ahl: 

ein gelber Streifen und ein grauer durchscheinender Endsaum. Bauch 
flössen gelb. 

Verbreitung: Mauritius, Ostafrika (?). bis Indien und Westküste 
Sumatras. 



9 


Ka*»Iog 


Total- 


D. 




L. lat. 




L. 


Auge in 


m 


Nr. 


Unge 


A. 


transT. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c 


1. 


lO 1 KfiJ 


10 7 


13/ 
1-22 




31 






ii.3 


Ü.l 


IIV5 


A f. = P 


2. 


2 046 

ilX. XI. 


10,8 


13 ' 

1 22 




31 




'In 


3 




Ü.l 


ca. 11 


A <. IT 


3. 


n QQQ 
/ OOO 


ca. 9,5 


13/ 
/24 




30? 






3? 




Ü.l 


11? 


A = P? 


Lanfende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


suhsp. 


1. 


f. 11 




9,1 


Mauritius 




sehr gut 




Sauder 


typ- 


2. 




3" 3 


9,2 


Mauritius 




gut 


VomHamhurger , 


typ. 






















Museum 




3. 


11? 


3^3? 


ca. 8,5 


Kosseir 




sehr 




Kluuzinger 


paucifas- 
















schlecht 








ciatus 



Cliaetodon chrysurus Desjardins subsp. paucifasciatus E. Ahl subsp. n. 

Das mir vorliegende Exemplar ist leidei ziemlich schlecht erholten, 
sodaß ich zum großen Teil auf Klunzingers Beschreibung zurückgehen 
muß. Stirn wenig gewölbt, Rückenflosse hinten gerundet, Afterflosse 
mehr winkelig. Weicher Teil der Rückenflosse höher als die höchsten 
Stacheln. Schwanzflosse abgestutzt. Präoperculum fein gezähnelt. 

Farbe: Weiß, oben dunkler. Gegen sechs, je einen stumpfen 
Winkel nach vorn bildende, schwarze schiefe Streifen über den vorderen 
Teil der Körperseiten laufend. Am hinteren Teil selbst statt deren 
winkelförmige Reihen von Punkten. Kopf weiß. Am Nacken vor 
der Rückenflosse ein schwarzer, dreieckiger gelb gesäumter Flecken. 
Eine braungelb gesäumte Binde läuft von den Seiten des Scheitels durch 
das Auge zum unteren Rande des Vordeckels; vom Auge an verjüngt 
sie sich gegen oben und unten. Oben stoßen diese Binden beider 
Seiten zuweilen zusammen. Der weiche Teil der Rückerflosse und der 
angrenzende Teil des Körpers bis zum Schwänze bräunlich ziegelrot. 
Auf dem vorderen Teile der Rückenflosse ein (zuweilen hinten noch 
ein zweiter) größerer schwarzer Fleck. Der Saum i.-t sch\\arz und 
dann t,elb. Afterflosse ähnlich, aber ohne Flecken, Brustflosse hy lin, 
Bauchflossen gelb, Schwanzflosse schwefelgelb; vor dem hyalinen 
Endrand eine dunkelbraun gesäumte, zinnoberrote, halbmondförmige 
Querbinde. — Heimat: Rotes Meer, selten. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfarailie Chaetodontidae usw. 



1G3 



Von der typischen Form vor allem abweichend durch die geringere 
Anzahl Streifen, (höchstens sechs, bei der Hauptform mindestens 
sieben bis acht), die abweichende Färbung des Körpers und der Schwanz- 
flosse. Auch scheint mir dieses Tier eine viel schlankere und lang- 
gestreckte Körperform zu haben mit ziemlich sattelförmig eingedrückter 
Schnauze. 

Chaetodon clirysurus Desj. subsp. madagaskariensis E. Ahl s. n. 

Der von Sauvage beschriebene Fisch stellt zum mindesten eine 
gut unterscheidbare Unterart, wenn nicht gar eine eigene Art dar. 
Leider steht mir kein Exemplar zur Verfügung, sodaß ich auf die 
Beschreibung Sauvages angewiesen bin. 

D XIII 21, A III 16, L. lat. 40. 

Schnauze zugespitzt, so lang als der Augendurchmesser; Präoper- 
culum kaum gezähnelt, nur längs des Unterranües. After- und Rücken- 
flosse hinten abgerundet. 

Körper von bräunlicher Farbe, bis in die Gegend des 10. Rücken- 
flossenstachels sieben schmale Streifen von schwarzer Farbe tragend. 
Ein schräges Band von zitronengelber Farbe zwischen dem 10. Rücken- 
flossenstachel und der Basis der weichen Rückenflosse, durchzogen 
von zwei wenig ausgeprägten Streifen; der dahinterliegende Teil des 
Körpers, die Afterflosse und die weiche Rückenflosse von dunklerer 
Farbe als der weiche Teil des Körpers; ein schmales graues Band auf 
der Schwanzflosse, deren Rand, von heller Farbe, eine dünne schwärz- 
liche Säumung trägt ; ein Saum von gleicher Farbe auf der Rücken- 
und Afterflosse; ein gelb umgrenzter Fleck an der Basis der stach- 
ligen Rückenflosse; Okularband schmal, von schwarzer Farbe, gelb 
gesäumt, unterhalb des Auges kaum ausgeprägt. — Fundort: 
Madagaskar. 

Chaetodon clirysurus Desj. subsp. xanturus Bleeker 
Kopf von geldgelber Farbe, Körper und Flossen vorn gelb, hinten 
goldig, Iris gelb oder rosenrot; die Augenbinde schmaler als das Auge 
und rötlich oder schwarz gefärbt, gelb gerandet, und weder oben noch 
unten mit der der anderen Seite zusammenstoßend. Kurz vor dem 
1. Rückenflossenstachel ein halbmondförmiger oder hufeisenförmiger 
Fleck, rötlich oder schwarz gefärbt, mit gelber Umrandung; von der 
Mitte des Schwanzstieles an, nach vorn, den Winkeln der einzelnen 
Schuppenreihen folgend, auf jeder Seite eine rötliche oder tiefviolette 
Binde; diese Binden sind in ihrer oberen und unteren Hälfte verbreitert. 
Bei diesen seitlichen Schuppenreihen sind die hinteren steileren nicht 
so gebogen, und dahinter befindet sich eine rötliche kleine Binde. 
A.uf den weichen Rücken- und Afterflossen und der Schwanzflosse 
eine rötliche oder schwarze intramarginale Linie. Schwanzflosse mit 
einer schwarzen Binde, Bauchflosse gelb. 

Fundort: Der ganze Südseebezirk von der Ostküste Sumatras 
bis Hawai, selten, vielleicht sogar ait verschieden von C. chrysurus. 
Mir steht leider kein Exemplar dieser Form zur Verfügung. 

11* 5. Heft 



164 



Ernst Ahl: 



Ciiactoddii incrkiis! C. u. V. 

Chaetodon mertensi C. u. V., Poissons VII, p. 47; Güathor, Fische 
Südsee, p. 45, taf. 30, fig. B; Kaup, Chaet., Arch. f. Naturgesch. 
1H60, p. 143; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 341. 

D XIII 23, A III IS. 

Schnauze vorgezogen, beträchtlich länger als das Auge. Rand 
der Rückenflosse abgerundet, aer der Afterflosse senkxecht, gerade. 
Schuppen ziemlich groß. 

Okular band schm-il, besonders unter dem Auge, und senkrecht sich 
von der Mitte des Nackens bis an den unteren Rand des Präoperculum 
erstreckend. Körper weiß, mit grauen winkelig gebrochenen Quer- 
streifen, deren Winkel nach vorwärts gerichtet sind. Fleckenreihen 
von graulichgrüner Farbe zwischen den Streifen. Die weiche Rücken- 
flosse und der hintere Teil der Afterflosse mit dem Schwanzteile da- 
zwischen hoch gelb. Rücken- und Afterflosse mit einer braunen Intra- 
marginallinie. Schwanzflosse mit einem gelben, halbmondförmigen, 
hinten braun gesäumten Querbande in der Mitte. Günther gibt die 
Bauchflossen mit weiß an, während Jordan sagt : Ventral dark. Jordan 
sagt ferner: Von dieser seltenen Ait, die bisher nnr bekannt war von 
der Originalbeschreibung und von der von Günther gegebenen aus- 
gezeichneten Figur, haben wir vier Stück von Apia und Pago Pago. 
l)iese Art ist zu kennen an der Anwesenheit von vier bestimmten 
winkligen Bändern mit einigen blasseren dahinter. Dahinter ist ein 
breites, geloes Bana, das sich meist auch auf die Rücken- und After- 
flosse erstreclvt. 

Farbe eines lebenden Tieres von Pago Pago (nach Jordan u. 
Scale) bläulichgrau; reich orangegelb hinter dem letzten Rücken- 
flossenstachel, am Körper und Rücken- und Afterflossen, einschl. 
aller Strahlen der weichen Rückenflosse und der meisten der After- 
flösse; Stirn und ein Ocapularband dunkelbraun. Okularband ober- 
halb des Auges breiter, wo es weiß eingefaßt ist, unten sich nicht 
treffend. Fünf winklig gebogene schwärzliche Bänder am Körper 
hinter der Schulter, der Winkel gegen den Kopf gerichtet. Vier Reihen 
von Punkten in der Hohlrundung des letzten Bandes, zwischen ihm 
und der ungeflcckten goldenen Zone. Rückenflossenstacheln h'.'llgelb. 
Der zweite mit einem schwarzen und hellgelben Saum, i^fterflosse 
düstergrau mit orange gesäumt, hinten wie aie Rückenflosse; Schwanz- 
flosse hellgelbgrau an der Basis, dann tief orangegelb, von einer 
schwarzen Linie begrenzt, dann gelb. Bauchflossen schmutzig grau, 
Brustflossen durchsichtig. 

Garrett sagt, daß diese Art gemein im Paumotu- Archipel sei. 
Jordan hat seine Exemplare von Apia und Pago Pago erhahen. Ver- 
breitung wahrscheinlich sehr lokal und beschränkt. — Einheimischer 
Xame dieses Fisches auf Samoa: ,,Tifitifi pa'ipa'i". 



Zur Kenntnis der Knoclienfischfamilie Cliaetotlontidae usw. 



165 



Cliaetodou argentatus Smith u. Radcliffe 

Chaetodon argentatus Smith u. Radcliffe, Proc. U. S. Nat. Mus. 40, ' 
1911, p. 319. 

D XIV 22, A III IG, L. lat. 22 (33?), L transv. 4/10. 

Maul mäßig groß. Präoperculum glatt, außer wenigen schwachen 
Zähnelungen nahe dem oberen Winkel und dem horizontalen Ende. 
Weiche Rückenflosse gleichmäßig abgerundet; Afterflosse stumpf 
rechtwinkelig; Schwanzflosse kiu'z, schräg abgestutzt. 

Farben in Alkohol : Silbrig, getränkt mit einem blassen zitronengelb ; 
ein schmaler schwarzer Sattel, über dem oberen Teil des Int er orbitale, 
das Auge nicht erreichend, eine kleine schwarze Zone auf dem oberen 
Teil des Auges und der angrenzenden Interorbitalgegena. Ein unregel- 
mäßiger schwarzer Sattel vom vorderen Teil des Anfanges der Rücken- 
flosse abwärts über den oberen Teil des Operculum, den oberen Teil 
des Präoperculum bis zum hinteren Rand des Auges verdunkelnd. 
Eine schwarze Zone geht vom 5. — 9. Rückenflossenstachel und breitet 
sich nach unten bis zur Mitte der Seite aus. Ein schwarzes Band 
schließt den letzten Rückenflossenstachel ein und das vordere Drittel 
der weichen Rückenflosse und breitet sich abwärts und rückwärts 
über die Basis der weichen Rückenflosse, den Schwanzstiel und das 
hintere Drittel der xiiterflosse. Das Ende der weichen Rückenflosse 
silbrig s\'ciß, die Spitzen aer Strahlen sehi schmial mit schwarz eingefaßt, 
eine schmale intramarginale schwarze Linie unter dem Endband, die 
Zore zwischen diesem und dem breiten schwarzen Band, das die Basis 
der Flosse kreuzt, trübeweiß. Ein schwärzliches Segment an den 
Spitzen der mittleren Schwanzflossenstrahlen. Vor diesem ein ähnliches 
weißes Band, begrenzt von einem schwarzen Bandfleck, der an der 
Basis der Flosse verblaßt. Die vorderen 2/3 der Afterflosse silberweiß, 
das hintere Drittel schwarz. Die Membranen der Stacheln und die 
Spitzen der vorderen Strahlen schwarz. Dunkle oder schwärzliche 
Linien breiten sich abwärts und rückwärts und aufwärts und rück- 
wärts aus, entlang den Schuppenreihen, ein gewürfeltes Muster bildend. 
■ — Länge: 96mm, — Heimat: Catanduanes-Inseln Pazifische Küste 
des südlichen Luzon, Philippinen Camanguin- Inseln. 

Ein zweites Exemplar vom letzten Fundort unterscheidet sich 
etwas in der Färbung von der Type; die schwarzen Flecke am Körper 
sind mehr ausgedrückt, der schwarze Sattel über dem Interorbitale 
ist auf der rechten Seite unterbrochen und die schwarzen und weißen 
Zeichnungen der Schwanzflosse sind ausgeprägter. Farbe im Leben: 
Kinn hell gelb, helle Stellen silbrig, dunldere Spellen schwarz. 

Sektion: Oxychaetodon Bleeker 

Die großen irregulären Schuppen nehmen den ganzen Rumpf 
ein und lassen den kleinen regelmäßigen Schuppen nur Platz auf 
dem Schwanz und der Brustgegend. Die Arten haben ein sehr spitzes 
Maul und niemtls mehr als 35 senkrechte Schuppenreihen. 

5. Heft 



166 



Ernst Ahl: 



Chaetodon seiiiilarvatus Ehrenberg 

Chaetodon semilaivcUus Ehrenberg, ap. C. u. V. Poiss. VII p. 59; 
KluAzinger, 8yn. Fische Rot. Meeres, p. ] 1 1 ; Klimzinger, Fische 
Kot. Meeres, p. 57, taf. II, fig. 1. 

D XII 25—27, A III 20—2], L. lat. .33, L. transv. 6/16. 

Körpergcstalt hoch, flach gedrückt, fast kreisrund. Schnauze 
kurz, nur wenig ausgezogen und etwa IV^ bis ^3 Augenlänge. 
Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet oder sehr stumpfwinkelig. 
Schwanzflosse abgestutzt, die geringste Höhe des Schwanzstieles 
ist über 8 mal in der Körperlänge enthalten. Die Seitenlinie bildet 
einen Bogen oder stumpfen Winkel, ihr höchster Punkt liegt- unter 
dem Anfang der weichen Rückenflosse, und der absteigende Teil 
läuft dicht unLer dem Rücken bis zum Ende der Rückenflosse. Prä- 
operculum sehr schwach gezähnt. 

Färbung: zitronengelb mit 12 — 13 rost- oder dunkelbraunen 
Querstreifen, die gegen den Bauch aufhören, oft wellig verlaufen und 
sich nach oben zu gabeln. Ein großer, tief schwarzer Flecken erstreckt 
sich über alle Deckelstücke ujid einen Teil der Wangen. Vorn beginnt 
er unter dem 1, Viertel des Auges und ist dort leucbtendgelb gerandet, 
die vStirn bleibt davon frei. Die Flossen sind gelb, Rücken- und After- 
flosse höher gelb. Vor dem hellgelben Saum des weichen Teiles dieser 
beiden Flossen eine schwarze Linie. Schwanzflosse gelb, vor ihrem 
weißen Hinterrand ein schwarzbrauner vertikaler Streifen oder eine 
halbmondförmige Zone. — Länge: 20cm. — Heimat: Rotes Meer. 

Arabisch ,,Makahal". 



9 

a . 


Katalog 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 




L. 


Ange in 


■* ^ 

T 


Nr. 


lünge 


transv. 


Kopf 


Schnaa- 

ze 


Körper 


p. c. 


1. 


1235 


11,1? 




%1 


? 




9 






? 


? 






2. 


1235 


11,3 


12/? 


3y? 


? 




? 


9 






? 




9 


3. 


7 992 


18,0 


12/ 

/26 




33 










e.ü. 11 


P>A 


Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


Kopf in 
Krtrper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


8V.3? 


3 


9,4? 


Rotes Meer 




sehr 
schlecht 


Heraprecht u. 
Ehreiiberg 




Type der 
Art 


2. 


8? 


e.ü. 3 


9,4 


Rotes Meer 




sehr 
schlecht 


flemprecht u. 
Ehrenberg 




Type der 
Art 


3. 


e.ü.8 


3^4 


15,0 


Kosseir 




sehr gut 




Klunzin^er 







Zur Kenutuis der Kuochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 167 



Diese Art ist dem C. lineolatus zwar sehr nahe stehend, in Form 
und Färbung aber wesentlich verschieden und nicht etwa wie Günther 
und Kaup vermuten, die Jugend form davon. Diese Fische sollen 
sich stets zu zweien, in Paaren, finden. 

Cliaetodou lineolatus Quoy et Gaimard 
Chaetodon lineolatus Quoy et Gaimard, 0. u. V., Poiss. VII, p. 40 (31); 

Bleeker, Bijdr. ichth. Flores. Naturk. T. Ned. Ind. VI, p. 3; 

Kaup, Chaet., Arch. für Naturg. XXVI, p. 151; Günther, Cat. 

Fish. II, p. 30; Günther, Fische Südsee, p. 45, tab. 24, fig. A; 

Klunzinger, Syn. Fisch., Kot. Meeres, p. III; Günther Playfair, 
. Fish. Zanzibar, p. 35; Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 340; 

Quoy et Gaimard, Voy. Astrolabe, 1835, p. 381; Steindachner, 

S. B. Akademie Wien, 1900, p. 469; Klunzinger, Fische Rot. 

Meeres, p. 57; Jordan, Proc. U. S. Nat. Mus. 25, 1903, p. 357. 
Chaetodon lunatus Ehrenberg, C. u. V. Poiss. VII, p. 57; Rüppell, 

N. W. Fische p. 30, tab. 29, fig. 3. 
Chaetodon oxycephalus Bleeker, N. bijdr. ichth. Ternate, Nab. T. Ned. 

Ind. IV, p. 603; Günther. Cat. Fish. II, p. 27; Peters, Berl. Mon. B. 

1876, p. 232. 

Chaetodon Taliii Bleeker, Derde, bijdr. ichth. Banda Nat. T. Ned. Ind. 

VI, p. 97; Günther, Cat. Fish. II, p. 11. 
Tetragonoptrus oxycephalus Bleeker, Onz. not. ichth Ternate Ned. T. 

Dierk. I p. 234. 

Tetragonoptrus lineolatus Bleeker, Poiss. Madagaskar, p. 95; Bleeker, 

Chaet. 1877 p. 103; Bleeker, Atlas, Chaet. p. 51, tab. 13, fig. 2. 

D XII (-^XIII) 24—28, A III (19-) 20—22 (—23), L. lat. 28. 
L. transv. 5—6/14. 

Schnauze vorgezogen, etwa l^/g bis 2 mal des Augendurchmessers. 
Präoperculum sehr wenig am Winkel gezähnelt, Nacken bucklig. 
Rücken- und Afterflosse enden hinten in einen abgerundeten Winkel. 
Schwanzflosse hinten mit konvexem Rand. Die geringste Höhe des 
Schwanzstieles etwa 9 mal in der Körperlänge und etwa 5V2 l^is ^^mal 
in der größten Körperhöhe enthalten. Die Seitenlinie steigt bis zum 
Anfang des weichen Teiles der Rückenflosse in fas^ gerader Linie schräg 
in die Höhe und ist dann nicht weiter zu verfolgen. 

Okularbanc sehr viel breiter als das Auge, von der Höhe des Nackens 
bis an den unteren Rand des Interoperculum reichend. Über 
den Augen auf der Mitte der Stirn ein dreieckiger heller FlecK. Über 
den Körper eine Anzahl (14—17) schwarze Streifen schräg vertikal 
von oben nach unten, den Schuppenreihen folgend (in Günthers Ab- 
bildung falsch dargestellt). Von den letzten Stacheln der Rücken- 
flosse an zieht sich ein schwarzes halbmondförmiges, breites Band 
über die Basis der Rückenflosse, den Schwanzstiel und bei den meisten 
Stücken auch über die Basis der weichen Afterflosse, wo es sich ver- 
schmälert und aufhört. Bei Exemplaren aus dem Roten Meer eine 
schmale schwarze Linie yor dem hyalinen Rand des Schwanzes, bei 
Südsee-Exemplaren ist diese Linie etwas breiter, außerdem findet 



5. Heft 



168 



Ernst Ahl: 



Art 1 


oxy. ^ 
cephalus' 

oxy- 1 
cephalusj 

oxy- i 
cephaluS' 

oxy- 
cephalus 

lineolatui 
Type VOI 
lunatufä 

lineolatu; 

lineolatus 

lineolatuf 

lineolatui 

lineolatu! 

lineolatui 


Sammler 
(Geber) 


Schoede 
Schoede 
Schoede 

Hemprecht u. 
Ehrenberg 

Museum Paris 

Brauer 

Finsch 

Bronn 

Bronn 
S.M.S.Gatelle 


bc 

B 
3 

u 


gut 
gut 
gut 
trocken 
gut 

beschäd. 
sehr gut 
leidlich 
schlecht 
leidlich 
leidlich 


Fandort 


Neu-Pommern 
Süd 

Neu-Pommern 
Süd 

Talassia 
Neu-Guinea 
Rotes Meer 

Isle de France 
Seychellen 
Neu-Guinea 
Rotes Meer 
Rotes Meer 

Neu-flannover 


93a«|.iedap3 


13,9 
14,2 
6,2 
11,4 
14,9 

12,9 
2,7 

17,2 
9,6 

14,6 

14,4 


Kopf in 
Körper 


CO CO eo CO 

:3 CO :S ^ :3 CO ^ :3 
S . <M 00 . <N . CO . 


P. C. in 
Körper 


^ - - 

CS Ci 05 ^ OSQO'Oi — ^ 

Oi Oi . . :p . (0 >^ 


• 

tu 
a 
< 


ü 


<i < < <<<-<<< 

A . A V A A A V A A A A 
Ph Ph Ph Ph PhOhPLiPhPhC^ 


Körper 


»-h .^^r-^ooOr-iOO 

TH ^ rH C5 ^ ^ ^ ^ 

o 


ez 

-nBaqog 


Sr ^ir ^ 2f ^ w 


Kopf 


JY5 ji^ 00 CO COOljgCOCO. 


L. 

transv. 


2J « C^- ^ c^» S 2 

lO^ jjj^ «r~ lÖ"~~ W lO"^ 




00 00 00 00 00 % CO CO (Xi (X> CO 
CM (M CM CM CM ^ CM CM CM CM CM 


< 


— o o C^'" Ol ei o M T- 11 
^ ci ^ ^^ ci o -< PI M M ci ci ci 
c<5 ~ n M eo CO w « « CO 




y -t U5 o IC <c r~ CD r- o 

■^1 . PI _ PI ^ PI ^pi .^1 PI 

'1 ^ PI^ Pl"^ P)^ Pl"'" N PI PI M M M 




16,7 
16,8 
7,1 
13,5 
17,4 

15,3 
3,3 
20,0 
11.3 
17,2 
16,9, 


Katalog 
Nr. 


20 433 
20 433 
20 434 
H 213« 
1236 

1 222 
20 436 
12 250 
20 435 
20435 

9 694 




y-A CM co' lO ' ;p OO' 05 Ö ^ 



Zur Kenntnis der Kuocbenfischfamilie Cliaetodontidae usw. 



1G9 



sich bei diesen Fischen eine allerdings nur schwach sichtbare Linie in 
der weiclien Rückenflosse, die den Exemplaren des Roten Meeres fehlt. 

Verbreitung: Rotes Meer, Ostafrika bis Sandwich- In? ein. Im 
Roten Meer selten, sonst nicht allzu selten. — Länge bis 24 cm. 

Grundfarbe des lebenden Tieres weiß, ins bläuliche spielend (nicht 
gelb, wie er bei Bleeker gefärbt ist). Rücken-, After- und Schwanzflosse 
sind gelb, ebenso die vordere Umrahmung des halbmondförmigen, 
sammet schwarzen Bandes, die schmalen Querstreifen lebhaft violett. 
Iris rotbraun. — ■ Die Araber des Roten Meeres nennen diese schöne 
Art ,,Mochhella", die Sandwich-Insulaner ,,Ka-pu-hi-li". Bei jungen 
Exemplaren {C. taüli) ist der halbmondförmige Streifen noch nicht 
so ausgebreitet, sondern nur auf den hinteren Teil der weichen Rücken- 
flosse beschränkt. Dahinter über diesem Schwanzstiel ein schv/arzes 
Band, der gelbe Fleck inmitten des Okularbandes noch nicht vorhanden. 

Cliaetodou liiieolatus Quoy et Gaimard, var. 
oxycephalus Bleeker 

Diese schöne Varietät zeichnet sich besonders dadurch aus, daß 
bei ihr der dreieckige Fleck im Okularband durch ein breites Band 
mit der Körperfarbe verbunden wird, sodaß der auf dem Nacken 
stehenbleibende Teil des Okularbandes die Gestalt eines hufeisen- 
förmigen Fleckens annimmt. Der unter den Augen liegende Teil des 
Okularbandes breiter als bei der typischen Form. Weicher Teil der 
Rücken- und Afterflosse mit 2—3 schwarzen Binden, die im Leben 
wahrscheinlich ein rotes Band einschließen. Über dem Schwanzstiel 
hinter dem halbmondförmigen Bande eine etwas schmalere schwarze 
Binde. Schwanz mit einem breiteren schwarzen Saum als bei der 
Stammform vor dem durchsichtigen Rande. Sonstige Färbung und 
Zeichnung wie bei der typischen Form. • — Nur aus dem Bereiche der 
Südsee von Neu- Guinea ,Neu-Pommern bis Ternate bekannt. 

Vielleicht handelt es sich bei diesen beiden Formen um Geschlechts- 
unterschiede, doch bin ich nicht imstande, diese Vermutung durch 
irgendwelche Beweise zu stützen. 

Chaetodou dizoster C. u. V. 

Chaetodon dizosterC. u.V., Poiss. VII, p. 527 (396): Cuvier, Regne anim. 
Poiss., tab. 39, fig. 2; Günther, Cat. Fish. IL p. ] 7. 

Schnauze vorgezogen, zugespitzt, viel länger als der Augendurch- 
messer. Rücken- und Afterflosse hinten abgerundet. 

Das Okularband ist schmaler als der Augendurchmesser und 
vereinigt sich mit dem andern an der Kehle. Der vordere und untere 
Teil des Körpers bläulich oder violett, der hintere und obere gelb. 
Ein Dutzend schmale, senkrechte, dunkle Streifen durchziehen den 
Körper, Ein schwärzes Querband von den vorderen drei Rückenflossen- 
stacheln bis etwas unterhalb der Seitenlinie. Ein anderes schwarzes 
Band von den hinteren vier Rückenflossenstacheln an der Basis der 
weichen Rückenflosse entlang zum Rücken des Schwanzstieles. Ein 



5 Heft 



170 



Ernst Abi: 



/ 



schwarzes Band rund um den Schwanzstiel. Die senkrechten Flossen 
mit einer schwärzlichen intramarginalen Linie. Bauchflossen weißlich. 
— Fundort: Mauritius. 

Cliaetodoii falcula Bloch 
Chaetodon falcula Bloch, Ausl. Fische IX, p. 102, tab. 425; Bloch- 
Schneider, Syst. j). 225; C. u. V., Poiss. VII, p. 41 (31); Bleeker, 
Bijdr. ichth. Batoe-eil. Nat. T. Ned. Ind. VIII, p. 311; Raup, 
Chaet., Arch. f. Naturgesch. XXVI, p. 151; Günther, Cat. Fish. 
II, p. 17; Day, Fish. Ind. p. 104, tab. 26, fig. 5; Day, Fauna 
Brit. Ind. II-, p. 4; Günther-Playfair, Fish. Zanzibar, p. 33. 
Pomacentrus falcula Lacepede, Poiss. IV, p. 506, 511, 513. 

D XII 24- 28, A III 21—23, L.lat. 25 (—28?), L. transv. 6—7/14. 
Schnauze vorgezogen, zugespitzt und bedeutend länger als der 
Augendurchmesser. Präoperculum leicht gezährelt. Rücken- und 
Afterflosse hinten abgerundet, Schwanzflosse rundlich abgestutzt, 
Seitenlinie in schrägem Bogen bis zur Basis der weichen Rückenflosse, 
wo sie verschwindet. — Das Okularband ist etwas schmaler als der 
Augendurchmesser und geht vom Nacken durch das Auge bis zum 
unteren Rande des Interoperculum. Über den Körper ziehen sich 
10 — 12 schmale Linien, den senkrechten Schuppenreihen folgend. 



« 


Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 


Auge in 


Laufe 

Ni 


lunge 


transv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 


1 237 


10,9 


12/ 




? 


? 


3% 




10 


P>A 


2. 


1237 


13,6 


12/ 
/2.5 


%2 


25 


6/ 
/14 


4 


Ü.2 


11^/3 


P>A 


3. 


1 238 


11,9 


12/ 
/24 


/2I 


25? 


? 




f. 2 


101/. 


P>A 


4. 


18140 


12,5 


12/ 
/25 


/22 


25 


Vl4 


3% 


1% 


107, 


P>A 


5. 


20 420 


10,1 


12/ 

/25 


/2I 


25 








10 


P>A 


6. 


20 420 


12,7 


12/ 

121 


/22 


28? 




3^4 


IV5 


loVo 


P>A 



Laufende 
Nr. 


P. C. in 
Körper 


•Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 




1. 


91/2 


f. 3 


9,0 


Trauquebar 


leidlich, 
beschäd. 


Bloch 


Type der 
Art 


2. 


ca. 10 


f. 3 


11,5 


Traiiquebar 


leidlich 


Bloch 


Type der 
'Art 


3. 


f. 10 


f. 3 


10,0 


3Iozarabiqne 


leidlich, 
beschäd. 


Peters 




4. 


e. ü. 9 


e.ü.3 


10,5 


Mozambique 


leidlich 


Peters 




5. 


9V4 




8,4 


Mikindani 


gut 


Grote 




6. 


9V4 


3 


10,7 


. Mikindani 


leidlich, 
beschäd. 


Grote 





Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



171 



Zwei große schwarze dreieckige Flerke auf dem Kücken, der erste 
vom 2.- — 4. Rückenflossenstachel bis zur Seitenlinie oder etwas darüber 
hinaus, der zweite am Ende der stachligen und am Anfang der strahligen 
Rückenflosse beginnend und bis über die Seitenlinie hinunterreichend. 
Ein schwarzes Band über dem Schwanzstiel. Weiche Rücken- und 
Afterflosse mit schwarzer intramarginaler Linie mit weißem Rand. 
Schwanzflosse mit schmaler schwarzer Binde vor dem hyalinen Rand. 
Bauchflossen hell. • — Länge bis 136mm. — Fundort: Von der ost- 
afrikanischen Küste über Indien bis nach Amboina. 

Günther und Bleeker haben mit dieser Art den sich gut 
unterscheidenden, eine vikariierende Art darstellenden C. ulietensis 
vereinigt. Durch Vergleich beider Aiten glaube ich, sie trennen zu 
müssen, wie es auch Jordan u. Scale schon durchgeführt haben. 
C. falcula ist nicht, wie es Bleeker annimmt, die Jugendform von 
(7. ulientensis. 

Cliaetodon ulietensis C. u. V. 

Chaetodon ulietensis C. u. V., Poiss. VII, p. 39 (30); Bleeker, Act. 

Soc. Sei. Ind. Neerl. I, Visohs. Amb. p. 39; Günther, Cat. Fish. 

II, p. 18; Kaup, Chaet., Arch. f. Naturgesch. XXVI, p. 152; 

Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p, 340. 
Tetragonoftrus ulietensis Bleeker, Onz. not. ichth. Ternate, Ned. T 

Dierk. I, p. 234. 

Chaetodon falcula (nec Bloch) Günther, Fische Südsee, p. 49, tab. 24, 

fig. C;' Scale, Bishop. Mus. 1901, p. 101. 
Chaetodon aurora De Vis, Austr. Fish., Proc. Linn. Soc. N. S.Wales 

IX, p. 453. 

D XII 24—25, A III 20—21, L. lat. 30—31, L. transv. 5/13. 

Schnauze vorgezogen, zugespitzt, bedeutend länger als der Augen- 
durchmesser. Präoperculum leicht gezähnelt. Rücken- und After- 
flosse hinten abgerundet. Schwanzflosse rundlich abgestutzt; die 
geringste Höhe des Schwanzstieles geringer als bei C. falcula, über 
10 mal in der Körperlänge und über 6 mal in der größten Körperhöhe 
enthalten. Seitenlinie in schrägem Bogen bis zur Basis der Rücken- 
flosse, wo sie verschwindet. 

Okularband fast so breit als das Auge, vom Nacken bis zum 
unteren Rand des Interoperciüum. Körper mit 16 — 18 schwarzen, 
fast senkrechten Linien, den senkrechten Schuppenreihen folgend. 
Zwei sehr breite, dunkle, nach unten zu verschwimmende Querbänder. 
Das erste vom 2. — 5. Rückenflossenstachel bis in die Gegend der. 
Brustflosse, das zweite vom Ende des stachligen und Anfang des 
strahl igen Teiles der Rückenflosse zur Afterflosse hin. Über den 
Schwanzstiel ein schwarzes Band, das jedoch den oberen Rand desselben 
frei läßt. Weiche Rückenflosse mit einem laicht angedeuteten, dunklen 
Saum, weiche Afterflosse mit zwei schwarzen intramarginalen Linien 
vor dem weißen Randsaum, und Schwanzflosse mit einem schmalen, 
schwarzen Bande vor dem durchsichtigen Rande, Bauchflossen hell. 
— Länge bis 144 mm. • — Fundoit: Von Amboina bis Samoa und 
Quam, Tahiti, Kingsmill Inseln. 

5 Heft 



172 



Ernst Ahl: 



Ciiaetodon ulietensis C. u. »V. var. coiifliiens E. Ahl. v.u. 

Günther beschreibt in seinen Südseefischen eine Varietät 
dieses Fisches, deT\ er für identisch mit 0. falcnia Bloch hält, und unter- 
stützt diese Beschreibung durch eine sehr schöne Abbildung. 

Das Okularband ist etwas schmaler als das Auge und erstreckt 
sich von der Mitte des Nackens bis über das Interoperculum. Es ist 
unter dem Auge tiefer scliwarz als über demselben. Der Fisch ist 
weißlich, mit gelblichem oder bläulichem Schimmer, mit zwei breiten 
schwarzen Binden auf der oberen Körperhälfte. Die vordere, weniger 
dunkel als die hintere, von dem 3. — 7. Rückenflossenstachel bis hinter 
die Bru>tflosse; die zweite erstreckt sich von den hinteren Rücken- 
flossenstacli^ln ebenso weit nach unten als die v\y.te. Beide Binden 
fließen oben auf der Rückenflosse zusammen. Beinahe senkrechte 
schwärzliche »Streifen entlang den Schuppenreihen der Körpermitte. 
Der Körper hinter der zweiten Binde ist orangegelb, welche Farbe 
sich über die strahlige Rückenflosse, Schwanz- und Afterflosse aus- 
breitet. Ein querer, runder, schwarzer Fleck, auf dem Schwanzstiel. 
AVeiche Rückenflosse mit sehr schmalem schwarzen Savm, Schwanz- 
und Afterflosse mit einer schwarzen Linie innerhalb des Randes. 
Bauchflossen hell. 

Fundort: Südsee; vielleicht stellt diese Form die der Sandwich- 
inseln vor, und wäre ihr dann der Charakter einer subsp. zu verleihen. 

Ciiaetodon ulietcusis 0. u. V. subsp. aurora De Vis 

Das Okularband bedeckt das hintere ^4 cles Augenraumes, und 
vereinigt sich mit dem gegenüberliegenden auf der Brust. Zwei breite, 
aber sehr schwache Bänder auf dem Körper, das erste vom 4. — 6. Rücken- 
flossenstachel zur Bauchflosse, das zweite auf dem vorderen Teil der 
weichen Rückenflosse ein glänzend schwarzes Dreieck bildend, geht 
zur Afterflosse. Ein schwarzes Band über die Basis der Schwanzflosse. 
Hintei dem schwarzen Dreieck ist die Rückenflosse glänzend braun- 
gelb, ihr hinteres Di'ittel braun. Afterflosse, Schwanzstiel und Schwanz- 
flosse gelb, die Flossen mit einer schmalen intramarginalen schwarzen 
Linie. Ende der Schwanzflosse durchscheinend. — Fundort : Küste 
von Queensland- 
Farbe im Leben (von einem typischen Exemplar, nach Jordan 
u. Scale): hellgrau oder hellweißlich, leicht bräunlich vorne, bläulich 
in der Mitte, mit zwei breiten Querbändern von tiefgrauer Farbe, 
das hintere oben bis schwarz, beide nach unten verblassend, 
aber augenscheinlich unter der Linie der Brustflosse. Oben dehnen 
sie sich auf die Rückenflosse aus, das \ ordere Band verengt sich und 
wendet sich spitzig rückwärts zur Basis der stachligen Rückenflosse. 
Die beiden Querbänder und der helle Zwischenraum werden geziert 
durch 15 oder Iß schmale, scharfe, nahezu senkrechte Linien von 
grauschwarzer Farbe, wie Federstriche. Den Schuppenreihen ent- 
sprechend. Die Zone hinter dem zweiten breiten Band leuchtend 
gold<^elb an K<)i])er und Flossen; Okularband breit, tiefschwarz, ohne 
Rand. Schnauze oben dunkel; ein oblonger senkrechter, kohlschwarzer 



r 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 173 

Fleck kreuzt die schmälste Stelle des Schwanzstieles. Die stachlige 
Rückenflosse leuchtend hellgelb am Rande. Weiche Rücken- und 
Afterflosse goldgelb wie der Körper. Rückenflosse mit zwei schmalen, 
nicht parallelen, grauen Streifen; dann hellgelb, braun, und schließlich 
mit schwärzlichem Rand. Afterflossenstacheln glänzend hellgelb; 
die Flossen mit drei dunklen parallelen Streifen, zwei braimer., einem 
schwarzen, dann einem goldenen Rand. Afterflosse goldgelb, mit 
einem schwarzen, gebogenen Querstreifen und einem breiten durch- 
scheinenden Er.d^aum. Brustflossen farblos. Bauchflossen schmutzig 
weiß, Stirn mit verwaschenem, bräunlichgelben Querband. Ein 
anderes Stück mit mehr violetten als schwarzen Bändern. 



Laufend« 1 
Nr. 


Katalog 
Nr. 


Total- 
länge 


D. 


A. 


L. lat. 


L. 

transT. 


Auge in 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P, c. 


1 

2. 


12 130 

9 504 


12,4 
14,4 


12/ 

/25 

12' 
,25 


,'20 

3 

/ 21 


31 
31 


51 
/13 




IV., 


f. 11 


P<A 

P>A 


9 

c . 


P. C. in 

Köiper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


Form 


. 1. 

2. 


10\, 
e. ü. 10 


3 

e. Ü.3 


10,4 

12,3 


Jaluit 
Samoa 


gut 
gut 


Finsch 
Godeffroy 


typ. 
typ. 



Chaetodou mesoleucus Forsk&l 
Chaetodon mesoleucus Forsk&l p. 61 (nec Bloch); Linn. Gmelin, p. 1266; 

C. u. V., Poiss. VII p. 56; Rüppell, N. W. Fische, p. 29, taf. 9, 

fig. 1; Klunzinger, Syn. Fisch. Rot. Meer, p. 114; Klunzinger. 

Fische Rot. Meer, p. 57; Kaup. Chaet., Archiv f. Naturgesch. 

XXVI, p. 151; GünAer, Cat. Fish. II, p. 28. 
Chaetodon hadjan Bloch u. Sch ieider, p. 227; Lacopede IV. p. 457. 

D XIII 22—24, A III 19 (—22), L. lat. 27, L. transv. 3/13. 

Schnauze sehr weit vorgezogen, konisch, etwa P/.^mal so lang 
als das Auge. Präoperculum sehr unbestimmt, oder kaum gezahnelt. 
Körper hoch, oval. Die Seitenlinie macht einen Bogen und endet 
unter der Mitte der weichen Rückenflosse. Rücken- und Afterflosse 
spitzwinkelig, die Stacheln sehr niedrig. Bauchflossen bis zum Anfang 
der Afterflosse. Zähne sehr klein, und nur im vorderen Teil der fast 
röhrenförmigen Schnauze. 

Farbe (in Alkohol): das Okularband ist schmaler als das Auge, 
nicht sehr scharf ausgeprägt und erstreckt sich vom Nacken bis zum 
Interoperculum. Vorderer Teil des Körpers mit Kopf grünlich weiß, 
hinterer bräunlich schwarz mit schmalen, schwarzen Streifen, die 
nach hinten zu undeutlicher werden. Schwanzflosse mit einem weißen , 



5. Heft 



174 



Ernst Ahl: 



nach vorn winkelig gebogenen Band und durchsichtigem Saume. 
Bauchflossen weiß. — Fundort: Rotes Meer, sehr selten. 

Färbung im Leben (nach Rüppell): die vordere Hälfte des 
Körpers bis zum vierten Stachel der Rückenflosse milchweiß. Die 
tranz'^ hintere Hälfte desKörpers, der ihr entsprechende Teil der Rücken- 
und Afterflosse und selbst die vier vorderen Stachel der Rückenflosse 
(luTikt^l purpurschwarz. Über diesen Teil des Körpers gehen 14 sammet- 
ychwarze vertikale Linien. Eine schwarz^ Binde zieht über den vorderen 
Teil der Stirn von einem Auge zum andern und verlängert sich etwas 
auf dem Präoperculum; Brust- und Bauchflossen weißlich hyalin, 
Rücken- und Afterflosse schwarz gerandet, nach hinten zu mit einem 
ganz feinen, weißen Saum. Die Basis der Schwanzflosse dunkelpurpur- 
schwarz, die hintere Hälfte sammetschwarz, der Endrand rötlich 
hyalin. Unfern des Schwanzendes eine halbmondförmige Zeichnung, 
dereii nach vorn zu gerichtete Krümmung weißlich ist. Die Hornspitzen 
des Halbmondes sind gelblich. Iris kastanienbraun. • — Dieser Fisch 
scheint in Familien zusammen zu leben, die zufällig wandern. Wenigstens 
brachte man denselben nur während einer ganz kurzen Zeit im Monat 
Juli zu Djetta in nambarer Anzahl zu Markte und dann nie mehr. 
— Die arabischen Fischer nennen ihn ,,Hadjan". 



« 

'S 


Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 


A. 


L. lat. 




L. 


Auge in 




länge 














rt 








ivansv. 


Kopf 


Schnau- 
ze 


Körper 


P. c. 


1. 


10 396 
M. H. 


10,0 


13/ 

122 


/l9 


27 




3\'2 




ü. 10 


P>A 


Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Kürper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


1. 


ca. 9 


3 


8,5 1 


Jedda bei 
Mekka 


sehr gut 


Vom Hamburger Museum 
freundl. z. Verfüg, gestellt 



Untergattung: Clonochaetodon Bleeker 

Unregelmäßige Form der Schuppen, deren Reihen einen spitzen 
Winkel in der Mitte der Körperhöhe bilden. Elf Rückenflossenstachebi, 
weiche Rückenflosse spitzwinkelig und hinterer Rand senkrecht. 
Schnauze kurz. 



Cliaetodon trianguliini Kühl u. v. Haß (Taf. I, Fig. 4) 

Chaetodon trianguhim K. u. v. H., C. u. V., Poiss. VII, p. 44 (34); Weber, 

Sibogaexp. Vm p. 308. 
Tetragonopfrus triancjuhim Bleeker, Atl. Chaet. p. 53, taf. 12, fig. 1. 
Citharoedus triangnhnn Kaup, Arch. f. Naturgesch. 1860, p. 143. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



175 



Chaetodon haronessa C. u. V., Poiss. VII, p. 45 (.'M); Günther, Cat. 
Fish. II, p. 31 ; Bleeker, Bijdr. ichth. Banda. Nat. T. Ned. Ind. 
II p. 239. 

Sarothrodus haronessa Bleeker, Trois. Mem. ichth. Halmahera Ned. 
T. Dierk. p. 155. 

Tetraqonoftrus haronessa Bleeker, Onz. not, ichth. Ternate Nat. T. 

Ned. Ind. I, p. 234. 
Gonochaetodon triangulum Jordan u. Scale, Fish. Samoa, p. 337. 

D XI 26—28, A III 21—23, L. lat. 30—35, L. transv. 6—11/15—19. 

Schnauze vorgezogen, kurz, Kopfprofil steil ansteigend und scharf, 
sattelförmig von der Schnauze abgehoben. Präoperculum unbestimmt 
gezähnelt. Weiche Eücken- und Afterflosse am höchsten, hinten 
abgerundet, steil senkrecht abwärts gehend. Schwanz gerade abgestutzt. 
Die im Anfang bogige Seitenlinie hört unter der weichen Rücken- 
flosse auf. 

Drei Kopfbänaer, das erste auf der Stirn über die Schnauze bis 
zur Kehle, das zweite (Okularband) vom ersten Stachel der Rücken- 
flosse durch das Auge zu den Bauchflossen, schmeJer als das Auge. 
Dahinter ein konzentrisches, schmäleres Band, über das Operculum 
und die Seite der Brust. Seiten des Körpers abwechselnd mit hellen 
und dunklen Bändern, winkelig nach v^orn gebrochen. Die hellen 
Bänder breiter als die dunklen. Nach hinten enger und schmaler 
werdend, weiche Rücken- und Afterflosse und dazwischen liegender 
Teil des Köprers dunkelgrauschwarz. Weiche Rücken- und After- 
flosse mit einem schwarzen, weißen Bande vor dem grauen und rot- 
braunen Rande. Über den Schwanzstiel bis zur Hälfte der Basis der 
Afterflosse ein weißliches Band. Dahinter eine schwarzrotbraune 
Binde um den Schwanzstiel. Schwanzflosse weiß, in der Mitte ein 
großer, schwar.zrotbrauner, dreieckiger, bandartiger Fleck. Ende 
der Schwanzflosse durchsichtig. Bauchflossen grau oder bräunlich. 
— Heimat: Westküste Sumatras. • — Länge: etwa 12 cm. 

Chaetodon triangulum C. u. V. subsp. haronessa C. u. V. (Taf. II, Fig. 11) 

Die Kopfbinden der Hauptform bedeutend breiter und schärfer 
ausgeprägt. Von den winkelig gebogenen Binden sind die dunklen 
sehr viel breiter als die hellen. Nach den Flossen und nach hinten zu 
werden die hellen Bänder immer schwächer, um auf der weichen 
Rücken- und Afterflosse dem Raum dazwischen und den Schwanz- 
stiel und Schwanzflosse in braunrotschwarz überzugehen. Uber den 
Schwanzstiel bis in die Afterflosse ein weißer Streifen. Weiche Rücken- 
flosse schwarz, weiß, grau, rotbraun gesäumt. Weiche Afterflosse 
schwarz, weiß, grau und Schwarzflosse schwarz, rotbraun, schwarz, 
weiß und grau gesäumt, Bauchflossen weißlich oder hell. Brustflossen- 
ansatz mit dunkler Binde. — Heimat: Inseln der Südsee bis zur Ost- 
küste Sumatras. 

Färbung im Leben (subsp. haronessa, nach Dahl): Körperseiten 
dunkelbraugrün, nach hinten schwärzlich mit gelblichen, in der Mitte 
winkelig nach vorn gebrochenen (etwa 10—12) Querstreifen. Über 

5. Heft 



l'Ji) Ernst Ahl: 



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gelum 
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gelum 
trian- 
gelum 


Gebor 


Dahl 

Dahl 

Dahl 

Dahl 

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Schoede 
Finsch 
Schoede 

Schoede 

Schoede 
V. Martens 

V. Rosenberg 
V. Rosenberg 
V. Rosenberg 

Schoede 
Maaß 
Maaß 


Erhaltung 


sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
sehr gut 
leidlich 
leidlich 
gut, etwas 
beschäd. 
gut 

schlecht 
gut, ent- 
schuppt 

gut 

gut 

gut 

gut 

gut 

sehr gut 
sehr gut 


Fundort 


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Ralum 
Ralum 
Ralum 
Ralum 
Neu-Guinea 
Neu-Guinea 
Neu-Guinea 
Neu-Guinea 

Neu- 
Pommern 
Bongainville 
Amboina 

Amboina 
Amboina 
Amboina 

Padang 
Sipora 
Sipora 




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Katalog 
Nr. 


20 393 
20 .391 
20 391 
20 392 
20 395 
20 395 
12 260 
20395 

20 390 

20 396 
5 587 

5 589 
5 589 

20 397 
1239 

20 398 

14 639 
14 639 




1-J CO* ^ »o o t> od o> ö rA oi cö lo o od öi 

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55ur Kenntnis der Knoclienfischfamilie Chaetodontidae usw. 



177 



den Kopf zwei Bogenbinden, in der Mitte schwarz, nach oben und 
unten durch braun in rot übergehend. Die vordere über das Auge, 
die schmälere hintere über die Kiemendeckel. Maul mit Stirn und 
unvollständiger Binde über die glashelle Brustflosse rötlichbraun. 
Die übrigen Teile des Vorder endes beim Bogenband gelblich weiß. 
Orangerot ein Band und Rückenflossenstrahl nebst Hinterrand der 
vorn gelbweißen Rückenflosse; nächster Rand der Afterflosse unvoll- 
ständig gelb, weiß, schwarz, orangebraun. Die freie Schwarzflosse 
schwarzbraun, grünlich, hell dunkelgelb, schwarzbraun, die Schwanz- 
flosse graugelb, schwarz, orange, schwarz. Der gelbe Hiaterrand der 
2. Rückenflosse setzt sich über die Basis des Schwanzes fort. — Ein- 
heimischer Name des Fisches auf Batavia „Kiper". 

Chaetodon larvatus Ehrenberg 

Chaetodon larvatus Ehrenberg, ap. C.v.Y., Poiss. VII, p. 45 (35); 

Rüppell, N. W. Fish. p. 28; Günther, Cat. Fish. II, p. 31 ; Günther, 

Playfair, Fish. Zanzibar, p. 36; Klunzinger, Syn. Fisch. Rot. 

Meeres, p. 108; Koßmann u. Räuber, Fische Rot. Meeres, p. 12. 
Chaetodon Karraf C. u. V., Hist. Nat. Poiss. Vli, p. 46. 
Chaetodon triangulum (var. larvatus u. karraf) Bleeker, Atlas Chaet. 

IX, p. 54; Klunzinger, Fische Rot. Meeres, p. 57. 
D XI 25—27, A III 21—22, L. lat. 33—40, L. transv. 8—10/17—18. 

Schnauze ziemlich kurz, ebenso lang oder etwas kürzer als das 
Auge. Oberes Kopfprofil abschüssig, fast gerade. Stirne leicht erhaben. 
Präoperculum schwach gezähnelt. Vordere Strahlen der weichen 
Rückenflosse sind am höchsten. Dieselbe bildet einen nach hinten 
gerichteten, nicht sehr spitzen Winkel mit horizontalen, oberen oaer 
vorderen, und einem etwas nach vorn geneigten hinteren Schenkel. 
Die Afterflosse ist ebenfalls an den vorderen Gliederstrahlen höher, 
ihr Rand bildet aber einen Bogen.. Die höchsten Strahlen der beiden 
Flossen reichen gleichweit nach hinten, bis zur Mitte der Schwanzflosse. 
Diese ist abgestutzt oder ganz schwach eingekerbt. Bauchflossen 
etwas verlängert. Seitenlinie fast ohne Krümmung sich bis unter 
den Anfang der weichen Rückenflosse erstreckend. 

Körper (in Alkohol) abwechselnd mit schmalen hellen und sehr 
breiten dunklen, winkelig nach vorn gebrochenen Streifen geschmückt. 
Okularbinde hinten weiß gesäumt und den ganzen Kopf und die Brust 
bis zu den Bauchflossen einnehmend, schwarzbraun gefärbt. Hinterer 
Teil des Körpers und hinterer Teil der Rücken- und Afterflosse sowie 
der Schwanz schwarz, nach vorn scharf durch eine helle Binde ab- 
getrennt. Weiche Rücken-, After- und Schwanzflosse hellweißlich 
und grau eingefaßt. Bauchflossen hell. ■ — ^ Klunzinger gibt über die 
Färbung lebender E xemplare folgendes an : Keine schwarze Augenbinde, 
sondern der größte Teil des Kopfes, des Nackens und der Brust ist 
braunrot. — Länge bis 86 mm. 

Heimat: Rotes Meer, Ostküste Afrikas?, Madagaskar? 

Archiv für Naturgeschichte. 

1923. A. 5. 12 S.Heft 



1^8 Ei-ust Ahl: 





karraf 
karraf 
karrat 
karraf 
karraf 
karraf 
larvatus 
larvatus 
larvatus 
larvatus 
larvatus 


Sammler 


Hemprecht- 
Ehrenberg 

Hcmprecht- 
Ehrenberg 

, Hemprecht- 
; Ehren berg 

Hemprecht- 
Ehrenberg 

Hemprecht- 
Ehrenberg 

Hemprecht- 
Ehrenberg 

Heniprecht- 
Ehrenberg 

Hemprecht- 
Ehrenberg 

Hemprecht- 
Ehrenberg 

Hemprecht- 1 
Ehren berg 

Vom Ham- 
burg. Museum 
frdl. zur Ver-I 
fügung gest. 


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4 266 




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Zür Kenntnis der Knoclieufischfamilie Cliaetodoiitidae usw. 



179 



Cliaetodoii larvatus Ehrenb. var. karraf C. u. V. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch das Vor- 
handensein einer Augenbinde. Da mir nur junge Exemplare, mit 
einem schwarzen, weiß gerändelten Fleck auf den Schwanzstiel, der 
sich erst später über die weiche Kücken- und Afterflosse ausbreitet, 
zur Verfügung stehen, gehe ich hier Klunzingers Beschreibung 
frischer Exemplare wieder. • — Seiten des Körpers mit abwechselnd 
weißlichen und schwärzlichen schiefen Streifen, die je einen nach 
vorn gerichteten stumpfen Winkel bilden. Kopf ziegelrot. Eine schwarze 
hinten (und bei meinen Exemplaren auch vorn) weiß gerandete quere 
Augenbinde. Der hintere Teil des Körpers samt dem hinteren Teile 
der Rücken- und Afterflosse schwarz (bei meinen Exemplaren nach 
vorn weiß eingefaßt), die letztere hinten weiß, zuweilen ein schwarzer, 
weißgerändeter Flecken an der Basis der Schwanzflosse. (Bei allen 
meinen Exemplaren vorhanden, außerdem noch weiche Rücken- und 
Afterflosse weiß eingefaßt). — Fundort: Rotes Meer. 

Vielleicht handelt es sich hier um den Ju igfisch der Ar- ', mir stehen 
nur kleine Exemplare dieser Form zu Verfügung, während Klunzinger 
seine Beschreibung anscheinend nach ausgewachsenen Stücken 
gemacht hat. 

Untergattung; Megaprotodon Guichenot 

Eteira Kaup. 

Körper oval, stachlige Rückenflosse um das doppelte länger als 
weiche. Schuppen schräg abgerundet und einen spitzen Winkel 
bildend. Etwa 25 Schuppenreihen. Vomer zahnlos. Die äußere Zahn- 
reihe länger als die inneren. 14 Rückenflossenstacheln, 4 (selten 5) 
Afterflossenstacheln. 

Chaetodon strigangulus Sclander 

Chaetodon striganguhis Solander, ap. Gmelin, Syst. Nat. ed. 13, p. 1269; 
C. u. V., Poiss. VII, p. 42 (32), tab. 172; Bleeker, Bijdr. ichth. 
Banda Nat. T. Ned. Ind. III p. 239; Bennett, Zool. Voy. Beechey, 
p. 60, tab. 17, fig. 2; Günther, Cat. Fish. II, p. 4; Günther, 
Fische Südsee, p. 35, tab. 26, fig. A; Klunzinger, Syn. Fische 
Rot. Meeres; Weber, Sibogaexp. Fische, 1913, p. 308; Klunzinger, 
Fische Rot. Meer p. 56; Günther, Playfair, Fish. Zanzibar, p. 32. 

Chaetodon trifascialis Quoy et Gaimard, Zool. Voy. Uranie II, p. 379, 
tab. 62, fig. 5; Bleeker, Bijdr. ichth. Batoe, Nat. T. Ned. Ind. 
VIII p. 313; Günther, Cat. Fish. II, p. 5. 

Chaetodon triangularis Rüppell, Atl. Reise N. Afr. Fische R. M. p. 42. 
tab. 9, fig. 3. 

Chaetodon Taunay Quoy et Gaimard, Zool. Voy. Freyzinet, p. 379, 
pl. 62, fig. 5. 

Chaetodon Leachii C. u. V., Poiss. VII, p. 49 (37); Günther. Cat. 

Fish. II, p. 6. 
Chaetodon hifasciaUs C. u. V., Poiss. VII, p. 48 (37). 
Megra'protodon hifasciaUs Guichenot, Revue, Zool. 1848, p. 12. 

12* S.H.ft 



180 



Erust Ahl: 



Eteira triangulär is Kaup, Chaet., Aich. f. Naturg. XXVI, p. 147. 
Eteira taunay Kaup, Chaet. Archiv Naturg. XXVI, p. 148. 
Sarothrodus strigangulus Bleeker, Trois. Mem. ichth. Halmahera, N. T. 
Dierk. I, p. 156. 

Tetragonoftrus strigangulus Bleeker, En. poiss. Amb. Ned. T. Dierk. 
II, p. 282. 

Megaprotodon triangularis Seale, Bishop. Mus. 1901, p. 101. 
Megraprotodon strigangulus Bleeker, Atlas, Chaet., p. 54, tab. 13. fig. 1; 

Bleeker, Chaet. 1877, p. 109. 
Megraprotodon trijascialis Jordan u. Seale, Fish. Samoa p. 330. 

D XIV 15—17, A IV (—V) 14— 1(), L. lat. 25—28, L. transv. (5—) 
6-7/14—15 (—16). 

Körper gestreckt; Schnauze nicht vorgezogen, kaum so lang als 
das Auge. Äußere Zähne des Unterkiefers etwas länger als die inneren. 
Präoperculum fein gezähnelt. Schuppen in stumpfwinkelig aufeinander 
treffenden Reihen, die Spitzen der \Mnkel nach vorne zeigend. Seiten- 
linie in flachem Bogen bis zum hinteren Ende der Rückenflossenbasis. 
Die weiche Rückenflosse hinten in einem spitzen Winkel ausgezogen. 
Afterflosse winkelig. Die Stacheln der Rückenflosse nach hinten an- 
steigend. Schwanzflosse abgestutzt, die geringste Höhe des Stieles 
etwa S^/g bis 9 mal in der Körperlänge und etwa 4^2 bis fast 5 mal 
in der größten Körperhöhe enthalten. 

Färbung (in Alkohol): Okularband kaum schmaler als das Auge, 
von der Höhe des Nackens durch das Auge bis über das Interoperculum, 
sich auf der Brust mit dem entgegengesetzten vereinigend, beideiseits 
hell eingefaßt. Körper mit schwärzlichen, nach vorn winkelig ge- 
brochenen schmalen Querbinden, die den Schuppenreihen folgen. 
Inmitten des Körpers unter der Seitenlinie zwei längsovale helle Flecken. 
Weiche Rücken- und Afterflosse mit schmaler, schwärzlicher Intra- 
marginallinie vor dem hyalinen Saum. Schwanzflosse schwarz, oben 
und unten schmal gelb, am hinteren Rande g'^^'lb, schwarz und weiß. 

— Heimat : Von der ostafrikanischen Küste und dem Ri)ten Meere 
bis zur Südsee, doch anscheinend nirgends häufig. — Länge bis 14 cm. 

Bei jungen Exemplaren (C. trijascialis) ist die Schwanzflosse ^\eiß, 
doch findet sich von dem weichen Teil der Rückenflosse zur liinteren 
Hälfte der Aftejflosse eine breite, schwarze, weiß gesäumte Binde, die 
dem Fisch ein ganz anderes Aussehen als dem erwachsenen Tier gibt. 

— Färbung im Leben von einem Stück von Apia (nach Jordan u. Seale) 
grau, weiß unten, mit winkelförmigem Streifen, glänzend graublau, 
dor Winkel nach dem Kopfe zu. Okularband breit, mit weiß und golden 
eingefaßt : Schnauze und Stirn grau, mit Orangeflecken um die Kiefer; 
zwei längliche weiße Flecken an der Seite gerade über der Augen- 
linie, der eine endet in der Nähe des Endes der Brustflosse, der andere 
an der Basis der weichen Rückenflosse; Rückenflosse orange, düster 
hinten an der Basis der weichen Rückenflosse, gesäumt mit orange, 
schwarz und weiß; Schwanzflosse schwarz, oben und unten orange- 
gelb eingefaßt; dahinter ein goldgelbes Querbanei. ein schwarzes und 
dann ein durchsichtiger Rand: Afterflosse eremorange, mit schwarz 



Zur Kenntnis der Knochenfiscbfamilie Chaetodontidae usw. 131 

und weiß gesäumt, Bauchflosßen gelblich- weiß, Brustflosse farblos, 
orangegelb an der Ba^-is. 

Einheimischer Name auf Samoa ,,Mutu uli", und auf Otaiti 
,,palhaha". 



9 

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Katalog 
Nr. 


Total- 


D. 




L. lat. 


L. 


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14/ 

/ 16 


4/ 
/16 


26 


7/ 
/15 


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e. ü. 1 


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Laufende 
Nr. 


P. C. in 

Körper 


Kopf in 
Körper 


Körper- 
länge 


Fundort 


Erhaltung 


Sammler 
(Geber) 


1. 

2. 
3. 
4. 
5. 

6. 

7. 


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f. 9 

8^4 

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8-V4 

9 


f. 3\ 

S\i, 

3V5 

f. 31/2 

3\'2 

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10,1 
11,0 
10,6 
5,0 
9,6 
9,1 

11.2 


Jaluit 
? 

Jaluit 
Samoa 
Südsee 
Mauritius 

Zauzibar 


sehr gut 
trocken 

gut 

gut 

sehr gut 

leidlich 
gut 

sehr gut 


Steiubach 
Lamare Piquot 
Finsch 
Godefiroy 
Godeffroy 
Moebius 

Salniiu 



Nachtrag : 

Cliaetodou apliroditc Ogilby 
Bei der hier erfolgten Besprechung der Chaetodontinae habe ich 
eine Art, Chaetodon. apkrodüe Ogilby (beschrieben in: Austr. Mus, 
Mem. II, 1889, p. 55) nicht berücksichtigen können, da es mir nicht 
möglich war, die Beschreibung dieses Fisches zu erhalten. 

Chaetodon vagabiiudu^ var. jordani var. n. 
Chaetodon vagahundus Jordan <fe Starks. Fishes from Ceylon. Ann. 
Carn. Mus. XI, 1917, p. 457. 

Diese Varietät unterscheidet sich von der Stammform durch die 
völlig schwarze Kückenflosse und die schwarze Afterflosse, die einen 
schmalen weißen Rand und einen weißen Streifen am 1. Stachel nach 
rückwärts und aufwärts gebogen zum hinteren Rande besitzt. 

Fundort: Ceylon. 

5. Heft 



182 



Ernst Ahl: 



f haetodou pictus Forskäl 

Chaetodon pictus Jordan & Starks, Fishes from Ceylon, Ann. Carn. 
Mus. XI, 1917, p. 458. 

Meine schon auf p. 157 ausgesprochene Vermutung, daß es s'ch 
vielleiflit um eine von var/abundus und decussatus verschiedene Art 
handelt, wird durch Jordh u. Staiks bestätigt. 

(liaetodou cxcelsus (Jordan) 

Loa er.ceha Jordan, New Deep-sea fishes from Hawaii, Proc. U. S, 
Nat. Mus., 59, 1922, p. 652. 
D. XI 23; A. III 18; Squ. 12-50—15. 

Kopf 2^/0 im Kö7 per, Höhe V-j..\ Auge ebenso lang wie die Schnauze, 
.'iV., im Kopf. Seitenlinie scharf gebogen, am Schwanzstiel aufhörend. 
Rücken- und Afterflossenstacheln sehr hoch; Schwanzflosse selir kurz 
und abgerundet. 

Färbung grau, wahrscheinlich gelb im Leben, mit breiten dunklen, 
schwarz gerandeten Querbändern, Schnauze dunkel, heller vor dem 
Auge. Ein breites, schwarzes, dunkel gerandet es Band vom Anfang 
der Rückenflosse über das Auge bis zur Suborbital gegend, dann folgt 
eine helle Zone vom 2. Rückenflossenstachel zum Bauchflossen- 
stachel, dann ein breites dunkles Band, das den Raum zwischen dem 
3 — 7. Dorsalstachel einnimmt und vorn und hinten von einem schmalen, 
scharfen, schwarzen Streifen begrenzt wird. Dann folgt ein hell weißes 
oder gelbes Band von Augenbreite von den letzten Dorsalstacheln 
zu den Analstacheln; dann folgt wieder eine sehr breite dunkle, vorn 
und hinten schwarz gerandet e. breite Binde, die den größten Teil 
der weichen Rücken- imd Afterflosse einninmit. Dann folgt wieder ein 
schmales weißes Band, das auch von einem schwarzen Strich begrenzt 
wird, und sich auf Rücken- und Afterflosse ausbreitet. In der Mitte 
der weichen Rückenflosse befindet sich ein kohlschwarzer Augenfleck 
von über Augengröße, mit einem weißen Ring. Bauchflossenstachel 
weiß, die Strahlen alle schwarz. 

Jordan stellt für diesen Fisch wegen der außerordentlichen Ent- 
wicklung der Rücken- und Afterflosse sogar eine besondere Gattung, 
Loa. auf, der aber m. E. kaum der Charakter einer Sektion innerhalb 
der Untergattung Chaetodon der gleichnamigen Gattung zukommt. 
Der Fisch scheint mir am nächsten verwandt zu sein mit Chaetodon 
modestus Temm. u. Schlg. 



III. Stammesgeschichte. 

Die nächsten Verwandten der Chaetodontiden scheinen einer- 
seits die Familie der Acronuridae, Zanclidae und Teiifhididae, anderer- 
seits die der Scorpididae und Carangidae zu sein. Aus welchen dieser 
Formen sie sich vielleicht ableiten lassen, kann mit Bestimmtheit 
nicht gesagt werden. Manche, besonders die hohen schmalen Formen 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetoduntidae usw. 



183 



(Phtax usw.) haben ziemlich große Ähnlichkeit mit manchen Caran- 
giden (z. B. Caranx ciliaris ii. a.) jedoch glaube ich nicht an eine nähere 
Verwandtschaft zwischen diesen beiden Familien, halte diese Formen 
vielmehr nur für Konvergenzerscheinungen. Platax läßt sich leicht 
aus der Gattung Efhipjms ableiten, mit der er im Bau des Schädels 
und der Flossen ziemlich übereinstimmt, während sich z. B. Caranx 
ciliaris ohne Schwierigkeit aus sehr niedrig gebauten Aiten, wie Caranx 
caballus, über höher gebaute, wie z. B. C. pkimheus und C. gilberti, 
ableiten läßt. Auch weichen diese Fische in der Beschuppung und der 
Beflossung so außerordentlich ab, daß man sie eben nur als Kon- 
vergenzerscheinungen ohne genetischen Zusammenhang ansehen kann. 
Für die nahe Verwandtschaft beider Gruppen würde allerdings die 
Gattung Parapsettus sprechen, wenn es sich bei diesem Fisch um einen 
echten Chaetodontiden handelt; diese Art würde dann direkt ein 
Bindeglied zwischen beiden Familien darstellen. Im Zoologischen 
Museum zu Berlin befindet sich leider nur ein einziges Stück dieser 
seltenen Form, sodaß ich auf eine anatomische und osteologische 
Untersuchung derselben verzichten muß. Rein morphologisch betrachtet 
würde ich keinen Augenblick zögern, Parapsettus zu den Carangiden 
zu stellen. 

Ziemlich nahe verwandt dagegen scheinen mir die Chaetodo7itidae 
mit den Scorpididae zu sein, obwohl auch hier die beiden extremsten 
Fälle an Körperhöhe (Platax und Psettus) nur auf rein äußerlicher 
Ähnlichkeit bezw. Anpassung an dieselben Lebensbedingungen beruhen. 
Psettus unterscheidet sich von Platax ja auch schon auf den ersten 
Blick durch die gänzlich rudimentären Bauchflossen, die bei Platax 
außerordentlich lang und stark entwickelt sind. Dagegen scheinen 
mir die Gattungen Atypichthys und Atyposoma mit den Chaetodonten 
in näherer Beziehung zu stehen. Insbesondere die erstere zeigt, morpho- 
logisch betrachtet, außerordentliche Ähnlichkeit mit den hier be- 
sprochenen Arten der Unterfamilie Chaetodontinae, insbesondere 
mit Microcanthus. Auffällig ist bei diesen Scorpididae auch die starke 
Beschuppung der Rücken- und Afterflosse, die sie den Chaetodontinae 
sehr ähnlich macht. Doch weichen sie, schon rein äußerlich betrachtet, 
ziemlich beträchtlich durch ihre Bezahnung und den etwas andern 
Bau der Kiemendeckel voneinander ab, die bei den Chaetodontinae 
mindestens unten zusammenstoßen, hier aber stark luseinander- 
weichen. 

Die drei andern oben genannten Familien der Acronuridae, Zanc- 
lidae und Teuthididae sind wohl stammverwandt, jedoch in ganz 
anderer Richtung hin so hoch diffenzieit, daß sie als Ahnen nicht in 
Betracht kommen. 

Betrachtet man nun die Jugendformen der Chaetodonten, die 
sogenannten Tholichthys, so erinnern die Panzerungen des Kopfes 
stark an die eigenartige Kopfbeschilderung der Gattungen Antigonia 
und Hypsinotus der Familie Capridae. Allerdings zeigen die Kopf- 
schilder dieser Fische eine sehr reiche Skulptiu", die den Tholichthys-. 
formen fehlt, auch sind die Schuppen von Antigonia und Hypsinotus 

5. Heft 



184 



Ernst Ahl: 



so außerordentlich verschieden gebaut von denen der Chaetodonten, 
indem sie mit verhältnismäßig sehr langen und starken Stacheln an 
der gesamten Oberfläche imd einer sehr reichen Skulptur versehen sind, 
daß sie als Ahnen nicht in Betrpcht kommen. 




t)ber die Stammesgeschichte und das Verwandt Schaftsverhältnis 
innerhalb der Familie gibt uns auch die Paläontologie keinerlei Aus- 
kunft. Es ist sogar sehr zweifelhaft, ob alle als Chaeiodontidae be- 
schriebenen Versteinerungen überhaupt als solche zu gelten haben. 
Von fünf im Berliner Paläontologischen Museum als PJatax bezeich- 
neten Stücken gehörte nur ein einziges zu dieser (rezenten) Gattung, 
rines ej\t])u])})te sich als Ephipjms. ein anderes als Carangide und die 
beiden letzten als Clupeiden! Sämtliche Stücke, außer dem Ephipfus 
(der auch als PUitax bezeichnet war) trugen auch noch Artbezeich- 
nungen ;so waren die drei letztgenannten (1 Carangide und 2 Clu})eiden) 
als Piafax miihor bezeichnet! Ich führe diesen Fall hier nur an, um 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae nsw. 



185 



darauf hinzuweisen, wie notwendig es einmal wäre die fossilen Ver- 
treter dieser Gruppe einer Eevision zu unterziehen. 

Von der hier besonders betrachteten Unterfamilie Chaetodontinae 
ist auch ein fossiler Vertreter beschrieben worden, doch habe ich ihn 
hier aus den oben angeführten Gründen und da er mir zwecks Nach- 
prüfung nicht zur Verfügung stand, nicht angeführt (Chaetodon hoeferi, 
Gorjanovic-Kramborger, Pisc. foss. p. 60, 1895, und C. hoeferi, Glasnik 
Naravosl. Drust. X, p. 30, pl. II, fig. II und pl. III). Bekannt sind 
solche fossilen Formen seit dem Eocän, und zwar als marine Ab- 
lagerungen, besonders am Monte Bolca. Sie gehören zum größten Teil 
anscheinend rezenten Gattungen an. 

Da also das paläontologische Material vollkommen versagte, war 
ich nur auf die osteologische, anatomische und morphologische Unter- 
suchung von Vertretern der einzelnen Unterfamilien angewiesen. 
Hiernach bin ich nun zu folgendem Kesultat gekommen: (siehe Stamm- 
baum). 

Schon sehr frühzeitig muß sich die Unterfamilie Drepaninae 
von der Hauptmasse der anderen Unterfamilien abgetrennt haben. 
Sie ähnelt in der allgemeinen Körperform, der Entwicklung der senk- 
rechten Flossen, der Bezahnung, der Hautstruktur und der Wirbel- 
säule den Unterfamilien der Ephippinae und Platacinae, unterscheidet 
sich jedoch durch das vorstülpbare Maul und das Fehlen einer Sub- 
okularleiste. Ein vorstülpbares Maul haben von den anderen Unter- 
familien sonst nur noch die Chaetodontinae, die Holacanthinae, während 
alle Unterfamilien mit Ausnahme der Drepaninae eine Subokularleiste 
besitzen, die bei den Platacinae allerdings nur schwach entwickelt 
sein kann. 

Auf einen gemeinsamen Seitenzweig gehen anscheinend die 
Scathofhaginae, Ephippinae und Platacinae zurück. Allerdings scheinen 
sich die Scathophaginae schon bedeutend früher abgezweigt zu haben 
als die einander sehr nahe stehenden Ephippinae und Platacinae. 
Gemeinsam ist diesen drei Unterfamilien der hohe, zusammengedrückte 
Körper, das kleine, endständige, nicht oder kaum vorstülpbare Maul; 
die Kiefer sind mit Bändern von borstenförmigen Zähnen besetzt; 
die Palatinknochen sind zahnlos. Ein erhöhter Occipitalfoitsatz, 
keine Parietalfortsätze, eine, wenn auch bei der Platacinae schwach 
entwickelte Subokularleiste. Gemeinsame Unterschiede der Ephippinae 
und Platacinae gegenüber den Scaphotaginae sind: drei Analstacheln 
(vier bei den Scathophagi7iae) Schwanzflosse 17 Hauptstrahlen (gegen 
16 bei Sc), 15 davon gegliedert (14 bei Sc). Kiemenhaut breit am 
Isthmus befestigt (Kiemenhaut bildet ein Feld über dem Isthmus, 
an dem sie nur schmal befestigt ist.) 24, 10 + 14, Wirbel (23, 10 + 13 
Wirbel). Präkaudalwirbel mit Parapophysen vom vierten ab, Kippen 
sitzend, außer den letzten zwei Paaren, (die letzten drei Pi'äkaudal- 
wirbel mit Parapophysen, Rippen sitzend, hoch angeheftet an den 
Zentren oder an den Enden der Neuralbögen bei den Scathophaginae). 

Die Ephippinae haben eine wohlausgebildete stachelige Rücken- 
flosse und eine breite Subokularleiste, während die Platanicae allmäh- 



5. Heft 



186 



Ernst Ahl: 



lieh an Hölie zunehmende Rückenflossenstacheln und eine sehr schwache 
Subokularloisle besitzen. Die Unterschiede sind also verhältnismäßig 
geringfüi^ig, was wohl auf eine recht nahe Verwandtschaft beider 
Gru])])en schließen läßt. Durch die schwach ausgebildete Subokular- 
leiste kommen die PlaUicinae von allen übrigen Formen den Drepaninae 
ohne Subokularleiste am nächsten, bezw. vermitteln den Übergang 
zu diesen. 

Die sehr nahe miteinander verwandten Unterfamilien der Chaelo- 
doviinae und Uolacauihinae unterscheiden sich von den vorhin be- 
sprochenen Srathophaginae, Efhij)j)inae und Platacmae dadurch, daß 
die Kiemenhaut manchmal verbunden, doch frei von Isthmus, oder 
noch öfter schmal am Isthmus angeheftet ist. Die Präkaudalrippen 
mit transversalen Foitsätzen. die Rippen sind proximal sehr verbreiteit, 
und an den transversalen Fortsätzen angeheftet, mit denen sie ein 



2. 

ir 




Chaetodontinae 



Chaetodontidae 

Stannnbamn der Gattungen der Unterfamilie Chaetodontinae. 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodonticlae usw. 



187 



förmliches Gelenk bilden. Der Hauptunterschied zwischen diesen 
beiden Unterfamilien besteht darin, daß die Alten der Unterfamilie 
Holacantliinae zum mindesten auf dem Präoperculum einen starken 
Dorn tragen, der eine der besten Kennzeichen dieser Gruppe bildet. 

Im Stammbaum der Chaetodontinae kann man leicht eine Scheide 
ziehen zwischen den einander nahe verwandten, langschnäbeligen 
Formen, und den in anderer Weise spezialisieiten kurzschnäbeligen 
Arten. Wir haben hier eine allmähliche Überleitung von extrem 
langschnäuzigen Gattungen, wie Forcipiger und Prognathodes, zu 
weniger langschnäuzigen, wie Chelmon, und von diesen über Chel- 
monofs zu Chaetodon. Bei der Gattung Chaetodon hat es den Anschein, 
als sei di^^ Bildung von xViten und Aufspaltung in Gattungen noch in 
vollem Flusse, was ja auch die Überfülle von Arten (etwa 100) inner- 
halb dieser einen Gattung zeigt. Von Chaetodon haben sich dann ab- 
gespalten die Gattungen Coradion (durch rudimentäre Bezahnung 
ausgezeichnet) und Parachaetodon (Verminderung und gleichzeitige 
Erhöhung der Rückenflossenstacheln ähnlich wie bei V\atax), während 
Hemitaurichthys (größere Anzahl von Schuppen) zu Heniochus mit 
stark verlängertem 4. Rückenflossenstachel hinüberführt. Eigen- 
artig spezialisiert ist auch die Gattung Vinoulum durch die kleinen 
und überaus zahlreichen Schuppen. Möglicherweise ist diese Form 
aus Microcanthus oder Vorläufern von Microcanthus hervorgegangen. 
Als eine der primitivsten Formen möchte ich Microcanthus ansprechen, 
da sie insbesondere durch die Bezahnung und die starken Dornen am 
Vordeckelrand Anklänge an die HoJacanthinae zeigt. 

Über die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Gattung 
Chaetodon habe ich mich schon früher geäußert und verweise auf das 
im systematischen Teil Gesagte (Seite 2* usw.). 



IV. Geographische Verbreitung. 

Die Arten der hier behandelten Gruppe leben zum größten Teil 
in den äquatorialen Teilen des Indischen und Stillen Ozeans und 
gehen nur in wenigen Arten in den Atlantischen Ozean über. Da die 
Chaetodonien zum guten Teil an da? Leben auf und an den Korallen- 
riffen gebunden sind, ist es nicht verwamderlich, daß die geographische 
Verbreitung der Riffkorallen und dieser Fische ziemlich genau über- 
einstimmt. Es gibt wohl kein Korallenriff, von dem noch keine Chaeto- 
donten bekannt sind, und bei den wenigen, wo dies der Fall nicht ist, 
liegt es mehr an der mangelhaften Durchforschung desselben. Diese 
Erscheinung beruht wohl auf zwei Ursachen, die erste ist die rein 
ökologische, indem die Riffe den plumpen Schwimmern Schutz und 
Nahrung gewähren (wie im nächsten Kapitel näher ausgeführt), und 
die zweite besteht in der gleichen Anpassungsfähigkeit der beiden so 
verschiedenen Tiergruppen. Die Riffkorallen wie die Chaetodonten 
sind Tiere, die zu ihrem Wohlbefinden einer konstanten und hohen 
Wärme bedürfen, daher erklärt sich das Vorkommen beider in der 



p. Heft 



188 



Ernst Ahl: 



äquatorialen Zone und das Fehlen in den gemäßigten und kalten 
Breiten. Ferner bedürfen die Riffkorallen eines gleichmäßigen und 
zienilicli hohen Salzgeholtes des Meeres. AVird das Wohngewässei 
von Kiffkorallen auch nur wenig durch einmündende Flüsse aus^esüßl. 
so sterben sie ab. Etwas äl)nliches müssen wir auch für die Chaeto- 
donten annehmen. Es gibt allerdings Chaetodonteu, die in die Fluß- 
mündungen eindringen, wie z. B. Scato'phaqus und Chelmon, doch ist 
dies eine Ausnahme und nur auf wenige Gattungen beschränkt. Im 
allgemeinen kann man sagen, daß auch diese Fischfamilie, wie die 
Riffkorallen in den Gegenden mit auch nur schwach herabgesetzten 
Salzgelullt des Meerw^assers fehlt. 

Betrachtet man das Verbreitungsgebiet der einzelnen Arten der 
Chaetodontinae, so fällt es nicht schwer, einzelne Verbreitungszentren 
zu unterscheiden. Am auffälligsten ist dieser Unterschied zwischen 
den Arten des Indopazifischen Ozeans und denen des Atlantischen. 
Beide Faunengebiete besitzen keine einzige gemeinsame Art. Ich will 
im folgenden zuerst einmal die einzelnen Verbreitungsgebiete dar- 
legen und dann auf das vermutliche Entstehungszentrum und die 
w^ahrscheinlichen Wanderwege näher eingehen. 

Die Hauptmasse aller Chaetodonteu, fast aller Arten, findet 
sich in dem ungeheuren Inselmeer des Indo- Australischen Archipels. 
Dieses Gebiet wird im Westen und Südwesten begrenzt von der 
Malayischen Halbinsel, Sumatra und Java, Bati, Lombok und den 
Flores - Inseln, der Nord- und Nordwestküste AustrtJiens und im 
Norden vom asiatischen Festland und den Japanischen Inseln. 

Die nordöstlich davon gelagerten Sandwnchinseln bieten in 
ihrer Chaetodontenfauna dagegen ein ziemlich abweichendes Bild. 
Von den 20 bis jetzt von dort bekannten Arten sind nicht weniger 
wie acht dieser Inselgruppe eigentümlich. Im AA'esten schließt sich 
an den Indo- Australischen Archipel ein Gebiet, daß nur w^nig ver- 
schiedene Arten besitzt und sich von Indien bis Ostafrika erstreckt, 
mit Ausnahme von Madagaskar. Die Grenze gegen den Indo- Austra- 
lischen Archipel läuft an der W^estküste Sumatras entlang. Daher er- 
klärt sich auch, daß wir an der W^estküste Sumatras zum Teil andere, 
vikariierende Foimen finden als an der Ostküste (z. B. Heniochus 
varkis (C. V.) Ostküste, Heniochus jüeurotaenia E. Ahl Westküste, 
Chaetodon trifasciatus M. P. typ. Ostküste, C. fri/asciatvs caudif':<aciafus 
E. Ahl Westküste, (7. unimaculatus Bl. typ. Ostküste. C. unimanäatus 
int('rni])tus E. Ahl Westküste. C. tdietensis C V. Ostküste, C. falcula 
Bl. Westküste, C. triangulum haroncssa C. V. Ostküste, C. triangxdnni 
V. typ. Westküste usw^). Das Indisch- Afrikanische Gebiet gelit 
im Westen an der Küste Ostafrikas entlang bis an die Somaliküstc 
und zum Cap Guaidafui. Nacli Norden zu wird es begrenzt durch, 
den Golf von ]kngalen und Vorderindien: das Arabische Meer bezw. 
die Küste von Arabien gehört anscheinend nicht zu diesem Gebiet, 
doch ist leider davon zu wenig (nur eine Art) bekannt, um mit Be- 
stimmtheit etwas aussagen zu können. Eigentümlich ist auch das?, 
gänzlich'-* Fehlen von Chaetodon im Peisi.schen G{>lf, der doch ähnliche 



Zur Kenntnis der Knochenfisclifamilie Cliaetodontidae usw. 



189 



Bedingimgen wie das Rote Meer bietet. Wahrscheinlich liegt hier 
der Mangel an unserer leider noch großen Unkenntnis der Fischfauna 
dieses Gebietes. 

Auffällig ist die verhältnismäßig große Zahl aer um Madagaskar 
und Mauritius vorkommenden uno. füi diese Inseln charakteristischen 
Arten, die zusammen mit den umliegenden Inseln einen eigenen 
FauneuKieis bilden. 

Wie kaum anaers zu erwarten, hat auch das Rote Meer, das ja 
nur durch einen verhältnismäßig schmalen Zugang mit dem Indischen 
Ozean in Verbindung steht, eine erhebliche Anzahl für dessen Fauna 
bezeichnender Arten. Yon den 11 dort heimischen Formen sind nicht 
weniger als 7 endemisch. 

Wenn wir ui^s jetzt wieder dem Stillen Ozean zuwenden, so werden 
wir überrascht sein, im Norden des Indo- Australischen Archipels, 
nämlich im Japanischen Meer, eine eigene Region zu finden. Von den 
22 dort gefundenen Arten sind nicht weniger wie 10 für die dortige 
Fauna charakteristisch. 

Das der Ostküste von Australien vorgelagerte große Wallriff" 
hat auch seine eigene Chaetodontenfauna. Von den 17 dorther be- 
kannten Formen sind 13 Arten in dieser Region heimisch. Dieses 
große Ostaustralische Wallriff wird uns noch sehr viele Überraschungen 
bieten, da bisher jede von dort kommende Sammlung fctst stets eine 
oder mehrere neue Arten gebracht hat. Das Sammeln auf Korallen- 
riffen bietet ja naturgemäß außerordentlich große Schwierigkeiten, 
so daß es uns nicht wunder nehmen darf, wenn wir immer noch mit 
neuen Arten dieser Familie bekannt gemacht werden. Ja, ich Wd.ge 
sogar zu behaupten, daß cie Fülle der Chdetodontenarten eine weitaus 
größere ist, als gewöhnlich angenommen wird, una daß unsere Arten- 
kenntnis noch bedeutend zunehmen wird, besonders bei der einmal 
erfolgenden Bearbeitung der weiter östlich in den Stillen Ozean sich 
erstleckenden Inseln und Inselgruppen, von denen sehr viele, wie 
z. R. aie Lord- Howe-Insel, cie bei vier dort vorkommenden Arten 
nicht weniger wie drei eigentümliche hat, einen eigenen Faunenbezirk 
bilden werden. Leider ist die J^ischfauja aieser I iseln so gut wie 
unbek-.n/it. 

Eine gäazlich andere Fauna, die fast eine Zwischenstellung 
zwischen dem lado-Paci fischen und dem Atlantischen Ozean annimmt, 
besitzt die pacifische Küste Mittel-Amerikas. Die drei bis vier von 
dort bekannten Arten kommen nirgends sonst vor. 

Wenn wir nun zum G-ebiet des Atlantischen Ozeans übergehen, 
so können wir dort auch wieder zwei oder besser noch drei Unter- 
gebiete unterscheiden. Das erste ist W^estindien, das zweite die West- 
küste von Arfikci von Cap Verde bis zur Küste von Guinea, und als 
orittes könnte man St. Helena und die Insel Ascension betrachten. 
Zu dem Atlantischen Faunengebiet müßte man auch noch aie aus- 
gestorbenen Arten im Gebiet des Monte Bolca rechnen, die jct bei der 
Verbreitung una den Wanderwegen nicht außer acht gelassen werden 
dürfen. 

5. Heft 



190 



Ernst Ahl: 



Eho ich zur Frage des Entstehungszentrums und der Wanderungen 
komme, werde ich nicht umhin können, auf die Mittel der Verbreitung 
und deren Hemmnisse einzugehen. AL Mittel zur Verbreitung kämen 
hier nu^- zweierlei in Betracht, und zwar die Eigenbewegung und die 
Meeresströmungen. Verschleppung durch irgendwelche natürlichen 
oder künstlichen Mittel scheint mir ausgeschhjssen. \A as die Eigen- 
bowegung betrifft, so handelt es sich hier um schlechte und plumpe 
Schwimmer, die sich nie weit von den Küsten entfernen und aie sich 
nur in den oberen Regionen des Wassers aufh<i.lten. Um sich nun 
weiter zu verbreiten, ist es notwendig, daß eine Küste, oder zum 
mindesten doch eine Kette nicht allzuw^eit von einander liegender 
Inseln vorhanden ist. Das zw^eite Mit;:el, das zu einer Verbreitung 
dienen könnte, wären die Meeresströmungen. Für erw^achsene Tiere 
kommt diese w^ohl so gut wie garnicht in Betracht, denn erstens einmal 
haben wir gar keine so starken Strömungen, die aiese Fische mit 
sich reißen könnten, ohne daß deren Eigenbew^egung dagegen an- 
kämpfen könnte, und dann spielt zw^eitens eine langsame Strömung 
so gut wie gar keine Rolle. Betrachtet man allerdings die Jugendformen, 
so erscheint deren Verschleppen durch Meeresströmungen wohl nicht 
ganz ausgeschlossen. Leider wissen wir über das Fort])fIanzungs- 
geschäft der Chaetodonten garnicht s, doch darf man w^ohl annehmen, 
daß diese Fische, wie ja w^ohl die meisten Peiciformes, Brutpflege üben. 
Wenn diese Tiere freischwimmende Eier hervorbrächten, wäre die 
jMöglichkeit einer Verschleppung durch Meeresströmung j«* außei- 
ordentlich groß, dagegen spricht dann allerdings das vielfach nur ganz 
beschränkte Vorkommen einer Ar!: auf einer ganz kleinen Inselgruppe. 
Ferner ist noch nie ein junger Chaetodont pelagi.^ch treibena gefunden 
worden, sondern auch die kleinsten bekannten Tierchen sind stets 
auf Korallenbänkon gefangen worden.^) Ich glaube also, bei den 
Wanderungen der Chaetodonten den verschiedenen Meeresströmungen 
nicht den Wert zumessen zu können, den diese bei andern Tierstämmen 
mit freischwimmenden Larven (z. B. Riffkorallen, Würmer usw.) 
besitzen. 

Als ein Hemmnis der Verbreitung käme, neben den Landmassen 
wohl als wichtigstes das der großen Meerestiefen in Betracht. Die 
Chaetodonten sind Bewohner des Litorals und so schlechte Schwimmer, 
daß ihnen die tTbe»*querung vschon einer b: eiteren Meeresstraße zur 
Unmöglichkeit wird. Die großen und tiefen Weltmeere bilden daher 
für sie unüberschreitbare Grenzen. 

Als zweites Hemmnis käme noch die Temperatur in Betracht. 
Es handelt sich bei den Chaetodonten um rein tropische Formen 
der Meere mit geringer Amplitude. Sie sind nicht imstande, die ge- 
mäßigten und kalten Breitengrade zu besiedeln. Von einigem Einfluß 

In Smiths. Rep. 1918, p. 486, pl. 4. fig. 1 gibt Longley eine Unterwasser- 
photographio des Chaetodon ocellatus Bl.. mit der Unterschrift: These dainty 
little Fishes are commonly seen in pairs as shown. Auch aus diesem paarw'ciseli 
Zusammenleben geht hervor, daß sie höchstwahrscheinlich bnitpflegend sind. 



Zur Kenntnis der Knoclienfischfamilie Cliaetodontidae usw. 191 



ist auch der »Salzgehalt des Wasser«. Nur sehr wenig Formen (v^on 
aen Arten der Unterfamilie Chaetodontinae eigentlich nur Chelmon 
rostratus L.) sind imstande, rn Flußmündungen einzudringen, alle 
anderen sind, ebenso wie die Riffkorallen, gebunden an eine bestimmte, 
nicht zu geringe Salzmenge des Meereswassers. 

Als Entstehungszentrum dieser Gruppe betrachte ich den Indo- 
australischen Archipel, insbesondere die Gegend um die Molukken. 
Von den elf Gattungen fehlen hier nur drei, nämlich Prognathodes 
aus Westindien, Chelmonofs und Vinculum von der Ostküste 
Australiens. Von diesen drei Gattungen vertritt Prognathodes die 
Gattung Forcifiger in Westindien, aus der sie sich auch wahrscheinlich 
entwickelt hat. Chelmonops bildet den Übergang von Chelmon zu 
Chaetodon und hat sich anscheinend aus ersterer Gattung entwickelt, 
die sie in ihrem Heimatgewässer vertritt. Anders verhält es sich mit 
der Gattung Vinculum. Diese ist in verschiedener Hinsicht so hoch 
spezialisiert, daß eine direkte Ableitung aus irgend einer Form kaum 
angängig erscheint. Wie schon erwähnt, nehme ich an, daß Vinculum 
mit Microcmithus auf denselben Ursprung zurückgeht. Vinculum 
ist eine Gattung, die sich schon sehr frühzeitig an isolierter Stelle 
ausgebildet haben muß. 

Wenn wir uns zuerst einmal die Besiedelung des Indo-Pacifischen 
Gebietes betrachten, so glaube ich über die Wanderungen im Indo- 
australischen Archipel nicht allzuviel sagen zu müssen, denn in dem 
früher ja noch weit mehr zusammenhängenden ungeheuren Inselmeer 
war es ja ein leichtes, voll einer Inselgruppe zur anderen zu gelangen. 

Anders verhält es sich mit der Verbreitung nach Westen zu. Um 
an die afrikanische Küste zu gelangen, w^ären drei Wege denkbar. 
Der erste, anfangs am sichersten scheinende, führt an den Kontinenten 
über Indien, Persien, Arabien nach Afrika. Der zweite würde über 
eine Land- oder Inselbrücke gehen, die sich von Vorderindien über 
Madagaskar nach Afrika erstrecld, und der dritte ginge an der Nord- 
küste des ehemaligen Gondwanalandes entlang. Der erste Weg ist 
nicht eingeschlagen wwden, denn, wie schon erwähnt, kennen wir 
noch keine Chaetodonten von der persischen Küste (was allerdings 
ein Vorkommen derselben nicht ausschließt), und dann werde ich an 
Hand der Formengruppe des Chaetodon trifasciatus M. P. zu zeigen 
versuchen, daß dies nicht der Fall ist. Der dritte Vy^eg scheint mir 
auch nicht sehr wahrscheinlich, da er nicht das Vorkommen von 
Chaetodon auf Madagaskar, Mauritius, den Seychellen usw. erklärt. 
Es bleibt also nur der zweite Weg, der eine Land- oder zum mindesten 
Insclverbindung zwischen Vorderindien, Madagaskar und Ostafrika 
voraussetzt. Von dieser alten Verbindung sind ja auch jetzt noch 
Reste vorhanden, die wir als die Inselgruppen der Seychellen, Admi- 
ranten, Malediven usw. kennen. Das Vorkommen so vieler eigentüm- 
licher Arten um Madagaskar und Mauritius würde dadurch zu erklären 
sein, daß hier besonders günstige Lebensbedingungen vorlagen, die 
die Entstehung einer Anzahl von z. T. sehr spezialisierten Arten 
ermöglichten. Als Beweis für diesen Wanderweg will ich hier nur, 



S.Heft 



19^2 



Ernst Ahl: 



als das beste und treffenastc Beispiel, den Formenki-eis des Chaetodon 
trifa^ciatiis M P anführen Wenn wir als Entstehungszentrum aieser 
Art den Indo-^lahi vi sehen Archipel betrachten, so können wir die 
dort vorkommende Form als die subsp. t^ p. betrachten. Diese Form 
zeichnet sich diircli dunkle Flossen aus, an deren Basis ein schwarzer, 
hell eingefaßter Streifen liegt. (Ich führe nur hier dieses eine Merkmal 
an, um das Beispiel nicht unnötig zu erschweren, da die andern Merkmale 
sich ganz entsprechend verhalten.) Die Exemplare westlich von 
Sumatra, der Westküste von Hinterindien, Bengalen, Vorderindien, 
Madagaskar, iMauritius und der ostafrikanischen Küste bis zur Somali- 
küste zeigen ganz helle Flossen mit demselben schwarzen Band an 
deren Basis (subsp. candifasciatus E. Ahl). Bei den Stücken aus dem 
Koten Meere ist dieses schwarze Band so verbreitert, daß e^' fast die 
ganze Flosse einnimmt und die ursprüngliche helle Färbung auf die 
Randpartien zurückdrängt (subsp. austriacus Rüpp.). Und endlich 
beschrieb Steindachner von der Arabischen Küste bei Macalla 
einen Chaetodon trifasciaius, bei dem die schwarze Färbung der Flossen 
auch auf den Körper übergeht, so daß die eigentliche Körperfärbung 
des Fisches sich nur in der Mitte der Körperseiten erhält imd ri/igs- 
herum von einer scharf abgesetzten schwarzen Farbschicht umrahmt 
wird, (subsp. arah'ca Stnd.). Diese Art zeigt uns augenscheinlich am 
besten und sichersten, wie wir uns die Besiedlung dieser Meeresteile 
mit Chaetodon zu erklären haben. Sie sind höchst wahi scheinlich an 
der Küste von Bengalen und Vorderinidien entlang gewandert, bis 
zu der I^andbrücke, die einst Vorderindien mit Madagaskar und Afrika 
verband. An dieser Brücke entlang kamen sie nach Afrika, von wo 
aus sie das Rote Meer eroberten imd anscheinend jetzt im Begriff 
stehen, die Küste von Arabien und Persien zu besiedeln. Es ist nur 
zu bedauern, daß von der Fischfauna der Küsten von Persien und 
Arabien so gut wie nichts bekannt ist, so daß wir hier lediglich auf 
Vernmtungen angewiesen sind. 

Die Besiedelung des großen ,, Wallriffes" von Australien hat 
sich selbstverständlich von Norden her von den dort gelegenen Insel- 
gruppen aus vollzogen, nur muß diese Verbindung schon sehr früh 
abgebrochen worden sein, so daß sich jetzt fast nur Arten vorfinden, 
die für dieses Gebiet charalcteristisch sind. Dasselbe gilt für die Lord- 
Howe-Inseln und wahrscheinlich auch für alle jene weit "östlich vor- 
geschobenen Inselgruppen des Stillen Ozeans. 

Wenn wir die Westküste des c-ropischen Mittel-, Süd- und Nord- 
amerika betrachten, fällt uns deren verhältnismäßige große Armut 
an Chaetodonten auf,. Bekannt sina von dort 3 —4 Arten, die ein 
ziemlich großes pazifisches Gepräge tragen. Es sina dies: Forcifiger 
flavissimus Jordan u. Mc Gregor, der eine vikariieren.de Art zu F. 
longirostris (Biouss.) aus dem Indo-australischen Archipel dai stellt, 
Chaetodon humeralis Gthr., dessen nächste Verwandten C. sehne Blkr. 
im Indo-Malayischen Archipel, und C. aya Jordan in Westindien 
beheimatet sind, und der a.lso eine Brücke zwischen diesen beiden 
Gebieten schlagen würde, und dann C. nigrirostris (Gill.), der sehr 



Zur Kenntnis der Kuochenfisclifamilie Chaetodontidae usw. 



193 



nahe verwandt mit dem westindischen C. aya Jordan ist, und der 
zu dem ebenfalls westindischen C. ocellatus Bl. hinübcrleiten würde. 
C. eques Stdr. der ungefähr in der Mitte zwischen C. aya Jordan und 
C. niqrirostris (Gill) steht, möchte ich hier übergehen, da seine Fundoits- 
angabe ,,Mittelamerikv«" nicht zeigt, ob er von der Ost- oder West- 
küste Amerikas stammt. Aller \VahrscheinlichKeit ist die Wander- 
straße nach Amerika über eine Brücke gegangen, von der noch jetzt 
die Pfeiler bestehen in den Paumotu- Inseln, der Oster-Insel, Sala-y- 
Gomez, und den Galapagos-Inseln, welcher W^eg ja von Sternfeld 
(zur Tiergeographie Papuasiens und der pazifischen Inselwelt, Abh. 
Senckenb. Ges. Bd. XXXVI, Heft 1) auf Grund von Untersuchungen 
an Reptilien und Amphibien viel eingehender geschildert' wurde, als ich 
es auf Grund der geographischen Verbreitung der Chaetodonten tun kann. 

Betrachten wir die westindische Chaetodontenfauna, so fällt es 
vor allem auf, daß wir keine einzige Art im Atlantischen Gebiet haben, 
die auch dem Indo-pd,zifischen Gebiet eigen wäre. Und doch mwS> 
eine Verbindung zwischen dem westindischen und dem pazifischen 
Gebiet bestanden haben, denn die Verwandtschaftsverhältnisse der 
Chaetodonten zeigen deutlich, daß die westindischen Arten von den 
Indo-pazifischen abstammen bezw. mit ihnen in einem Stamm zu- 
sammenlaufen. W^enn wir uns die westindischen Formen ansehen 
und mit den Indo-pazifischen vergleichen, so kommen wir zu folgendem 
Ergebnis. Die in Westi:idien vorkemmende Gattung PrognatJiodes 
mit der einen Art amleatus (Poey) ist sehr nahe verwandt mit der 
indo-pazifischen Gattung Forcipiger, mit der sie wahrscheinlich in 
einem Anfangsglied zusammenläuft. Der westindische Chaetodon 
sedentarius Poey steht ungefähr in der Mi':te zwischen C. mitratus Glhr 
und C rohustus Gthr. die beide wahrscheinlich dem indo-australischen 
Gebiet angehören Chaetodon striatus L ist sehr nahe verwandt mit 
C. tricinctus Waite von der I^ord- Howe-Insel. C. capistratus L. steht 
ziemlich isoliert da, er bildet ja auch eine besondere Sektion (Hemi- 
chaetodon Blkr.) innerhalb der Gattung Chaetodon, die allerdings nahe 
verwandt ist mit der Sektion Chaetodontops Blkr., von der sie sich 
aller Wahrscheinlichkeit nach ableitet. Chaetodon aya Jordan ist- 
verwandt mit C. humeralis Gthr. und C. nigrirostris Gill, beide von der 
westamerikanischen Küste, und leitet sich, ich möchte fast sagen 
in direkter Linie von C. niqrirostris (Gill) ab. Ebenso gehen wohl 
die westindischen Arten C. ocellatus BL, C. ataeniatus (Poey) und 
C. unicolor Sauv. mit dem westamerikanischen C. humeralis Gthr. 
auf dieselbe Stammform zurück. Daß wir hier im westindischen 
Gebiet sogar eine eigene Gattung, Prognathodes, haben, ist nicht 
weiter verwunderlich, da die Verbindung des Atlantischen Ozeans 
mit dem Indisch-Pazifischen sehr alten, wahrscheinlich eozänen 
Datums ist. Diese Verbindung muß schon im frühesten Eozän^) 

^) Diese Verbindung soll bis ins Pliozän hinein bestanden haben; sie muß 
aber zu einer Zeit unterbrochen worden sein, welche hinreicht, um für alle ein- 
gewanderten Formen die Ausbildung neuer Arten zu gestatten. 

Archiv für Naturgeschichte. 

1923. A. 5. 13 5. Heft 



Ernst Ahl: 



existiert haben, denn wir finden in dessen unteren Ablagerungen 
in Europa, im Gebiet des Monte Bolca, schon Chaetodonten, die, wie 
ich weiter unten zu zeigen versuchen werde, aus dem westindischen 
Gebiet eingewandert sein müssen. 

Der W eg zwischen denbeiden Weltmeeren ging aller Wahrscheinlich- 
keit nach nicht über den jetzigen Panamakanal, sondern höchst walir- 
scheinlich etwas weiter nördlich in den Golf von Mexiko. Dies wurde 
besonders von Kükenthal an Hand der Octokorallen gezeigt. Die 
Korallen eignen sich zu derartigen Untersuchungen ganz besonders, 
da sie erstens einmal im ausgebildeten Zustand keine Eigenbewegung 
haben und ilire Larven zweitens von den Meeresströmungen nach 
anderen günstigen Orten verschleppt werden können. A\ ie nun aus 
der Verwandtschaft der Korallenfornien hervorgeht, muß eine, wenn auch 
geringe Strömung vom Pazifischen zum Atlantischen Ozean hinüber- 
gegangen sein, mit der die Korallenlarven leicht von dem einen in das 
andere Weltmeer getragen werden konnten. Auch aus den Verwanat- 
schaftsverhäilnissen der Octokorallen geht hervor, daß diese Verbindung 
nicht lange bestanden haben kann, denn die Anzahl der Arten, die 
diesen Weg benutzt haben, ist verhältnismäßig gering. 

Die nächste uns interessierende Frage dürfte die Besiedelung 
der Westküste Afrikas mit Chaetodonten sein. Bekannt sind von dort, 
von der Guineaküste, zwei Arten, die sich direkt von C. striafus L., 
einer der häufigsten Arten Westindiens, ableiten lassen. Aller Wahr- 
scheinlichiceit nach bestand zu der Zeit, als die Chaetodonten anfingen, 
das westindische Gebiet zu besiedeln, noch eine sehr lockere, wahr- 
scheinlich nur aus einer Inselkette bestehende Landverbindung mit 
Afrika, so daß es nur dieser einen, oder sehr wenigen Formen, die sich 
erst in Afrika selbst gCvSpalten haben mögen, gelimgen ist, die west- 
afrikanische Küste zu erreichen. Diese insuläre Verbindung muß aber 
dann sehr bald abgebrochen worden sein, da doch sonst wolil auch noch 
andere Arten diesen bequemen Verbreitungsweg beschritten haben 
würden. Der Funcc im Gebiet des Monte Bolca aus dem Eozän ließ(^ 
sich auch auf diese Weise leicht erklären, indem die Chaetodonten 
an der westafrikanischen Küste entlang gegangen sind, und dann 
nördlich die Korallenriffe im Gebiet der heutigen Alpen besiedelteji. 
Ln Süden erreichten sie dann das Gebiet der heutigen Insel St. Helena 
und Ascension, die mit dem afrikanischen Festland im Zusammenhang 
gestanden haben müssen, denn von den beiden dort vorkommenden 
Arten, Chaefodon Sanctae Helenae Gthr. und C. dichrous Gthr. läßt 
sich die erstere von den westafrikanischen Alten C. hoefleri Gthr. 
und C. luciae Rochbr. ableiten. C. dichrous Gthr. ist zwar in etwas 
anderer Richtung spezialisiert, zeigt aber den morphologischen Typus 
der westamerikanisch-westindischen Formengruppe C. nifjrirostn's 
Gill. — eques Stdr. — aya Jordan, von der er sich auch wohl ableitet. 
Im Gegensatz dazu läßt sich C. Sanctae- Helenae in folgender Weise (und 
damit auch den Weg der Besiedlung zeigend), gut ableiten: C. tricinctns 
Waite (Lord-Howe-Insel). C. striatm L. ÜVestindien), C. hoe/leri Stdr. 
(Cap Verde), C. luciae Rochebrune (Guinea), C. Sanctae Helenae 
(St. Helena). 



2ur Keuutuis der Kuocheufisclifamilie Chaetodoutidae usw. 



195 



Indo- Pazifischer Ozean 



^ ja 
fe i ta !: 
o !- 

CO 



'S « I 

CO ?, 



-3j 



5 



Atlantischer Ozean 



" CO 



Forcipigcr longirostris (Bronssonet) . 
„ flavissimiis Jordan & Mc. 

Gregor 

Prognathodes aculeatus (Poey) . . 
Chelmon rostratiis (Linne) typ. . . 
„ rostratus (L.) marginalis 

Richardsüu 

„ mülleri Klunziiiger . . . 
„ ? pulcher Steindachner . . 
Chelmonops truncatus (Kiier) . . . 

„ trochilus (Günther) . . 
Farachaetodon ocellatus (C. & V.) 

„ toionleiji (De Vis) . . 

Vinmlum sexfascidftum (Richardson) 
Microcanthus strigatus (Langsdorf) . 
Heniochus variiis (C. & Val.) . . . 
„ pleurotaenia E. Ahl . . 
„ singularius Smith & 

Radcliffe 

„ monocerns C. & V. . . . 
„ chrysostomus Parkinson . 
„ intermedius Steindachner 
„ macrolepidotus (Linne) . 
Hemitaurichthys polylepis (Bleeker) 
„ zoster (ßennet) . . 

Coradion chrysozonus (Kühl & 

V. Hasselt) 

„ melanopus (C. & V.) . . 
Chaetodon meyeri Bloch & Schneider 
„ ornatissimus Solander . . 
„ hlackburni Desjardins . . 
„ luctuosus C. & V. . . . 
„ plebejus Broussonet . . . 
„ macidiceps (Ogilby) . . 
,) trifasciatus Mungo Park 

typ 

,1 trifasciatus M. P. caudi- 
fasdatus E. Ahl 

„ trifasciatus M. P. austri- 
acus Rüppell 

), trifasciatus M. P. arahica 
Steindachner 

>, lunulatus Qnoy & Gaimard 



-I- 



+ 



+ 



+ 

+ 

+ 



+ 
-f- 
+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



13* 



Heft 



196 



Ernst Ahl: 



Indo Pazifischer Ozean 



«2 



u 

< 



Atlantischer Ozean 



Chaetodon fallax E. Ahl . . . 
„ ephippium C. & V. . . 

x(inthocephalus Beiinett 

nigropunctatus Desjardins 
„ semeion Bleeker . . . 
„ decoi'atiis E. Ahl . . . 
„ leucopleura Gthr-Playfair 

leucapygus E. Ahl . . 
„ fremblii Beunett . . . 

bennetti C. & V. . . . 
„ speculum Kühl & v. Hasselt 
„ zanzibariensis Günther & 

Playfair 

„ ocelb'fer Franz . . 

carens Seale . . . 
„ nippon Düderlein . 
„ daedalma Jordan & Fowler 
„ decipiens E. Ahl . . . 
„ howensis Waite . . . 
„ notophtJialmus E. Ahl . 
„ modestus Temminck & 

Schlegel 

„ aureofasciatus ^Macleay 
„ octofasciatuf Bloch . . 
„ flavirostris Günther . 
„ corallicola Snyder . . 
^ mitratus Günther . . 
„ sedentarius Poey . . 
„ robustus Günther . . 
„ tricinctus Waite . . . 
„ striatus Linne . . . 
„ hoefleri Steindachner . 
„ luciae Rochebrune . . 
„ Sanctae Helenae Günther 
„ dichroua Günther . . 
„ melanopterus Guichenot 
„ trichroHS Günther . . 
„ maculatus Lienard . . 
„ miliaris Quoy & Gaiinard 
„ garetti E. Ahl . . 
„ pundulatus E. Ahl . 
„ güntheri E, Ahl . . 



+ 



+ 



+ 



4- 



+ 



+ 



+ 



Zur Kenntnis der Knoclienfischfaniilie Chaetodontidae usw. 



197 



Indo-Pazifischer Ozean 



^.-2 15 i 



«3 * 

Sa 



Atlantischer Ozean 



Chaetodon dolosus E. Ahl . . . 
„ guttatissimus Bennett , 
„ punctatofasciatus C. & V 

typ 

„ pundatofasciatus C. & V 

multicinctus Garrett . . . 
„ pelewensis Kner typ. . 
pelewensis Kner germanus 
De Vis 



citrindlus Broussenet typ, 

citrinelliis Br. nigripes De 
Vis 

guadrimaculatus Gray 

oceUipinnis Macleay 

capistratus Linne . 

dorsiocdlatus E. Ahl 

adiergastos Seale 

hella-maris Seale 

lunula (Lacepede) 

fasciatus Forskäl 

selene Bleeker 

humeralis Günther 

aya Jordan . . 

eques Steindachner 

nigrirostris (Gill) 

ocellatus Bloch . 

ataeniatus (Poey) 

unicolor Sauvage 

dayi E. Ahl . . 

obscurus Boulenger 

melanotus Bloch & 
Schneider 

ocellicauda C. & V. . 

reinwardti Kaup. . 

auripes Jordan & Snyder 

nigropunctatus Sauvage 

collare Bloch .... 

unifasciatus Gronow . 

reticulatus C. & V. . . 

unimaculatus Bloch typ 

unimaculatus Bl. inter- 
ruptiis E. Ahl 



+ 



+ 



-f- 



+ 
+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 
+ 



5- Heft 



198 



Ernst Ahl: 



Indo-Paziftscher Ozean 



J Ol ® 



Ii 



Atlantischer Ozean 



M 00 



Chaetodon unimaculatiis 131. sphenos- 

pilus Jenkins 

„ dahin E. Abi . . . . . 

„ Ideini Bloch 

„ melanopoma Günther & 

Playfair , 

„ auriga Forskäl typ. . . 
„ auriga Forskäl setifer Bloch 
„ decussatiis C. & V. , . 
„ vagahundus Linne . . . 
„ rafflesi Bennett .... 
,, assarius Waite . . . , 

„ dixoni Regan 

„ chrysurns Desjardins typ. 
„ chrysurus Desj. pauci- 

fasciatus E. Ahl 

„ chrysurus Desj. madagas- 

cariensis E. Ahl 

„ chrysurus Dej. xantJiurus 

Bleeker 

„ mertensi C. & V. ... 
„ argentatus Smith & 

Radcliffe 

„ semilarvatus Ehrenberg . 
„ lineolatus Qnoy & Gaimard 

„ dizoster C. & V 

„ falcula Bloch 

ulietensis C. & V. typ. 
,, ulietensis C. & V. aurora 

De Vis 

„ meaoleucus Foiskäl . . . 
„ triangulutn C. & V. typ. . 
„ triangulnm C. & V. 

baronessa C. & V 

„ larvatus Ehrenberg . . . 

strigangulus Solaiulcr . . 
„ aphrodite Ogill)y . . . 



+ 



+ 



4 



+ 



+ 



+ 

-f 



+ 



+ 



Es verteilen sicli also :\nf die ein- I 
zelnen Gebiete 140 Arten: . .120 



52 



36126 



14 1 1 



9'> 



17 



4 3-418—9 2 



V. Lebensweise. 



Da« Vorkommen von Chactodonten ist eng an das Leben an den 
Korallenriffen angepaßt. Nur äußerst wenige Arten machen hiervon 



Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae usw. 



199 



eine Ausnahme, indem sie in das Brackwasser der Flußmündungen 
hinaufsteigen. Die überwältigende Mehrzahl aber sind Bewohner 
von Korallenriffen oder schroff aus dem Meere heraufsteigender Felsen- 
küsten. Ihre Nahrung besteht wohl zum größten Teile aus animalischer 
Kost, doch mögen sie auch hier und da pflanzliche Beimischung nicht 
verschmähen. Die spitze Schnauze der meisten Arten ermöglicht 
diesen, ihre Beute aus den engen Spalten und Röhren herauszuholen, 
an denen die Korallenbauten ja so überreich sind. Nach Beobachtungen 
in der freien Natur schwimmen die flachen Tiere vorwiegend durch 
Schlängelung des Körpers und der mit ihm fest verschmolzenen Rücken- 
und Afterflosse. Die kleine fächerförmige und an einem schwachen 
Stiele sitzende Schwanzflosse hat sehr an Bedeutung verloren. Die 
Tiere wedeln damit wie kleine Hunde, was ungemein drollig aussehen 
soll. Auch die Brust- und Bauchflossen sind in fortwährender Bewegung, 
um den platten Körper im Gleichgewicht zu halten. Alles dieses zeigt, 
daß die Fische vollständig an die besonderen Lebensbedingungen der 
Korallenbänke angepaßt sind und außerhalb derselben wahrscheinlich 
sich schlecht zu helfen wissen. Man kann auch beobachten, daß sie 
sich instinlrtiv in der Nähe der Felsen halten und niemals weiter ins 
freie Wasser hinausschwimmen. Fast ohne Ausnahme halten sich 
alle Chaetodonten in den oberen Schichten des Wassers auf, nur sehr 
wenige gehen in die Flüsse stromaufwärts. 

Die meisten, insbesondere die prachtvoll gefärbten Arten der 
Familie, finden sich regelmäßig in der Nähe der Riffe und über Un- 
tiefen, spielen hier im Sonnenschein lebhaft miteinander unc scheinen 
sich darin zu gefallen, ihre Pracht zur Schau zu bringen. Ihre Schönheit 
wird durch die Bewegung noch bedeutend erhöht und deshalb sprechen 
alle Beobachter, die sie lebena sahen, miL Entzücken von ihnen. Im 
Roten Meere bemerkt man sie, laut v. Heuglin, hauptsächlich in den 
Klüften oder brunnenartigen Einsenkungen zwischen den Korallen- 
riffen, die auch bei hohem Seegange ruhiges und klares Wasser behalten, 
und die mit einem förmlichen Walde von Korallenästen bestanden 
sind. Die zwischen den Riffen sich aufhaltenden Fische umspielen 
die Korallenstämme in ähnlicher Weise wie Laubsänger die Bäume 
umflattern. Scharenweise stehen sie einige Augenblicke vor einem 
verzweigten Aste still, schießen dann plötzlich ruckweise vor, bohren 
oder beißen an den tierischen Blüten und eilen, alle wie von einem Geiste 
beseelt, schnell einer anderen Stelle zu, hier dasselbe Spiel, dieselbe 
Jagd von neuem beginnend. Klunzinger scheint zu glauben, daß 
sie weniger der Korallentiere als der auf deren Stöcken wachsenden 
Algen halber sich zwischen den Korallenbänken aufhalten, und gibt 
an, daß sie Algen fressen, widerlegt jedoch auch v. Heuglins Angabe 
nicht. Kner fand auch im Magen von ihm sezierter Stücke Reste 
von kleinen Krebstieren usw.. sodaß man, wohl mit Recht, annehmen 
kann, daß sie in der Hauptsache Fleischfresser sind, nebenbei aber, 
wie viele Cichliden, auch Pflanzenkost nicht verschmähen. 

Vhei die Fortpflanzung aller dieser, schönen Arten ist nichts bekannt. 

Klunzinger gibt an, daß sie selten gefangen werden, weil sie 
nicht anbeißen, und sich bei der geringsten Beunruhigung in die un- 

5.Ueft 



200 



Ernst Ahl: 



zugäügliclihteu liibse und Klüli:e der Koiailtnbauten zurückziehen. 
Mehrere Arten der Familie werden eifrig verfolgt, weil man ihr Fleisch 
ungemein schätzt, andere Arten dagegen werden verschmäht. Mehrere 
Arten erfahren ihrer schönen Zeichnung halber förmliche Verehrung 
seitens der eingeborenen Fischer. Andere werden getrocknet oder zu 
Asche verbrannt und sodann als Heilmittel verwendet. 

Die Färbung dieser ,, Paradiesvögel des Meeres", wie sie der 
alte Brehm so treffend bezeichnet, wird stets als Schutzfärbung 
und Anpassung an die bunte Pracht der Korallenwiesen gedeutet. 
Ohne dieser bis zu einem gewissen Grade wohl gerechtfeitigten Meinung 
entgegentreten zu wollen, glaube ich, auch auf eine andere Weise 
die bizarre Formen- und Farbenfreudigkeit erklären zu können. Da 
es größeren Räubern nicht gut möglich ist, den kleineren und gewandteren 
Fischchen, die sich zudem nie weit aus dem sicheren Schutz der Kiffe 
entfernen, in die Win-nisse und Schluchten der Korallenbauten zu 
folgen, so genießen diese Korailenfische einen verhältnismäßig guten 
Schutz vor größeren Räubern. Auf diese Weise ist der Natur der 
weiteste Spielraum zur Entfaltung einer eigentümlich gestalteten 
und farbenfreudigen W>lt gegeben worden. Diese Vermutung bestätigen 
auch alle Beobachter, die das Glück hatten, diese Tiere lebend in ihren 
heimatlichen Gewässern sehen zu können. Allegebei sie übereinstimmend 
an, daß sie diese Fische schon von weither durch das Wasser schwimmen 
gesehen haben, und daß sie durch ihre auffallende Färbung schon 
in größerer Entfernung die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Diese 
allgemein gemachte Beobachtung würde also gegen die erste und 
allgemein verbreiterte Ansicht der unbedingten Schutzfärbung sprechen, 
w^ogegen sich dies mit der oben von mir geäußerten Meinung gut 
vereinbaren lassen würde. Doch dürfte in dies^^r Sache, ob Srhutz- 
oder zufällige Färbung, noch lange nicht das letzte Wort gesprochen 
sein, zumal gerade die Erforschung der an Lebensformen und Lebens- 
bedingungen so reichen Korallenriffe und ihrer Bewohner noch in den 
allerersten Anfängen steckt. 

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5. Heft 



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Archiv für Naturgeschichte 1923. Abt. A. 



Heft 5. 



Taf. I. 




Ernst Ahl: Zur Kenntnis der Knochenfischfanailie Chaetodontidae, 
insbesonilere der Unterfarailie Chaetodontinae, 



Archiv für Naturgeschichte 1923. Abt. A. Heft 5. 



Taf. II. 




Ernst Ahl: Zur Kenntnis der Knochenfischfamilie Chaetodontidae, 
insbesondere der Unterfamilie Chaetodontinae. 



Zur Kenntnis der Kuochenlischfamilie Chaetodontidae usw. 



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Verzeichnis der Abbildungen. 

Tafel I. 

Fig. 1. Chaetodon dorsiocellatus 'E. Ahl, 3,1 cm, Tyipe, Ga.t.-'No.204:lQ. 

Fig. 2. Chelmonops trochilus (Günther), 15,6 cm, Cat.-No. 5039. 

Fig. 3. CÄaeto(io/i c^aWi E. Ahl, 2,9 cm, Type, Cat.-No. 20417. 

Fig. 4. Chaetodon triangulum Kühl u. v. Hass., 9,3 cm, Cat.-No. 14639. 

Fig. 5. Heniochus pleurotaenia E. Ahl, 13,6 cm, Type, Cat.-No. 17746. 

Fig. 6. Chaetodon decoratus E. Ahl, 8,5 cm, Type, Cat.-No. 7572. 

Tafel II. 

Fig. 7. Hemitaurichthys zoster (Bemiett), 18,1 cm, Cat.-No. 9474. 

Fig. 8. Chaetodon punctulatus E. Ahl, 11,9cm, Type, Cat.-No. 15712. 

Fig. 9. Chaetodon unimaculatus interruptus E. Ahl, 9,0 cm, Tjrpe, Cat.-No. 9526. 

Fig. 10. Chaetodon notophthalmus E.Ahl, 13,5 cm, Type, Cat.-No. 20415. 

Fig. 11. Chaetodon triangulum haronessa C. V., 9,2 cm, Cat.-No. 20392. 

Fig. 12. Chaetodon leucopygus E. Ahl, 10,9 cm, Type, Cat.-No. 13610. 



5. Heft 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas 



30. Isopoden-Aufsatz 

von 

Karl W. Verhoeff, Pasing bei München. 

(Dazu eine Doppeltafel,) 



]. Eiuleituu^ und Literatur. 

Die Crustacea Isopoda terrestria 1885 von G. Budde - 
Lund sind auch für die Isopoden Palästinas von Bedeutung, insofern 
als in diesem Buch eine Reihe von Arten beschrieben worden sind, 
welche in Palästina oder Syrien vorkommen. 

Den ersten eigentlichen Beitrag für diese Ländef verdanken wir 
A. Dollfus, welcher in seiner ,,Note sur les Isopodes Terrestres 
et Fluviatiles de Syrie" Revue biol. Nord d. 1. France, Lille 1892, 
T. IV einem von zwei Tafeln begleite ten Aufsatz und einem kleineren 
Artikel N. X der ,,Viaggio del Dr. E. Fes.a in Palcstina, n.l Libano 
e regioni vicine" Boll, dei Musei di Zool. ed Anat. compar. Torino, 
Vol. IX, N. 177, Juli 1894 die folgenden Formen für Syrien und Pa- 
lästina nachgewiesen hat: 



1 *Armadillo ojficinalis Desm. 
n( bst var. syriaca Dollfus 

2. A. alboiiiarginatus Dollf. vom 

Toten Mc-( r. 

3. Armadillidium sanctum Dollf. 

4. *A. vulgare Latr. var. variegata 

B. L. (= rehobotense Verh.). 

5. A. fallax Bra. 

6. A. depressum Bra. u. Ratz. 

(Sehr fragliche Angabe !) 

7. A. davidi Dollf. \^o. 8-10 ge- 
8 A. f Issum B. L. f nören zu 
9. A. granum Dollf. l Schizidimn 

10. A. festae Dollf. ) Verh. 

11. Porcellio insignis Bra. 

12. P.inconsficuusDoWi., nur vom 

Toten Meer bekannt. 

13. *P. ficulneus B. L. 

14. P fissifrons Dollf. 

15. P harroisi Dollf., vom Toten 

Meer 



16. P cmitractus Dollf., von Saida 

(Sidon) 

17. P. laevis Latr. 

[P. olivieri Aud. et Sav. ist 
nur nach Brandt ange- 
geben.] 

18. P. (Leptotrichusl) pulchellus 

Dollf. 

19. Hemilepistus reaumurv. Aud. 

et Sav. 

20. Metoponorthus pica Dollf., vom 

Toten Meer. 

21. M. trifasciatus Dollf., von Ti- 
berias. 

22. ♦ilf . pruinosus Bra. 

23. *M. swammerdami Aud, et Sav. 

(wahrscheinlich = meleagris 
B. L.). 

24. Leptotrichus panzeri Aud. et S. 

25. L. tauricus B. L. 

26. *Philoscia elongata Dollf. 

27. Ligia italica F. 

28. Asellus coxalis Dollf. 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



207 



Seit etwa 20 Jahren hat sich als Zoogeograph Herr J. Aharoni 
in Rehoboth bei Jaffa um die Erforschung der Tierwelt Palästinas 
und seiner Nachbargebiete große Verdienste erworben. 

Bereits in meinem 23. Isopo den -Aufsatz, über mediterrane 
Oniscoideen, namentlicn Force 1 Ii oniden, Jahreshefte d. Vor. 
f. vaterl. Nat. Württemberg, 73. J. 1917, p. 14^-173, berichtete ich 
über mehrere neue Isopoden aus Palästina, welche ich Herrn Aharoni 
verdanke und im V. Kapitel wies ich aus der Umgebung von Jaffa 
folgende 6 Arten nach: 

1. PorcelUo (Agabiformius) aharoni 4. P. {Metofonorthus) frainosus 

Verh. ' B. L. 

2. P. (Proforcellio) quadriseriatus 5. Armadillidium rehobotense Verh. 

3. P. (HaloforcelUo) feni- [Verh. 6. Ärmadülo officinalis B. L. 

ciUiger Verh. 

Neuerdings hat Herr Aharoni seine Isopoden- Sammlung 
in Palästira namentlich durch Untersuchung in der Gegend des See 
Genezareth und in der weiteren Nachbarschaft von Jaffa sehr 
vervollständigt. Es befinden sich unter seinen Objekten eine Reihe 
neuer Formen die im Folgenden beschrieben werden. Ich möchte 
aber schon üier hervorheben, daß unter den Neuheiten die Vertreter 
zweier aus Syrien und Palästina bisher ganz unbekannter Gruppen, 
nämlich Protracheonisms und EoporcelUo ein besonderes Interesse 
beanspruchen, die t rst ren weil von Tracheoniscus s. lat. aus den hier 
erörterten Gebieten bisher gar keine Art bekannt war, trotz des vor- 
wiegend ös':lichen Charakters diesir Gattung, die letztere als eine 
für die Wissenschaft überhaupt neue Unt ,rgattung von PorcelUo, 
die als die bisher primitivste von allen betrachte werden kann. 
Die bisher von Herrn Aharoni gesammelten Isopoden sind folgende: 



1. *Ärmadillo oificinalis B. L. 

2. Armadillidium vulgare B. L. 

3. *A. rehobotense Verh. 

4. Schizidium tiberianum n. sp. 

5. *PorcelUo ficulneus B. L. 

6. P. chuldanensis n. sp. 

7. P. tiberianus n. sp, 

8. P. deganiensis u. sp. 

9. P.{A gabiformius) aharonii Ve rh. 

10. P. (HaloforcelUo) fenicilliger 
Vern. 

11. *P. (Metofonorihus) fruirhosus 
B. L. (genuinus). 



12. *P. [Metofonorthus) pruinosus 
meleagris B. L. 

13. P. (Metoponorthus) subterra- 
neus n. sp. 

14. P. (Proporcdlio) quadriseriatus 
Verh. 

15. P. (EoporcelUo n. i ubg.) ex- 
stinctus n. sp. 

16. Leptotrichus naupliensis Verh. 
var. plumbeus n. var. 

17. Protracheoniscus genezarethanus 
n. sp. 

18. Chaetophiloscia aharonii n. sp. 



Die bisher aus Palästina-Syrien bekannt gewordenen Oniscoidea 
stammen aus folgenden vier Gebiet-:;n: 

1. dem eigentlichen Phönicien westlich und nördlich des 
Leontes, 



5. Heft 



208 



Karl W. Verhoeff: 



2. dorn durcü seinen Salzgehalt ausge zeichne ton una bis 394 m 
unter dem Spiegel des Mittelmeeres gelegenen Depressionsgebiet 
des Toten Meeres, 

3. der Umgebung des im oberen Jordantal gelegenen See 
Genezareth oder Tiberias, 

4. dem westlich des Judagebirges sich erstreckenden und von 
kurzen, vorwiegend westlica fließenden Flüßchen durchschnittenen 
Küstengebiete. 

Da die von Dollfus nachgewiesenen, obigen 26 Land- Arten 
fast alle aus den Gebieten N. 1 und 2, die von mir bearbeiteten 
18 Arten dagegen alle aus den Gebieten N. 3 und 4 stammen, so liegt 
ein namhafter geographischer Gegensatz vor und es ist deshalb 
nicht wunderbar, daß die Artenserien von Dollfus und mir weit- 
gehend von einander abweichen. Sie haben überhaupt nur die 6 im 
vorigen mit Stern * bezeichneten Arten gemeinsam. 

Auffallend ist ferner der Umstand, daß bei Dollfus besonders 
die Armadillidien, in meiner Serie dagegen die Porcellioniden 
gut vertreten sind, nämlich erstere mit 8 Arten gegenüber 3 bei mir 
und letztere mit 15 gegenüber 13 Arten bei mir. 

Als auffallendste Erscheinung in der bisher festgestellten Fauna 
der Land-Isopoden muß ich das völlige Fehlen der Trichonisciden 
hervorheben, eine Erscheinung, welche man mit dem wüstenartigen 
Charakter der meisten Landstriche in Palästina- S5rrien zu erklären 
geneigt sein könnte, wenn nicht der Umstand, daß bisher auch keine 
Platyarthrus- Art vorliegt, es viel wahrscheinlicher machen würde, 
daß das sbhe inbare Fehlen aller dieser kleineren Formen in ihrer 
versteckteren Lebensweise begrimdet ist. Wenn also auch an eine 
Trichonisciden- Fauna, wie wir sie z. B. in Italien oder in den 
Südalpen vorfinden, in Syrien-Palästina kaum zu denken ist, so bin 
ich trotzdem vollkommen davon überzeugt, daß bei gründlicherer 
Sammeltätigkeit Vertreter dieser Gruppe und ebenso der myrme- 
kophilen Gattung Platyarthrus nocü werden gefunden werden. Es 
unterliegt für micn überhaupt keinem Zweifel, daß mit den bisherigen 
etwa 40 Arten die Fauna von Syr'en-Palästina hinsichtlich der 
Oniscoidea noch längst nicht erschöpft ist, zumal einerseits erst ein 
kleiner Teil dieser Länder erforscüt wurde und anderseits unsere 
Erfahrungen in einer Reihe von andern mediterranen Gebieten uns 
bereits den Beweis erbracht haben, daß es zahlreiche Landasseln mit 
mehr oder weniger eng begrf^nztem Areal gibt, die wir als Endemische 
der betreffenden Landstriche anzusehen haben. 

Der vorwiegend mesozoische Charakter von Syrien-Palästina 
und das Vorherrschen der Gebirge lassen uns eine namliafte sub- 
terrane Fauna und somit auch Höhlentiere vermuten, von welchen 
in den von mir bearbeiteten Tiergruppen aber bisher ebenfalls nichts 
bekannt wurde. 

Betrachtungen über faunistische Beziehungen anzustellen wäre 
verfrüht, nachdem wir die Isopoden- Fauna der meisten Nachbar- 
länder noch weniger kennen als die der hier erörterten Gebiite. Soviel 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



209 



steht aber schon fest, daß diese Asöelfauna eine ausgesprochen 
mediterrane ist, welche durch dir meisten Gruppen ihre Be- 
ziehungen zu den Ländern Südeuropas beweist und durch Hemi- 
lejnstus reaumurii mit Nordafrika verbunden ist. 

In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Isopoden- Forschung 
eme beae Utende Vertiefung erfahren und deshalb sind auch meine 
Objekte nach einer gründlicheren Methode bea.beitet als diejenigen 
vor Dollfus 1892 — 94. Letzterer hat sich größtenteils in seiner 
Arbeitsweise an Budde-Lund angeschlossen, d.h. er hat sich bei 
der Untersuchung wenigstens der Isopoden von Syrien-Palästina, 
auf die Benutzung der Lup3 beschränkt. 

Von den neueren Autoren wie Carl, Racovitza, Grave, 
Verfasser u.a. zum Teil aber auch noch von Budde-Lund in 
seinen neueren Arbeiten wurde der Systematik durch die mikro- 
skopische Untersuchung bestimmter Organe eine gründlichere Basis 
gegeben. Hif^rbei zeigte sich freilich, wie auch in verschiedenen anderen 
Tiergruppen, daß die Darstellung -n der mikroskopischen Piäparate 
nicht immer mit der forderlichen Genauigkeit angefertigt wurden. 
Gerade die mikroskopisch beobachteten Organe können aber nur dann 
unsere Kenntnis der Systematik fördern, wenn sie das Charakte- 
ristische treffend zum Ausdruck bringen. Hiermit wil^ ich durchaus 
nicht behaupten, daß die Präparate mit einem Zeichenapparat bis 
in alle kleinsten Kleinigkeiten pedantisch genau nachgezeichnet 
werden müßten, ich würde das im Gegenteil für eine zwecklose Mühe- 
und Zeitvergeudung halten, wohl aber möchte ich betonen daß der 
Autor seine Präparate so gründlich untersuchen muß, daß er wirklich 
das Wesentliche darzustellen vermag. Der Vergleich ver- 
schiedener Präparate ist, wenn irgend möglich, wichtigstes Kriterium, 
schon mit Rücksicht auf die individuellen Eigentümlichkeiten, also 
zur eventuellen Feststellung der Variation, oder auch zur Vermeidung 
von Mängeln, die sich durch irgend welche Umstände bei der Prä- 
paration selbst ergeben können. 

Die Mikrophotographie sollte eigentlich der beste „Zeichen- 
apparat" sein und doch würde ich ihre Benutzung für vorliegende 
Zwecke für ganz verfehlt halten, weil an den meisten Präparaten 
viele Einzelheiten zu sehen sind, welche für den Ausdruck des wissen- 
schaftlich Bedeutsamen ganz zwecklos und deshalb nur störend sind. 

Es ist mir natürlich zur Genüge bekannt, daß in zahlreichen 
Fällen eine äußerst genaue Wiedergabe der Präparat » für die Wissen- 
schaft notwendig sein kann, aber das gil^ nicht für Systematik und 
vergleichende Morphologie. Hier ist vielmehr die Aufgabe des wissen- 
schaftlichen Forschers derjenigen des Malers verwandt, wenigstens 
insofern als es sich für beide um eine Auswahl des Wichtigen 
unter Zurückdrängung des Nebensächlichen handelt. Weder 
Forscher noch Maler dürfen reine Naturkopierer sein, 
sondern jeder muß die Natürobjekte seiner Aufgabe gemäß 
auffassen, der Forscher der Wahrheit, der Maler der Schön- 
heit gemäß. Dem Laien und dem Theoretiker scheint oft die 

Archiv für Naturgeschichte. 

1923. A. 5. 14 5. Heft 



210 



Karl W. Verhoeff: 



Aufgabe des Forschers, die Naturobjekte der Wahrheit gemäß 
aufzufassen, nur ein Naturkopieren zu sein. Der Praktiker weiß, 
daß diese Anschauung fassen ist, denn er hat erstens auf dem Wege 
zur richtigen Auffassung mannigfache Schwierigkeiten zu über- 
winden, die sich auf Kons rvierung. Präparation und Betrachtungs- 
weise bez'Vhen und zweitens eine Auswahl zu trtff. n, weil die 
Eigenschaften der betreffenden Naturwesen so zahlreiche 
sind, daß aus ihnen nur diejenigen hervorgeholt werden 
können und sollen, welche für die Erreichung der 
dem Forscher vorschwebenden Ziele von Bedeutung 
sind, während die Betonung vieler anderer in Zeichnungen oder Ab- 
nandlungen dieselben nur verwirren oder belasten würden. 

Für die mikroskopiscne Untersucnimg sind bisher besonders 
die Kopforgane, also namentlicü Mundgliedmaßen, Antennen und 
Antejinulen benutzt worden. In meinen neueren Aufsätzen sucüte 
icn, namentlich für die Porcellioniden, die systematiscne Be- 
deutung der Lage und Beschaffenheit der Wehrdrüsenporen und 
die mikroskopische Struktur der Tergite heranzuziehen und ver- 
weise in dieser Hinsicht namentlich auf meinen 10. Aufsatz, Zur 
Kenntnis der Porcellioniden, Sitz. Ber. Gres. nat. Freunde Berlin 
1907, IN. 8 p. 229— 281, den 15. Aufsatz über Isopoden in Archiv 
für Biontologie, Berlin, Bd. II, 1908, p. 338—387 und 24. Aufsatz, 
Zur Kenntnis der Ligidien, Porcellioniden und Onisciden in 
Archiv für Naturgeschichte, Berlin 1916, 82. J. A, 10. H. p. 107 -169. 

Emen neuen Abschmtt m der bystemat^k, B'ologie und Phys'o- 
logie der Oniscoidea führte ich dadurch herbei, daß einerseits d'e 
Atmungsorgane und die Atmung, anderseits die Larven, Marsupien 
und Brüten einem näheren Studium unterzogen ^\wden. Meine 
entsprecnenden Aufsätze sind folgende : 

a) Über die Atmung der Landasseln, zugleich ein Beitrag zur 
Kenntnis der Entstehung der Landtiere, 21. Aufsatz, Zeitschr. w. 
Zool. Leipzig 1920 p. 365—447, 

b) Zur Kenntnis der Entwickelung der Trachealsyste me 
und der Untergattungen von PorcelUo und Tracheoniscus, 22. Aufsatz, 
Ges. nat. Fr. Berlin, Sitz. Ber. 1917, N. 3, p 195—223, 

c) Uber die Larven, das Marsupium und die Brüten der 
Oniscoidea, 27 Aufsatz, Arcniv f Nat., 82. J., A, 12. H., 1917, 
p. 1—54. 

(Eine kürzere Zusammenfassung der letzten Abnandlunj^ erschien 
als 28. Aufsatz im Zool. Anzeiger 1920 Bd. LI N. 8/10, p. 169—189.) 

Die in den vorgenannten Aufsätzen niedergelegten Untersuchungen 
haben in systematischer Hinsicht besonders die Poi cellioniden 
beeinflußt und v.-anlaßten eine bedeutende Veränderung hinsicht- 
lich der Auffassung der Gattungen und Untergattungen. Die wichtigste 
Konsequenz war die scharfe Scheidung von PorcelUo und Tracheoniscus 
und der hierdurch zu Tage tretende weitgehende Parallelismus beider 
Gattungen. 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



211 



Der innige Zusammenhang zwischen dem Bau der Atmungs- 
organe, der Lebensweise und der Verbreitung der Gattungen 
und Arten der Asseln erhöht selbstverständlich unser Interesse für 
die in klimatischer Hinsicht vorwiegend extrem beeinflußten, 
Formen der Fauna von Syrien-Palästina. Es ist nur zu bedauern, 
daß bei der Zartheit des Baues der Tracht alsyst^ me, diese an kon- 
serviertem Material nicht genauer untersucht werden können. Die 
betreffenden Forschungen müssen dereinst in diesen Ländern selbst 
an lebenden Objekten vorgenommen werden, was ganz besonde^'s 
für die noch empfindlicheren Organe der Larvenstufen gilt. 

Wenn wir eint einigermaßen vollständige Zusammenstellung 
der Isopoda terrestria von Syrien-Palästina erreicht haben, wird 
durcn die Zusammensetzung dieser Fauna aucti der klimatische 
Cnarakter zum Ausdruck kommen müssen. Vorläufig aber kann ich 
schon soviel :.agen, daß durch das bisherige Fehlen der Ligidien 
und Trichonisciden und die Beschränkung der Onisciden auf 
eine einzige Art, d. h, also durch den fast vollständige n 
Mangel aller derjenigen Gattungen, welche keine 
Tracheal sys te me, sondern nur Kiemen besitzen und 
weit mehr als die mit Luftatmungsorganen versehenen Asseln auf 
Feuchtigkeit angewiesen sind, der bekannte Charakter 
dieser Länder, nämlich als Steppen und Wüstengt biete, 
in entschiedenster Weise zum Ausdruck gelangt. Eine 
Einschränkung an diesen Schluß habe ich schon oben gemacht und 
betone sie namentlich mit Kiicksicht auf jene allerdings sehr be- 
schränkten und insular in Syrien-Palästina vorkommenden Plätze, 
welche sich noch eine gewisse andauernde Feuchtigkeit, zumal in 
höheren Gebirgslagen erhalten haben. Für solche Plätze kann 
man noch auf Überraschungen gefaßt sein. Spätere Forscher mö^en 
zu meinen hier entwickelten Gedanken Stellung nehmen. 

2. Die zoogeographische Bedeutung der Pleon- Reusen. 

In meiner Untersuchung über die Atmung der Landasseln 
(Zeitschr. f. wiss. Zool. 1920) habe ich im 7. Kapitel (p. 402) die für 
das Leben dieser Titre sehr wichtige Wasserleitung und die sie 
vermittelnden Organe auseinandergesetzt. Eine besondere Kolle 
spielen hierbei die im S.Kapitel (p. 417 usw.) erörterten Keusen 
an den 5. Exopoditen, welche durch eine mehr oder weniger aus- 
geprägte Flur von Strahlenhaaren gebildet werden. Nach meiner 
Überzeugung ,,sind die Reusen eine Anpassung an die Wasserleitung, 
d. h. sie dienen als Bürsten, welche das von hinten nach vorn fließende 
Wasser filtrieren und somit verhindern, daß Fremdk<)rper zwischen 
die Pleopoden gelangen." Genaueres über die Aufnahme, Bewegung 
und Bedeutung des Wassers im kapillaren Leitungssystem findet 
man in meiner genannten Arb<:it, in welcher ich auch bereits auf die 
großen Verschiedenheiten hingewiesen habe, welche je nach den 
Arten und ihrem Feuchuigkeitsbedürfnisse, in der Ausprägung der 

14* S.Heft 



212 



Karl W. Verhoeff: 



Reusen bestehen und auf den Umstand, daß sie den xerophilen Arten 
entweder überhaupt fehlen (z. B. Protracheoniscm orientalis 
oder doch sehr abgescn wacht sind, (z. B. bei PorcelUo, Metofonorthus 
pruinosus B. L.). 

Ich will meine früheren Mitteilungen noch durch einige andere 
Beispiele über das Vorkommen oder Fehlen der Reusen ergänzen: 

PorcelUo monticolm von der Riviera besitzt gut entwickelte 
Reusen an den 5. Pleon-Exopoditen, welche sich quer im Bogen über 
diese erstrecken und von innen her etwa ^/^ der Exopoditbreite ein- 
nehmen. Sie bestehen vorwiegend aus den längsten Strahlenhaaren- 
Büscheln. 

PorcelUo montanus aus Süddeutschland: Die Reusen erstrecken 
sich fast über die ganze Breite der 5. Exopodite, reichen also beinahe 
bis zum Außenrand und bestehen vorwiegend aus mittleren und 
sehr langen Strahlenhaaren. 

PorcelUo galUcus aus den Pyrenäen besitzt in seinen Reusen vor- 
wiegend mitte Hange Strahlenhaare, entbehrt dagegen der sehr 
langen, während sich die Reusen über 2/3 der Exopoditbreite erstrecken. 

Ähnlich verhält sich auch P. f yrenaeus, doch sind die mittellangen 
Strahlenhaare spärlicher vertreten. 

PorcelUo scaber und fictus aus Deutschland zeigen ihre nur aus 
kurzen Strahlenhärchen gebildeten, über Exopoditbreite sich 
erstreckenden Reusen im Vergleich mit den vorigen Arten also ab- 
geschwächt. Die Strahlenhärchen sind innen wenig länger als außen, 
erreichen aber keine Mittellänge. 

PorcelUo laevis aus Sizilien, eine der bekanntesten xerophilen 
Porcellioniden- Arten, fehlen die Reusen völlig und auch von 
den kürzesten Strahlenhärchen ist nichts vorhanden. Dasselbe gilt 
für ^ ParaporcelUo medionotatus aus Algier. 

Tracheoniscus ülyricus aus dem istrisch-kroatischen Küstenlande 
besitzt schwächere Reusen als unser besonders hygiophiler, schon 
früher von mir besprochener ratzeburgii, indem ihm die sehr langen 
Strahlenhaare fehlen; doch sind seine Reusen gleichwohl noch gut 
entwickelt, nehmen fast die ganze Breite der 0. Exopodite ein und 
bestehen aus kurzen und mittleren Strahlenhaar-Büscheln. 

Da sich aus meinen bisherigen Beobachtungen ergeben hat, 
daß die Beschaffenheit der 5. Pleon-E xopodite hinsicht- 
lich der Ausprägung der Reusen einen Gradmesser für 
das Feuchtigkeitsbedürfnis der Oniscoideen darstellt, 
so war es von besonderem Interesse die Formen von Syrien- Pa- 
lästina auf das Vorkommen von Reusen zu untersuchen. 

Es war von vornherein zu vermuten, daß in dem trockenen und 
heißen Klima dieser Länder die Reusen als Bestandteile des Wasser- 
leitungssystems keine bedeutende Rolle mehr spielen würden imd 
in der Tat habe ich sie bei den Euporcellio- Art en vollständig 
vermißt, was ich besonders für PorcelUo ficalneus betonen muß, 
weil diese Art in Palästina der häufigste Porcellionide zu sein 
scheint. 



Zur Kenntnis der Landasselu Palästinas. 



213 



Wenn also ein so gemeiner und weitverbreiteter Isopode wie 
Oniscus murarius, den wir auch schon von einigen tropischen Plätzen 
kennen, in Palästina vollständig fehlt, so erklärt sich das bereits voll- 
kommen aus seinen Ansprüchen an eine feuchte Atmosphäre. 

Nur bei Proporcellio quadriseriatus als einzigem derartigen Por- 
cellioniden Palästinas habe ich an den 5. Exopoditen Reusen 
nachweisen können, jedoch gehören sie zu den schwächsten Aus- 
prägungen derselben, indem die Flur von innen her in der Quer- 
richtung nur bis zur Mitte der 5. Exopodite reicht und nur aus 
kleinsten Strahlenhaaren besteht. Zum Vergleich erwähne ich 
den Proparcellio corticicolus aus Griechenland (Achaja) an welchem 
ich überhaupt keine Reusen vorfand. 

Das völlige Fehlen der Reusen betone ich auch für Protracheoniscus 
genezarethanus, während unser ostdeutscher Protracheoniscus politus 
vollständige aus Büscheln von kleinen, mittleren und großen Strahlen- 
haaren bestehende Reusen besitzt. 

Eine besondere Rolle hinsichtlich der Atmung und eine wichtige 
phylogenetische Stellung unter den Landasseln nehmen die 
Onisciden ein, unter welchen bisher nur Oniscus hinsichtlich der 
Reusen untersucht worden ist. Wie ich schon früher nachwies, gehört 
Oniscus murarius zu denjenigen Formen bei welchen die Reusen am 
stärksten entwickelt sind. Dies gilt aber keineswegs für alle Onis- 
ciden, obwohl nach meinen bisherigen Untersuchungen Reusen 
überhaupt offenbar fast allen Onisciden zukommen. 

Ich wiederhole hier was auf S. 411 in meiner Untersuchung ,,über 
die Atmung der Landasseln" festgestellt wurde: ,,Die Oniscus nehmen 
eine wichtige Mittelstellung ein zwischen den amphibischen 
Isopode n einerseits und der großen Masse der echten Landasseln 
anderseits, denn sie schließen sich an die ersteren an durch den Mangel 
der Trachealsysteme, während sie mit den letzteren im Besitze von 
Wasser aufsaugenden Uropoden-Endopoditen übereinstimmen." 

Dasselbe gilt aber überhaupt für alle Onisciden, die also sämt- 
lich auf eine Atmung durch Kiemen angewiesen sind, auch die durch 
radiäre Luftfurchen ausgezeichneten Oniscus. 

Unter den Isopode n sind also die Onisciden die ausge- 
sprochensten Land-Kiemenatmer und schon als solche sind sie 
auf eine zeitweise Wasseraufnahme angewiesen. Wenn ich a. a. 0. 
nachgewiesen habe, daß von Oniscus murarius ,,die sämtlichen Exo- 
podite ohne erkennbaren Schaden entbehrt werden können," obwohl 
gerade bei den Kiemenatmern die Exopodite zum Schutze der 
Wasserleitung und zur Verhinderung der Kiemenaustrocknung be- 
sonders wichtig sind, so muß berücksichtigt werden, daß meine Ver- 
suchsobjekte sich andauernd in feuchter Luft befanden. In freier 
Natur würden solche Individuen bei der ersten trockenen Witterungs- 
periode zu Grunde gehen. 

Eine ausgezeichnete primitive Stellung unter den Onisciden 
nimmt die Gattung Chaetofhiloscia Verh. ein, was ich besonders hin- 
sichtlich der Pleon-Epimeren schon in meinem 15. Isopode n-Auf- 

• 5. Lltft 



214 



Karl W. Verhoeff: 



satz hervorgehoben habe. (Archiv f. Biontologie, Bd. II, 1908, p. 343.) 
Aber auch die Reusen an den 5. Exopoditen dieser Tiere zeigen 
insofern ein primitives Verhalten, als sie nicht in der Gestalt eines 
Bogens angeordnet sind, wie ich es z. B. im 21. Aufsatz Abt. 9 für 
Oniscus murarius darstellte, sondern in einer dichten, unregel- 
mäßig-mehrreihigen Masse, welche aus sehr blassen aber überaus 
zahlreichen Strahlenhaaren besteht, die etwa ^/^ der Breite der Exo- 
podite einnehmen. Diese Strahlenhaare von vorwiegend mittlerer 
Länge zeigen uns durch ihre verworrene Anordnung, daß sie sich 
in einem noch nicht ausgestalteten Primärzustand befinden, d.h. 
sie haben sich noch nicht zu dem Bogen geordnet, den wir sonst bei 
reusenführenden Oniscoideen antreffen. Während ich bei Chaeto- 
'philoscia elongata diese Reusen in beiden Geschlechtern beobachtete, 
konnte ich sie bei aharonii m. nur für das Weibchen feststellen, wobei 
jedoch zu berücksichtigen ist, daß die 5. Exopodite dieses Männchens 
nicht nur eine ungewöhnliche Gestalt aufweisen, wie wir im Folgenden 
noch erörtern werden, sondern auch so stark pigmentiert, daß dadurch 
die Beobachtung erschwert wird. 

Die Pleopoden-Exopodite von Chaetofhiloscia sind aber auch im 
Vergleich mit den andern Oniscinen durch ihre schmälere Gestalt 
ausgezeichnet. Während bei Chaetofhiloscia ehngata die 5. Exopodite 
länger sind als breit, finden wir bei Phüoscia muscorum z. B., daß 
sie im Gegenteil viel breiter sind als lang, ein Gegensatz welcher 
sich besonders daraus erklärt, daß bei ersteren die Außenlappen 
äußerst schmal bleiben, während sie bei letzteren kräftig entwickelt 
sind. Trotz des teilweise schmäleren Baues treffen wir auch bei 
Chaetophiloscia an allen fünf Exopoditen die breiten Blut- 
bahnen, welche sich dem gebogenen Außenrande entlang ziehen 
und diesen Organen den Charakter von sekundären Kiemen 
verleihen. 

Bei dieser Gelegenheit will ich noch die Reusen von drei anderen 
Onisciden- Gruppen erwähnen, über welche bisher nichts bekannt 
war. 

Bei Phüoscia muscorum (und zwar affinis aus Württemberg) 
bilden sie einen schmalen aber typisch angeordneten Bogen, welcher 
aus Büscheln von mittleren und sehr langen Strahlenhaarcn besteht 
und die ganze Breite der Exopodite einnimmt. Der Bogen ist vor- 
wiegend 1 — 2 reihig, nur außen und innen in der Nähe der Ränder 
sind die Büschel dichter angeordnet. 

Die Reusen von Lepidoniscus gennanicus sind im ganzen von 
sehr iihnlichor J^eschaffenheit, bestehen vorwiegend nur aus einer 
Reihe von Strahlenbüscheln, deren Strahlen von außen nach innen 
allmählich länger werden imd innen sehr lang sind. 

Bei Paraphiloscia pygmaea fand ich die Reusen am beschränkte- 
sten, indem sie nur aus kurzen Strahlen bestehen. 

Es scheint also, daß Reusen bei allen Oniscinen vorkommen, 
wenn sie auch nach den Formen eine sehr verschiedene Ausprägung 
zeigen. 



Zur Kenntnis der Landasscln Palästinas. 



215 



Unter den Porcellioniden Palästinas konnte ich nur den 
schwächsten Typus der Reusenausbildung feststellen, während 
den meisten Formen die Reusen vollständig fehlen, ein Zeichen, 
daß sie in dem trockenen Klima auf direkte Wasser- 
aufnahme nicht angwiesen sind. 

Wenn trotzdem dort eine Form wie Chaetophiloscia aharonii 
vorkommt, welche durch ihre gut entwickelten Reusen im Verein 
mit reiner Kiemenatmung beweist, daß sie in ihrer Existenz von 
Feuchtigkeit abhängt, so zeigt auch diese Tatsache, daß meine 
obige Vermutung, es möchten auch in Palästina amphibische Iso- 
poden noch nachweisbar sein, berechtigt ist. 



3. lieber neue und alte Isopoden aus Palästina und Schlüssel für einige 
wenig bekannte Gruppen. 

Die große Zahl der bisher bekannt gewordenen und in der pal"- 
arktischen Region am reichlichsten vertretenen Porcellioniden 
stellt der Systematik um so größere Schwierigkeiten als die Fassung 
der Gattungen und Untergattungen längere Zeit eine sehr unklare 
war. In den schon genannten Aufsätzen habe ich diesem Übelstande 
abzuhelfen und durch Heranziehung neuer Charaktere die Unter- 
suchung selbst zu vertiefen gesucht. Von der Bedeutung der Wehr- 
drüsenporen, der Tergitstrukturen und besonders der Atmungs- 
organe ist schon die Rede gewesen. 

Eine neue Übersicht der näher verwandten Porcellioniden- 
Gattungen dürfte zur Klärung der Systematik sehr wünschenswert 
sein. Die durch den Mangel der Trachealsysteme und Myrmekophilie 
ausgezeichnete Gattung Plathyarthrus bleibt hierbei unberücksichtigt, 
ebenso die Kugler Cylisticus. 

a) Porcellioniden- Gattungen. 

A. Rücken ungewöhnlich stark gewölbt, die Pereionepimeren 
wenigstens der vorderen Segmente mehr oder weniger senkrecht 
abstürzend, weshalb der Rumpf von vorn betrachtet im Profil 
halbkreisförmig erscheint. Stirn unter abgerundet -stumpfem Winkel 
vortretend und unter ihr der Vor der köpf aufgetrieben, wobei 
keine Verbindungsleiste der Seitenlappen zustande kommt. Rücken 
ohne Körnelung, Pleon mit zwei Paar Trachealsystemen. 

1. Leptotrichus B. L. 

B. Rücken mehr oder weniger gewölbt, aber niemals so stark, 
daß ein Teil der Epimeren und namentlich die vorderen senkrecht 
abstürzen, vielmehr sind auch bei den gewölbtesten Formen (wie 
Porcellium fiumanum Verh.) die Epimeren schräg abgedacht. 
Stirnbildung sehr mannigfaltig und meistens durch einen mehr oder 
weniger großen Mittellappen ausgezeichnet, fast immer aber 
wenigstens mit einer die Seicenlappen verbindenden Querleiste, 
niemals der Vorderkopf winkelig aufgetrieben C, D. 

5. Heft 



216 



Karl \\. Verhoeff: 



C. Telson breit dreieckig, seine Seiten gerade oder fast gerade 
verlaufend. Hinterrand des 1.— 3. Tergits jederseits tief ausgebuchtet. 
Pleon mit zwei Paar Trachealsysteraen. — Kleine myrmekophile 
Arten Lucasius Kinahan. 

D. Telson in der Mitte nach hinten vorgezogen, daher seine Seiten 
im Bogen tief ausgebuchtet E, F. 

E. Pleon mit drei Paar Trachealsystemen an den 1. — 3. Exo- 
poditen. Tergite mehr oder weniger gekörnelt, das 2.-6. Pereiontergit 
vor der Mitte mit gebogener Querleiste. Gestalt wie bei Meto- 
ponorthus 3. Orthometopon Verh. 

F. Pleon entweder mit zwei oder mit fünf Paar Tracheal- 
systemen G, H. 

G. Pleon an den 1.-— 5. Exopoditen, also mit 5 Paar Tracheal- 
systemen. 

a) Trachealf eider breit, durch abwechselnde Furchen und 
Wülste zerklüftet, Hinterrand der vorderen Pereiontergite jeder- 
seits stets deutlich ausgebuchtet. 4. Tracheoniscus Verh. 

(Untergattungen Tracheoniscus und Megefimerio.) 

b) Niemals breite, zerklüftete Trachealfelder, sondern die Tracheal- 
systeme münden in kleine seitliche Taschen, sodaß von oben her 
entweder nur ein sehr schmales Trachealfeld zu sehen ist oder gar keins. 

1. Körper entweder stark einkrümmbar oder mit vollständigem 
Kugelungsvermögen, stark gewölbt, Pleon im Profil nach hinten mehr 
oder weniger steil abfallend. Hinterrand der beiden vordersten Pereion- 
tergite jederseits ausgebuchtet. Uropoden mehr oder weniger 
verkürzt. Telson gedrungen und hinten abgerundet. Kopf- 
mitte Happen wenigstens so weit vorragend wie die seitlichen. 

5. PorcelHum Verh.^) 

2. Körper nie mit Kugelungsvermögen, auch nicht stark ein- 
krümmbar, zugleich weniger gewölbt, Pleon im Profil nach hinten 
sehr schräg abgedacht, Hinterrand der beiden vordersten Pereion- 
tergite ohne Ausbuchtung, vielmehr völlig zugerundet. Uropoden 
nicht verkürzt. Telson in eine Spitze ausgezogen. Ein eigentlicher 
Kopfmittellappen ist nicht entwickelt. Unter der Querkante der 
Stirn ein querer Buckel oder Wulst aber keine spitzwinkelige Leiste. 

6. Protracheoniscus Verh. 

H. Pleon nur mit zwei Paar Trachealsystemen, nämlich an den 
1. und 2. Exopoditen. Sie münden in breiten Trachealfeldern 
unter einer gebogenen Trachealfeldleiste und sind niemals in 
Furchen und Wülsten zerklüftet. 

a) Kopf und 1. — 4. Pereiontergit entweder ohne Zapfen und 
Fortsätze, oder wenn solche vorkommen finden sie sich am 1. — 7. Tergit. 
Hautskelett nicht ungewöhnlich verdickt. 7. Porcellio m. 



^) Unter den hier aufgeführten Gattungen ist PorcelHum die einzige, welche 
Kugler -Arten enthält und sich dadurch Cylisticus nähert. Hinsichtlich der 
Unterscheidung verweise ich auf meinen 10. Aufsatz in den Sitz. Ber. Ges. nat. 
Freunde, Berlin 1907, N. 8, p. 244, 



Zur Keniitiii.s der Laiidasselii Palästinas. 



217 



(Untergattungen Euporcellio, Mesoporcellio, Eoporcellio, Proporcellio, 
Ägabiformius, Metoponorthiis, Acaeroplastes und Haloporcellio.) 
Hinsichtlich dieser Subgenera verweise ich auf meinen 10., 22., 
23., 24. Aufsatz. 

b) Kopf und 1. — 3. (4.) Pereiontergit mit spitzen Zapfen oder 
noch längeren Fortsätzen, welche mehr oder weniger gereiht sind, 
5.- — 7. Tergit aber ganz ohne diese Bildungen. Kalkskelett ungewöhn- 
lich verdickt. 8. Hemilepistus B. L. 
(Wüstentiere, welche sich mit Hilfe ihrer Tergit be wehrung im Sande 

einwühlen.) 

Budde-Lund schreibt p. 151 in seinem Buche: ,,Rami oper- 
culares pedum caudalium crassi, primi et secundi et rarius tertii 
vel omnium parium tracheis instructi." — Welche Arten mehr als 
zwei Paar Trachealsysteme besitzen sollen, hat er jedoch nicht ange- 
geben, vielleicht besteht auch Hemilepistus aus zwei Gattungen! 

Die bisher aus Syrien-Palästina bekannt gewordenen Euporcellio- 
Arten habe ich in dem folgenden Schlüssel zusammengestellt und 
noch eine von mir aus dem benachbarten Cilicien (Taurus) nachge- 
wiesene Art hinzugefügt. 

b) Schlüssel für Euporcellio in Palästina- Syrien. 

a) Mittellappen des Kopfes bei Erwachsenen tiefausgeschnitten, 
bei Jugendlichen schwächer ausgebuchtet. 

+ 1. Geißelglied doppelt so lang wie das 2. Hinterende des Telson 
schmal aber deutlich abgerundet, Telson tief gefurcht. Uropoden- 
propodite viel kürzer als das Telson. 13^2 — 1^72 

1. deganieusis n. sp. 

+ -[- 1- Geißelglied höchstens ^/^ma,l länger als das 2. Hinterende 
des Telson zugespitzt. 

Q Unter der Körnelung der Tergite treten je zwei para- 
mediane größere Höcker stärker hervor. Telson nicht gefurcht. 
Uropodenpropodite kürzer als das Telson. 3. fissifrons Dollf. 

Unter der Körnelung der Tergite keine auffallend größere 
Höcker. Telson kräftig gefurcht. Uropodenpropodite ungefähr 
so lang wie das Telson. 3. barröisi Dollf. 

b) Mittellappen des Kopfes nicht ausgeschnitten sondern einfach 
zugerundet. c, d. 

c) Mittellappen des Kopfes vorn in eine zahnartige Ecke 
vorgezogen, indem der Mittelhöcker der Unterstirn mit ihm ver- 
wachsen ist. 3. Antennenglied nach außen lappig erweitert, der 
Lappen in eine spitze Ecke ausgezogen und ausgehöhlt. Hinterrand 
des 4. Tergit tief ausgebuchtet, daher die Hinterecken stark dreieckig 
vorgezogen. 1. Antennenglied wenig länger als das 2. Telson breit 
abgerundet und tief gefurcht, die Propodite kaum überragend. Rücken 
kräftig und dicht gekörnt. 9V;>— 12 mm 4. chuldaliensis n. sp. 

dj Mittcllappcn einfach abgerundet, wenn aber dreieckig nicht 
mit dem Mittclhöcker der Unterstirn verwachsen. 3. Antenne nglied 
nicht auffallend erweitert. e, f. 



5. Heft 



218 



Karl W. Verhoeft: 



e) Seitenlappen des Kopfes sehr groß und dreieckig, Mittel- 
lappen kürzer aber ebenfalls groß und dreieckig. Telson abgerundet, 
oben fast eben. Rücken gekörnt. 5. insi^nis B. L. 

f) Seitenlappen des Kopfes mäßig groß und abgerundet, Mittel- 
lappen kurz und breit abgerundet, oder fast bis auf die Querleiste 
verkümmert. g. h. 

g) Augen nur aus 10 in 2 — 3 Reihen angeordneten Ocellen be- 
stehend, Geißelgliedcr fast gleich lang. Körper weiß, unregelmäßig 
grau gefleckt, Rücken schwach gekörnt. Telson völlig abgerundet, 
ohne Rinne. 5 mm lg. 6. inconspicuus Dollf. 

h) Augen aus zahlreichen, in 4 Reihen angeordneten Ocellen 
bestehend, Körper am Rücken einfarbig grau. 

+ Rücken kräftig gekörnt. Die Uropodenpropodite viel kürzer 
als das Telson und die hintersten Pleonepimeren. 1. Antennenglied 
doppelt so lang wie das 2. (Hinterrand des 4. Tergits?) Kopfmittellappen 
noch nicht halb so lang wie die seitlichen. Telson spitz. Höcker 
am Kopf und 1. Tergit auf je drei Reihen verteilt. Bis 14 mm lg. 

T. contractus Dollf. 

+ + Rücken fein gekörnt. Die Uropodenpropodite überragen 
die hintersten Epimeren und erreichen fast das Telsonende. 1. An- 
tennenglied l^/^maA länger als das 2. Hinterrand des 1.— 3. Tergit 
kräftig ausgebuchtet, das 4. nur mit Andeutung einer Ausbuchtung. 
Telson abgerundet-spitz, hinten gefurcht. 4. Antennenglied ohne 
Endspitze. 8^/2 mm lg. 8. tiberianus n. sp. 

H- + -f Wie contractus, aber Telson völlig abgerundet und 
Mittellappen der Länge der seitlichen erreichend. Hinterrand des 
1. — 4. Tergit tief ausgebuchtet. Höcker am Kopf und den vorderen 
Tergiten dichter gedrängt als bei contractus und mehr zerstreut an- 
geordnet, in der Hauptsache auf je vier Reihen zurückführbar. Telson 
leicht gefurcht. 8V2 nim. 9. cilicius Verh. (Cilicien.) 

-f-H--}--f Rücken ziemlich kräftig gekörnt. Uropodenpropodite 
viel kürzer als das Telson und die hintersten Pleonepimeren. 
1. Antennenglied mindestens doppelt so lang wie das 2. Mittellappen 
des Kopfes äußerst kurz oder bis auf die Querleiste verkümmert. 
Telson völlig abgerundet und gefurcht. Höckerchen an Kopf und 
Pereion- Tergiten zahlreich und verworren. Hinterrand des 1.- — 4. Tergit 
tief ausgebuchtet, 4. Antennenglied am Ende außen mit vorragender 
Ecke. 131/..— 20V2mm lg. 10. ficiilueus B. L. 

c) Die Euporcellio- Arten. 

1. (le^aiiieusis n. sp. (subsp.). Im Ganzen dem jiculncus B. L. 
sehr ähnlich, hinsichtlich der Seitenlappen des Kopfes, Gestalt, Pro- 
portionen. Eurrhung und Bedornung der Antennen, Gestalt und 
Körnelung der Tcrgite, Gestalt des Telson und der Uropoden ganz mit 
ihm übereinstimmend, d'e kleinen und wenig iuiffallenden Wehrdrüsen- 
poren liegen bei beiden Formen etwas vom Seitenrand abgerückt 
und durch die vorhergehenden Epimerenzipfel mehr oder weniger 
verdeckt. Der Rücken zeigt im Vergleich mit jiculnem ein etwas 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



^19 



matteres und zugleich bleiern- graues Aussehen, während er bei 
jenem vorwiegend grauschwarz erscheint. 

Auch in den (J-Pleopoden stimmen beide Formen vollkommen 
überein, die 1. Exopodite sind nämlich durch äußere stumpfwinklige 
Einbuchtung und abgerundet- dreieckige, nach hinten herausragende 
Endlappen ausgezeichnet, das Ende der 1. Endopodite innen durch 
eine Reihe sehr feiner Zähnchen. (Abb. 4.) 

Der Mittellappen ist im Gegensatz zu ficulneus nicht nur aus- 
geschnitten, sondern ragt entschieden deutlicher vor als bei jenem, 
bei welchem er fast auf die Querleiste reduziert ist. 

Vielleicht ist es angemessen diese Form als Rasse des ficulneus 
zu betrachten. 

Vorkommen: Palästina, Degania 4. IV. 20 1 (J 1372 1 ? 

mit Marsupium von ll'^j^mm. Vom See Genezareth erhielt ich 
ein $ von 10^2 nim, dessen Kopfmittellappen zwar nur leicht aus- 
gebuchtet ist, im übrigen sich aber auch durch das stärkere Vorragen 
desselben und durch die grau-bleierne Farbe vor ficulneus auszeichnet. 

2. tiberianus n. sp. Steht ebenfalls dem ficulneus sehr nahe. 
Der Kopfmittellappen ist so minimal entwickelt, daß er sich kaum 
als solcher von der in der Mitte im Bogen vortretenden Querleiste 
absetzt. Letztere ist gegen die Seitenlappen nicht mit stumpfen 
Winkeln abgesetzt, sondern geht im Bogen in sie über. Seiten- 
lappen entschieden breiter als lang, bei ficulneus so lang wie breit. 
Spitzen am 2. und 3. Antennenglied kürzer und stumpfer als bei 
jenem. Kopf glänzend und nur mit Spuren von Körnelung. Die sehr 
kleinen Wehrdrüsenporen liegen auch hier vorwiegend verdeckt. 
7. Beinpaar des ^ und L Pleopoden ganz wie bei ficulneus. 

Vorkommen: Das einzige vorliegende $ stammt vom See 
Genezareth. (Es bleibt weiterhin zu prüfen, ob diese Form vielleicht 
als eine Rasse des contractus Dollfus aufgefaßt werden kann.) 

3. ficulneus B. L.^) Diese in Palästina anscheinend häufigste Art 
erhielt ich in zahlreichen, durchgehends einfarbig grauschwarzen 
Individuen aus Chuldah. Unter den am 4.' — 6. III. gesammelten, 
meist weiblichen Tieren befand sich kein einziges mit Marsupium. 

Budde-Lund hat diese Art offenbar nach Juvenes beschrieben. 

Dollfus erwähnt a. a. 0. einige Individuen vom Toten Meere, 
welche sich durch auffallend abweichende Färbung auszeichnen. Ob 
dieselben wirklich zu dieser Art gehören, dürfte erneut geprüft w^erden. 

4. chuldaheiisis n. sp. weicht von N. 1 — 3 erheblich ab und nimmt 
überhaupt eine etwas isolierte Stellung ein. Rücken vollkommen 
matt, Körnelung viel kräftiger als bei jenen Arten und daher 
dichter erscheinend. Drüsenporen yein, innen dicht neben dem 
Randsaum. Propodite der Uropoden viel länger als bei jenen, indem 
das innere Hinterende ungefähr so weit vorragt wie das Telson. Bei 

^) P. ficulneus unterscheidet sich von dilatatus und platysoma Bra. sowie 
lusitanus Verh. leicht durch den sehr viel kleineren Kopfmittellappen und die 
viel größeren Spitzen am 2. und 3. Antennengiiede. 

5. Heft 



220 



Karl \V. Verhoeff: 



allen vier Formen streichen die Hinterränder der Propodite sehr 
schräg von außen vorn nach innen hinten. Ausgezeichnet sind das 
2. und 3. Antennenglied; das 2. (welches bei jenen in eine stachel- 
artige Ecke ausgezogen) ist am Ende oben außen nur in einen ab- 
gerundeten Lappen vorgezogen, das 3. (bei jenen mit leicht S-förmig 
gebogenem Außenrand und spitzem Endzahn) ist lappig nach außen 
erweitert, daher sein Außenrand stark vorgebogen, am Ende nur in 
eine kurze Ecke auslaufend. Ende des 4. Gliedes ohne Außenzahn. 

Außenlappen des Kopfes abgerundet-dreieckig, außen und 
innen fast gerade, etwa doppelt so lang wie der mit dem Mittelzahn 
der Unterstirn unter stumpfem Winkel verwachsene Mibtellappen. 
Ocellen zwar in vier Reihen, aber ihr Haufe kleiner als bei den vorigen 
Formen. Die Bucht zwischen dem Mittel- und den Seitenlappen fast 
rechtwinkelig (etwa 95 Grad), bei jenen dagegen sehr stumpfwinkelig 
(etwa 120 Grad), abgesehen von N. 2. Karpopodit des 7. Beinpaares 
(J bei N. 1 — 4 einfach zylindrisch, also ohne Erweiterung, Ischiopodit 
unten nicht abgeplattet, im Profil gerade erscheinend (bei jenen 
Formen dagegen unten abgeplattet und zugleich etwas ausgehöhlt, 
im Profil etwas konkav erscheinend). 

Von cilidus ist chuldahensis leicht zu unterscheiden durch beim 
letzteren flacheren Rücken und breitere Epimeren, auch durch viel 
längere Uropodenpropodite. Die Seitenlappen des Kopfes sind bei 
cüicius viel lireiter, breit abgerundet und innen bogig begrenzt. 

1. Exopodite der Pleopoden des^ mit breit abgerundetem Lappen 
nach hinten vorragend und außen im Bogen ausgebuchtet (nicht 
winkelig), l. Endopodite am Ende innen statt der Zähnchen nur mit 
einem kleinen Büschel sehr feiner Härchen. 

Vorkommen: 1 (J 2 $ erhielt ich vom See Genezareth, 1? 
von Chuldah, 6. IIL alle Individuen sind einfarbig grau. 

d) Über Protracheoniscus Verh. 
Schlüssel der Protracheoniscus- Arten: 

a) die Seitenknötchen des 3. und 4. Pereiontergit viel weiter 
nach innen gerückt als die übrigen. Randfurchen an den Pereion- 
Epimeren völlig fehlend. L orieiitalis Ulj. 

b) Die Seitenknötchen des Pereion liegen alle ungefähr in einer 
Längsreihe. 

c) Telson tief längsgefurcht, Rücken sehr glänzend, neben den 
Seitenknötchen deutliche Grübchen. Randfurchen des Pereion 
gut ausgebildet. 2. fossuligcr Verh. 

d) Telson höchstens mit Andeutung einer Furche, Rücken wenig 
glänzend oder matt, neben den Seitenknötchen keine Grübchen. 

+ Rand für che n des Pereion kräftig ausgeprägt. Antennenschaft 
von gewöhnlicher Stärke, L Geißelglied ^/^ so lang wie das 2. Stirn- 
leiste in der Mitte vergebogen aber abgerundet. Körperfarbe variabel, 
aber ohne dunkle Längsbinden. (Größere Art.) 3. polilus (Koch). 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



-(-+ Randfurchen des Pereion höchstens angedeutet. 5. An- 
tennenschaftglied ((J) verdickt, 1. Geißelglied nur halb so lang wie 
das 2. Stirnleiste in der Mitte dreieckig unter stumpfem Winkel 
vorgezogen, zugleich kräftiger als bei politus. Pereion mit drei 
dunkeln Längsbinden. 42/3— 5^3 mm lg. 4. genezarethanus n. sp. 

Protrachconiscus genezarethanus n. sp. ist die erste aus dem 
asiatischen Mittelmeergebiet bekannt gewordene Ait dieser bisher 
fast nur in Europa nachgewiesenen, aber sicher in Asien weiter aus- 
gebreiteten Gattung. 

Grau mit brauner Sprenkelung, welche 3 (5) braunschwarze 
Längsbinden enthält, eine breitere mediane und eine (2) schmälere 
seitliche, letztere über dem Grund der Epimeren, Rücken wenig 
glänzend, unter der Lupe fein punktiert erscheinend. Hinterecken 
des L Tergit abgerundet-stumpfwinkelig, der Hinterrand völlig zu- 
gerundot, Hinterecken des 2.-4. Tergit ebenfalls abgerundet-stumpf- 
winkelig, aber der Hinterrand jederseits schwach ausgebuchtet. Die 
Seitenknötchen des L Tergit dem Seitenrand viel näher als dem 
Hinterrand, die des 7. Tergit dem Hinterrand näher als dem Seiten- 
rand, die übrigen Seitenknötchen sind wenigstens mit Lupe nicht 
leicht erkennbar. Den Randfurchen entsprechend zieht sich neben 
den Epimeren- Seitensäumen eine Reihe hinter einander zerstreuter 
Drüsenporen. Die Punktierung der Lupenansicht der Tergite zeigt 
sich mikroskopisch als hervorgerufen durch zerstreute, äußerst kurze, 
blasse, stiftartige Börstchen. Eine Zellstruktur fehlt, auch schuppen- 
artige Gebilde sind nur in den Seitenrandgebieten veitreten. Das 
Hinterende der kurzen Uropoden-Propodite ragt wenig über die 
hintersten Epimeren hinaus und wird selbst vom Telson stark über- 
ragt. 

Ocellenhaufen von typischer Größe, etwas länger als die kleinen 
abgerundeten Seitenlappen. Die stumpfwinkelig nach vorn geknickte 
Stirnleiste geht im Bogen in die Seitenlappen über. Unterstirn weder 
mit Winkelleiste noch mit Knoten. Die Anschwellung des Antennen- 
schaftes betrifft vorwiegend das 5. Glied, welches deshalb auch 
furchenlos ist, während das 4. schwach gefurcht. L Geißelglied 
kaum halb so lang wie das 2. 

L- — 5. Pleopoden-Exopodite mit deutlichen, aber im Verhältnis 
zu andern Porcellioniden äußerst kleinen Trachealfeldern, 
welche durch eine am 2. — 5. Exopoditast halbkreisförmige Leiste 
begrenzt werden. 5. Exopodite ganz ohne Reusen (Abb. 6). 1. Endo- 
podite des ^ gerade und allmählich verschmälert, am Ende fast spitz 
auslaufend. L Exopodite des (J (Abb. 5) sehr breit, außen zweimal 
eingebuchtet (b und e), an die vordere Bucht (e) streicht eine 
feine Leiste. Der Bogen der Trachealfeldleiste (tfl) erreicht noch nicht 
V2 der Länge der Exopodite und ist ungefähr so lang wie der Lappen 
zwischen den beiden Buchten. 

Vorkommen: Es wurden nur 2(J vom See Genezareth unter- 
sucht. Vielleicht sind die 5. Schaftglieder der Weibchen nicht verdickt. 

5. Heft 



222 



Karl W. Verhoeff: 



e) PorceZ/^o-Unte^gattung Eoporcellio n. subg. 

Die Untergattungen von Porcellio sind von mir in den schon 
genannten Aufsätzen, also mehrmals behandelt worden, diejenigen 
von Porcellio s. lat. im II. Kapitel des 10. Aufsatzes, während ich 
die Untergattungen von Porcellio und Tracheoniscus s. lat. im 3. Ab- 
schnitt des 22. Aufsatzes übarsichtlich erörtert habe. Im letzteren 
Schlüssel enthält Porcellio s. str. 4 (6) Untergattungen, während 
ich im IV. Kapitel des 23. Aufsatzes eine Erklärung über Nasigerio 
und Haloporcellio und im II. Kapitel p. 162 eine Übersicht der 
Untergattungen Metoponorthus, Proporcellio, Paraporcellio und Agahi- 
formius beigebracht habe. Endlich findet man mit Rücksicht auf die 
neuen Gruppen Äcaeroplastes und Caeroplastes einen Schlüssel der 
Untergattungen auf p. 125 und 128 im 24. Aufsatz, Archiv f. Nat. 1918. 

Die neue Untergattung Eoporcellio gehört zu den primitiveren 
Gruppen mit vollkommen abgerundetem 1. Pereiontergit, ist aber 
gegenüber allen Porce//io- Untergattungen durch die größte Ein- 
fachheit der Stirnbildung ausgezeichnet und kann überhaupt 
als die primitivste aller bekannten PorceZ/^'o- Gruppen betrachtet 
werden. 

Eoporcellio n. subg.: Hinterrand des 1. — i. Pereiontergit völlig 
zugerundet, Hinterecken des 2. und 3. stumpfwinkelig. Tergite ohne 
Querleisten, auch wader mit welliger Zellstruktur, noch mit Wachs- 
perlchen bedeckt (nur im Gebiet der Vorderecken der Epimeren 
treten Perlchen in beschränkter Menge auf, daselbst auch wellige 
Zellstruktur). Höckerchen und Epimerendrüsen fehlen ebenfalls, 
aber es treten kurze Börstchen auf, (Abb. 2a, 2b) welche einer mehr oder 
weniger stumpfwinkelig geknickten Leiste aufsitzen, während sich 
der Porenkanal der Börstchen unter dem Scheitelpunkt der stumpfen 
Winkel befindet. Unter der Lupe erscheinen die mikroskopischen 
Borstenlei stehen als kurze, feine Querlinien. Durch Habitus 
und den Pigmentierungsgegensatz zwischen Pleon und Uropoden 
(Abb. 1) an Äcaeroplastes erinnernd. , Unterstirn mit V-förmiger 
Leiste, aber Oberstirn völlig ohne Querleiste, auch sind vor 
den großen Ocellenhaufen keine Seitenlappen ausgebildet. 

1. und 2. Pleopoden mit Trachealsystemen, die 1. und 2. Exo- 
podite mit äußerst schmalen Trachealfeldern und fast geraden Tracheal- 
feldleisten, der Rand unter ihnen in der Mitte tief eingeschnürt. 

Eoporcellio exstlnctus n. sp. $ 5 — S^/s mm lg. unbekannt). 

Graugelb, mit vier braunschwarzen Längs binden. 2 schmäleren 
paramedianen und 2 breiteren seitlichen; zwischen diesen Binden 
braune Sprenkelung. Epimeren graugelb mit einem Längszuge brauner 
Längswische und feiner Randwische. Kopf vorwiegend schwarzbraun 
und zwar ist das Pigment vorn mehr gedrängt, während es am Scheitel 
ein Netz bildet, welches von zahlreichen helleren Fenstern durch- 
brochen wird. Antennen gelb, die Geißel und das 4./r). Schaftglied 
mit Ausnahme des Endes gelbschwarz, Uropoden größtenteils hell, 
ebenso die Beine, aber mit dunkeln Flecken, von welchen zwei Quer- 
flecke am Basopodit die auffallendsten. 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



223 



Ocellen zahlreich und in vier Reihen angeordnet, die Ocellenhaufen 
verhältlich groß, länger als der Abstand zwischen ihnen und der 
Anbennenbasis. Leiste der Unterstirn oben weit stumpfwinkelig. 
Antennen und Beine mit dichter welliger Zellstruktur. 2. und 3. An- 
tenn3nglied außen am Ende mit dreieckig vorragender Ecke, Geißel- 
glieder fast gleich lang. — Rücken ziemlich glänzend, Seitenknötchen 
deutlich und fast in gerader Längslinie angeordnet, die des L Tergit 
von Hinter- und Seitenrand fast gleich weit entfernt, die des 6. Tergit 
dem Hinterrand etwas und die des 7. Tergit demselben viel näher 
als dem Seitenrand. Hinterecken des L Tergit völlig abgerundet, 
des 2. und 3. abgerundet-stumpfwinkelig, Hinterrand des L- — 3. Tergit 
völlig ohne Ausbuchtung. Telson (Abb. 1) hinten abgerundet, seine 
Seiten eingebuchtet. Die Uropodenpropodite ragen ungefähr so weit 
vor wie das Telson, überragen aber bedeutend die hintersten Epimeren, 
auch die Uropodenendo- und Exopodite ragen sehr weit über das 
Telson hinaus, besonders stark die letzteren. 

Die Börstchen der Tergite (Abb. 2a, 2b) laufen sehr fein und spitz 
aus, ein überaus feiner, nur bei stärkerer Vergrößerung erkennbarer 
Saum verbindet jederseits das Börstchen mit dem Basalleistchen. 

Die L Pleopodenexopodite des $ sind sehr klein, noch nicht halb 
so groß wie die 2. zugleich pigmentlos, im Gegensatz zu den pigmen- 
tierten 2. —5. Exopoditen, die ein sehr schmales Feld abgrenzenden 
Trachealfeldleisten (trfl. Abb. 3) der L und 2. Exopodite ziehen 
quer über die tiefen Einschnürungen (e) welche den Eingang zu den 
Trachealsystemen (tr) anzeigen. 

Vorkommen: Mehrere Weibchen erhielt ich von Rehoboth bei 
Jaffa (21. 11). und eines von Chuldha. 

f) Leftotrichus naufliensis Verh. 

Für die mir in natura bekannten Leftotrichus- Axi^n gebe ich, 
als beste Erläuterung zu einer Form aus Palästina, folgende Übersicht : 

a) Epimerenränder mit Wimpern besetzt. Rücken fein aber 
deutlich abstehend behaart. Seitenknötchen wenig auffallend. 

+ Rücken matt, kräftig punktiert. Die Randwimpern der 
Epimeren besonders lang, z. T. umgebogen und der Länge der 
Epimerenränder erreichend. An den 1. Exopoditen des ^ ragt der 
lange hintere Endzipfel weit nach hinten heraus und ist ebenso lang 
wie der Basalteil, in der Endhälfte namentlich innen mit Stachel- 
borsten besetzt. Der Endzipfel zerfällt nicht in zwei Abschnitte, 
sondern ist schmal- dreieckig und allmählich nach hinten verschmälert. 

1. syreusis Verh. 

+ + Rücken etwas glänzend, sehr fein punktiert. Die Rand- 
wimpern der Epimeren sind viel kürzer, niemals umgebogen, und 
erreichen niemals V3 der Länge der Epimerenränder. An den L Exo- 
poditen des erreicht der breite dreieckige Endzipfel nur die halbe 
Länge des Basalteiles, während Stachelborsten vollkommen fehlen. 

^. panzeri B. L. 



5. Heft 



224 



Karl W. Verhoeff: 



b) Epimerenränder gänzlich ohne Wimpern. Rü^iken vorwiegend 
matt, aber mehr oder weniger bleiern schimmernd, auch im Profil 
nur äußerst kurze Behaarung zeigend und daher fast nackt erscheinend. 

Telson der Länge nach tief ausgehöhlt, oder flach und nur 
vorn mit einem abgekürzten Strich. An den 1. Exopoditen des (J 
(Abb. 11) ist der Endzipfel ebenso lang wie der Basalteil, aber 
Stachelborsten fehlen völlig, der Endzipfel ist schräg nach hinten 
und außen gerichtet und besteht aus einem bteiben rhombischen 
Grundteil und einem schlanken hornartigen Endteil. 

3. naupliensis Verh. 

Lcptotrichus nauplicusis Verh. scheint im östlichen Mittelmeer- 
gebiet weit verbreitet zu sein. Nachdem ich ihn zuerst in der Gegend 
von Nauplia (Griechenland) gesammelt hatte, fand ich später ein 
einzelnes $ bei Lentini in Ostsizilien. Die beiden von Herrn Aharoni 
geschickten Stücke stimmen mit meinen Europäern so sehr überein, 
daß ich von der artlichen Identität überzeugt bin, obwohl ich betonen 
muß, daß die männlichen Pleopoden von Europäern bisher noch nicht 
untersucht wurden. Auch zeichnet sich das von Palästina durch 
ein flaches und nur vorn gefurchtes Telson aus. Da aber das $ auch 
in dieser Hinsicht den Europäern gleicht, dürfte es sich bei ersterem 
nur um eine individuelle Variation handeln. 

Dollfus hat a. a. 0. für Palästina- Syrien Leptotrichus panzeri 
und tauricus B. L. angegeben. Da beide Arten durch bewimperte 
Epimerenränder ausgezeichnet sind, muß eine Verwechselung mit 
naupliensis als ausgeschlossen gelten, sodaß also im Gebiet drei Arten 
dieser Gattung vorkommen, ein hervorragend mediterraner Zug 
dieser Fauna. 

Schon im 15. Aufsatz habe ich hervorgehoben, daß der Endrand 
des Carpopodit der Beine mit einem Kranz starker Stachel- 
borsten bewehrt ist und möchte ich betonen, daß diese Eigentüm- 
lichkeit allen vorgenannten Leptotrichus- Arten zukommt. Die 
kräftigen Beine sind jedenfalls ausgesprochene Grabbeine, welche 
diesen Tierchen gestatten, sich in Sand leicht einzuwühlen und 
sich dadurch gegen Austrocknis zu schützen. L. naupliensis Verh. ist 
vollkommen einfarbig, am Rücken bleiern grau. In den Epimeren- 
Randfurchen münden in einer Reihe hinter einander zahlreiche 
Drüsenporen verschiedener Größe, an den 7. Epimeren z, B. etwa 20. 
Durch kleinere, auf den Tergiten zerstreute Drüsenporen wird ein 
dichtes Gerinsel abgeschieden, welches offenbar den bleiernen Schimmer 
hervorruft. 1. Endopodite des ^ gerade, einfach, allmählich ver- 
schmälert, am Ende ohne Auszeichnung. 1. Exopodite des (J (Abb. 11) 
von sehr auffallender Gestalt und in einen sehr großen Fortsatz 
ausgezogen, hinten und innen besonders an diesem dicht mit Knötchen 
besetzt. Das große Trachealfeld wird von bogiger Leiste so abgegrenzt, 
daß fast ein Kreisabschnitt entsteht. 

Vorkommen: Es wurden untersucht ein ^ von Chuldah (9 mm) 
und ein $ vom See Genezareth (7 mm). 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas, 



225 



g) Über einige andere Porcellioniden. 

Agabiformiiis aharouii Verh. erhielt ich neuerdings wieder in 2(J 
von 472"^!^ Lg. aus der Gegend von Rehoboth 21. II. Von andern 
Orten h^be ich diese Art noch nicht gesehen. 

Haloporcellio peiücilliger Verh. Außer 3 $ von 5^2 -7V2 mm 
und 6 (5 von 6^/2— 10 mm von Rehoboth, habe ich noch untersucht 
von Chuldah 2 ^ von 10 mm, Ij.^ 7V2 mm und 2 $ 8V2 und IOV2 mm. 
In hügeligem Gelände südlich von Rehoboth bei El Muraw 2. III. 
9 (J 5 alle Weibchen sind ohne Marsupium. Da Chuldah 2 Stunden 
östlich von Rehoboth liegt, ist hiermit ein von der Meeresküste unge- 
wöhnlich fernes Vorkommen einer Art festgestellt, deren Verwanate 
bisher stets in der Nähe des Meeres beobachtet worden sind. In meiner 
Arbeit ,,über die Atmung der Landasseln" Zeitschr. wiss. Zool. 1920 
p. 440 schrieb ich Folgendes: 

.,Die der Untergattung Nasigerio angehörenden PorcelHo- Arten, 
also rhinoceros B. L. moehiusii und gerstäckeri Verh. sind für die den 
Strandzonen nächstbenachbarten Gebiete mit odei ohne Land- 
pflanzen so charakteristisch, daß ich sie als besondere ökologische 
Gruppe der Parhalopetrophilen zusammenfasse. Sie dringen 
niemals tiefer ins Binnenland, unterscheiden sich aber von den Halo- 
petrophilen dadurch, daß sie mit dem Meerwasser nicht in unmittel- 
bare Berührung kommen." 

Proporcellio quadriseriatus Verh. Von Rehoboth 21. II. erhielt 
ich 1 (J 7Y2mm, 1 j. $ 4V2mm und von Chuldah 1 ^ von 9^2 nim, 
alle genau ebenso gezeichnet wie die im 23. Aufsatz von mii be- 
schriebene Type. 

Metoponorthus pruinosus B. L. (genuinus) ist in Palästina offenbar 
weit verbreitet und zwar in braunen bis graubraunen Individuen, 
deren Pleopoden hell bleiben, während die Uropoden aschgrau bis 
braun erscheinen, aber bisweilen etwas gelbliche Exopodite besitzen. 
In den männlichen 1. Pleopoden herrscht Übereinstimmung mit 
den Europäern, bei welchen bekanntlich auch an ein und demselben 
Orte nicht unerhebliche Variationen der 1. Exopodite vorkommen 
können. 

Rehoboth 21. II. 1 ^ (9V2 mm) und 3 ?, Chuldah 5 ? 8V2 
— llV2mm, davon zwei mit Marsupium, 4.- — 6. III., Ekron 3. III., 
159 mm ohne Marsupium, See Genezareth 2^9 mm, 1 (J 5V2 mm. 

Ulet. pruinosus meleagris B. L. erhielt ich in zahlreichen weiblichen 
Individuen, aber bisher noch kein einziges männliches. Von El 
Muraw und dem See Genezareth Stücke ohne Marsupium, dagegen 
von Chuldah 6. III., 20 ? von 10—14 mm meistens mit mehr oder 
weniger stark geschwollenem Marsupium. Grauschwarz bis grau- 
gelb mit mehr oder weniger aufgehellten Epimeren-Rändern, mit 
gelben Uropodenexopoditen und schwarzen Propoditen. Die Pleo- 
podenexopodite sind stark pigmentiert und daher viel dunkler als 
bei pruinosus. 

ArcWr für Naturgeschichte. 

1923. A. 5. 15 5. Heft 



226 



Karl W. Verhoeff: 



Der von Dollfus aufgeführte Met. swammerdami Aud. u. Sa. V. 
ist vermutlich nur eine Varietät des meleagris. 

Metoponortlius siibtcrraueus n. sp. Wahrscheinlich myrmekophil ! 
— Steht dem 7nyrmicidarum Verh. aus Sizilien am nächsten und 
stimmt mit ihm größtenteils überein, auch in der Lage der Seitenknoten, 
des 1. und 2. Tergit, ist aber kleiner, die vorderen Tergite besitzen 
deutliche Körnchenquerzüge; das 1. Antennenglied ist mindestens 
um Ys kürzer als das 2. Die Epimeren des 1. Tergites reichen nach 
vorn nur bis zum Vorderrand der Ocellenhaufen. Die Schuppen- 
borsten der Tergite sind schlanker und spitzer als bei myrmicidarmn. 
Rücken einfarbig hellgraugelblich mit Spuren von Körnelung. Ocellen 
abgeplattet und klein. 

Vorkommen: Chuldah 6. III. 1 ? 1 cJ von 4V2— 5 mm. 

Ob diese Form als Rasse des myrmicidarum zu betrachten ist, 
kann erst durch zahlreichere Objekte entschieden werden. 

Dollfus beschrieb aus Palästina noch zwei Metoponorthus- Arten, 
von welchen die eine vom Toten Meere stammt und durch ungewöhnlich 
große Uropoden-Propodite ausgezeichnet ist, während die andere am 
See Genezareth gefunden wurde und drei Längsbinden besitzt. 

h) Zur Kenntnis der Armadillidiiden. 
Schlüssel der Schizidium- Arten. 

a) Antennenlappen fast erloschen, nur noch angedeutet, Rücken 
unbehaart (?). Telson dreieckig, mit leicht eingebuchteten Seiten 
und fast spitzem Ende. 1. fissum B. L. (Cypern und Syrien). 

b) Antennenlappen sehr klein. 3. davidi Dollf. (Syrien). 

c) Antennenlappen kräftig entwickelt d, e. 

d) Stirnleiste in der Mitte unterbrochen. Telson breit ab- 
gestutzt. (Rücken unbehaart?) Ocellen 15, also nur kleine Gruppen 
bildend. 13 mm. 3. liybriduin B. L. (Griechenland). 

e) Stirnleiste nicht unterbrochen. Rücken mehr oder weniger 
abstehend, dicht und fein behaart. f. g. 

f) Das Schisma an den Hinterecken der 1. Pereionepimeren ist 
von oben nicht sichtbar. Stirnleiste im mittleren Drittel im Bogen 
nach vorn gekrümmt. 

-f- Stirnleiste gleich stark bleibend, unter der Andeutung des 
Stirndreiecks tritt die Unterstirn fast kantig vor. Die H}^oschismal- 
lappen sind abgekürzt, d.h. sie bleiben von außen gesehen noch 
ein gut Stück zurück hinter den abgerundeten Hinterecken. Hinter- 
rand des 1. Tergit leicht aber deutlich ausgebuchtet. H}'poschismal- 
feld schmal, die Randfurche bricht vor dem Schisma vom Rande ab 
und zieht gerade auf dieses los. Telson breit, abgerundet- abgestutzt. 
8 — 20 mm. Innenränder der letzten Epimeren divergierend. (Abb. 7 
und 8). 4. ocrtzeui B. L. (Griechenland). 

+ + Stirnleiste in der Mitte schwächer als an den Seiten, unter 
der Andeutung des Stirndreiecks ist die Unterstirn abgerundet. Die 
Hyposchismallappen sind nicht abgekürzt, sondern überragen im 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



227 



Gegenteil nach hinten zu die abgerundeten Hinterecken. Hinterrand 
des 1. Tergit fast gerade verlaufend. Telson zwischen den Uropoden 
dreieckig vortretend, mit kräftig eingebuchteten Seiten und fast 
spitzem Hinterende. 12 mm. Hyposchismalfeld breit, die Kandfurche 
bleibt am Rande, auch unter dem Schisma (Abb. 9). Innenränder 
der letzten Epimeren parallel oder leicht konvergierend. 

5. tiberiauuin n. sp. (Palästina). 

g) Das Schisma an den Hinterecken der 1. Pereionepimeren ist 
von obenher sichtbar. 

+ Der Hyposchismal läppen erscheint von oben gesehen als ein 
schmaler, fast bis zur Hinterecke reichender Streifen. Telson 
dreieckig, mit fast geraden Seiten, hinten abgerundet. Stirnleiste 
im Bogen verlaufend. 7 mm. 

6. graiium Dollf. (Syrien), 
-f-j- Der Hyposchismallappen erscheint von oben gesehen als 
ein Dreieck, dessen Hinterende weit von der abgerundeten Hinter- 
ecke der 1. Epimeren entfernt bleibt. Telson mit dreieckigem 
Hinterteil fast spitz auslaufend, seine Seiten eingebuchtet. Stirnleiste 
größtenteils quer verlaufend. 12 mm. T. festae Dollf. (Libanon). 



Schizidium tiherianum n. sp. 12 mm lg. ^ g^au und schief er schwarz 
unregelmäßig marmoriert. Rücken glänzend, fein und ziemlich dicht 
punktiert, überall kurz und fein abstehend behaart. Seiten des 
1. Tergit vor dem Schisma fein längs nadelrissig. 1. Geißelglied Ys 
der Länge des 2. erreichend. Stirnleiste in der iflitte im Bogen nach 
vorn, an den Seiten nach hinten geschwungen und vor den Ocellen 
nur eine Andeutung von Seitenlappen bildend. . Antennenlappen 
gut entwickelt, außen gebogen, vorn etwas gerundet-eckig vortretend. 
Hinterenden der Hyposchismalfelder (Abb. 9) so weit nach hi nten 
vorragend, daß sie von außen her durch Seitenlappen des 2. Tergit 
verdeckt werden. (Bei oertzeni Abb. 7 und 8 liegen die Hinterenden 
der viel kürzeren Hyposchismalfelder von den Seiten betrachtet 
vollkommen frei.) Hinterecken der Epimeren des 3. Pleonsegmentes 
entschieden spitzwinkelig, (bei oertzeni fast rechtwinkelig). Seiten- 
lappen des 2. Pereiontergit abgerundet- abgestutzt (Abb. 9), bei 
oertzeni abgerundet. (Abb. 7.) 

Vorkommen: 4 5 vom See Genezareth. 

Anmerkung: Der Bau des Schismas und Hyposchismalfeldes 
und Verlauf der Randfurche des l. Tergit sind für die Schizidium- 
Arten maßgebende Charaktere. Leider sind die meisten Arten in 
dieser Hinsicht noch nicht genügend aufgeklärt und auch Dollfus 
hat keine Darstellungen beigebracht, welche sich mit meinen Abb. 7 — 9 
vergleichen ließen. 

Armadillidiuni rehoboteiise Verh. Zahlreiche Individuen erhielt 
ich neuerdings teils von El Muraw, 2. III. (größtes Stück 9^2 mm) 

15* 5. Heft 



228 



Karl W. Verhoeff: 



teils von Ekron. Von Rehoboth untersuchte ich 9 Erwachsene und 
6 Jugendliche von 27-2^72 ~ vier Reihen braunschwarzen 
Flecke bestehen aus mehr oder weniger unregelmäßig verzweigten 
Pigmenten. 

Armadillidium vulgare B. L. Es ist merkwürdig, daß Dollfus 
das echte A. vulgare nicht angibt, obwohl er aus Syrien-Palästina 
mehrere Ärmadillidium- Äxten anführt, die ich noch nicht gesehen 
habe. — Von Zahle IV. 17 erhielt ich zwei Dutzend Individuen von 
typischer Färbung und dem bekannten sexuellen Farben-Dimorphismus, 
übrigens durchgehends kleiner als unsere Mitteleuropäer. Vom See 
Grenezareth liegt ein (J von 8 mm Länge vor. 

i) Chaetophiloscia aharonii n. sp. 

Schlüssel der Chaetofhiloscia- Arten. 

Dollfus hat a. a. 0. für Syrien- Palästina die Philoscia elongata 
Dollf. angegeben, freilich ohne irgend welche näheren Angaben über 
dieselbe zu machen. Da nun diese Art die typische und zugleich häufigste 
der Gattung Chaetophüoscia ist und die von mir aus Palästina nach- 
gewiesenen Chaetophiloscien äußerlich ganz mit elongata überein- 
stimmen, so ist es höchst wahrscheinlich, daß Dollfus ebenfalls diese 
vorgelegen haben und er ihre artliche Besonderheit nicht erkannt hat. 
Zur Orientierung über die noch wenig bekannten Arten dieser Gattung 
gebe ich folgende Übersicht: 

a) Oberstirn mit vollständiger, quer verlaufender und vor den 
Ocellen tief herabbiegender Leiste^). Pereionepimeren mit Rand- 
furche, 2.- — i. Epimere durch Basalfurche abgegrenzt. In Größe und 
Färbung der elongata äußerst ähnlich. 1. illyrica Verh. 

b) Oberstirn ohne Querleiste c, d. 

c) Pereionepimeren mit deutlichen Randfurchen, der Rand der 
6. und 7. in der Mitte abgerundet-stumpfwinkelig vortretend, am Grund 
der 2. —4. Epimere meistens mit feiner Längsnaht, welche aber auch 
bisweilen fehlen kann. 

-\~ l.-Endopodite am Pleon des (J in der Endhälfte bis zum Ende 
gleichmäßig verschmälert, 1. Exopodite mit stumpfwinkeliger Ein- 
buchtung. 5. Exopodite des (J nur in eine sehr kurze Spitze auslaufend, 
außen nur schwach ausgebuchtet (Abb. 10). (Beim $ sind die 5. Exo- 
podite nur abgerundet- eckig, ohne Spitze und ohne Ausbuchtung). 
Längsnaht am Grunde der 2. —4. Epimere meistens durchlaufend, 
seltener fehlend. 2. eJongata (Dollf.). 

+ -f L Endopodite am Pleon des im letzten Drittel plötz- 
lich viel dünner als vorher (Abb. 12). 5. Exopodite des cJ in eine 

*) Diese Oberstirnleiste ist nicht zu verwechseln mit der feinen, bei allen 
Arten vorkommenden Unterstirn leiste, welche hinter den beiden Antennen- 
gruben hinzieht und quer über die Mitte streichend sich unmittelbar über und 
hinter den Antennulen befindet. 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



229 



lange und starke Spitze ausgezogen (Abb. 13), fast Y3 so lang wie 
das übrige Exopodit, außen neben der Spitze eine tiefe Ausbuchtung, 
1. Exopodite mit rechtwinkeliger Einbuchtung, 2.-5. Exopodit e 
stark pigmentiert und mit schwarzem Längsband. Längsnaht am 
Grunde der 2. — 4. Epimere sehr fein (?) oder ganz fehlend {^). 

3. aharoni! n. sp. 

d) Pereionepimeren entweder ganz ohne oder mit schwächeren 
Randfurchen, der Rand der 6. und 7. Epimere einfach zugerundet, 
am Grunde der 2.-^. Epimere niemals eine Längsnaht. e, f. 

e) Hinterecken der 7. Pereion-Epimere abgerundet, Rücken 
auf braunem Grunde durch grauweiße Fleckung marmoriert erscheinend 
Drei Längsreihen, eine mediane aus rundlichen und seitliche aus läng- 
lichen Flecken bestehend, sowie die breiten Epimerenränder sind 
grauweiß. 4. penteliconensis Verh. 

f) Hinterecken der 7. Pereionepimeren eckig, spitz- bis recht- 
winkelig vortretend. g, h. 

g) Seiten des Telsons leicht aber deutlich eingebuchtet. Be- 
borstung des glänzenden Rückens nur spärlich. Pereionepimeren ganz 
ohne Randfurchen, außen größtenteils dunkel. Ende der l. Pleon- 
Endopodite des (J in zwei Läppchen geteilt. (Man vergl. Abb. 13 und 
16 im 15. Isopoden- Aufsatz, 1908. 5. sicula Verh. 

h) Seiten des Telsons gerade verlaufend, Rücken reichlicher 
beborstet. Die 1. Pleon-Endopodite des ^ (soweit bekannt) am Ende 
nicht in Läppchen geteilt. i, k. 

i) Hinterzipfel der 7. Pereionepimeren und Pereionepimeren 
überhaupt dunkel. 

a) Rücken hellbraun mit grauweißen Flecken. 6. attica Verh. 

ß) Rücken dunkel chokoladenbraun mit grauweißen Flecken. 

-f Rücken länger beborstet, mit heller Medianlinie, die seitlichen 
hellen Flecken unregelmäßig angeordnet. (1. (J Pleopoden in Abb. 14 
des 15. Aufsatzes.) T. glandulifera Verh. 

-\ — |- Rücken kürzer beborstet, ohne helle Medianlinie, die seit- 
lichen hellen Flecke am Grunde der Epimeren in regelmäßiger Längs- 
reihe. 8. gravosensis Verh. 

k) Hinterzipfel der 7. Pereionepimeren breit dreieckig aufgehellt. 
(1. (J Pleopoden in Abb. 31 und 32 des 15. Aufsatzes.) 

9. piligera Verh. (= italica Verh.). 

Chaetophiloscia aharonü n. sp. Von der Größe, Farbe und dem 
Habitus der überhaupt höchst ähnlichen elongata Dollf. 

In den Furchen der Epimerenränder mündet eine Anzahl von 
Drüsenporen, z. B. am 6. und 7. Pereiontergit 7 — 9 und zwar mehrere 
zerstreut an der abgerundeten Vor der ecke, 2 vor der Mitte. 

Die Beborstung der Tergite erscheint mikroskopisch als aus drei- 
eckigen, am ehesten an den Rändern erkennbaren, äußerst blassen 
Borstenschüppchen gebildet. 7. Beinpaar des ^ ohne Auszeichnung. 

Die Spitzen der etwas nach außen gebogenen, verdünnten End- 
strecken der 1. Endopodite des ^ (Abb. 12) ohne besondere Bewehrung. 
Band der 1. Pleonexopodite des ^ nackt, der 2. mit einer Reihe 

5. Heft 



230 



Karl W. Verhoeff: 



Borsten, deren hinterste die stärkste, 2. Exopodite am Ende abgerundet, 
auß^n weit ausgebucht et. Ähnlich aber kürzer und weniger tief aus- 
gebuchtet sind die 3. und 4. Exopodite des ^. Die ausgezeichneten 
5. Exopodite zeigt Abb. 13. Alle Exopodite des $ sind viel kürzer 
und gedrungener, die 1. außen flach stumpfwinkelig ausgebuchtet, 
die 2. — 5. alle außen ganz ohne Ausbuchtung, die 2.-4. hinten stark 
abgerundet, die 5. hinten dreieckig vorragend. 

Vorkommen: Biese bisher einzige aus Palästina bekannte 
Onisciden- Art scheint dort nicht selten zu sein. 

Vom See Genezareth sah ich 6 $ (davon 3 mit Marsupium) und 1 (J 
von 6 mm Länge. El Muraw 2. III. ein 5 mit schlüpfreifen Larven. 
Chuldah 9 ? fast alle mit Marsupium. Rehoboth schon 2L II. (!) 
ein § von 6V2 ^^i^ Marsupium. 



Inhaltsübersicht. 

Seite 

1. Einleitung und Literatur 206 

2. Die zoogeographische Bedeutung der Pleon- Reusen .... 211 

3. Über neue und alte Isopoden aus Palästina imd Schlüssel 

für einige wenig bekannte Gruppen 215 

a) Porcellioniden- Gattungen 215 

b) Schlüssel für Euforcellio in Palästina- Syrien 217 

c) Die Euporcellio- Arten 218 

d) Über Protracheoniscus und Schlüssel der Arten 220 

e) Porcellio, Untergattung Eoporcellio n. subg 222 

f) Leptotrichus naupliensis Verh 323 

g) Über einige andere Porcellioniden 225 

h) Zur Kenntnis der Armadillidiiden 226 

i) Chaetophiloscia aharonii n. sp. und Schlüssel der Chaeto- 

philoscia- Alten 228 



Archiv für Naturgeschichte 88. JalTr|. 192Z,AhiA. 




K. W.Verhoe/f ^e^. 



Verhoeff: Z\irKenni i> 



Zur Kenntnis der Landasseln Palästinas. 



231 



Erklärung der Abbildungen. 

Abb. 1 — 3 . Eoporcellio exstinctus n. sp. 

1. Das 5. Pleopodensegment, Telson und Uropoden von oben gesehen, 
x56. 

2a. Vier Tergitborsten mit ihrem Basalleistchen, X 340. 
2b. Eine derselben, x500. 

3. Das 2. Pleopoden-Exopodit von miten gesehen, e Eingang zum 
Trachealsystem, trfl Trachealfeldleiste, tr Tracheen, x 125. 
Abb. 4. Porcellio deganiensis n. sp. ^ Ende eines 1. Pleopodenendopodit, X 220, 

Ii Innen- a Außenrand. 
Abb. 5 imd 6 Protracheoniscus genezarethanus n. sp. ^. 

5. Rechtes 1. Pleopoden-Exopodit von imten betrachtet, tfl Tracheal- 

feldleiste, X 125. 

6. Rechtes 5. Pleopoden-Exopodit von oben her dargestellt, bp Base- 

podit, tf Trachealfeld, r Innenrinne, X 125. 
Abb. 7 und 8 Schizidium oertzeni B. L. 

7. Das 1. hund 2. Pereiontergit schräg von außen und unten betrachtet, 

XlO. 

8. Rechtes Schisma des 1. Tergit ebenso, rf Randfurche, sch Schisma, 

a vorderer Anfang desselben, hsch Hyposchismalfeld, X 56. 
Abb. 9. Schizidium tiberianum n. sp. das 1. und 2. Pereiontergit schräg von 

außen und unten betrachtet, X 10. 
Abb. 10. Chaetophiloscia elongata (Dollf.) Das 5. linke Pleopodenexopodit 

nebst Propodit (bp) von oben her dargestellt, bb Blutbahn, X 125. 
Abb. 11. Leptotrichus naupliensis Verh. c^. Das rechte 1. Pleopoden-Exopodit 

von unten gesehen, tf Trachealfeld, a Verbindung mit dem Baso- 

podit, X56. 
Abb. 12 und 13. Chaetophiloscia aharonii n. sp. 

12. Die Endopodite der 1. Pleopoden von unten betrachtet, X 56. 

13. Linkes 5. Exopodit von oben gesehen, X 125. 



5. Keft 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung 
Halictus Latr. 

Von Landgericlitsrat P. Blüthgen in Naumburg a. S. 
(Mit 38 Figuren.) 



I. Die Stellung der grünen Arten im System. 

Die Gattung Halictus Latr. bietet nächst Sphecodes Latr. dem 
Systematiker woKl die größten Schwierigkeiten, sowohl ihres un- 
erschöpflichen Artenreichtums wegen,, als auch deshalb, weil sie sich 
durch die außerordentliche Gleichförmigkeit langer Reihen von Arten 
und die Subtilität der Unterscheidungsmeikmale auszeichnet. 

Eine Anzahl von Arten (ich spreche nur von den paläarktischen) 
unterscheidet sich nun sogleich von dem Gros durch die mehr oder 
weniger metallisch grüne bis blaue oder die erzfarbene Färbung des 
Chitins wenigstens von Kopf und Thorax. Diese Arten erscheinen 
dadurch als zusammengehörig, und sie sind auch in der Tat von den 
Autoren in der Regel als Gruppe für sich behandelt worden, so in den 
Arbeiten von Schenck, Thomson, Saunders, Morawitz u. a. 

In N ahrheit bilden jedoch die grünen Halictus keine in sich ge- 
schlossene und von den nicht grünen geschiedene Gruppe, ebensowenig 
wie das z. B. bei den ^nd^rena- Arten mit rotem Hinterleib der Fall ist. 
Sieht man sich nämlich die ausgesprochen grün gefärbten Arten nähor 
an, so wird man bemerken, daß sie in einzelne mit einander nicht 
oder nicht näher verwandte Gruppen zerfallen, die sich ihrerseits 
morphologisch so eng an gewisse Gruppen nicht grüner Aiten an- 
schließen, daß es ohne die abweichende Chitinfarbe niemand einfallen 
würde, sie nicht in jene einzuordnen. So gehört Halictus tumulorum L. 
und der Kreis seiner Verwandten nach Körperform und Zeichnung 
beider Geschlechter und nach dem Bau der Fühler und der Bauch- 
platten der Hinterleibssegmente in die Gruppe von sexcinctus F. 
(Arten mit Binden auf den Segment enden), cephalicus Mor. und seine 
Verwandten gleichen in der Kopfform der außerordentlich 7na- 
culatus Sm. und verschiedenen anderen Arten der sexcinctus- Giu-ppe, 
der Formenkreis von SmeathmanellusK. und morio F. zeigt mehr oder 
weniger die Merkmale der Gruppe calceatus Scop., araxanus nov. spec. 
gehört offensichtlich in die Verwandtschaft von minutus K., hfto- 
cephalu^ nov. spec. in diejenige des clypearis Schck. Diese Beispiele 
ließen sich beliebig vermehren. 

Zudem ist die grüne oder blaue Färbung eine reine Struktur färbe, 
hervorgerufen durch Interferenzerscheinungen infolge der Struktur 
der Chitinoberfläche. Sie ist deshalb auch in ihrer Intensität außer- 
ordentlich variabel (man vergleiche den leuchtend metallisch goldig- 



P. Blüthgen: Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 233 

grünen virens Erichs, (simulans Per.) oder aureolus Per. mit dem trübe 
schwärzlichgrünen tumulorum L.) und häufig ganz oberflächlich, nur 
bei bestimmter Belichtung erscheinend (so namentlich der grüne 
Schimmer rotgefärbter Körperteile, z. B. des Hinterleibs von Pici 
Per.). 

Schließlich ist auch die Grenze zwischen grünen und nicht grünen 
Arten flüssig: es gibt unter letzteren solche, bei denen das Mesonotum 
und Schildchen manchm.al einen mehr oder weniger deutlichen grün- 
lichen Schimmer aufweist (so xanthopus K., rufocinctus Nyl., sexnota- 
tulus Nyl.), Arten, bei denen diese Körperstellen stets eine ausge- 
sprochen , sei es matte (frasinus Sm.), sei es weniger {hreviventris Schck., 
suhaenescens Per.) oder mehr (salinus Mor.) metallische Buntfärbung 
besitzen, und schließlich Arten, bei denen das Schwarz oder Braun 
des Chitins allgemein einen leichten graulichen oder bräunlichen Erz- 
schimmer zeigt (z. B. mandibularis Mor., nitidiusculus K.). 

Offenbar in Erwägung dieser Tatsachen hat bereits J. Perez in 
seinen verschiedenen Arbeiten die grünen Arten im Anschluß an die 
Binden- ^^a^^c^^^5 behandelt. Er begeht aber die Inkonsequenz, auf 
halbem W ege stehen zu bleiben und sämtliche grünen Arten als ein- 
heitliche Gruppe aufzuführen, anstatt ihre natürliche Gliederung 
durchzuführen. 

Für Bestimmungstabellen wird man natürlich nach Möglichkeit 
die Färbung des Chitins als leicht in das Auge fallendes Unter- 
scheidungsmerkmal beibehalten und die grünen Arten als Hauptgruppe 
von den übrigen abtrennen. Denn wenn man auch bemüht sein muß, die 
Kennzeichen so zu wählen, daß natürliche Gruppen nicht auseinander- 
gerissen werden, so muß doch dieses Bestreben hinter dem Zweck eines 
Bestimmungsschlüssels, die Erkennung einer Art auf raschestem und 
einfachstem Wege zu ermöglichen, zurücktreten. 

II. Die Gruppe des Hai. cephalfeus Mor. 

Unter den grünen Halictus hebt sich eine Gruppe unter einander 
sehr nahe verwandter Arten durch ihren Habitus auffällig von den 
übrigen ab. Gemeinsam ist ihnen die gedrungene Gestalt, die nament- 
lich durch den kurzen, breiten und gewölbten Hinterleib bedingt wird, 
und der dicke, bei einzelnen Art en an Masse dem Thorax gleichkommende 
Kopf. Dieser ist viel breiter als jener, hinter den Augen mehr oder 
weniger stark verlängert, die Schläfen sind sehr dick, das Gesicht mehr 
oder weniger quadratisch, nach unten nicht oder nur ganz schwach 
verjüngt, die inneren Augenränder kaum gebogen, fast parallel. Die 
horizontale Fläche des Mittelfeldes ist seitlich und hinten weit ge- 
rundet, ebenso wie der Stutz poliert und stark glänzend, das Mittel- 
feld sehr fein skulptiert. 

Uber die einzelnen Arten dieser Gruppe herrscht noch rechte 
Unsicherheit. Ich habe mich in „Deutsch. Ent. Zeitschr." 1920, p. 291 ff. 
bemüht, eine wenigstens vorläufige Klärung der mediterranen Formen 
zu schaffen. Die Untersuchung zahlreicheren Materials aus dem 
Wiener Staatsmuseum, die ich inzwischen vornehmen konnte, er- 



5.H«ft 



234 



P. Blüthgen: 



mögliclit mir eine Ergänzung, zumal ich darunter das mir noch nicht 
bekannt e^J des conjuiujcns Blüthg. und zwei weitere noch unbeschriebene 
Arten fand. 

Freilich bleibt nach wie vor die Unklarheit darüber, auf welche 
Art ce])haJicns Mor. zu beziehen ist. Nachdem ich etwa 200 $$ des 
Kessleri Brams. aus den verschiedensten Gegenden untersucht habe, 
muß ich jetzt allerdings die Möglichkeit zugeben, daß dies doch ce- 
phalicus ist. Deim nur ein sehr geringer Prozentsatz davon besaß 
noch mehr oder weniger deutlich die lockeien Endbinden, welche 
völlig frische Stücke aufweisen. Unter den übrigen Exemplaren war 
eine erhebliche Anzahl sonst noch sehr wohl erhalten, namentlich die 
Flügelsäume unversehrt, ein Zeichen, daß sie nur kurze Zeit geflogen 
sein können. Die Binden reiben sich offenbar sehr rasch ab, und es 
ist daher nicht ausgeschlossen, daß die Stücke, die Morawitz bei 
der Beschreibung vorgelegen haben, solche waren, die, im übrigen 
völlig frisch erscheinend, doch schon die Binden eingebüßt hatten. 
Andererseits besteht aber ebensogut die Möglichkeit, daß cefhalicus 
die Art ist, die ich nachstehend unter dem Namen neuter beschreibe. 
Und schließlich paßt die Besclu'eibung auch auf die Art, auf die ich 
a. a. 0. den cephalicus bezogen habe. 

Diese Ungewißheit wird sich erst dann beheben lassen, wenn die in 
Petersburg befindliche Type wieder der Forschung zugänglich sein 
wird. Jedenfalls glaube ich, es immerhin als einen Fortschritt be- 
zeichnen zu düifen, wenn zunächst einmal die einzelnen Arten der 
Gruppe von einander abgegrenzt werden. Die Festlegung der Syn- 
onymie mag später erfolgen. 

1. Hai. Kessleri Bramson (Fig. la$, Ib^^.) 

Den von mir a. a. 0., p. 294 angegebenen Fundorten kann ich 
folgende nachtragen: Südfranki'eich (Marseille, 1 $), Istrien und 
Dalmatien (von zahlreichen Orten, daselbst anscheinend häufig), 
Krain (Loitsch, 1 $), Nieder Österreich (Bisamberg, sehr zahlreich), 
Sizilien (1 $), Korfu (1 $), Griechenland (ohne nähere Angabe, mehrere 
Stücke), Mazedonien (Usküb), Russisch-Armenien (Eriwan), ferner 
aus den bereits als Verbreitungsgebiet bekannten Gegenden: Susak, 
Bakar, Zadar und Orik (bei Fiume), Leithagebirge, Hegyes-halom 
(Ungarn), AValoniki (Südrußland), Jekaterinoslaw. 

Die Art variiert in der Größe ziemlich erheblich, namentlich im 
weiblichen Geschlecht. Herr Prof. Dr. Sajo (Budapest) schrieb mir, 
im Gebirge finde sich eine größere, in der Ebene eine kleinere Form. 
Ich habe aber dieselben Schwankungen auch bei Tieren von derselben 
örtlichkeit (z. B. Bisamberg) gesehen. Manche $$ haben hinten gelbe 
Schulterbeulen; die Fühlergeißel ist unten nicht selten heller ^gelbbraun 
statt rötlichbraun). Die sind aber stets auf den ersten Blick an dem 
flachen, am Vorderrand mitten etwas aufgeworfenen Kopfschild zu 
erkennen. 

Bei den kommen Stücke mit metallisch blauem Mesonotum 
vor; manchmal sind die Oberkiefer mit Ausnahme der roten Spitze ganz 



Beiträge zur Kenntnis der Bieneng«ttnng Halictus Latr. 



235 



schwarz; die dunkle Zeichnung der Mittel- und Hinterschienen ver- 
drängt nicht selten die gelbe Grundfarbe bis auf einen schmalen Ring 
am Grunde und am Ende. 

2. Hai. ucuter nov. spec. $ 

Im allgemeinen mit conjungens Blüthg. übereinstimmend, nament- 
lich in der Kopfform, Farbe und Art der Behaarung, aber in folgenden 
Punkten abweichend: Das 1. und 2. Segment sind nicht lebhaft, 
sondern mäßig glänzend, außer der polierten Basis des 1. auch äußerst 
fein gerunzelt, deshalb mit seidigem Schimmer, die Punktierung des 
Hinterleibs etwas kräftiger, die Segment endbinden lockerei, die beiden 
ersten mitten unterbrochen; schließlich ist auch die Größe durch- 
schnittlich etwas erheblicher (6,5—7 mm). 

15 $5 von Helenendorf (Transkaukasien) im Wiener Museum. 

Möglicherweise eine Varietät von conjungens'! 

3. Hai. gemmeus Dours {ce^halicus Mor.) (Fig. 5) 

A. a. 0., p. 299 habe ich die Ansicht ausgesprochen, daß cephalicus 
Mor. (so wie ich ihn gegenwärtig auffasse) von gemmeus Dours ver- 
schieden sei. Nach Durchsicht zahlreicheren Materials neige ich in- 
dessen dazu, beide für identisch und die von mir angegebenen Unter- 
schiede für individueller Art zu halten. Der Name gemmeus ist dann 
als der frühere für die Art anzuwenden. Bezeichnend für sie ist die 
kräftigere und weitläufigere Punktierung, ein Merkmal, das besonders 
auf Gesicht und dem 1. Segment hervortritt. 

Folgende Fundorte sind mir bisher bekannt geworden: Süd- und 
Südwestfranki'eich, Spanien, Pityusen, Balearen, Korsika, Sardinien, 
Italien (Livorno, Apulien, Kalabrien), Sizilien, Algier, Tunis, Dal- 
matien, Korfu, Griechenland, Kleinasien (Poln-Tschiftlik), Ägypten. 

Aus weiter nach Osten liegenden Gegenden ist mir noch kein 
Stück zu Gesicht gekommen. Das spricht eigentlich dagegen, daß der 
aus Daghestan (Baku und Derbent) beschriebene cefhalicus diese 
Art ist, und läßt eher vermuten^ daß es sich um eine der beiden vorigen 
Arten handelt. 

4. Hai. conjungeus Blüthg. (Fig. 2a ?, 2b cJ) 

Die Beschreibung des 5 dieser Art ist a. a. 0., p. 299 gegeben. 
Weitere Fundorte: Beirut (1 9), Kleinasien (Erdschias), Kaukasus- 
gebiet (Helendorf: zahlreiche Stücke; Araxestal: 2 $$). Ergänzend 
möchte ich bemerken, daß auf der Mitte des Mesonotums die Zwischen- 
räume der Punkte deutlicher, wenn auch meist kleiner als diese, und 
an sich mäßig glänzend sind; im ganzen erscheint die Fläche aber 
matt, mit seidigem Schimmer. 

In einer kleinen Anzahl von Stücken, teils von Helenendorf, teils 
von Erdschias, fand sich unter dem mir vorliegenden Material auch 
das (J vor. Es gleicht in der Kopfform und im Habitus im allgemeinen 
dem (5 von Kesslern, jedoch ist der Hinterleib etwas schlanker. Der 
Kopf Schild ist ausgedehnter gelbgezeichnet, die Oberlippe gelb, die 

5. Heft 



236 



P. Blüthgen: 



Oberkiefer gelb mit roter Spitze und schwarzem Fleck außen an der 
Basis. Die Körperfarbe ist hellgrün, Fühlergeißel unten biäunlichgelb, 
das 2. Glied vorn und unten rostgelb. Die Flügelschuppen sind durch- 
scheinend horngelblich, vorn gelb gefleckt. Die Mittel- und Hinter- 
schienen zeigen nur kleine braune Flecken auf Außen- und Innenseite. 
Das beste Meikmal, welches das^ sofort ei kennen läßt, bietet der Bau 
des Hinterleibs: die Rückensegmente sind am Ende kräftig eingedrückt 
(die Endsegmente etwas schwächer), das 1. ist auf der Scheibe quer 
in flacher Mulde vertieft, dahinter kräftig gewölbt, wodurch ein vor 
der Depression (Endteil) liegender flacher \\ulst entsteht, gegen den 
jene scharf abgesetzt ist; das 2. ist am Grunde kräftig eingedrückt, 
dahinter kräftig und gegen den Endteil scharf abgesetzt gewölbt; 
ebenso, aber schwächer, das 3. Die Segmente sind fast matt, sehr dicht 
fein punktiert, die Zwischenräume kleiner als die Punkte, nur das 
1. Segment etwas glänzender und ein wenig weitläufiger punktiert, 
namentlich auf dem Endteil. Bauchsegment 2- 4 mäßig und seidig 
glänzend, sehr dicht and äußerst fein ganz flach punktiert, 5 etwas 
weitläufiger und glänzender, 6 deutlich, wenn auch sehr fein, ziemlich 
dicht punktiert; 3 am Ende schmal, 4 bis zur Mitte des Segments halb- 
mondförmig flachgedrückt; 5 von den Seiten nach der Mitte abschüssig. 

Behaarung wie beim $, das Gesicht unterhalb der Fühler dicht 
schmutzigweiß beschuppt und behaart. Die Rückensegmente am Ende, 
das 2. und 3. auch am Grunde mit lockeren Haarbinden von schmutzig- 
weißlicher Farbe, die ersten beiden Endbinden anscheinend mitten 
unterbrochen, Segment 2 und 3 auch längs den Seiten locker befilzt. 
Flügel wasserhell, Adern bräunlichgelb. Mal noch heller. 
_ Sonst im wesentlichen Kessleri ^ gleichend. 

5. Hai. niordax nov. spec. $ (Fig. 3) 

Kopf und Thorax metallisch grün, Mittelfeld dunkler, Brust 
und Thoraxseiten schwarz, Oberkiefer hell rostrot mit dunklerer Spitze, 
Rand des Kopfschüds und der Oberlippe rostrot, Fühler hell rötlichbraun, 
die Geißel oben dunkler; Schulterbeulen elfenbeinweiß; Hinterleib 
durchsichtig rötlich gelbbrau:^, die Segment enden strohgelb durch- 
scheinend, Segment 1 (mit Ausnahme des Endteils), 4 und 5 dunkler, 
1 in mancher Beleuchtung mit schwach grünlichem Motallschimmer; 
Beine (einschließlich der Hüften) rötlichgelb; Flügel milchig getrübt, 
mit sehr blaßgelben Adern und Mal. 

Kopf etwa so lang wie breit (breiter erscheinend), Schläfen sehr 
dick, Kopf hinter den Augen stark verlängert mit parallel-gerundeten 
Seiten. Oberkiefer sehr lang, gekrümmt, nach unten gebogen, mit 
langem, spitzem Endzahn und breitem, abgerundeten, flachen Innen- 
zahn. Fühlerschaft sehr lang (bis zum entgegengesetzten Nebenauge 
reichend). Kopfschild gewölbt, vorn gerade abgeschnitten, vom Stirn- 
sch'ldchen nicht durch eine Naht, sondern nur durch eine Einsattelung 
getrennt. 

Gesicht dicht fein punktiert, die Zwischenräume so groß oder etwas 
größer als die Punkte, glänzend; Scheitel weitläufiger punktiert, mit 



Beiträge zur Kenutnis der Bienengattung Halictus Latr. 



237 



lebhafterem Glanz. Schläfen stark glänzend, ziemlich dicht fein 
punktiert, ganz unten auch sehr fein gerieft. Kopfschild nur ganz am 
Grunde seitlich etwas punktiert; Stirnschildchen zerstreut punk'iert. 

Mesonotum und das flache Schildchen dicht fein punktiert, die 
Zwischenräume etwas größer als die Punkte, diese nicht stärker als die 
des Kopfes. Mesopleuren wenig glänzend, dicht fein punktiert; die 
Seiten des Mittelsegments matt, lederaitig skulptiert. Mittelsegment 
kurz, stark konvex abschüssig, Mittelfeld dreieckig-halbmondförmig, 
sehr fein und dicht ziemlich gradlinig längsrunzlig, schwach glänzend; 
Seitenfelder und Stutz stärker glänzend, dicht fein punktiert. 

Hinterleib glänzend, ziemlich flach, das 1. Segment hinten schwach 
abgeflacht. Segment 1 ziemlich dicht sehr fein punktiert, auch die 
abschüssige Basis und die Beulen; der Endteil mikroskopisch fein, 
die Zwischräume überall um ein vielfaches größer als die Punkte. 
Segment 2 ebenso punktiert, der Endteil dichter. Auf den folgenden 
Segmenten sind die Punkte noch feiner. 

Bauchsegmente mit weißgelben Enden, 1 bis 3 rötlichgelb, die 
folgenden rotbraun, 4 und 5 bogenförmig ausgerandet, alle fein gerieft, 
die haartragenden Punkte wenig zahlreich, die Franse wenig dicht, 
weißlich. 

Kopf und Thorax schmutziggelb befilzt, die Schläfen mehr weiß- 
lich, Gesicht weißlich behaart. Das Mesonotum der Type ist kahl, 
aber anscheinend abgerieben. Hinterleib schmutziggelb locker befilzt. 
Beine gelblich weiß behaart. 

Größe etwa 7 mm. 

1 $ von Margelan (Turkestan, Reitter leg.) im Wiener Museum. 

Diese Art bildet ebenso wie der von den Kanarischen Inseln be- 
schriebene, auch auf den Balearen und Pityusen vorkommende micro- 
cardia Perez (Ann. soc. ent. France 1895, p. 193; Fig. 4) den Übergang 
von der Gruppe des cephalicus, deren Habitus sie haben, zu den be- 
befilzten Arten der Gruppe des mucoreus Eversm. 

III. Andere neue paläarktische Halictus- Arten. 

Seit einigen Jahren mit den Vorarbeiten für eine Monographie 
der pal. Halictus beschäftigt, bin ich zu der Überzeugung gelangt, 
daß die Ausführung dieses Planes ohne Untersuchung der Typen eines 
großen Teils der von Morawitz, Perez, auch Smith beschriebenen 
Arten den wissenschaftlichen Wert der Arbeit sehr beeinträchtigen 
müßte. Die Revision der Typen ist mir leider auf absehbare Zeit nicht 
möglich. Ich will deshalb wenigstens im folgenden einen Teil meiner 
Ergebnisse bekanntgeben, insbesondere die Beschreibung einer Anzahl 
charakteristischer neuer Arten veröffentlichen. 

1. Hai. mucidus nov. spec. $ (Fig. 7) 

In Färbung, Körperform, Behaarung und Befilzung völlig mit 
pollinosus Sich, (carinioentris Mor.) übereinstimmend; auch Unter- 
schiede in der Skulptur sina (soweit diese überhaupt zu sehen ist) 

5. Heft 



238 



P. Blütbgen: 



nicht vorhanden; aber durch die Kopfform scharf von jenem (Fig. 6) 
geschieden: d<'.s Gesicht ist bedeutend länger, der Scheitel höher, 
der Kopfschild viel breiter und weiter vorgezogen. Anscheinend ist 
die Behaarung auch bei frischen $$ blasser als bei foUinosus. 
Größe 9 mm. 

G von 8ary-pul im Gebirge Karateghin (T- anskaspien, 1482 m) 
im Wiener Museum (F. Hauser leg. 1898). Außerdem fand ich in der 
V. Radoszkovski 'sehen Sammlung 1 $ von Cerszab (Transkaspien) 
und in der Sammlung des Hamburger Staatsmuseums 1 $ von Togus 
Tjurae, Kogard Tau (Zentral asien). 

2. Hai. ocliropiis nov. spec. $(J (Fig. 8a, 8b, (J) 

$. Körperfarbe grün (auf Kopf und Thorax heller als bei folli- 
nosus), Kopfschild metallisch schwarz, Schulterbeulen gelb ; die Segment- 
enden (durch die Befilzung hindurchscheinend) breit rot gelb entfärbt, 
Bauch rotbraun mit blaß horngelben Segmenträndern; Beine rostgelb, 
Hüften, Schenkelring und Schenkelbasis dunkelbraun; Fühlergeißel 
unten gegen das Ende hell rötlichbraun; Flügel wasserhell, etwas 
milchig getrübt, Adern und Mal blaß bräunlichgelb. Behaarung und 
Befilzung wie bei pollinosus, aber blasser. 

Scheitel niedriger als bei p., gleichmäßig gerundet, Kopfschild 
weiter vorgezogen, Außenseite der Augen unten deutlich konvergierend, 
Schläfen weniger dick. Gesicht sehr dicht fein punktieii:, fast matt; 
Kopfschild und Stirnschildchen glänzend, am Grunde ziemlich dicht 
punktiert, im übrigen fast punktlos. 

Mesonotum, Schildchen und Mesopleuren sehr fein (feiner als 
bei p.) und dicht punktiert, matt. Mittelsegment so lang wie das Hinter- 
schildchen, das Mittelfeid schmal halbmondförmig, hinten mitten etwas 
spitz vorspringend, matt, fein gekörnelt; Seitenfelder leicht glänzend, 
dicht fein punktiert; Stutz glänzend, anscheinend zerstreut punktiert. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax (von oben gesehen) 
zusammen, breit oval, mit gewölbten Segment enden, glänzend, sehr 
fein punktiert, die Zwischenräume um das mehrfache größer als die 
Punkte, auf Segment 1 letztere gedrängter stehend. Bauch mäßig 
glänzend, dicht fein quergerieft, mit einer Binde erhabener haar- 
tragender Punkte vor den Enden der Segmente. 

Scheitel dicht schmutziggelb behaait, das Gesicht unterhalb der 
Fühler blasser, die Schläfen anliegend filzig weißlich behaart und 
außerdem reichlich mit abstehenden weißlichen Haaren besetzt. 
Mesonotum ebenso wie bei poUinosus (also teils aufstehend, teils an- 
liegend) dicht schmutziggelb behaart, die Skulptur staik dadurch 
verdeckt, beide Schildchen filzig dicht; Brustseiten und Stutz weißlich 
befilzt, außerdem reichlich abstehend weißlich behaart; Mittelfeld 
nackt. Hinterleib gleichmäßig gelblichweiß befilzt, die durch den Filz 
leuchtenden entfärbten Segment enden rötlichgelbe Endbinden vor- 
täuschend, rings reichlich abstehend weißlich gefranst. Bauchsegmente 
am Ende (wie bei pollinosus) mit schmaler weißlicher Haarborste, 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



239 



die lockeren Fransen von derselben Farbe. Beine struppig silberweiß 
behaart. — Große: 7,5 mm. 

cJ. Körperfarbe bläulicligrün, Kopf in der Regel dunkler, Hinter- 
leib meist trübe grün, die Segmentenden breit rotgelb durchscheinend, 
Bauch rotbraun mit horngelben Segmentländern. Schulterbeulen, 
Oberlippe, Kopfschildvorderrand und Oberkiefer gelb, letztere mit 
roter Endhälfte. Beine wie beim $, die Mittel- und Hinterschiene aber 
vorn und hinten mit mehr oder weniger deutlichem b.aunen Längs- 
' wisch, die Tarsen blaß rötlichgelb, die Endglieder rötlich. Fühlergeißel 
unten rötlichbraun. Flügel wie beim $. 

Gesicht unten stärker konvergierend, Scheitel runder und Kopf- 
schild weiter vorgezogen als bei follinosus. Kopfschild und Stirn- 
schildchen glänzend, ziemlich dicht punktiert; das übrige Gesicht sehr 
dicht und fein punktiert, fast matt, nur auf dem Scheitel die Punkte 
etwas weitläufiger und der Glanz deshalb hier deutlich. Fühler von der- 
selben Länge wie bei 25oZ/mosws. Mesonotum fein punktiert, die Zwischen- 
räume mitten so groß oder etwas größer als die Punkte, rings kleiner 
als diese, die Fläche dort glänzend, hier matt. Schildchen etwas dichter 
als die Mitte des Mesonotums punktiert, die Zwischenräume glänzend. 
Mittelfeld wie beim ^^ eibchen geformt, am Grunde fein gekörnelt, die 
vorgezogene Spitze mehr oder weniger ausgedehnt poliert und stark 
glänzend. Seitenfelder und Stutz mäßig glänzend, dicht fein punktiert. 
Brust Seiten schwach glänzend, sehr dicht punktiert. 

Hinterleib um die Hälfte länger als der Thorax, elliptisch, die 
Segmente am Ende kräftig eingedrückt, das 2. und 3. auch am Grunde, 
die Punktierung sehr fein und sehr dicht, deshalb die Oberfläche, 
obwohl die Punkt Zwischenräume glänzen, ziemlich matt erscheinend. 
Bauch seidig glänzend, sehr dicht und fein punlctiert; Segment 2 und 3 
flach, 4 und 5 am Ende halbmondförmig leicht eingedrückt, hinten 
sehr schwach bogenförmig ausgeschnitten, ohne Kiel oder ähnliche 
Auszeichnung, 6 vor dem Ende querüber leicht wulstig, mitten der 
Länge nach mit feiner Furche. 

Behaarung des Kopfes dicht, auf der unteren Gesichtshälfte und 
an den Schläfen filzig anliegend^ letztere auch reichlich abstehend be- 
haart. Thorax dicht behaart, Mesonotum mit vielen fast anliegenden 
Haaren, Brustseiten und Stutz stellenweise fast filzig, nur das Mittel- 
feld nackt. Die Segmente auf den Depressionen mit dichten, aber un- 
gleichmäßigen, etwas struppigen Binden, das 2. und 3. auch am Grunde 
mit solchen, sodaß nur ein schmaler Querstreifen Chitin sichtbar bleibt, 
die folgenden völlig locker filzig behaart; Segment 1 am Grunde bis 
dicht an die Depression dicht anliegend behaait und außerdem sehr 
dicht mit abstehenden Haaren besetze, die folgenden auf der Scheibe 
mit kurzer abstehender Behaarung, die Endsegmente i eichlicher und 
länger; die Chitinquerbinden des 2. und 3. Segments mehr oder weniger 
dicht mit kurzen Härchen besetzt. 

Farbe der Behaarung dieser Körperteile weißlich. 

Bauchs(?gmente 1 bis 3 auf der Endhälfte dünn weißlich befilzt, 
die folgenden mit seidiger anliegender goldgelber, nur bei schräg auf- 

5. Heft 



240 



P. Blüthgen: 



fallendem Licht deutlich sichtbarer Behaarung, d'e am äußersten Ende 
des 4. Segments mitten eine samtige Stelle, mitten am Grunde des 
5. Segments einen kleinen samtartigen Büschel bildet und am Ende des 
letzteren mitten gescheitelt ist. 

Die Beine sind ziemlich dicht weißlich behaart. Größe: 7 — 7,5 mm. 

1 5 von Algier (Taguin: de Vauloger leg.), Type in meiner 
Sammlung. — 3 (^(^, ebenfalls von Algier (Biskra), im V\ iener Museum 
(Handlirsch leg. 27.5. 1893). — Nachträglich sah ich noch 2 $0 
in der Alf keuschen Sammlung (auch von Algier; das eine von Chellala). 

Beide, zweifellos zusammengehörige Geschlechter sind follinosm 
Sich, recht ähnlich, unterscheiden sich aber von diesem unschwer durch 
die Kopfform, die Farbe der Segmentenden und der Beine, das^J ferner 
durch den Mangel eines Kiels am 4. Bauchsegment. 

3. Hai. placidulus nov. spec. $ 

Körperfarbe: Kopf und Thorax glänzend messinggrün, Mittel- 
segment reingrün; Kopf schild am Ende rostgelb, Oberlippe und Ober- 
kiefer gelb, letztere am Ende blutrot, mit langem, spitzen Endzahn, 
Fühler hell ockergelb, Schaft und Geißel oben schmal gebräunt; 
Schulterbeulen elfenbeinweiß, Flügelschuppen hellgelb, vorn mit 
elfenbeinweißem Fleck; Hinterleib rötlichgelb; Segment 1 auf der 
Scheibe bis zum Endteil bräunlich rostrot verdunkelt, 2 mit breiter, 
nach den Seiten zu verschmälerter Binde von derselben Farbe, 3 mit 
noch etwas breiterer Binde, 4 mit Ausnahme des Endteils völlig so 
gefärbt; die verdunkelten Stellen auf Segment 1 mit schwachem, 
grünlichen Metallglanz, auf 2 kaum mit einer Andeutung eines solchen; 
Bauchsegmente 4 bis 6 gebräunt. Beine rötlichge^b, Tarsen weißgelb, 
Schenkel und Hinterschienen stellenweise gebräunt Flügel milchig 
wasserhell. Mal gelbweiß, seine Umrandung und die Adern blaßgelb. 
Körper dünn weißlich befilzt. 

Kcpf etwas breiter als der Thorax, hinter den Augen ziemlich ver- 
engt, Schläfen mäßig dick; Gesicht etwas kürzer als breit, fast kreis- 
rund, Gesichtsseiten unten mu* schwach konvergierend, oberer und 
unterer Augenabstand gleich, innere Augenränder oben schwach aus- 
geschweift, im übrigen fast gerade und fast parallel; Kopfschild vom 
Auge weit abgerückt, deshalb trotz der Breite des Gesichts schmal, 
höchstens ein Viertel breiter als hoch, wenig vorgezogen. Gesicht 
dicht sehr fein punlitiert-, mit glänzenden Punktzwischenräumen, ebenso 
der Scheitel. Stirnschildchen sehr fein, rings dicht, mitten zerstreut 
punktiert, glänzend; Kopfschild am Grunde dicht und sehr fein punktiert, 
sonst nur mit wenigen groben Punkten, glänzend. 

Mesonotum sehr fein nicht sehr dicht punktiert, die Zwischen- 
räume um das Mehrfache (drei- bis viermal) größer als die Punkte, 
lebhaft glänzend, ohne Zwischenskulptur; Schildchen ebenso. Mittel- 
segment so lang wie das Hinterschildchen, Mittelfeld mit Ausnahme 
des Endes nur schwach glänzend, sehr fein gekörnelt. • Seitenfelder 
glänzend, dicht fein punktiert; Stutz anscheinend ebenso, nur seitlich 



Beiträge zur Kenntnis der ßienengattung Halictus Latr. 



241 



unten scharfkantig. Mesopl euren (soweit erkennbar) nui" hier und da 
etwas glänzend, sehr dicht flach punktier^. 

Hinterleib oval, die Segmente glänzend, das 1. am Ende schwach 
eingedrückt, die folgenden nicht, das 2. am Grunde bis zum Endteil 
flachgedrückt; Punktierung sehr fein, ziemlich dicht (die Zwischen- 
räume zwei- bis viermal größer als die Punkte). Bauch glänzend, 
fein quergerieft, die Segmente mit spärlichen, undeutlichen haar- 
tragenden Punkten. 

Schläfen, Brust seit en und Mittelsegment (mit Ausnahme des 
kahlen Mittelfeldgrundes) weißlich befilzt, das Chitin nur hier und da 
durchschimmernd, außerdem abstehend weißlich behaart; Mesonotum 
und Schildchen mit anliegender gelblicher Behaarung, die jedoch das 
Chitin (von oben gesehen) nur wenig verdeckt, außerdem mit spärlichen, 
kurzen, abstehenden, weißlichen Härchen; Hinterschildchen dicht 
filzig gelblich behaart. Hinterleib oben überall anliegend weißlich 
dünn filzig behaart, die Farbe und Skulptur j edoch hindurchschimmernd, 
die Endsegmente außerdem seitlich abstehend weiß behaart. Die 
Bauchsegmente am Ende mit sehr schmaler weißlicher Haarborte, 
die spärliche kurze Franse von derselben Farbe. 

Beine dicht und lang etwas struppig silberweiß behaart. — Größe: 
4,5 mm. 

1 o von Tschakar bei Polu (Chin. Turkestan, 1950 m) im Berliner 
Zoolog. Museum (Conrad leg. 8.— 10. 6. 1890). 

Sehr ähnliche Arten sind nach den Beschreibungen Varentzotvi Mor. 
und sogdianus Mor., ersterer hat jedoch ovales Gesicht und die ersten 
Segmente nur am Grunde befilzt, letzterer fast quadratisches Gericht, 
dessen Kopfschild dreimal breiter als hoch ist. 

4. Hai. Pici Perez (J (extorris Vachal) (Fig. 9) 

Für H. Pici Per. (,,Esp. nouv. Meli. Barbari e", Bordeaux 1895, 
p. 53, No. 95) halte ich folgendes vestitns Lep. nahe verwandtes 
welches ich aus Spanien, Algier, Tunis, Ägypten und Palästina kenne: 

Kopf und Thorax metallisch hellgrün, stellenweise mit Messing- 
glanz (namentlich auf Stirnschildchen und Mesonotum), Kopfschild 
auf der Unter hälft e metallisch schwarz, sein Vorderrand in der Kegel 
rostrot durchscheinend, Oberkiefer rostgelb mit dunkler Spitze, Fühler 
unten ± rötlich gelbbraun; Schult erb eulen gelb; Hinterleib oben rost- 
rot, der Endteil der Segmente blasser durchscheinend, das 1. Segment 
mit Ausnahme des Endteils und die Endsegmente dunkler und mit 
grünem Metpllglanz, die mittleren Segmente häufig an den Seiten 
dunkler gefleckt oder mit dunklerer Querbinde, selten mit Ausnahme 
des End teils gebräunt, dann die dunkleren Stellen auch mit leichtem 
Metallglanz; Bauch rostrot; die Endsegmente dunkler; Schenkel 
braun, Kniee, Schienen und Tarsen rostgelb, die Mittel- und Hinter- 
schienen mit Ausnahme des Anfangs und des Endes rmd meist auch 
die Außenseite der Hinterfersen mehr oder weniger ausgedehnt dunkler 
oder heller braun; Flügel schwach milchig- wasserhell, mit blaßgelbem 
Mal und Adern. 

Archiv für Naturgeschichte. 

1923. A. 5. 16 5. Heft 



242 



P. Blüthgeii: 



Kopf (von oben gesehen) etwas breiter als der Thorax, mitteldick, 
hinter den Augen zienilicli stark konvergierend; Gesicht deutlich kürzer 
als breit, queroval, der Kopfschild schmal, wenig vorgezogen (imten 
breiter als hoch). Hinteileib kaum etwas länger als Kopf und Thorax 
zusammen, ziemlich flach, das 1. Segment hinten deutlich, die folgenden 
nur schwach abgeflacht, das 2. auch auf der Basishälfte ziemlich flach. 

Mesonotum fein dicht, rings sehr dicht punktieit, die Zwischen- 
räume mitten fast so groß wie die Punkte und glänzend. Hinterleib sehj 
fein und sehr dicht punktiert, das 1. Segment auch äußerst fein gerieft, 
dieses wenig glänzend, mit seidigem Schimmer, die folgenden glänzender. 
Stirnschildchen und Kopfschild stark glänzend, erst eres auf der Scheibe, 
letzterer auf der Unterhälfte fast punktlos. 

Kopf und Thorax weißlich behaart, die Schläfen, die Brust selten 
und der Stutz mehr oder weniger filzig, das Mesonotum kaum verdeckt; 
Hijiterleib oben überall mit sehr dünnem, leicht abreibbarem weißlichen 
Filz bedeckt; Beine weißlich behaart. ■ — Größe: etwa 6 mm. 

Das war bisher nicht bekannt. Im Wiener Museum steckt nun 
außer einem 5 dieser Art auch ein q, welches dem 2 in Habit u^, 
Skulptur und Behaarung so ähnlich ist. daß seine Zugehörigkeit nicht 
zweifelhaft sein kann, zumal auch die Fundortsangabe beider Stücke 
die gleiche ist (Biskra, 24. 5. 91 y) und 27.5.91 ($) Handlirsch 

leg-)-'). 

Mit diesem ist der ägyptische extorns Vachal (Rev. Russe 
d'Entom. II., 1902, p. 230) id ntisch. Ich verweise hierzu auf 
das p. 316 Gesagte. Da die Beschreibung Vachal s ungenügend, teil- 
weise geradezu falsch ist, gebe ich nachstehend eine ausführliche 
Schilderung: 

Körperfarbe: Kopf und Thorax wie beim 5, Schulterbeulen, 
Vorderrand des Kopfschilds, Oberlippe imd Oberkiefer gelb, letztere 
mit roter Spitze, Fühler oben dunkelbraun., unten hellbraun, das 2. 
Geißelglied unten und vorn rostgelb; Schenkel braun, Kniee, Schienen 
und Tarsen blaßgelb, die Vorderschienen vorn rostgelb, die Mittel- 
und Hinterschienen ausgedehnt braungefleckt (nur ein Ring am Giunde 
und Ende und die Hinterkante gelb), Endtarsen rostgelblich. Hinter- 
leib metallisch graulichgrün, die Segment enden horngelb durch- 
scheinend, auch der unmittelbar vor diesen liegende Teil mehr oder 
weniger deutlich rötlich durchscheinend; Bauch dimkel gelbbraun 
mit schmal gelblichen Segment enden. Flügel wie beim $. 

Kopf (von oben gesehen) wie beim $. Gesicht (ohne den über die 
Mandibelbasis vorragenden Teil des Kopfschilds) etwas breiter als lang. 
Kopf Schild verhältnismäßig schwach verlängert (Gesicht ungefähr 
wie bei suhauratus Rossi ^, aber der Scheitel mitten etwas höher, der 
Kopf Schild etwas kürzer und die Gesichtsseiten unten etwas mehr 
konvergieiend). Punktierung äußerst fein und dicht, auf dem Scheitel 
etwas zerstreuter. 

^) Nachträglich erhielt ich beide Geschlechter in zahlreichen Stücken 
aus Tripolis (Bengasi: Geo C. Krüger leg.) durch Herrn Dr. von Schultheß 
in Zürich. 



Beitrage zur Kenntnis der Bienengattüng Halictus Latr. 



243 



Mesonotum wie beim $ punktieit, die Punkte kaum eiwas feiner, 
die Zwischenräume mitten so groß oder etwas größer als die Punkte, 
hier glänzend. Schildchen etwas weitläufiger punktieit, glänzend. 
Mittelsegment so lang wie das Hinterschildchen, das Mittelfeld am 
Grunde ziemlich dicht fein gestreift, schwach glänzend; Seitenfelder 
abschüssig, am Ende glänzend, dicht fein punktiert; Stutz mit ab- 
gerundeten Seiten, glänzend; Brustseiten glänzend, dicht punktiert. 

Hinterleib kaum länger als Kopf und Thorax zusammen, elliptisch, 
ziemlich flach, die Segmente am Ende, das 2. und 3. auch am Grunde 
eingedrückt, letztere beiden vor dem Endteil mäßig stark gewölbt. 
Bauch flach; Segment 4 auf dem Ende mitten dreieckig grübchenaitig 
eingedrückt, in dieser Vertiefung mit einem ungefähr ebenso wie bei 
vestitus Lep. cJ gebildeten und gefärbten, aber etwas längeren und 
schmaleren Gebilde; Segment 5 mitten etwas flachgedrückt, mitten 
der Länge nach mit feiner Furche, am Ende leicht bogenförmig aus- 
geschnitten; Segment 6 (von unten gesehen) von dem 7. Rücken- 
segment ziemlich weit breit dreieckig überragt, am Ende schmal ein- 
gedrückt, diese Depression mitten bis zur Basis des Segments als ziemlich 
schmale muldenförmige Längsvertiefung sich fortsetzend, das Segment 
am Grunde flachgedrückt, die auf diese Weise gebildete erhöhte Stelle 
auf beiden Seiten des Segments am Ende kräftig beulenförmig. 

Hinterleib oben glänzend, sehr fein und dicht punktiert; Bauch 
glänzend, ohne erkennbare Skulptur, nur das 6. Segment zerstreut 
sehr fein punktiert. 

Behaarung weißlich, Scheitel ziemlich dicht, das Gesicht unterhalb 
der Fühler und die Schläfen dicht und zum Teil filzig behaart, das 
Mesonotum teils ziemlich anliegend, teils abstehend, das Chitin aber 
wenig verdeckt, Brustseiten und Stutz dicht und wirr durcheinander, 
erstere mehr oder weniger filzig anliegend. 

Segment 1 vom Grunde bi^j etwa zu ^/^ der Länge und auf der 
Depression, 2 und 3 am Grunde und am Ende, 1 bis 3 auch längs der 
Seiten, 4 bis 7 auf der ganzen Fläche dicht etwas struppig anliegend 
weißlich behaart, Segment 1 auf der Basishälfte, die übrigen Segmente 
seitlich, die Endsegmente auch auf der Scheibe abstehend weißlich 
behaart; die als Querbinden von Depressionsbreite erscheinenden 
unbefilzten Teile von Segment 1 bis 3 anscheinend staubartig weißlich 
behaart. Bauchsegment 1 bis 3 dünn weißlich befilzt (anscheinend in 
derselben Ausdehnung wie bei vestitus Lep. (J), 4, 5 und besonders 
deutlich 6 auf der Depression dünn anliegend weißlich gewimpert. 
Beine dicht weißlich behaart. • — Größe: wie das $. 

Von vestitus Lep. ^ (Fig. 10) unterscheidet sich das $ durch 
folgende Merkmale: Kopfschild kürzer, Mesonotum feiner und weit- 
läufiger punktiert, glänzender, auch der Hinterleib viel feiner punktiert, 
das Anhängsel des 4. Bauchrings schmaler und länger, die Beulen des 
6. Bauchrings stärker entwickelt, Tarsen blasser, Behaarung blasser. 

Wohl zweifellos ist Pici die Art, die Gribodo in Bull. Soc. ent. 
Ital. 26, 1894, p. 140 — 141 als pulvereus Mor. v. pallidus beschreibt. 
Das ergibt sich aus der zutreffenden Darstellung ihrer Kennzeichen 

16* 5. Heft 



244 



P. Blüthgen: 



und aus der Gegenüberstellung mit der a. a. 0. erwähnten piemon- 
tesischen Art, welche offenbar mit vestitus Lep. identisch ist. Der 
Gribodo'sche^'ame pai/Ä^ist nun zwar der frühere, dieAit hat aber 
den Per ez sehen Namen weiterzuführen, weil jener bereits vergeben war, 
denn Nomioides 'pallida Rad. (Horae soc. ent. Ross. XXII. 1888, p. 341) 
ist in Wahrheit ein Halictus (vgl. unten p. 320). 

5. Hai. araxanus nov. spec. 2 (Fig. 15) 

Körperfarbe: Kopf und Thorax grün, ersterer mit Ausnahme des 
Scheitels fast matt, letzterer stark, nur das Mittelfeld mäßig metallisch 
glänzend, Stirnschildchen mit Messingglanz; Ende des Kopfschilds 
metallisch schwarz. Hinterleib oben dunkel rötlichbraun mit grün- 
lichem Schimmer, die Segment enden scharf abgesetzt rötlich gelb, 
auf 1 und 2 mäßig breit, auf den folgenden Segmenten ziemlich breit; 
Bauch rötlichbraun, die Segmentenden schmal hell durchscheinend. 
Fühlergeißel oben gegen das Ende allmählich gelbbraun, unten hell 
braungelb. Endhälfte der Oberkiefer rostgelb. Schenkel und Schienen 
rotbraun, Kniee, Mittel schienen am Anfang und am Ende schmal, 
Hint erschienen ebenda breit imd die Metatarsen blaß rötlichgelb, 
die Hinterfersen am Ende außen mit braunem Fleck, die übrigen 
Tarsenglieder roströtlich. Flügel wasserhell, Adern und Mal blaßgelb. 
Hinterleib mit Ausnahme der Endhälfte des 1. und eines Querstreifens 
des 2. Segments dünn weißlich befilzt. 

Kopf (von oben gesehen) so breit wie der Thorax, dünn, hinter den 
Augen stark konvergierend. Gesicht ungefähr wie bei minutus K. 
geformt, im Scheitel aber breiter, deshalb kürzer als breit, der Scheitel 
sehr flach, der Kopfschild schwach vorgezogen. Punktierung des 
Gesichts sehr fein und sehr dicht, auf dem Scheitel etwas weitläufiger, 
auf Stirnschildchen und Grund des Kopfschilds dicht, auf dem Ende 
des letzteren sehr zerstreut. 

Mesonotum vorn mit schwacher Mittelfurche, äußerst fein flach 
sehr undeutlich punktiert, an den Seiten sehr dicht, mitten weit- 
läufiger. Schildchen beiderseits der Mitte sehr zerstreut, im übrigen 
dicht sehr fein punktiert. Mittelsegment so lang wie das Schildchen, 
das Mittelfeld halbmondförmig, etwas konkav, wie bei minutus K. 
geformt und skulptiert, von oben gesehen, das ganze Mittelsegment 
einnehmend. Seitenfelder schmal, abschüssig, schwach glänzend, 
fein skulptiert. Stutz nur unten scharfkantig, oben am Übergang zum 
Mittelfeld mitten glänzend (wie bei ininutus K.), die übrige Fläche 
durch die Befilzung verdeckt. Mesopl euren glänzend, dicht sehr fein 
punktiert. 

Hinterleib etwas lä jger als Kopf und Thorax zusammen (von oben 
gesehen), oval, nach dem Ende zu verschmälert, ziemlich flach, Segment 
1 am Ende etwas, die folgenden nicht abgeflacht. Hinterleib glänzend, 
äußerst fein, auf dem Endteil der Segmente mikroskopisch fein dicht 
punktiert, die Zwischenräume mehrfach größer als die Pünktchen. 

Bauch mäßig glänzend, dicht fein quergerieft, die haartragenden 
Punkte ziemlich fein. Behaarung gelblich weiß, auf dem Kopf kurz 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattnng Halictus Latr. 



245 



urd dicht, unterhalb der Fühler anliegend, an den s chlafen filzig 
dicht anliegend, hier außerdem zahlreiche abgehende iHaaie; i^-e.so- 
notum dicht mit teils anflechten, teils ziemlich anliegenden kurzen 
Haaren bedeckt, besonders dicht längs den Seiten, in der Quei furche 
vor dem Schildchen (ebenso auch das Pronot um), auf der Sehe be des 
Mesonotum aber das Chitin nur mäßig vei deckt; iHintei schildchen 
völlig befilzt; Brustseiten und Stutz anliegend filzig und außerdem 
noch abstehend behaart, das Chitin an den iMenopleui en noch schwach 
durchschimmernd, sonst verdeckt; ]VIiltelfeld kahl. Segment 1 an 
den Seiten bis zum Endrand, im übrigen bis an den Endteil befilzt, 
dieser halbmondförmig kahl; Segment 2 mit breiter Filzbinde am 
Grunde, die seitlich bis an das Ende des Segments reicht; der Endteil 
mitten bindenartig gewimpert, seitlich befilzt, die davor liegende 
Chitinquerbinde staubartig fein behaart; Segment 3, 4 und 5 völlig 
dünn befilzt (das Chitin nur undeutlich hindurchschimmernd); außer- 
dem der iHinterleib rings, die Endsegmente auch auf der Scheibe 
abstehend weißlich behaart. Die Bauchfransen kurz und . spärlich. 
Beinbehaarung dicht, silberweiß. Der innere Sporn der iHint erschienen 
mit drei schrägen, dünnen Zähnen. — Länge: 5,5- — 6 mm. 

1 $ aus dem Kaukasus (Araxestal) im Wiener iMuseum (von 
Reitter 1889 gesammelt). 

Dieses $ gehört nach iHabitus, Kopfform und Bildung des iMittel- 
feldp unzweideutig in die Gruppe des minutus K. und zwar ist es letzterem 
nahe verwand i:. 

6. Hai. leptocephalus nov. spec. $ (Fig. 21) 

Körperfarbe: Kopf und Thorax grün, iHinterleib. oben gelbbraun, 
die Rückenplatten der Segmente mit Ausnahme des breiten rötbch 
braungelben Endteils mit starkem blaugrünen Metallschimmer, Bauch 
rötlichbraungelb, die Segmente mit breiter brauner Querbinde; Ober- 
lippe rostgelb; Oberkiefer hellgelb, mit roter Spitze; FühJerschaft 
schwarzbraun, Geißel rötlichgelb, oben (namentlicih nach dem Grunde 
zu) gebräunt; Beine braun, die Kniee, ein schmaler Ring am Grunde 
und Ende der Mittelschienen und am Ende der Hinterschienen, ein 
breiter Ring am Grunde der letzteren und die Tarsen weißgelb, die 
Hintertarsen außen mit braunem Fleck; die Endglieder der Tarsen 
rötlich; Flügel leicht milchig getrübt, Adern und i^Ial ganz blaß gelb. 

Kopf bedeutend schmäler als der Thorax, hinter den Augen stark 
verengt; Gesicht lang eiförmig (etwa um Y3 länger als breit), Stirn- 
schildchen und Kopfschild kräftig gewölbt, von einander kaum ab- 
gesetzt. Gesicht äußerst fein und dicht, Scheitel kaum weitläufiger 
punktiert, fast matt, nur um die iN'ebenaugen mäßig glänzend; Stirn- 
schildchen seitlich am Grunde ziemlich dicht punktiert, sonst fast 
punktlos, ebenso der Kopfschild, beide glänzend, mit goldigen und 
bunten Reflexen. 

Mesonotum mit äußerst feiner lederartiger Runzlung, matt, nur 
hinten schwach glänzend, sehr dicht und äußerst fein punktiert, die 
Punkte auf dem vorderen Teil namentlich mitten in der übrigen 

5. Heft 



246 



P. Blüthgen: 



Skulptur verRchwindend. Bcliildchen dicht, mitten etwas zerstreuter 
punktiert, matt, dort glänzend. Mittelsegment so lang wie das Schild- 
chen, ^littelfeld halbmondförmig, etwas konkav, am Ende etwas wulstig 
verdickt, dicht fein und flach längsrunzlig, ziemlich matt, nur der End- 
wulst mehr oder weniger glänzend. Seit ejif eider abschüssig, fein ge- 
runzelt, leicht glänzend. Stutz dicht und fein gerieft, mäßig seidig- 
glänzend, nur eine keilförmige Stelle oben in der IMitte glatt und 
glänzend; nur seitlich etwa bis zur Hälfte der Höhe scharfkantig. 
Meso- und Metapleuren lederartig gerunzelt, matt. 

Hinterleib viel länger als Kopf und Thorax zusammen, etwa 
doppelt so lang wie letzterer, breit und lang eiförmig, nach hinten ver- 
jüngt, mäßig gewölbt, Segment 1 hinten gewölbt, die folgenden am 
Ende kaum nennenswert abgeflacht, 2 am Grunde etwas eingedrücKt. 
Segment 1 seitlich ausgedehnt rehr dicht äußerst fein punictieit und 
gerieft, auf dem abschüssigen Basisteil mit Ausnahme der glasten 
vordersten Mitte nur quergerieft, auf der Scheibe mitten zerstreut 
punktiert, der Endteil seitlich dicht, mitten zerstreut fein punktiert; 
die punlctiert- gerieften Stellen fast matt, der Rest glänzend, der ge- 
riefte Teil mit leicht seidigem Schimmer. Die folgenden Segmente 
sehr fein punktiert und gerieft, am Grunde sehr dicht, dahinter etwas 
weitläufiger, dort wenig, hier etwas deutlicher glänzend. Bauch 
glänzend, fein quergerieft, die Segmente mit schmaler Binde ziemlich 
feiner und undeutlicher, \\eitläufig stehender haartragender Punkte. 

Kopf und Mesonotum sind ziemlich dünji und kurz, die Schläfen 
und die Seiten des Thorax reichlicher und länger weißlich behaart. 
Segment 1 mitten beiderseits fleckenartig dicht anliegend weißlich be- 
haart, die folgenden Segmente sind auf der ganzen Fläche dünn weiß- 
lich beschuppt, mit Ausnahme des Endteils von 2 und 3 und des Endes 
des Endteils von 4; außerdem sind die Segmente an den Seiten, das 4. 
und 5. auch auf der Scheibe mit abstehenden weißlichen Haaren reich- 
lich besetzt. Die weißlichen Bauchfransen sind spärlich - und kurz. 

Die Beine sind reichlich und struppig glänzend silberweiß behaart, 
der Pinsel am inneren Ende der Hinterferse rostgelb. — Größe: etwa 
6,75 mm. 

2 $? aus Tunis (Nefta, 14. 5. 13 und Tozeur, 10. 5. 13: Typen), 
die ich der LiebenswürdigKeit des Herrn Dr. von Schultheß in 
Zürich, der sie fing, verdanke. Nachträglich fand ich noch ein ab- 
geriebenes $, ebenfalls von Tunis (Ued Mda) in der Alf keuschen 
Sammlung. Diese auffällige Art gehört nach ihrem ganzen Habitus 
in die Gruppe des ch/'peans Schck., wo sie durch ihre Behaarung, welche 
sie als Wüstenform kennzeichnet, und die Färbung eine Sonderstellung 
einnimmt. Sie ist nahe verwandt mit asellus Per. (Algier, Spanien), 
der aber schwarze Grundfarbe hat. 

7. Hai. loiisipes nov. spec. 9 

Körperfarbe: Thorax metallisch dunkelgrün, das Mesonotum 
mit messingfarbenen Reflexen. Schult crbeulen hornbräunlich. Hinter- 
leib rostrot, die Rückensegmente am Ende etwas heller durchscheinend, 



Beiträg^e zur Kenntnis der Bienenf^attung Halictus Latr. 247 



am Grund bis fast an den Endteil heran mit grünem Metallglanz, 
der namentlich auf dem 1. Segment die undfarhe veidiängt. Bauch 
rostrot mit horngelben Segment enden. Beine einschließlich der Hüften 
und Schenkelringe rostgelb, die Mittelschienen unten am Ende mit 
braunem Fleck. 

Mesonotum kräftig punktiert (so stark wie bei tumulorum L.), 
rings etwas feiner, diePunkte ungleichmäßig dicht stehend, dieZwi.^chen- 
räume glänzend, teils etwas größer, teils etwas kleiner als jene. 
Schildchen gewölbt, mit schwachem Mitteleindruck, beiderseits davon 
gränzend, zerstreut punktiert, hinten mitten dicht kräftig punktiert. 
Mittelsegment so lang wie das Hinterschildchen, Mittelfeld halbmond- 
förmig, etwas konkav, hinten abgestutzt (aber nicht scharfkantig), 
dicht fein aber scharf ziemlich geradlinig gerunzelt, die Zwischenräume 
glänzeno, so stark wie die Rippen; Seitenfelder dicht lunzlig punktiert. 
Brustseiten dicht, fast runzlig, punktieit, die Zwischenräume schmal, 
lebhaft glänzend; Stutz anscheinend ebenso skulptieit. 

Hinterleib um die Hälfte länger als der Thorax, vorn am breitesten, 
nach hinten verjüngt, gewölbt, Segment 1 breit und lang und sehr ge- 
wölbt, ebenso wie die folgenden am Ende niedergedrückt, das 2. auch 
am Grunde eingedrückt, dahinter (im Profil gesehen) querüber gewölbt, 
ebenso, aber schwächer, das 3. Der Hinterleib ist glänzend, ohne Mikro- 
skulptur; Segment 1 auf dem Endteil fein und sehr dicht, davor etwas 
kräftiger und weitläufiger (die Zwischenräume hier etwas größer als 
die Punkte) punktiert ; Segment 2 ff. ebenso, aber dichter punktiert. 

Bauch mäßig glänzend, dicht fein gerieft, die haartragenden 
Punkte ziemlich fein. Thorax dicht schmutziggelblich behaart, an den 
Seiten, auf dem Stutz, dem Pronot um und dem Hinterschildchen 
filzig dicht; die Haare des Mesonotums stehen locker imd sind kurz 
und dick, fast schuppenartig. Das Mittelfeld ist kahl. 

Segment 1 auf dem Endteil mit mitten unterbrochener dichter 
Haarbinde, am Grunde bis fast an den Endteil heran (einen Quer- 
streifen Chitin von der Tiefe des letzteren freilassend) filzig dicht an- 
liegend behaart. Segment 2 auf dem Endteil mit vollständiger Haar- 
binde, am Grunde in derselben Ausdehnung wie das erste filzig behaart ; 
Segment 3 ebenso, nur die Chitinbinde sehr schmal und zum Teil auch 
behaart ; Segment 4 und 5 völlig befilzt. Die Behaarung ist von grober 
Struktur (etwa so wie bei semitecius Mor. beschaffen), schmutzig 
gelblich weiß. Außerdem tragen die Endsegmente seitlich abstehende 
weißliche Haare. 

Die Bauchsegmente haben am Endrand eine schmale Borte 
weißlicher Haare; die Franse ist ziemlich lang, aber locker. 

Beine ziemlich dicht und kurz weißlich behaart. 

Vorderbeine von auffallender Bildung: die Schenkel fast etwas 
länger als die MittelschenKel, schlank, die Schienen so lang wie sie, 
sehr dünn und schlank (an der dicksten Stelle noch etwas dünner 
als das Ende der Schenkelringe, auf der Innenseite i^aum etwas ver- 
breitert, fast stielrund), der Metatarsus so lang wie die Schienen, 
außerordentlich dünn, wenig dicker als die Schienen am äußersten 

5. Heft 



248 



P. Blüthgeu: 



Grunde, fast stielnmd, die übrigen Tarsenglieder fadenförmig dünn. 
Auch die Mittelbeine sind meiklich schlanker als gewöhnlich. 

Flügel etwas milchig wasserhell, Adern und Mal blaß honiggelb. 

Größe: ohne Kopf knapp 6 mm. 

1 9 aus dem Kaukasus (Araxestal) im Wiener Museum, von 
Leder und Reitter gesammelt 

Leider fehlt der Type der Kopf. Trotzdem habe ich kein Be- 
denken getiagen, nach einem Torso die Art zu beschreiben, denn diese 
ist durch die Bildung der Vorderbeine so gekennzeichnet, daß eine 
Verwechselung mit anderen Aiteu kaum möglich sein dürfte; dazu 
kommen die übrigen, ebenfalls die Wiedererkennung der Art gewähr- 
leistenden Merkmale. 

8. Hai. littoraiis nov. spec. $(J (Big. 17a 2, 17b(J) 

$. Kopf und Thorax hell bronzegrün (wie bei H. morio F.), Unter* 
hälfte des Kopfschilds metallisch schwarz. Hinterleib oben hell bronze" 
grün, Segment 1 ins Goldiggrüne fallend, die Segmentenden (nament- 
lich der Enosegmente) ziemlich breit und scharf abgesetzt hornweißlich 
durchscheinend; Bauch braunschwarz mit grünlichem Schimmer, die 
Segment enden schmal hornweißlich. Fühlergeißel unten am Ende 
braungelb. Beine braunschwarz, Kniee und Spitze des Krallenglieds 
rötlich. Flügel gelblich wasserhell, Adern und Mal blaß bräunlichgelb. 

Kopf (von oben gesehen) etwas schmäle: als der Thoiax, hinten 
den Augen stark verengt, Hinterhaupt mitten stark ausgeschnitten. 
Gesichtsform ähnlich H. morio, abe^ unten stärker konverg'erend 
und dei Kopfschild stärker vorgezogen (ohne den Kopfschild etwas 
küizer als bei jenem). Gesicht äußerst fein und dicht, zwischen Augen 
und Fühlelbasis weitläufiger punktiert, hier glänzend, sonst matt; 
Stirnschildchen und Kopfschild am Grunde beideiseito fein kulptiert 
und dicht fein punktieit und mehi oder weniger matt, der übrige Teil 
des Kopfschilds glänze^id, zerstreut ki'äftig punktiert. 

Thorax kurz und breit; Mesonotum vorn mit feiner Mittel fiuche, 
ebenso wie das Schildchen sehr fein skulptiert uid dicht punktiert, 
beides wie H. morio, abe; die Punkte noch feiner, die Fläche wie bei 
jenem fast glanzlos. Mittelsegment so lang wie das hintere Schildchen, 
halbmondförmig; Mittelfeld etwas konkav, am Ende mitten schwach 
eingedrück", schwach glänzend, mitten dicht, seitlich zeistreuter fein 
läng, gerunzelt, die Runzeln am Ende etwa aufgebogen (das Ende des 
Mittelfelds deshalb, von vorn gesehen, fein gerandet erscheinend); 
Seitenfelder stark konvex-abschüssig, fein skulptiert, schwach 
glänzend. Brustseiten fein flach runzlig punktiert, fast matt, Meta- 
pleuren una Stutz sehr fein lederaitig gerunzelt, seidig glänzend, 
letzterer nur seitlich bis zuf Hälfte mit scharfer Kante. Hinteileib 
etwa so lang wie Kopf und Tho.ax zusammen, breit oval, ziemHch 
gewölbt, das 1. Segment sehr kurz und breit, hinten flachgedrückt, 
die übrigen Segmente am Ende gewölbt. Segment 1 polieit, stark 
glänzend, seitlich vor den Beulen undeutlich fein punktieit, mitter 
querübei mit seL zerstreuten Pünktchen; der Endteil seitlich dicht 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



249 



punktieit, mitfen meist zerstreuter und vor dem Ende schmal glatt. 
Die folgenden Segmenl e sehr fein gen'eft, dicht fein punK^ert, glänzend, 
mit seidigem Schimmer. Bauch glänzend, dicht fein gerieft, die Seg- 
mente vor dem Ende mit einer Binde haartragender Punkte. 




Kopf und Thorax ziemUch dünn und kurz ungleichmäßig gelblich- 
gries behaarc, die Brustseiten unten mehr weißlich. Segment 1 am 
Grunde spärlich gelblich gefranst, sonst kahl. Segment 2 am Grunde 
mit breiter, mitten stark verschmälerter und vom 1. Segment ver- 

5. Heft 



250 



P. Blüthgen: 



deckt er, Segment 3 mit sehr breiter, seitlich das Segment ende' er- 
reichender, hinten mitten stark ausgeschnittener, hintei nicht scharf 
abgesetzter Binde von weißliebem Filz. Segment 4 auf der ganzen 
Flöche locker (das Chitin zwischen oen Schuppen hinduichscheinend) 
weißlich befilzt, Segment 5 neben der Furche rostgelblich behaart, 
im übrigen dicht weißlich beschuppt und behaart. Außerdem sind 
Segment 2 und 3 auf der Scheibe dünn staubartig gelblich behaart, 
4 und 5 auf dem Endteil dünn weißlich gewimpert, die Endsegmente 
seitlich mit abstehenden weißlichen Haaren besetzt. Die Bauchfransen 
sind weißlich. Die Behaarung der Beine ist von derselben Farbe, die 
Bürste mit Silberglanz. — Größe: 6 mm. 

(J. Körperfarbe mehr rein grün, Ende des Kopfschilds. Oberlippe 
und Mitte der Oberkiefer weißgelb, Spitze der letzteren rot. Fühler- 
geißel unten rötlichbraun. Segment enden rötlichgelb durchscheinend. 
Grube des oberen Endsegments gelbrot. Bauch wie beim 2 gefärbt, 
die Segmente am Ende schmal horngelb. Fühler unten rötlichbraun. 
Beine b^'aunschwarz, die Schenkel mit undeutlichem grünlichem Glanz, 
Kniee rötlich, Tarsen blaß rötlichgelb, das Endglied rötlich. Flügel 
wie beim 

Kopf wie beim $ geformt, Kopfschild etwas länger, Scheitel etwas 
schmaler und gewölbter. Fühler kurz, kaum bis zum Sch'ldchen 
re'chend, die Glieder der Endhälfte der Geiße^ quadratisch, die Basis- 
g'ieder kürzer als breit. Thorax wie beim 5 geformt und skulptiert, 
nur sind Mesonotum und Schildchen undeutlicher gerunzelt und des- 
halb glänzender. Hinterleib so lang wie Kopf und Tliorax ^von oben 
gesehen) zusammen, annähernd elliptisch, vorn ziemlich breÜ; gerimdet, 
hinten zugespitzt, ziemlich flach; Segment 1 hinten deutlich, die übrigen 
schwach flachgedrückt. Segment 1 auf der Sei eibe dichter als beim f 
punktiert, auf dem Endteil nur seitlich und sehr fein; auf 2 ist die feine 
Skulptur undeutlicher als beim 5, deshalb die Fläche aeutlich glänzend 
und die Punktierung mehr hervortretend; ein schmaler Eand vor 
dem Ende glatt; auf aer folgenden Segmenten wird die Punktierung 
immer feiner und undeutlicher. Bauch glänzend, undeutlich gerieft, 
mit deutlichen sehr feinen haartragenden Punkten besetzt, die Seg- 
mente mit ziemlich dichter und langer Franse, 3 und 4 hinten etwas 
eingedrückt, 5 am Ende breit halbmondförmig eingedrücKt-abschüssig. 

Behaarung von Kopf und Thorax wie beim $, aber weißlich, 
Gesicht unterhalb der Fühler weiß beschuppt. Hinterleib kahl, auf der 
Scheibe nur spärlich kurz gelblich behaart, Segment 6 und 7 etwas 
reichlicher und länger, rings mit abstehenden w^ßlichen Haaren be- 
setzt. Franse der Bauchsegmente weißlich. Die spärliche Beinbehaarung 
von derselben Farbe. ■ — Größe: 0,55 mm. 

1 2 (Type) von Lignano (Venetien), 1 (J (Type) \on Grado Bad 
(Küstenland), beide von Dr. J. Mai dl gesammelt (9. — 10. 7. 13 bezw, 
6. 7. 13), 1 $ von Savina (Dalmatien, Paganetti leg.), sämtlich im 
Wiener Museum; 2 $$ von Castelnuovo (Dalmatien) und 1 $ 1 J von 
Grado in der Alfkenschen Sammlung. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattnng Halictus Latr. 



251 



Beide Geschlechter gehöien nach Habitus, Kopffoim und Skulptur 
zweifellos zusammen. Das $ ist in der Skulplur des Mesonotums 
mnrio F. äußerst ähnlich, we'cht aber von diesem namentlich durch die 
gedrungene Gestalt, andeien Bau des Mittelsegments und die ab- 
weichende Färbung, Bindenzeichnung und z. T. auch Skulptur des 
Hinterleibs ab. Das nähert sich dui ch die Faibung der Beine den (JcJ 
von leucopus K. und viridiaeneus Blüthg., unterscheidet sich aber von 
diesen sogleich durch das längliche Gesicht, die kurzen Fühler, deren 
Unterseite auch dunkler gefärbt ist, und die viel feinere Punktieiung 
des Mesonotums. 

In der Sammlung des Berliner Zoolog. Museums befindet sich ein 
9 von Brussa in Kleinasien (als „H. semitectus Mor." bestimmt), das 
ich einstweilen als Varietät von littoralis auffassen möchte, obwohl es 
in einigen Punkten vom Typus abweicht: die Punktierung des Meso- 
notums ist etwas stärker (im Durchschnitt noch etwas kräftiger als bei 
Hol. morio F.), das 1. Segment auf der Scheibe ziemlich dicht sehr fein 
punktiert, am Grunde beiderseits fleckenartig dicht weißlich behaart, 
die Farbe des Hinterleibs bläulichgrün, die Flügel ins weißliche fallend. 

Drei fast gleiche $? von Alg'er (Hussein Dey, Bequaert leg.) 
fand ich in der Alf keuschen Sammlung (2) und derjenigen des Ham- 
burger Museums (1); zwei davon sind ganz frische Stücke. Bei ihnen 
ist die Befilzung des 1. Segments beiderseits vor den Beulen sehr aus- 
geprägt, die Binde des 2. Segments setzt sich längs den Seiten fort, 
auf Segment 3 ist auch die Endhälfte reichlich weißlich beschuppt; 
die Pvmktierung des Mesonotums ist feiner als bei dem $ von E-ruesa 
(wie bei dem typischen $), die Farbe des Hinterleibs goldiggrün, die 
Punktierung des 1. Segments kräftiger, bei dem Hamburger Stück 
auf der Scheibe dicht, bei den beiden anderen Stücken hier zerstreut 
(wie bei dem typischen $). 

[Diese drei $? sind von Alfken als ,,H. alhovirens Perez" be- 
stimmt, können aber meines Bracht ens zu dieser Art nicht gehören, 
da Perez in seiner Beschreibung (,.Esp. nouv. Meli. Barbarie" Bor- 
deaux 1895, p. 52) von Binden, Flecken oder Befilzung der Segmente 
überhaupt nichts erwähnt, die Färbung ;,d'un vert sombre" nennt 
und die Ausdehnung der Depressionen als ,,aussi larges que les disques" 
bezeichnet; das ^ hat längere Fühler (so lang wie der Hinterleib), 
sehr konvexen Hinterleib, weißlich gefärbte Schienen.] 

Diese algerische Varietät möge var. Bequaerti heißen. 

Hai. vireiis Erichson {simulans Per.) ist im Durchschnitt merklich 
größer (die Type 7,5 mm), Stirnschi Idchen und Kopfschild stark 
glänzend, Mesonotum vorn schwach, hinten deutlich glänzend, letzteres 
vorn sehr fein und dicht, hinten kräftiger (so staik wie bei Smeath- 
manellus K. $) un.d zerstreuter punktiert; Schildchen glänzend, zer- 
streut, rings dicht und fein punktiert; Mittelsegment länger; im übrigen 
ist diese Art littoralis ? außerordentlich ähnlich. 

9. Hai. pseiidolittoralis nov. spec. (Fig. I8a $, 18b (J) 

Der vorigen Art sehr nahe verwandt und von ihr durch folgende 
Merkmale unterschieden: 

5. Heft 



252 



P. Blüth^^en: 



$. Gesicht kürzer und runder, auch dei Kopfschild küizer. IMeso- 
notum feiner skulptiert. deshalb elwas glänzend, eberso dicht, aber 
noch feiner punktiert. Hinterleibssegmente am Ende flachgedrückt, 
das 1. lebhaft glänzend, ohne Mikroskulptur, auf der abschüssigen 
Basis und den Beulen poliert, punktlos, auf der Scheibe ziemlich dicht, 
auf dem Endteil dicht mikroskopisch fein punktiert, auch auf den 
übrigen Segmenten die Punkte ebenso fein. Körperfarbe dunkelgrün, 
das 1. Segment mehr goldiggrün, mehr oder weniger me1 allisch, 
namentlich das 1. Segment. Fühlergeißel unten pechbraun. Behaarung 
von Kopf Thorax und Beinen graugelblich. Hinterleib auf Segment 
2 und 3 mit spärlicher gelblicher staubartiger Behaarung 4 und 5 mehr 
weißlich abstehend kurz behaart die Segmente am Grunde anscheinend 
ohne Binden oder Flecken (es mögen indessen bei frischen Stücken 
kleine helle Flecken vorhanden sein). — Sonst wie littoralis 9, eberso 
groß. Der innere Sporn der Hinterschienen trägt vier schräge Zähne. 

^. Gesicht ebenfalls runder, mit viel kürzerem Kopfschild. Me- 
sonotum noch glänzender als beim $, sehr dicht sehr fein punktiert. 
Hinterleib schmal elliptisch, am Ende zugespitzt, die Segmente am Ende 
leicht niedergedrückt, 2 am Grunde etwas eingedrückt, dahinter leicht 
gewölbt ; 1 auf der abschüssigen Basis poliert, punktlos, stark glänzend, 
im übr-gen mit Ausnahme eines sehr schmalen Streifens vor dem 
Endrande dicht äußerst fein punktiert; 2 bis fast an den Endrand 
ebenso punktiert ; auf den folgenden Segmenten wird die Punktierung 
immer noch feiner und verschwindet in der feinen Querriefung, die auf 
2 sehr schwach ist und auf den folgenden Segmenten immer deutlicher 
wird; infolge letzterer zeigt, der Hinterleib einen ziemlich lebhaften 
Seidenschimmer. Bauchsegmente flach, die Fläche des 6. ausgedehnt 
in Form eines kurzen Ovals, das vom Endrand b^s fast zur Basis, seit- 
lich nicht ganz bis zum Seitenrand reicht und gegen die Basis scharf 
abgesetzt ist, flach niedergedrückt, darin der Länge nach mit feinem 
flachen Kiel. 

Kopf und Thorax ziemlich kurz und dünn gelblichgries behaart, 
Hinterleib mit dünner, staubartiger gelblicher Behaarung, die End- 
segmente nur wenig länger und spärlich behaart; Bauchsegmente 
mit kurz und schräg nach hinten gerichteten unregelmäßigen weißlichen 
Fransen. 

Kopfschild mit wcißgelbem Fleck, Oberlippe und Oberkiefer 
dunkel, letztere mit roter Spitze. Fühlergeißel unten pechbraun. 
Sonst wie littoralis ebenso groß. 

1 $ von Ladikiye (Nordsyrien, Leuthner leg.) und 2 vom 
Libanon (Schmiedeknecht leg.) im Wiener Museum, offensichtlich 
zusammengehörig. In der Fries eschen Sammlung steckt 1 ^ von Jaffa. 

10. Hai. algiriis nov. spec. ? 

Metallisch dunkelgrün, Kopfschild am Ende blauschwarz, Segment- 
enden ziemlich breit rötlichgelb durchscheinend, Bauch schwarzbraun; 
Geißel unten rötlichbraun, Kniee rötlich, Tarsen rotbraun; Flügel 
schwach gelblich, Adern und Mal gelb. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



253 



Kopf hinter den Augen mäßig verengt, Gesicht etwas länger als 
breit, regelmäßig rundlich (nach unten kaum verschmälert), Kopf- 
schild mäßig vorgezogen, wenig glänzend, zerstreut punktiert, Gesicht 
sonst seidig matt, nur auf dem Scheitel glänzend, dicht fein punktiert, 
die Zwischenräume kleiner als die Punkte bis so groß wie diese. 

Mesonotum schwach glänzend, fein lederartig, dicht fein punktiert, 
die Punkte so stark wie bei leucopus K., die Zwischenräume kleiner 
bis etwas größer als die Punkte, rings kleiner. Schildchen etwas feiner 
und dichter punktiert. Mittelsegment ^/^ so lang wie das Schild chen, 
Mittelfeld undeutlich halbmondförmig, fast matt, mit seidigem Schein, 
dicht und fein wellig gerunzelt; Seitenfelder abschüssig, schwach 
seidig glänzend, sehr fein lederaifcig, fast glatt; Stutz wie die Seiten- 
felder, oben hinter diesen fein scharf gerandet, seitlich ebenso bis fast 
obenhin. 

Hinterleib länglich eiförmig, nach hinten zugespitzt; Segment 1 
hinten flachgedrückt, die übrigen nicht. Segment 1 mit Ausnahme 
der abschüssigen Basis und der Hinterseite der Beulen dicht fein, 
auf dem Endteil sehr fein punktieit, der punktierte Teil mäßig glänzend; 
die folgenden ebenso, aber noch dichter punktiert, auch fein gerieft, 
deshalb mit seidigem Schein. 

Kopf, Thorax und die Basis des 1. Segments kurz und dünn 
graugelb behaart, Segment 3 dünn staubartig gelblich behaart, 4 und 5 
länger und dichter, der Endteil von 3 seitlich, von 4 völlig dünn gelblich 
gewimpert; von weißen Flecken am Grunde des 2. und 3. Segments 
keine Spur vorhanden. Bauch kurz gefranst. Beine gelblich behaart. 

Größe: 5,25 mm. 

1 2 von Algier (Lambese, 24. 4. 07) in der Alf ken sehen Sammlung. 

Dieses ? gehört in die Gruppe leucofus K. Es unterscheidet sich 
von leucopus K. und viridiaeneus Blüthg. durch den dunkelgrünen 
Hinterleib, die ausgedehnte Punktierung des 1. Segments (bei jenen 
der Endteil punktlos, der Kest weitläufiger und feiner punktiert) und 
den Mangel weißer Flecken. Bei pseudolittoralis Blüthg. $ ist die 
Punktierung von Mesonotum und Hinterleib viel feiner und das Mittel- 
segment anders gebildet. H. annulifes Mor. hat kürzeres Gesicht, 
längeres Mittelfeld, Flecken am 2. und 3. Segment und die Metatarsen 
am Grunde ausgedehnt weißgefärbt. 

11. Hai. Duckei Alf ken c? 

Hol. Duckei (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, p. 46 $), von dem ich 
Dank der Liebenswürdigkeit des Autors eine Cotype besitze, ist sehr 
nahe mit morio F. verwandt, läßt sich aber (abgesehen von der geringeren 
Größe) von diesem unschwer durch die stärkere (wie bei viridiaeneus 
Blüthg. beschaffen) Punktierung des glänzenden Mesonotums, die 
grüne Färbung des Hinterleibs, die eingedrückten Segmentenden 
und das länglichere Gesicht unterscheiden. 

Mir lagen 4 von Opcina (Istrien: J. Mai dl leg.) und 3 $$ von 
Triest (Gräffe leg.) aus dem M iener Museum und 1 9 von Divaca 
(Karst) aus dem Berliner Museum vor. Bei Opcina fing Dr. Mai dl 

5. Heft 



P. Blüthgen: 



auch das bisher nicht bekannte ^. Ich gebe nachstehend die Be- 
schreibung: 

(J. Körperfarbe: Kopf und Thorax grün, Hinterleib oben grün 
mit Messingschein, unten braunschwarz, die Segment enden sehr 
schmal gelblich durchscheinend; Kopfschild am Ende mit gelbem Fleck, 
Oberlippe und Oberkiefer schwarz, letztere mit roter Endhälfte. 
Fühlergeißel hell braungelb, oben gebräunt. Beine braunschwarz, 
Schenkel mit leichtem grünen Schimmer, Kniee und Spitze des Krallen- 
glieds rötlich, Tarsen rotbraun. Flügel wie beim $. 

Gesicht ähnlich Smeathmanellus K. geformt, aber im Verhältnis 
länger und schmäler und Kopfschild weiter vorgezogen, matt, mit 
sehr dicht gedrängter, fast rimzliger feiner Punktierung, nur der Scheitel 
mit deutlichen und glänzenden Zwischenräumen. Fühler etwa bis zum 
Thoraxende reichend, die Geißel kräftig, nach dem Ende zu dicker 
werdend . 

Mesonotum glänzender als beim $, namentlich beiderseits der 
Längsmitte, Punktierung wie beim $, aber noch etwas stärker. 
Schildchen dichter als das Mesonotum punktiert, glänzend. Mittelfeld 
wie beim ?, mit einer keilförmigen glatten, glänzenden Spitze in den 
Stutz hinabgreifend, Seitenfelder hinten ohne scharfen Rand, fast 
matt, dicht, z. T. runzlig punktiert. Stutz (soweit bei der Type sicht- 
bar) wepig glänzend, fein skulptiert, seitlich nur bis zur Hälfte der 
Höhe scharfkantig. Mesopleuren wie beim 2, Metapleuren sehr fein 
ganz dicht lederartig pu.iktiert-gerunzelt, seidig glänzend. 

Hinterleib länglich elliptisch, gewölbt, knapp so lang wie Kopf 
und Thorax zusammen, das 1. Segment hintci nicht, die folgenden nur 
schmal und undeutlich eingedrückt, das 2. auch am Grunde, aber nur 
sehr schwach. Segment 1 am Grunde undeutlicher als beim $ gerieft, 
sonst poliert, iQ-äftiger als beim $ punktiert Segment 2 ganz schwach 
fein querger^eft, dicht kräftig-fein, am Grunde sehr dicht und feinei 
punktiert, hier ziemlich matt, nach dem Ende zu glänzendei, ein 
schmaler Endrand punktlos, poliert. Die folgenden Segmente ungefähr 
ebenso skulptiert, etwas glänzender. 

Bauch glänzend, die Segmente dicht, fein punktiert, die ersten am 
Grunde gerieft, sehr kurz abstehend gefranst, 4 und 5 am Ende halb- 
mondförmig abschüssig, 5 auf der Endhälft e, 6 in ganzer Länge mitten 
mit feinem Kiel (flach- erhabener Linie). 

Behaarung von Kopf und Thorax greis, Hinterleib fast kahl, 
mit spärlicher staubartiger Behaarung auf der Scheibe der Segmente, 
Segment 2 und 3 (anscheinend auch 4) am Grunde mit lockerer, mitten 
verschmälerter weißlicher Binde. 

Behaarung der Beine spärlich, weißlich. — Größe: 4mm. 

12. Hai. elliptlceps nov. spec. $ 

Körperfarbe metallisch dunkelgrün. Kopfschild mit Ausnahme 
der wie das Stirnschildchen messingscheinenden Ba.is metallisch- 
schwarz mit kupferroten Reflexen, Segment enden schmal und nicht 
scharf abgesetzt gelblich, Bauch schwarzbraun, Fühlergeißel unten 



Beiträge zur Kenntnis der ßienengattung Halictus Latr. 



255 



gelbbraun, Flügel wasserhell, Adern und Mal gelbbraun, Beine rot- 
braun, Tarsen braunrot. ■ 

Gesicht ähnlich dem von Smeathmanellus K. 9 geformt, aber 
oben schmäler, mehr elliptivsch, seidig matt, sehr fein und dicht punktiert, 
Stirnschildchen weitläufiger; Kopfschild am Grunde wie das übrige 
Gesicht, im übrigen kräftiger und zerstreuter punktieit, die Punkte 
flach und schräg eingestochen. 

Mesonotum ungefähr wie bei mono F., die Punkte Kaum etwas 
stäricer, scharf eingestochen, die Zvvischenräume weriger deutlich 
skulptiert und deshalb etwas glänzender. Brustseiten seidig matt, 
dicht runzlig punktiert. Mittelsegment so lang wie das 8childchen, 
trapezförmig, das Mittelfeld etwas konkav, seidig mptt, dicht fein bis 
an das Ende gestreift, ohne besonders hervortretenden Mittelkiel; 
Seitenfelder matt, fein lederaitig gekörnelt, hinten fein scharf gerandet ; 
Stutz seidig matt, mit sehr feiner Skulptur, seitlich bis fast oben 
scharf gerandet. 

Hinterleib wie bei Smeathmanellus K. geformt, die Segmeite hinten 
mitten nicht abgeflacht oder eingedrückt, das 1. poliert, stark glänzend, 
beiderseits vor den Beulen sehr fein dicht punktieit, mitten zerstreuter, 
die abschüssige Basis und der Endteil punktlos; Segment 2 am Grunde 
äußerst fein quergerieft und mikroskopisch fein dicht punktieit (je 
nach der Beleuchtung tritt die Kiefung oder die Punktierung hervor), 
auf dem Endteil eine mikroskopisch feine, nur bei gewissem Licht er- 
kennbare Kiefung; Segment 3 und 4 ebenso, aber die Riefung deutlicher 
und die Punktierung darin verschwindend; Segment 2 glänzend, am 
Grunde mit seidigem, auf dem Endteil mit etwas öligem Schein, 3 seidig 
schimmernd. 

Kopf und Thorax ziemlich dünn und kurz graugelb behaart, 
die Beine blasser, der Hinterleib vom 3. Segment an weitläufig mit 
kurzen gelblichen Härchen besetzt, das 4. Segment am Grunde dichter 
mit weißlichen, angedrückten, Segment 2 und 3 am Grunde beiderseits 
mit kleinen weißen FlecKen. 

Größe: wie H. Smeathmanellus K. 2. 

1 $ vom Amur (Staudinger) im Wiener Museum. 

Es gleicht in der Kopfform und der Skulptur und dem Glanz des 
Hinterleibs etwa cupromicans Per., hat aber gedrängt -punktieit es 
Mesonotum und dichter punktiertes 1. Segment; die Skulptur des 
Mesonotums ähnelt der von aeneidorsum Alfken, dieser und Smeath- 
manellus K. haben aber oben breiteres Gesicht und ölig glänzendes 
1. Segment, dessen PunKtierung durch eine feine Querriefung un- 
deutlich wird. 

13. HaK atrovirens Per. 

Hai. atrovirens (von Barcelona beschrieben) ist mir vor Mallorca, 
Syrakus und Fiume bekannt geworden. Es ist anscheinend eine nicht 
häufige Art. 

Bei Gravosa Ombia (Dplmatien) fing Dr. J. Mai dl einige jetzt 
im Wiener Museum befindliche q^J, welche offensichtlich hierher 
gehören. Sie sehen folgendermaßen aus: 

5. Heft 



256 



P. Blüthgen: 



Kopf und Thorax bläulichgrün, Mittel segment blau, Hinterleib 
schwarz mit schwach bläulichem Schein, die Segmente am Ende 
schmal und undeutlich bräujilich durchscheinend, Kopfschild mit 
Ausnahme der Ba is metallischschwarz, ohne hellen Fleck, Oberlippe 
und Oberkiefer schwarz, diese mit roter Spitze, Fühlergeißel unten 
ockergelb, Tarsen blaß braunrötJich, trüb rötlichgelb durchscheinend. 

Kopf, von oben gesehen, dick, hinter den Augen ziemlich ver- 
längert, Gesicht etwa wie bei SmeathmandluS K. (J geformt, Kopf- 
schild etwas weiter vorgezogen; Fühler über das Mittelsegment hinaus- 
reichend. Mesonotum wie bei morio F. skulptiert. Hinterleib kaum 
so lang wie Kopf und Thorax zusammen, elliptisch, gewölbt, die Seg- 
mente am Ende schwach eingedrückt, 2 und 3 am Grunde eingeschnürt, 
dahinter gewölbt, alle ehr dicht äußerst fein punktiert, nur der End- 
teil punktlos, außerdem alle fein gerieft, seidig schimmernd, mäßig 
glänzend; 2 und 3 am Grunde beiderseits mit schmalem, kleinen 
weißen Filzfleck, im übrigen nur eine spärliche staubartige blasse Be- 
haarung zu sehen. Die Bauchsegmente sind fein gerieft, matt seidig 
glänzend, am Ende eingedi^ückt und breit blaß durchscheinend, das 
6. mit glatter, eingedrücKter Mittelfurche, daneben dicht fein punktiert 
und vor dem glatten Endrand beiderseits mit einem kleinen FlecK an- 
liegender samtiger bräunlicher Behaarung. ■ — Größe: 5— 5,5 mm. 

14. Hai. aureolus Per. 

Dem $ sehr ähnlich. — Lebhaft metallischgrün, Mittelfeld mehr 
oder weniger blau; Kopfschild am Ende, Oberlippe und Oberkiefer gelb, 
letztere am Grunde schwarz, an der Spitze rot; Fühlergeißel unten 
braungelb; die Segmentenden schmal gelb durchscheinend, die Grube 
des 7. Segments hellrot; Schenkel, Mittel- und Hinterschienen braun- 
schwarz mit grünem Metallschimmer, Vorderschienen (mit Ausnahme 
eines braunen Streifens vorn), Kniee, Basis und Ende der Mittel- und 
Hinterschienen (schmal), und die Tarsen blaß rötlichgelb, dar Krallen- 
glied gebräunt. Gesicht wie beim $ kurz (ungefäl r wie bei nitidiusculus 
K. geformt, Kopfschild fast noch kürzer), matt, dicht fein punktiert, 
vom mittelsten Nebenauge eine glänzende glatte Lirie bis zum Stirn- 
schildchen, Kopfschild dicht punktiert, nur m Vorderrand zerstreuter: , 
und hier glänzend. Fühler knapp bis zum Ende des Mittelsegments i 
reichend. — Mesonotum und Schildchen glänzend, dicht fein punktiert i 
(die Zwischenräume so groß oder etwas größer als die Punkte), Brust- . | 
Seiten seidig matt, flach dicht, fast runzlig, punktiert. Miltelsegment ! j 
so lang wie das Schildchen, Mittelfeld konKav, am Ende schmal leicht ; ] 
wulstig, wenig glänzend, fein flach längsrunzlig, der Endrand glatt uno i 
glänzend. Stutz ziemlich matt, nur seitlich bis zm' Hälfte scharfkantig. , | 
Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, lanzettlich, ! 
flach, die Segmente am Ende Kaum flacher, im Profil leicht gew()lbt, j 
das 2. und 3. am Grrrnde eingeschnürt, cias 1. mit Ausnahme der ab- ( 
schüssigen Basis und der Beulen ziemlich dielt fein punktiert, die j ] 
folgenden noch dichter, bei allen der Endrand pimKtlos. • — Der um- '[ . 
geschlagene Teil der Rückenplatten sehr breit ; die Bauchsegmente fein ' 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



257 



gerieft, seidig schimmernd, kaum punktiert, am Ende nicht eingedrückt, 
breit blaß durchscheinend. 

Kopf und Thorax dünn und kurz greis behaart, Geeicht unterhalb 
der Fühler weiß beschuppt, Hinterleib fast kahl, Segment 2 und 3 
(vielleicht auch 4) am G-runde mit schmaler, mitten noch verschmälerter 
weißer Filzbinde; der umgeschlagene Teil der Rückenplatten und das 
2. und 3. Bauchsegment kurz abstehend behaart, die Endsegmeate 
fast kahl. — Größe: 5 mm. 

Ich erhielt das ^ zusammen mit dem $ von Herrn Dr. v. Schult- 
heß aus Tunis (Nefta und Tozeur) und von Herrn Dr. Jose Ma. Dus- 
met aus Spanien (von verschiedenen Orten). 

15. Ilal. laevidorsum nov. spec. $ (Fig. 16) 

Körperfarbe: schwarz, Oberkieferspitzen blutrot. Schult er beulen 
gelb; Enddrittel des 1., das 2. und 3. Kückensegment rostgelb, das 3. 
beiderseits mit braunem Fleck, die Segmentenden blaß horngelb durch- 
scheinend, Bauch rostgelb, nur Segment 3 bis 5 braun, am Ende gelblich 
durchscheinend; Fühlergeißel bräunlichgelb, oben dunkelbraun; 
Schenkel und Vorderschienen braun, Kniee, Schienen und Tarsen 
rostgelb, die Mittel- und Hinterschienen ausgedehnt braun gefleckt; 
Flügel wasserhell, Adern und Mal hellgelb. Kopf knapp so breit wie 
der Thorax, von oben gesehen dünn, hinter den Augen konvergierend, 
Gesicht oval, der Kopfschild ziemlich kräftig vorgezogen (etwa wie 
bei rufitarsis Zett. geformt, aber der Kopfschild weiter vorragend), 
ziemlich matt, das Stirnschildchen etwas glänzender, beide mit seidigem 
Schimmer, Scheitel glänzend, Kopfschild niäßig glänzend, dieser mit 
zerstreuten, kräftigen, aber ganz flachen Punkten, das übrige Gesicht 
mit einer nicht sehr dichten, ganz feinen und flachen, auch bei starker 
Vergrößerung As solche kaum erkennbaren Punktierung. 

Mesonotum glänzend, mit leichtem Seidenschimmer, nur ganz 
hinten mit mikroskopisch feiner, ganz undeutlicher Punktierung, 
im übrigen punktlos, auch ohne deutliche andere Skulptur. Schildchen 
gewölbt, mit schmalem Längseindruck mitten, seidig glänzend, nur 
hinten mit minutiöser Punktierung. Mittelsegment so lang wie das 
Schildchen, Mittelfeld breit halbmondförmig, etwas konkav, hinten 
am Übergang zum Stutz mitten mit schmalem, flachen Eindruck, 
seidig matt, sehr fein flach und ziemlich dicht gerunzelt, außerdem 
fein lederartig skulptiert; Seitenfelder ziemlich matt, mit Seiden- 
schimmer. Stutz glänzend, mit leichtem Seidenschimmer, nur bis zur 
Hälfte der Höhe seitlich scharf gerandet. Brustseiten lebhaft glänzend, 
mit undeutlicher Mikroskulptur ; Seiten des Mittelsegments äußerst 
fein lederartig gerunzelt, ziemlich lebhaft seidig glänzend. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, elliptisch, 
f lad , die Segmente am Ende weder abgeflacht noch eingedrückt,^ 
die Beulen ganz flach. Segment 1 ist auf dem Enddrittel poliert, punkt- 
los und stark glänzend, davor sehr dicht äußerst fein, aber scharf ein- 
gestochen punktiert, die Zwischeniäume seitlich kaum großer als die 
Punkte, nach der Mitte zu größer; der punktierte Teil ist namentlich 

Archiv für Naturgeschichte. ^ _ 

1923. A. 5. 17 S.Heft 



258 



P. Blüthgen: 



an den Seiten ziemlich matt, außerdem mit Ausnahme eines sehr 
schmalen MitteLtreifens mit anliegenden kurzen gelblichen seidig 
glänzenden Härchen dicht besetzt. Segment 2 mit sehr dichter, mikro- 
skopisch feiner, flacher, als solche kaum erkennbarer' Punktierung, 
ziemlich matt, seidig schimmernd, das Ende ebenso wie die folgenden 
Segmente etwas weniger gedrängt punktiert und deshalb etwas 
glänzender. — Kopf und Mesonotum spärlich und kurz, Schläfen, 
Brustseiten und Stutz länger und etwas dichter gelblichgreis behaart, 
die Behaarung des Mesonotums unregehnäßig, zum Teil ziemlich an- 
liegend, Schildchenfurche, Pronotum bis zu den Flügelschuppen und 
Hinterschildchen gelblichweiß befilzt. ■ — Segment 2 und .3 tragen beider- 
seits am Grunde einen dreieckigen weißen Filzfleck, das 4. ist auf 
der Basishälfte weiß beschuppt, 2 und 3 sind außerdem mit spärlicher, 
seidig-staubartiger Behaarung, 4 weitläufig mit abstehenden gelblichen 
Haaren besetzt, 5 neben der Furche schmutzig goldgelb behaart, die 
Endsegmente seitlich weißlich abstehend gefranst. — Bauch glänzend, 
die Segmente dicht und fein quergerieft, vor dem Ende mit ziemlich 
dichter Querbinde feiner haartragender Punkte; die weißliche Franse 
lang, aber locker gekrümmt. — Beine lang und ziemlich dicht silber- 
weiß behaart. Der innere Sporn der Hinterschienen ist in seiner ganzen 
Ausdehnung dicht kurz gesägt. — Größe: etwa 6,5 mm. 

1 5 aus dem Kaukasus (Araxestal) im Wiener Museum (Leder 
und Reitter leg.)- Diese Art hat eine oberflächliche Ähnlichkeit mit 
dem turkestanischen salinaecola Friese (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1916, 
p. 31), ist aber sofort an dem punktlosen Mesonotum und der eigen- 
tümlichen Skulptur der Hinterleibssegmente zu erkennen. 

Zusatz: Bemerkungen über Ilal. salinaecola Friese: 

Von Schmiedeknecht erhielt ich eir ige ganz frische dieser 
Art, deren Übereinstimmung mit einer Type aus der Frieseschen 
Sammlung ich feststellen konnte. Die Beschreibung ist in folgender 
Beziehung zu berichtigen und zu ergänzen: Dab Mesonotum ist dicht 
fein puaktiert, die Zwischräume so groß oder etwas kleiner als die 
Punkte, glänzend, die Flöche aber im ganzen seidig matt; seine Be- 
haarung besteht aus dicht stehenden, das Chitin jedoch nicht ver- 
deckenden, angedrückten, von der Mittellängsliniö schräg nach außen 
gerichteten seidigen Härchen; Mittelsegment so lang wie das Schildchen, 
das Mittelfeld halbmondförmig, etwas konkav, matt, dicht fein ge- 
streift, das Ende leicht wulstig, seidig glänzend; der Hinterleib ist 
länglich eiförmig, die Segmente am Ende gewölbt, das 1. seitlich und 
auf dem Endteil, die folgenden gänzlich mikioskopisch fein dicht 
punktiert, das 2., 3. und 4. am Grunde mit weißer Filzbinde, die des 
2. mitten stark verschmälert. 

Aus der Alf keuschen Sammlung lag mir 1 $ von Baigakum bei 
Djulek (Turkestaa) vor, das schwärzliche Erdsegmente besitzt. Eben- 
daher stammen einige (^(J derselben Sammlung, die wohl mit einiger 
Sicherheit zu saUnaer<'>la gestellt weiden kihinen. 

(J. Schwarz; der Kopfschild am Ende, Oberlippe und Oberkiefer 
gelb, diese mit roter Spitze; Fühler hell rötlichbraungelb, Schaft oben 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



259 



braun, Geißel ober gebräunt; Schulterbeulen und ein Fleck auf den 
Flügel schuppen gelb; Segment 1 bis 3 rötlichgelb, mit Ausnahme des 
Endteils etwds gebräunt, die folgenden braunschwarz, die Segment- 
enden durchsichtig horngelb. Beine rostgelb, die Schienen hinten und 
die Tarsen schwefelgelb. Flügel wasserhell, Adern und Mal blaßgelb. 

Kopf ein wenig breiter als dei Thorax, von oben gesehen hinter 
den Augen ziemlich click, aber zugleich stark konvergierend, Gesicht 
etwa wie bei Kessleri Brams. geformt, Kopfschild und Stirnschildchen 
glänzend, ersterer seitlich am Grunde dicht punktiert, sonst fast punkt- 
los, letzteres zerstreut punktiert, im übrigen das Gesicht matt, sehr fein 
und dicht punktiert, die Punkte scharf ausgestochen und deutlich; 
Schildchen ebenso. Mittelfeld wie beim $, die Runzlung sehr dicht und 
verworren, wie Körnelung erscheinend. Stutz glänzend und, soweit 
zu sehen, dicht punktiert. 

Hinterleib um die Hälfte länger als der Thorax, schmal elliptisch, 
gewölbt, die Segmente am Ende eingedrückt, 2 und 3 auch am Grui de, 
fein aber deutlich sehr dicht punktiert, die Zwischenräume durch- 
schnittlich so groß wie die Pünktchen. Die Bauchsegmente ausgedehnt 
lötlichgelb, mit seidigem Schimmer, mit mikroskopisch ex Skulptur, 
am Ende horngelb durchscheinend, 5 flach muldig eingedrückt, hinten 
schwach bogenförmig ausgeschnitten, 6 vom Grunde bis zur Mitte 
mit glänzender Furche, seitlich und auf dem Ende sehr fein, aber deut- 
lich punktiert. 

Gesicht unterhalb und etwas oberhalb der FüHerbasis, die Schläfen 
und die Thoraxseiten weißlich anliegend behaart, die Haare dick, 
Mesonotum ziemlich dicht ähnlich behaart, die Schläfen auch dicht 
und lang abstehend weißlich behaart, der Scheitel kürzer; Segment 1 
euf dem mittleren gewölbten Teil und längs den Seiten, 2 am Grunde 
und an den Seiten, 3 am Grunde, die folgenden bei frischen Stücken 
wahrscheinlich auf der ganzen Fläche we'ß filzig behaart. Bauchsegment 
2 und 3 kurz und spärlich weißlich behaart, auf dem Ende mit ange- 
drückter weißlicher Franse, 4 und 5 sehr fein angedrückt seidig gelblich 
behaart, 6 an den Seiten und auf dem Ende kräftiger und deutlicher, 
mitten am Grunde kahl. — Größe: 5 mm. 

16. Hai. peregriüus nov. spec. (Fig. 24a 24b (J) 

Körperfarbe: tiefschwarz, Oberkiefer ende bräunlichrot, Fühler- 
geißel unten schwach gebräunt, Rückensegmente am Ende sehr schmal 
und scharf abgesetzt rötlichgelb durchscheinend, Bauchsegmente am 
Ende blaß, Beine braunschwarz, die Endglieder der Tarsen rotbraun, 
die Sporen hellgelb, Flügel schwach graulich getrübt, Adern und Mal 
gelbbraun. — Gesicht etwas länger als breit, unten sanft konvergierend, 
. Scheitel schwach gewölbt, Stirnschildchen gewölbt, Kopfschild mäßig 
vorgezogen; Gesicht ziemlich kräftig punktiert, die Zwischenräume 
etwas kleiner als die Punkte, schwach glänzend; Stirnschildchen 
mitten etwas glänzend; Kopfschild ziemlich matt, dicht kräftig 
punktiert. 

17* 5. Heft 



260 



P. BlUthgen: 



Mesonotum vorn ziemlich gewölbt, liier mit eingeritzter Mittel- 
linie, stark glänzend, poliert, mit kräftigen, ungleichmäßig starken, 
flachen Punkten, deren Bänder wie überwallt erscheinen, die auf der 
Scheibe zerstreut und unregelmäßig dicht, vor dem Schildchen dicht 
stehen. Mittelsegment kurz (ungefähr so lang wie das Hinterschildchen), 
Mittelfeld halbmondförmig, konkav, am Ende etwas wulstig, dicht 
fein und flach bis zum Ende gestreift, seidig glänzend, der Endwnlst 
mit lebhafterem Glanz; Seitenfelder glatt, glänzend, am Enae aicht 
fein punktiert; Stutz nur ganz unten seitlich scharfkantig, äußert 
fein runzlig punktiert und mit zerstreuten Erhabenheiten, seidig 
mattglänzend, nur oben mitten mit einer lebhaft glänzenden Stelle. 
Mesopleuren glänzend, ziemlich dicht kiäftig punktiert. 

Hinterleib mit gewölbten Segmentenden (nur vom 3. Segment ab 
sind diese setwach abgeflacht). Segment 1 seitlich bis zum Grunde 
sehr dicht und äußerst fein punktiert, auf der Scheibe querüber und 
seitlich auf dem Endteil dicht, letzterer mitten mit etwa dreieckiger 
glatter Stelle. Segment 2 am Grunde etwas eingedrückt, hier sehr dicht 
äußerst fein punktiert und undeutlich gerieft, dahinter weitläufiger 
und etwas weniger fein bis zum Ende punktiert. Die folgenden Seg- 
mente ebenso. — Hinterleib stark glänzend, nur das 2. Segment am 
Grunde etwas weniger. 

Kopf und Thorax gelblichgrau dünn und ziemlich kurz behaart, 
die Pronotumseiten und das Hinterschildchen bürstenartig dicht. 
Segment 2, 3 und 4 am Grunde seitlich mit breiten weißen Flecken, 
4 außerdem am Grunde locker weißlich beschuppt, 5 neben der Furche 
gelblich behaart, im übrigen Segment 4 und 5 noch dünn gelblich 
behaart. — Die weißlichen Bauchfransen wie gewöhnlich. Beine 
silberweiß behaart. ■ — Der innere Sporn der Hinterschienen in seiner 
ganzen Länge innen mit sehr feinen, kurzen, spitzen, schrägen Zähnchen 
dicht besetzt. — Größe: 7 mm. 

(^. Körperfarbe: wie beim §, nur die Fühlergeißel unten dunkel 
gelbbraun). (Kopfschild und Mundteile also ohne gelb, Tarsen rot- 
braun). 

Kopf wenig schmäler als der Thorax, Gesicht wie beim 2, aber der 
Kopfschild schmaler und spitzer. Fühler kräftig, bis zum Mittelfeld 
reichend. 

Mesonotum vorn mit Mittelfurche, stark glänzend, die Punktierung 
von derselben Stärke wie beim $, aber dichter (die Zwischeniäume 
etwas kleiner bis größer als die Punkte), vor dem Schildchen dicht, 
die Punkte schärfer eingestochen. Schildchen gewölbt, glänzend, 
ziemlich dicht punktiert, mitten vertieft, wie beim $ nur ganz unten 
scharfkantig. Brustseiten wie beim $, aber dichter punktiert (die 
Zwischenräume so groß oder kleiner wie die Punkte). 

Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax zusammen, schmal el- 
liptisch, fast parallelseitig, gewölbt (namentlich Segment 1), die Seg- 
mente am Ende undeutlich etwas niedergedrückt, das 2. am Giunde 
schmal aber deutlich eingedrückt, das 3. schwächer, der Endteil des 
1. und 2. sehr schma', des 3. breiter, das 4. fast die Hälfte des Segments 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



261 



einnehmend. Segment 1 auf der abschüssigen Basis und dem Endteil 
glatt, poliert, im übrigen (einschließlich der Beulen) sehr dicht fein 
punktiert (die Zwischenräume durchschnittlich so groß wie die Punkte); 
die folgenden Segmente mit Ausnahme des glatten Endteils ebenso 
punktiert. 

Bauchsegmente ohne Depressionen und ohne besondere Merkmale, 
mit Ausnahme des EndteiL- nur mäßig glänzend, dicht fein gerieft 
und äußerst fein punktiert, spärlich und sehr kurz (nur das 2. deutlicher) 
abstehend behaart, das 6. mit glatter Mittellinie, seitlich davon deut- 
licher punktiert. 

Kopf und Thorax wie beim $ behaart, Gesicht unterhalb der Fühler 
dicht weißlich beschuppj^. Die Behaarung der Oberseite des Hinter- 
leibs schlecht erhalten: Segment 2 bis 4 mit Kesten lockerer Basis- 
flecken, sonst fast kahl. — Beine dünn weißlich behaart; Tarsen sehr 
schlank, lang. — Größe: 6,5 mm 

1 $ 1 cJ aus Dalmatien (? Brazza, M S Vito, ^ Salona) im Wiener 
Museum (Dr. F. Mai dl leg., Typen). Ferner lagen mir je 1 5 von 
Griechenland (südl. Peloponnes, Kambos am Taygetos: Holtz leg.), 
Triest (Gräffe leg.) und Eiva (Alfken leg.) aus der Sammlung von 
J. D. Alf ken- Bremen und 1 $ von Montenegro (Sipacno) aus dem 
Berliner Zool. Museum vor. 

Diese Art gehört in die Nähe der Gruppen quadrinotatus K. und 
sexnotatulus Nyl. Ähnliche sind Dmitrijew Mor. (Horae 26, p. 146) 
und nigrilahris Mor. (Fedtschenko, Turkestan, Mellifera II, p. 249), 
insofern beide ebenfalls dunklen Kopfschild, Mundteile und Tarsen 
haben; ersterer zeichnet sich aber durch das halbkreisförmig aus- 
geschnittene 5. Bauchsegment und fast schwarze Segmentenden aus, 
letzterer hat fein punktiertes Mesonotum, spärlich punktierten Hinter- 
leib und bleichgelbes Flügelgeäder. Das 5 kann nii.ht etwa mit laevi- 
nodis Mor. (Fedtschenko, p. 248) identisch sein, weil bei diesem 
das Mesonotum äußerst weitläufig punktiert, das Mittelfeld nur am 
Grunde gestreift und der Endrand der Segmente glatt ist. 

Das 5 hat, wenn die Basisflecken der Segmente abgerieben sind, 
ziemliche Ähnlichkeit mit großen Stücken von flanulus Per. Es 
unterscheidet sich von diesem durch den ganz schwarzen Kopfschild, 
kräftigere Punktierung des Mesonotums und Schildchens, polierte und 
punktlose Depressionen der mittleren Segmente und am einfachsten 
durch Bau und Farbe der Tarsen : die^e sind bei ihm einheitlich dunkel 
rotbraun, an den Hinterbeinen Glied 2 über doppelt so lang wie am 
Ende breit, 3 noch länger, 4 doppelt so lang wie breit, an den Mittel- 
beinen die Tarsen noch länger und schlanker, bei flanulus ^ dagegen 
sind die Tarsen hell rötlichbraun, am Ende gelblich geringelt, das 2. 
und 3. Glied wenig länger als am Ende breit, 4 so lang wie breit ; außer- 
dem sind bei planulus (J die Kniee und das Schienenende schmal rötlich- 
gelb, bei 'peregrinus ^ nicht. 



5. Heft 



262 



P. Blüthgen: 



17. Hai. aiidreuoides nov. spec. $ 

Scliwarz mit einem Stich ins Braune, Segmentenden ziemlicli 
schmal, aber deutlich abgesetzt rötlichgelb durchscheinend. Geißel 
imten dimkelbraun; Tarsen braunrot, Kvallenglied am Ende rostgelb. 
Flügel gelblich getrübt. Adern und Mal hell bräiml ichgelb. 

Figur breit, plump. Kopf hinter den Augen ziemlich stark rundlich 
verengt; Gesicht wie bei follens Brülle $. also kürzer als breit, nach 
unten ziemlich stark konvergierend, Kopfschild kaum vorgezogen; 
dieser wenig glänzend, zerstreut flach kiäftig punktieit ; Stirnschildchen 
seidig matt, dicht fein punktiert, das übrige Gesicht matt, sehr dicht 
und fein punktiert, längs den inneren Augeni ändern und auf dem 
Scheitel seidig glänzend. 

Mesonotum und Mittelfurche fast matt, mit seidigem Schimmer, 
sehr fein lederartig skulptiert, dicht fein punktieit, die Punkte im 
Durchschnitt so stark wie bei fallens, ungleich stark, nicht scharf 
eingestochen, mehr oder weniger flach, die Zwischenräume mitten etwas 
größer als die Punkte, rings kleiner als diese. Schildchen flach, eben- 
falls fast matt, nur vorn imd mitten hinten dicht fein punktieit, sonst 
fast glatt, Mittelsegment ^/^ so lang wie das Schildchen, das Mittel- 
feld seine ganze horizontale Fläche einnehmend, regelmäßig halb- 
mondförmig, hinten scharf gerandet, seitlich deutlich abgesetzt, etwas 
konkav, 'fast matt, seidig schimmernd, fein gerunzelt, mitten dicht 
und verworren, seitlich weitläufiger, die Runzeln hier parallel laufend 
und nach außen gekrümmt. Seitenfelder kaum entwickelt, stark ab- 
schüssig. Stutz schwach glänzend, mit Seidenschimmer, zerstreut fein 
erhaben gerunzelt, seitlich bis fast bis oben scharf gerandet. Brust - 
Seiten matt, lederartig. 

Hinterleib um die Hälfte länger als der Thorax, breit oval, flach 
(ungefähr wie bei malachurus K. ? geformt), die Segmente hinten leicht 
eingedrückt die Beulen kiäftig entwickelt. Das 1. Segment halb so 
lang wie breit, auf der abschüssigen Basis polieit, staik glänzend, 
im übrigen ebenso wie die folgenden Segmente mit lebhaftem, aber 
etwas stumpfem, emailartigen Glanz. Segment 1 mit Ausnahme der 
Basis, der Beulen imd des Endes des Endteils ziemlich dicht fein 
punktiert, die Punkte ungleich stark, nicht scharf eingestochen, flach; 
2 am Grunde undeutlich fein gerieft, mit Ausnahme der Beulen und des 
Endteilendes dicht ebenso punktieit, die Punkte etwas feiner; 3 und 4 
ungefähr ebenso wie 2. • — Bauchsegmente ohne besondere Merkmale, 
die erhabenen Punkte zahlreich imd dicht angeordnet. 

Behaanmg des Körpers graugelb, auf den Brustseiten blasser, 
auf Kopf und Thorax ziemlich dicht, mäßig lang, auf Pronot um. 
Schult eibeulen und Hinterschildchen bürstenaitig dicht; Sefinent 1 
am Grunde kurz abstehend behaart. 2 und 3 dicht staubartig behaart, 
4 deutlicher und länger. 5 graugelblich behaart der Endteil von 1 
hinter den Beulen, von 2 etwas ausgedehnter, von 3 und 4 in voller 
Breite dicht mit feinen, nach außen gerichteten gelblichen ^Vimper- 
haaren besetzt, Segment 2 bis 4 mit schmaler weißlicher Basisbinde, 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictns Latr. 



263 



die auf 2 und 3 mitten verdeckt, auf 4 anscheinend unter dem 3. Seg- 
ment verborgen ist. — Beine blaß graugelb behaart. — Größe : 8,5-9 mm. 

1 ? vom Amanusgebirge (Kleinasien, Escalera leg., 5.02) in 
der Alf keuschen Sammlung. 

Sehr nahe verwandt mit pallens Brülle 5, unterscheidet sich von 
diesem außer durch beträchtlichere Größe durch die breite Figur, 
das kürzere 1. Segment, das kürzere konkave Mittelfeld und die feinere 
und kürzere Behaarung des Hinterleibs. 

18. Hai. Dmitrijewi Mor. ^ ? 

Das J lernte ich kürzlich in natura kennen, als ich eine Anzahl im 
Berliner Museum befindlicher bei Falzfeinowo am Dnjepr (Südrußland) 
von Ramme erbeuteter Halictus durchsah, unter denen sich ein (J 
befand, das in allen wesentlichen Punkten mit der Beschreibung des 
H. Dmitrijeivi (Horae XXVI, p. 146, patria: Gouvernement Charkow) 
übereinstimmt. Ferner entdeckte ich darunter ein mir noch imbe- 
kanntes P, das ganz offensichtlich das noch nicht beschriebene $ 
von Dmitrijewi ist. 

(J. Schwarz, die Rückensegmente am Ende sehr schmal und un- 
deutlich bräunlich, dieBauchsegment ebreit er undheller durchscheinend ; 
Fühler unten dunkelbraun, Krallenglied rostgelb; Flügel fast wasser- 
hell, Adern und Mal gelbrot. 

Ähnlich lativentris Schck. ^, aber kleiner und im Verhältnis merk- 
lich gedrungener und kürzer in der Figur, Fühler kürzer (etwa bis zur 
Mitte des Mesonotums reichend, die Glieder vom 5. ab etwa quadratisch, 
Endglied länger) imd viel dicker. 

Köpf, von oben gesehen, dünn, hinter den Augen ziemlich sehr 
verengt, Gericht wenig kürzer als bre't, fa t e irund, Kopfschild 
kaum vorgezogen, dieser und das Stirnschi Idchen glänzend, s ehr dicht 
fein punktiert. Mesonotum glänzend, die Punkte etwa so sta^ k w'e bei 
lativentris ^, die Zwischenräume auf der Scheibe so groß wie die Punkt e 
oder etwas größer, glänzend, kaum skulptieit, rings die Punktierung 
feiner und dichter. Brust seit en matt, lederaitig, außerdem flach 
punktiert. Mittelsegment etwas kürzer als das Schildchen, Mittelfeld 
halbmondförmig, von vorn oben betrachtet, rings erhaben gerandet 
erscheinend, ziemlich kräftig wellig gerunzelt, die Zwischenräume 
glänzend. Seitenfelder stark abschüssig, seidig matt, sehr dicht fein 
punktiert, die Punkte scharf eingestochen. Stutz nur etwa bis zur 
Hälfte der Höhe seitlich scharfkantig, schwach glänzend, mit se'd'gem 
Schimmer, auf der oberen Hälfte dicht fein punktiert, unten glatter, 
mitten mit flacher, glänzender Vertiefung. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, kurz 
oval, die Segmente am Ende deutlich flachgedrückt, das 2. und 3. 
am Grunde eingeschnürt, dahinter gewölbt, das 1. mit Ausnahme 
der abschüssigen Basis sehr dicht fein punktiert, die Punkte wenig 
schwächer als die aes Mesonotums, aie Zwischenräume so groß wie die 
Punkte bis Meiner als diese, glänzend, die gesamte Fläche aber in- 
folge der Dichtigkeit der Punktierung nur schwach glänzend, mit 

5. Heft 



264 



P. Blüthgen: 



seidigem Schimmer; die folgenden Segmente ebenso überall punktiert, 
auf dem 4. die Punkte undeutlicher. 

Bauch glänzend, fein gerieft, die haartragenden Punkte spärlich 
und sehr fein, die Segmente ?m Ende schwach eingedrückt, der End- 
rand des 3. und 4. schwach bogenförmig, der des 5. tief halbkreisförmig 
ausgeschnitten. 

Gesicht weiß beschuppt, Kopf und Mesonotum graugelblich be- 
haart, die Brustseiten mehr weißlich; die Endsegmente kurz seidig 
gelblich behaart, Segment 2 und 3 am Grunde mit undeutlichen Seiten- 
flecken, Hinterteil sonst fast kahl; Bauch spärlich und kurz abstehend 
behaart; das 5. Segment anscheinend anliegend gelblich behaart 
(bei dem mir vorliegenden Stück verklebt). 

Die lacinia der Genitalien besteht aus einer linienschmalen, kurzen 
Lamelle, die schräg nach innen gerichtet und etwas nach unten ge- 
krümmt ist ; ungefähr an der Anheftungsstelle trägt die squama einige 
kurze, nach außen gebogene Haare. — Größe: 6 mm. 

Sehr ähnlich gmdrinotatus K. $. — Schwarz, die Segmente 
vom 2. ab am Ende schmal und undeutlich bräunlich durchscheinend; 
Farbe der Fühler, Tarsen und Flügel wie beim (J. 

Gesicht ungefähr genau wie bei lativentris Kopfschild schwach 
vorgezogen, glänzend, zerstreut kräftig punktiert, am Giunde matt, 
beiderseits dicht fein punktiert; Stirnsclildchen matt, dicht fein 
punktiert (Zwischenräume so groß wie die Punkte); Gesicht im übrigen 
matt, so stark wie das Stirnschildchen, aber dichter punktiert. 

Mesonotum seidig matt, hinten glänzender, kräftigfein punktiert, 
die Punkte wenig schwächer als bei lativentris 9, die Zwischenräume 
auf der Scheibe größer als bei jenem, namentlich hinten, rings feiner 
und sehr dicht; Schildchen etwas feiner und dichter punktiert, Mittel- 
segment wenig länger als das Hinterschildchen, Mittelfeld halbmond- 
förmig, hinten mitten fein scharf gerandet, dicht scharf gestreift, 
die Streifen etwas wellig, die mittleren Streifen nach innen gebogen, 
in der Mitte noch einige kleine Querrunzeln, die Zwischeiuäume der 
Streifen seidig glänzend; Seitenfelder, Brustseiten und Stutz wie beim 
^, der Stutz etwas höher hinauf scharfkantig, 

Hinterleib in der Form wie bei lativentris 2, die Segmente hinten 
schwach niedergedrückt, ihre Punktierung wie beim cJ, auf dem End- 
teil etwas feiner als auf dem übrigen Segment, einen ganz schmalen 
Streifen unmittelbar vor dem Endrand freilassend; außerdem ist eine 
sehr feine, undeutliche Kiefung vorhanden. 

Kopf und Mesonotum dünn und kurz graugelb, die Brustseiten 
länger imd blasser behaart; Segment 2 und 3 mit verhältnismäßig 
kleinen weißen Basisflecken, die Endsegmente auf dem Endteil, das 4. 
wahrscheinlich (es ist be' dem mir vorliegenden Stück eingezogen) 
auch auf der Fläche seidig gelblich behaart, 5 blaß gelbbräunlich 
behaart . 

Bauchsegmente ohne besondere Merkmale, die haartragenden 
Punkte kräftig und zahlreich; die abstehenden Fransen dicht, auf der' 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 265 

Endsegmenten kürzer und nach hinten gerichtet. — Beinbehaarung 
gelblich. — Größe: 7,5 mm. 




Von quadrinotatus K. ? unterscheidet sich dieses $ außer durch 
die geringere Größe dadurch, daß die Punktierung des 1. Segments 

5. Heft 



266 



P. Blütbgen: 



selir dicht, die des 2. kiäftiger, weniger dicht, auch schärfer einge- 
stochen ist. 

Das (J hat an dem ausgeschnittenen 5. Bauchsegment eia augen- 
fälliges Merkmal. 

19. Hai. caspiciis Mor. (Emesianus Perez) ^ (Fig. 2Ga(J, 26b $) 

Diese Art, die ich bisher in keiner Sammlung gesehen hatte, lernte 
ich kürzlich kennen, indem ich in der Sammlung von Herrn Professor 
Dr. Fahringer (Wien) eine Anzahl HaUctus-V( e'ihchen aus Kleinasien 
(Amanusgebirge, Südaimenien; z. T. von Friese als ,,//. leucownnis 
Schrk." bestimmt) und in der v. Ead oszkovskischen Sammlung 
12 ganz gleiche 2$ aus dem Kaukasu:. fand, auf welche die Beschreibung 
des bei Derbent (Daghestan) gefangenen caspicus Mor. (Horae soc. 
ent. Ross. X. 1873, p. 164, $) so völlig paßt, daß es sich zweifellos um 
diesen handelt, zumal die Fundorte benachbart sind. Dieses ? ist 
kenntlich an dem kurz länglichrunden Gesicht (unten nicht ver- 
schmälert, mit ziemlich vorgezogenem trapezförmigen Kopfschild), 
an dem ausgiebig und kräftig punktierten 1. Segment (seitlich vor den 
Beulen dicht und kräftig, mitten etwas weitläufiger und weniger stark, 
auf dem niedergedrückten Endteil fein und sehr dicht punktiert, die 
Beulen hinten punktlos), und namentlich an der Form und Skulptur 
des Mittelsegments. Dieses ist so lang wie das Schildchen, von oben 
gesehen, nach dem Stutz zu stark konvergierend, das Mittelfeld trapez- 
förmig, hinten schmal, querabgestutzt, hier in flachem Bogen fein 
scharf gerandet, die Seiten geradlinig, gegen die stark abschüssig ge- 
rundeten Seitenfelder nur durch den Skulpturunterschied abgegrenzt; 
das ganze Mittelfeld ist sehr dicht mit feinen, etwas welligen Längs- 
runzeln bedeckt, unter denen sich ein ferner Mittelgrat mehr oder 
weniger deutlich abhebt; in der Mitte der Fläche sind die Runzeln auch 
häufig durch kurze Querrunzeln unter sich verbunden. Die hinten 
und seitlich abgerundeten Seitenfelder sind sehr feinlederartii, gekörnelt. 
Mittelfeld und Seitenfelder sind fast matt, mit seidigem Schimmer, 
jenes zwischen den Runzeln, namentlich seitlich, leicht glänzend. 
Stutz nur seitlich unten bis zur Hälfte scharf gelandet, mitten etwas 
muldig vertieft, mäßig und seidig glänzend, oben seitlich ziemlich matt, 
dicht punktiert. Die nächsten Segmente sind wie das 1. punktiert, 
die Punktierung nur aichter, vom 3. Segment ab auch feiner; die 
Segment enden sind eingedrückt. 

Das Tier ist mit nüidusTa,nz. f6-7io^a^?/5K.) nahe verwandt, nament- 
lich zeigt die Form und Skulptur des Mittelfeldes bei beideii viel Über- 
einstimmung (bei nitidus ist es aber viel kürze]'), die Punlctieiimg des 
Mesonotums dagegen ist stärker, ähnlich wie bei i-notatics K., aber 
weitläufiger. In der Sammlung von Herrn F. D. Morice (Woking) 
hatte ich "ein ^«tows-Weibchen von Palästina (,, Jericho road") ge- 
funden, das nach der Beschre'bimg sicher Emesianus Perez (in Bull, 
soc. amis Scienc. nat. de Ronen 1910 von Horns in Syrien beschrieben) 
ist. Jetzt stellte ich nun durch Vergle'chung mit caspicus fest, daß 
dieses $ nichts anderes als caspicus ist. Ich trage deshalb kein Bedenken, 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattiing Halictus Latr. 



267 



die Identität beider Arten anzunelimen, zumal die Besclireibungen 
durchaus zueinander passen. 

Unter unbestimmtem FÄte-Material der Alfkenscben Samm- 
lung entdeckte icb auch in einem Exemplar (von Ordubad in Trans- 
kaspien) das bisher nicht bekannte (J von caspicus. Es ist dem 2 sehr 
ähnlich : 

(J. Schwarz (einschließlich* des ganzen Kopfschildes, der Mund- 
teile und der Fühler), die vier letzten Tarsenglieder rostgelb, die Bauch- 
segmente am Ende gelblich durchscheinend. Flügel wie beim $. 

Kopf etwas schmäler als der Thorax, hinter den Augen kaum ver- 
engt, aber nicht dick; Gesicht kurz oval (oben und unten gleichbreit), 
der Kopfschild kaum vorgezogen; die Skulptur wie beim $. Fühler 
bis fast an das Thoraxende reichend. Mesonotum wie beim ?, die 
Punktierung etwas feiner. Mittelsegment wie beim $, die Runzlung des 
Mittelfeldes etwas feiner,; Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax 
zusammen, mitten so breit wie der Thorax, nach vorn und hinten stark 
verjüngt, die Segmente hinten eingedrückt., das 2. und 3. auch am 
Grunde, die Punktierung wie beim $, aber feiner, die Riefung deut- 
licher, namentlich vom 3. ab, die Segmente deshalb mit seidigem 
Schimmer. 

Bauch wenig glänzend, seidig scheinend, dicht sehr fein punktiert, 
das 5. Segment hinten bogenförmig ausgeschnitten, etwas muldig 
eingedrückt, dicht anliegend seidig gelblich behaart, die Behaarung 
seitlich über den Segmenthinterrand vortretend, sodaß despen Aus- 
schnitt bei flüchtiger Betrachtung stärker, fast halbki'eisförmig er- 
scheint; das 6. mitten längs etwas vertieft, mit glattem Längsstreifen. 

Kopf und Thorax mäßig dicht struppig greis behaart (auch das 
Gesicht, dieses nicht dichter behaart oder heller beschuppt, eine auf- 
fällige Ausnahme von der Norm!), Segment 2 und 3 mit we'ßer Basis- 
binde, die Endsegmente dünn kurz gelblich behaart; Bauchsegment 2 
kurz, 3 ganz kurz greis behaart. — Länge: etwa 8— 9 mm. 

Sehr nahe Verwandtschaft besteht zwischen diesem (J und "pallens 
Brülle (lineolatus Lep.) (J, namentlich fällt die große Ähnlichkeit in 
der Bildung des Mittelfeldes und des 5. Bauchsegments sowie in der 
Form des 1. Segments (sehr lang, nach vorn eiförmig verjüngt; beim 
$ ebenso) auf. Pollens gehört also nicht in die Gruppe calceatus Scop., 
wohin er bisher in der Regel (wohl seiner gelblichen Segment enden 
wegen) gestellt wurde. Auch clavifes Dours gehört hierher. — 

Hai. follens und claripes zeichnen sich bekanntlich vor allen anderen 
Halictus- Alten biologisch dadurch aus, daß die zugleich mit den 
im Frühjahr erscheinen. Eine zweite Generation scheint bei pallens 
nicht vorzukommen, denn alle Stücke, die ich bisher sah, sind im 
Frühjahr gefangen. Die haben auch eine von mir bei anderen 
Halictus -Männchen noch nicht beobachtete Eigenheit: sie schwärmen 
gern wie Andrenenmännchen hastigen Flugs um höheres Buschwerk. 
Ich möchte die Vermutung aussprechen, daß auch caspicus dieselbe 
Erscheinungsweise hat. 



5. Heft 



268 



P. Blüthgen: 



20. Hai. pseudocaspicus nov. spec. ? (Fig. 29) 

H. cas'picus Mor. sehr ähnlich, von ihm hauptsächlich durch das 
kurze, wie be* quadriw^titus K. $ geformte Gesicht (beträchtlich kürzer 
als breit, unten ziemlich konvergierend, Kopfschild schwach vorge- 
zogen ■ — bei casficus etwas länger als breit, rundlich, Kopfschild deut- 
lich vorgezogen), das abweichend gebildete Mittelsegment (Mittelfeld 
rundlich trapezförmig, hinten breit, in der ganzen Breite scharf ge- 
randet, der Rand seitlich in den der Stutzseiten übergehend, die 
Runzeln mehr geradlinig; Stutz oben leicht konkav (seitlich gesehen), 
glänzend, zerstreut erhaben punktiert) und das am Ende gewölbte, 
nur hinter den Beulen niedergedrückte 1. Segment zu unterscheiden. 
Punktierung und Skulptur des Mesonotiims und der Brustseiten 
und des Hinterleibs wie bei casficus, nur ist die Punktierung des Hinter- 
leibs etwas feiner. Auch sonst wie caspicus. Flügel wie bei diesem 
leicht bräunlich getrübt, Adern gelbbraun, Mal dunkel gelbbraun; 
Fühlergeißel unten schwach gebräunt. 

Größe: etwas kleiner als caspicus (7,5 — 8 mm). 

1 9 von Zaribaschi (Amanusgebirge, Kleinasien) in meiner Samm- 
lung. Nachträglich fand ich in der Fries eschen Sammlung noch 3 
von Pola, Susak und Zengg (Senj). 

Ähnlich ist auch Perezi Alfk. $, namentlich in der Kopfform 
(Scheitel bei diesem aber merklich schmäler und gewölbter), jedoch ist 
bei diesem das Mittelfeld glänzend, dichter und geradlinig gestreift, 
hinten schärfer gerandet^ das 1. Segment auf der Scheibe fast punktlos, 
auf dem Endteil mitten sehr, seitlich ziemlich zerstreut punktiert. 
H. fallax Mor. hat wasserhelle Flügel mit hellgelbem Mal, viel breitere 
Binden und viel feinerer Punktierung des Hinterleibs. 

21. Hai. pseudofallax nov. spec. $ (Fig. 28) 

Sehr ähnlich fallax Mor., namentlich durch die grauweiße Be- 
haarung, die breiten Binden und die wasserhellen Flügel mit honig- 
gelbem Geäder und Mai, unterscheidet sich außer durch seine breitere, 
kräftigere Figur aber sofort dui'ch folgende Merkmale: Gesicht lang 
oval, Kopf Schild stark vorgezogen (bei fallax kürzer als breit, Kopf- 
schild kaum vorgezogen — Fig. 27), Punktierung des Mesonotums 
etwas gröber, Kopf und Thorax noch dichter und länger behaart; 
Mittelfeld hinten schmaler, im ganzen halbmondförmig, der scharfe 
Hinterrand schmaler (bei fallax rundlich trapezförmig, hinten breit 
und in der Ausdehnung scharf gerandet); Segment 1 sehr gewölbt, 
am Ende nicht abgeflacht, mit Ausnahme einer Linie zerstreuter 
flacher Punkte längs der Vordergrenze des Endteils, einiger flachei' 
Punkte vor den Beulen und einer etwas dichteren Punktierung beider- 
seits auf der abschüssigen Basis völlig punktlos (bei fallax ziemlich 
flach, der Endteil deutlich niedergedrückt, auf diesem überall sehi 
dicht fein punktiert, davor mäßig dicht und etwas stärker punktiert, 
nur die Beulen und ein Mittelstreifen der abschüssigen Basis punktlos); 
Segment 2 auf dem Endteil dicht gerieft und zerstreut, davor dicht sehr 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 269 



fein punktiert (bei fallax der Endteil zwar ebenfalls gerieft, aber sehr 
dicht punktiert); Segment 5 neben der Furche rötlichbraun behaart (bei 
fallax weiß behaart); Körpergröße beträchtlicher (9 — -10 statt 7,5 mm). 

Kopfschild und Stirnschildchen glänzend, letzteres mitten zer- 
streut, erster es am Grunde mäßig dicht, im übrigen zerstreut flach 
kräftig punktiert. Mesonotum auf der hinteren Hälfte der Scheibe 
ziemlich zerstreut unregelmäßig dicht punktiert, die Zwischenräume 
hier größer bis zum drei- oder vierfachen der Punkte, glänzend, rings 
feiner und dicht punktiert, die Zwischenräume kleiner als die Punkte 
bis so groß wie diese, matt. Schildchen gewölbt, mit Mittelfurche, dicht, 
rings und in der Furche sehr dicht punktiert. Brustseiten matt, leder- 
artig runzlig punktiert. Mittelfeld mit der Spitze in den Stutz hinab- 
reichend, seidig matt, fein und dicht längsgestreift, die Streifen nach 
dem Grunde zu durch feine Querrunzeln verbunden. Seitenfelder 
rundlich abschüssig, ebenso wie der Stutz seidig matt und dicht ge- 
runzelt und purktiert, Stutz seitlich nur bis zu ^/^ der Höhe scharf- 
kantig. Hinteileib eiförmig, nach hinten verschmälert; Segment 1 
stark emailartig glänzend, die folgenden mit schwächerem, seidigen 
Glanz. 

Kopf und Thorax, Basis des 1. Segments und die Hinterleibs- 
seiten dicht und lang grauweiß behaart; das 2. Segment mit mitten 
stark verschmälerter, seitlich bis zum Endteil reichender Binde, das 
^. und 4. mit gleichmäßig breiten Binden, die auf 3 bis zur Segment- 
mitte, auf 4 bis an die Depress^'on reichen. Fühlergeißel unten gegen 
das Ende gebräunt; Endtarsen dunkel rotbraun, Krallen rostrot; 
Beine dicht silberweiß behaart. 

1 ? von Togus Tjurae (Zentralasien) im Hamburger Staatsmuseum. 

Der nahe verwandte und besonders durch gleiche Kopfform und 
seine struppige Behaarung ähnliche montane nigricornis Mor. (Horae 
1886, p. 223) unterscheidet sich durch folgende Merkmale: Das Meso- 
notum ist viel dichter und feiner punktiert, vorn bis fast zur Hälfte 
seidig matt, flach runzlig punktiert, nur hinten mitten die Zwischen- 
räume so groß oder etwas größer als die Punkte und glänzend; Hinter- 
leib elliptisch, das 1. Segment viel flach er^ der Endteil schwach, aber 
deutlich eingedrückt und sehr fein gerieft und sehr fein ziemlich 
dicht punktiert, davor querüber mäßig dicht fein punktiert; Segment 5 
neben der Furche ebenfalls bräunlich behaart. 

22. Hai. dolichocephalus nov. spec. $ (Fig. 22) 

Körperfarbe: schwarz, die Segmente am Ende schmal und un- 
deutlich rötlich durchscheinend; Oberkiefer mit blutroter Spitze, 
Fühlergeißel unten ins bräurliche fallend, Beine braunschwarz, Sporen 
braungelb, Tarsen rotbraun. Flügel leicht graulich getrübt, Adern 
und Mal robbraun bis braun. 

Gesicht auff^'Uciid lang, doppelt so lang wie breit, Kopfschild 
kräftig vorgezogen, der obere Augenabstand wenig größer als der 
untere, die inneren Augenränder sanft geschweift. Seine Punktierung 
kräftig, die Zwischenräume etwas kleiner alsdiePunkte, mäßig glänzend. 

.5. H»ft 



270 



P. Blüthgen: 



8tirnschildclien und Kopfschild kräftig gewölbt, von einander kaum 
abgesetzt, glänzend, ersteres feiner, letzterer kräftig mäßig dicht 
punktiert, letzterer ohne deutliche Längsfurchen. 

Mesonotum vorn mit flacher Mittelfurche, glänzend, kräftig 
(kaum etwas ki'äftiger als //. clypearis Schck.), ungleichmäßig stark, 
seitlich feiner punktiert, die Zwischenräume teils kleiner, te^ls etwas 
größer (hier uad da bis um das Doppelte) als die Punkte. Schildchen 
glänzend, sehr zerstieut punktiert. Mittelsegment kurz^ kaum länger 
als das Hinterschildchen, das Mittelfe^a halbmondförmig, etwas konkav, 
dicht und ziemlich fein wellig gerunzelt, zwischei den Runzeln glänzend; 
Seitenfelder und Stutz matt, runzlig punktiert, letzterer oben feiner 
skulptiert und hier mit seidigem Schimmer. Mittelfeld hinten quer 
abgestutzt, aber ohne eigentlichen scharfen Rand, Stutz seitlich bis 
oben fein scharfkantig. Mesopl euren glänzend, dicht kräftig punktiert, 
Metapleuren lederartig fein gerunzelt, seidig matt. 

Hinterleib etwas länger als der Thoiax, breit oval, gewölbt, die 
Segmente 1 und 2 am Ende gewölbt, vom 3. ab hinten sehr schwach 
eingedrückt. Segmert 1 mit AuoPal me des breiten polierten und punkt- 
losen Eudteils infolge sehr dichter und feiner runzliger Punktierung 
matc mit seidigem Schimmer; Segment 2 fast matt, bis an den Enoteil 
sehr dicht und fein gerunzelt urd sehr fein punktiert, die Punkte in 
der Runzlung nicht hervortretend, der Endteil weitläufig und wenig 
deutlich gerunzelt und devtlich ziemlich dicht fein punktiert; die 
folgender Segmente glänzender, ebenso wie das 2., aber gröbei skulpiert. 

Bauch mäßig glänzend, fein quergerieft, Segment 2 mit groben 
haartragenden Punkten mäßig dicht besetzt, mit glatten, rötlich ent- 
färbtem, mitten breit vorgezogenem Endteil; die folgenden Segmente 
weniger grob aber noch dichter punktiert, ihr Endteil schmäler. 

Kopf und Mesonotum sehr dünn und kurz, Hinterschildchen 
bürstenartig dicht graugelb behaart, Pronotum seitlich und .Schulter- 
beulen dicht greis befilzt, Brustseiten und Stutz länger als das Meso- 
notum und blasser behaart. Segment 1 am Grunde dünn anliegend 
seidig graugelb behaart, 2 auf der Scheibe ziemlich dicht mit ganz 
kurzen gelblichen Härchen besetzt, die folgenden Segmente immer 
reichlicher, namentlich auf dem Endteil seitlich, Segment 5 neben der 
Furche graugelb behaart. Segment 2 und 3 tragen am Grunde beider- 
seits einen weißen Filzflecken. Außerdem ist der Hinterleib seitlich 
ziemlich reichlich weißlich abstehend gefranst. Die Zilienreihe am 
Grunde des Endteils auf Segment 4 deutlich entwickelt, auf 3 dünn 
und kurz. Die greisen Bauchfransen ziemlich kurz, aber dicht. 

Beine gelblichgreis behaart, die Sporen gekrümmt, der äußere 
der Hinterschienen fein gesägt. — Größe: 7,5 mm. 

1 5 von Usküb (Mazedonien) im Berliner Zoolog. Museum (Dr. 
Schulze leg., 4. 6. 1917). 

Diese namentlich durch die Skulptur des 1 . Segments ausgezeichnete 
Art gehört in die Gruppe clypearis Schck. Ich glaubte zunächst, den 
Hai. longirostris Mor. fFedtschenko, 1876, p. 236, No. 356) vor 
mir zu haben. Dieser hat aber nach der Beschreibung u. a. deutlich 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattnng Halictiis Latr. 271 



gerandeten Stutz und glänzenden Körper sowie abweichende Kopf- 
form; ich fand das durch ein cJ der Alfkenschen Sammlung (von 
Wernyi in Turkestan) bestätigt, dessen bizarre, an Rüsselkäfer oder 
einen Entenschnabel erinnernde Kopfbildung ich in Fig. 20 wiedergebe. 

23. Hai. proximus nov. spec. ^ 

Körperfarbe: schwarz, Kopfschild ohne hellen Heck, Oberlippe 
und Oberkiefer schwarz, letztere mit roter Spitze; der äußerste End- 
rand der Segmente rötlich durchscheinend, auf den Endsegmenten 
breiter und heiler. Fühlergeißel unten braungelb. Beine schwarz, 
Sporen gelb, Endtarsen rotbraun, Kniee uer Vorderbeine rötlich. 
Flügel wasserhell, Adern und Mal hellgelb. 

Kopf etwas breiter als der Thorax, hinter den Augen verengt; 
Gesicht ungefähr kreisrund, unten leicht verjüngt, der Kopfschild 
schwach vorgezogen. Gesicht matt, dicht kräftig punktiert, mit deut- 
licher Punkt Zwischenräumen (besonders oben); Kopfschild matt, 
sehr dicht kräftigfein punktiert; Schläfen matt, dicht gerieft und fein 
punktiert. Fühler bis zum Mittelfeld reichend. Mescnotum dicht 
kräftig punktiert, die Zwischenräume glänzend, vorn kleiner als die 
Punkte, hinten ebenso groß oder etwas größer als diese, die Fläche 
hier deshalb auch glänzender. Schildchen dicht, mitten etwas weit- 
läufiger punktiert, hier glänzend. Brusteeiten glänzend, dicht kräftig 
punktiert (die Zwischenräume so groß oder größer als die Punkte). 
Mittelsegment etwa so lang wie das Schildchen, Mittelfeld halbmond- 
förmig, sehr dicht fein gerunzelt, matt, die Zwischenräume zwischen 
den Runzeln schwach glänzend, hinten ungerandet, nur von vorn 
gesehen, fein erhaben gerandet erscheinend, hier mitten mit einer auf 
den Stutz übergreifenden dreieckigen, glatten und glänzenden Stelle; 
Seitenfelder matt, ebenfalls dicht gerunzelt; Stutz seidig matt, leicht 
gerieft und undeutlich skulpiert, seitlich nur bis zur Hälfte der Höhe 
scharfkantig. 

Hinterleib etwa so lang wie Kopf und Thorax (von oben gesehen) 
zusammen, länglich elliptisch, fast parallelseitig, sehr gewölbt, Segment 
1 lang (so lang wie am Ende breit), am Ende leicht und schmal ein- 
gedrückt, die folgenden am Ende nicht eingedrückt, aber das 2.. am 
Grunde leicht eingeschnürt. Hinterleib glänzend, Segment 1 mit 
Ausnahme des glatten und polierten Endteils ziemlich dicht fein 
punktiei-t (die Zwischenräume um das mehrfache größer als die Punkte), 
am Grunde äußerst fein und weitläufig; Segment 2 ebenso skulpiert, 
auch der schmale Endteil hier und da punktiert; auf den folgenden 
Segmenten die Punktierung feiner und undeutlicher. 

Bauch kurz und spärlich abstehend behaart, die Segmente am Ende 
nicht eingedrückt, mit gelb durchscheinendem Endrand, 1 bis 5 glänzend, 
äußerst fein quergerieft und ziemlich dicht sehr fei n punktiert, 6 fast 
matt, dicht fein punktiert, mitten mit glatter, etwas vertiefter Längs- 
linie. 

Kopf und Thorax kurz, aber dicht und ziemlich struppig grauweiß 
behaart, Gesicht unterhalb der Fühler weiß beschuppt, Schläfen dicht 

5. Heft 



272 



P. Bliithgen: 



weißlicli abstellend behaart. Hinterleib am Grunde des 1. Segments 
dünn greis abstehend behaart, sonst fast kahl, Segment 2, 3 und 4 
am Grunde mit lockeren, nicht gerade kleinen, auf Segment 4 fast zu- 
sammenstoßenden weiße Flecken. 
Größe: etwa 5 mm. 

1 cJ vonErdschias (Kleinasien) im Wiener Staatsmuseum (Penther 
leg., 9. 7.), von J. Vachal als „H. melananus Mor. ^J?" bestimmt. 

Dieses ist dem von marginellus Schck. äußerst ähnlich, hat 
namentlich auch dieselbe Gesichtsform, unterscheidet sich aber von 
ihm durch das dichter und gröber punktierte und deshalb auch matter 
erscheinende Mesonotum, das am Ende eingedrückte, viel kräftiger 
punktierte I. Segment und die unteren helleren Fühler. Die Punktierung 
des Mesonotums ist andererseits weniger grob als bei dem ebenfalls 
nahe verwandten (J von quadrisignatus Schck. Zu melananus Mor. 
kann es keinesfalls gehören, da dieser schwarze Segmentränder hat 
und ferner von ihm allgemein gesagt wird, daß er „subtiliter minus 
crebre punctatus" sei, was mindestens auf Kopf und Thorax der vor- 
liegenden Art nicht zutrifft. Es kann auch nicht etwa das noch nicht 
bekannt gewordene ^ von laevinodis Mor. sein, da bei diesem $ das 
Mesonotum zwar grob, aber äußerst weitläufig punktiert und das 
Gesicht länglichoval ist, beides Merkmale, die auch das (J aufweisen 
muß. 

21. Hai. tricinctus Schck. 2 

Bisher war von dieser der Vergessenheit anheimgefallenen und 
nach der Schenckschen Beschreibung auch kaum verständlichen Art 
nur das bekannt. Mir lagen Stücke vor von Weilburg (die Type), 
Kösen, Freyburg i.U., Triest (coli. Alfken) und Sarepta (coli. Friese). 
Unter einer Sendung aus der Gräffeschen Sammlung stammender 
Halictus, die ich kürzlich von Herrn A. C. W. Wagner in Hamburg 
zur Bestimmung erhielt, fand ich auch das $, zum Teil bei Voloska 
bei Triest gefangen (ebendaher auch 1 (J), zum Teil bei Triest. Beide 
Geschlechter ähneln sich sehr. 

Das $ steht zwischen fulvicornis K. und setulellus Strand, sieht 
ersterem bei flüchtiger Betrachtung außerordentlich ähLlich, unter- 
scheidet sich aber von ihm leicht durch das glänzende, weitläufiger 
punktierte Mesonotum und das wie bei setulellus gebildete Mittel- 
segment, von setulellus durch rundlicheres Gesicht, die ausgedehnt 
punktlosen, rötlichgelb, nicht weißlichgelb durchscheinenden Segment- 
enden und das nicht weiß beschuppte 4. und 5. Segment. 

Körperfarbe ins braune fallend, Fühlergeißel uüten rötlichbraun, 
die Segmentenden nicht scharf abgesetzt rötlichgelb du chscheinend; 
Endtarsen rostrot; Flügel wie bei fulvicornis; der innere Sporn der 
Hinterschienen mit drei schrägen, ziemlich langen Zähnen. 

Gesicht ungefähr wie bei fulvicornis geformt, Kopfschild etwas 
stärker vorgezogen, kräftig punktiert. Mesonotum etwas stärker 
und viel weitläufiger als bei jenem punktiert, die Zwischenräume auf 
der Scheibe um das doppelte bis vierfache größer als die Punkte, 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



273 



mit kaum erkennbarer Skulptur, deshalb glänzend, nur vorn mitten 
ist die Skulptur deutlicher und der Glanz geringer uncl seidig. Meso- 
pleuren matt, ledeiartig genarbt. Mittelsegment kaum länger als das 
Hintersclüldclien, hinten geradlinig abgestutzt, Mittelfeld seidig matt, 
dicht ziemlich fein, meist nicht ganz bis an das Ende, gestreift, dieses 
scharf gerandet; die Seitenfelder hinten und seitlich scharf gerandet, 
der Stutz seitlich bis etwa ^j^ der Höhe, dieser in der Seitenansicht 
(namentlich im oberen Teil) auffallend konkav, mit ganz feiner 
Skulptur, stark seidig glänzend. 

Hinterleib wie bei julvicornis geformt, gewölbt, das 1. Segment 
sehr kurz (etwa doppelt so breit wie lang), am Ende abgeflacht, das 
2. am Ende leicht konkav, davor leicht gewölbt, die folgenden am 
Ende schwach eingedrückt; alle lebhaft glänzend; das 1. poliert, mitten 
mit zerstreuten, vor den Beulen dichter stehenden sehr feinen flachen 
Punkten, auf dem Endteil seitlich undeutlich sehr fein punktiert; 
das 2. bis zum Endteil dicht äußerst fein flach punktiert, die Beulen 
punktto?, der Endteil nur seitlich oder auch längs der Basis noch feiner 
punlrtieit, mitten mehr oder weniger ausgedehnt punktlos, außerdem 
findet sich auf dem Endteil eine nur undeutliche, am Grunde eine etwas 
deutlichere ganz feine Riefung, welche dem Segment einen leicht 
seidigen Schimmer verleiht; auf den nächsten Segmenten wird die 
Punktierung undeutlicher, die Riefung ausgeprägter. 

Behaarung des Körpers graugelb, wie bei julvicornis; Segment 2 
und 3 am Grunde seitlich mit kleinen weißlichen Filzflecken, der Hinter- 
leib im übrigen wie bei julvicornis behaart. — Größe: wie julvicornis K.$. 

Meiner ausführlichen Beschreibung des ^ (Deutsch. Ent. Zeitschr. 
1920, p. 290) möchte ich noch nachtragen, daß mir inzwischen Stücke 
vorkamen, bei denen der Stutz rings scharf gerandet ist; die Schienen 
können ungefleckt sein. 

Nachträglich fand ich in der Sammlung von Dr. Jose Ma. Dusmet 
(Madrid) 1 1 ? dieser Axt von V. de Ordesa (Spanien), in der Samm- 
lung von Herrn G. Jänner (Gotha) einige 2$ von Kösen (Saaletal) 
und Wandersleben (Thüringen) und in der Fries eschen Sammlung 
je 1 o von Budapest und Riccina, sowie je 1 (J von Bozen und Syrien. 

25. Hai. setulellus Strand $ 

Der von Strand in Arch. f. Naturgesch. 1909 Bd. I, Hft. 1, p. 52 
nur nach dem 2 beschriebene setulellus {setulosus Per. i. litt.) ist mir 
bisher von Südwestfrankreich (Royan: Perez leg.), Ungarn (Simon- 
tornya, N. Katä). Mazedonien (Hudova), der Ukraine (Kiew) und der 
Kriin (Sebastopol) bekannt geworden. Das $ war bisher nicht bekannt. 
Ich fand es unter unbestimmten Halictus der Alfkenschen Sammlung 
(1 (5 von Kiew). Es ist tricinctus Schck. $ äußerst ähnlich und unter- 
scheidet sich von diesem wie folgt: 

Größe etwas geringer (7 mm^). Segmentenden heller (weißlichgelb) 
und breiter durchscheinend. Gesicht länglicher (etwa wie bei linearis 
SchCif. (J geformt). Fühler kürzer, ungefähr bis zum Mittelsegment 
reichend, das vorletzte Glied länger als breit (bei tricinctus doppelt 

Archiv für Naturgeschichte. ^„ 

1923. A. 5. 18 5, Heft 



274 



P. Blütbgen: 



so lang als breit). Stutz rings deutlich scharf gerandet. Segment 1 
auf dem Endteil längs der Basis ziemlich dicht fein punktiert, 2 auf 
dem Endteil mit Ausnahme e-nes schmalen Saumes vor dem Ende 
ebenso punktiert. Flügel milchig\\eiß, Adern und Mal hellgelb. 

Die Genitalien konnte ich nicht untersuchen. 

Von linearis Schck. ^, dem es in der Kopfform gleicht, unter- 
scheidet sich dieses (J u. a. außer durch die merklich geringere Größe 
durch die kürzeren Fühler, das kürzere (knapp ^/^ so lang wie hinten 
breit), glänzende, zerstreuter imd kräftiger pmiktieite J. Segment und 
die kahlen Bauchsegmente. H. semitomentosus il^o. 26) (J hat sehr fein 
und dicht punktierten Hinterleib und feiner pimktiertes Mesonotum. 

20. Hai. semitomentosus nov. spec. 9.^ 

$. Körperfarbe: schwarz, etwas ins braune fallend, Oberkiefer 
am Ende rot, Fühlergeißel unten rötlichbraun, Flügel schuppen 
glänzend hornbraun, die Segmente am Ende schmal rötlichgelb durch- 
scheinend, Beine dunkel rotbraun, die Endtarsen heller, Kniee lötlich, 
Sporen hellgelb, Flügel etwas gelblich getrübt, Geäder bräunlichgelb. 

Kopf so breit wie der Thorax, hinter den Augen ziemlich zu- 
sammengezogen, Gesicht kurz länglichrund, Scheitel flach, Kopfschild 
mäßig vorgezogen, dieser glänzend, unten zerstreut, kiäftig und flach, 
am Grunde dichter und feiner punktiert, Gesicht oberhalb der Fühler 
sehr dicht und scharf eingestochen fein punktieit, matt mit seidigem 
Schimmer, die Gesichtsseiten imt erhalb der Fühler und das Stirn- 
schildchen zerstreut und flach punktiert, glänzender. 

Mesonotum vorn mit etwas vertiefter Mittellinie, seidig matt, 
sehr fein lederartig gerunzelt, auf der Scheibe mittelfein flach punktiert 
(die Punkte etwa von der Stärke wie bei immarg inatus Schck. ?, die 
Zwischenräume so groß bis doppelt so groß wie die Punkte), seitlich 
und vor dem Schildchen feiner imd scharf eingestochen sehr dicht 
punktiert. Mittelsegment etwas länger als das Hinterschildchen, 
von oben gesehen, trapezförmig, hinten quer abgestutzt, das Mittel- 
feld halbmondförmig, rings mehr oder weniger deutlich scharf erhaben 
umrandet, etwas konkav, glänzend, bis zum Ende kräftig wellig ge- 
runzelt; Seitenfelder mit derselben Skulptur; Stutz lings scharf er- 
haben gerandet, im Profil leicht konkav, stark glänzend mit mäßigem 
Seidenschimmer, mit zerstreuten Erhabenheiten besetzt. Mesopleuren 
seidig matt, dicht lederartig runzlig punktiert. 

Hinterleib etwas länger als K<^pf Tliorax zusammen, elliptisch, 
ziemlich gewölbt, die Segmente am Ende niedergedrückt, das 2. am 
Grunde etwas abgeflacht. Segment 1 auf der abschüssigen Basis 
und den Enden der Beulen punktlos und lebhaft glänzend, vor den 
Beulen und auf dem Endt^il äußerst fein und sehr dicht, auf der Scheibe 
etwas kräftiger imd weniger dicht flach punktiert, die punlctierten 
Stellen mäßig glänzend; Segment 2 wemg glänzend, infolge sehr feiner 
Querriefimg mit deutlichem Seidenschimmer, sehr dicht und äußerst 
fein punktiert; Segment 3, soweit zu sehen, ebenso. Bauchsegmente 
ohne besondere ^Merkmale. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



275 



Kopf und Thorax ziemlich reichlich, aber kurz graugelb behaart, 
das Mesonotum außerdem mit zahlreichen kurzen ziemlich anliegenden 
seidigen Härchen besetzt, Schläfen und Brustseiten mit blasserer, 
auf letzteren auch längerer Behaarung, Pronotum, Schulterbeulen 
und Hinterschildchen sehr dicht behaart. Segment 1 am Ende ganz 
seitlich hinter den Beulen, 2 beiderseits am Grunde, längs den Seiten 
und seitlich auf dem Endteil, 3, 4, 5 (außer der Furche) auf der ganzen 
Oberfläche graugelb befilzt, das Chitin auf 3 fast ganz, auf 4 und 5 
völlig verdeclct. Außerdem hat Segment 1 am Grunde eine ziemlich 
spärliche und kurze abstehende, 2 eine dürftige, nur seitlich (namentlich 
nach dem Grunde zu) etwas deutlichere staubartige gelbliche Be- 
haarung, der Endteil von Segment 3 und 4 ist dünn gewimpert, 5 neben 
der Furche rostgelblich behaart. Bauchfranse greis. Behaarung der 
Beine blaß graugelb, mit Silberglanz. — Größe: 6— 7 mm. 

^. Körperfarbe: wie beim ?, Kopfschild am Ende, Oberlippe, 
Oberkiefer, Schulterbeulen, ein Fleck auf den Flügel schuppen, die 
Kniee, Schienen und Tarsen schwefelgelb, die Oberkiefer am Grunde 
außen schwarz, an der Spitze rot, die Vorderschienen von rostgelb 
überlaufen, die Mittel- und Hinterschienen außen und innen braun 
gefleclrt, das Krallenglied rötlich, die Fühlergeißel unten ockergelb, 
das Endglied dunkler, Flügel weißlich getrübt. 

Gesicht ähnlich alhi'pes F. geform.t, unten im Verhältnis etwas 
schmaler, dicht fein punlctiert. Fühler ungefähr bis zum Ende des 
Mittelsegments reichend. Mesonotum wie beim $, etwas glänzender, 
die Punldierung dichter (die Zwischenräume auch mitten noch etwas 
kleiner als die Punkte). Mittelsegment wie beim das Mittelfeld bei 
den mir vorliegenden Stücken nicht deutlich von den Seitenfeldern 
geschieden. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, schmal 
elliptisch, fast parallelseitig, gewölbt, die Segmente am Ende flach- 
gedrückt, das 2. am Grunde etwas eingedrückt, dahinter gewölbt; 
seine Punktierung wie beim aber deutlicher, namentlich infolge 
der schwächeren Zwischenskulptur, sein Glanz deshalb auch lebhafter. 
Bauch seidig glänzend, die Endsegmente matter, die Segmente am 
Ende schwach eingedrüclct, sehr fein und dicht quergerieft, die End- 
segmente auch sehr fein und ziemlich dicht punktiert, namentlich das 
6., dieses am Ende halbier ei sförmig gerundet. 

Kopf und Thorax greis behaart, das Gesicht bis über die Fühler- 
wurzel hinauf sehr dicht weißlich behaart und beschuppt, Mesonotum 
mit mehr oder weniger anliegenden seidigen Härchen reichlich bedeckt, 
außerdem dünn und kurz abstehend behaart, die Brust selten und das 
Hinterschildchen länger und lockerer. Segment 2, 3 und 4 am Grunde 
seitlich mit weißen Filzflecken, 2 und 3 auch längs den Seiten locker 
befilzt; im übrigen ist nur eine sehr spärliche staubartige Behaarung 
vorhanden, auf Segment 5 bis 7 auch auf der Scheibe und an den Seiten 
längere abstehende gelbliche Haare. 

Die Bauchsegmente sind auf der Endhälfte dünn und kurz an- 
gedrückt weißlich behaart; ebenso die Beine. — Größe: etwa 7mm. 

18* 6. Heft 



276 



P. Blüthgen: 



Das 9 erhielt ich auf Ungarn (Duka-Csöröger Bergzug im Komitat 
Pest) von Professor Dr. Saj6 und aus Korfu von Schmiedeknecht 
(Typen); zahlreiche weitere Exemplare aus Korfu (Paganetti leg.) 
besitzt Alfken in seiner Sammlung, ferner lagen mir aus Kleinasien 
1 5 vom Amanusgebirge (Friesesche Sammlung) und 2 $9 von ^masia 
{Mus. Wien, Mann leg.) vor. 

Die fand ich unter unbestimmten II alictus- Arten des Wiener 
Museums, eins aus Griechenland (ohne nähere Angabe, Steindl leg.), 
drei weitere von Gravosa (Dalmatien), Zerny leg.. Alfken besitzt 
eins von Konstantinopel. 

Diese Art ist im weiblichen Geschlecht immarginaius Schck. 
sehr nahe verwandt, hat namentlict dieselbe Skulptur des Meso- 
notums, dessen Behaarung wiederum der von mälachurus K. gleicht. 
Das zeigt nahe Verwandtschaft mit linearis Schck., ist aber viel 
feiner punktiert und hat fast kahle Bauchsegmente. 

27. Hai. Romanettii nov. spec. $ 

Schwarz, Hinterleib dunkel rötlichbraun, die Segmentenden 
breit rötlichgelb durchscheinend, Fühlergeißel unten rötlichbraun, 
Beine rotbraun, Kniee blaßrötlich, Tarsen dunkel rostgelb, die Mittel- 
und Hinterfersen am Grunde, die übrigen Glieder am Ende heller; 
Flügel leicht milchigweiß, Adern und Mal hellgelb. Figur gedrungen, 
breit. Kopf hinter den Augen kräftig konvergierend gerundet, Gesicht 
ungefähr wie bei alhipes F. $, Kopfschild laäftig vorgezogen, trapez- 
förmig, mit vorspringendet Seitenecken; Kopfschild glänzend, am 
Grunde ziemlich dicht punktiert, sonst fast punlrtlos, Stirnschildchen 
schwach glänzend, dicht fein punktiert; Scheitel seidig glänzend, 
mit undeutlicher Skulptur. 

Mesonotum fast matt, fein lederartig gerunzelt, dicht mäßig fein 
(wie bei albipes F. ?) punktiert, die Zwischenräume mitten Ideiner als 
die Punkte bis so groß wie diese und schwach glänzend, rings sehr 
schmal. Schildchen matt, sehr dicht fein punktiert. Mittelsegment um 
^4 kürzer als das Schildchen, hinten gerade abgestutzt, Mittelfeld 
fast die ganze horizontale Fläche einnehmend, matt, sehr fein dicht 
verworren netzartig gerunzelt, Stutz rings scharf gerandet, schwach 
glänzend, mit Höckern und erhabenen Runzeln zerstreut versehen. 
Brustseiten matt, lederartig und runzlig punktiert. 

Hinterleib breit oval, ziemlich flach, die, Segmente am Ende leicht 
flachgedrückt, 1 und 2 schwach glänzend, mit Seidenschimmer, sehr 
dicht fein, aber scharf eingestochen punktiert und fein gerieft, die 
Zwischenräume auf 1 etwas größer als die Pimkte, auf 2 die Pimktierung 
etwas feiner und noch gedrängter; nur die äußerste Basis und das Ende 
der Beulen auf 1 punktlos und glänzend; auf den folgenden Segmenten 
die Skulptur durch die Befilzung verdeckt. 

Kopf und Mesonotum ziemlich dicht, aber kurz gelblichgreis, 
Brustseiten und Schläfen länger und dicliter und weißlich behaart, 
Schläfen außerdem dünn weißlich befilzt, Pronotum, Schulterbeulen 
und Hinterschlldchen filzig dicht weißlich behaart; auf dem Meso- 



Beiträge zur Keiiutnjs der Bieneiigattuiig Halictus Latr. 



277 



not um sind die Haare melir oder weniger angedrückt, von der Mittel- 
linie nach außen gescheitelt. Segment 1 längs den Seiten und hinter 
den Beulen locker befilzt, 2 mit mitten schmaler, nach den Seiten 
zu stark erweiterter und sich längs den Seiten bis hinter die Beulen 
erstreckender Filzbinde, außerdem staubaitig gelblich behaart, 3 und 4 
bip zum Endteil dicht befilzt, letzterer auf 3 dicht angedrückt gelblich 
gewimpert, auf 4 dicht behaart, 5 dicht weiß beschuppt, neben der 
Furche schmal rost gelblich behaart ; die Befilzimg von schmutzigweißer 
Farbe. Die abstehenden weißlichen Fransen der Bauchsegmente kurz 
und spärlich. Beine locker weiß behaart. — Größe: 7,5 mm. 

■ Es handelt sich um die Art, die Alfken in der ., Bienenfauna von 
Algerien" (Mem. Soc. Ent. Belgique XXII, 1914), p. 194 als ,,H. de- 
color Per." aufführt. Mir lagen 2 $0 seiner Sammlung von Chellala, 
Jardin Romanetti (Bequaert leg.) vor. Um diese Art kann es sich 
nicht handeln, denn sie hat nach der Beschreibung auf dem 3. Segment 
nur eine Basalbinde, die ebenso wie die des 2. Segments ,,peu marquee" 
sein soll, auch von einer Befilzung des 4. Segments ist nichts gesagt, 
der Stutz ist nur seitlich unten scharf gerandet und das Mittelfeld 
am Ende fast glatt. H. semitomentosus m. (No. 26) ist schlanker, hat 
runderes Gesicht mit kurzem Kopfschild, gröber gerunzeltes, glänzendes 
Mittelfeld, viel feirei punktierten Hinterleib, dunklere (graugelbe), 
weniger dichte Befilzung und gelblich getrübte Flügel. 

H. setidellus Strand § hat auf dem 3. Segment nur eine Basal- 
binde, locker weiß beschupptes 4. Segment, anders geformtes Gesicht, 
anderes Mittelsegment, ist auch kleiner. — Nachträglich erhielt ich 
eine Anzahl $5 und das ^ durch Herrn Dr. v. Schultheß aus Tripolis 
(Bengasi: Krüger leg.). Das $ ist dem von Vergilianus Per. sehr ähn- 
lich, aber kleiner (7- — 9 mm lang) und schlanker, das Gesicht etwas 
kürzer, namentlich auch der Kopfschild, die sehr kleinen Punkt Zwischen- 
räume auf dem Mesonotum glänzend, die abschüssige Basis des 1. Seg- 
ments glänzend, spärlich punktiert, Fühler nur bis zum Thoraxende 
reichend, auch die Endglieder unten bräunlichgelb, Flügel milchig 
trübe, Adern und Mal ge b, Thorax dicht weiß beschuppt, Segment 1 
auf der Wölbung, 4 und 5 völlig weißb'ch befilzt, die ersten Segmente 
gelbrot, meist db ausgedehnt schwarz gezeichnet (möglicherweise 
kommen auch Stücke ohne Rot vor). 

28. Hai. obscuratus Mor. $ 

Von Friese erhielt ich als ohscuratus Mor. ein Halictus-^^ eihchen 
von Budapest, auf das allerdings die Beschreibung dieser Art im all- 
gemeinen zutrifft, das ich aber zunächst doch nicht dafür hielt, weil 
die Form seines Gesichts der von H. calceatus Scop. gleicht, also kaum 
als oval, geschweige denn als „elongato-ovalis" bezeichnet werden 
kann. Gleiche ?? sah ich von Griechenland (Argostoli) und Maze- 
donien (Berg Athos und Üsküb). Inzwischen fand ich in der Radosz- 
kovski sehen Sammlung je 1 $ von Askhabad und Cerszab (Trans- 
kaspien), welche diesen $? völlig gleichen, aber die Gesichtsform etwa 
von sexnotatulus Nyl. oder elegans Lep. haben. Dieses $ ist zweifellos 

5. Heft 



278 



P. Blütligen: 



der eclite ohscuratus Mor. Die europäischen Stücke scheinen eine 
kurzköpfige Kasse desselben zu bilden, ähnlich dem Verhältnis von 
frasinus Sm. Kasse haemorrhoidalis Schck. zu dem echten frasinus Sm. 

IL ohscuratus $ ist robiLster und breit ei als calceatus Scop. gebaut. 
D'e Punktierung von Kopf und Mesonotum nebst Schildchen ist merk- 
lich stärker als bei diesem. Das beste Kennzeichen ist die Skulptur 
des I.Segments: Dieses ist mit Ausnahme der hinteren ölbung 
der Beulen sehr dicht und fein quergerieft, die abschüssige Bas^s se'dig 
glänzend, beiderseits zerstreut flach punktiert, der horizontale Teil 
bis zum Endteil völlig matt, sehr dicht mäßig fein punktiert, die Punkte 
scharf eingestochen, die Zwischenräume gleich oder etwas größer als 
sie, nur die Beulen hinten punktlos und poliert, der Endteil weniger 
deutlich gerieft, etwas glänzend, ebenso punlctiert. Segment 2 und 3 
haben am Grunde eine ziemlich schmale, mitten verschmälerte und 
verdeckte Binde, 4 ist bei frischen Stücken reichlich fein weißlich 
beschuppt. 

Ähnlich ist das noch unbeschriebene $ von Vergilianus Perez 
(mir bischer nur von Süd- und Mittelspanien und den Balearen bekannt), 
das die Kopfform des echten ohscuratus, aber etwas feiner imd dichter 
punlctiertes Mesonotum, feiner gerunzeltes, fast gekörneltes Mittelfeld 
und äußerst fein, aber deutlich, und ganz dicht (einschließlich der 
Beulen) punktiertes 1. Segment besitzt. 

Von Poln. Tschiftlik (Kleinasien) erhielt ich durch Herrn Prof essor 
Dr. Fahringer (Wien) ein(J, welches in allen Merkmalen mit ohscuratus 
9 so übereinstimmt, daß ich es unbedenklich zu diesem stelle. Nach- 
stehend seine Beschreibung: 

Ebenfalls robuster und breHer als calceatus (J, dem $ sehr ähnlich. 

Körperfarbe wie bei diesem braunschwarz, etwas ins erzgraue 
ziehend. Kopfschild am Ende, Oberlippe und Mitte der Oberkiefer gelb. 
Fühler unten schwarz; Vorderseiten der Vor der schienen, Basis und 
Ende der Mittel- und Hint erschienen, Hinterkante der letzteren und 
die Tarsen rötlichgelb, die beiden letzten Glieder dieser bräunlich; 
Segmentenden mäßig breit horngelb durchscheinend. 

Gesicht ohne den Kopfschild kurz oval, dieser stark vorgezogen. 
Fühler etwas kürzer dicker als bei calceatus. Punktierung von Kopf 
und Thorax, Form und Skulptur des Mittelsegments wie beim $, die 
Punktierung des Mesonotums noch etwas kräftiger urd dichter als 
bei diesem. Hinterleib breit zylindrisch, mäßig gewölbt, Segment 1 
schwach, die folgenden deutlicher hinten flachgedrückt, 2 und 3 auch 
nach dem Grunde zu so; Skulptur wie beim 2, aber die Kiefung 
schwächer, die Punktierung etwas weitläufiger, die Segmente (ein- 
schließlich des ].) deshalb m'ttelmiißig glänzend, mit leicht seidigem 
Schimmer; die staubartige Behaarung der Segmente spärlich, 2, 3 imd 4 
mit mitten verschmälerter und verdeckter Binde. Gesicht bis oberhalb 
der Fühler dicht weiß beschupi)t. Bauch kurz und spärlich abstehend 
behaart. ~ Flügel wie beim $ (leicht graulich getrübt, Adern und Mal 
bräunlichgelb). — Größe: wie das Q (0- 10 mm). 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr, 



279 



Nachträglich fand ich in der Frieseschen Sammlung zwei eben- 
solche von Budapest. 

29. Hai. Adaliae nov. spec. 

Schwarz, die Segmentenden bräunlich durchscheinend (der auf- 
gehellte Teil auf dem 1. und 2. Segment schmal, auf den Endsegmenten 
breiter werdend); Vorderrand des Kopfschilds, Oberlippe, Oberkiefer, 
Schulterbeulen, Kniee, Schienen und Tarsen gelb, die Mittel- und 
Hinterschienen voi'n und hinten schwarz gefleckt, Krallenglied rötlich; 
Fühler unten schwarz; Flügel fast wasserhell, Adern und Mal biaun. 

Gesicht ungefähr wie bei calceaius Scop. (J, ohne den Kopfschild 
kaum länger als breit, fast kreisrund, Kopfschild deutlich vorgezogen. 
Fühler bis fast an das Thoraxende reichend. Mesonotum dicht punktiert, 
die Punkte etwa so stark wie bei calceatus Scop. ^J, die Zw'schenräume 
mHten etwa so groß wie die Punkte, glänzend. Mittelfeld so lang wie 
das Schildchen, sehr dicht netzförmig gerunzelt, schwach glänzend. 
Stutz anscheinend matt, gerunzelt, rings scharf gerandet (in der dichten 
Behaarung nicht deutlich zu erkennen). 

Hinterleib lang zylindrisch, fast parallelseitig, die Segmente am 
Ende schmal und sehr wenig niedergedrückt, das 2. am Grunde flach- 
gedrückt (schwach); die Segmente dicht f ein punktiert, auf dem End- 
teil kaum zerstreuter, das 1. auf der Scheibe etwas weitläufiger (die 
Zwischenräume doppelt so groß als die Punkte), außerdem sind die 
Segmente fein quergerieft, mäßig glänzend mit leichtem Seiden- 
schimmer. Bauchsegment 4 und 5 hinten schwach bogenförmig aus- 
gerandeb. 

Gesicht dicht weiß beschuppt, Scheitel dicht schmutzigweiß be- 
haart, Schläfen, Pronotum, Schulterbeulen, Hinterschiidchen, die 
Seiten des Mittel segments und Stutz filzig dicht weiß behaart, z. T. 
auch weißlich abstehend behaart. 

Mesonotum dicht mit schmutzigweißen kurzen schuppenförmigen 
Haaren besetzt. Segment 1 bis 4 am Grunde mit weißer, seitlich bis 
zum Segmentende reichender, hinten scharf abgesetzter Filzbinde; 
die des 2., 3. und 4. Segments mitten verschmälert; außerdem sind die 
mittleren Segmente dünn staubartig, die Endsegmente länger und 
dicht seidig gelblich behaart. — Bauch kurz und anliegend seidig be- 
haart. — Beine angedrückt weißlich behaart. • — Größe: etwa 11 mm. 

1 (5 von Adalia (Kleinasien: Löw leg.) im Berliner Museum (von 
Alfken als „ohscuratus Mor. ^J" bestimmt.) 

Dieses <^ ähnelt durch die ausgedehnte weiße Befilzung sehr 
orduhadensis Friese ^ (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1916, p. 33). D'eses 
untersche"det s'ch durch se'n längeres Ges'cht (noch etwas längl'cher 
als alhipes F. (J), glänzenderen H'nterle^b, das 1. Segment 'st hinten 
breiter und deutlicher e^'ngedrückt, alle Segmente in voller Ausdehnung 
des Endteils lebhaft rötlichgelb" durchscheinend, der aufgehellte Teil 
nach vorn scharf abgesetzt, die Punktierung der Segmente viel feiner, 
Segment 5 und 6 auf der ganzen Fläche dicht schmutzigweiß beschuppt; 
außerdem ist orduhadensis merklich kleiner (etwa 8—9 mm). 

5. Heft 



280 



P. Blüthgen: 



30. Hai. f rasscpuncfatus nov. spec. 5 

Körperfarbe biäunlicliscliwarz, Mandibclende rot, Fülilergeißel 
unten auf der Endliälfte braungelb; die Segment enden undeutlicb, 
Baucbsegmente breiter gelblich durchscheinend, Endtarsen braunrot 
bis rostrot; Flügel wasserhell, Mal hell braungelb. 

Gesicht etwas kürzer als breit, fast kreisrund, Scheitel breit, 
die Seiten unten mäßig konvergierend, Kopfscbild nur schwach vor- 
gezogen. Kopf so breit wie der Thorax, von oben gesehen dünn, kräftig 
punktiert mit matten, deutlichen Zwischenräumen. Kopfschild bis 
zu % matt, ziemlich dicht fein punktiert, das Ende glänzend, zerstreut 
grob punktiert. Zwischen den Fühlern ein Eliel. Schläfen dicht gerieft 
und fein punktiert. 

Mesonotum fast matt, auf der Scheibe dicht grob und scharf 
eingestochen punktiert (aie Punkte etwa so stark wie bei marginellus 
Schck., stellenweise zusammenfließend), rings die Punktierung feiner 
und dichter; die Zwischenräume sehr fein skulptiert, auf der Scheibe 
so groß oder kleiner als die Punkte. Schildchen grob, hinten feiner 
punktiert. Mesopleuren matt, flach runzlig punktiert. Seiten des 
Mittelsegments seidig matt, hier und da mit flachen Punkten. Mittel- 
segment kurz (etwa ^j^ so lang wie das Schildchen), Mittelfeld halb- 
mondförmig rings scharf erhaben gerandet, mit kräftigen scharfen 
Längskielen, die Zwischenräume zwischen diesen ungefähr so breit 
wie die Kiele, mäßig glänzend; Seitenfelder abschüssig, hinten scharf 
gerandet, zerstreut kräftig, gerunzelt. Stutz seitlich bis oben scharf 
gerandet, seidig matt, seitlich von oben nach unten gerieft. 

Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax zusammen, kurz, breit- 
oval, gewölbt, die Segmente am Ende gewölbt, vom 3. ab sehr schmal 
eingedrückt, das 1. kurz (fast doppelt so breit wie lang). Dieses auf der 
abschüssigen Basis und den Beulen poliert, sonst dicht und äußerst 
fein punktiert, ziemlich glänzend; Segment 2 überall sehr dicht ebenso 
punktiert, mäßig und etwas seidig glänzend; auf den folgenden aie 
Punktierung etwas weitläufiger. 

Bauchsegmente gerieft, seidig glänzend, die Querbinde haar- 
tragender Punkte mäßig dicht, die Franse gut entwickelt. 

Kopf und Thorax spärlich und kurz greis behaart, das Pronotum 
seitlich graufilzig; Hinterleib fast kahl, vom 2. Segment ab mit staub- 
artiger gelblicher Behaarung, die auf den folgenden Segmenten etwas 
reichlicher und auf dem Endteil dichter und wimperart'g w^rd, 'mmer 
aber wen^'g hervortritt; Segment 5 neben der Furche blaß bräunlich, 
die Beine weißlich behaart. • — Größe: etwa 6 mm. 

Es lagen mir 6 5$ vor: 2 aus der Alf keuschen Sammlung (von 
Nemet Bogsan in Ungarn und Sarepta), 1 aus der Fries eschen (eben- 
falls von Sarepta), 2 von Mersina (Kleinasien, F. D. Morice legit) 
und 1 von Mazedonien (Üsküb) aus dem Berliner iMuseum. Type in 
meiner Sammlung. Nachträglich fand ich in der v. Radoszkovki sehen 
Sammlung noch 1 ? vom Kaukasus (ohne nähere Lokalitätsangabe) 
und in der Fries eschen Sammlung 1 $ ^^^^ Florenz. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



281 



Diese Art ist an dem gedrungenen Bau, dem matten, dicht und grob 
gleichmäßig punktierten Mesonotum, det Bildung des Mittelsegments 
und dem dicht und fein punktierten Hinterleib leicht kenntlich. 




27 28 




Eine ähnliche Art ist der im Mittelmeer gebiet weit verbreitete 
[ich kenne ihn von Ehodos und Xanthos (die Typen), dem Kaukasus, 
Südrußland (Poltawa), Ungarn (Grödöllö), Dalmatien, Tri est, Kom, 

5. Heft 



282 



P. Blüthgen: 



Spanien (Villaveide)j aber anscheinend seltene und fast stets ver- 
kannte rliodosiciiius Strand (a. a. 0., p. 49). Bei diesem ist aber das 
Gesiebt etwas länger als breit, Kopf und Mesonotum viel feiner punktiert, 
das Mittelfela zwar ebenfalls rings erhaben scharf umrandet, aber rund- 
licher geformt, die Seitenfelder hinten abgerundet. II. rhodosianus 
ist außerordentlich ähnlich functatissimm Schck. $, auch im Habitus; 
die Skulptur von !MesonoUim und Hinterleib ist imgefähr genau so; 
die Behaaumg des Hinterleibs ebenso; das 2. und 3. Segment frischer 
Stücke zeigt am Grunde gleichfalls kleine weiße Flecken; dagegen ist 
das Gesicht viel kürzer (etwa wie bei dhifcs F. 5) und das Mittelfeld 
ist mit einer erhabenen Leiste umgrenzt und ziemlich grob gerunzelt. 

3]. Hai. corviiius Mor. $ (Fig. 33a ?, 33b^) 

//. corvinus ist sehr nahe mit functicoUis Mor., iruncaticollis Mor. 
und villosulus K. verwandt und ist im weiblichen Geschlecht von diesen 
Arten leicht durch sein langovales Gesicht, das wenig kürzer als bei 
clypearis Schck. ? ist, zu unterscheiden. Ich kenne ihn aus dem Kau- 
kasus (woher ihn auch Morawitz beschrieben hat), Südrußland 
(Kertsch), der Insel Zante (Morice leg.), Serbien (Morawatal, Nisch) 
und Ungarn; Perez führt ihn für Südweptfrankreich auf. 

Das ist dem $ sehr ähnlich. 

Kopf Schild am Vorder ende, Oberlippe, die Mitte der Oberkiefer, 
Kniee, Basis und Ende der Schienen (schmal) und die beiden ersten 
Tarsenglieder rötHchgelb, die übrigen Tarsenglieder rötlichbraun; 
Fühlergeißel unten braungelb, nach dem Ende zu dunkler. Flügel 
graulich getrübt, Adern und Mal gelbbraun. Segmentenden nur 
linienschmal gelblich durchscheinend. 

Kopf so breit wie der Thorax, hinter den Augen verlängert parallel- 
seitig gerundet, Schläfen sehr dicK (fast l'^/2msb\ so breit wie der Quer- 
durchmesser der Augen); Gesicht nach untej nicht verschmälert, 
Kopfschild kaum vorgezogen (vgl. Abbildung). Schläfen glänzend, 
unmittelbar hinter den Augen dicht, sonst sehr zerstreut flach punlrtiert, 
längs der Kehlrinne dicht fein längsgerieft. Mesonotum wie beim 5, 
ebenso Scbildchen, Brustseiten, Mittelsegment. 

Hinterleib glänzend, die Segmente am Ende etwas niedergedrückt, 
das erste ziemlich dicht fein punktiert, die Mitte des Endteils punktlos, 
die folgenden bis zum Ende dicht fein punktiert. 

Kopf und Thorax dünn und kurz graugelblich behaart, Gesicht 
imterhalb der Fühler weißlich beschuppt. Hinterleib kahl, die End- 
segmente spärlich und kurz gelblich behaart. Bauchsegmente ab- 
stehend behaart. — Fühler bis zum jMittelfeld reichend, dünn, von der 
Mitte nach dem Ende zu verjüngt (von oben gesehen), die Glieder der 
Geißel unten geschwollen. — Größe: dm'chschnittlich etwa 7 mm. 

H. villosulus K. (J und puncticollis Mor. ^ unterscheiden sich u. a. 
durch das viel kürzere, rundliche Gesichc und die schmaleren Schläfen; 
truncaticollis Mor. ^ ist sehr ähnlicli, aber das Gesicht ist nach unten 
deutlich verschmälert, der Kopfschild deshalb sclimäler und etwas 
vorgezogen, die Schläfen sind fast matt, sehr dicht fein punktiert, 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



283 



von oben gesehen hinter den Augen halbkreisförmig gerundet; die 
Fühler kürzer; Mesonotum dicht punktiert, Hinterleib schwach 
glänzend, seidig schimmernd, sehr dicht punktiert, namentlich das 
1. Segment. 

32, Hai. hirtiventris nov. spec. ^ P 

(J. Körperfarbe: schwarz; die erster drei Segmente oben rötlichbraim, 
Bauch rostrot (beides aber möglicherweise eine erst nach dem Tode 
eingetretene Verfärbung), die Eücken- und Bauchsegmente am Ende 
gelblich durchscheinend; Kopfschild am Ende, Oberlippe, Mitte der 
Obelkiefer und Schulterbeulen gelb; Fühlergeißel unten braungelb, 
die ganzen Beine (einschließlich Hüften und Schenkelringe) hell rost- 
gelb; Flügel schwach graulich getrübt, Adern und Mal braungelb. 

Kopf, von oben gesehen, merklich breiter als der Thorax, die 
Vorder- und Hinterseite ungefähr parallel, die Seiten hinter den Augen 
verdickt -gerund et, die Schläfen aber im Profil schmiler als uie Augen- 
breite; Gesicht kreisrund, Kopfschild quer abgestutzt, überhaupt niclt 
vorgezogen. Gesicht sehr dicht und fein punktiert. Fühler etwa bis 
zum Schildchen reichend. 

Mesonotum vorn mitten mit eingeritzter Längslinie, stark glänzend, 
poliert, ziemlich fein punktiert, die Zwischenräume auf der Scheibe 
kleiner bis doppelt so groß als die Punkte, rings kleiner. Sc! ildchen stark 
glänzend, zerstreut punktiert. Brust selten wenig glänzend, mit seidigem 
Schimmer, fein skulptiert und dicht fein punktiert. Mittelsegment 
so lang wie da^s Schildchen, Mittelfeld stark glänzend, halbmondförmig, 
konkav, am Ende wulstig, mit gleichmäßigen, rundgewölbt er, bis 
zum Ende reichende .! Kielen, die Zwischenräume so breit wie die Kiele. 
Stutz stark glänzend oben seitlich am Übergang zu den Seitenfeldern 
sehr fein dicht punktiert, im übrigen poliert, seitlich bis zur Hälfte 
der Höhe scharfkantig. Seitenfelder seidig matt, fein skulpiert. 

Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax zusammen, kurz elliptisch, 
die Segmente am Ende gewölbt, das 2. am Grunde etwas eingedrückt, 
dahinter gewölbt, das 3. ebenso, aber schwächer, deshalb der Endteil 
von 2 und 3 scheinbar leichl: flachgedrückt. Die Segmente sind stark 
glänzend, ziemlich dicht fein punktiert, nur die abschüssige Basis 
des ersten, die Beulenenden und der End teil der Segmente punktlos. 

Bauchsegmente am Ende halbmondföimig flach eingedrückt, 
ziemJich glänzend, fein quergerieft, das 6. dicht feinpunktieit, mitten 
der Länge nach fein gekielt. 

Kopf und Thorax kurz und spärlich greis behaart, das Gesicht 
unterhalb der Fühler weißlich beschuppt; Hinterleib ziemlich kahl, 
Segment 2 und 3 beiderseits am Grunde staubartig blaß behaart, 
sonst nur eine spärliche, kurze, nur auf den Endsegmenten reichlichere 
und längere gelbliche Behaarung vorhanden. Vom Bauch ist Segment 2 
auf der Scheibe, 3 und 5 an den Seiten dicht, aber mäßig lang, ab- 
stehenci weißlich behaart (wie bei H. nitidiusculus K. (J, aber reichlicher). 

Beine dünn weißlich behaart. ■ — Größe: etwa 5,5 mm. 

5. Heft 



.284 



P. Blüthgen: 



1 (J ohne Fundoi-tsangabe im "Wiener Museum (Ty^De, aus der 
Graf feschen Saminlimg, also vermutlich aus Istrien oder den an- 
grenzenden Gebieten) und 1 von Triest (Gräffe leg.) in der Alf keu- 
schen Sammlung. Friese besitzt 1 ^ von Karlstadt in Kroatien. 

Leicht kenntlich an dem großen, kieisrunden Gesicht, der auf- 
fälligen Behaarung der Bauchsegmente und den völlig gelben Beinen. 

Sicher gehört zu diesem (J folgemle^, ebenfall bei Triest von 
Gräffe gefangenes urd in den wesentlichen Punkten mit jenem über- 
einstimmendes ?: 

$. Schwarz, Hinterleib braunschwarz., die Segmente ?m Ende 
rötlichgelb durchs :heinend; Geißel unten rötlichbraun, Schulterbeulen 
hinten, die rotbraunen Tarsen am Ende und die Spitze des Krallen- 
gliedes rostgelb, Flügel wie beim ^J, Adern und Mal aber aunkler (gelb- 
braun). 

Kopf, von oben gesehen, nur wenig breiter ils der Thorax, sonst 
wie beim (J; Gesicht ungefähr wie bei julvicornis K. ?, schwach 
glänzend, mäßig fein punktiert (so stark wie functicollis Mor. 5), die 
Zwischenräume etwas kleiner als die Punkte; Stirnschildchen und Kopf- 
schild ebenfalls nur schwach (seidig) glänzend, ebenso dicht punktiert, 
die Punkte des ersteren etwas feiner, die des letzteren etwas gröber. 
Zwischen den Fühlern ein scharfer Kiel. 

Mesonotum, Schildchen und Mittelfeld wie beim ^, die Punkte 
des ersteren durchschnittlich etwa so stark wie bei functatissimus 
Schck. 5. Stutz glänzend, mit seidigem Schein, seitlich fein von oben 
nach unten gerieft, oben auch undeutlich gekörnelt. Brustseiten seidig 
matt, sehr fein gerunzelt oder gekörnelt, dicht fein punktiert. 

Hinterleib oval, mäßig gewölbt, die Segmente am Ende gleich- 
mäßig gewölbt, die Beulen schwach entwickelt; Segmente stark 
glänzend, das 1. längs der Basis des Endteils zerstreut flach fein 
punktiert; das 2. mit Ausnahme des Endteils ziemlich dicht ebenso 
punktiert, nach dem Grunde zu auch undeutlich fein querrunzlig, 
der Endteil poliert; das 3. ebenso, aber weitläufiger punktiert, der End- 
teil undeutlich quergeiieft. • — Bauchsegmente ohne besondere Merkmale. 

Kopf und Mesonotum kurz und spärlich, Brustseiten länger und 
dichter, Pronotum, Schulterbeulen und Hinterschildchen filzig dicht 
greis behaart. ELinterleib am Grunde des 1. und an den Seiten der 
Endsegmente abstehend gelblich behaart, vom 3. ab ziemlich reichlich 
(auf 3 kurz, auf 4 länger) gelblich behaart, 3 und 4 auf dem Endteil 
auch dünn gewimpert, 5 neben der Furche mit bräunlichgelber Be- 
haarung. Die weißlichen Fransen der Bauchsegmente gut entwickelt. 
Beine blaßgelblich behaart. ■ — Größe: 5,75 mm. 

Dieses $ ist ähnlich mUosulus K. Aber die Gesichtsform ist 
anders, das Gesicht viel kräftiger und weniger dicht punldiert, der 
Kopfschild dagegen dichter, das Mesonotum glänzender (bei v. mehr 
oder weniger deutlich mit öligem Schein), dichter und schärfer ein- 
gestochen punktiert der Hinterleib stärker glänzend, die Segment- 
enden punktlos, poliert; die Behaarung ist viel spärlicher und kürzer 
(besonders auf Kopf und Thorax). 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



285 



33. Hai. pscudospliecodiiiiorphus nov. spec. $ 

Schwarz, Segmert 1 bis 3 (auch unten) hellrot, alle Segmentenden 
ziemlich breit blaß horngelb durchscheiner d; Geißel unten rötlich gelb- 
braun, Oberkiefer ende rot, Kniee rötlich, Endtarsen rostrot. Flügel 
wasserhell, Adern und Mal bräunlichgelb. 

Kopf \\enig breiter als der Thorax, hinter den Augea (von oben 
gesehen) konvergierend, Schläfen schwach ertwi.kelt (im oberen 
Drittel so breit wie die Augen im unteren Drittel). Gesicht ungefähr 
wie bei laticefs Schck., Stirnschildchen und Kopfschild glänzend, 
ersteres und die Basis des letzteren dicht fein, das Ende des Kopf- 
schilds zerstreuter punktiert. 

Mesonotum und das flache, ebene Schildchen ohne Feinskulptur, 
glänzend, ersteres mäßig dicht, letzteres dicht fein punlrtiert ^wie bei 
sfliecodimorfhus Vachal $). Mittelsegnlent etwas kürzer als das 
Schildchen, hinten gerade abgestutzt, das halbmondförmige Mittel- 
feld und die Seitenfelder glänzend, grob und ziemlich weitläufig wellig 
gerunzelt, die Seitenfelder gegen das Mittelfeld abgesetzt, abschüssig. 
Stutz stark glänzend, glatt, seitlich und oben scharf erhaben gerandet, 
oben mitten mit ziemlich großem dreieckigen Feld. Brustseiten schwach 
glänzena, lederartig runzlig flach punktiert. 

Hinterleib oval, aie Segmentenden weder abgeflacht noch ein- 
gedrückt., sondern gleichmäßig gewölbt, die Beulen sehr schwach 
entwickelt; 1. Segment lang, glänzend, auf dem Endteil gleichmäßig 
eicht sehr fein punktiert, vor den Beulen nach der Mitte zu spärlich 
und ä,ußerst fein; 2. und folgende Segmente auf der ganzen Fläche 
sehr dicht und fein punktiert, außerdem schwach gerieft, weniger 
glänzend, mit schwach seidigem Schimmer. 

Kopf und Mesonotum kurz und dünn, Brustseiten länger, Pro- 
notum, Schulterbeulen und Hinterschildchen filzig dicht greis be- 
haart. Hinterleib fast k^hl, Segment 1 am Grunde spärlich gelb ab- 
stehend behaart, die Endsegmente auf dem Endtcil gelblich gewimpei-t, 
im übrigen kaum merklich und ganz kurz gelblich behaart, 5 neben der 
Furche schmal goldgelblich, sonst blaßgelblich behaart. Die weißlichen 
Bauchfransen gut entwickelt. Beine dicht gelblich \\eiß behaart. - 
Größe: 5,25 mm. 

1 $ von Jerusalem (ölberg, Schmiedeknecht leg.) im Ham- 
burger Museum. 

Von sphecodimorphus Vach., dem es sonst sehr ähnelt (es ist auch 
so von Alfken bestimmt), wie von den anderen kleinen roten Arten 
ist dieses 9 sofort aurch den rings scharf gerandeten Stutz und das 
hinten dicht punktierte 1. Segment zu unterscheiden. Nachträglich 
sah ich 3 von dembelben Fundort in der Sammlung von Dr. 
K. Meyer. 

34. Hai. inondaensis nov. spec. $ 

Schwarz, Kopf (mit Ausnahme von Kopfschild und Stirn- 
schildchen), Mesonotum und Schildchen mit deutlichem, Mittelfeld 
mit schwachem stahlblauen Schein, die Segmente am Ende sehr schmal 

S.Heft 



286 



P. Blüthgen: 



lind nicht scharf abgesetzt, die Bauchsegmente breiter rötlichgelb 
durchscheinend; Fiihlergeißel unten rötlichbraun, Endtarsen rostgelb, 
Flügel schwach gelblich, Adern und Mal brilunlichgelb. 

Kopf hinter den Augen mäßig verengt, Schläfen von der Breite 
der Augen, Gesicht ohne den Kopfschild so lang wie breit, rundlich, 
Scheitel flach gewölbt, Kopfschild stark vorgezogen, trapezförmig, 
aie Seitenteile zahnartig über den Vorderrand vorstehend (wie bei den 
Arten der Gruppe scoccinctus F. und follinosus Sich.), Stirnschildchen 
und Kopfschild konvex, stark glänzend, ersteres ganz am Grunde dicht 
punktiert, sonst fast punktlos, Kopfschild sehr weitläufig kräftig flach 
punktiert, mit einzelnen flachen Längsfurchen; Gesicht im übrigen 
seidig matt, einschließlich des Scheitels fein gerunzelt und dicht fein 
punktiert. 

Mesonotum im ganzen schwach glänzend, dicht ziemlich fein, 
rings fein pimktiert, die Zwischenräume auf der Scheibe kleiner als die 
Punkte, rings kaum angedeutet. Schildchen flach, dicht fein punktiert. 
Mittelsegment wie bei tumulorum L. geformt, so lang wie das Schildchen, 
trapezförmig, hinten gerade abgestutzt, das Mittelfeld die ganze hori- 
zontale Fläche einnehmend, schwach konkav, fein lederartig gerunzelt, 
an den Seiten und am Ende noch feiner skulptiert, hier mit mattem, 
seidigem Schimmer, im übrigen matt. Stutz mäßig glänzend, mit 
Seidenschimmer, glatt, mit zerstreuten Punkten besetzt, seitlich 
bis fast bis oben scharfkantig. Brustseiten ganz matt, sehr fein leder- 
artig, außerdem flach punl-ctiert; Seiten des Mittelsegments matt, sehr 
fein gekörnelt. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, länglich 
eiförmig, mäßig gewölbt, die Segmente am Ende leicht abgeflacht, 
lebhaft glänzend, aber infolge feiner Riefung, die auch die Basis des 
I.Segments einnimmt, und einer feinen Runzlung auf der Basishälfte 
des 2. und der folgenden Segmente seidig schimmernd. Segment 1 
außerdem mitten querüber fein flach punktiert, auf dem Endteil nur 
hinter den Beulen eine äußerst feine Punktierung vorhanden; 2 auf der 
Grundhälfte dicht sehr fein und flach punktiert; auf 3 die Punktierung 
weitläufiger; die Pünktchen verschwinden in del übrigen Skulptur 
ziemlich. Bauchsegmente auf der Endhälfte dicht erhaben punktiert. 

Kopf, Thorax und die Basis des 1. Segments mäßig dicht graugelb 
behaart, die Brustseiten mehr weißlich. Endteil des 1. bis 4. Segments 
seitlich mit breiten, nach innen spitz verschmälerten Binden aus sehr 
dicht stehenden, nach außen gekrümmten weißen AVimperhaaren; 
diese Bindenstreifen reichen auf 2 und 3 fast bis zur Mitte, berühren 
sich auf 4 und nehmen auf 1 knapp der Segment breite ein. Außer- 
dem ist Segment 3 auf der Scheibe spärlich und kurz, 4 deutlicher 
und länger abstehend behaart. 4 trägt am Grunde des Endteils eine 
gut entwickelte Reihe abstehender Borsten, 5 ist neben der Furche 
gelblichweiß behaart. Die dichte, aber kurze abstehende Behaarung 
des Bauchs ist weiß, die Beinbehaarimg gelblich weiß. — Größe: 8 mm. 

1 $ von Monda (Mongolei, AVeiske, leg. G. 08) in der Alf kenschen 
Sammluiag. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



287 



Nach Form und Skulptur des Kopfes und des Mittelsegments 
zur Gruppe sexcinctus F. gehörig, läßt sich dieses 5 an dem stahl- 
blauen Schein von Kopf und Thoraxrücken, der eigentümlichen 
Slmlptur der Segmente uid den breiten, mitten unterbrochenen 
Wimperbinden leicht erkennen. 

35. Hai. carduelis nov. spec. $ 

Schwarz. Mesonotum mit schwachem stahlblauen und violetten 
Schein, Segment enden roströtlich durchscheinend, der aufgehellte 
Teil nicht scharf abgesetzt; Geißel unten dunkelbraun; die vier End- 
glieder der Tarsen rostgelb. Flügel gelblich getrübt, Adein und Mal 
bräunlichgelb. 

Kopf schmäler als der Thorax, seine Seiten hinter den Augen 
ziemlich verlängert, aber zugleich nach innen abgeschrägt, Schläfen 
dick (breiter als die Augen); Gesicht ungefähr wie bei düafovskii Vach. 
5 (Fig. 23), aber der Kopfschild noch etwas länger, die Seitenteile 
über den Vorderrand spitz zahnartig vorstehend, Stirnschildchen und 
Kopfschild im Profil stark nasenartig vorgewölbt. Kopfschild und 
Stirnschildchen mäßig glänzend, dicht (die Zwischenräume aber größer 
als die Punkte) kräftig punktiert, die Punkte des Kopfschilds flach, 
nach unten furchig ausgezogen. Schläfen glänzend, hinter den Augen 
dicht und fein, weiterhin weitläufiger und kräftiger punktiert. 

Thorax oben mit schwachem, nur hinten auf dem Mesonotum 
und dem Schildchen etwas deutlicherem seidigem Glanz, dicht 
punktiert, die Punkte unregelmäßig staik und dicht, fein bis kräftig 
(letztere etwa wie bei albomaculatus Luc), ziemlich flach, die Zwischen- 
räume auf der Fläche des Mesonotums und dem Schildchen im all- 
gemeinen so groß wie die Punkte bis drei- bis vierfach größer, rings 
kleiner als sie. Brustseiten seidig matt, sehr dicht, unten kiäftig, oben 
feiner punktiert, Mittelsegment so lang wie das Hinterschildchen, 
Mittelfeld undeutlich halbmondförmig, am Grunde und mitten bis zum 
Ende matt, dicht verworren fein gerunzelt, seitlich ausgedehnt glatt, 
seidig glänzend. Seitenfelder abschüssig gewölbt, dicht kräftigfein 
punktiert, die Zwischenräume oben glänzend; Stutz ebenso, nur seitlich 
ganz unten scharf gerandet, seine Fläche im ganzen nur schwach 
glänzend. 

Hinterleib elliptisch, die Segmente hinten, 2 auch am Grunde 
leicht eingedrückt; Segment 1 mäßig, auf der abschüssigen Basis etwas 
mehr glänzend, auf dem Endteil fein und dicht (mit Ausnahme einer 
kleinen, glatten Stelle mitten vor dem Ende), im übrigen beiderseits 
vor den Beulen dicht und kräftig, aber flach, nach der Mitte zu feiner 
und weitläufiger, auf der abschüssigen Basis kräftig und ziemlich dicht 
punktiert; das 2. und die folgenden schwach glänzend, infolge feiner 
Riefung mit seidigem Schimmer, ziemlich dicht, seitlich mäßig fein, 
im übrigen fein, auf dem Endteil äußerst fein und sehr undeutlich, 
punktiert. Bauch nur schwach glänzend, mit seidigem Schein, dicht 
g^ieft, die haartragenden Punkte fein und zahlreich. 



5. Heft 



288 



P. Blüthgen: 



Kopf; Mesonotum und die Basis des 1. Segments ziemlich kurz 
und dünn gelblichgiau (bei frischen Stücken, wahrscheinlich lebhafter 
gefärbt), Brustseiten dichter und länger und mehr weißlichgrau be- 
haart, Pronot um, Schulterbeulen und Hinterschildchen bürstenartig 
dicht. Segment 1 bis 4 auf dem Endteil mit breiten weißlichen Binden 
aus sehr dichten (aber nicht filzigen) Haaren, die anscheinend nur auf 
3 und 4 vollständig, auf 2 weit unterbrochen und auf 1 zu kurzen 
Seitenstreifen hinter den Beulen reduziert sind (bei der Type schlecht 
erhalten); möglicherweise trägt Segment 2 auch am Grunde eine 
schmale Binde. Außerdem ist Segment 4 reichlich kurz gelblichgrau 
behaart, 3 imd 2 spärlicher und noch kürzer, 5 neben der Furche 
graugelblich, nach den Seiten zu ins Weißliche übergehend. Beine 
graugelblich behaart. — Größe: 10 mm. 

1 $ aus dem Amanusgebirge (Kleinasien, Escalera leg. 5. 02) in 
der Alfkenschen Sammlung. 

Ein eigentümliches Tier, zur Gruppe sexcinctus F. gehörig, aber 
in der Form des Kopfes und des Mittelsegments nach der Gruppe 
clypearis Schck. weisend; die schwache Buntfäibung des Mesonotums 
(die Ätherabwaschung standhielt, also echt ist) wie bei hreviventris 
Schck. 

36. Hai. tricliopygus nov. spec. ^ 2 

(J. Schwarz; die Segmentenden ziemlich breit rötlichgelb durch- 
scheinend (was aber nur bei schräg auffallendem Licht deutlich hervor- 
tritt); Kopfschild am Ende, Oberlippe, Oberkiefer mitten, Kniee, 
ein schmaler Ring am Grunde und am Ende der Schienen (manchmal 
auch die Hinterkante der Hinterschienen) und die Tarsen gelb, die 
Endglieder dieser blaß braunrötlich; Fühlergeißel biäunlichgelb, 
oben gebräunt ; Flügel gelblich getrübt, Adern und Mal gelbbräunlich. 

Kopf wie bei griseolus Mor. (J geformt, also lang eiförmig. Fühler 
kurz, etwa bis zum Schildchen reichend, kräftig, die Glieder ungefähr 
um die Hälfte länger als breit. Mesonotum glänzend, ziemlich dicht 
sehr fein punktiert. Mittelsegment so lang wie das Schildchen, seidig 
matt, Mittelfeld halbmondförmig, dicht fein genmzelt; Stutz nur unten 
seitlich gerandet. Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zu- 
sammen, schmal länglich, nach dem Ende zu erweitert, dieses kurz 
zugespitzt ; das Hinterleibsende ist nach unten eingeki'ümmt. Segmente 
am Ende eingedrückt, das 2. am Grunde kräftig, das 3. schwächer 
benso, beide dahinter gewölbt. Segment 1 fast punktlos, die folgenden 
bis zum Endteil ziemlich dicht äußerst fein punktiert, dieser punktlos; 
die Punktierung nach dem Hinterleibsende zu immer undeutlicher 
und weitläufiger werdend; alle Segmente stark glänzend, ohne sonstige 
Skulptur. Bauch glänzend, sehr fein gerieft, deshalb seidig scheinend, 
punktlos, die Segmente am Ende sehr schwach eingedrückt, das 6. 
dreieckig zugespitzt, nach den Seiten konvex, mitten leicht muldig ein- 
gedrückt, am Grunde mitten mit feinem Längsldel. Beine kurz und 
plump, an den Mittel- und Hinterbeinen die Tarsen so lang wie die 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



289 



Schiene, das 2. Glied der Hintertarsen so breit wie lang, das 3. und 4. 
wenig länger als breit. 

Gesicht weiß beschuppt; Scheitel und Thorax mäßig dicht, aber 
ziemlich lang graugelblich, die Brustseiten mehr weiß'ichgrau behaart; 
Segment 7 lang und dicht weißlich behaart, die Haare nach hinten 
gerichtet, 6 ebenso, aber kürzer behaart; Segment 5 am Grunde des 
Endteils mit einer dichten Reihe abstehender, gekrümmter weißlicher 
Haare, Segment 4 mit ebensolcher, aber schwächer entwickeHer 
Zilienbinde; im übrigen ist die Oberseite des Hinterleibs fast kahl. 
Bauchsegmente unbehaart, aber der umgeschlagene Seitenteil der 
Rückenplatten der Endsegmente kurz abstehend weißlich behaart. — 
Größe: 4 bis 4,5 rnm. 

9. Schwarz, die Segmentenden breit rötlichgelb durchscheinend; 
Oberkiefer am Ende dunke^ rostrot, Füh^ergeißel unten nach dem Ende 
zu braungelb, Endglieder der Tarsen trübe rostgelb; Flügel leicht 
gelblich, Adern und Mal bräunlichgelb. 

Sehr leicht zu verwechseln mit glabriusculus Mor. Q, weniger mit 
folitus Schck. 9, denen es äußerst ähnlich ist. Es unterscheidet sich 
von beiden dadurch, daß das Gesicht etwas länger als breit ist. von 
folitus ferner durch das glänzende, nicht fein lederartig gerunzelte 
und deshalb auch nicht seidig schimmernde Mesonotum, das längere, 
nach dem Stutz zu stärker verjüngte Mittelsegment, den stärker 
glänzenden Hinterleib, dessen Segmentenden eingedrückt sind; auch 
der Kopf ist glänzender; von glahriuscuhis, mit dem es die Skulptur 
des Kopfes, das glänzende Mesonotum und die eingedrückten Segmeit- 
enden gemeinsam hat, durch dichtere und feinere Punktierung des 
Mesonotums, längeres, weniger rauhes und mattes Mittelsegment 
und den glänzenderen Hinterleib, dessen 2. Segment nur auf dem 
Endteil undeutlich gerieft und am Grunde deutlich, wenn auch äußerst 
fein punktiert ist. 

Die Kopfbildung ist im übrigen wie bei jenen zwei Arten, also die 
Schläfen sehr dick, die inneren Augenränder nur ganz schwach aus- 
geschweift, oberer und unterer Augenabstand ungefähr derselbe; 
der Kopfschild ist etwa 1/2 so hoch wie der Vorderrand breit, leicht 
konvex, glänzend, nur am Grunde undeutlich sehr fein punktiert, 
das gewölbte Stirnschildchen ebenfalls glänzend, kaum punktiert. 
Mesonotum sehr fein dicht punktiert, lebhaft glänzend, ebenso das 
mitten zerstreut punktierte Schildchen. Mittelsegment so lang wie das 
Schildchen, trapezförmig, schwach glänzend, mit seidigem Schimmer, 
äußerst fein gekörnelt, das Mittelfeld halbmondförmig, etw^s vertieft, 
ganz fein dicht gestreift; die Seitenfelder sina gut entwickelt, sie gehen 
seitlich und hinten weit gerundet ^n den Stutz und die MHtelsegment- 
seiten über, zugleich ragen sie über das hinten ebenfalls in den Stutz 
abgerundete Mittelfeld ein wenig vor, sodaß der Stutz oben mitten 
muldig eingedrückt, erscheint; außerdem liegt ihr Ende etwas unter- 
halb der Fläche des Mittelfeldes. Brustseiten seidig matt, fein leder- 
artig gerunzelt. Segment 1 poliert, nur hinter den Beulen mikro- 
skopisch fein punktiert; wegen 2 vgl. oben; 3 sehr schwach gerieft, 

ArchiT für Naturgeschichte. ^- 

1923. A. 5. 19 5. Heft 



P. Blüthgen: 



wie 2 punktiert; der Endteil beider ist punktiert; Hinterleib stark 
glänzend. Scheitel und Thorax dünn und kurz graugelblich behaart, 
Mesonotum sehr spärlich, Gesicht fast kahl; Segment 4 und 5 reichlich 
kurz gelblich behaart, 3 spärlich, ] und 2 fast völlig nackt. 
Größe: 3,5— 4,5 mm. 

8 aus Kroatien (Dundovici, 1412 m, 22.7.10 Meusel leg.) 
im Berliner Museum, einige aus Ungarn [1 $ Möns Inoz, 813 m 
(14. 6. 10 Meusel leg.) im Berliner Museum, einige von Gödöllö 
(Sajo leg.), Ujpest und Kismaros (Meusel leg.) in der Alf keuschen 
Sammlung], 1 S ^'^n Kroatien (Möns Alancir, 1612 m, 23. 6. 10 Meusel 
leg.) im Berl. Museum, 5 aus Ungarn (Budapest: Friese leg., 
Szeer: Kiss leg.) und Rumänien (Bukaiest) in der Alf keuschen 
Sammlung. (Typen im Berliner Museum), einige (J(J 55 von Budapest 
und je 1 von Agram und Zengg (Senj) in der Frieseschen Sammlung. 

Beide Geschlechter gehören sicher zusammen. Um ntomarius Mor. 
(Fedtschenko 187G, p, 254) kann es sich nicht handeln, da dieses 9 
gelbe Schulterbeulen, rostrote Oberlippe und Oberkiefer und z. T. 
lostgelbe Schienen und Tarsen haben soll. Das rj ist an dem langen 
Kopf und der auffallend behaarten Hinterleibsspitze sehr leicht zu 
erkennen. Ähnliche (J,^ ^^^^d die von griseohis Mor. (duhitahilis Saune 
labrosus Vach., misellus Per.) und glahriuscidus Mor. (gramdosus Alfk., 
leucopygus Per.). Ersteres hat, wie erwähnt, dieselbe Kopfform, aber 
gleichmäßig gewölbte (weder hinten noch vorn eingedrückte) Segmente; 
letzteres hat ähnlich geformten Hinterleib (namentlich am Ende nieder- 
gedrückte Segmente und am Grunde eingeschnürtes 2. und 3. Segment), 
aber dieser ist seidig matt glänzend, ganz dicht punktiert, auch die 
Segmentenden, und das Gesicht ist kurz oval. 

37. Hai. sarcptaiiiis nov. spec. 

Braunschwarz, Hinterleib mit schwachem Bronzeschimmer, 
Segment enden schmal und nicht scharf abgesetzt bräunlich durch- 
scheinend; Kopfschild am Ende, Oberlippe, Oberkiefer (diese mit 
schwarzem Fleck am Grunde und mit roter Spitze), Schulterbeulen, ein 
Fleck auf den Flügelschuppen, Spitze der Hinter schenke!, Kniee, 
Schienen und Tarsen weißlichgelb, Mittel- und Hinterschienen vorn 
und hinten braunschwarz gefleckt, Krallenglied rötlich Fühlergeißel 
oben rotbraun, unten ockergelb; Flügel schwach gelblich, Adern und 
Mal gelbbraun. 

Kopf etwas breiter als der Thorax, dick, hinter den Augen schwach 
konvergierend, Schläfen dick; Gericht kreisrund, Kopfschild aus dem 
Kreis nur wenig vorstehend. Fühler kräftig, fast bis zum Ende des 
Mittelfelds reichend. Gesicht seidig matt, sehr dicht fein punktiert, 
Scheitel schwach glänzend. 

Mesonotum mit Mittelfurche, dicht fein punktiert, rings sehr fein, 
die Zwischenräume mitten etwas größer als die Punkte, rings sehr 
klein, mit feiner Skulptur, deshalb das Mesonotum vorn und seitlich 
fast matt, im übrigen nur schwach glänzend. Schildchen glänzender, 
etwas zerstreuter punktiert. Brustseiten im oberen Abschnitt scliwach 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



291 



gliinzenrl, dicht fein punktiert, im u.^teren fast matt, lederartig. Mittel- 
segment so lang wie das Schildchen, matt mit schwachem Seiden- 
schimmer, fein gekörnelt, Mittelfeld ohne deutliche Abgrenzung, am 
Grunde sehr fein gerunzelt; Seitenfelder aböchüssig; Stutz nur seitlich 
ganz unten scharfkantig. 

Hinterleib um die Hälfte. länger als der Thorax, schmal elliptisch, 
die Segmente hinten eingedrückt, das 2. auch am Grunde etwas. Alle 
Segmente (einschließlich der abschüssiger Basis des 1.) äußerst fein 
und dicht gerieft, glänzend mit deutlichem Seidenschimmer; das 1. mit 
Ausnahme der Basis, der Beulen und des Endteils ziemlich dicht 
sehr fein flach punktiert, im übrigen pimktlos; das 2. und 3. ebenso 
aber noch etwas dichter punktiert, der Endteil hinter den Beulen mit 
zerstreuten, in der Riefung kaum bemerkbaren Punkten; auf dem 
4. und den folgenden verschwindet die Punktierung allmählich. Bauch 
seidig glänzend, mit zerstreuten, äußerst feinen haartragenden 
Pünktchen; die Segmente am Ende seh_ schwach niedergedrückt. 

Gesicht dicht weiß beschuppt, Scheitel und Mesonotum ziemlich 
dicht ungleichmäßig lang graugelblich behaart, Hinterschildchen 
länger; Schläfen und Brust dicht mit sehr kurzen schuppenförmigen 
weißlichen Haaren besetzt, außerdem kurz greis behaart; Segment 
2 und 3 am Grunde mit mitten verschmälerter, hinten nicht scharf 
abgegrenzter weißlicher Binde; Hincerleib im übrigen dünn staub- 
artig gelblich behaart, die Endsegmente schütter weißlich abstehend 
behaart. Bauchbehaarung kurz, aber dicht, abstehend, nach dem 
Hinterleibsende immer kürzer werdend. — Größe: 5— 6 mm. 

2 aus Sarepta (25. 8. 06, M. Koch leg.) in der Alf keuschen 
Sammlung. 

Dieses^ gehört in die Gruppe folitus Schck. Es steht nahe mandi- 
hularis Mor. $, bes. durch den Bronzeschimmer aes Hinterleib», hat 
aber andere Skulptur des Mittelfeldes. In dieser kommt es coloratus 
Mor. 2 ungefähr gleich. Ich glaubte zunächst, das ^ einer diese] beideu 
bisher nur im weiblichen Geschlecht bekannten Arten vor mir zu 
hiben, das Vorhandensein von Segment binden, die den 5$ fehlen, 
läßt mir dies aber doch als sehr wenig wahrscheinlich erscheinen. 

38. Hai. bai«:akumensis nov. spec. 5 

a) Tiefschwarz, Segmeutenden schmal blaßgelb durchscheinend; 
Fühlergeißel unten gegen das Ende rötlich gelbbraun; Beine rotbraun, 
Endtarsen braunrot; Flügel graulich getrübt, Adern und Mal hell- 
braun. 

Kopf so breit wie der Thorax, hinter den Augen sehr stark kon- 
vergierend; Gesicht wie bei laticeps Schck., Kopfschild glänzend, 
oicht fein punktiert; Stirnschildchen seidig matt, sehr dicht fein 
punktiert. 

Mesonotum glänzend, mit schwach seidigem Schein, ziemlich dicht 
und fein punktiert (die Punkte so stark wie bei alhifes F. ?, flach), 
die Zwischenräume so groß bis doppelt so groß wie die Punkte, rings 
feiner, aber wenig dichter punktiert. Schildchen ^wie das Mesonotum. 

19* 5. Heft 



292 



P. Blüthgen: 



Mittel Segment fast so lang wie das Schildchen, Mittelfeld breit, halb- 
mondförmig, rings scharf gerandet, zerstreut grob weil ig gerunzelt, 
die Zwischenräume schwach glänzend. Seitenfelder mit derselben 
Skulptur. Stutz rings scharf gerandet, matt, mit schwachem Seiden- 
schimmer, grob leder artig gerunzelt. Brust seit en ebenso, der obere 
Abschnitt schwach glänzend, der untere matter. 

Hinterleib länglich eiförmig, nach hinten verjüngt, gewölbt, 
Segment 1 und 2 am Ende nicht, 3 und 4 schwach eingedrückt ; l stark 
gewölbt, poliert, stark emailartig glänzend, punktlos, nur auf dem End- 
teil seitlich eine mikroskopisch feine verloschene Punktierung; 2 am 
Grunde undeutlich gerieft, sehr glänzend, äußerst fein schwer erkennbar 
punktiert, etwa bis zur Hälfte ziemlich dicht, auf dem Endteil zer- 
streuter; 3 ebenso; 4 mit etwas deutlicherer Kiefung, deshalb schwach 
seidig schimmernd. Bauch glänzend, die haartragenden Punkte fein, 
dicht stehend. 

Gesicht weiß beschuppt, Schläfen schuppig weiß behaari:, Scheitel, 
Schläfen und Mesonotum ungleichmäßig lang mäßig dicht weißlich 
behaart, auf dem Mesonotum zwischen den längeren zahlreiche kurze 
seidige Härchen, Pronotum, die Furche vor dem Schildchen, Hinter- 
schildchen wollig weißlich behaart. Segment 2 am Grunde mit mitten 
verdeckter, 3 mit mitten verschmälerter, 4 mit gleichbreiter weißer 
Filzbinde, 3 mit staubartiger, 4 und 5 mit längerer und dichterer weiß- 
licher Behaarung. Beine dicht silberweiß behaatt. 

b) Ein zweites Stück hat etwas längeres Gesicht (etwa wie fulvi- 
cornis R. 2, aber Kopfschild etwas länger), etwas stärke^ und weit- 
läufiger punktiertes Mesonotum, etwas deutlicher und ausgedehnter 
punktiertem Endteil des 1. Segments. Son&t weiche es nicht ab. 

Größe: 7 -7,5 mm. 

2 von Baigakum bei Djulek (Turkestan: zu a) Wollmann 
leg., 4. 6. 07, zu b) Malischew leg. 12.4.08) in der Alfkenschen 
Sammlung. 

IV. Bemerkungen zu dem Aufsatz von .1. Vaclial in den Annalen des 
K. K. Xaturhist. Hofmus. Wien 20 (190.";). p. *>3J). 

Die Durchsicht der von J. Vachal a. a. 0. neu beschriebenen 
und eines Teils der von ihm bestimmten Arten, die mir das liebens- 
würdige Entgegenkommen der Museumsverwaltung ermöglichte, gibt 
mir zu folgenden Bemerkungen Anlaß: 

a) Die Vachaischen Typen. 

Die Beschreibungen der von Vachal neu aufgestellten Arten 
anellus, onetopins, patulm, tenuiceps und uncinus sind kurz, bündig 
und dürftig; aus ihnen die Art zu erkennen, ist umso schwieriger, 
als nur bei einigen davon die Gruppe, zu der sie gehören, bezeichnet ist. 
Solche oberflächlichen Beschreibungen sind schlimmer als gar keine, 
denn sie zwingen die Forschung, sich mit diesen Arten auseinander- 
zusetzen, ohne ihr die Möglichkeit dazu zu geben, es sei denn, daß 



Beiträge zur Keuutuis der Bienengattung Halictus Latr. 29^ 

die Typen noch vorhanden und der Nachprüfung zugänglich sind. 
Ein lehrreiches Beispiel hierfür sind die mehrfach erwähnten Arbeiten 
von J. Perez ,,Especes nouvelles de Melliferes" (Proc. verb. Soc. Linn. 
Bordeaux, Bd. 57 .und 58) und namentlich die als j.Diagnoses preli- 
minaires" bezeichnete ,,Especes nouvelles de Melliferes de Barbarie" 
(Bordeaux 1895): von einem großea Teil der Beschreibungen kann 
man ruhig sagen, daß es für die Kenntnis der Gattung Halictus besser 
wäre, wenn sie unterblieben wären. Da sich die Perez sehe Sammlung 
jetzt im Pariser Museum befindet und dieses ebenso wie das Britische 
Museum wohl Gotypen, nicht aber Typen versendet, ist es für jemand, 
der nicht in der Lage ist, eine Reise nach Paris zu unternehmen, leider 
so gut wie ausgeschlossen, über einen großen Teil der Perez sehen 
Arten Klarheit zu gewinnen, denn von diesen sind sehr viele nur nach 
einem einzigen Stück beschrieben. Umsomehr ist es zu begrüßen, 
daß Perez in seinen letzten Arbeiten (z. B. in ,,Especes nouv. de 
Mellif., recueillies en Syrie etc.", Bull. Soc. Rouen 1910) diese Fehler 
vermieden hat. 

Ich halte es deshalb für angebracht, die Vachaischen Be- 
schreibungen an Hand der Typen zu vervollständigen: 

1. Hai. tenuiceps (Fig. 25 (J) 

Vachal hat übersehen, daß das (J dieselbe Schläfenbildung auf- 
weist wie die (J(J von morbillosm Kriechb. und platycestus Dourg. 
Die Schläfen sind nämlich sehr dick und stumpf kegelförmig. Daraus 
ergibt sich die nahe Verwandtschaft dieser drei Arten. Und zwar steht 
tenuice'ps besonders nahe platycestus: das (J hat dieselbe Körperform 
und unterscheidet sich von dem ^ der letztgenannten Art außer durch 
das längliche Gesicht eigentlich nur durch feinere Punktierung des 
Körpers. Auch das $ ist dem von platycestus sehr nahe verwandt, 
es weicht von diesem außer aurch das längere (etwa wie bei xanthopus 
K. $ geformte) Gesicht eigentlich nur durch die etwas feinere und 
etwas dichtere Punktierung des Mesonotums und die etwas lebhafter 
olivengelbe Behaarung des 6. Segments ab. Bei der Type ist allerdings 
das Mittelfeld sehr fein und sehr dicht längsgestreift-, aber dieses Merk- 
mal dürfte kaum konstant sein, da auch bei platycestus Stücke mit 
ungefähr ebenso skulpiertem Mittelfeld vorkommen. 

2. Hai. anellus (Fig. 32) 

Dieses $ gehört in die Nähe von interruptus Panz. Es ist durch 
das breite, dabei sehr runde Gesicht, dicke Schläfen, glänzendes, 
zerstreut, nur längs der Flügelbasis dicht pimktiertes Mesonotum, 
glänzendes, kräftig gerunzeltes Mittelfeld und Seitenfelder, rings 
scharf gerandeten Stutz, länglichen, gewölbten, vom 2. Segment ab 
und auf dem Endteil des 1. Segments dicht fein punktierten Hinter- 
leib, von dem nur das 1. Segment hinten etwas abgeflacht ist, gut 
gekennzeichnet. 

Kopfform fast genau wie bei interruptus, nur die Schläfen noch 
etwas dicker und das Gesicht unten noch etwas weiter gerundet. 

5. Heft 



294 



P. Blüthgen: 



Gesicht mit seidigem Glanz, sehr fein dicht punktiert, die Zwischen- 
räume etwa so groß wie die Punkte: Kopfschild glänzender, mit Aus- 
nahme der Basis zervstreut kräftig punktiert. Schläfen sehr dicht ge- 
rieft, ohne erkennbare Punktierung. 

FühlergeiI3el unten gelbbraun. Oberlippe und Oberkiefer enden 
rostrot. 

Mesonotum glänzend, aber nicht poliert, sondern mit leichtem 
Seidenschimmer, namentlich vom, unregelmäßig zerstreut kräftigfein 
punktiert (ungefähr wie bei fygmaeus Schck. ?), nur längs der Flügel- 
basis und vor dem Schildchen aicht. | Schildchen dicht, mitten zerstreut 
ebenso punlvtiert. Mittelsegment so lang wie das Schildchen, Mittelfeld 
halbmondförmig, aber nicht von den Seitenfeldern abgesetzt, hinten 
scharf gerandet, glänzend, ziemlich dicht und kräftig wellig geiunzelt, 
diese Kunzlung sich über die abschüssigen Seitenfelder erstreckend. 

Stutz glänzend, glatt, infolge miki'oskopisch feiner Skulptur 
mit leicht seidigem Schimmer, seitlich und oben beiderse^s scharf 
erhaben gerandet, unterhalb des Mittelfeldes mit einem keilförmigen 
Eindruck. Brustseiten matt, mit schwachem Seidenschimmer, dicht 
runzlig flach punktiert, Mittelsegment seit en sehr fein lederartig skulpiert, 
mäßig seidig glänzend, mit zerstreuten erhabenen Punkten. Schulter- 
beulen hellbraun. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, länglich 
eiförmig, nach hinten verjüngt, ziemlich gewölbt, die Segmente am 
Ende rötlicbgelb, die Endsegmente blasser horngelb ziemlich breit 
durchscheinend, das 1. am Enae etwas abgeflacht, die folgenden hier 
gewölbt. Segment 1 lang, glänzend, aber auf der Rundung und der 
abschüssigen Basis infolge mikroskopisch feiner Queniefung mit 
seidigem Schimmer, beiderseits vor den Beulen undeutlich, auf dem 
Endteil deutlich und scharf eingestochen sehr fein und dicht punktiert ; 
Segment 2 mäßig und seidig glänzend, am Grunde etwas abgeflacht, 
überall noch feiner dicht punlrtiert,; auf den nächsten Segmenten ist 
die Riefung deutlich, die Punktierung darin völlig verschwindend, 
der Glanz etwas stärker. Bauchsegmente wie üblich. 

Kopf und Thorax sehr spärlich und kurz graugelblich behaart.; 
Hinterleib am Grunde des 2. und 3. Segments beiderseits mit kleinen 
weißen Filzflecken, sonst fast kahl, nur Segment 3 und ^ ziemlich 
spärlich staubartig behaart, 5 etwas reichlicher und länger, neben dei 
Furche blaßgelb. Auch die Fransen der BauchLCgmente sind kurz und 
spärlich. 

Beine rotbraun, Kniee und Tarsen rötlich; Sporen hellgelb, der 
innere der Hinterschienen am Grunde mit einem sehr langen, mitten 
mit einem kürzeren, am Ende mit einem lairzen Dorn; Behaarung 
weißlich. Flügel wasserhell, Adern und Mal blaßgelb. 

Größe: etwa 5 mm. 

Mir ist die.x^e Art (leider nur das $) noch von folgenden Gegenden 
bekannt geworden: Mersina, Brumana, Smyrna, Jericho, Piinkipo, 
Korfu (F. D. Morice leg.), Rhodus, Fm'nas (Berliner Museum), Koifu, I 



Beiträge zur Keuutnis der Bienengattung Halictus Latr. 



295 



Kaukasus (Elisabethpol : coli. Alfken; ohne nähere Angabe: coli. 
V. Radoszkovski), Ragusa (coli. Friese). 

Nach der Beschreibung des Hai. Sclielkovnikovi Kokujev (Mitt. 
Kaukas. Mus. VIT, 1912, p. 5 $) kann man auf die Vermutung kommen, 
daß diese Art mit anellus identisch sei (freilich soll der Kopf oval sein). 
Ich lernte sie durch ein aus dem Kaukasus stammendes, m. E. sicher 
dazugehöriges $ der v. Radoszkovskischen Sammlung kennen 
und kann deshalb die Unterschiede von anellus mitteilen: 

Schwarz, Segment enden rötlich durchscheinend, Fühlergeißel unten 
rötlich gelbbraun, Tarsen rotbraun, Flügel graulich, Adein und Mal 
gelbbraun. 

Behaarung gelblichgreis, auf Kopf una Mesonotum dünn und 
Ivurz, auf Pronotum und Schulterbeulen filzig dicht; Segment 2 und 3 
am Grunde beiderseits mit deutlichem weißem Filzfleck, 4 dünn, 
5 reichlicher gelblich, neben der Furche graubräunlich behaart. 

Kopf hinter den Augen verengt, Gesicht etwa wie bei Smeath- 
manellus K. geformt, matt, dicht und fein punktiert, Kopfschild 
glänzend, am Grunde dicht und fein, im übrigen kräftiger unc etwas 
zerstreuter punktiert. 

Mesonotum glänz enc, ohne Kleinskulptur, ziemlich zerstreut 
mäßig fein punktiert, die Punkte ungleich stark, wenig kräftiger als 
bei anellus, aber auf der Scheibe viel dichter, dagegen längs der Flügel- 
schuppen viel weitläufiger (Zwischenräume mehrfach größer als sie) 
stehend als bei diesen. Schildchen dicht punktiert, mit glänzenden 
Zwischenräumen. Mittelsegment so lang wie das Schildchen, Mittel- 
feld und Seitenfelder in einer Ebene liegend, hinten quer abgestutzt 
und scharf gerandet, einheitlich dicht und scharf wellig gerunzelt, 
die Furchen mit mäßigem Glanz. Stutz scharf gerandet (seine Skulptur 
bei dem mir vorliegenden Stück nicht sichtbar, da die Fläche durch den 
den Hinterleib verdecld: wird; laut Kokujev glänzend). Brustseiten 
seidig matt, dicht kräftig fein punktiert. 

Hinterleib etwa? länger als Kopf und Thorax zusammen, umge- 
kehrt eiförmig, nach hinten zugespitzt, gewölbt , die Segmente am Ende 
gewölbt, auch hinter den Beulen nur schwach eingedrüclct. Segment 1 
poliert, stark glänzend, nur auf dem Endteil punktiert, die Punkte 
mikroskopisch fein, hinter den Beulen sehr dicht, mitten weniger, 
vor dem Endrand mitten eine glatte Stelle; die folgenden Segmente 
etwas schwächer glänzend, 2 äußerst fein punktiert, am Grunde und 
seitlich auf dem Endteil sehr dicht, sonst zerstreut, am Grunde auch 
fein gerieft; 3 ebenso, die Punktierung weitläufiger. 

3. Hai. patulus 

Dieses $ ist nigerrimus Schck. (= quadrisignatus Schck.) garnicht, 
sehr dagegen pygmaeiis Schck. (nitidus Schck.) ähnlich. Es unter- 
scheidet sich von diesem eigentlich nur in folgenden Punkten: Der 
Kopf Schild ist etwas mehr vorgezogen, die Fühlergeißel unten gegen 
das Ende braungelb, das Mittelfeld etwas feiner gerunzelt, das 1. 
Segment auch auf der Mitte des Endteils fein punktiert, das 5. Segment 

Ö.Heft 



296 



P. BlUthgen: 



neben der Furclie gelblicliweiß behaart, die Flügel wasserbell mit 
honiggelbem Mal und Adern, das Krallengiied rostgelb. Mesopleuren 
sind glänzend, unten punkt-los, oben dicht und fein etwas runzlig 
punktiert. (Dieselbe ^ehr zerstreute, sehr feine imd verloschene 
Punktierung der Scheibe des 1. Segments besitzt nicht selten auch 
fygmaeus 

4. Hai. metopias. 

Dieses ^ gleicht in der Gesichtsform völlig leucopus K., im übrigen 
mridiaeneus Elüthg. (dieser und nicht leucopus ist es offenbar, mit 
dessen (J es Vacha! vergleicht, wie sich aus den Bemerkungen über die 
Unterschiede der Gesichtsform deutlich ergabt), unterscheidet sich 
aber von beiden durch aie einheitlich metallisch bläulichgrüne Farbe 
des stark glänzenden Körpers, die leicher gelb gezeichneten Beine 
und Fühler und die wasserhellen Flügel, deren Adern und Mal bleich- 
gelb sind. 

Kopfschildende, Oberlippe, Oberkiefermitte, Kniee, Basis und 
Ende der Schienen und die Tarsen mit Ausnahme der rör liehen End- 
glieder sind weißlichgelb, die Fühlergeißel vom 2. Gliede ab hell ocker- 
gelb, oben dunkelbraun. Die Segmente sind am Ende schmal und 
nicht sehr la-äftig eingedrückt, das 2. und 3. am Grunde eingeschnürt, 
der Endrand rötlichgelb durchscheinend, dieser und die abscliüssige 
Basis des 1. Segmentspunktlos, im übrigen sehr fein und dicht punktiert. 
Punktierung von Kopf und Mesonotum wie bei viridiaeneus, ebenso 
die Bildung des Mittelsegments. G. Bauchsegment am Ende rundlich 
areieckig zugespitzt, mit feinem Kiel längs der Mitte. 

Über die Behaarung läßt sich nichts sagen, da diese offensichtlich 
abgerieben ist (es ist ein stark abgeflogenes Stück mit zerschlissenen 
Flügelsäumen). 

5. Hai. unciniis (Fig. 19 $) 

Körperfarbe: schwaiz; Endhälfte der Oberkiefer rot; Fühler- 
geißel unten braim. Segment enden ziemlich breit rötlichgelb durch- 
f cheinend. Beine rotbraun, die Endtarsen rostrot, die Sporen hellgelb. 
Flügel schwach graulich getrübt, Adern braun, Mal gelbbraun, braun 
gerandet. 

Gesicht ähnlich Smeathmanellvs K. geformt, etwas rmidlicher, 
matt, sehr dicht imd fein punlctiert, vom mittelsten Nebenauge bis 
zum Stirnschi Idchen gekielt, Stirnschi Idchen mit schmalem glänzenden 
Streifen längs der Mitte, Kopfschild am Grunde matt, sonst glänzend, 
dort fein und dicht, hier kräftig, zerstreuter und fui'chig punktiert. 

Mesonotum auf der Scheibe fein, rings sehr fein punlctieit, die 
Zwischenräume dort so groß oder etwas kleiner als die Punkte imd 
schwach glänzend, hier kleiner als die Punkte, matt. Schildchen 
sehr fein und dicht, mitten etwas kräftiger und zerstreuter jnmktiert, 
hier glänzend, sonst matt. Mesopleuren seidig matt, flach rimzlig 
pimktiert. Mittelfeld so lang wie das Schildchen, halbmondförmig, 
etwas konkav, fast matt, nicht sehr dicht ziemlich fein wellig gerunzelt. 



Beiträge zur Kenutiiiß der Bienengattung Halictus Latr. 



297 



Seitenfelder matt, dicht gekörnelt. Stutz nur seiMich, bis zu % der 
Höhe, scharf gerandet, matt seidig glänzend, imdeutlich sehr fein 
punktiert (namentlich seitlich). 

Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax zusammen, umgekehrt 
eiförmig, ziemlich flach, die Segmente am Ende mitten nicht flacher, 
sondern gleichmäßig gewölbt, Segment 1 poliert, vor den Beulen 
wenig dicht äußerst fein punktiert, auf dem Endteil seitlich ebenso, 
aber dichter; Segment 2 am Grunde sehr d'cht und äußerst fein 
punktiert imd fein quergerieft, dahinter ohne Eiefung, etwas zer- 
streuter punktiert, auf dem Endteil ziemlich zerstreut und 
miki'oskopisch fein punktiert und ''namentlich seitlich) zerstreut 
gerieft; auf Segment 3 wird die Punktierung etwas undeutlicher und 
weitläufiger, der Endteil ist deutlicher und dichter gerieft.. 




38^ 38 s 38^ 



Bauch ohne besondere Merkmale. Der innere Sporn der Hint er- 
schienen mit drei Zähnchen, von denen der erste sehr lang, der zweite 
kürzer, der dritte kurz ist. 

Kopf und Thorax dünn und kurz gelblichgrau behaart, das Pro- 
notum einschließlich der Schulterbeulen filziger. Segment 2 und 3 
am Grunde seitlich mit kleinen weißen Filzflecken, im übrigen ist der 
Hinterleib ziemlich kahl, nur ist Segment 3 auf der Scheibe spärlich, 

4 dichter gelblichgrau kurz behaart und auf dem Ende dünn gewimpert ; 

5 neben der Furche bräunlich behaart. 



5. Heft 



298 



P. Blütligen: 



Die weißlichen Fransen der Bauchsegmente sind gut entwickelt. 

Behaarung der Beine graugelblich. — Größe: etwa 6 mm. 

Mir ist dieses 5 von verschiedenen Gegenden des Mittel meergebiets 
bekannt geworden: Calabrien (Cimina: 1 9, Deutsch. Ent. Mus.). j 
Siidtirol (Bozen: 1 $ coli. Friese), Algier (Biskra: 1 2, Mus. Berlin) 
und besonders zahlreich von Spanien (Elche, Alicante, Orihuelo, Madrid 
und Umgegend, Banos usw.: coli. Dusmet). Ich habe diese Stücke i 
mit der Type verglichen. Die Dichtigkeit der Punktierung des Meso- 
notums und damit auch dessen Glanz schwankt. Eine weitere Differenz 
ist folgende: Während bei den spanischen Stücken die Flügel wasper- 
hell, Adern und Mal honiggelb sind, sind die Flügel bei der Tyi)e von 
uncinus und sizi lianischen Stücken leicht graulich getrübt, die Adern 
braun, das Mal gelbbraun mit brauner Umrandung. Diese Abweichungen ! 
berechtigen aber nicht dazu, verschiedene selbständige Arten anzu- 
nehmen, sie finden sich auch bei anderen Arten, z. B. villosuhis K. 

M. E. ist es höchst wahrscheinlich, daß uncinus mit plaiiulus Per. 
(Esp. nouv. Mellif. 1903, p. 69 des Sonderdrucks) zusammenfällt. 
Ich sah ein 2 des letzteren aus der Alf keuschen Sammlung, das von 
Perez stammt und von ihm als planulus bezeichnet ist, und das mit 
uncinus übereinstimmt. Die Beschreibung paßt ebenfalls durchaus, 
ebenso das von Perez angegebene Verbreitungsgebiet (Südfrankreich, 
Spanien, Balearen, Algier). Der Perezsche Name hat die Priorität. 

Von Dr. Dusmet erhielt ich auch das ^. Es ist lentinicus Strand 
(Arch. f. Naturgesch. 1921 A. 3. Hft., p. 273, nach einem sizilianischen 
Stück beschrieben), dessen Type ich sah. 

Nicht völlig klar ist mir das Verhältnis von flanulus zu fraiisitorius 
Schck. geworden. Daß dieses von Wien stammende 5 nicht mit functa- 
tissimus Schck. zusammenfällt, wie Schmiedeknecht in den ,,Hy- 
menopteren Mitteleuropas" p. 102 annimmt, sondern eine gute Art ist, 
habe ich bereits in „Deutsch. Ent. Zeitschr." 1920, p. 279 mitgeteilt. 
Ich habe die Type mit derjenigen von uncinus verglichen und dabei 
festgestellt, daß sich Irans itorius von diesem eigentlich nur in folgenden 
Punkten unterscheidet: Das Mesonotum ist etwas kräftiger und weit- 
läufiger punktiert, auch längs den Flügelschuppen, die Zwischen- 
räume sind ohne Zwischenskulptur, glänzend; das Mittelfeld ist etwas 
kürzer und hinten quer abgestutzt (bei uncinus namentlich mitten 
etwas länger, mehr halbmondförmig); die Kopfform und die Skulptur 
des übrigen Körpers ist genau so. 

Herr Dr. Mai dl (Wien) fing in Dalmatien (Eagusa imd Klissa) 
2 $9, welche ich zu transitorius stelle, namentlich wegen der Form des 
Mittelfeldes, obwohl das Mesonotum etwas dichter als bei der Type 
punlvtiert ist. 

Immerhin ist es möglich, daß zahlreicheres Material den Beweis 
liefern wird, daß transitorius Schck. und planulus Per. (uncinm Vach.) 
dieselbe Art sind. 

Eine weitere zu diesem Formenkreis gehörige Art fing in beiden j 
Geschlechtern bei Karthago Herr Dr. v. Schultheß. Das ^ gleicht ' 
flanulus ^ ganz, nur ist das Mittelfeld etwas kürzer, mehr cper ab- . 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



299 



gestutzt; das $ hat ungefähr dieselbe Skulptur des Mesonotums und 
die Form des Mittelfeldes wie transitorius, aber etwas kräftiger und 
weniger dicht punlrtiertes, weniger mattes, unten schmäleres Gesicht 
und etwas längeren und schmaleren Kopfschild; die Skulptur des 
Hinterleibs ist wie bei flanulus und transitorius. 

Auch diese Art gehört möglicherweise mit den beiden erstge- 
nannten zusammen. Ich sehe deshalb von einer Benennung vorläufig ab. 

b) Die Vachaischen Bestimmungen. 

1. Hai. brevithorax Per. (Fig. 34) 
Das fragliche $ gehört zu truncaticollis Mor. (Horae XIV, p, 92), 
sowohl nach des en Beschreibung wie nach Vergleichung mit einigen 
von Morawitz stammenden Stücken der Alfkenschen Sammlung. 
Ich kenne diese Art außer aus dem Kaukasus noch von Sarepta (coli. 
Friese), Eriwan (coli. Alfken), Kleinasien (Brussa: coli .Alfken, 
ohne Ortsangabe: Berk Zool. Mus.), Serbien (Morawatal: Mus. Berlin), 
Ungarn (Vizakna: coli. Alf ken), Dalmatien (Gravosa, Eagusa, Brazza: 
Maidl leg.), Korfu (Morice leg.), Triest (coli. Gräfte), Apulien 
(Brindisi: Morice leg.), Calabrien (Antonimina: coli. Alfken), Süd- 
frankreich (Canet: Morice leg., Montpellier: coli. Alfken), Spanien 
((Burgos: coli. Alfken, Barbastro, Ei vas, Villaverde, Jaramiel: coli. 
Dusmet). Es ist mit ziemlicher Gewißheit anzunehmen, daß hrevi- 
thorax Per., der nach dem Autor in Südfrankreich, Italien und Spanien 
vorkommt, damit zusammenfällt, denn einmal paßt seine Beschreibung 
(soweit sie nicht durch die Bezugnahme auf H. laticeps, von dem nicht 
ersichtlich ist, was Perez unter ihm versteht • — anscheinend convexius- 
culus Schck. 2, tatsächlich ist er mit affinis Schck. identisch ■ — un- 
verständlich ist) durchaus auf truncaticollis, und außerdem ist zu ver- 
muten, daß Vachal die Perezsche Art durch den Autor kennen- 
gelernt hat. 

H. truncaticollis findet sich auch in Nordafrika, denn der nach einem 
9 von Blidah-Medeah (Algier) von Strand im ,,Arch. f. Naturgesch." 
1909, Bd. I, Hft. 1, p. 25 beschriebene blidahensis ist mit ihm identisch 
(die Type lag mir vor). H. sudaghensis Strand (a. a. 0., p. 55) aus der 
Krim (Sudak) und Sizilien fällt ebenfalls mit ihm zusammen. 

Das 9 ist von verwandten ?$ leicht durch die Skulptur der ab- 
schüssigen Basis des 1. Segments zu unterscheiden: Diese ist sehr dicht 
fein quergerieft, fast matt, mit starkem Seidenschimmer, mit mehr 
oder weniger anliegenden seidigen gelblichen Härchen dicht besetzt. 
Das von Strand zu sudaghensis gestellte ^ gehört wohl sicher dazu. 
Es ist dem ^ von villosulus K. sehr ähnlich, hat aber längeren, sonst 
ebenso geformten Kopf, kürzere Fühler, dicht und scharf eingestochen 
punktiertes Mesonotum, und mehr oder weniger deutlich scharf ge- 
randeten Stutz (vgl. auch oben bei corvinus Mor. (^). 

2. Hai. varipes Mor. und H. subaiiratus Lep. 

Bisher glaubte ich, nicht fehlzugehen, wenn ich suhauratus Lep. 
(non Eossi) und varifes Mor. für dieselbe Alt hielt, und habe das auch 

5. Heft 



300 



P Blütbgen: 



in Deutsch. Ent. Zeitschr. 1020, p. 295 und in Mitt. Schweiz, ent. Ges. 
XIIT, Hft. p. 135 ausgesprochen. Vor kurzem sah ich aber in der 
V. Radoszkovski sehen Sammlung eine Anzahl $$ und 1 ^ eines 
Halictus aus Transkas])ien (Ashabad, Saraks), der wohl sicher der wirk- 
liche varipes ist. 

Bei diesen $$ sind die Zwischenräume zwischen den Punlcten 
des Mesonotums (die übrigens kaum größer als diese sind) alleraings 
glänzend, ohne merKÜche Feinskiilptur ; das 1. Segment ist lebhaft 
glänzend, von einer feinen Riefrmg nur ganz schwache Andeutungen 
vorhanden Bei suhauratus Lep. $ ist das Mesonotum fein lederartig 
gerunzelt, die Punkt Zwischenräume deshalb nur schwach glänzend, 
fast matw; das ]. Segment ist dichter und etwas kräftiger punktiert, 
dazwischen fein gerunzelt (mit Ausnahme der Mitte der abschüssigen 
Basis) und daher nur schwach und seidig glänzend. Auch in der Be- 
haarung zeigen sich Unterschiede: bei varifes sind die Schläfen, das 
Pronotum und die Schulterbeulen dicht schmutzigweiß befilzt, bei 
suhauratus I^ep. graugelb normal behaait; bei ersterem ist aie kurze 
gelbliche Behaarung der Segmente kürzer und viel spärlicher als bei 
letzterem, deshalb treten auch die Endbinden der Segmente schärfer 
hervor, außerdem ist deren Struktur dichter (die Farbe der Binden ist 
auch heller [schmutzig-rötlich- weiß], bei suhauratus Lep. mehr ins gelb- 
lichgraue fallend); die Filzflecken auf dem 1. Segment (beiderseits auf 
der Wölbung hinter der abschüssigen Basis) sind bei varipes größer 
und von dichterer Strulctur. Schließlich ist die Körperfarbe bei varipes 
mehr metallisch bläulichgrün (bes. der Hinteileib), bei suhauratus Lep. 
bronzefarbig mit einem Stich ins messinggelbe. Dieselben Unterschiede 
gelten auch für die 

Immerhin sind beide Aj'ten sehr nahe verwandt. H. varipes 
scheint auf Turkestan und die benachbarten Gebiete beschränkt zu 
sein; suhauratus Lep. ist durch das ganze Mittelmeergebiet verbreitet, 
geht nördlich bis in die südliche Schweiz (Wallis), Tirol (St. Paul), 
Niederösterreich (Oberweiden) und Ungarn (Budapest), östlich bis 
Südostrußlaxid (Sarepta), Kleinasien (Erdschias), Kaukasien (Helenen- 
dorf). Allerdirgs finden sich bei der letztgenannten Art merkliche 
Unterschiede in üer Form des Gesichts: es gibt kurzköpfige mit kurzem 
Kopfschild (Abb. 38a, b) — solche sah ich von Sarepta, Istrien, Ober- 
italien. Tirol, der Schweiz — undrimdköpfige mit deutlich vorgezogeiiem 
Kopfschild (Spanien, Tunis, Istrien. Kaukasien); im Berliner Museum 
stecken 3 $$ und 2 letzterer Form von Sizilien, von denen 1 $ einen 
Zettel mit der Benennung ,,vin>iihis Nobis" trägt (Abb. 38 c. d). Auch 
die Stärke der Punlctierung schwankt : Es gibt $$ mit kräftiger Skulptur 
und Punktierung des Mesonotums, die der von semitectus ^lor. $ 
gleicht, und solche mit merklich feinerer. Im übrigen gleichen sich diese 
Formen völlig. Ob es sich hierbei nur um Rassen oder selbständige 
Arten handelt, läßt sich erst nach Untersuchung sehr zahlreichen 
Materials entscheiden; namentlich fehlte mir bishei solches an SS- 
Ich möchte ersteres annehmen, da sich auch Zwischenformen finden. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



301 



Sehr ähnlich mr?2?es( weniger suhauratusLe]).) $ ist conjungens Blüthg. $, 
läßt sich aber ohne weiteres durch den kubischen Kopf unterscheiden. 

//. suhauratus Lep. muß neu benannt werden. Ich sehe jedoch da- 
von ab, weil ich mit der Möglichkeit rechne, oaß Barcelonicus Perez 
(„Esp. nouv. Mellif., Bordeaux 1903, p. 44 des Sonderdrucks) und 
smaragdulus Vachal (An. soc. esp. hist. nat. 1895, XXIV, p. 150) 
dazu gehören (leider war es mir noch nicht möglich, die Typen zu 
erhalten). 

Von den von Vachal bestimmten Stücken gehört 1 $ zu suhauratus 
Lep., die übrigen 5 und das ^ zu conpingens Blüthg. 

3. Hill, sexcinctus F. 

Die beiden von Erdschias gehören allerdings zu oieser Art, 
haben i rsbesondere deren lange und dünne Fühler una dieselbe Form 
und Behaarung der Mitteltarsen. Die Art und Farbe der Körper- 
behaarung gibt ihnen aber ein recht abweichendes Aussehen: Kopf 
und Thorjix sind dicht und struppig grauweiß behaart, die Segment- 
binden breiter und rein weiß, das 2. Segment trägt auch eine breite, 
das 3. eine schmälere Basisbinde, außerdem ist das 1. Segment am 
Grunde und längs den Seiten dicht abstehend grauweiß behaart^ so- 
daß nur eine Chitinbinde von Breite der Endbinde bleibt, aie auch noch 
zerstreut ebenso behaait ist, der bindenfreie Teil des 2. Segments 
ist reichlich, derjenige des 3. spärlicher ebenso behaart; Segment 6 
und 7 sind reichlich mit langen nach hinten gerichteten gelblichweißen 
Haaren besetzt: die Behaarung der Beine ist blaß gelblichweiß. Die 
Flügel sind fast wasserhell, am Endsaum graulich getrübt. Die Fühler 
sind hell rostgelb (heller als bei gewöhnlichen cJ(J), nur die zwei End- 
glieder unten schwarz, der Schaft unten schwefelgelb. Das Gesicht ist 
schmaler und länglicher als bei normalen sexcinctus-^^. 

Trotz dieser Abweichungen halte ich diese wegen der Über- 
einstimmung in der Form der Fühler und Mitteltarsen und der 
charakteristischen Behaarung der letzteren nur für eine Varietät von 
sexcinctus F., die ich var. albohispidus nenne. 

4. „Hai. ocIiraceoYittatus Dours" und „Hai. fulvipes Mor." 

a) ochraceovütatus. Dazu Fig. 30 (H. fulvipes Klug ?) und Fig. 35 
(H. fulvipes Klug ^). Das so bestimmte 2 (Eraschias, 13. 7.) gehört 
zu costulatus Kriechb. Da es wohl ausgeschlossen sein dürfte, daß 
Vachal bei der Bestimmung des Stücks so flüchtig verfahren sein 
sollte, daß er diese schlechterdings nicht erkennbare Art nicht er- 
kannte, so bleibt nur die Möglichkeit, daß eine Etikettenverwechslung 
vorgekommen ist. 

Übrigens besitzt da. Mu eum ein $ einer ganz anderen Art (von 
Bordighera), das von Vachal ebenfalls ils ,,ocJiraceovittatus Dours" 
bestimmt ist. Dieses gehört zu einer Art aus aer sexcinctus- Giuip^e, 
die im ganzen Mittelmeer verbreitet und mir auch von den Kanarischen 
Inseln, der Krim, Kleinasien, Transkaspien (Ashabao) und Ostsibirien 
(Amurgebiet) bekannt geworden ist, und auf die allerdings auch 

5. Heft 



302 



V. Blüthgen: 



J. Perez (ausweislich eines von ihm bestimmten $ von Bd.rcelona 
in dei Alfkenschea Sammlung) und, ihm wohl folgend, Alfken 
•die genannte Dourssche Art beziehen. Das 2 ist sexcinctus F. seht 
ähnlich, aber kleiner (etwa II mm lang), 1 at weiter vorgezogenen 
Kopfschild, feiner puaktiertes Mesonotum, im Verhältnis kürzeren, 
fast matten, dicht punktierten Hinterleib, breitere und dichtere Segment- 
binden, blassere (graugelbe) ]3ehaarung von Kopf und Thorax, rost- 
gelbe Behaarung neben der Furche des 5. Segments und fast wasser- 
helle Flügel. Das ^ hat kürzere, kräftigere Fühler als sexcinctus q 
(so lang, aber etwas schlanker als scahiosae (J), deren Endglied nur 
schwach gekrümmt und deren Geißel unten in der Kegel mit Aus- 
nahme der 3 — 4 letzten Clieder, seltener völlig braungelb bis gelbbraun 
gefärbt ist; die Mitteltarsen sind normal, hinten kurz gefranst (wie bei 
scahiosae der Hinterleib im Verhältnis kürzer als bei sexcinctus cJ 
und scahiosae die Beine gelb, die Hüften, Schenkelringe und Hinter- 
schenkelbasis oft mehr oder weniger ausgedehnt schwarz. Es ist 
cocJilearitarsis Dours (J äußerst ähnlicl . 

Während nun ochraceovittatus ? nach der Beschreibung glänzenden 
Hinterleib, ockergelbe (balc in Silberweiß verblassende) Binden und 
goldgelbe Schienen und Metatarsen hat, be>-itzt das hier in Rede 
stehende $ matten Hinterleib, weißliche, nur bei ganz frischen Stücken 
bräunlichweiße Binden und braunschwarze Schienen und Metatarsen. 
Es ist deshalb m. F. ganz unmöglich, die Identität beider Arter anzu- 
nehmen. Allerdings paßt auf das ^ die Beschreibung des ochraceo- 
vittatus-^ sehr gut, mit Ausnahm.e dessen, daß bei diesem die Segment- 
binden ockergelb sein sollen, während ich sie bei jenem bei völlig 
frischen Stücken nur graugelb, in der Regel weißlich gefunden habe. 
Wenn also das von Dours beschriebene (J überhaupt zu dem § gehört, 
so kann es wegen der Verschiedenheit des 5 mit unserem (J nicht 
identisch sein. 

M. E. handelt es sich um II. sexeiucte]liis Dours. Der Name weist 
auf eine besondere Ähnlichkeit mit sexcinctus F. hin, und diese ist, 
wie erwähnt, in der Tat vorhanden. Die Beschreibung paßt sowohl 
auf das $ als auch auf das ^. Was mich in meiner Annahme bestärkt, 
ist die Tatsache, daß Alfken von J. Perez als ,,sexcinctellus Dours" 
ein $ (von Algier) erhalten hat, das sich von dem oben erwähnten, von 
ihm als ochraceovittatus''' bestimmten $ durch nichts als durch etwas 
geringere Größe unterscheidet. Leider sind die Doursschen Typen 
in Amerika durch Brand vernichtet, sodaß eine Klärung in völlig sicherer 
Weise nicht möglich ist. 

Das (J von sexcinctellus Dours ist min m. E. sicher identisch mit 
fulvipes Klug. Leider ist man auch hier auf die Beschreibung an- 
gewiesen, denn es ist mir nicht möglich gewesen, den Veibleib der Type 
zu ermitteln. (Die Ger mar sehe Sammlung mit Ausnahme der in 
Halle befindlichen Rüsselkäfer ist auf seinen Neffen Schaum vererbt 
worden, der einen Teil davon ai\ das Berliner Zoolog. Museum ab- 
gegeben und den Rest veräußert hat. Im Berliner Museum befindet 
sich aber die Type nicht.) Die primitive Abbildung des fulvipes in 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



303 



Germars Fauna ins. Europ.", Bd. 7, Tafel 15 vermag die Frage in 
keiner \\'eise zu klären, man kann sich unter dem dargestellten Hy- 
menopteron alles mögliche vorstellen. Die Beschreibung in Germars 
,,R6ise nach Dalmatien und Ragusa" 1817, II, p. 265 lautet: 

,,Hylaeus fulvipes. ater, griseo villosus, abdomine glabro, 
albo fasciato, pedibus fulvis ((J). Ein Männchen, von der Gestalt 
des ^ des H. sexcinctus und alternans, doch von etwas geringerer 
Größe. Kopf, Rückenschild und Anfang des Hinterleibs sind mit 
weißgrauem Flaum bedeckt. Am Kopf ist die Spitze des Kopf- 
schilds gelb. Die Fühler sind auf der Unterseite blaß. Der Hinter- 
leib hat 6 weißliche Binden. Die Beine sind durchaus gelb und 
nur die Hüftstücke schwarz. Die Flügel sind wasserhell, durch- 
sichtig, an den Spitzen schwärzlich und Farben schillernd mit 
bräunlichen Nerven und Flügelmalen." 

Ich wüßte nicht, auf welches (J sonst ich diese Beschreibung be- 
ziehen sollte. Sie ist offenbar nach einem nicht mehr frischen, ab- 
geblichenen Stück, wie man sie meist zu Gesicht bekommt, entworfen. 

Zudem ist mir sexcinctellus in beiden Geschlechtern vom Fundort 
des fulvipes hek3küiit geworden. An der Zusammengehörigkeit des ^ 
und $ kann angesichts ihrer großen Ähnlichkeit und der Tatsache, 
daß ich sie auch von verschiedenen anderen Gegenden zusammen 
erhalten habe, ein Z-weifel nicht bestehen. 

W. A. Schulz hat das (J fulvives mit dem 5 der folgenden Art 
zusammengetan und als H. (Lucasius) Holtzi beschrieben (,,Spo]ia 
Hymenopterologica" 1906, p. 49), wie ich bei Untersuchung der Typen 
feststellen mußte. 

H. tinicus Strand und asuniciis Strand (Arch. f. Naturgesch. 
1921, A, 3. Hft., p. 312 u. 313), deren Typen ich sah, sind mit fulvipes 
$ identisch. 

Ich möchte schließlich noch erwähnen, daß es m. E. diese Art ist, 
die Morawitz und Fedtschenko, Reise nach Turkestan II, 1876, 
p. 231 als „H. sexcinctus F." aufführt. Denn er gibt dessen Größe auf 
11- — 12 mm an und bemerkt in der russischen Beschreibung: ,,Tur- 
kestam'sche Exemplare unterscheiden sich von den europäischen durch 
geringere Größe und blasser gefärbte Haare." 

Eine sehr ähnliche Art ist Hai. tetra/onianelliis Strand (Arch. f. 
Naturgesch., 75. Jahrg., I. Bd., 1. Hft , 1909, p. 58), der nach Stücken 
von Chios, Samos und Rhodos beschrieben, mir außerdemi von Korfu, 
Attika, Elisabethpol (Kaukasus), Eriwan (Armenien) und Algier 
bekannt geworden ist. Er unterscheidet sich aber sofort durch den 
polieiten, stark glänzenden, nur zerstreut punktierten, seitlich nicht 
scharfkantigen, sondern gerundeten Stutz, die ebenfalls polierten 
und stark glänzenden, nur am Grunde dicht punlctierten Seitenfelder 
und das in den Furchen zwischen den Runzeln glänzende Mittelfeld, 
ferner auch durch gewölbteren Hinterleib, das neben der Furche 
bräunlichweiß behaaite 5. Segment und den kürzeren Kopfschild; 
frischere Stücke haben auf der gewölbten Mitte des 1. Segments beider- 

5. Heft 



304 



P. Blüthgen: 



seits einen rundlichen Fleck aus angedrückten graugelbliclien Seiden- 
haaren. Das $ dieser Art ist bisher nicht bekannt geworden. 

b) fulvipes. Dazu Fig. 31 yll. Holtzi Schulz $) und Fig. 3G 
(//. Holtzi Schulz o). Als ,,fulvipes Klug" von Alfken bestimmt, 
stecken im Berliner Zool. Museum eine ganze Reihe von einer Art, 
die fulvipes $ recht ähnlich ist, sich aber von diesem unschwer unter- 
scheiden läßt. Dieses $ hat kürzeren, breiteren Kopfschild, gewölbteren 
Scheitel, glänzendes, weitläufiger punktiertes 1. Segment, giauweiß 
(ganz frisch mit einem Stich ins gelbliche) behaarten Kopf und 
Thorax, auch bei frischen Stücken weißliche Binden, am Grunde des 
2. und 3. Segments eine schmale ebensolche Binde, blassere (gelb- 
lichweiße) Behaarung neben der Furche des 5. Segments, silberweiß 
behaarte Beine. 

Zu dieser Art gehören auch die von Vachal als fulvipes Mor." 
bestimmten 2 $? von Erdschias. Die 2 (^^, welche von derselben 
örtlichkeit stammen und von Vachal als „fulvipes Mor. bestimmt 
sind, gehören nach Größe, Habitus und Farbe wohl in der Tat zu den 9. 
Ich besitze ein gleiches ^ von Porös (Griecherland). Dieses besitzt 
ungefähr die Gesichtsform von tetrazonius Klug(5, hat gelben Vorderrand 
des Kopfschilds, schwarze Oberlippe und Oberkiefer, ziemlich kurze 
(ungefähr bis zum Mittelfeld reichende) unten dunkel rotbraune Fühler 
mit geradem Endglied, braune Schenkel, gelbe Schienen und Tarsen 
(erstere ausgedehnt braun gefleckt); Hinterleib dicht punktiert, die 
Segmente sind am Ende eingedrückt, das 2. und 3. auch am Grunde, 
das 1. auf der Scheibe querüber etwas eingedrückt, Bauchsegment 4 
am Ende bogenförmig ausgeschnitten; Segment 1 bis 5 mit weißer 
Endbinde, 2 und 3 am G ünde mit ebensolcher, Segment 1 am Grunde 
bis zu Mitte und seitlich dicht weißlich abstehend behaart, Behaarung 
von Kopf und Thorax reichlich, weißlich. 

Es ist nun, wenigstens für das (J, völlig ausgeschlossen, daß es sich 
um die von Morawitz als fulvipes Klug gedeutete Art handelt, denn 
nach der russisch geschriebenen Beschreibung in Fedtschenko, 
Reise nach Turkestan, 1876, II, p. 232 ist bei diesem ^ die Fühlergeißel 
unten (mit Ausnahme der drei letzten Gieder) gelblichrot, und der 
Endrand des 4. Bauchsegments gerade. Auch die Beschreibung des 5 
weist auf eii^e andere Art hin: bei ihm sollen Kopfschild und Stirn- 
schildchen glänzend und zerstreut punktiert, der Stutz seitlich nur 
unten scharf gerandet, der Endteil des 1. Segments rötlichgelb durch- 
scheinend und mit breiter weißer Binde bedeckt sein, während bei dem 
hier in Rede stehenden ? Kopfschild und Stirnschildchen zwai auch 
glänzend, aber dicht, ersterer nur auf der Scheibe beiderseits der Mitte 
etwas zerstreuter punkaert, der Stutz seitlich bis fast oben scharf 
gerandet, der Endteil des 1. Segments nur am äußersten Rande schmal 
rötlich entfärbt und mit schmaler, mitten spärlich entwickelter Binde 
bedeckt ist. 

Dagegen paßt die Morawitzsche Beschreibung des vermeint- 
lichen fulvipes (Germar) Klug ausgezeichnet auf eine mir von ver- 
schiedenen Orten Turkestans, Buchara, Zentral mesopotamien (Teil 



Beiträge zur Keuntnis der Bienengattung Halictus Latr. 305 



I Halaf-Steppe, rechtes Chaburufer: Kohl leg.), Tiflis, Südrußland 
[ (Orenburg), Ägypten, Tripolis, Tunis und Algier bekannte Art: für das 
$ ergibt sich völlige Übereinstimmung, beim nur die Abweichung, 
daß Morawitz die zwei oder drei Endglieder der Geißel als unten 
I schwarz beschreibt, während sie bei den 14 cJ(J, welche ich bisher sah, 
I unten hell gefärbt sind. Das Tier sieht folgendermaßen aus: 
I Gesicht ohne Kopfschild kürzer als breit, unten ziemlich 

I konvergierend, einschließlich des deutlich vorgezogenen, glänzenden, 
I ziemlich zerstreut punktierten, nach dem Vorderrand verschmälerten 
und hier beiderseits gezahnten Kopfschilaes so lang wie breit (Figur 37). 
Fühler unten hell rötlichbraun. Mesonotum sehr dicht und nicht 
gerade fein punktiert, die Zwischenräume mitten kleiner bis fast so 
groß wie die Punkte und glänzena, rings viel kleiner und fast matt. 
Schildchen beiderseits der Mitte zerstreut punktiert mit großen, 
glänzenden Zwischenräumen. Mittelfeld matt, fein gitterig-lederartig 
gerunzelt, die Seitenfelder seidig matt, ganz fein skulpieit und mehr 
oder weniger dicht punktiert. Stutz nur seitlich ganz am Grunde 
scharf gerandet, seidig glänzend mit sehr feiner Skulptur und zerstreuten 
erhabenen Punkten. Hinterleib oval, die Segmente am Ende ein- 
gedrückt und gelbrot durchscheinend (dies nur auf dem 1. Segment, 
dessen Depression nicht völlig durch die Binde verdeckt wird, deutlich 
zu sehen), sehr dicht und äußerst fein punktiert, die Zwischenräume 
mehrfach größer als die Punkte, das 1. Segment schwach, die folgenden 
noch weniger glänzend, nur die mehr zerstreut erhaben punktierte 
abschüooige Basis des 1. Segments glänzend. Kopf und Thorax sind 
weiß, Scheitel, Mesonotum, Schildchen und Hinter schildchen gelblich- 
I weiß behaart, sehr dicht, nur die Scheibe des Mesonotums und der Stutz 
; locker, Schläfen, Pronot um, Furche vor dem Schildchen und Hinter- 
schildchen filzig dicht. Segment 2, 3 und 4 mit breiter, die Depression 
1 völlig einnehmend, 1 mit schmälerer schneeweißer Binde, 2 am Grunde 
i mit deutlicher, 3 mit verdeckter Binde; bei frischen Stücken ist auch 
, j Segment 1 auf der Wölbung hinter der abschüssigen Basis (also mitten) 
1 querüber weiß befilzt; das 5. Segment ist neben der Furche silberweiß 
[ behaart; im übrigen weisen die Segmente nur eine ganz feine staub- 
l artige, nur bei seitlich auffalendem Liclt erkennbare rötliche Be- 
haarung auf. Die Beine sind rotbraun, die Tarsen gelbbraun, ihre 
I Behaarung dicht, silberweiß. Flügel wasserhell, Adern und Mal honig- 

rj. Gesicht ungefähr wie beim Q, aber rundlicher ; Kopfschildrand 
Ii und Oberlippe gelb, Oberkiefer rostgelb mit schwarzer Basis und roter 
e Spitze; Fühler kurz (bis zum Schildchen reichend), dünn, mit geradem 

1 Endglied, die Geißel unten hell rötlich gelbbraun. Beine ganz gelb 
il oder Hüften, Schenkelringe und die Basishälfte der Schenkel braun, 
[e Flügel wie beim $. 

Gesicht sehr dicht we^ß behaart, Scheitel, Schläfen und der ganze 
[. Thorax mit Ausnahme des kahlen Mittelfeldes gleichmäßig gelblich 
f. befilzt. Hinter schildchen auch noch länger behaart Mesonotum m?«tt, 
I ganz eedränst punkvieit. Hinterleib etwas iängei als Kopf und Thorax 

Archiv für Naturgeschichte. 

1923. A 5. 20 5. Heft 



30a 



P. Blüthgen: 



zusammen, zylindrisch, die Segmente am Ende eingedrückt, das 2. 
und 3. auch am Grunde (aber nur schwach), matt, ganz dicht fein 
punktiert, die Depressionen rötlichgelb durchscheinend; Segment 1 
auf der Basishälfte, längs den Seiten und auf der Depression, 2 und 3 
am Grunde, an den Seiten und auf dem Endteil, 4 und 5 nur auf der 
Depression gelblichweiß befilzt. Bauch kahl, Segment 4 am Ende 
sehr schwach bogenförmig ausgeschnitten, 5 noch schwächer, 4 und 
nach der Mitte zu von beiden Seiten her eingedrückt, alle Segment - 
enden durchscheinend. ■ — Größe: 10 — Ii mm. 

Das cJ variieit durch mehr oder weniger ausgedehnte gelbrote 
Färbung der ersten drei Segmente (II. t'ucosiis Mor.). 

Für meine Deutung des julvifes Mor. spricht, daß ich nachträglich 
in der v. Radoszkovskischen Sammlung 1 $ der im vorstehenden 
beschriebenen Art fand, das von der Hand Morawitz' als ^.fulvifes 
Germ." determinieit ist. 

Ich halte diese Art nun für senilis E versmann (,, Fauna Hvm. 
Volg.-Ural." im Bull. soc. imp. Moscou XXV, 1852, p. 38). Denn 
Morawitz, der die Eversmannschen Typen revidiert hat (Horae 
soc. ent. Ross. IV, 1866/67, p. 28), verweist in Fedtschenko a. a. 0. 
auf die E versmannsche Beschreibung von fulvipes Germ., und 
Eversmann vermutet seinerseits in diesem ein abgeriebenes Stück 
seines senilis (a. a. 0.). Dazu kommt, daß das Orenbm"ger Exemplar 
im Berliner Museum von Eversmann stammt und senilis von Oren- 
burg beschrieben ist. 

M. E. fällt ferner sicher der algerische albariiis Perez C,Especes 
nouv. de Melliferes" [Diagnoses preliminaires]" Bordeaux 1895, p 51 
des Sonderdrucks) mit senilis zusammen Wie bereits erwähnt, findet 
sich dieser auch in Nordafrika, die Beschreibung von alharius paßt 
recht gut auf ihn, und Alfken hat ein $ der vorliegenden Art von 
Perez als ,,alhanus'' bestimmt erhalten. 

Schließlich ist noch biviiictus Vachal ($ Rev. Russe d'Entomol. 
II, 1902, p. 226) synonym (vgl. unten p. 309). — 

Es bleibt noch übrig, auf julvifes Vacha-l et Alfken einzugehen. 
Das 5 ist von W. A. Schulz als Hai. Iloltzi beschrieben (die Type lag 
mir vor). Ein früherer Name ist mir bisher nicht sicher bekannt ge- 
worden. Allerdings ist mit einiger Wahrscheinlichkeit bei der weiten 
Verbreitung der Art (Mittelmeergebiet, Ki'im, Kaukasus, Kleinasien, 
Turkestan) anzunehmen, daß diese mit einer der von F. Smith und 
F. Walker aus diesen Gebieten beschriebenen Arten identisch ist. 
Diese Beschreibungen sind aber so dürftig und nichtssagend, daß sie 
eigentlich auf alle Binden-//afet/s passen. Strands Asiaeminoris 
(Arch. f. Naturgesch. 1921, A. 3. Hft., p. 312 5) ist nach meiner Unter- 
suchung der Type synonym. 

Ich komme also zu folgendem Ergebnis: 

1. Hai. fulvipes Klug (^J. sexcinctellus Dours $o. ochraceovittatus 
Perez, Vachal et Alfken [non Dours] ?, scahiosae Brülle [non Rossi] (J, 
ochraceovittatus Dours (J?, Holtzi W. A. Schulz q, tinicus Strand $, 
asunicus Strand 2). • 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictns Latr. 



307 



2. Hai. lloltzi W. A. Schulz ($ non ^J, fulvipes Vachal et Alfken 
[non Klug] 2(J, Asiaeminoris Strand $). 

3. Hai. senilis Eversm. ($cJ, fulvifes Mor. [non Klug] cJ 
jucosus Mor. ^, albarius Perez hivinctus Vachal §). 

V. Die von J. Vachal aus der v. Radoszkovskischen Sammlung 
neubescliriebenen H alictus -Xiia^w, Weitere neue Arten daraus. 
RadoszkoYskisclie Typen. 

Bei den Bemühungen, den Verbleib der Typen der von Vachal 
in Revue Russe d'Entomologie II, 1902, p. 225 ff. beschriebenen 
12 neuen Arten zu ermitteln, erfuhr ich nach ziemlichen Schwierig- 
keiten, daß sich die v. Radoszkovskische Sammlung, die früher 
in Posen gewesen war, jetzt im Besitz der Akademie der W issenschaften 
in Krakau befinde. Der Direktor des Museums der letzteren, Herr 
Professor Dr. Joh. Stach, bestätigte mir das, teilte mir aber zugleich 
mit, die Typen könne er in der Sam.mlung nicht auffinden. Er hatte die 
Liebenswüraigkeit, mir das ganze ^afei^.s'-Material aus dieser zu- 
zusenden. Unter diesem fiel mir eine Anzahl von Stücken d." durch auf, 
daß sie mit Zetteln versehen waren, welche in blauer Tinte Zahlen 
in einem Kreise trugen; bei manchen ist die Ziffer unterstrichen, bei 
andern nicht. Bei Untersuchung der Stücke mit unters l:richenen 
Zahlen ergab sich, daß dies die Vachal s'^hen Typen sind. Die Tiere 
mit nicht unterstrichenen Ziffern scheint Vachal für wahrscheinlich 
neue Arten gehalten zu haben, hat jedoch von einer Beschreibung ab- 
gesehen. 

Die Identität der Typen ist zweifellos. Sie ergibt sich daraus, 
daß Zahl und Geschlecht der Stücke, ihr Erhaltungszustand, ihr Fund- 
ort sich mit den Angaben der Vachaischen Arbeit decken. Weshalb 
Vachal die Typen nicht als solche gekennzeichnet, namentlich oicht 
mit den Artnamen versehen hat, ist nicht zu ersehen. Möglicherweise 
ist dies in einem von ihm der Sendung beigefügten Verzeichnis, auf 
das die blauen Ziffern verweisen, geschehen. Ich habe die Hervor- 
hebung der Typen nachgeholt. 

In der Sammlung befinden sich ferner die Typen von caucasicus 
Rad. und Dyhoirskii'Red., außerdem 3 $5 {■,Nomioides'') aenescens 
Rad. und 1 $ Hai (.^Nomioides'') fallidus Rad., Arten, von denen die 
Typen in den Besitz des Berliner Museums gelangt sind. 

Schließlich fanden sich darin einige Arten, die, soweit ich fest- 
stellen konnte, noch nicht beschrieben sind. 

a) Die Vachaischen Typen. 

Bei A^ergleichung der Typen mit den Beschreibungen stellte es 
sich heraus, daß diese recht flüchtig sind, namentlich mehrfach wichtige 
Unterscheidungsmerkmale übersehen ooer falsch wiedergeben. Des- 
halb hieU ich es für erforderlich, Neubeschreibungen der Typen zu 
i geben. 

20* 5. Tieft 



308 



P. Blüthgen: 



J . Hai. duplocinctiis 

Beide Geschlechter stimmen in Körperbau und SJculptur völlig 
mit qiiadricinctus F. überein, das $ namentlich durch das grob und 
zerstreut punktierte Mesonotum und den kubischen Kopf mit dem 
auf der Unter hälft e eingedrückten Kopfschild, das dmxh die be- 
wimperte Fühlergeißel, den nach hinten erweiterten Hinterleib, die 
Bildung der letzten Bauchsegmente und die gebogenen Ilinterfersen. 
Dagegen ist Art und Farbe der Behaarung so abweichend, daß es gerecht- 
fertigt erscheint, dwplocinctus als selbständige Rasse des quadricinctus 
zu betrachten. 

Synonym ist magnif icus '^wrse (Ann. nat. bist. (7) vol. 11 1903, 
p. 541). 

$. Thorax bei der Type verwaschen blutrot gezeichnet (das 
Schildchen hinten, das Hinterschildchen, das Mittelfeld vorn und 
hinten und die Brust) (bei zwei weiteren $5, die untei unbestimmten 
Arten steckten, ist der Thorax jedoch gleichmäßig schwarz). Schienen 
und Tarsen rostgelb, die Vorderschienen verdunkelt. Fühlergeißel unten 
gelblich rotbraun. Flügel gelb getrübt. 

Mesonotum auf der Scheibe sehr spärlich mit schrägen, ziemlich 
kurzen gelblichen Haaren besetzt, rings dicht angedrückt behaart, 
die Furche vor dem Schildchen filzig, das Hinterschildcher wollig 
verfilzt und außerdem auch lang abstehend behaart, die Brustseiten 
struppig und dicht; der »Stutz dicht mit gekrümmten, nach außen 
gekämmten Haaren besetzt. Farbe der Thoraxbehaarung schmutzig- 
gelblich. 

Segment 1 bis 4 am Ende mit Binden, welche die ganze Depression 
bedecken; 2 am Grunde mit schmaler, seitlich nach hinten vor- 
greifender und die Endbinde, erreichender, 3 mit verdeckter Binde; 
Segment 1 auf der abschüssigen Basis bürstenartig dicht behaart, 
auf der gewölbten Mitte beiderseits mit einem Fleck angedrückter 
seidiger Härchen, im übrigen ziemlich reichlich, aber wenig auffällig 
kurz seidig behaart. Die Farbe der Binden und Seidenflecken ist mehl- 
weiß. Im übrigen sind die Segmente dicht staubartig rötlich behaart. 

. (J. Thorax blutrot, Mesonotum zum Teil schwärzlich, Brustseiten 
schwarzfleckig, Schulterbeulen, B'nde des Kopfsch'ldrandes, Ober- 
lippe und Oberkiefer gelb, Fühlerschaft dunkelbraun, Geißel unten 
braungelb, oben rotbraun; Segment 1 auf der abschüssigen Basis und 
mitten querüber auf dem horizontalen Teil, Segment 2 am Grunde 
blutrot; Bauch tostgelb, die Segmente mitten und vor dem horngelb 
durchscheinenden Endteil beiderseits schwärzlich verdunkelt; Hüften 
Schenkelringe und Schenkel rostgelb, Schienen und Tarsen rötlich- 
gelb, Hinterschi eneri rostgelb gefleckt. Flügel wie beim 9. 

, Kopf und Thorax sehx aicht kurz schmutziggelblich behaart, 
die Haare an den Schläfen, auf dem Meson3tum und dem Schildchen 
angedrück-t, die Skulptur fast ganz verdeckend, längs der Flügelschuppen 
und vor dem Schildchen filzig; Brustseite und Stutz wollig-filzig be- 
haart, das Mittelfeld kahl; Hinterschildchen bürstenaitig lang und 



Beiträge zur Kenntnis der Bieneiigattung Halictus Latr. '309 



dicht behaart; Gesicht weißlich schuppenaitig, außerdem (wie auch 
die Schläfen) auch abstehend behaart. 

Segment 1 bis 4 mit d repressionsbreiten filzigen Binden; 1 außer- 
dem auf der abschüssigen Basis bürstenartig abstehend und auf der 
Wölbung bis zur Hälfte des horizontalen Teils filzig angedrückt be- 
haart, sodaß nur vor der Depression ein Querstreifen Chitin, mitten 
so breit wie sie, seitlich etwas erweitert, sichtbar bleibt, der dünn und 
kurz behaart ist; 2 am Grunde mit breiter, seitlich nach hinten er- 
weiterter Filzbinde, das Chitin nur in einem Querstreifen von der 
Breite der Depression vor dieser sichtbar; 3 am Gründe mit schmaler, 
verdeckter Binde; die nicht befilzten Stellen der Segm^ente vom 2. 
ab ziemJich dicht seidig-staubartig gelblich behaart. Farbe der Be- 
filzung mehlweiß. Bauch wie bei quadricinctus F. (J. 

2. Hai. bivinctus 

Dies ist ein ? senilis Eversm. {alharius Per.), bei dem die Be- 
haarung des Hinterleibs z. T. verschmiert und schlecht erhalten ist. 
Irgenawelche wesentlichen Abweichungen verrriag ich nicht zu finden; 
die blasse Farbe der Beine kann auf Unreife des Stücks hindeuten 
oder post mortem entstanden sem. 

3. Hai. chlapovskii (Fig. 23) 

Eine sehr kenntliche Art, die nicht, wie man nach der Beschreibung 
annehmen muß, in die Verwandtschaft von' clypearis Schck., sondern 
in diejenige von zonulus Sm. gehört. Ich erhielt durch Staudinger 
1 9 vom Amur ( Tschit a). 

$. Schwarz (einschließlich der Segment enaen), die Bauchsegmente 
am Ende brävnlich durchscheinend, Mandibelende rot, Fühlergeißel 
unten dunkelbraun, die 4 Endtarsen dex Vorderbeine und das K.rallen- 
glied der Mittel- und Hinterbeine rostgelb, Flügel • schwach graulich 
^getrübt, Adern und Mal hellbraun. 

Kopf, Thorax, die abschüssige Basis von Segment 1 und die Beine 
lebhaft braungelb behaart, Scheitel, Mesonotum und Segment 1 
ziemlich dünn und kurz, Pronotum und Schulterbeulen dicht filzig, 
Brustseiten und Hinterschildchen lang und dicht. Segment 3 und 4 
mit breiten, 2 mit schmaler weißerer Filzbinde am Grunde, 3 und 4 
im übrigen sehr fein und kurz angedrückt schwarz, seitlich außerdem 
auch länger und abstehend gelblich behaart, 5 neben der Furche hell- 
braun behaart. 

Kopf schmaler als der Thorax, hinter den Augen, von oben ge- 
sehen, mäßig und rundlich konvergierend, Gesicht etwa wie bei huccalis 
Per., unten etwas weniger verschmälert. Stirnschildcheri und Kopf- 
schild mäßig glänzend, ersteres und die Basishälfte des letzteren 
ziemlich zerstreut und fein flach punktiert, die Endhälfte des Kopf- 
Schilds fast punktlos, das Gesicht im übrigen fein und dicht punktiert, 
mati;. Mesonotum rings fein und sehr dicht, mitten ki"äftiger punktiert 
•^merklich feiner als Hai. zonulus Sm.), die Zwischenräume aoit kleiner 
-als die Punkte bis ebenso groß, Jiier kleiner bis etwas größer als die 



5. Heft 



310 



P. Blüthgen: 



Punkte, fein lederartig skulptiert, scliwacli glänzend. Schildclien ebeii- 
po. Mittelsegmen . so lang wie das Sclxildchen, das Mittelfeld abschüssig, 
halbmondförmig mit etwas spitz nach hinten ausgezogener Mitte, 
durch eine fein erhabene Linie gegen aie rundlich abschüssigen Seiten- 
felder abgegrenzt, ganz fein ledei artig skulptiert, matt, mit seidigem 
Schimmer (namentlich auf dem Ende), am Grunde mit feinen, undeut- 
lichen, ganz seitlich mit deutlich ausgeprägten Runzeln, hinten glatt. 
Seitenfelder matt seidig, ohne deutliche Skulptur, nur hinten unmittel- 
bar vor dem Rande mit kurzen Rur zelstreifen, hinten scharf gerandet, 
der Rand unterhalb des Niveaus des Mittelfeldes liegend und im Bogen 
in die scharfe Kante des Stutzes übergehend; dieser ziemlich matt, 
seidig schimmernd, netzartig höckerig. Brustseiten fast matt, leder- 
artig und flach punktiert. Hinterleib wie bei zomdus Sm. geformt. 
Segment 3 und 4 hinten leicht eingedrückt, bei 1 und 2 der EndteH 
dadurch deutlich markiert, daß die vordere Grenzlinie etwas vertieft 
erscheint. Segment 1 lebhaft glänzend, 2 etwas weniger, 3 ziemlicli 
matt, 4 matt, 1 und 2 sehr fein quergerieft, mit leichtem Seidenschimmer, 
die folgenden Segmente deutlicher gerieft; der Hinterleib ist keines- 
wegs ,,fere impunctatum" (Vachal): Segment 1 ist auf der Scheibe 
ziemlich dicht mittelmäßig fein punktiert, der Endteil hinter den Beulen 
in geringer Ausdehnung ebenso, im übrigen wie die Beulen punktlos: 
2 bis zum Endteil und auf diesem hinter den Beulen und längs der Basis 
dichter und feiner als Segment 1 punktiert, die Beuler zerstreut und 
gröbei, der Endteil fast punktlos; 3 überall äußerst fein und selir 
aicht flach punktiert, 4 ebenso, noch e ichter. 

BauchsegmenJ:e glänzend, gerieft, auf der Endhälfte ziemlich dicht 
laäftig erhaben punktiert, die Fransen dicht und lang, bräunlichgelb. 

Größe: wie zonulus Sm. $. 

(5 dem $ sehr ähnlich, namentlich das Mittelsegment genau so. 

Schwarz, ein breiter, mitten nach oben spitz ausgezogener Fleck 
auf dem Kopfschildende und die Mitte der Oberkiefer gelb, die Spitze 
der letzteren rot, die Oberlippe dunkel, Fühlergeißel unten gelbbraun. 
Schulterbeulen hinten schmal gelb gesäumt, Vorderschienen vom 
und die vier Endglieder der Tarsen rostgelb, Kniee, ein schmaler Riiii: 
am Grunde der Mittelschienen, ein breiterer am Grunde der Hint er- 
schienen und alle Fersen weißgelb. Kopf so breit wie der Thorax, hinter 
den Augen, von oben gesehen,, fast parallel verlängeit, sonst wie beim 
9, Scheitel etwas höher gewölbt, Kopfschildecken rundlicher; Ko])i- 
schild, von der Seite gesehen, flach, ebenso wie das Stirnschildchcn 
fein und dicht punktiert. Fühler bis etwa zur Schildchenmitte reichend, 
ziemlich dünn. 

Mesonotum wie beim 9; Schildchen ebenfalls, beiderseits der Mitte 
mit größeren und glänzenderen Punkt Zwischenräumen. Mittelsegment 
wie beim $, die Skulptur etwas deutlicher. Stutz glänzender als beim 
$, die netzartige Runzhmg gröber. 

Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax zusammen, elliptisch, 
die Segmente am Ende eingedrückt, 2 und 3 auch am Grunde, 1 auch 
auf dem horizontalen Teil mitten querüber leicht flachgedrückt; die 



Beiträge zur Kenntnis der Bicnengattung Halictus Latr. 



an 



Skulptur wie beim $, Segment 1 auch auf der abschüssigen Basis dicht 
punktiert. Bauchsegment 2, 3 und 4 hinten eingedrückt, abstehend 
behaart und auf dem Ende mit dünner anliegender, über den Endrand 
hinausreichender Bewimperung, 4 und 5 am Ende bogenförmig aus- 
geschnitten, 5 auf dem abgeschrägten Endteil fein anliegend gewimpert, 
die Härchen nach außen gerichtet, 6 mitten mit einem runden Fleck 
gelblicher, seidiger, nach hinten gerichteter Haare, der flach und 
mitten vertieft ist und anscheinend auf einer erhöhten Chitinunterlage 
sitzt. Behaarung bei der Type (einem abgeflogenen Stück) an Kopf und 
j Thorax abgerieben, vermutlich wie beim $; Segment 2, 3 und 4 (an- 
f scheinend auch 5) mit weißer Basisbinde. • — Größe: etwas kleiner als 
das 

; Vachal hat die eigentümliche Auszeichnung des 6. Bauchsegments 

des (J merkwürdigerweise ganz übersehen. 

i 4. Hai. recepticius 

Ein 2 zonulus Sm. mit auseinandergetriebenen Segmenten. Unter- 
schiede kann ich nicht feststellen. J. D. Alfken, der die Type bei 
mir sah, stimmte mir durchaus zu. 

5. Hai. amurensis 

Diese Art ist allerdings interruftus Panz. im allgemeinen ziemlich 
. ähnlich, aber wohl mit quadrinotatulus Schck. näher verwandt. 

Schwarz, die Enden der Rücken- und Bauchsegmente schmal 
gelblich durchscheinend, Fühlergeißel unten rötlichgelbbraun, End- 
tarsen rostrot, Flügel schwach graulich getrübt, Adern und Mal gelb- 
braun. 

Gesicht ungefähr kreisrund, unten schwach konvergierend, im 
1 Profil konvex, Kopfschild sehr schwach vorgezogen, Schläfen dick, 
hinter den Augen (von oben gesehen) wenig konvergierend. Kopf- 
schild glänzend, zerstreut fein und flach punktiert, Stirnschi Idchen 
• ziemlich dicht punktiert, Gesicht sonst sehr dicht, nur längs des unteren 
inneren Augenrandes und auf dem Scheitel zerstreuter punktiert, 
seidig matt. Mesonotum glänzend, aber nicht poliert, rings sehr dicht, 
mitten zerstreut und unregelmäßig fein punktiert, die Schildchen 
sehr dicht. Mittelsegment etwas länger als das Hinter schildchen, 
Mittelfeld halbmondförmig, seidig matt, fein wellig gerunzelt; Seiten- 
felder abschüssig, glatt, sehr fein skulptiert, schwach und seidig 
glänzend; Stutz ebenso, mit etwas stärkerem Glanz, nur seitlich unten 
scharf gerandet. Brustseiten schwach glänzend, mit Seidenschimmer, 
undeutlich flach punktiert. 

Die Segmente hinten flach abgeflacht, 1 keineswegs ,,impunctatum" 
(Vachal), sondern auf dem Endteil beiderseits bis fast zur Mitte äußerst 
fein ziemlich dicht punktiert, auf der Scheibe mit schlecht erkennbaren 
flachen, zerstreuten Pünktchen; 2 ganz schwach gerieft, bis fast an den 
Endteil äußerst fein, und zwar am Grunde dicht, nach hinten zu zer- 
streuter punktiert, öuf dem Endteil seitlich mit äußerst feinen 



5. Heft 



P. Blüthgen: 



Punkt clien; auf 3 ist die Riefuiig deutlicher, die Pimktierung wie auf 2, ■ 
aber noch schwerer erkeniibar ; die Segmente glänzend, namen.tlich das 1. 

Kopf, Thorax und Basis des ] . Segments spärlich und kurz gelblich 
behaart, Segment 2, o und 4. am Grunde beiderseits mit kleinen weißen 
Filzflecken, 3 und 4 außerdem dünn, 5 reichlich imd lang graugelblich - 
behaart. Die Beine glänzend schmiit ziggelb behaait. 

Größe: wie interruptus Panz $. 

f). ,,Hal. Dinütrijcwi Mor. 5" sec. Vachal 

ist nichts anderes als quadrinotatulns Schck. Allerdings ist bei den mir 
vorliegenden Stücken das Rostgelb der Hintertarsen, z. T. auch der 
übrigen Tarser, verdunkelt und nur bei Durchsicht erkennbar — im 
übrigen sind es völlig normale quadrinotatuhts, 

7. Hai. sexuotatiilus Nyl. S «ec. Vachal 

ist richtig bestimmt. Vachal scheint die Morawitzsche Beschreibung 
des (Horae III, p. 71) nicht gekannt zu haben. 

8. Hai. pistorius 

Das $ scheint mir von alhitarsis Mor. 5 nicht verschieden. Von 
diesem stecken 2 2$ (von Ashabad) in der Sammlung, die durchaus der 
Beschreibung entsprechen. Bei der Type ist der Kopf mit Ausnahme 
des Kopfschilds mit Nektar beschmiert, der Hinterleib ist auseinander- 
gezogen und die Segmentenden durch Ausschwitzungen verklebt und 
verdunkelt; man kann ihre normale Fäibung aber an dem imige- 
schlagenen Seitenteil des ]. Segments deutlich erkennen. Die Form 
des Gesichts, die Bildung des Mittelfelds, die Pimktieiung von Kopf- 
schild, Mesonotum und Hinterleib und die Befilzung des letzteren 
gleicht der jener zwei 5$. Allerdings ist eine Abweichung vorhanden: 
Das 1. und 2. Segment sind am Ende schwach niedergediückl:. aie 
Punktieruno daselbst deutlicher und dichter als bei alhitarsis. Letzterer 
Unterschied mag aber ein scheinbarer sein, weil m?.n die Skulptur auf 
dunklem Grunde stets besser erkenj»!: als auf gelblich-durchsichtigem. 
Die Abweichung in der Bildung der Segment enden ist wesentlicher; 
ein abschließendes Urteil darüber, ob sie konstant ist und die Auf- 
stellung einer besonderen Art rechtfeitigt, ist jedoch erst möglich, 
wenn mehr Material vorliegt. 

Die Type des (J (,,caput deeso") stimmt \öllig mit zwei gleichfalls 
von Ashabad stammenden (JcJ (davon 1 ebenfalls ohne, 1 mit Kopf) der 
Sammlung über ein. Auf dieses (J paßt die Beschreibung des von 
alhitarsis durchaus, nur sind die letzten Segmente nicht auf der ganzen 
Oberfläche, sondern nur am Grunde befilzt (nicht etwa im übrigen 
abgerieben!). Trotzdem halte ich sie für alhitarsis, zumal sie auch in 
der Punktierung des Mesonotums und der Form und Skulptur des 
Mittelfelds den beiden von Ashabad gleichen. 

Dasselbe ^ ist von Strand (Arch. f. Naturgesch. 1909 Bd. I 
Hft. 1, p. 57) als termesensis nov. spec. beschrieben. 

Übrigens steht auf dem Fundoitszettel des $ „Gedren". 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 313 



9. Hai. radoszkovskii (Fig. IIa ^J, Uh ?) 

Beim $ sind allerdings Kopf, Brustseiten und Mittelsegment 
schwarz, das Mesonotum dagegen schwarz mit ausgesprochenem dunkel- 
grünen (nicht metallischen) Schein. Brust und Kopfunterseite sind 
rot, die Beine völlig rostgelb (die Schenkel mehr rostrot). 

Das (abgeriebene und deshalb sichtbare) Mesonotum ist keines- 
wegs ,, poliert" oder glänzend" (Vachal), sondern zeigt nur schwachen, 
seidigen Glanz und ist sehr fein und sehr dicht punktiert (die Zwischen- 
räume etwas größer als die Punkte). Mittelfeld ganz kurz halbmond- 
förmig, gekörnelt, matt. Hinterleib glänzend, äußerst fein punktiert 
die Zwischenräume mehrfach größer als die Punkte, die Segmentenden 
nicht eingedrückt, Segment 1 und 2 gelbrot, die folgenden und der Bauch 
rotbraun. Die Befilzung der Oberseite ist schmutziggelb, die Bürste 
silberweiß, sehr dicht und gleichmäßig. 

Das (J ist dem von nasica Mor. , von dem ich ein vom Autor stammen- 
des Stück der Fries eschen Sammlung sah, außerordentlich ähnlich. 
Es unterscheidet sich von diesem (Fig. 14b) nur dadurch, daß der Kopf- 
schild etwas breiter, die Schenkel mehr oder weniger ausgedehnt rot- 
braun (bei nasica rostgelb). Schienen und Tarsen rötlich schwefel- 
gelb (bei nasica weißlichgelb) und die Mittel- und Hint erschienen braun 
gefleckt sind. 

Im Wiener Museum steckt ein genau ebensolches (J aus dem Araxes- 
tal und ebendaher ein $, das der Type von radoszkovskii gleicht, dessen 
Mesonotum jedoch, soweit es durch die wohl erhaltene sehr dichte 
angedrückte schmutziggelbe Beh?.arung zu sehen ist, rein schwarz ohne 
grünen Schimmer ist; die Mittelbrust ist schwärzlich. Die Bedeutung 
der erstgenannten Differenz läßt sich nur an Hand zahlreichen Materials 
entscheiden. 

Zwei nahe verwandte $$ seien nachstehend beschrieben: 

a) Ilal. indefinitus nov. spec. $ (Fig. 13) 
Körperfarbe: Kopf und Thorax lackschwarz, Vorderrand des 
Kopfschildes und die Oberlippe rostrot, Oberkiefer rostgelb mit brauner 
Spitze, Fühler hell rostrot, Schaft ur.d Geißel oben gebräunt. Hinter- 
leib gelbrot. Beine bleichgelb, die Vorderschienen vorn mehr rötlich- 
gelb, die Hint erschienen braun geflecld, die Hüften und Schenkeliinge 
rostrot. Flügel milchig- wasserhell, Adern und Mal bleichgelb. 

Gestalt gedrungen. Kopf dick, mit dicken Schläfen; Gesicht fast 
kreisrund, Kopf schuld wenig vorgezogen, dieser am Grunde dicht 
und fein, im übrigen zerstreuter und gröber punktiert; Stirnschildchen 
glänzend, dicht fein punktiert; das übrige Gesicht sehr dicht fein 
punktiert. 

Mesonotum auf der Scheibe glänzend, sehr dicht fein punktiert, 
rings matt, ganz dicht punktiert. Mittelfeld linienschmal, gekörnelt. 
Mesopleuren matt, dicht runzlig punktiert. Hinterleib ungefähr so 
lang wie Kopf und Thorax zusammen, breit elliptisch, gewölbt, die 
Segmente am Ende nicht flacher, glänzend, sehr fein und dicht punktiert. 
Bauchsegmente wie üblich, die haartragenden Punkte fein und spärlich 

5 Heft 



314 



P. Blüthgen: 



ScheHel, Mesonotiim, die .Schildchen und die Oberseite des Hinter- 
leibs schniutziijgelb, Schläfen. Brustseiten, Stutz mehr weißlich be- 
filzt, diese außerdem weiß behaait, auf dem ^lesonotuni schimmert 
die Skulptur undeutlich durch, Kopfschild und Mittelfeld sind kahl. 
Segment 5 und 6 sind außerdem spärlich abstehend abehart. Fransen 
der Bauchsegmente spärlich. Hinterschienen locker und ziemlich 
lang silberweiß behaart. — Größe: 6 mm, 

1 $ aus Turkmenien (Tachtabazar) im Wiener Museum (A. Walt her 

//. radoszkovskii ? unterscheidet sich von diesem 5 in folgenden 
Punkten: Das Gesicht ist etwas breiter, der Hinterleib länglicher, 
nur die ersten Segmente rostrot, die Brust mehr oder weniger rot, 
die haartragenden Punkte der Bauchsegmente zahlreich und dicht- 
stehend, die Endsegmente reichlicher und länger weißlich behaart, 
die Fransen der Bauchsegmente dicht und auf Segment 2 lang, die 
Hirterschienen dicht und anliegend behaart; etwas größer. 

b) Hai. traiiscaspiciis nov. spec. $ 

Körperfarbe gelbrot (wie nasica Mor. 2), das Mesonotum rötlich- 
schwarz, die Schulterbeulen gelb, die Segment enden strohgelb durch- 
scheinend; Oberkiefer rostgelb mit roter Endhälfte, Fühler rostgelb, 
die Geißel oben braunrot; Beine rostgelb; Flügel schwach milchig, 
Adern und Mal hellgelb. 

Kopfform wie bei indefinitus, die Schläfen aber weniger dick; 
Kopfschild glänzend, sehr fein und zerstreut punktiert. Mesonotum 
sehr dicht äußerst fein punktiert (die Zwischenräume mehrfach größer 
als die Punkte), seidig schimmernd. Mittelsegment gedrängt sehr fein 
punktiert, Mittelfeld nicht erkennbar. 

Hinterleib länglichoval, die Segmente am Ende schwach nieder- 
gedrückt, glänzend, äußerst fein sehr dicht punktieit. Bauch mit 
spärlicher und sehr feiner haartragender Punktierung, die abstehende 
Behaarung ziemlich dicht, aber sehr kurz. Beinbehaarung normal 
(nicht struppig). 

Die ganze Oberseite (einschließlich des Mittelfeldes) weißlich befilzt. 
Größe: 7 mm. 

1 9 von Saraks (Transkaspien) in der Radoszkovki sehen 
Sammlung. 

Sehr ähnlich nasica Mor. 2 (Fig. 14a). aber mit normaler Kopf- 
schildbildung. Der ebenfalls ähnliche rujus Friese (Deutsch. Ent. Zeit- 
schr. 1916. p. 34 $) hat dunklen Kopf, unten breiteres, weiter gerundetes 
Gesicht (Fig. 12), kräftiger (wenn auch noch fein) punktiertes Meso- 
notum (die Zwischenräume kleiner als die Punkte) usw. 

10. Hai. atlritiis 

Schwarz, die Segmentenden ziemlich breit rötlich durchscheinend, 
Fühlergeißel unten rotbraun, Beine rotbraun. Tarsen rostiot, Flügel 
graulich getrübt, Adern und Mal dunkel gelbbraun. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



315 



Kopf und Thorax dünn und kurz gelblichgreis behaart, Hinter- 
leib fast kahl, nur die Endsegmente dünn greis abstehend behaart. 

Figur schmal, länglich. Kopfform etwa wie bei dypearis Schck., 
aber die Schläfen (von oben gesehen) hinter den Augen schräg verengt, 
der Kopfschild etwas breiter und mehr vorgezogen; dieser glänzend, 
kräftig, aber flach und schräg eingestochen punktiert, einzeb,e Punlde 
zu flachen Furchen ausgezogen; Stirnschildchen glänzend, zerstreut 
fein punlctiert. 

Mesonotum vorn mitten oberhalb des Pronotums etwas bucklig, 
hier mit schwacher Mittel furche und eingeritzter Mittellinie, sehr schw^ach 
glänzend, aber ohne deutliche Mikroskulptur, mit öligem Schein, 
fein (rings sehr fein) und flach ziemlich dicht sehr undeutlich punktiert. 
Schildchen glänzender, sehr zerstreut punktiert. Mittelsegment so 
lang wie das Schildchen, Mittelfeld rurdlich trapezförmig, etwas konkav, 
völlig matt, lederartig gekörnelt, nur ganz seitlich mit einigen sehr 
feinen RunzeLtreifen, am Ende mitten leicht eingedrücld ; Seitenfelder 
abschüssig, matt, etwas feiner skulptiert; Stutz nur seitlich unten ge- 
randet, fast matt (weniger als das Mittelfeld), ohne hervortretende 
Skulptur, oben mitten unterhalb des Mittelfelds mit etwas glänzendem 
Dreieck. 

Brustseiten seidig matt, lederartig, mit zerstreuten flachen Punkten. 

Hinterleib schmal länglich, die Segmente am Ende nicht einge- 
drückt:, das 1. poliert, punktlos. lebhaft glänzena, das 2. und 3. sehr fein 
gerieft, glänzend, mit schwach seidigem Schimmer, auf der Basis- 
hälfte mikroskopisch fein ziemlich dicht punktiert, der Endteil punktlos, 
die folgenden Segmente ähnlich. Bauch ohne besondere Merkmale. 

Größe: 7 mm. 

Ich stelle dieses 9 der Bildung des Mittelfeldes und der Art der 
Punktierung wegen in die Gruppe minutus K. (Zur Gruppe chffearis 
Sei ck. rechne ich nur diejenigen Arten, welche langen Kopf mit deutlich 
punktiertem Mesonotum, kurzem Mittelsegmeni (nur so lang wie aas 
Hinterschildchen) und bis zum Ende dicht punktiertem 2. Segment 
verbinden.) Fundort: Kara-Gary ^Fergana). 

11. Hai. Morawitzi ' 

Ein frisches und gut erhaltenes Stück. Habitut vor foUinosus 
Sich, (canniventris. Mor.) 9, Gesichtsform jedoch etwas abweichend 
(Scheitel rund, Kopfschild kürzer), Färbung trüb olivgrün, nirgend,^ 
metallisch, die vier letzten Tarsenglieder rostgelb. Flügel gelblich 
wasserhell, Adern bräunlichgelb, Mal honiggelb. Hinterleib matt, 
sehr fein und sehr dicht punktiert (auch das 1. Segment), die Segment- 
enden niedergedrückt. Kopf und Thorax dicht und kurz graugelblich 
behaart, die Haare auf dem Mesonotum teilweise mehr oder weniger 
angedrückt; Schläfen weißlich filzig behaart, außerdem mit längeren 
abstehenden weißlichen Hparen besetzt. Segment 1 bis 4 mit schmutzig- 
weißen, die Depression bedeckenden Binden, 2 auch am Grunde mit 
einer schmalen Binde, 1 auf der abschüssigen Basis und der AYölbung 
dicht angedrückt seidig behaart, sodaß vor der Depression nur ein 



5. Heft 



316 



P. Bl ü tilgen: 



Chitinstreifen von ihrer doppelten Breite frei bleibt, die Basisbehaarung 
hinten nicht scharf abgesetzt, sondern allmiililich in die feine, kurze, 
seidige gelbliche Behaarung des Chitinstreifens verlaufend; auch die 
übrigen Segmente mit solcher kurzen Behaarung, die zwar sehr dicht 
ist, aber den Grund nicht verdeckt; Segment 3 und 4 außerdem mit 
einzelnen, längeren, abstehenden Haarer; 5 neben der breiten, rost- 
gelben Furche weißlich behaart. Behaarung der Beine gelblichweiß. 

12. Hai. cupidiis 

Dem einen ^ fehlt der Hinterleib. Beide Tiere sind offensichtlich 
total abgerieben, das Mesonotum völlig kehl, das unbeschädigte Stück 
auch sonst so. nur an den Schläfen und Brust seit en spärliche Reste 
einer filzigen Behaarung vorhanden. Nach der Bewehrung des 4. und 
der Bildung des 6. Bauchsegments gehört aieses q in die Gruppe des 
vestitus Lep., wird also wohl frisch ähnlich behdart sein, wie das (J 
dieser Art. 

Körperfarbe glänzend metallischgrün, der Endteil der Segmente 
rot gelb durchscheinend, Bauch rotbraun. Kopf schildrand. Oberlippe, 
die ]\Iitte der Oberkiefer und die Schulterbeulen gelb. Fühler unten 
braungelb, Schenkel rotbraun mit grünem Metallglanz, Kniee. Schienen 
und Tarsen gelb, die Mittel- und Hinterschienen ausgedehnt braun 
gestreift. Flügel schwach milchig, Adern und Mal hellgelb. 

Mesonotum und Schildchen sehr fein und dicht punktiert, die 
Zwischenräume etwas größer als die Punlrte; Mittelsegment so lang 
wie das Hinter schildchen, Mittelfeld ganz fein gerunzelt, Seitenfelder 
und Stutz dicht fein punlctiert, schwach glänzend. Hinterleib mit 
breit und kräftig niedergedrückten Segmentenden, Segment 2, 3 und 4 
auch nach dem Grunde zu eingedrückt, die Segmente sehr dicht äußerst 
fein, auf dem Endteil mikroskopisch fein punktieit. Die Bauchsegmente 
glänzend, sehr fein punktiert, ^m Grunde etwas eingedrückt, auf dem 
Ende beiderseits schwach ebenso, 3 unmittelbar vor dem Ende mitten 
mit kleinem runden Grübchen (zufällige Bildung?), 4 mit kurzem, 
flachen, wie breitgedrückten ,,Dorn", 5 mitten bogenförmig aus- 
geschnitten. 6 mitten längs mit glänzender flacher Mulde, beiderseits 
mit einer flachen Beule, am Ende niedergedrückt. Gesicht kaum 
länger als breit, Kopfschild mäßig vorgezogen, nach vorn sehr ver- 
schmälert. Fühler ungefähr bis zur Mitte des Schildchens reichend. 

Läffge: knapp 6 mm. 

Völlig klargestellt kann dieses (J erst werden, wenn frische Stücke 
vorliegen. Ich glaube, daß es sich dann als vestitus erweisen wiid. 

13. Hai. cxtorris 

Vachal sagt von diesem ^J: ,,Differe surtout de H. vestitus Lep. 
par l'absence de callositees et de sillon au 6. segment ventral." DavS 
ist aber völlig unzutreffend, denn die Type (als solche durch das Merk- 
mal ,, Caput deest" und den Fundortszettel ..Egypte" sichergestellt) 
zeigt am (). Baiichsegment durchau> deutlich eine ähnliche Bildung wie 
vestitus 3. Allel dings kann man das bei flüchtiger Betrachtung über- 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



317 



sehen, da der Hinterleib der Type eingela-ünamt und das 6. Bauch- 
segment etwas eingezogen ist, wodurch die Untersuchung erschwert 
wird. 

Dieses (J ibt identisch mit Pici Perez (J. 

14. Hai. pinguis 

Da diese Art laut Fundortszettel vonMussori (Nordindien) stammt, 
also nicht zum paläarktischen Faunengebiet gehört, übergehe ich sie. 

b) Die Radoszkovskischen Typen. 
]. Hai. caucasicus (Horae soc. ent. Ross. V," 1868, p. 77 $). 

Kopf einschl. Kopfschild, Mesonotum, Schildchen, Hinterschildchen 
und Brust Seiten intensiv metallisch smaragdgrün, aber wenig glänzend 
seidig schimmernd, stellenweise' mit leichtem goldigen Schein, aer 
Kopf (besonders der Kopfschild), die Brustseiten bei gewissem Licht 
metallisch blau schimmernd, das Mittelsegment metallisch grünblau. 
Hinterleib rotbraun mit blaugrünem Metallglanz, Bauch rootrot. 
Beine rotbraur, Tarsen in Durchsicht braungelb. Fühlergeißel unten 
braungelb. Flügel graulich getrübt, Adern und Mal gelbbraun. j 

Kopf so breit wie der Thorax, Gesicht ungefähr \\ie bei nitidius- 
culus K. geformt, matt, nur oben glänzend, mikroskopisch fein runzlig 
punlrtieit. Mesonotum außerordentlich fein und gedrängt punktiert, 
namentlich seitlich, dazwischen mit mikroskopischer Runzlung. 
Schildchen ebenso. Mittelfeld so lang wie das Hinterschildchen, trapez- 
förmig, am Grimde äußerst fein gerunzelt, im übrigen fein gekörnelt; 
Stutz seidig matt, nur seitlich bis zu etwa ^j^ seine. Höhe scharf gerandet. 

Segment 3 und 4 dicht sehr fein gerunzelt, schwach glänzend, 
2 weniger so, glänzender, 1 hinten flachgedrückt, poliert, punktlos. 

Kopf und Thorax dünn und kurz graugelb behaart. Die Segmente 
ohne weiße Flecken am Grunde, vom 3. ab dicht fein staubartig 
gelbgrau behaart, auf dem Endteil deutlicher, wimperartig, die End- 
segmente seitlich reichlich graugelblich gefranst, die Behaarung der 
Beine von derselben Faibe. — Größe: etwa 5 mm. 

Dieses $ wirkt durch die Färbung von Kopf und Thorax so fremd- 
artig unter den paläarktischen Arten, daß ich der Überzeugung bii , 
es ist irgendwie eine Verwechslung vorgekommen und das Tier stammt 
nicht aus dem KeAikasus. sondern aus einem andern Faunengebiet. 
Radoszkovskis Sammeltätigkeit beschränkte sich ja nicht auf die 
Paläarkten; so stecken eine Anzal l indischer, amerikanischer und an- 
geblich australischer Halictus- Alien unter dem mir vorliegenden 
Slaterial. 

2. Hai. Dybowskii (Horae XII, 1876, p. 110?). 

Schwarz «die bei einigea der mir vorliegenden Stücke am Ende 
allmählich ins braunrote übergehende Fäibung der Segmente ist offen- 
bar durch das Alter der Stücke post mcitem entstanden), Fühlergeißel 
unten rötlich gelbbraun, Sporen blaßgelb, Tarsenendglieder rotbraun, 

S.Beft 



318 



P. Blüthgen: 



Flügel mäßig intersiv gebräunt, Adern braun, Mal gelbbraun. 

Behaarung schmutziggelb, auf Schläfen und Unterseite blasser, 
auf Kopf und Thorax dünn und kurz, die Schulterbeulen hinten dicht 
befilzt; Hinterleib fast kahl, Segment 1 am Grunde ziemlich dünn 
abstehend behaart, 2 am Grunde beiderseits mit kleinem weißen Filz- 
flecken, 3 mit schmaler, mitten verdeckter Binde, die letzten Segmente 
mit dünner staubartiger Behaarung, die auf dem Endteil von 4 dichter 
und länger wird, 5 reichlich braungelb behaart, an den Seiten ab- 
stehend gefranst; die Zilienreihe längs des Vorderrandes des Endteils 
der Segmente kurz und spärlich; Bauchbehaarung dicht und lang. 
Kopfschild am Vorderrand reicllich rostgelb beborstet. Beine dicht 
glänzend gelblich bei aart. 

Kopf breiter als der Thorax, hinter den Augei (von oben gesehen) 
erst parallelseitig, dann weit gerundet, Schläfen sehr dick (im Profil 
ecw^a lYgii^^l <iicK wie der Querdurchmesser der Augen), gerundet, 
Gesicht merklich breiter als hoch, im Profil konvex, die Augen klein, 
ihr oberer Abstand kleiner als der untere, die inneren Augenränder 
in der unteren Hälfte parallel, oben nach inner gebogen, der äußere 
Augenumriß mäßig gebogen, Scheitel breit, flach gewölbt, Kopfschild 
sehr wenig über die Einlenkimg der Oberkiefer vorgezogen, über doppelt 
so breit wie hoch, flach, der Vorderrand gerade abgeschnitten, nur seit- 
lich etwas vorgezogen; Oberkiefer sehr lang (172^^^! lang wie die 
Augen), sichelförmig gebogen, nach dem Ende zu verbreitert, mit 
langem spitzen Endzahn und zwei rundlichen Innenzähnen, auf der 
Basishälfte außen flach, etwas eingedrückt, ein längliches glattes 
Dreieck bildend. 

Kopf zerstreut punktiert, zwischen Fühlern und Nebenauger 
dichter, die Punktierung auf Kopfschild und Stirnschildchen flach, 
sonst scharf eingestochen; zwischen den Fühlern ein scharfer Kiel; 
sonstige Skulptur fehlend (auch die Schläfen nicht gerieft); Schläfen 
lebhaft, der übrige Kopf ziemlich mäßig glänzend. 

Mesonotum vorn mitten längs eingedrückt, glänzend, auf der 
Scheibe hinten zerstreut, sonst dicht punktiert, die Punkte fein. 
Schildchen flach, rings sehr dicht, mitten zerstreut fein punktiert, 
glänzend. Brustseiten seidig matt, grob flach runzlig punlctiert. Mittel- 
segment so lang wie das Schildchen, Mittelfeld breit halbmond- 
förmig, hinten mitten eingedrückt und etwas in den Stutz hinab- 
reichend, matt, dicht fein wellig längsgerunzelt, am Ende quergerunzelt; 
Seiteafelder abschüssig, wie der Stutz seidig matt, fein flach gerunzelt. 
Stutz nur unten seitlich bis etwas über die Hälfte dei Höhe scharf 
gerandet. 

Hinterleib etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, breit 
oval, gewölbt, glänzend, die Segmente hinten flach eingedrückt, 
Segment 2 auch am Grunde etwas, 1 und 2 auf dem Endteil sehi fein 
und dicht punktiert, vor dem Endrand mitten mehr oder weniger 
ausgedehnt punktlos, 2 am Grunde seitlich dicht, vor den Beulen weit- 
läufiger fein punktiert, 1 und 2 sonst punktlos, 3 ebenso punktiert, 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictns Latr. 



319 



aber auf dem Vorderteil ausgedehnter, wenn auch flach und undeutlich, 
4 überall zerstreut punldiert. — Größe: durchschnittlich etwa 11 mm. 

Eine auffällige Art, deren massiger Kopf viel Ähnlichkeit mit 
Fertoni Vach. (J hat, von vorn gesehen aber noch mehr mit Sphecodes 
suhquadratus Sm $, nm* daß bei diesem die Schläfen viel weniger ent- 
wickelt sind. Radoszkovski nennt unrichtig den Thorax ,,nu", 
diesen und das Schildcher ,,fortement ponctues" und vergißt (worauf 
schon Vachal a. a. 0. hinweist), die Basisflecken des 2. und 3. Seg- 
ments zu erwähnen. 

3. Hai. aenescens ? 1893 [= tectus Rad. $ 1876) 

In Horae soc. ent. Ross. XXVII, 1893, p. 57 beschreibt Radosz- 
kovski einen Nomioides aenescens (?) von Transkaspien. Nach der 
Beschreibung kann es schon nicht zweifelhaft sein, daß es sich nicht 
um einen Nomioides handeln kann, sondern um einen Halictus aus der 
vcstitus-Gru^-pe. In der Tat erweist sich die in das Berliner Museum 
gelangte Type, wie schon Strand (Arch. f. Naturgesch. 1909 Bd. I 
Heft 1, p. 13 bei Hai. Pici Per.) beiläufig andeutet, als ein echter 
Halictus. Drei völlig gleiche (von Ashabad) fand ich in der Ra- 
doszkovkischen Sammlung. Das Tier sieht so aus: 

Kopf und Thorax metallisch grün, Oberkiefer z. T. rostrot, Kopf- 
schild metallisch bunt (stahlblau, rot und grün wechselnd), Fühler 
rotbraun, Geißel unten gelbbraun, Schulterbeulen gelb, Hinterleib 
rostrot, die Endsegmente verdunkelt, bei einem Stück Segment 1 
mit grünem Metallschimmer, die Depressionen horngelb dm'ch- 
scheinend, Beine rostgelb. Hinterschienen und -fersen braun gefleckt, 
Flügel schwach milchig, Adern und Mal hellgelb. 

Scheitel hinten, Mesonotum, Schildchen, Hinterschildchen und die 
Oberseite des Hinterleibs dicht schmutziggelb befilzt, die Skulptur 
völlig verdeckt, die Depressionen infolge ihrer durchsichtig gelben 
Farbe auch in der Behaarung als hellere Binden erscheinend, Scheitel 
im übrigen dicht abstehend schmutziggelb behaart, Gesicht blasser, 
Schläfen, Brustseiten und Stutz weißlich befilzt, die Endsegmente auch 
mit längeren, abstehenden Haaren, Kopfschild fast, Mittelfeld völlig 
kahl, Beine weißlich behaart. 

Kopf so breit wie der Thorax, von oben gesehen, hinter den Augen 
stark rund verengt, trotzdem ziemlich dick, Hinterhaupt stark bogig 
ausgeschnitteo. Gericht quer oval, Kopfschild wenig vorgezogen, 
nach unten stark verschmälert, beiderseits schwach gezähnt. Stirn- 
sclildchen und Kopfschild glänzend, zerstreut fein punktiert, Gesicht 
sonst matt, äußerst fein und dicht punktiert, Schläfen glänzend, mit 
weniger dichter Punktierung. Mesonotum sehr fein und dicht punktiert, 
die Zwischenräume glänzend (die Skulptur mir bei abgeriebenen Stücken 
sichtbar). Mittelfeld ganz schmal, matt, dicht gekörnelt. 

Hinterleib länghch, die Segment enden flach eingedrückt. 

(Wenn v. Radoszkovski die Farbe des Hinterleibs der Type 
anders beschreibt, so liegt das daran, daß bei dieser die Befilzung des 

5 Heft 



320 



P. Blüthgen: 



Hinterleibs teilweise verklebt ist und dadurch letzt erei an diesen Stellen 
schwarz erscheint.) — Größe: etwa 6 mm. 

Dieses P ist zweifellos ioentisch mit dem kaukasischer tectus Rad. 
(Horae XII, I87(), p. 87). Die Type des letzteren ($ und ^) steckt 
ebenfalls im Berliner Museum, Unterschiede .«^ehe ich nicht. 

H.Pici Per. ist sehr ährlich, er unterscheidet sich namentlich 
durch braune Schenkel und die viel dünnere Behaarung des Meso- 
notums, welche die Skulptur kaum verdeckt. Ii. tectus erhielt ich durch 
Dr. J. Dusmet (Madrid) aus verschiedenen Gegenden Spaniens, 
auch das (J. Dieses ist vestitushe,^. ^ außerordentlich ähnlich, hat aber 
etwas längeren Kopfschild und ganz rost gelbe Beine. 

4. Hai. pallidus (Sahlhenji Friese) $ ^ 

Die von v. Radoszkovski in seiner „Faune Hym. Trans- 
caspienne" (Horae Soc ent. Ross. XXII. 1888, p. 341) beschriebene 
Nowioides 'pallida ($, Fundort Askhabad) ist, wie Vacha 1 bereits 
festgestellt hat (Rev. Russe d'Ent. IL 1902, p. 231) und die im Berliner 
Zool. Museum befindliche Type bestätigt, in Wahrheit ein Halicfus. 
Friese hat die Art erneut unter dem Namen Sahlherri beschrieben 
(Deutsch. Ent. Zeitschr. 1916, p. 31). Ich besitze von ihr 1 5 und das 
noch unbeschriebene (beide von Bodemeyer am Syr-Darja ge- 
sammelt), die ich der Güte des Herrn Dr. Enslin in Fürth verapnke. 
Der ausgezeichnete Erhaltungszustand dieses $ ermöglicht es mir, 
die Beschreibungen von Radoszkovski und Friese in einigen 
wesentlichen Punkten zu ergänzen. Außerdem gebe ich die Be- 
schreibung des (J. 

Diese Art ist die auffälligste von allen mir bisher bekannt ge- 
wordenen, namentlich durch die stellenweise durchsichtige blaß bräun- 
lichgelbe bis gelblich fleischfarbige Farbe des Chitins, die das Tier 
insow^eit einer aus dem Kokon genommenen Ameisenpuppe ähnlich 
erscheinen läßt. 

$. Der Kopf ist nur oberhalb der Fühler, auf dem Scheitel und im 
oberer Teil der Schläfen schwarz, die Gesichtsseiten zwischen den Augen 
und Stirnschildchen und Kopfschild rost gelb, letztere beiden elfenbeir- 
gelblich. Die Fühler sind oberhalb der Gesichtsmitte eingelenkt, der 
Schaft auffällig lang (bis zur Scheitelhöhe reichend). Das Mesonotum 
ist außerordentlich fein (namentlich seitlich) und sehr dicht punktiert, 
die ^Zwischenräume auf der Scheibe so groß wie die Punkte oder etwas 
größer und an sich glänzend, trotzdem erscheint die Fläche infolge der 
Dichtheit der Punktierung und der feinen, dichten, seidigen Behaarung 
fast matt. Letztere besteht aus ganz kurzen anliegenden Härchen; 
im Profil gesehen erscheint aas Mesonotum kahl. Das Schildchen i. t 
nicht, das Hinterschildchen spärlich abstehend behaart. Die Brust- 
seiten und Schläfen sind selr fein weiß befilzt. Das Mittelse^^ment 
ist so lang wie das Schildchen, rundlich trapezförmig, mikroskopisch 
fein runzlig punktiert, völlig matt, nur am Ubergang des Mittelfeldes 
zum Stutz mitten leicht seidig glänzend. Der Stutz ist nur seitlich bis 
zur Hälfte der Höhe scharf gerandet, ebenso wie das Mittelsegment 



Beiträge zur Kenntnis der ßienengattung Halictus Latr. 321 



skulpiert, matt, mit schwachem Seidenschimmer. Mittelfeld und Seilen- 
felder sind nicht von einander abgegrenzt und bilden eine einheitliche 
Fläche. Der Hinterleib ist etwas länger als Kopf und Thorax zusammen, 
länglich elliptisch, flach, die Segmente am Ende kaum etwas flacher, 
sehr fein und dicht, das 2. und die folgenden am Grunde mikroskopisch 
fein und ganz dicht punktiert, die Zwischenräume mikroskopisch fein 
skulpiert, die Segmente deshalb mäßig glänzend, mit seidigem Schimmer. 
Der Endteil der Segmente vom 2. ab ist breit weißlich durchscheinend, 
die braunen Binden der ersten drei Segmente stehen unmittelbar vor 
ihm, die erste ist sehr schmal, die zweite breiter, die dritte ist von 
Breite des Endteils und erstreckt: sich auf aie Beulen, alle reichen bis 
zum Seitenrand der Segmente; Segment 4 und 5 ist mit Ausnahme 
des EndteUs schwarzbraun. 

Die Ausdehnung der braunen Zeichnung schwankt jedoch offenbar : 
bei einem $ der v. Eadoszkovskischen Sammlung sind die Binden 
der ersten drei Segm.ente sehr schmal und ziemlich blaß, das 4. Segment 
trägt ebenfalls nur eine solche Binde, welche den Seitenrand nicht 
erreicht, das 5. ist mit Ausnahme des Endteils braun, aber auch ziemlich 
blaß; dagegen weisen bei diesem Stück die umgeschlagenen Seiten 
des 3. und 4. Segments am Grunde (direkt hinter dem Endrand des 
vorhergehenden Segments) einen runden schwarzbraunen Flecken auf 
(ähnlich gewissen kleinen Sphecodes- Alien, z. E. varieciatus Hag.). 

Die Segmente 2, 3 und 4 haben am Grunde eine schmale weiße 
Filzbinde, sonst sind sie mit Ausnahme einer seidigen, hauchartigen 
weißlichen Behaarung an den Seiten kahl, 4 ist seitlich und auf dem 
Endteil, 5 überall (mit Ausnahme der Furche) ziemlich anliegend 
locker silberweiß behaart. 

(J. Das (J ist etwas kleiner als das $, diesem sehr ähnlich, nament- 
lich auch seiner kurzen, nur bis zum Schildchen reichenden Fühler 
wegen. 

Der Kopf ist auffälligerweise etwas rundlicher als beim 5, der Kopf- 
schild im Verhältnis eher kürzer, der obere Augenabstand etwas schmaler 
als der untere. Das Mesonotum ist etwas glänzender, ebenso der Hinter- 
leib. Dieser ist knapp so lang wie Kopf und Thorax zusammien, ziemlich 
gewölbt, elliptisch, ohne weiße Basisbinden, die braunen Querbinden 
auf Segment 1 bis 3 breiter. Der Bauch ist ziemlich lang, aber spärlich 
weiß gefranst. 

Im übrigen gleicht das $ dem $. 

c) Neue paläarktische H alictus- Alten aus der 
Eadoszkovskischen Sammlung. 

1. Hai. Stachii nov. spec. $ 

Schwarz, die Segmentendei ganz schmal gelblich durchscheinend, 
auch die Bauchsegmente, Fühlergeißel unten dunkelbraun, alle Tarsen 
die Mittelschienen am Ende und die Hinterschienen rostgelb, die Vorder - 
tarsen verdunkelt. Flügel gelblich getrübt, Adern und Mal 
bräunlichgelb. 

Archiv fdr Natnrgeschiclite. 

1923. A. 5. 21 5. Heft 



3-22 



P. ßlüthgen: 



Kopf so breit wie der Thorax, Schläfen (von oben gesehen) hinter 
der Augen konvergierend, von der Seite gesehen mäßig dick. Gesicht 
ähnlich dem von scxnotatulm Nyl., etwas breiter, Stirnschildchen 
und Kopfschild glänzend, zerstreut kräftig punktiert, letzterer am 
Grunde beiderseits dichter, Kopfschild mit zahnartig vorspringendem 
Seitenteil; Gesicht sonst fein lederartig und ziemlich fein dicht punktiert, 
oben und auf dem Scheitel weitläufiger, hier seidig matt. 

Mesonotum fein lederartig gerunzelt, mittelfein punktiert (et\Nas 
schwächer als bei sexcinctus F., stärker als bei tetrazonius Klug), die 
Zwischenräume seitlich und vorn kleiner als die Punkte bis so groß 
wie diese, auf der Scheibe hinten mehrfach größer, hier schwach seiden- 
schimmernd, sonst matt. Schildchen ebenso, beider eits der Mitte 
zerstreut punktiert. Mittelsegment so lang wie das Schildchen, Mittel- 
feld bogig stumpfwinklig, schwach konkav, mit der Spitze in den 
Stutz verlängert, am Ende fein, am Grunde gröber gekörnelt, seitlich 
mit einigen feinen Kunzeistreifen, matt. Seitenfelder gerundet steil 
abschüssig, matt, gekörnelt, etwas matter als das Ende des Mittel- 
felds. Brustseiten matt, runzlig punktiert, Mittelsegment seit en seidig 
matt, ziemlich dicht erhaben punktiert. Stutz nur seitlich ganz unten 
scharfkantig, matt seidig, zerstreut erhaben punktiert, nur die Mittel- 
feldspitze etwas lebhafter seidigglänzend. 

Hinterleib elliptisch, hinten zugespitzt, flach, die Segmente am 
Ende leicht flachgedrückt; 1 mäßig glänzend, sehr fein gerieft, seidig 
schimmernd, vor den Beulen und auf dem Endteil sehr dicht, mitten 
etwas weitläufiger mikroskopisch fein punktiert (die Pünktchen nur 
bei schräg auffallendem Licht erkennber), die folgenden Segmente 
etwas weniger glänzend, ebenso skulpiert, die Punktierung noch dichter 
und ein wenig deutlicher. Die Bauchsegmente schwach glänzend, 
dicht gerieft, vor dem Ende recht dicht mit haartragenden Punkten 
besetzt. 

Kopf und Thorax reichlich und struppig greis (bei frischen Stücken 
wahrscheinlich graugelb) behaart; der Hinterleib am Grunde des 1. 
Segments und an den Seiten der Endsegmente abstehend greis be- 
haart, Segment 1 bis 4 mit breiten weißen Endbinden, die erste mitten 
unterbrochen, öie übrigen mitten so breit wie an den Seiten (mitten 
deshalb den Vorderrand des Endteils nicht erreichend), die Binaen 
nicht filzig, sondern aus dicht aneinandergeschlossenen Haaren ge- 
bildet; Segment 2 und 3 auch mit schmaler, auf 3 verdeckter, auiP 2 
nur wenig hervortretender Pasis-Binde; Segment 5 neben der Fuiche 
und am Außenrand gelbbräunlich behaart; die Segmente im übrigen 
mit spärlicher rötlicher staubaitiger Behaarung. Bauch mit ziemlich 
dichten, aber kurzen greisen Fransen. Beine goldgelb behaart. 

Länge: 10 — 11 mm. 

3 $9, 2 davon aus Fergana (Kara-Gary), das 3. ohne Angabe des 
Fundorts (wahrscheinlich ebenfalls daher). 

Diese Art, die ich Herrn Professor Johann Stach in Krakau 
zu Ehren benenne, weicht vor allen anderen mir bekannten Arten der 
sexcinctus- QsT\i])^Q durch das nach unten ziemlich stark verjüngte 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattung Halictus Latr. 



323 



Gesicht ab, von rubicundus Chr. $ durch die breiten Binden, den 
flachen, länglicheren Hinterleib, die Farbe der Behaarung des 5. Seg- 
ments und die struppige Behaarung von Kopf und Thorax; von palustris 
Mor. (den ich nur aus der Beschreibung kenne) durch die vollständigen, 
mitten nicht unterbrochenen Binden. 

2. Hai. carbonariiis nov. spec. (J 

Kohlschwarz (einschließlich Segmentenden, Oberlippe, Ober- 
kiefer, Fühler, Tarsen), Kopfschild mit gelbem Fleck, Krallenglied 
rötlichbraun, Sporen blaßgelb, Flügel etwas graulich getrübt, Adern 
und Mal braungelb, der umgeschlagene Seitenteil der Eückensegmente 
und das Ende der Bauchsegmente hornbräunlich durchscheinend. 

Kopf und Thorax dicht und kurz gelbbraun behaart, Schläfen, 
Brustseiten und Hinterschildchen länger, Gesicht schuppig etwas blasser 
behaart ; Segmente 2, 3 und 4 mit ziemlich schmaler, gleichmäßig breiter 
weißer Basisbinde, 2 im übrigen kahl, 1 am Grunde abstehend gelb- 
grau behaart, 3 und 4 mit kurzer, die folgenden mic längerer dünner 
Behaarung von derselben Farbe. Bauch auf Segment ] spärlich, auf 
2, 3, 4 sehr dicht, wenn auch kurz greis abstehend behaart, 5 mit 
spärlicher anliegender Behaarung, 6 mit bürstenartiger, einen hinten 
offenen Winkel bildender greiser Behaarung (ungefähr genau so wie 
bei leucozonius Schrank. (^), sonst kahl. Beine greis behaart. 

Kopf etwas schmaler als der Thorax, hinter den Augen stark kon- 
vergierend, Gesicht wie bei caiceatus Scop. ^ geformt; Fühler bis zum 
Mittelfeld reichend. Kcpf und Thorax völlig matt, deutlich lederartig 
gerunzelt, Kopf fein und sehr dicht punktiert, ebenso das Mesonotum 
seitlich und mitten längs, dieses beiderseits der Mittellinie etwas 
kräftiger (ein wenig stärker als bei caiceatus Scop. (J) und weri er dicht 
(die Zwischenräume bis etwas größer als die Punkte), die Punkte, 
obwoll scharf eingestochen, in dem matten, runzligen Gruid kaum 
erkennbar. Schildchen ebenso. Mittelsegment so k.ng wie das 
Schildchen, ungefähr wie bei caiceatus Scop. <^ gebildet (Mittelfeld 
bogig dreieckig, beiderseits doch eine erhabene Kante algegrenzt, 
dicht und ziemlich kräftig gitterig- wellig gerunzelt, mit leicht glänzenden 
Furchen; Seitenfelder abschüssig, ebenso gerunzelt, hinten scharf er- 
haben gerandet; Stutz mit gleicher Skulptur, seitlich bis oben scharf 
gerande^.). Brust- und Mittelfeldseiten matt, flach runzlig punktiert. 

Hinterleib fast doppelt so lang wie der Thorax, zylindrisch, ge- 
wölbt, fast parallelseitig, die Segmente hinten eingedrückt, das 2. und 3, 
auch am Grunde, fast völlig matt (auch die abschüssige Basis und die 
Beulen des 1. Segments), ganz fein lederartig gerunzelt, fein punktiert, 
die Punkte am Grunde der Segmente sehr dicht und scharf eingestochen, 
auf dem Endteil etwas zerstreuter (die Zwischenräume so groß bis 
doppelt so groß wie die Punkte) und flacher, die Punktierung über das 
ganze Segment (auch die abschüssige Basis und die Beulen des 1.) 
erstreckt. 

Bauchsegmente matt seidig, dicht fein gerieft; dicht fein erhaben 
punktieit. 6 mit glänzendem, dreieckigen Eindruck, der zum größten 
Teil durch reire Seitenbehaarung verdeckt wird. 

21* 5,Ueft 



324 



P. Blüthgeii: 



Endgliedder Genitalien lang (wenig kürzer alsdiesagittae), eUiptisch- 
löff eiförmig, im Profil sanft nach unten gebogen. Größe: 10 — 11 mm. 

2 (^(J von Ostsibirien (ohne näheren Fimdoit). 

Ein ganz eigenartiges Tier, welches die Gestalt derJ^J der calceatus- 
Gruppe (namentlich ähnlich euhoeensis Strand ^J) mit der Auszeichnung 
des 6. Bauchsegments der der /e^^cozowms- Gruppe vereinigt und 
durch die ganz stumpfe kohlschwarze Farbe auffällt. 

3. Hai. laevifrons nov. spec. $ 

Schwarz, Tarsen rotbraun, Krallenglied heller. Fühler etwas 
graulich getrübt, Adern und Mal hell br^ungelb. 

Behaarung graugelb, auf dem Ko})f dünn und kurz, auf dem Meso- 
notum sehr spärlic!i, auf dem Schildchen dichter, auf dem Hinter- 
schildchen und den Brustseiten lang und dicht, auf dem Pronotum bis 
zu den Schulterbeulen und vor den Flügelschuppen sehr dicht und 
kurz. Segment 2 bis 4 am Grunde mit mitten etwas verschmälerter 
gelblichweißer Filzbinde, die auf dem 4. Segment die Depression fast 
erreicht, aus den Binden stehen einzelne längere weiße Haaie hei vor; 
außerdem ist Segment 1 am Grunde abstehend gelblich behaart, 3 
und 4 dünn mit längeren angedrückten Haaren besetzt, welche auf 
die Basis der Depression reichen, 5 ist neben der Furche blaß biäunlich, 
sonst braun behaart. Beinbehaarung glänzend biäunlichgelb, die 
Schienenbürste hinten (besonders oben) braun. 

Kopf etwas schmäler als der Thorax, von oben gesehen dümr, 
seine Form ungefähr wie b^i morhiUosus Kriechb. §, der Kopfschild 
etwas schmaler, der Scheitel stärker gewölbt, zugleich nach hinten 
zurückgezogen. Scheitel bis zur Höhe des mittelsten Xebenauges herab 
und seitlich davon noch tiefer punktlos, glatt, wie das Mesonotum 
glänzend, von da ab nach unten zu kräftig punktieit, die Punkte oben 
weitläufig (Zwischeniäume so groß wie die Punkte und größer), unten 
dichter; Stirnschildchen und Basis des Kopfschilds ziemlich matt, jenes 
zerstreut, dieser am Grunde dicht, sonst ebenfalls zerstreut flach 
punktiert. Schläfen unregelmäßig fein gerieft und undeutlich zerstreut 
fein punktiert, hinter den Augen (von oben gesehen) kaum kon- 
vergierend. 

Mesonotum glänzend, ohne Skulptur außer einer sehr zerstreuten, 
kräftigen, flachen Punktierung (wie morhiUosvs, noch etwas weit- 
läufiger), am Vordeirand mitten messerschneidenalt ig scharfkantig. 
Schildchen flach, mit wenigen Pimlvten. Brustseiten kräftig iimzlig 
punktiert, der Grund der Punktgruben glänzend. Mittelfeld so lang 
wie das Hinterschildchen, bogig stumpf-dreieckig, mit kräftigen, 
scharfen, durch glänzende Furchen getrennten Kielen, deren mittlere 
durch Querrunzeln untereinander verbunden sind. Seitenfelder stark 
abschüssig, noch etwas gröber und weitläufiger gekielt. Stutz glänzend, 
unregelmäßig netzartig kräftig gerunzelt, seitlich und oben schaif ge- 
randet, dei obere (flach bogenförmige) Rand ein Stück unterhalb der 
Fläche des Mittelfeldes liegend. 

Hinterleib im Tniriß wie bei zonuhis Sm. geformt, gewölbt, Seg-. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattnng Halictns Latr. 



325 



ment 1 hinten abgeflacht, 2 und 3 schwach, 4 deutlicher hinten ein- 
gedrückt, 2 und 3 auch am Grunde, der Endteil breit, auf 2 und 3 
auf 4 des Segments einnehmend. Segment 1 glänzend, aber nicht 
poliert, sondern infolge mikroskopischer Skulptur emailaitig, vor den 
Beulen und auf den Beulen und auf der Wölbung ziemlich dicht, auf 
der Mitte der Scheibe zerstreut flach kräftig unregelmäßig dicht und 
-stark punktiert, die Beulen und der Endteil punktlos, dieser gegen das 
übrige Segment durch eine Keihe grober flacher Punkte abgegrenzt. 
Segment 2 wie 1, auf dem Endteil beiderseits dicht fein flach punktiert 
(die Zwischenräume mehrfach größer als die Punkte), mitten punktlos, 
im übrigen ebenso punktiert wie auf dem Endteil. Segment 3 und .4 
mit deutlicherer Kleinskulptur, desheJb weniger glänzend, sonst wie 2. 
Größe: wie zonulus Sm. 

2 (eins ohne Kopf) ohne Fundortsangabe, aber sicher ebenso 
wie das übrige mir vorliegende unbezettelte Material aus dem palä- 
arktischen Gebiet (Turkestan oder Sibirien). Mit morhillosus nahe ver- 
wandt, von den Arten dieser Gruppe durch die braungelbe Behaarung 
und weniger breiten und flachen Hinterleib abweichend; an dem 
punktlosen, glänzenden Obergesicht leicht kenntlich. 

4. Hai. uiveocinctus nov. spec. $ (J. 

Körperfarbe tief schwarz, Fühler unten dunkelbraun; Flügel 
schwach graulich getrübt, Adern dunkel gelbbraun. Mal mehr rotbraun. 

5. Endtarsen rotbraun, Krallenglied am Ende und Krallen rost- 
rot; Schienensporen gelb. 

Kopf und Thorax kurz schmutzigweiß behaart, Mesonotum auf 
der Scheibe sehr spärlich, vorn neben den Schulterbeulen dicht und 
länger, Pronotum, Schult erb eulen und Hinterschildchen filzig dicht. 
Segment 1 auf der abschüssigen Basis ziemlich dünn abstehend gelblich- 
weiß behaart, sonst kahl; 2, 3, 4 am Grunde mit breiter, sehr dichter 
weißer Filzbinde, 2 und 3 sonst kahl, 4 und 5 auf der Depression sehr 
fein und kurz anliegend rötlich behaart (nur bei gewisser Beleuchtung 
erkennbar), 4 im übrigen zerstreut schräg abstehend länger blaß 
behaart, die Zilienquerreihen auf 3 und 4 spärlich entwickelt, 5 neben 
der Furche rostbiäunlich, sonst weiß behg.ait. Beinbehaarung silber- 
weiß, die Bürste hinten oben bräunlich; Schenkelhaare lang, lockig. 

Gesicht wie bei flatycestus Dours geformt; Stirnschildchen und 
Kopfschild glänzend, erst eres dicht und ki'äftig, letzterer etwas weit- 
läufiger und gröber punktiert, die Punkte hier zum Teil furchig aus- 
gezogen. Mesonotum kräftig punktiert, die Punkte so stark wie bei 
platycestus, rings feiner, unregelmäßig dicht, die Zwischenräume mitten 
viel kleiner als die Punkte bis so groß wie diese, mitten längs und längs 
den Flügelschuppen viel kleiner, vorn die Punkte runzlig zusammen- 
fließend; die Zwischenräume mitten glänzend, rings ohne Glanz. 
Schildchen gewölbt, mit deutlicher Mittelfurche, vorn, mitten längs 
und hinten dicht punktiert, beiderseits der Mitte fast punktlos und 
glänzend. 

Brustseiten und Mittelsegment wie bei platycestus. 

5. Heft 



326 



P. ßliitbgen: 



Hinterleib im Umriß wie bei leucozonius Schrk., sehr glänzend, 
die Segmente am Ende niedergedrückt; aie Punktierung wie bei 
flatycestus, auf dem 1. Segment (mit Ausnahme des Endteils) weniger 
dicht als bei diesem. — Größe: wie leucozonius Schrk. $. 

(J. Gesicht wie bei flatycestus ^, Schläfen aber normal, Fühler 
kurz (so lang wie bei platycestus), 2. Geißelglied rostrot; Kopfschild 
mit gelbem Fleck; Basis der Schienen imd die Fersen weiß, die übrigen 
Tarsenglieder rötlichbraun. 

Gesicht mit Ausnahme des oberen Teils oberhalb des mittleren 
Nebenauges ganz dicht weißlich befilzt und behaart; Behaanmg von 
Kopf und Thorax im übrigen wie beim $. Hinterleib schmal kegel- 
förmig, die Segmente am Ende, das 2. und 3. auch am Grunde ein- 
gedrückt, mitten gewölbt, glänzend, die Punktierung wie bei platy- 
cestuSy aber weniger dicht; Segment 2 bis 5 am Grunde mit weißer Filz- 
binde. 

Bauch glänzend, infolge feiner Riefung mit seidigem Schimmer, 
die Segmente mäßig dicht punktiert, am Eßde leicht eingedrückt, 
der Endrand rötlich durchscheinend, 4 und 5 leicht bogenförmig aus- 
geschnitten, 2 bis 5 kurz angedrückt greis behaart, 5 in den Hinter- 
ecken länger, 6 im mittleren Drittel querüber samtig greis behaart, 
dieser Fleck schwach nierenförmig, die Seiten des Segments nicht 
erreichend. 

Sonst wie das — Größe: wie leucozonius Schrk. (J. 

Typen: 1 $ von Baigakum bei Djulek ((Turkestan, Wollmann 
leg.) in der Alfkenschen Sammlimg, 1 (J von Saraks (Transkaspien, 
ex coli. Radoszkovski) im Berliner Museum. Cotype: 1 $ von 
Astrachan in der ad oszkovski sehen Sammlung. 

Diese Ait ist ein Bindeglied zwischen den Gruppen morhillosus 
und leucozonius: sie gleicht morhillosus und flatycesius in der Art der 
Behaarung von Kcpf und Thorax, weicht von den Arten dieser Gruppe 
aber durch den schlankeren Körperbau, die dichtere Punktierung 
des Mesonotums und die nicht eiweiterten Sclläfen des ab. Um 
scutellaris Mor. (Fedt schenko, p. 238) kann es sich nicht handeln, 
weil bei diesem $ das Stirnschildchen mitten ausgedehnt punktlos, 
das 1. Segment fein und ziemlich sparsam punktiert und das Gesicht 
länglichoval sein soll. 

5. Hai. acephaliis nov. spec. $ 

Körperfarbe braunschwarz, die Segmente am Ende schmal, die 
letzten ziemlich breit strohgelb durchscheinend; Tarsen rotbraun; 
Flügel schwach gelblich, Adern und Mal honiggelb. 

Mesonotum dicht, aber ziemlich kurz abstehend gelblichgrau 
behaart, Pronotum, Schulterbeulen und Hinterschildchen bürsten- 
artig dicht. Segment 1 auf der Wölbung beiderseits, längs des Seiten- 
randes und hinter den Beulen, 2 am Grunde, längs den Seiten und auf 
dem Ende beiderseits, 3 am Grunde, seitlich und auf dem Ende, 4 völlig 
schmutzigweiß befilzt, der Filz von grober Stiuktur. Beine weißlich 
behaart. 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengattmig Halictus Latr. 



327 



Mesonotum dicht, rings sehr dicht fein punlctiei-f, aie Punkte 
ungefähr so stark wie bei fulvicornis K., die Zwischenräume mäßig 
glänzend, mitten hinten stellenweise größer als die Punkte, die Fläche 
im ganzen fast matt erscheinend. Brustseiten seidig matt, flach runzlig 
punktieit. Mittelsegment so lang wie das Schildchen, Mittelfeld sanft 
konkav, hinten in seiner ganzen Breite fein scharf gerandet, der Rand 
etwas vorstehend, auf der ganzen Fläche sehr dicht fein längs gestreift, 
die Streifen stellenweise leicht wellig, aber nicht ineinander über- 
gehend, die Zwischenräume schwach glänzend; die Seitenfelder hinten 
genmdet, matt, gekörnelt; Stutz schwach seideglänzend, höckerig 
gerunzelt, seitlich nur unten scharfkantig. 

Hinterleib oval, flach, Segment 1 und 2 hintei) nicht, 3 schwach 
flachgedrückt, 1 auf der abschüssigen Basis poliert, punktlos, im übrigen 
fein gerieft, sehr fein dicht punktiert; 2 deutlicher gerieft, die Punk- 
tierung äußerst fein und noch dichtei, das ganze Segment einnehmend; 
auf 3 die Punkte kaum noch erkennbar; Segmente glänzend, mit 
seidigem Schimmer. 

Bauchsegment ohne besondere Merkmale. 

Größe: wie quadrinotatus K. 

1 9 ohne Fundort, wohl sicher 8us Tuikestan oder den an- 
grenzenden Gebieten stammend. 

Der Type fehlt der Kopf. Die angegebenen Merkmale genügen 
jedoch, die Erkennung der Art trotzdem sicher zu gewährleisten. 
Sie gehört nach der Bildung des Mittelfeldes zur Gruppe sexnotatulus 
Nyl. und zeichnet sich vor allen übrigen Arten derselben durch die sehr 
an prasinus Sm. erinnernde Befilzung des Hinterleibs und die blassen 
Segment enden aus. 

6. Hai. sibiriacus nov. spec. ? 

Körperfarbe schwaiz, Segment 1 am Ende schmal, die folgenden 
breiter scharf abgesetzt gelblich durchscheinend; Fühlergeißel uuten 
ins braune fallend; Tarsen rotbraun; Flügel leicht graulich getrübt, 
Adern und Mal hell braungelb. 

Kopf und Thorax kurz und mäßig dicht graugelblich behaart; 
Segment 2 am Grunde beiderseits mit einem deutlichen Flecken, 
3 mit einer schmalen Binde weißen Filzes, 4 auf der ganzen Fläche 
locker weißlich bescl uppt, 5 neben der Furche weißlich behaart. 

Kopfform wie bei laticeps Schrk. Mesonotum und Schildchen 
völlig matt, erst eres mitten mit schwachem Seidenschimmer, längs 
der Flügelschuppen sehr fein und ohne Zwischenräume, mitten fein 
und weniger gedrängt (die Zwischenräume bis fast so groß wie die 
Punkte) punktiert; Schildchen mitten mit scharf ausgeprägter Längs- 
furche, zerstreut kaum erkennbar punktieit. Brust selten kräftig 
runzlig punktiert, matt, die Punkt gruben am Grunde schwach glänzend. 
Mittelsegment so lang wie das Hinterschildchen, Mittelfeld halbmond- 
förmig, rings durch eine scharf erhabene Linie abgegrenzt, schwach 
konkav, dicht ziemlich fein scharf gerunzelt; Seitenfelder abschüssig, 
ebenso, aber weitläufiger gerunzelt, hinten scharf gerandet, der Rand 

5. Heft 



328 



P. Blüthgeu: 



viel tiefer als die "Fläclie des Mittelfeldes liegend, inren hakenförmig 
eingebogen, ?Aißen in den scharfen ^eitenrand des Stutze, übergehend; 
Stutz seidig glänzend, zerstreut kräftig gerunzelt. 

Hinterleib breit oval, die Segmente hinten kaum abgeflacht, 
glänzend, 1 mitten querüber äußerst fein sehr dicht punktiert, auf 
dem Endteil nur ganz vorn zerstreut punktiert, sonst glänzend, glatt 
und pun.ivtlos; 2 sehr fein gerieft, äußerst fein punlctiert, am Grunde 
sehr dicht und deutliche!, sonst zerstreuter und kaum erkennbar; 
3 ähnlich skulpieit; 4 mit deutlicherer Riefung und ohne merkliche 
Punkiierung, mit ausgeprägterem Seidenschimmer. Bauch ohne 
besondere Merkmale. — Größe: 7,5 mm. 

1 $ von t-ibirien (ohne nähere Angabe). 

Dieses ? isv mi^ laticeps Schck., dem es auch im Habitus sehr 
ähnelt, und himaculatus Dours (sec. Perez) sehr nahe verwandt. 
Es unterscheidet sich von beiden, durch die Skulptur des Mesonotum 
und Schildchens, von laticeps ferner uurch die ausgedehntere und viel 
dichtere Punktierung des 1. Segments, von himaculatus durch die 
andere Bildung des Mittelsegments. 

7. Hai. asliabadieiisis nov. spec. 5 

Dem $ von pauxillus Schck. (und zwar der kleinen Sommerform) 
äußerst ähnlich. Größe, Kopf- und Körperform wie bei diesem; die 
Segmente am Ende ebenso schwach eingedrückt; Fühlergeißel unten 
ebenfalls hell braungelb; Segment 2 und 3 am Grunde beiderseits 
mit kleinen weißen Filzflecken. 

Die Abweichungen sind folgende: Kopf hinter den Augen stärker 
konvergierend; Pronotum und Schulterbeulen bürstenartig, dicht 
greis behaart (bei p. locker); Mesonotum glänzend, ohne Kleinskulptur 
und deshalb ohne Seidenschimmer, seine Punktierung viel kräftiger, 
etwa so stark wie bei den Frühlingsweibchen von p. isimHis Schck.), 
aber tiefer eingestochen und auf der Scheibe weitläufiger; Mittelsegment 
nur so lang wie das Hinterschildchen (bei p. so lang wie das Schildchen); 
Stützweiten nur ganz unten scharfkantig, nach oben zu weit gerundet 
(bei p. bis oben, wenn auch nur stumpf, gekantet); Stutz glatt, seidig 
matt; Brustseiten deutlich glänzend, namentlich im oberen Abschnitt, 
dicht kiäftigfein punktiert (bei p. seidig matt, lederartig skulpiert); 
die sehr feine Punktierung des 2. und 3. Segments deutlicher, die feine 
Riefung kaum angedeutet, namentlich der Endteil 'ohne solche, fast 
])unktlos; Flügelmal gelbbraun (bei p. hellgelb). Mittelfeld und die 
abschüssigen, hinten und seitlich weit abgerundeten Seitenfelder seidig 
matt, sehr fein gekörnelt. erst eres sehr fein verworren gerunzelt. 

Sehr ähnliche Arten sind auch tarsatus Schck., srtulosns Strand 
und hdensis Strand, namentlich in der Behaarung des Pronoliuns 
und der Slailptur des Mesonotums. 

Von ersterem, der dasselbe kurze Mittelsegment und dieselbe 
Kopfform besitzt, unterscheidet sich die neue Art in folgender Weise: 

Figur schmal, schlank (bei f. gedrungen), Hinterleib länglich 
elliptisch (bei t. eiförmig, nach hinten zugespitzt), Seitenfelder und 



Beiträge zur Kenntnis der Bienengnttung Halictus Latr. 



329 



Stutz matt (bei t. J::eidig glänzend), Bauchsegmente fein zerstreut 
punktieit (bei t. reichlich mit kräftigen, erhabenen Punkten besetzt, 
namentlich das 2. Segment). 

H. setulosus Strand $ hat dieselbe Körperform, aber fast kreis- 
rundes Gesicht, das Mittelsegment so lang wie das Schildchen, matte 
Brustseiten, fein punktiertes 1. Segment und keine sichtbaren Filz- 
f lecken am 2. und 3. Segment. 

//. hulensis Strand unterscheidet sich von setulosus, dem er sehr 
ähnlich ist, u.a. durch glänzende, getrennt punktierte Brustseiten, 
worin er ashabadiensis gleicht, von letzterem im übrigen wie setulosus. 

H.limhdlus Mor. 5 hat nach der Beschreibung glänzenden, un- 
deutlich flach punktierten Kopf, äußerst fein und ziemlich spärlich 
piüiktieites Mesonotum, bis oben gelandete Stutzseiten. 

1 2 von Ashabad (Transkaspien). 

8. Hai. semilaevis nov. spec. (J $ 

Q. Sehr ähnlich setulosus Strand (ohlongatulus Blüthg.) ^, nament- 
lich in der Größe, im Habitus, der Kopfform (Gesicht fast kreisrund, 
nach unten sehr wenig verschmälert, Kopfschild sehr schwach vor- 
gezogen), der Bildung des Mittelsegments (so lang wie das Schildchen, 
einschließlich des Stutzes matt, grob runzlig punktieit, Mittelfeld 
dreieckig, irach der Spitze zu beiderseits scharf gerandet, dicht fein 
verwoiren-gitterig gerunzelt) und der Fühlerlänge (schlank, sehr lang, 
über das Thoraxende etwas hinausreichend) ihm gleichend. 

Unterschiede: Mesonotum nicht glänzend, sondern seidig matt, 
seine Punktierung viel feiner und gleichmäßiger dicht (Punkte sehr 
fein, aber scharf eingestochen); die Segmer.te vom 2. ab von der Basis 
des Endteils leicht nach vorn und nach hinten abgeschrägt, das 1. nur 
seitlich vor den Beulen äußerst fein punktiert, die folgenden nur auf 
der Basishälfte (sehr fein und ziemlich dicht) punktiert, der breite 
Endteil spiegelglatt; alle Segmente stark glänzend, ohne sonstige 
Skulptur, fast kahl, der Endrand schmal gelblich durchscheinend. 
Bauchsegirrente glänzend, hinten schwach niedergedrückt, am Ende 
gelblich durchscheinend, gerade abgeschnitten, spärlich und sehr fein 
erhaben punktiert, kurz abstehend behaart, das 6. Segment dicht fein 
punktiert, mit feinem glatten Längskiel. 

Kopfschild am Ende, Oberlippe und Oberkiefer gelb, letztere mit 
roter Spitze, Fühlergeißel unten bräimlichgelb, Krriee, die Hinter- 
schienen schmal am Grunde, die Vorderschienen vorn und alle Fersen 
gelb, die übrigen Tarsenglieder blaß braunrötlich. 

Brustseiten matt, sehr dicht, z. T. runzlig, fein punktiert. 

1 (J mit dem Fundort ,,Siberie occidentale" (mit einem Zettel 
„ZT. minutissimus von der Hand Morawitz' versehen). 

Ich glaube nicht fehlzugehen, werm ich folgendes in einem Stück 
von ,,Siberie Orientale" vorhandenes ? zu diesem stelle, das mit 
diesem in der Kopfform, der Skulptur des Mesonotums und des Hinter- 
leibs und der Bildung des Mittelsegments übereinstimmt. 

5, Körperfarbe schwarz, Fühlergeißel rmten braungelb, Segmente 

5. Heft 



330 



P. ßlüthgeu: 



am Ende (nicht scharf abgesetzt) rötlichgelb durchscheinend, Tarsen 
rotbraun, Krallenglied rostgelb, Adern und Mal braungelb. 

Kopf von oben gesehen, dünn, hinter den Augen mäßig verengt; 
Gesicht fast kreisrund, urten schwach verschmälert, Kopf schild schwach 
vorgezogen. Mesonotum nur wenig glänzend, mit seidigem Schimmer, 
sehr fein punktiert, die Zwischenräume seitlich so groß als die Punkte 
bis etwas größer, auf der Scheibe um das doppelte bis vierfache größer. 
Mittelsegment so lang wie das Schildchen, einschließlich des Stutzes 
matt, körnelig lederaitig, das Mittelfeld dreieckig, beiderseits nach der 
Spitze zu scharf erhaben gerandet, von vorn und oben betrachtet, 
auch hinten fein scharf gerandet, etwas in den Stutz verlängert, dicht- 
verworren fein gerunzelt. Brustseiten matt, fein dicht runzlig punktieit. 
Hinterleib elliptisch, die Segmente am Ende gleichmäßig gewölbt, 

1 nur vor den Beulen mikroskopisch fein punktiert, 2 bis zur Hälfte 
äußerst fein dicht punldiert, sonst punktlos, 3 mit kaum erkennbarer 
Punktierung in derselben Ausdehnung; 1 und 2 poliert, stark glänzend, 

2 ganz am Grunde mit sehr schwacher Riefung, 3 mit leichtem Seiden- 
schimmer. Bauch seidig glänzend, die Segmente spärlich und fein 
erhaben punktiert. 

Kopf und Thorax dünn und kurz gelblichgreis behaart, Pronotum 
und Schulterbeulen bürstenartig dicht. Segment 2 und 3 mit sehr 
kleinen weißen Flecken am Grunde, die Endsegmente ziemlich dünn, 
gelblich behaart, die Segment enden seitlich, auf dem 4. Segment querüber 
mit wimperartiger Behaarung, 5 neben der Furche blaßbräunlich behaart. 

Bauchfransen kurz und ziemlich spärlich. Beine gelblichweiß 
behaart, Bürste mit Silberschimmer. ~ Größe: etwa 5,5 mm. 

Dieses $ gleicht in der Bildung des Mittelsegments auffallend dem 
$ von setulosus Strand, läßt sich von diesem aber durch das fein leder- 
artig skulpieite und deshalb fast matte Mesonotum, dessen feinere 
Punktierung und die viel weniger ausgedehnte Punktierung des Hinter- 
leibs unschwer unterscheiden. 

9. Hai. permicus nov. spec. (J 

Kopf und Thorax metallisch blau, Hinterleib oben schwarz mit 
blauem Schein, die Segmentenden schmal bräunlich, Bauch dunkel- 
braun, die Segmentenden breiter und heller bräunlich; Kopfschild 
am Ende gelb; Oberkiefer schwarz mit roter Spitze; FüLlergeißel unten 
braungelb; Kniee blaß rötlich, Tarsen rötlichbraun; Flüge^ schwach 
graulich, Adern und Mal braungelb. 

Kopfform wie bei Smeathmanellus K. o, Gesicht seidig matt, 
äußerst fein und dicht punktiert, Kopf schild schwach glänzend, dicht 
fein punktiert. Fühler ungefähr bis zum Thoraxende reichend. 

Mesonotum glänzend, dicht fein punktiert, die Z^vischenräume 
größer als die Punkte. Schildchen ebenso, aber zerstreuter punktiert, 
glänzend. Brustseiten schwach glänzend, dicht flach punktiert, der 
obere Abschnitt mit deutlichem Glanz. Mittelsegment so lang wie 
das Schildchen, Mittelfeld rundlich trapezförmig, etwas konkav, 
schwach glänzend, dicht flach längsstreifig, der Endrand mit seidigem 



Beiträge zur Keuiitiiis der Bieiiengattung Halictus Latr. 33 1 



Schimmer; Seitenfelder abschüssig, klein, hinten mit feinem Quer- 
grat; Stutz ziemlich schwach glänzend, seidig, nur seitlich bis etwa 
zur halben Höhe scharfkantig. 

Hinterleib so lang wie Kopf und Thorax, umgekehrt länglich 
eiförmig, die Segmente (im Profil betrachtet) konvex, hinten etwas 
abgeschrägt, das 2. am Grunde leicht eingeschnürt. Segment 1 mit 
Ausnahme der abschüssigen Basis und des Endteils dicht sehr fein 
punktiert; die folgenden undeutlich fein gerieft, ebenso wie das 1. 
punktiert, der Endteil punktlos; nach dem Hinterleibsende zu ver- 
schwindet die Punktierimg allmählich; Hinterleib glänzend, vom 2. 
Segment ab mit schwachem seidigen Schein. Bauch wenig glänzend, 
die Segmente am Ende halbmondförmig eingedrückt, 5 auf der De- 
pression und 6 dicht fein punktiert, daher matter, 6 mit glatter imd 
glänzenderer Mittellinie. 

Gesicht weißlich beschuppt, Kopf und Mesonotum mäßig lang 
und schütter graugelb behaart, die Schildchen länger. Hinterleib 
mit dünner staubartiger gelblicher Behaarung auf den Endsegmenten, 
ohne weiße Flecken oder Binden ; Bauch ungefähr wie bei nitidiusculus 
K. ^ behaart (Segment 2 auf der ganzen Fläche, 3 bis 5 nur an den Seiten 
abstehend behaart, von 3 nach 5 immer kürzer werdend), 5 auf der 
Depression und 6 beiderseits dünn anliegend gewimpert. 

Größe: 5,25 mm. 

2 SS von Perm (welches Perm, ist nicht gesagt). 

Mit Smcathmanellus K. nahe verwandt, unterscheidet sich dieses S 
von Sm. S und cupromicans Per. S durch die Form des Hinterleibs 
und der Segmente, die Anordnung der Bauchbehaarung sowie den 
anscheinenden Mangel weißer Basisflecken, von Sm. weiter durch die 
Farbe, von cupromicans durch gelbgefleckten Kopfschild und hellere 
Unterseite der Geißel. 

10. Hai. problematicus nov. spec. 2 

Kopf und Thoraxtrübe dunkelerzgrün, Mittelsegment fast schwarz, 
Kopf Schild, Mesonotum und Schildchen lebhafter bronzegrün, Kopf- 
schild am Ende und Hinterleib schwarz, die Segment enden bräunlich 
durchscheinend; Bauch dunkelbraun, mit breiter aufgehellten Segmen^■ 
enden; Fühlergeißel unten dunkelgelbbraun; Endtarsen rostgell ; 
Flügel schwach gelblich, Adern und Mal biäunlichgelb. 

Kopfform ungefähr wie bei morio F. 5? etwas breiter; Stir] - 
schildcher und Kopfschild schwach und seidig glänzend, sehr weil • 
läufig fein punktiert. Mesonotum fein lederartig gerunzelt, schwach 
glänzend, auf der Fläche zerstreut, rings sehr dicht sehr fein punktiert. 
Mittelsegment so lang wie das Schildchen, Mittelfeld am Ende schmi i 
glatt und schwach seidig glänzend, sonst matt, dicht fein flach gerunzelt. 
Seitenfelder abschüssig, klein, glatt, fein gekörnelt, seidig matt. Stutz 
schwach glänzend, seitlich bis oben und oben hinter den Seitenfeldern 
fein scharf gerandet. 

Brust selten schwach und seidig glänzend, fein lederartig. 

5. Heft 



332 P. Blüthgen: Beiträge zur Kenntnis der Bienengättung Halictus Latr. 



Hinterleib umgekehrt eiförmig, länglich, flach, die Segmente am 
Ende weder abgeflacht noch eingedrückt; 1. Segment poliert, punktlos, 
die folgenden sehr fein gerieft, lebha,ft glänzend mit ausgeprägtem 
Seidenschimmer, das 2. am Grunde mit zerstreuten, mikioskopisch 
feinen, in der Riefung kaum erkennbaren Pünktchen. Bauch ohne 
besondere Merkmale. 

Kopf und Thorax mäßig dicht und ziemlich kurz graugelblicli 
behaart. Hinterleib ohne Flecken oder Binden, ?uf den Endsegmenten 
dünn gelblich behaart, Segment 4 auch mit längeren, abstehenden 
Haaren, sonst fast kahl. Bauchfransen gut entwickelt. Beine gelblich 
behaart. — Größe: 5,25 mm. 

3 2$ ohne Fundort (vermutlich sibirischer Herkunft). 

Verwandt mit wono F. 5, unterscheidet sich aber leicht von 
diesem durch die Farbe und Skulptur des Hinterleibs und den Mangel 
an Binden oder Flecken r.m Grunde der Segmente; die Feinskulptur 
des Mesonotums ist ungefähr dieselbe, aber aie Punktierung ist viel 
feiner, flacher und auch viel weitläufiger. 



Vcrze'chnis der Abbildungen. 

(Die Originalzeichnungen sind mit einer Leitz'schen Stativlupe bei 16-facher Ver- 
größerung und dem Abbe'schen Apparat gezeichnet, deren Benutzung mir Herr 
Dr. C. Börner, Leiter der hiesigen Zweigstelle der Biologischen Reichsanstalt, 
in gewohnter Liebenswürdigkeit gestattete.) 



L Kessleri Brams. (a 5, \> 

2. conjungens Blüthg. (a 9, b J). 

3. mordax Blüthg. $. 

4. microcardia Perez $. 

5. gemmeus Dours $. 

6. pollinosus Sichel 

7. mucidus Blüthg. 

8. ochropus Blüthg. (a $, bo). 

9. Pici Perez (J. 
10, vestitus Lep. ^. 

IL Badoszkovskii Vachal (a (j^, b $). 

12. ruf US Friese P. 

13. indejinitus Blüthg. 

14. nasica Mor. (a bc^). 

15. araxanus Blüthg. $. 

16. laevidorsum Blüthg. $. 

17. littoralis Blüthg. (a $, h S). 

18. pseudolitteralis Blüthg. (a b 

19. planulus Perez {uncinus Vachal) 

20. longirostris Mor. ^ (a von vom, 

b von der Seite). 



21. leptocephalus Blüthg. $. 

22. dolichocephalus Blüthg. 

23. chlapovskii Vachal Q. 

24. peregrinus Blüthg. (a $, bc^). 

25. tenuiceps Vachal ^. 

26. caspicus Mor. (a ^, b $). 

27. fallax Mor, $. 
pseudofallax Blüthg. $, 
pseudocaspicus Blüthg, $. 
fulvipes Klug 
HoUzi W. A. Schulz ?, 

32. anellus Vachal $, 

33. corvinus Mor. (a $, bo), 

34. truncaticollisMor . {brevithoraxVer.)^ 

35. fulvipes Klug q. 

36. Holtzi W. A. Schulz ^. 

37. senilis Eversm. ?. 

38. subauratus Lep. (non Rossi) (a $, 

b o der kurzköpfigen Form, c $ 
d der rundköpfigen Form 
,,vinulus"). 



KroUs Buchdruckerei, Berlin S. 



ARCHIV 

FÜR 

MUR&ESCHICITE 

GEGRÜNDCT VON A. F. A. WIEGMANN, 

FORTGESETZT VON 

VV. F. EKiCHSON, F. H. TROSCHEL, 
VON MARTENS, F. HILGENDORF, 
W. WELTNER UND E. STRAND 



1923 
Abteilung A 
6. Heft 



HERAUSGEGEBEN 

VON 

EMBRIK STRAND 



NICOLAISCHE 

V E H L A G S - ß U C 1 i H A N D L U N G K. S T R 1 (3 K E K 

Berlin 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

Spöttel und Tänzer. Rassenanalytische Untersuchungen an Schafen 
unter besonderer Berücksichtigung von Haut und Haar. (Mit 
12 Tafeln und 4 Textüguren.) 1 



Bassenanalytische Untersnchnngen an Schafen 
unter besonderer Berücksichtigung von Haut 

und Haar. 

Von 

Dr. Walter Spöttel und Dr. Ernst Tänzer. 



Mit 12 Tafeln und 4 Textfiguren. 

(Aus dem Institut für Tierzucht und Molkereiwesen der Universität Halle. 
Direktor Prof. Dr. G. Frölich.) 

Seite 

1. Kassebegriff und Eassemerkmal 2 

2. Faktoren, die gestaltend auf die Rassemerkmale und ins- 
besondere auf die Ausbildung von Haut und Haar wirken 9 

a) Alter p. 10. — b) Krankheit p. 12. c) Gescblecbt p. 13 

— d) Ernährung p. 13. — e) Sexuelle Betätigung p. 15. 

— f) Haltung p. 16. — g) Klima p. 17. 

3. Das Zusammenwirken innerer und äußerer Faktoren bei 



der Rassenbildung 19 

4. Analyse der Schaf rassen 27 

a) Haarschafe 31 

b) Mischwollige Schafe 32 

c) Schlichtwollige Schafe und Merinos 38 

a) Die Geschichte der Merinos in Spanien p. 46. — ß) Die 
Electoralzüchtung in Sachsen p. 50. - y) Die Electoral- 



züchtung in Preußen p. 54. — 6) Die Ümzüchtung der 
Electoralschafe p, 58. — s) Die Negrettizuchtrichtung 
p. 61. — g) Die Rambouilletzuchtrichtung p. 66. — 
1]) Die Kammwollzuchtrichtung in Deutschland p. 69. — 
h-) Die Merinofleischschafzuchtrichtung in Deutschland 
p.72. 

5. Die Bedeutung von Reinzucht und Kreuzung für die Ent- 



stehung der Rassen. 74 

6. Die Bedeutung der Umweltfaktoren . . . . . . . . . . . 87 

7. Material und Methoden 90 

8. Allgemeine Struktur der Haut des Schafes ........ 92 



a) Muskulatur p. 102. ~ b) Schweißdrüsen p. 106. — c) Talg- 
' drüsen p. 117. — d) Stellung und Gestalt der Haarwurzeln 
p. 132. — e)Haarpapillep. 142. — f) Entstehung der Follikel- 
gestalt p. 144, — g) Anordnung der Haare in der Haut p. 146 

ArchW fWr NatuTe#«cl»icl)te , 

1923 A. 6. 1 6. Heft 



2 



Dr. SpÖttel und Dr. Tänzer: 





Seit« 










12. Haut- und Haarstruktur 


in Beziehung zur äußeren Vließ- 



















Bei einer rassenanalytischen Untersuchung ist es zunächst er- 
forderlich, den Begriff der Kasse abzugrenzen und dessen Trag- und 
Reichweite zu umreißen. Eine gewisse Begriffsbestimmung gibt 
Nägeli in der Axt, daß er die mehr oder weniger konstant züchtenden 
Variationen der frei lebenden Arten als Varietäten und diejenigen 
der domestizierten Arten als Rassen bezeichnet. DeVries nennt 
Rassen mit umschlagendem Erfolg Zwischenrassen und unterscheidet 
Halb- und Mittelrassen, je nachdem das als Abnormität angesprochene 
Merkmal selten oder häufig auftritt. Plate bezeichnet die Halorassen 
als Schwachrassen. 

Was nun die genaue Definition des Rassebegriffes anbelangt., 
so fällt diese je nach den subjektiven Anschauungen verschieden aus. 
So faßt z. B. der praktische Tierzüchter unter einer Rasse eine Gruppe 
von Tieren zusammen, die sich von Angehörigen derselben Art durch 
bestimmte Eigenschaften unterscheiden und in der mittleren Aus- 
bildung äußerer morphologischer und physiologischer Eigenschaften 
übereinstimmen. Höchstens wird noch eine gewisse Gleichartigkeit 
der Nachkommenschaft gefordert. Hier wird also nur die äußere 
typische Gleichartigkeit für die Zugehörigkeit zu einer Rasse verlangt. 
Dagegen legt der Vererbungstheoretiker Johann sen in seiner Fassung 
des Rassebegriffes den Hauptwert auf den erblichen Charakter der 
Merkmale und auf die Zusammensetzung des Keimplasmas, die für 
eine Rasse charakteristisch ist. ,, Nicht die genealogische Abstammung 
als solche, sondern Homozygotie ist der Prüfstein einer reinen" Rasse. 
Eine Rasse mag rein (homozygotisch) in Bezug auf gewisse maßgebende 
genotypische Elemente sein, in Bezug auf andere aber — u. a. etwaige 
Modifikationsfaktoren" — nicht; absolute Rassenreinheit kommt 
"Wohl nur bei reinen Linien vor.*' 

Bei der Varietät der Rasse liegt eine besondere Kombination 
der innerhalb der Art vorhandenen Erbfaktoren \or, oder sie besitzt 
charaktei istische Erbeinheiten, durch welche sie sich gegenüber der 
Art auszeichnen. 

Im streng wissenschaftlichen Sinne versteht man nach Krön ach er 
„unter Rasse eine Gruppe von Tieren derselben Art, die in ihren Erb- 
anlagen für bestimmte typische morphologische und physiologische 
Eigenschaften, die Rasseeigenschaften, durchweg homozygot sind 



Rassenanalytische Untersuchungen an Schafen usw. 



3 



und deshalb auch bei Paarung unter sich ohne eine, auf eine äußere 
oder innere Ursachen beruhende Veränderung dieser Erbanlagen die 
fraglichen Eigenschaften der durch die Einwirkung der umgebenden 
Verhältnisse auf die Ausbildung der einzelnen Eigenschaften gebotenen 
Grenzen mit Sicherheit auf ihre achkommen zur Vererbung zu 
bringen vermöchten." 

Bezüglich der Homozygotie der typischen Rassenmerkmale deckt 
sich diese Definition mit der von der Malsburg', welche von dem 
letzten internationalen landwirtschaftlichen Kongreß angenommen 
worden ist. Die Definition lautet nach Kronacher folgendermaßen: 
„Eine Basse besteht aus einer Population von gleichen Genotypen, 
die aber in Bezug auf ihre phaenotypischen Merkmale verschieden 
sein können und zwar infolge der Anpassung an unterschiealiche 
Lebensbedingungen einzelner Bestände der betr. Easse. Die Population 
einer Rasse ist unbedingt homozygotisch in Bezug auf sämtliche 
typische Merkmale derselben, welche daher erblich sind, sodaß die 
phaenotypische Divergenz einzelner Tiere derselben Rasse lediglich 
auf ihren ungleichen somatischen Eigenschaften beruht, die bloß 
ökologisch erworben sind und daher nicht vererbt werden. Da aber 
jene Tiere außer den typischen Rassenmerkmalen auch einige sekundäre 
karyoplasmatische Eigenschaften besitzen, die zu den erst er en nicht 
gezählt werden (z. B. die Haarfarbe bei gewissen Haustierrassen), 
in welchem Fall dieselben nicht erblich fixiert sind und in der Weiter- 
zucht mendeln, so soll demgemäß für diesen zygotischen Formbegriff 
statt der bisher üblichen Benennung Homozygoten sensu proprio die 
Bezeichnung Parazygoten eingeführt werden." 

Gegen diese Definition läßt sich einwenden, daß verschiedene 
Herden derselben Rasse eine genotypisch nicht vollkommen überein- 
stimmende Anlage zeigen können. So lassen sich z. B. unter den Herden 
der Elekt.oral- und Negretti- Schafe, die zur Rassengruppe der Merino 
gehören, zu verschiedenen Zeiten dieser Züchtung, wie auch zu der- 
selben Zeit, Herden nachweisen, welche die charakteristischen Rassen- 
inerkmale in mehr oder weniger scharfer Form repräsentieren und diese 
Eigenheiten auch erblich übertragen. Selbst in ein und derselben Herde 
lassen sich immer gewisse Blutlinien nachweisen, die sich durch stärkere 
oder geringere Ausprägung der Rassenmerkmale auszeichnen und diese 
erblich übertragen. Die Unterschiede, die in der Ausbildung der 
Rassenmerkmale zu Tage treten, können also nicht allein auf phaeno- 
t)rpische, reine somatische Unterschiede zurückgeführt werden. Die 
genotypisch charakteristische Rassenveranlagung wird ferner nicht 
die gleiche sein bei Rassevertretern, deren genotypische Grundlage 
eine ganz verschiedenartige Entstehung hat. Die äußerlich gleichen 
Rassenmerkmale können ganz verschiedenartige Grundlagen haben. 
So ist z. B. die Kammwolle teils durch Selektion aus Elektoral oder 
Negretti wollen entstanden, teils aber durch Kreuzung der Merinos mit 
Landschafen. Das Milieu kann ferner nicht nur rein somatische Ver- 
änderungen bewirkt haben, die nicht erblich waren, sondern durch 

1* 6. Htft 



4 



Dr. Spüttel und Dr. Tänzer: 



Parallelinduktion ist auch eine gleichlaufende genotypische Abänderung 
möglich. 

Innerhalb einer Herde wird die genotypische Grundlage umso 
einheitlicher gestaltet sein, je einheitlicher das Ausgangsmaterial ist, 
je intensiver die Zuchtwahl nach einem bestimmten Prinzip durch- 
geführt wird und je weniger stark die Umwelt mutative Än- 
derungen des Keimplasmas bedingt. 

Wie Alverdes hervorhebt, würde selbst dann, wenn aie Erb- 
faktoren einer Kasse analysiert wären, der Begriff der Rasse willkürlich 
sein, ebenso wie auch die Entscheidung, wo eine Rasse aufhört und die 
andere anfängt, und auch Kronacher weist darauf hin, daß man 
bei der Verwendung des Rassebegriffes stets dieser Tatsache gedenken 
muß, daß die Rassen innerhalb unserer Haustierarten nicht etwas 
Gleichartiges und Gleichwertige^ bedeuten. Eine absolut scharfe be- 
griffliche Umgrenzung des Rassebegriffes ist also nicht möglich. 

Eine vermittelnde Stellung zwischen der Anschauung des tier- 
züchterischen Piaktikers und Johannsen nimmt Kronacher in 
einer zweiten Definition ein, in welcher er zugleich theoretischen wie 
praktischen Rücksichten gerecht zu weiden versucht und dabei die 
genotypische wie phaenotypische Grundlage berücksichtigt. 

Nach ihm verstehen wir unter Rasse heute ,,im allgemeinen eine 
Gruppe von Tieren derselben Art, die auf Grund ihrer Abstammung, 
bestimmter morphologischer und physiologischer Eigenschaften und 
ihres Gebrauchszweckes eine engere Zusammengehörigkeit aufweisen, 
durch ihre äußeren Merkmale, Art und Umfang ihrer Leistungen sowie 
die zur Erzielung ihrer Leistungen an die Lebensbedingungen ge- 
stellten Ansprüche sich von anderen Tiergruppen derselben Art unter- 
scheiden und unter gleichbleibenden umgebenden Verhältnissen durch- 
schnittlich eine nach Aussehen und Leistung gleiche oder ähnliche 
Nachkommenschaft liefern." 

In dieser Krön ach er' sehen Fassung wird den Faktoren Rechnung 
getragen, die bei der Zucht und Haltung der Haustiere die Ausbildung 
der Erbanlagen gestaltend beeinflussen können. 

Eine Anzahl Rassen können wieder zu Rassengruppen zusammen- 
gefaßt werden und zwar dann, wenn ihnen gewisse morphologische 
und physiologische Merkmale gemeinsam sind, wenn also gewisse 
Ubereinstimmung im Phaenotyp wie in der Leistung vorhanden ist. 
Kronacher ist der Ansicht, daß für die LTnterscheidung solcher 
Gruppen gemeinsame Merkmale anzusehen sind, die sich auf gemein- 
same Abstammung gründen, oder daß die übereinstimmende erwiesene 
oder angenommene Abstammung als Grundlage dient. 

Was speziell die Schaf rassen anbetrifft, so kann man diese be- 
züglich der Abstammung in Rassengruppen von Mufflon-, Ovis vignei-, , 
Arkal- und Argali-Abstammung zusammenfassen, andererseits liegt 
die M()glichkeit vor, die Rassen auf Grund histologischer und 
Nutzungseigenschaften in Fleisch-, Milch- und Wollschaf. Gruppen 
einzuteilen und letztere wieder in eine Wollschafgruppe, Mischwoll- 
schafgruppe und eine Zwischenstufe zwischen beiden zu scheiden. 



Rasseuanal)'tische Untersuchungen au Schafeu usw. 5 



•Die gemeinsame Abstammung ist nicht immer für die Einteilurg in 
Rasser gl uppen maßgebend gewesen. 

Eine für die praktische Tierzucht wichtige Unteischeidur g, welche 
die Entstehung der Rasse zugleich beiühit, geschieht in der Ajt, daß 
man den Naturrassen die Kulturrassen gegenüberstellt. Nach Pusch- 
Hansen sind die Naturrassen Dauerrassen, die ihren urspi ür glichen 
urwüchsigen Charakter behalten haben, da ihre Umwelt sich nicht 
geändert hat, sodaß im Laufe der Jahrhunderte weder die Naturauslese 
noch der Mensch eine tiefgreifende Veränderung ausgeübt hat. 

Nach Kronacher gibt es ursprüngliche oder reine unveredelte 
Landrassen kaum noch, da diese auch dann, wenn keine Einkieuzung 
fremden Blutes stattgefunden hat, durch Zuchtwahl, die auf gesteigerte 
Leistung gerichtet ist, und durch bessere Umwelt bedingungen eine 
Vervollkommnung ihrer Eigenschaften aufzuweisen haben. 

Die autochthonen Naturrassen sind als Anpassungsformen an die 
gegebenen Verhältnisse anzusehen. "Während für die nicht autochthonen 
Rassen das gilt, was Kronacher allgemein von den Naturrassen 
sagt, nämlich, daß diese eingeführten Naturrassen durch die Umwelt 
im Verlaufe zahlreicher Generationen eine einheitliche Beeinflussung 
nach der jeweiligen Lebenslage der angepaßten Richtung erfuhren, 
sind die autochtonen Rassen schon von vornherein als Anpassungs- 
formen an eine bestimmte Umwelt entstanden. Nach Kronacher 
werden die Naturrassen als Produkte der Scholle bezeichnet. 

Die primitiven Rassen leben unter ungünstigen äußeren Ver- 
hältnissen, sodaß nach Hansen der Züchter nicht viel erreichen würde, 
-wenn er sie allein durch Zuchtwahl zu einer Kulturrasse umzuformen 
versuchte, da er die äußeren Bedingungen nicht ändern kann. Es ist 
nur eine getv^isse Verbesserung in Form und Leistung zu erzielen. Daß 
früher einmal bei gewissen Naturrassen eine Änderung des Types und 
der Leistung möglich gewesen ist, lehrt ja die Entstehung gewisser 
Kulturrassen, wie z. B. Leicester und Merino, da alle Kulturrassen ein- 
mal auf Landschafrassen zurückgehen. Immerhin ist festzustellen, 
daß wenigstens bei den heute noch vorhandenen Naturrassen die 
Möglichkeit der Veränderung durch Auslese und Umwelt hinter der der 
Kulturrassen zurücktritt. 

Als Übergang zu den Kulturrassen werden die veredelten Land- 
rassen angesehen, die jedoch nicht scharf abgegrenzt werden können. 
Die Einkreuzung von Kulturrassen, die gesamten Haltungsbedingungen 
und planmäßige Zuchtwahl haben zu einer Vervollkommnung der 
Leistungen und Eigenschaften der Landrassen geführt. 

Kulturrassen sind nach Rhode „solche, welche durch die künst- 
liche Wahlzucht der Menschen ursprünglich meistens aus einer Blut- 
mischung hervorgegangen sind, dann aber mit der Zeit ihre Eigen- 
schaften so gefestigt haben, daß sie dieselben ohne Rückschläge 
vererben und aus diesem Grunde die Bezeichnung als Rasse erhalten 
haben'*. Man spricht sie auch als Züchtungsrassen an. 

Pusch-Hansen hebt die Bedeutung der künstlichen Zucht- 
wahl füi die Entstehung der Kulturrassen hervor, zugleich sieht ei 

6. Heft 



6 



Dr. Spöttcl und Dr. Tänzer: 



diese an als das Erzeugnis besserer Boden- und Haltungsverliältnisse. 
Nach demselben Verfasser ist die Leistung dieser Bassen gesteigert 
und die Körperform durch reichliche Fütterung, Fernhaltung 
schädlicher Einflüsse und planmäßige Zuchtwahl vei bessert 
worden. Nach ihm ist für die Kulturrasse eine gicßeie cder ge- 
ringere Frühreife charakteristisch und ferner ,,.eine weitgehende 
Einheitlichkeit der rassezugehörigen Individuen nach Eichtung der 
äußerlichen Gestaltung wie auch nach Auspiägung der Haupt nut zur gs- 
richtung". Zu dieser letzten Unterscheidung gegenüber den Natui- 
rassen ist zu bemerken, daß gerade unter den Vertretern der Netur- 
rasse im allgemeinen eine größere Gleichförmigkeit existieit als bei den 
einer Kulturrasse. Stellt man z. B. Heidschnucke und Mejino gegen- 
über, so umfaßt erstere einen ziemlich engumschlosseren sclaif ab- 
gegrenzten Typ, während die Merinos wieder in eine gicßeie Ar zahl 
von Schlägen, Stämmen und Zuchten zerfallen. Infolge der variablen 
Bedingungen der künstlichen Züchtung, Viie Zuchtwahl urd ver- 
schiedenartige Umwelt wird die größere Mannigfaltigkeit vieler Kultur- 
rassen verständlich. Innerhalb einer Kulturrasse körren bei den 
einzelnen Schlägen und Zuchten auch bedeutend größere Unterschiede 
in den Nutzungseigenschaften infolge der verschiedenen Zuchtziele 
festgestellt werden als bei den Naturrassen. Die Nutzungseigerschaften 
der Heidschnucke sind eng begrenzt, die der Merinos und Merino- 
fleischschafe z. B. außerordentlich variabel. 

Die Kulturrassen sind auf einseitige oder mehrseitige Leistung 
gezüchtet. Pusch-Hansen gibt an ,,zur Erhaltung ihrer vollen 
Leistungsfähigkeit nehmen bei einseitiger Leistung die Kulturrassen die 
Aufmerksamkeit des Züchters nach Konstitution, Gesundheit und 
Fruchtbarkeit in Anspruch, andererseits stellen sie die weitgehendsten 
Ansprüche hinsichtlich einer nach Fütterung und Haltung der Aus- 
bildung ihrer Hauptnutzungsleistimg besonders günstigen Lebenslage." 

Innerhalb einer Rasse selbst unterscheidet man wieder Schläge, 
Zuchten und Stämme. Die Schläge unterscheiden sich von den Rassen 
phaenotypisch durch das mehr oder weniger Vorhandensein bezw. 
Fehlen gewisser Eigenschaften oder Merkmale, und zwar können diese 
allein durch die Lebenslage, durch erbliche Anlage oder durch beide 
begründet sein. Da, wie Kronach er hervorhebt, die Schläge sich 
selbständig weiterentwickelt haben können, während die übergeordrete 
Rasse heute fehlt, so wird für diese Schläge der Begriff Rasse gebraucht. 
Die Grenze zwischen Rasse und Schlag ist praktisch schwer zu ziehen. 

Zuchten oder Stämme, die man innerhalb der Rassen und Schläge 
unterscheidet, sind nach Kronach er dadurch gekennzeichnet, daß 
sie entweder gutes Zuchtmaterial der Rasse oder des Schlages mit den 
entsprechenden typischen Merkmalen aufweisen, oder daß sie sich 
außerdem noch durch Einzelkennzeichen hervorheben und dadurch 
über den Diirchschnittstyp der Rasse hinausragen. Nach Kronacher 
deckt sich der Begriff Zucht oder Hochzucht mehr oder weniger mit 
dem biologischen Begriff Biotyp. 



Rassenanalytische Untersuch ungeu an Schafen usw. 7 



In den Zuchten selbst unterscheidet man Familien und Blut- 
linien, die ihren Ursprung auf bestimmte Mutter- und Vateitiere zuiück- 
führen, deren charakteristische Eigenschaften in den Nachkommen sich 
verfolgen lassen. Nach Kronacher handelt es sich auch hier um Bio- 
typen, die noch mehr Anlagen und Eigenschaften als die Zuchten auf- 
weisen. 

Bei den Angehörigen derselben Rasse treten unter dem EinfluJJ 
annähernd gleicher Erbmassen unter gleichbleibenden äußeien Ver- 
hältnissen immer wieder eine Reihe lypischer Meikmale auf, die man 
dann als charakteristische Rasse-Eigenschaften ansieht. Je weniger 
beeinf laßbar die Rassemeikmale durch äußere Faktoren sind, des-to 
schärfer ist die Rasse abzugrenzen und umso genaue]- festzulegen. 

Als Rassenmeikmale kommen morphologische und physiologische 
Charaktere in Betracht. Unter den morphologischen sind besonders 
zu erwähnen: Färbung von Haut und Haar, Haarform, Hauteir.gärge 
und Falten, Schädelform und Größe, Horn, Schwanz und die gesamte 
Körperbildung, Ohr- und Nasenform sowie die .histobi ologi sehe Or- 
ganisation, die nach von der Malsburg in der Zellgröße ihren 
Ausdruck findet. Von physiologischen Rassenmeikmalen seien an- 
geführt: Konstitution, Gesundheit, Temperament, Charakter, Futter- 
Verwertung, Entwicklurgsfreudigkeit bezi3glich Alter und Größe, 
Nutzungsfähigkeiten (wie Milch, Mast, Arbeits- und Zucht 1 eist ung) 
und neuerdings serologische Merkmale. 

Je typischer die Rassekenrzeichen in Erscheinung treten, und je 
zahlreicher sie bei den in Frage stehenden Tieren vorhanden sind, 
desto sicherer sind diese von den Individuen derselben Art abzugliedern 
als typische Rasse. Außerdem spielt die oben erwähnte Abhängigkeit 
von äußeren Faktoren für die Rassenabgrerzurg eine Rolle. 

Als ein sehr wichtiges und wertvolles Rassekenrzeichen hat sich 
nun die Beschaffenheit der Haut und ihre Behaarung erwiesen. Des- 
halb hat man auf dem Gebiete der Anthropologie, die seit langem sich 
mit der Rassenfrage beschäftigt und aus deren Gebiet wir gelegentlich 
Vergleiche heranziehen werden, der Untersuchung der Haut schon stets 
großes Interesse entgeger gebracht. 

Zorn hat in Parallele zu der anthropologischen Betrachtungs- 
weise das auf diesem Gebiet bereits bekannte Material für Be- 
trachtungen über Haut und Haar der Haussäugetiere herar gezogen 
und wahrscheinlich gemacht, daß auch für die Haussäugetiere Haut 
und Haar rassenanalytisch zu verwerten sind und außerdem in Be- 
ziehung stehen zu bestimmten Leistungen des Körpers. Es geht daraus 
hervor, daß derartige Untersuchungen auch große Bedeutung für die 
tierzüchterische Praxis haben. 

In der Anthropologie sind, wie schon oben angedeutet, Haut 
und Haar schon lange zur Rassenanalyse herangezogen, infolgedessen 
ist auch dort am ehesten die Frage über den Wert von Haut und Haar 
als Rassenmerkmal aufgeworfen worden. 

Eine derartige Verwendung von Haut und Haar wurde u. a. vod 
Götte» Hilgendorf, Bälz und Buschan mehr oder weniger an- 

6. Httfk 



6 



Dr. Spöttel und Pr. Tänzer: 



gezweifelt. Nach Gött e muß das Hauptgewicht bei Rassemei kmalen 
auf die Resistenzfähigkeit derselben gelegt weiden, sodaß nur solche 
in Betracht kommen, welche wenigstens für das einzelne Individuum 
im allgemeinen unwandelbar erscheinen (Zahn, gewisse Giupppen, 
Gruppenbildung). Die leichte Beeinflußbai keit von Haut und Haar 
führt er als Grund dafür an, daß diese nicht als Rassemeikmal Ver- 
wendung finden dürfe, indem er schieibt: ,,Für den Nachweis aber, 
daß die verschiedenen Haarformen der Säugetiere den äußeren Ein- 
flüssen gegenüber gar zu unbeständig sind, um ihnen auch die geringste 
typische Bedeutung zu vindizieren, gibt es so viele Beispiele innerhalb 
der einzelnen Arten (Gattung Ovis), daß man hier das Theoret isieren 
aufgab. Nicht so aber in Betreff des Menschengeschlechtes, wo es aus 
gewissen Gründen wichtiger erschien, genügend typische Meikmale 
zur Befestigung des Rassebegriffes zuzulassen. Hierbei haben Haut 
und Haar immer eine große Rolle gespielt. Solche Annahmen sind aber 
irrig und von vornherein unstatthaft. AVährend bei den Tieren es zu- 
lässig ist, die durch natürliche äußere Einflüsse entstandene Ver- 
schiedenheit der Haare zur Feststellung der Varietäten heranzuziehen, 
insofern jene Einflüsse (Klima, Ernährung) für die betr. Spielart 
bleibend gedacht werden müssen, so dürfen doch Kultureinflüsse 
nie zu natürlicher Unterscheidung benutzt werden. Bieten ims aber 
Züchtung, Akklimatisationsversuche sprechende Beweise für die leichte 
Veränderlichkeit speziell des Wollhaares, so müßte die Freizügigkeit 
des Menschengeschlechtes, seine Kultur und vielfache Vermischung 
die Sucht nach natürlichen Typen in den sehr lebhaft wechselnden 
Haarformen dämpfen." 

Auch Buschan, Hilgendorf, Bälz wenden sich wegen der 
großen Inkonstanz der Haut- imd Haarmerkmale und wegen ihrer 
großen Veränderlichkeit mehr oder weniger gegen die Verwendung 
derselben zur Rassendiagnose. 

Im allgemeinen hat man jedoch in der anthropologischen Forschimg 
Haut und Haar seit Linne und Geoffroy-St.Hilaire als wichtiges 
Rassenmerkmal angesehen. Insbesondere war es die Form, Kräuselungs- 
art, Gestalt des Follikels und Gruppenbildimg derselben, die \'ielfach 
sogar allein zur Einteilung der Menschenrassen benutzt wurden. 

Gegen die obigen Einwendungen hat vor allem Fritsch Stellung 
genommen und darauf hingewiesen, daß die Variabilität und Ver- 
änderlichkeit durch verschiedene Faktoren bei den übrigen zur Rassen- 
anal yse benutzten Merkmalen, wie Schädelform, Skelett ausbildung 
und Hautfarbe keine geringere ist, als die bei Haut und Haar. Eine 
gesicherte Konstanz ist bei keinem Rassemerkmal vorhanden, bei 
allen finden sich Plus- und Minusvarianten. 

Bei Feststellung der Rassenmerkmale hat man sich in früherer 
Zeit auf Untersuchung weniger Indi\dduen beschränkt und liat dann 
bei Messungen Mittelzahlen errechnet. Auf Grund der Ergebnisse 
der modernen Variationsstatistik wurden die Methoden derselben 
bei den Untersuchungen der Rassemerkmale angewendet. Es zeigte 
ßich, daß diese innerhalb gewisser Grenzen variierten und 7.y[&i so^ 



RassenanfOytifche Untersuchungen an Scbafen usw. 



9 



daß die ^A'erte für zwei Rassen bisweilen zusammenstießen oder trans- 
grediei-fen. Bei transgr edierer den Rasseme] krralen weiden die doch 
vorhandenen Unterschiede bei Benutzung von Mittel weiten verwischt. 

Frit sch warnt infolgedessen vor der Benutzung von Mi+telweiten. 

Mit der Variabilität der Rassenmeikmale ist von vorrherein zu 
rechnen, und infolge der modifizierenden Einwirkung äußerer und 
innerer Faktoren läßt es sich vielfach schwer entscheiden, ob ein be- 
stimmtes Meikmal für rassenanalytische Zwecke zu verwenden ist 
oder nicht. Für eine derartige Analyse ist ein großes Mateiial rot- 
wendig, um die Variationsgrenzen der Meikmale und die durch die Ein- 
wirkung der verschiedenen Faktoren bedingte Abänderung unter- 
suchen zu können, Faktoren, die gestaltend auf die Rassemeikmale, 
insbesondere auf die Ausbildung von Haut und Haar wirken. 

Ehe wir jedoch auf die Untersuchung der Haut als Rassemerkmal 
eingehen, müssen wir die Faktoren kennenlernen, welche allgemein 
die Ausbildung der äußeren Rassemeikmale bestimmen und versuchen, 
■die verwandtschaftlichen Beziehungen der einzelnen Pchafrassen, 
die Entstehung und Ausbildung der Rassemerkmale klarzulegen. 
Nur auf diesem Wege wird es dann möglich sein, gewisse Unterschiede 
•oder Übereinstimmungen verschiedener Rassen im Bau von Haut imd 
Haar der Erklärung näher zu bringen. 

Als wirkende Ursachen für die Ausgestaltung der äußeren Merk- 
male kommen neben inneren auch äußere Faktoren in Betracht. Unter 
den inneren Faktoren wird die gesamte Erbmasse verstanden, die aus 
Erbeinheiten aufgebaut ist und zwar wird der chemisch- physikalische 
Charakter dieser Gene von vielen betont. Insbesondere vertritt Tower 
den Standpunkt, daß diese Gene chemische Stoffe sind, die er als 
,,agents" bezeichnet, und nach ihm kann bei Vereinigung zweier ver- 
schiedener Gameten unter Umständen auf Grund chemischer Affinität 
eine Umlageiung von Teilen dieser Gamet en stattfinden. Dadurch kann 
dann möglicherweise eine Abänderung des Vererbungs modus eintreten. 

iDurch Zusammenwirken der inneren und äußeren Faktoren erfolgt 
die Ausbildung der äußeren Merkmale. Aufbauend auf den Ergebnissen 
Wolterecks und Towers kommen Haecker und Alverdes zu der 
Ansicht, daß im Organismus die Möglichkeiten für mehrere Reaktionen 
vorliegen (Pluripotenz), und daß das Milieu die Entscheidung trifft, 
welche verwirklicht werden; jedoch kommt dem Keim als dem 
komplizierteren System stets ein erheblich größerer Anteil an der 
Determination des Entwicklungsgeschehens zu, als einem äußeren 
Faktor. Nicht das aus dem Zusammenwirken der inneren im Keim- 
plasma liegenden und der äußeren Faktoren sich ergebende Produkt 
sondern die Reaktionsnorm wrird vererbt. Die Möglichkeit, verschieden- 
;iEirtig zu reagieren, wird umso größer, je komplizierter das Reaktions- 
system ist. (Alverdes). 

Die äußeren Faktoren bedingen eine phaenotypische Umwälzung 
.eines Merkmals und zwar können diese Faktoren im Organismus selbst, 
aber nicht in den Keimzellen desselben oder auch außerhalb in der Um- 
welt liegen. Dementsprechend unterscheidet Wolter eck endogene 

6. Hefl 



10 



Dr.Spöttel und Dr. Täuzer; 



und exogene Phaenovariationen. xVls endogene Phaenovariation sind 
bei den Haustieren die Umbildungen äußerer Merkmale aiifzufasen, 
die durch Alter, Krankheit und Geschlecht, die exogenen, welche durch 
Ernährung, Haltung und Klima bedingt werden. Vielfach haben wir 
es mit einemKomplex verschiedenartiger ineinandergreifender Faktoren 
zu tun, deren x\nalyse zum Teil kaum oder noch garnicht gelungen ist. 
Welche Bedeutung für die Ausgestaltung von Haut und Haar die 
angegebenen Faktoren haben, soll im folgenden darzulegen versucht 
werden. 

Für die Abhängigkeit von Haut und Haar vom Alter des betr. 
Individuums hat man sowohl beim Menschen als auch bei Tieren 
Beobachtungen gemachi. 

Nach Auburtin findet man in einem Haarkreise beim Menschen 
neben Haaren in voller Vegetation stets entweder eiren Kolben, ein 
sehr dünnes Haar oder eiren zusammengefallenen Haarbalg. Das Ver- 
hältnis der starken Haare zu den schwachen wird wesentlich bedingt 
von dem Alter des Individuums. Im Kindesalter urd fast noch mehr 
im Greisenalter ist der Prozentsatz der schwachen Haare am größten. 
Im mittleren Alter ist er wesentlich geringer. Im Veilauf des Alterns 
wird jedes Ersatzhaar schwächer, erreicht nicht mehr die gleiche Tiefe 
und Stärke wie seine Vorgänger und wird schließlich zu eirem feinen 
Lanugohärchen, das ausfällt. D'Cf en Prozeß kann man auch bei schnell 
verlaufenden Alopekien beobachten. 

Was nun die Abhängigkeit der Haarausbildurgbei den Schafen vom 
Alter anbelangt, so ist die Tatsache allgemein bekannt, daß Lamm- 
wollen feiner und weicher als die der erwachsenen Tiere sind. Nach 
May sollen die Wollhaare erst im dritten Jahre ihren größten Durch- 
messer erreichen. Im hohen Alter tritt dann wieder eine Verfeinerung 
der Wolle ein, wie von Nathusius angibt. 

Ein besonders auffallendes Beispiel der Abhängigkeit des Haares 
vom Alter beobachtet man beim Karakulschaf. Unmittelbar nach der 
Geburt weist dieses eine Lockung auf. deren charakteristische Eigen- 
tümlichkeit darin besteht, daß die Haare fest geschlossen spiralig 
nach unten eingerollt sind. Die einzelnen Locken erscheinen danach 
als flache Polster, welche die Haut dicht bedecken. Einige Tage nach 
der Geburt (spätestens nach 14 Tagen) erheben sich die Spitzen der 
Locken nach oben, richten sich senkrecht zur Körperoberfläche auf 
und bilden korkzieherartige, flachspiralige Zotten. Schließlich besteht 
das Haarkleid des erwachsenen Tieres aus langen zottigen Haar- 
strähnen. 

Bei gelegentlichen Fehlgeburten ist die Lockung noch nicht 
so weit entwickelt wie bei dem als,, Persianer" bekannten Fell des eben 
geborenen Tieres und bei ganz jungen unausgetragenen Tieren ist die 
Lockung überhaupt noch nicht angedeutet (Breitschwanz). 

Die charakteristisch liegende Spirallocke besteht also bloß während 
eines ganz bestimmten kurzen, meist nur wenige Tage umfassenden 
Stadiums, um sodann einer anderen Lockenform (offene korkzieher- 
artige Locken), die wieder nicht von Dauer ist, Platz zu machen. 



Kassenaualy tische Untersuchimgen an Schafen usw. 



11 



Adametz bezweifelt die von Sticker u. a. aufgestellte Be- 
hauptung, wonach die Haarform auf die Ausgestaltung des Haarfollikels 
zurückzuführen ist. Wenn auch Untersuchungen über die Karakul- 
haut noch nicht vorliegen, so ergibt sich nach Adametz aie Fest- 
stellung, ,,daß trotz Vorhandenseins einer bestimmten gegebenen Form 
des unteren Teiles des Haarbalges sehr verschiedene Lockenformen 
aus diesem hervorgehen können." 

Während beim Menschen zur Zeit des fötalen Lebens mehrere 
Haarwechsel bekannt sind, liegen beim Schaf darüber noch keine 
genauen Angaben vor. Immerhin hat man beim Merino im Frucht- 
wasser des Emrbyos verschiedentlich Haare gefunden, die auch beim 
Schaf auf einen Haarwechsel schließen lassen. Bei den Merircs im be- 
sonderen hat man, wie v. Nathusius und Böhm angeben, beobachtet, 
daß zum mindesl"en ein Haarwechsel entweder kurz vor oc^er kurz 
nach der Geburt stattfindet. Es handelt sich hier um ein XTberhaar 
und Stichelhaar, das sich in dem späteren Alter der Merircs rieht oder 
nur höchstens ganz untergeordnet findet, auf das wir noch später ein- 
gehen werden. 

Zuweilen wird auch beobachtet, daß an bestimmten Körperstellen 
der Schafe im Alter eine Änderung in der Behaarung auftritt. So ist 
allgemein bekannt, daß sich im Alter das Vließgewicht reduziert, ein 
Haarausfall eintritt und außerdem c'ie Haare feirer we:'cer. Vor 
allem am Bauch ist häufig mit zunehmendem Alter ein Kahlweiden 
festzustellen, besonders bei solchen Eassen, die zu einem losen Besatz 
n eigen. 

Auf eine Änderung des Haarcharakters im Alter deutet auch die 
Angabe von ^Y. v. Nathusius, daß an den mit Wolle besetzten 
Extremitäten der Merinos im Laufe des Alters eine Zunahme von 
Stichelhaar auftritt. Solche Verändeiurgen kennen -«ßuch an anderen 
Körperstellen stattfinden, wie wir z. B. bei einem Leirebcck fest- 
stellen konnten, der mit zunehmendem Alter an Stelle der den Hinter- 
kopf zunächst, bedeckenden Wollhaare dort mehr und mehr Stichel- 
haar aufwies. 

Als wirksame Ursache bei den ei wähnten Veränderurgen in der 
Behaarung im Laufe des Alters hat man die Ernährung der Haut anzu- 
sehen; der Organismus ist nicht mehr imstande, die Ernährung der 
peripheren Teile der Haut in. normaler Weise durchzuführen, und es 
tritt infolgedessen ein Schwächerwerden der Haare und ein partieller 
Haarausfall ein. Ferner kann dieser Reiz vielleicht genügen, um latente 
Anlagen wieder zu mobilisieren, daß also anstelle der Wolle Stichel- 
haare zum Vorschein kommen. 

Von der Veränderung der Haare während des individuellen Lebens 
kann man gewisse Rückschlüsse machen auf die Hautstruktur als dem 
Substrat der Haarbildung. Dafür, daß derartige Schlüsse wirklich be- 
rechtigt sind, spricht schon die allgemeine Erfahiurg, wonach die Haut 
;der jugendlichen Tiere dünner und weicher ist, die Bindegewebsfibrillen 
also weniger zahlreich und nicht so fest gefügt sind eis in der Haut der 

6. Heft 



Pr. Spöttel und Dr. Tänzer: 



Erwachsenen, und daß auch im Alter eine Reduktion des Fettes und 
eine Auflockerung des Bindegewebes erfolgt. 

Starke, ja bisweilen vollkommene Veiänderung der Haut und 
ihrer Elemente erfolgt besondere bei Krankheit. Schon aus der rauhen 
glanzlosen Beschaffenheit des Haares kann vielfach auf eir e Ei krankung 
der Tiere geschlossen werden. Nicht selten sind die Veiändeiungen 
der Haut zurückzuführen auf physiologische Änderungen des Stoff- 
wechsels und damit veibundenen Ernährungsstörurgen der Haut, 
die dann einen ähnlichen Verlauf zeigen wie bei mangelnder Err ährurg. 
So z. B. findet man bei erkrankten Tieren eine trockere und sich leicht 
abschilfernde Haut, eine Lockerung der Textur der Haare, partiellen 
und schließlich totalen Ausfall derselben. Bei Schafen insbesondere 
findet man oft eine spröde, glanzlose, leicht ausgehende Wolle als 
Zeichen von Anaemie. Ein Ausfallen von Wolle beobachtet man z. B. 
bei der Leberegelseuche. 

Bei der Haut des Menschen sind die Einwirkungen der Krankheit 
und die durch sie verursachten Veiänderurgen bisher am eirgehendsten 
untersucht. Bei plötzlichem oder allmählichem Haarausfall infolge 
Krankheit und Alter werden feine Lanugohärchen gebildet, die schließ- 
lich ausfallen. Die Follikel der Härchen verschmelzen vielfach und die 
Balgmündungen werden zum Teil erweitert. 

Neben diesen durch Verschmelzung von Haarbälgen entstandenen 
weiten Mündungen des gemeinsamen Follikels kommen auch sehr weite 
Bälge vor mit oft nur einem Haar, die sogen. Komedonen. Häufiger 
finden sich Auswüchse, die ihren Ausgangspunkt von der äußeren 
Wurzelscheide haben. Die eine Art setzt gewöhnlich tief unten in der 
Gegend des Haarbulbus an und hat eine regelmäßige Anordnung der 
Elemente aufzuweisen, die andere setzt in der Gegend des Ansatzes des 
Arrector an und hat unregelmäßige Form. 

Die erstere Form hat Fritsch häufiger bei Negerinnen normaler- 
weise gefunden, während sie Giovannini als pathologische Er- 
scheinung und zwar als Befund bei eitrigen Entzündungen erwähnt. 
Die zweite Form hat unregelmäßige Gestalt und ragt mit ihren Zipfeln 
in das Gewebe des Arrectors hinein. Diese bei Prurigo und seniler 
Atrophie beobachteten Erscheinungen sind nach Auburtin nicht 
für diese Krankheit charakteristisch, sondern kommen auch bei 
gesunder Haut vor. Bei Krankheitszuständen, jedoch auch unter 
normalen Verhältnissen tritt ferner eine Erweiterung und zystische 
Entartung der Talgdrüsen auf, während bei Schweißdrüsen eine 
zystische Entartung derselben und zwar die einer Schleife des Drüsen- 
knäuels stattfindet. 

Auburtin hebt außerdem hervor, daß krankhafte und individuelle 
Ursachen auch auf das Prozentverhältnis der Kolben und Papillen- 
haare einwirken. Nach v. Ebener beträgt der Prozent gehalt an Kolben- 
haaren normalerweise 20, durch zehrende Krankheiten wird dieses auf 
33 erhöht und durch zehrende Infektionskrankeiten erfolgt noch eine 
weitere bedeutende Steigerung. Individuelle Unterschiede, treten 



Rassenanalytische Uitersuchungen an Scliafen usw. 



13 



hierbei jedoch deutlich hervor. Mit der Zahl der Kolbenhaare drückt 
sich der Grad des Haarausfalles aus. 

Bei akuten und besonders bei chronischen Leiden, welche die 
Gesamt ernährung beeinträchtigen, kommen Bindegewebszubildungen 
(Sklerose) und Verhärtung (Induration) der Haut vor, welche daduich 
derb, trocken und unelastisch wird. Auch das Unterhautbindegewebe 
schrumpft, wird straff und derb. Die Folge davon ist, daß die Falten- 
bildung wegen mangelnder Elastizität unmöglich wird. 

W ie die morphologische Struktur so wird auch die physiologische 
Tätigkeit der Haut durch Krankheit beeinflußt und die Drüsentätigkeit 
wird bald vermehrt, bald verringert. Inwieweit bei den Haustieren 
diesen physiologischen Veränderungen morphologische Umge- 
staltungen folgen, ist noch nicht genauer untersucht. Auf weitergehende 
pathologische Veränderungen der Haut durch Oedeme, Emphyseme, 
Geschwüre, Exantheme und Narben ebenso auf Veränderung durch 
Hautparasiten sei hier nicht näher eingegangen. 

Aus dem eben angeführten ist zu ersehen, daß gelegentlich Ver- 
änderungen des Haarkolbens eintreten können, die teils als patho- 
logisch, teils als normal anzusehen sind. 

Gewisse Strukturen können bei normaler Ausbildung entweder 
voihanden sein odei feh'en; es treten auch im Haarboden Unterschiede 
individueller Natur hervor, deren nähere Ursachen man nicht analysiert 
hat. 

Von inneren physiologischen Faktoren, die gestaltend auf die Haut 
wirken, sei das Geschlecht genannt. Speziell beim Schaf ist bekannt, 
daß die Bockwollen gröbei sind als die der Mütter und kastrierten 
Tiere; auch sind sie in der Kegel länger bei gleicher Wachstumsdauer. 
Das Vließgewicht der Böcke ist ferner größer als das der Mütteir. In 
diesem Unterschied kommt ein unter dem Einfluß der Geschlechts- 
drüse stehendes sekundäres Geschlechtsmerkmal zum Ausdruck. 

Ebenso wie das Haar zeigt auch die Haut Unterschiede in der Aus- 
bildung bei den verschiedenen Geschlechtern. Die Haut der Böcke ist 
gewöhnlich dicker und fester gefügt als bei den Müttern und Hammeln. 

Daß die Stärke der Haargruppen von dem Geschlecht abhängig 
ist, macht für den Menschen Auburtin wahrscheinlich, welcher an- 
gibt, daß bei Frauen meist weniger Haare in einem Haarkreise vor- 
kommen als bei Männern des gleichen Alters. Die Verschiedenaitigkeit 
der Geschlechter tritt beim Menschen auch in dem Verhältnis der 
Kolben- zu den Papillenhaaren hervor. Die Männer haben mehr Kolben- 
haare als die Frauen. 

Von den außerhalb des Körpers liegenden Faktoren bewirkt vor 
allem die Ernährung eine starke Beeinflussung der Haut und der Haare. 
Bei einer Änderimg der Ernährung erfolgt in der Haut hauptsächlich 
eine Veränderung der Fettschicht, welche jedoch nicht bei allen Rassen 
und Tieren die gleiche ist. Bei eintretendem Mangel an der zur 
EThaltung des Status notwendigen Futtermenge werden zunächst 
die eingelagerten Reservestoffe des Körpers, vor allem das Fett der ver- 
schiedensten Gewebe, darunter auch das der Haut, abgebaut. Bei noch 

6 neft 



14 



Dr. Sp'dttel und Dr, Tänzer: 



weitergellender Reduzierung der Ernährung werden gewisse 
Organe in Mitleidenschaft gezogen, die für den Körper eine unter- 
geordnete Bedeutung haben. Hierzu gehören besonders auch die in 
die Haut eingeschlossenen Gewebselemente, wie z. B. Haare, Talg- 
und Schweißdrüsen. 

Sehr auffällig macht sich der Einfluß von Ernährungsstörungen 
auf das Wollkleid des Schafes geltend. W ährend man bei gut genährten 
gesunden Tieren ein geschmeidiges, weiches, glänzendes und gut ein- 
gefettetes Wollhaar vorfindet, ist die Wolle bei schlecht genährten 
Tieren trocken, spröde und glanzlos. Bei mangelhafter Ernährung 
kann die Haut nicht mehr die für das normale W achstum der Haare 
notwendigen Stoff mengen liefern; es tritt infolgedessen eine Verfeinerung 
der Haare ein. Die Erfahrung machte man sich früher, als eine große 
Wollfeinheit angestrebt wurde, insofern zunutze, als man die Schafe 
auf einem mäßigen Hungerzustand erhielt; es wurde eine hungerfeine 
Wolle erzielt, die jedoch die Nachteile hat, daß die Textur des Haares 
gelockert ist, die Widerstandskraft gering wird. Sinkt die Nährstoff- 
menge noch weiter, so reicht sie nicht mehr aus, um sämtliche Haare 
zu ernähren, infolgedessen werden sie schließlich inzunehmenderMenge 
ausgestoßen (Alopekie). Tritt wieder normale Ernährung ein, so er- 
folgt eine Neubildung von Haaren; die noch vorhandenen nehmen 
die feste Textur wieder an. In dem Stapel drückt sich eine solche 
Ernährungsstörung deutlich aus in dem ,, Absatz", welcher durch die 
Enden der ausgestoßenen Haare gekennzeichnet wird. Dauern die den 
Absatz bewirkenden Ursachen längere Zeit an, so werden schließlich 
alle Haare abgestoßen, das ganze Vließ fällt dann fetzenweise ab, man 
bezeichnet dieses ,,die Wolle wächst ab". 

Die Haut, sowie das Unterhautbindegewebe sind auch in ihren 
physikalischen Eigenschaften vom Ernährungszustände abhängig. 
Unter normalen Verhältnissen ist die Haut weich und geschmeidig imd 
läßt sich an den Stellen, wo lockeres Bindegewebe untergelageit ist, 
leicht abheben und gut falten. Diese Falten verschwinden beim Aus- 
lassen sofort wieder. Fortgesetzte mangelhafte Ernährung der Tiere 
machen die Haut derb, trocken und unelastisch, auch das Unterhaut- 
bindegewebe schrumpft, wird straff und derb. Die Folge ist, daß eine 
Faltenbildung nur schwer vollziehbar ist und es vergeht ferner nach 
dem Loslassen der Falte infolge der mangelnden Elastizität der Haut 
eine veihältnismäßig lange Zeit, bis sie sich wieder verstreicht. Vor 
allem gilt dieses vom Bind, während bei anderen Haussäugern noch 
keine näheren Angaben vorliegen. Die mangelhafte Ernährung be- 
wirkt also eine kümmerliche Entwicklung der Haut und ihrer Gewebs- 
elemente und eine Störung der sekretoii sehen Tätigkeit, sowie daß; 
die Haut derb, trocken und unelastisch wird. Auch auf die Pigment- 
bildung wirkt die mangelnde Ernährung störend, wie schon Darwin' 
angibt. 

Wie weit sich diese morphologischen Veränderungen der Haut 
erstrecken können, zeigt das von Fritsch angeführte Beispiel des' 
Mogrebiners, der von Tunis durch die Wüste gewandert war und an: 



Rassenanalytische Untersuchungen an Schafen usw. 



15 



Erscliöpfung zugrunde ging. Bei diesem waren die Talgdrüsen fast 
ganz verschwunden. Außerdem zeigte er akuten Haarsch\\'und. 

Gleichzeitig mit den durch die Ernährung bedingten Störungen 
der Hautausbildung findet gewöhnlich auch eine reichliche Bildung 
von Epidermis statt, die entweder in dicken Lagen aufliegt oder sich 
in Form von Schuppen, Schilfern oder Kleien massenhaft abstößt. 
Schlechte Hautpflege wirkt dabei unterstützend mit. 

Reichliche Ernährung wirkt gewöhnlich in entgegengesetztem 
Sinne wie die eben charakterisierte mangelhafte Ernährung. \^ ährend 
bei mäßiger Ernährung die Zellen der Fettschicht nach Zorn kern- 
haltig und klein sind, mit geringen Fett mengen, besteht bei dem 
gemästeten Tier das ganze Gewebe nur aus dicht gelagerten Fett- 
läupchen. Bei sehr fetten Tieren tritt das übrige Unt erbaut binde- 
gewebe ganz zurück, mit Ausnahme der Stellen, wo die Haut vielen 
Reibungen ausgesetzt ist. 

Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität des Futters 
kann Einfluß auf die Beschaffenheit der W olle haben. So wird an- 
gegeben, daß mit Heu und Stroh gefütterte Schafe eine flüssigere 
leichtere Wolle geben als solche mit Wurzelgewächsen Kartoffeln 
und Rüben gefütterte. 

Daß durch erhöhte Fütterung eine Zunahme der Sekretion der 
Hautdrüsen eintritt, ist in der Schafzucht allgemein bekannt, und zwar 
bedingt von den Nährstoffen vor allem reichliche Protein-Fütterung 
eine erhöhte Fettschweißproduktion. Allerdings ist die Empfindlich- 
keit der einzelnen Tiere für diesen Fütterungsreiz verschieden und zwar 
ist sie größer bei Tieren, die an sich schon zu einer erhöhten Produktion 
dieser Sekrete neigen. Das Extrem dieser Ausbildung führt dann zu 
einer Schwerschweißigkeit der Wolle (mastige und überladene Wollen), 
wobei die überschüssigen Nährst off mengen vorwiegend in Fettschweiß 
umgesetzt werden. Ob dabei auch eine Veränderung der Talg- und 
Schweißdrüsen erfolgt, ist nicht bekannt. Jedoch sind die Ansichten 
darüber geteilt, ob bei einer übermäßigen Ernährung eine Zunahme 
der Haardicke erfolgt. Duttenhof er z. B. ist der Ansicht, daß durch 
Stallfütterung die Wolle länger wird und eine Vergröberung der Woll- 
haare eintritt. 

Während auch Thaer , Eisner und Pabst eine derartige Dicken- 
zunahme annehmen, soll die Wolle nach Rhode nur länger werden 
bei mastigei Fütterung, während ihr Durchmesser gleich bleibt. Nach 
May soll erst nach einigen Generationen die Dickenzunahme nachweis- 
bar sein. 

Daß eine Beeinflussimg des Haarwachstums und speziell der Haar- 
dicke durch spezifische Fütterung möglich ist, glaubt Zuntz aus 
seinen Versuchen mit Ovagsolan und Humagsolan ableiten zu können. 
Er ging von dem Gesichtspunkt aus, daß durch stickstoffhaltige Futter- 
mittel dem Haar die spezifischen Baustoffe zugeführt würden und ver- 
wendete deshalb aufgeschlossene Hornsubstanz. 

Der Einfluß, den die sexuelle Betätigung auf Haut und Haar 
hat, kann wohl auf die Ernährung der Haut zurückgeführt werden, 

G.Heft 



16 



Dr. Spöttel und Dr. Tänzer: 



da auch hier die Ernährungs- und Reservestoffe für die Gescillechts- 
tätigkeit und für den Embryo verbraucht werden. Nach Ohler hatte 
ein Pinscher, nachdem er zu stark zur Zucht benutzt worden war, 
ein dünneres glanzloses und mißfarbiges Haar und trockene derbe 
Haut, während vor dieser Zeit die Behaarung dicht, straff und glänzend 
war. Bei dem Kaninchen wurde ähnliches festgestellt. Nach einiger Zeit 
nehmen Haut und Haar wieder normale Beschaffenheit an. 

Auch beim Schaf sind ähnliche Beobachtungen gemacht worden. 
So gibt Wagner an, daß beide Geschlechter an Güte ihrer WoUe ver- 
lieren, weon sie zur Zucht gebraucht werden; nach dieser Zeit nimmt die 
Wolle wieder ihre normale Beschaffenheit an. Durch anhaltendes 
Säugen leidet die Wolle der Mutterschafe mehr als die der Böcke durch 
anhaltendes Bespringen. Durch Säugen kann der normale Stapelbau 
gestört werden, die Wolle verfilzt und verliert an Kraft ; häufig wird 
auch abgesetzte Wolle gebildet oder diese löst sich an den Lenden 
und am Bauch ab. Vor allem bei den Rassen, die zu schwachem Be- 
satz des Bauches neigen, erfolgt nach der Geburt des ersten Lammea 
vielfach ein Ablösen der Bauchwolle. 

Während der Trächtigkeit ei fährt bei' Rindern das Nachwachsen 
der Haare eine Verzögerung, jedoch wird auch die Haardicke und 
Papille der Haare etwas reduziert und bei Schafen erfolgt eine geringere 
Ausbildung von Fettschweiß, die Wolle wird weißer und trockener. 
Es tritt also eine Beeinflussung der physiologischen Tätigkeit der 
Haut hervor. Daß auch bei TräcLtigkeit eine Änderung des morpho- 
logischen Baues der Talgdrüse erfolgt, hat Ohler bei Rindern gezeigt. 
Die Talgdrüsenausbildung ist bei trächtigen Rindern eine geringere. 
Vermutlich hängen diese Erscheinungen auch mit der Ernährungs- 
physiologie zusammen. H. v. Nathusius hebt hervor, daß aie Haut 
eines säugenden Schafes andere Beschaffenheit habe als die des trocken- 
stehenden. 

Neben der Ernährung kommen von äußeren Faktoren für die 
Ausgestaltung von Haut und Haar noch Haltung und Klima in Be- 
tracht. 

Bei der Haltung der Tiere spielen Pflege, Aufstallung, Weidegang, 
Einfluß des Bodens usw^ eine gewisse Rolle, ohne daß man jedoch die 
Einwirkung der einzelnen Faktoren auf Haut und Haar bis jetzt näher 
analysiert hat. Die Wirkung spezifischer Ernährung wird vielfach durch 
die Haltung unterstützt oder beeinflußt. So wird z. B. bei Unter- 
bringung in dumpfen Ställen eine Zunahme der Fett scb Weißproduktion 
beobachtet, während bei W^eidegang eine Herabminderung derselben 
festzustellen ist. Die Verschiedenartigkeit in der Fettschweißbildung 
bei Weidegang bezw. Stallhaltung kann außerdem noch durch die unter- 
schiedliche Fütterung bedingt sein. 

Bei dem Einfluß des Bodens sind zu berücksichtigen Oberflächen- 
gestaltung, physikalische und chemische Beschaffenheit, Temperatur 
und Feuchtigkeit, aie ihrerseits die Vegetation weitgehend beeinflussen,' 
sodaß indirekt diese Faktoren auch auf die Ernährung der Tiere ein-, 
wirken können. So gibt Kört e an, daß auf feuchten Niederungsböden^ 



Rassenanalytische Üjitersuchungen an. Schafen nsw. 



17 



den Schafen eine grobe Wolle wächst und May erwähnt, daß die 
Schafe auf leichten Böden feinere Wolle haben als auf schweren. Nach 
Clauß wirkt die Bodenbeschaffenheit insofern auf die Wolle ein, als 
durch ein hartes, mineralreiches Wasser die Weichheit und Sanftheit 
derselben herabgesetzt wird. Haumann, Bakewell und Janke 
geben an, daß auf Sand- und vor allem Kalkböden die Wollen rauher und 
fester werden, während der Schur ertrag herabgemindert wird im Ver- 
gleich zu den Schafen, die auf Tonböden gehalten werden, deren Wollen 
sich durch W^eichheit und Sanftheit auszeichnen. 

Inwieweit diese letzteren noch nicht nachkontrollierten Be- 
obachtungen zu Recht bestehen oder inwieweit die beobachteten Ab- 
änderungen auf andere Einflüsse zurückzuführen sind, mag dahin- 
gestellt sein. Auf dem Wege über den Stoffwechsel ist vielleicht eine 
indirekte Beeinflussung der Haut- oder Haarbeschaffenheit durch die 
Mineralstoffe des Bodens möglich, sei es, daß diese mit dem Tränk- 
wasser oder mit den Futterpflanzen aufgenommen werden. Exakte 
Versuche liegen jedoch hierüber noch nicht vor. 

Von sonstigen äußeren einwirkenden Faktoren wäre noch das 
Klima zu erwähnen. Hier faßt man einen ganzen Komplex ver- 
schiedener Faktoren, wie Temperatur (Maximum-, Minimum- und 
Durchschnittstemperatur), Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsmenge, 
Luftbewegung nud Luftdruck, Belichtung und Jahreszeitendauer 
zusammen, deren Einzel Wirkung schwer festzustellen ist. 

Nach Zorn wirkt das Klima durch Vermittlung der Hautnerven 
auf den gesamten Stoffwechsel der Tiere ein, und zwar verursacht 
die Kälte ebenso wie stark wechselnde Wärmeverhältnisse eine stärkere 
Haut als die W^ärme. Die Dickenzunahme der Haut kann durch ein 
auf stärkere Durchblutung zurückgeführtes Wachstum der Ober- und 
Lederhaut und durch eine Zunahme des Fettgewebes bedingt werden. 
Normale Ernährung ist hierbei vorausgesetzt. 

Einen ähnlichen Einfluß wie kaltes soll auch feuchtes, nicht zu 
warmes Klima und die Aufzucht und Haltimg der Tiere in kalten 
Ställen haben. Das subkutane Gewebe und die Lederhaut nehmen 
hierbei an Dicke zu, während die Hauttätigkeit zurückgeht, sodaß in- 
folgedessen die Haut eine härtere Beschaffenheit erhält. 

Die Anschauungen über die Beeinflussung der Haut durch Ein- 
wirkimg des Klimas sind hauptsächlich auf Grund von Erfahrungen 
in der Rinderzucht und -Haltung gemacht, während eingehende Er- 
fahrungen und LTnt ersuchungen bei Schafen in dieser Beziehung noch 
nicht vorliegen oder keine eindeutigen Resultate liefern. tTber die 
Beeinflusssung der Haarausbildung bei Schafen werden folgende 
Angaben gemacht. 

Nach Pusch ist im warmen Klima das Haar feiner, dagegen in 
feuchtem, gemäßigten, namentlich im Seeklima, ist das Haar länger, 
dichter und glanzloser. In feuchtem Seeklima nimmt dem gleichen 
Verfasser zufolge die stark gekiäuselte Wolle der feinwolligen Merinos 
einen anderen Charakter an. Dieses läßt wieder auf eine Veränderung 
4es Haarsubstrates, der Haut schließen. 

Archiv fllr NaWr^Bscliickte _ 

1923. A. Ö. 2 6. Heft 



18 



Dr. Spöttel und Dr. Ttänzer: 



Nach Duttenliofer bewirkt Wärme eine Dickenzunahme der 
Haare. Dieselbe Ansicht vertritt Hunt er, welcher angibt, daß ein 
feinwolliges Schaf mit dichtem Wollstand bei der Überführung in 
warmes Klima einen schütteren Haarstand und grobe Wolle bekommt, 
die schließlich in Haar ausarten kann. Häufig soll sioh jedoch dieser 
Einfluß erst im Verlauf von ein bis zwei Generationen zeigen. Die 
entgegengesetzte Ansicht wird von einer Reihe Autoren veitreten, 
unter denen G-. Duttenhof er die Meinung äußert, daß bei alleiniger 
Wirkung von Kälte und unter normaler Ernährung das Haar gröber 
wird, während die mechanischen Eigenschaften unverändert bleiben. 
Wirken Kälte und Hunger gleichzeitig, so soll das Wollhaar nicht nur 
dünner werden, sondern auch an Festigkeit verlieren. Blacklock, 
Eisner, Janke, Lasteyrie und andere geben an, daß in kalten, 
rauhen Gegenden das hochfeine Merinohaar gröber wird, insbesondere 
wird auch darauf hingewiesen, daß in feuchtem Klima eine Ver- 
gröberung eintritt. Anderen Angaben zufolge erzeugen feuchte Täler 
und Niederungen immer eine gröbere, längeie und schlichtere ^olle, 
Hochlandgegenden, Bergabhänge und Hochebenen dagegen eine 
feinere, kräftigere, elastischere Wolle. 

Nach Abildgaard und Viborg ist die Wirkung sehr hoher und 
niederer Temperatmen auf die Ausbildung des Vließes gleich. In 
sehr heißen und sehr kalten Gegenden ist die Wolle der Schafe grob 
und borstig, während z. B. bei den im Lande herumziehenden spanischen 
Schafen, die weder starker Hitze noch Kälte ausgesetzt sind, eine 
gleichförmige feine W'olle entstanden ist. Auch Clauß gibt an, daß die 
Sanftheit und IVIilde der W olle außer von der Fütterung vor allem von 
dem milden Klima abhängt. In hohen Gebirgsgegenden sei die W olle 
immer rauh. 

Exakte Untersuchungen über Beeinflussung der Wolle durch das 
Klima liegen noch nicht vor. Aus den Erfahrungen, die in den letzten 
Jahrzehnten in europäischen und außereuropäischen Ländern in 
der Zucht des feinwolligen Merino gemacht sind, geht jedoch hervor, 
daß sehr hohe und niedrige Temperaturen im allgemeinen die gleiche 
W iikung auf das Haar auszuüben scheinen. In den Ländern mit 
mäßigen Niederschlagsmengen, bei Steppenklima wird die Zucht 
auf hochfeine Wolle am besten gewährleistet. Feuchtes wie rauhes 
und kaltes Klima führen zu einer Vergröberung des W ollhaares und 
auch ein rein tropisches Klima wiikt anscheinend auf die Beschaffen- 
heit des Vließes weniger günstig. Ob eine Verfeinerung imd Vergrcbei ung 
des Haares in den Tropen erfolgt, ist noch nicht festgestellt, wohl aber 
ist bei feinwolligen Merinoböcken mit dichtem Haarstand, die nach 
den Tropen in Afrika oder Amerika gebracht wurden, eire Reduktion 
des Vließgewichtes erfolgt. Vielleicht spielt auch die Licht wiikung 
für die Ausbildung der W olle eine Rolle. So wird angegeben, daß in 
dunklen Ställen gehaltene Versuchstiere eine weißeie, sanftere, abei 
weniger haltbare Wolle hatten, als die unter noimalen Veihältnissen 
gehaltenen Tiere. Ob in diesem Fall nicht noch Temperatur, Luft- 
feuchtigkeit usw. mitgewirkt haben, ist nicht näher analysiert wwden. 



Rassenanalytische Untersuclmng(?n an Schafen usw. 



19 



Von großer Bedeutung für die Beschaffenheit der Wolle ist auch 
der Wassergehalt, Salzgehalt und die Durchschnittstemperatur der Luft. 
Hierbei handelt es sich jedoch um rein physikalisch- chemische Ein- 
wirkungen auf das Haar. Insbesondere verursacht das Wasser, unter- 
stützt durch Wärme ein Aufquellen des Haares, also eine Änderung des 
Querschnittes desselben. Ob außerdem eine direkte Einwirkung oder 
eine indirekte auf dem Wege des Stoffwechsels stattfindet, ist noch 
nicht festgestellt. Unterschiede in der Woll- und Hautbeschaffenheit 
treten z. B. nach Duttenhof er u. a. hervor bei dauernder Haltung 
im Freien und bei Stallhaltung. Bei Weidetieren trat eine vermehrte 
Wollbildung in der rauhen Zeit hervor, jedoch soll eine Vergröberung 
nicht eintreten. Bei langanhaltender Stallhaltung im Winter verloren 
die Vließe etwas an Gewicht, es erfolgte eine Verfeinerung der Woll- 
haare. Schlecht genährte, rauh gehaltene, kranke Tiere besitzen ein 
langes, glanzloses, hartes, oft geradezu drahtiges Haar. Verbindet 
sich mit rauher Haltung reichliche Fütterung, so ist das Haar zwar 
glanzlos und lang, aber weich und oftmals wellig, während Tiere bei 
gutem Futter und warmem Stalle oder wenn sie bei rauhem Wetter 
sorgsam zugedeckt, werden, sich durch eine kurze, glänzende Be- 
haarung auszeichnen. 

Bei den Tieren, die einen periodischen Haarwechsel aufweisen, 
erscheint das Winterhaar dichter gegenüber dem Sommerhaar. Nach 
Schwalbe ist die größere Dichtigkeit nicht durch eine größere Anzahl 
von Haaren, sondern durch größere Länge und Dicke bedingt. A\ ährend 
bei den Kulturrassen der Schafe ein stieng periodischer Haarwechsel 
nicht mehr vorhanden ist, ist doch bei mischwolligen Landrassen ge- 
legentlich darauf hingewiesen worden, daß die Winterwolle flaum- 
haarreicher ist als die Sommerwolle. So ist bei zwei schürigen Zackel- 
wollen die im Frühjahr geschorene Winterwolle an Flaumhaar reicher, 
weil sict im Winter der Schafkörper durch reichlichere Flaumbildung 
gegen die Einwirkungen der Kälte schützt. Der Haarwechsel bezw. 
die Bildung eines reichlicheren Flaumhaares während der kalten 
Jahreszeit setzt physiologische und damit Hand in Hand gehende 
morphologische Änderungen in der Haut voraus. 

Die Reihenfolge der Aufeinander Wirkung der Faktoren, ebenso 
wie die Zeit der Einwirkung der äußeren Faktoren ist für die Aus- 
gestaltung der äußeren Merkmale von Bedeutung. Bei den Haustier- 
rassen ist die Gestaltung des Phaenotypus in hohem Grade davon 
abhängig, in welchem Alter der Tiere die äußeren Faktoren einwiiken. 
Die Skelettausgestaltung wird z. B. wesentlich bedingt von der Jnger d- 
ernährung. Die Schädigung, die in der Ausbildurg des Skelette? zutage 
tritt infolge ungünstiger Errährurg in der Jugend, wird in späteren 
Jahren selbst durch reichliche Ernährung nicht wieder ausgeglichen, 
der Phaenotypus bleibt dauernd umgestaltet. V ern Lämmer duich 
ungenügende Ernährung und mangelhafte Haltung in frühester Jugend 
in ihrer Entwicklung zurückble ben, erhalt en sie auch in spät eren Jshien 
nach Eisner kein dicht- und reichwolliges Vließ, da eine Menge Haar- 
wurzeln zerstört oder nicht zur Entwicklung gekommen sind. Die- 

2* 6. Heft 



JO Dr. Spötrtel und Dr. Tänzer: 

selbe Ersclieinung läßt sich, wie Elsner angibt, auch bei Sommer- 
und Winterlämmern feststellen, da auch hier die Fütterung das ver- 
schiedenartige Vließgewicht wie auch die Unterschiede im Körper- 
gewicht bedingt. Eine Beeinflussung in ähnlichem Sinne geschieht auch 
durch zu frühzeitige Geschlechtstätigkeit. 

Die Wirkung des Ernährungsfaktors ist allerdings bei ver- 
verschiedenen Bassen nicht die gleiche und allgemein ist festzustellen, 
daß die Sensibilität für äußere Faktoren bei verschiedenen Bassen 
ganz verschieden ist. Die Beeinflussung durch die Ernährung tritt 
bei den hochgezüchteten Kulturrassen in bedeutend stärkerem Maße 
hervor als bei den primitiven Landrassen, sodaß also in der Anpassungs- 
fähigkeit der Kassen wesentliche Unterschiede bestehen (vgl. die 
Fütt er ungsver suche von S. v Nathusius undHenseler an Schweinen). 
Die Kulturrassen ergeben bei ungünstigen Verhältnissen Kümmer- 
formen, die primitiven Rassen nur kleinere, aber doch lebensfähige 
Tiere. Ein primitives Landschaf weist bei geringwertigem Futter und 
ungenügender Futtermenge in Bezug auf Körperform und Woll- 
beschaffenheit nur unwesentliche Veränderimgen auf, während z. B. 
ein englisches Fleischschaf unter gleichen ungünstigen Bedingungen 
wesentlich verändert wird und nur noch eine Kümmerform darstellt. 

Während die primitiven Landschafe ihren Wollcharakter auch 
bei See- und Höhenklima nicht oder nur unwesentlich verändern, tritt 
bei dem Merino eine starke Vergröberung ein; so haben z. B. die Merino- 
züchter in Mecklenburg, vor allem in der Zeit, als man auf die höchste 
Feinheit der Wolle Wert legte, dauernd dagegen zu kämpfen gehabt, 
daß durch das feuchte Klima eine Vergröberung der A\olle eintrat. 

Die Einwirkung der äußeren Reize erfolgt also in ganz bestimmter 
Richtung und zwar bei verschiedenen Rassen oft weitgehend verschieden. 
Dabei werden die Eigenschaften, welche bei bestimmten Rassen in 
besonders hohem Maße gesteigert sind, unter ungünstigen äußeren 
Bedingungen zuerst reduziert. 

A\ ährend die verschiedenen Rassen auf äußere Einflüsse verschieden 
reagieren, so können andererseits Zuchten derselben Rasse unter ver- 
schiedenartigen Einflüssen ein verschiedenes Aussehen gewinnen. So 
ist z. B. ein wesentlicher Unterschied, ob Leineschafe auf Sandstein- 
oder Kalkboden gehalten werden. In ersterem Fall ist der Knochenbau 
bedeutend schwächer und die Wolle feiner als im letzteren. Im Grunde 
handelt es sich jedoch auch hier wohl hauptsächlich um Beeinflussung 
durch verschiedenartige Ernährung, da auf dem Sandsteinboden mit 
denFutterpflanzen und Trinkwasser dem Tierköiper nur eine gerirgere 
Menge mineralischer Substanzen zugeführt wird als auf dem Kalk- 
boden. 

Unter ökologischen Konvergenzerscheinungen bei den Haustieren 
versteht man nach Kronacher die Tatsache, ,,daß schon normaler- 
weise gleiche und ähnliche Lebens- und Zuchtbedingungen Analogien 
in der Form und den Nut zungse^ genschaften der Individuen der ver- 
schiedensten an den gegebenen öitlichkeiten lebenden Tiergattungen 
nach sich ziehen". Bei eingeführten Rassen, die aus andersartigen 



RtaBsenanaly tische Untersuchungen an Schafen usw. 



21 



LebensverhältnisRen stammen, treten Veränderungen ein, die in der 
Bichtung der Kasseneigentümlichkeit der einheimischen liegen. So 
z. B. nehmen die englischen Fleischschafrassen bei Haltung in trockenem 
kontinentalen Klima bedeutend an Wuchs, Masse, Frühreife und Mast- 
fähigkeit ab, ebenso verändern die englischen liangwollschafe nach 
Kronach er ihre lange glänzende Bewollung, wenn sie aus dem See- 
klima gebracht werden. Auch bei dem Merino läßt sich feststellen, 
daß bei Haltung in rauhen unwirtlichen Gebirgsgegenden oder im See- 
klima mit reichlichen Niederschlägen eine starke Zunahme der sogen. 
Hosenhaare eintritt, sodaß also eine gewisse Annäherung an die misch- 
wolligen Rassen damit stattfindet. ährend die piimitiven Land- 
schafe mit ihrer festen Konstitution und iderf tandsfähigkeit, aber 
gröberen Wolle und geringen Mastfähigkeit dem Leben unter rauheren 
Bedingungen angepaßt sind, werden hochgezüchtete "V\ ollschafe in 
der angegebenen Richtung durch das Milieu verändert. Da das Land- 
schaf der primitivere Typ ist, aus dem sich erst das ollschaf ent- 
wickelt hat (vgl. unten), so würde es sich also bei der oben genannten 
Abänderung um eine Annäherung an den urspiür glichen primitiven 
Typ, um eine Zurückd^'fferenzierung handeln. Daß die l^mstellung 
auf primitivere Typen nicht plötzlich, sondern allmählich erfolgt., ist 
auf die Nachwirkung de« früheren Milieus zurückzuführen. 

Di e durch Änderung des Milieus erzeugt e Modifikation versch windet 
in der folgenden Generation, wenn der betr. Reiz nicht mehr wiikt. 
Wenn ein englisches Fleischschaf unter ur günstige Leber sbedir.gu igen 
gebracht wird, verliert es die starke Bemuskelurg und Fettproduktion 
im Fleisch: Frühreife wie Mastfähigkeit werden herabgefetzt. In der 
folgenden Generation werden, wenn der betr. Reiz nicht mehr wirkt 
(in diesem Falle die ungünstigen Lebensverhältnisse) die ursprünglich 
der Rasse eigentümlichen Eigenschaften, wie Mastfähigkeit und 
Frühreife wieder in Erscheinung treten. 

Wiederum wird, wenn das veränderte Milieu längere Zeit ein- 
wirkt, die Annäherung an die demselben angepaßte Rasse schrittweise 
erfolgen und auch umgekehrt wird dann die V iederannäherung an das 
ursprüngliche Milieu erst im Laufe einiger Generationen möglich sein. 

Speziell die Frühreife kann bei schlechter Err.ährur.g oft für 
mehrere Generationen verloren pehen (Krön ach er). Nach Alverdes 
ist 'die Nachwirkung für die Züchtung von großer Bedeutung. Nur 
durch sie ist nach ihm die oft außerordentliche Steigerung der Kunst- 
rassen mögrlich. Ohne Selektion, nur mit Hilfe der Nachwirkung kann 
sich die Hebung einer Rasse vollziehen. 

Nicht allein bei reingezogenen Tieren spielt das Milieu eine wichtige 
.Rolle, sondern auch dann, wenn man durch Kreuzung wertvolle Eigen- 
schaften der einen Rasse mit denen einer anderen vereinigen will. 

W'enii eine erwünschte Eigenschaft in einem Milieu auftreten 
.kann, so ist damit noch nicht gesagt, daß sie auch in dem Milieu jener 
Rasse erscheinen muß, auf welche diese Eigenschaft übertragen weiden 
soll. Als Beispiel dafür ist die Kreuzung primitiver mischwolliger 
^Landschafe mit englischen Fleischschafen anzuführen in Gegenden, 



6. Heft 



Dr. Spöttel uud Dr. T äuzer: 



die ein unwirtliches Klima haben und den Tieren nur eine, zwar den 
Landschafen, nicht aber den englischen Fleischschafen genügende 
Ernährung bieten. Während in Gegenden mit Seeklima und Marsch- 
weiden die Kreuzungsprodukte wertvolle Eigenschaften der englischen 
Fleischschafe zeigen, treten diese unter den obigen primitiven Lebens- 
verhältnissen ganz zurück und die folgenden Generationen zeigen 
wieder die Eigenschaften des primitiven Landschafes. Ähnliches gilt 
zum Teil auch für die Merinofleischschafe,, die nur dann die von dem 
englischen Blut ihrer Vorfahren überkommene Anlage zur Frühreife, 
Mastfähigkeit und vollen Formen zeigen, wenn ihnen eine genügende 
Ernährung (Kraftfutter) geboten werden kann. 

Dafür, daß bei Milieuwechsel der Phänotyp sich ändert, sprechen 
bei Schaf rassen die oben angeführten Beispiele der Fleisch- 
und Wollschafe. Damit ist noch nicht gesagt, daß sich auch die 
Eeaktionsnorm geändert haben muß, die Änderung bleibt nur so lange 
bestehen, als das veränderte Milieu wirkt. Man kann nicht davon 
sprechen, daß bei genotypisch einheitlichem Material eine direkte 
Anpassung der Reaktionsnorm erfolgt ist. Bleibt eine dauernde Ver- 
änderung bestehen, so ist wahrscheinlich, daß Populationen ver- 
banden waren, die aus einem Genotypengemi seh bestanden und durch 
Selektion sind die betreffenden isoliert worden, oder es hat eine Parallel- 
induktion beziehungsweise eine mutative Abänderung stattgefurden. 

Bei gleichem \A echsel äußerer Faktoren ergibt sich, wenn gleiches 
oder ähnliches genotypisches Material vorliegt, eire Variation in 
gleicher oder ähnlicher Richtung; es wird die gleiche Modifikation 
ausgebildet (Gruppenvariabilität). Ist in einer Meriroherde allgemein 
die Ernährung ungenügend, so wird eine Verfeinerurg des Haares 
bei sämtlichen Tieren eintreten, wenn die genotypische Veranlagurg 
bei allen die gleiche war oder andererseits wird durch Halturg der 
Merinos im Pferch und unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen 
allgemein eine Vergröberung der Wolle stattfinden. 

Unterschiede in der Veranlagung zur Futterausnutzurg werden 
sich in dem ersten Fall bei der Einwirkung ungünstiger Errährurgs- 
verhältnisse derart zeigen, daß die Wirkung bei guten Futterverweitern 
weniger stark hervortritt als bei schlechten. 

Dafür, daß auch eine genotypische Änderung unter denselben 
Verhältnissen, wie oben erwähnt, erfolgen kann und daß eine solche 
Veränderung nicht nur auf Individuen einer einzigen Lokalität be- 
schränkt zu sein braucht, sondern sich gleichzeitig in mehreren räumlich 
von einander getrennten Orten vollzieht, beweist das Auftreten der 
Mauchamps- Schafe in verschiedenen französischen Merinoherden und 
ferner das Auftreten der Faltenbildung in den verschiedensten Merino- 
herden Europas. 

Andererseits können aber auch unter gleichen äußeren Bedingungen 
nur vereinzelte neue Genotypen entstehen, während die übrigen Indi- 
viduen der Herde nicht verändert werden. Ein derartiger Fall liegt 
bei der Rasse der Anconschafe vor, die sich auf ein Tier zurückführen 
läßt, worauf wir später noch näher eingehen werden. Entweder hatten 



Rassenaiialytische Untersuchang^en an Schafen usw. 



23 



die Keimzellen gewisse Unterschiede in der Axt des Reagierens oder die 
Faktoren, welche die Keimzellen zu neuer Mutation anregten, waren 
bei den verschiedenen Individuen von ungleicher Stärke. 

Derartige plötzliche Änderungen der Reaktionsnorm, die Ent- 
stehung eines neuen Genotypes wird bekanntlich als Mutation be- 
zeichnet. Als besonders charakteristisches Beispiel einer solchen aus 
der Geschichte der Schafrassen ist das Mauchamps- Schaf anzusehen. 
Allerdings wird die Entstehung der Mauchampsschafe oder Mennos 
soyeux verschieden gedeutet. Darwin bezeichnet sie als spontane 
Variation, Settegast als Neubildung der Natur, Keller als Mutation, 
Plate als plötzliche komplexe Habitusänderung und Krämer als eine 
durch Rückschlag und durch atavistische Vorgänge entstandene 
Bildung, die entweder auf gelegentliche Einkreuzung von Lincoln- 
und Leicesterschafen zurückgeht, oder aber auf Formen, die wir schon 
im klassischen Altertum finden. Nach Krämer handelt es sich um 
einen typischen zoologischen Mutationsatavismus. 

Die Rasse der Mauchamps- Schafe wurde 1828 durch einen fran- 
zösischen Merinobock begründet. Sie zeichnet sich durch lange flach- 
bogige glänzende Merinowolle aus. Die Neigung zur Bildung derartiger 
Wollen bestand in verschiedenen Herden französischer Merinos, jedoch 
merzte man derartige Tiere aus, während jener Bock in Mauchamps 
zur Zucht benutzt wurde. Eine Zeitlang wurden die Mauchamps rein 
weit er gezüchtet, bis sie schließlich ausstarben. Die ursprürglich ent- 
standenen Mauchamps hatten nach Darwi n große Köpfe, lange Hälse, 
lange Hüften, schmale Brust. Diese Fehler wurden aber später durch 
Kreuzung und Zuchtwahl beseitigt. 

Einen anderen Fall einer Mutation stellt das schon erwähnte 
Anconschaf dar. Nach Dar win wurde 1791 in Massachusetts ein Lamm 
mit kurzen krummen Beinen und einem langen Rücken wie ein Dachs- 
hund geboren. Dieses eine Lamm stellt den Stammvater der Arcon- 
rasse dar. Bei der Kreuzung mit anderen Rassen gleicht die Nach- 
kommenschaft mit wenigen Ausnahmen einem der beiden Eltern (nach 
Humphrey bei Darwin). Die Rasse wurde rein weitergezüchtet. Da 
diese Schafe nicht über die Hürden springen konnten, glaubte man in 
ihnen eine wertvolle Rasse zu züchten; später wurden sie von Merinos 
ersetzt und sind ausgestorben. Krämer und Keller bezwe'feln 
allerdings die Ex'sterz des Anconschafes und H. v. Nathusius hält 
es für eine rhachitische Form. 

V ährend in den beiden oben angeführten Fällen des Mauchamps- 
und Ancon-Schafes die mutative Änderung des Genotyps plötzlich in 
ganzer Vollkommenheit auftrat und eine weitere Ste'gerurg in den 
folgenden Generationen nicht mehr erfolgte, können bei Schaf rassen 
andere mutative Veränderungen angeführt werden, die erst in einigen 
Generationen ihre höchste Entfaltung erlangten. Hier wäre z. B. 
die Ausbildung der Falten der Negretti zu ei wähnen. Zurächst trat 
ein etwas größerer Hautreichtum in Erscheinung und es wurden die 
Tiere zur Weiterzucht ausgewählt, die in besonders starkem Maße 
schon eine Faltenbildung aufwiesen. In den späteren Generationen 

6. Heft 



24 



Dr. Spöttel und Dr. Tänzer: 



wurden schließlich Tiere herausgezüchtet, deren Körper über und üher 
mit Falten bedeckt war. 

Es ist hierbei noch darauf hinzuweisen, daß hier Faltenbildung 
in ihrer höchsten Ausbildung als eine überzüchtete pathologische, auf 
mutativem Wege entstandene Erscheinung aufzufassen ist, die auf 
Grund der Eigenheit des menschlichen Geschmackes Zuchtwert er- 
halten hat. Um eine Abnormität handelt es sich ja auch bei dem 
Ancon-Schaf, das sich in freier Natur nicht gehalten hätte. 

Als ausgeprägte Mutation sieht Kronach er die hornlose Heid- 
schnucke an. Vielleicht sind sämtliche hornlose Rassen, soweit die 
Hornlosigkeit ihnen nicht durch Kreuzung übertragen worden ist, 
auf mutativem Wege aus gehörnten entstanden. Bei manchen Rassen 
ist erst im Laufe ihrer Entwicklung und Züchtung die Hornausbildung 
reduziert worden. Beim Karakul z. B. sehen wir heute noch in vielen 
Zuchten gehörnte und ungehörnte Tiere nebeneinander nebst den 
verschiedensten Übergängen. In einigen Zuchten ist durch planmäßige 
Zuchtwahl die Hornausbildung mehr und mehr reduziert worden, 
Rodaß heute die ungehörnten Tiere bei weitem überwiegen. Nicht als 
Sprungmutation, sondern durch allmähliche Änderung des Keim- 
plasmas scheint die Hornlosigkeit der Schafe entstanden zu sein. 

Es liegt jedoch auch die Möglichkeit vor, daß zunächst die Horn- 
losigkeit auf mutativem Wege entstanden ist; und daß dann die ver- 
schiedenen Zwischenformen zu erklären sind als eine Population von 
Kreuzungsformen der Mutanten mit gehörnten Formen, deren Horn- 
bildung durch eine Reihe gleichsinniger Faktoren entstanden zu 
denken ist. 

Die Ausbildung gerader, um die eigene Achse gedrehter und seit- 
lich vom Kopf abstehender Hörner, wie sie für das urspiür gliche 
Zackelschaf charakteristisch ist, hat man als Mutation aufziifassen, 
die jedoch nicht in der jetzigen Ausbildung plötzlich aufgetreten ist, 
sondern im Laufe der Generationen allmählich eine Steigerung erfahren 
hat. Anscheinend ist die Neigung zur Ausbildung gerader gedrehter 
Hörner an verschiedenen Orten hervorgetreten. 

Die bei vielen Schafrassen vorhandene Langschwänzigkeit ist, 
worauf Mart eil hinweist, als eine im Hausstand erfolgte Verär derung'* 
aufzusfasen, da die Wildschafe kurzschwänzig sind. Diese Erscheinung 
steht in gewissem Gegensatz zu der sonst infolge Domestikation auf- 
tretenden Kurzschwänzigkeit. Es müssen im Laufe der Rassenent- 
wicklung auch bezüglich der Schwanzbildimg Abänderungen im 
Keimplasma vor t ich gegangen sein, derart, daß bei den verschiedenen 
Rassen teils Langschwänzigkeit, teils Fett schwänz oder Fettsteiß- 
bildung eintrat. 

Die Langohrigkeit ist gleichfalls als Zeichen langer Domestikation 
anzusehen und steht in Parallele zu den herabhängenden Ohren der 
Hunde und Schweine. Auch hier wird es sich bei L^mgestaltung der 
kurzen St eh obren der Stammformen um eine Summierung von 
Mutationen handeln. 



Bassenanalytisclie Uuters\icliniig('n an Schafen usw. 



25 



Vielleicht hat man auch auf mutative Abänaerungen des Keim- 
plasmas die Entstehung des Lammvließes der Karakulschafe zurück- 
zuführen. David hält dieses für das Resultat einer bestimmten durch 
Selektion erhaltenen Züchtung und sieht es an als ein ,, Kunstprodukt" 
wie unsere modernen Wollen. Die Ausbildung einer Lockung des Laram- 
vließes ist mehr oder weniger bei anderen Rassen, z. B. dem Zacl:el 
angedeutet, sodaß es auch für die Entstehung des Karakullammvließes 
wahrscheinlich ist, daß eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt- 
gefunden hat, und man in dieser Ausbildung nur die extreme 
Variante zu sehen hat. 

Die bei unseren Hausschafrassen vielfach zu beobachtenden 
Färb Varietäten und Leuzismen sind wohl als durch Domestikation 
bedingte Verlustmutationen aufzufassen. 

Als Mutation ist ferner das feinwollige Merino- Schaf aufzufassen, 
worauf wir später noch eingehen werden. 

Der Züchter sucht gewisse Mutationen zu isolieren und zu erhalten. 
Für die Entstehung solcher wird die Umwelt die Bedeutung haben, 
daß sie entweder fördernd oder hemmend auf die Ausbildung einwirkt. 
In der freien Natur variieren die Aiten ebenso wie unter Kultur- 
bedingungen; nur sucht der Züchter die verschiedenartigsten Muta- 
tionen der Haustierrassen zu erhalten, während diese in der Natur 
ausgemerzt werden. 

Das oben angeführte Beispiel der Entstehung der faltigen Ne- 
grettis beleuchtet zugleich die Frage, ob bei den Mutationen, welche 
zu einer "\\ eiterentwicklung führen, sich die Reaktionsnoim richtungs- 
los bald in dieser, bald in jener Hinsicht ändeit oder ob die ent- 
sprechenden Mutationen in bestimmter Richtung aufeinandei folgen. 
Tower fand, daß Mutationen die Reaktionsnoim nicht räch allen 
Seiten, sondern nur in bestimmter Richtung vei ändern ur d auch in dem 
erwähnten Beispiel liegen keine Anhalt s pur kt e dafür vor, daß 
Mutationen auch in anderer Richtung gelegen haben als in der einmal 
.eingeschlagenen . 

Man kann bei Schafrassen feststellen, daß Mutanten immer in 
Richtung des einmal eingeschlagenen V eges liegen und daß Mutationen 
in entgegengesetzter Richtung, anscheinend wenigstens, urmcglich 
sind. So hat man in der Geschichte der englischen Zucht keinerlei 
Hinweis darauf, daß aus den ursprünglichen Rassen irgendwann ein 
Typ entstanden ist, der sich durch ähnliche Feinheit des Wollhaares 
auszeichnete wie die Merinos und den man dann in der Züchtung 
zu erhalten suchte. Wahrscheinlich wird das Milieu, insbesondere die 
klimatischen Faktoren, hindernd auf die Ausbildung derartiger Geno- 
typen gewirkt haben und die Entwicklung hat, begünstigt durch hervor- 
ragende äußere Verhältnisse, insbesondere durch reichliche Ernähi"ung, 
den Weg zur Fleischproduktion, Mastfähigkeit und Fiühreife ge- 
nommen. 

Andererseits ist es nicht gelungen, aus dem spanischen Merino 
heraus durch reine Selektion ein Schaf zu züchten, das ähnliche Eigen- 
schaften wie die englischen Fleischschafe aufweist. Die Mutanten liegen 

6. Eelt 



26 



Pr. Spöttel und Dr. Tänjser: 



hier anscheinend nur in Kichtung auf Haar und Haut beschaff enheit, 
die ihrerseits im Gegensatz stehen zu hervorragender Mastfähigkeit und 
Fleischproduktion. 

Führt man einige der wichtigsten Nutzrassen unserer Hausschafe 
mit Hilzheimer, Reinhardt u. a. auf das 0. Vignei zurück, so wäre 
anzunehmen, daß ursprünglich aus dem stichelhaarigen Schaf Mu- 
tanten hervorgegangen sind, die in verschiedenen Richtungen 
divergierend liegen, vielleicht begünstigt durch verschiedenartige Lebens- 
lage. Einesteils könnten Rassen mit der Neigung zur Mastfähigkeit 
und Frühreife, andererseits mit der zu größerer AVollfeinheit und 
reinem Wollvließ hervorgehen. Dann aber ist innerhalb der beiden 
Linien die einmal eingeschlagene Mutationsrichtung beibehalten 
worden. 

Bezüglich der Erhaltungsfahigkeit einer einmal aufgetretenen 
Mutation ist es wichtig, ob diese dominant oder rezessiv ist. Bei den 
Ancon- und Mauchamps- Schafen sollte es sich um dominante Mutanten 
gehandelt haben, jedoch sind darüber vorhandene Angaben nicht ganz 
sicher. Das feine AV ollhaar der Merinos ist dagegen nicht als voll- 
kommen dominant anzusprechen, vielmehr ergibt es bei Kreuzung 
mit Stichelhaar oder Mischwolle Formen, die teils eine Mittelstellurg 
einnehmen, teils mehr oder weniger dem einen Elter zuneigen. Ähnliclie 
Verhältnisse kann man auch bezüglich Frühreife und Mastfähigkeit 
bei der Kreuzung mit englischen Fleischschafen beobachten, immerbin 
scheinen hier die Werte mehr zwischen dem Mittelwert und den ge- 
nannten Eigenschaften der englischen Fleischschafe zu liegen. 

Einer Mutation liegt eine mehr oder minder große L'^ralagerung 
der chemischen Anordnung des oder mehrerer Gene zugrimde. 

Nach Alverdes können zwei Individuen wohl bezüglich irgend 
eines Merkmales genotypisch gleich sein, aber nur sehr selten bezüglich 
aller Gene. Auf Grund von Untersuchurgen von Schafen in Reirzucht, 
wie in Kreuzung sind wir zu der Anschauung gelangt, daß auch be- 
züglich eines Merkmales kaum eine vollkommene genotypische Gleich- 
heit vorkommt. Es hat den Anschein, als ob bei Schafrassen 
Schwankungen de? Genotyps stattfinden. Man kann sich vielleicht vor- 
stellen, daß im Gen nach Ai*t der komplizierten organischen Ver- 
bindungen Schwankungen in der Zusammensetzuug vorkommen, die 
sich in gewissen individuellen Verschiedenheiten bc-^tirrmter Merk- 
male äußern, selbst dann, wenn die Lebenslage die gleiche bleibt. 

Außerdem werden auch dann, wenn man versucht, die Lebenslage 
so einheitlich wie möglich zu gestalten, doch immer größere oder kleinere 
Unterschiede derselben vorhanden sein, welche genügen, um das 
Reaktionsprodukt, nicht aber die Reaktionsnorm bis zu eirem ge-wissen 
Grade verschiedenartig zu gestalten. Innerhalb einer Zucht kann bei 
genotypisch einheitlichem Material auch hierauf ein gewisses Variieren 
der Merkmale zurückgeführt werden. 

Nach Martell kann das Schaf unter den Haustieren als dasjenige 
bezeichnet werden, welches der künstlichen Zuchtwahl am wenigsten 
Widerstand bot, das demgemäß auch die stärkst e züchterische Wandlung 



Rassenanalytische Uotersucliungen au Scliafeu usw. 



27 



durchgemaclit und unter den Haustieren die größte Zahl von Rassen 
geliefert liat. 

Die große Mutabilität des Genotypus, die man auch beim Schaf 
beobachten kann, ebenso wie auch die große Variabilität des Phaeno- 
typus werden vielfach als allgemein charalderistisch für Hauetiere an- 
gesehen. Demgegenüber ist jedoch darauf hinzuweisen, daß bei wild 
lebenden Arten meist nur eine geringere Zahl zur vergleichenden Unter- 
suchung zur Verfügung steht, daß vielleicht deiaitige Geno- undPhaeno- 
typen nicht erhaltungsfähig sind und infolgedessen durch natürliche 
Zuchtwahl ausgemerzt werden, während sie bei domestizierten Arten 
durch die Zuchtwahl des Menschen erhalten werden. Es können selbst 
Erscheinungen, die als pathologisch anzusprechen sind, erhalten und 
in gewissen Zuchten vorherrschend werden, weil der Züchter glaubt, 
durch sie irgend welche Vorteile zu erlangen (Falten-Negretti). 

Wo an wildlebenden Arten variationsstatistische Untersuchungen 
ausgeführt sind, hat sich auch bei diesen eine große Variationsmöglich- 
keit herausgestellt, sodaß diese vielleicht als eine der hochkomplizierten 
organischen Substanz eigentümliche Eigenschaft aufzufassen ist. 
Andererseits muß darauf hingewiesen werden, daß bei domestizierten 
Tieren die Milieu-Faktoren noch mannigfaltiger sind als in freier Natur, 
da außer diesen hier noch die Haltung, planmäßige Zucht usw. mit- 
spielen. 

Im Gegensatz zu den bis jetzt betrachteten Mutationen innerhalb 
derselben Rasse, die PI at e als laiomutation bezeichnet, nennt letzterer 
die durch Faktoren-Kombination entstehende Amphimutation. Beide 
züchten rein weiter, die letztere jedoch erst dann, wenn der homozygote 
Zustand erreicht ist (AI Verdes). Für manche Formen läßt sich ein 
homozygoter Zustand deshalb nicht erzielen, weil die gewünschte Eigen- 
schaft nur bei heterozygoten auftritt. (Blaue Farbe der Wensleydale- 
Schafe.) 

Analyse der Sfhafrassen. 

Nachdem wir in den bisherigen Auf fühiurgen-die für die Aus- 
gestaltung äußerer Mei kmale wirksamen innerer, und äußeren Fakt oren, 
insbesondere von Haut und Haar, erörtert haben, wollen wir versuchen, 
nnter Anwendung dieser Gesichtspunkte eine rassenanalytische Be- 
trachtung unserer wichtigsten Hausschafe zu geben. 

Über die Entstehung der Schafrassen sind die verschiedensten 
Ansichten geäußert worden. Germershausen vergleicht das Vließ 
unserer domestizierten Schafe mit dem Haaj-kleid der "V^ ildschafe 
z. B. dem Argali und stellt verschiedenaitige Er.twncklur g.' wege fest. 
Teils hat sich das grobe Haar der W ildschafe allein verändeit, ist länger 
uiid milde geworden und ähnelt dann dem Ziegenhaar, teils ist die 
feine Unterwolle der Wildschafe läi^ger ausgebiWet worden, sodaß 
nach seiner Angabe das zahme Schaf Haare und Wolle trägt, te^ls hat 
diese Unterwolle gänzlich die Oberhand gewonnen und die Haare 
sind verschwunden. 



6. Heft 



28 



I)r. Spöttel uud Dr. Tänzer: 



Für die Entstehung der Schaf rassen mit ihrer verschiedenartigen 
Behaarung sind eine Reihe von Ursachen angegeben worden. Für die 
Ableitung des Wollvließes aus dem stichelhaarigen Kleid der Wild- 
schafe führt Germershausen folgende Momente an: „Hatte der 
Zufall einmal eine Abänderung bewirkt und die Ursachen als Klima, 
Boden und Behandlung dauerten fort, so mußte der Ubergang auch 
fortwährend unterstützt und der Unterschied noch größer werden. 
Auf diesem Wege wurde wieder der Grund zu neuen Verschiedenheiten 
gelegt und spezielle Abänderungen unterstützt." 

Nach Duttenhof er sind für die Entwicklung der verschiedenen 
Wollen aus dem stichelhaarigen Klleid der Wildschafe Klima und Tem- 
peratur, Qualität und Quantität des Futters, Pflege, Haltung imd 
Zuchtwahl verantwortlich zu machen; er schreibt jedoch diesen Fak- 
toren ungleich große Bedeutung zu. Klima und Wärme haben auf die 
Zusammensetzung des Haarkleides der Wildformen größeren Einfluß 
und es ist wahrscheinlich, daß bei den ersten domestizieiien Herden 
durch verschiedenartige Haltung eine ähnliche Veränderung des Haar- 
kleides stattfand, wie sie durch das Klima allein bedingt wird. Durch 
Schutz vor der Kälte und der Schwüle der heißen Jahreszeit konnte 
ein mehr gleichförmiges und daher nützlicheres Vließ hervorgebracht 
werden. Die Erfahrung, daß die Wolle an Wert und Nutzbarkeit bei 
weitem dem groben Haar überlegen ist, wird nach Duttenhof er 
die Schäfer der Urzeit darauf geführt haben, auf die^e Einflüsse des 
Klimas acht zu geben. AVenn auch nach seiner Ansicht keine Versuche 
in dieser Richtung angestellt worden sind, fo trugen doch die V an- 
derungen der Schafe zur Erreichung eines mehr gleichartigen Vließes 
bei, denn diese wanderten bis zur Mitte des Sommers von Süden gen 
Norden und bis zur Mitte des Winters von Norden gen Süden, sodaß 
sie immer in einem ziemlich gleichmäß'gen Klima gehalten wurden. 

Während Duttenhof er der Qualität und Quantität des Futters 
wie auch der Pflege und Haltung nur eine geringe Bec'euturg für die 
Entstehung der verschiedenartigen V ollvließe zuppiicht, hält er die 
Zuchtwahl für das hauptf^ächlich wirkende Prinzip. Da nach peiner 
Ansicht Gleiches immer Gleiches hervorbrirgt, ro wählten die Schäfer 
früherer Zeiten solche Tiere zur Zucht aus, welche weit weniger grobe 
Haare aufwiesen als andere und einen starken Wollpelz in jeder Jahres- 
zeit trugen. Indem ständig an diesem Ginindsatz festgehalten wurde, 
trat schließlich eine wesentliche Veränderung des Vließes ein und 
man erhielt eine Rasse, welche entweder ausschließlich oder nahezu 
nur Wolle trug. Neben der Qualität der Wolle wurde bei der Zucht- 
wahl auch endlich die Quantität berücksichtigt. 

Die große Bedeutung der Zuchtwahl für die Entstehung der jetzt 
bestehenden Typen der Schafe hebt von Weckh erlin hervor. Als 
Beispiel gibt er an, daß bei den spanischen Merinos zarte und nicht sehr 
weich und stark bewollte Lämmer ausgemerzt wurden. Neben der 
Zuchtwahl hat auch die Haltung und Ernährung nach seiner Ansicht 
eine Rolle mitgespielt. Die ursprünglichen Schafrassen der Gebirge, 



Rilssenanalytische Untersuchungen an Schafen usw. 



^9 



Niederungen usw. sind durcli die verschiedenen äußeren Einflüsse ent- 
standen. 

Auch Keller und Reinhardt betonen die große Bedeutung der 
Zuchtwahl für die Entstehung unserer heutigen Schafrassen. Dem- 
gegenüber wollen Blacklock und Haumann der Wirkung äußerer 
Faktoren die größte Bedeutimg zuerkennen. 

Blacklock führt als Beispiel für die Wirkung klimatischer Fak- 
toren auf die Abänderung einer Rasse die "weißköpfigen Schafe von 
Galloway an. Während diese in früherer Zeit in dem ganzen Gebiet 
von Galloway vorkamen, finden sie sich heute nur noch in den Nie- 
derungen; auf den Höhen dagegen ist jetzt eine schwarzköpf ige Rasse 
mit gröberer Wolle anzutreffen. Blacklock ist der Ansicht, daß 
durch Einwirkung des Hochlandklimas und vielleicht der Ernährung 
diese Veränderung der Rasse vor sich gegangen ist. Demgegenüber 
glaubt jedoch Culley, daß das dunkelköpfige Schaf der früheste Be- 
wohner der schottischen Gebirge gewesen ist. 

Nach Blacklock hat jede Veränderung des Klimas eine besondere 
Eigentümlichkeit der Schafrasse hervorgerufen, die sich wieder durch 
eine Veränderung der örtlichkeit abändern kann: ,,Wo die atmo- 
sphärischen Einwirkungen unverändert bleiben, können wir trotz Be- 
mühens die Rasse nicht abändern. Unter einem veiänderlichen Khma 
sind wir imstande, es nach unserem Willen umzugestalten, ob&chon 
auch in diesem Falle fortgesetzte Anstrengungen erforderlich sind, 
um es für eine gewisse Länge der Zeit in einer unveränderlichen Ge- 
staltung zu erhalten." 

Nach Haumann verursachen Klima, örtlichkeit und Ernährung 
Veränderungen des ganzen Habitus, wie auch der Wolle der Schafe 
und ,,wenn diese Einflüsse geraume Zeit ohne Unterbrechung auf die 
Nachkommen einwirkten, eigneten sie sich diese Umgestaltu£g so fest 
und unwandelbar an, daß diese als eigentümliche Meikmale von Ge- 
schlecht zu Geschlecht fortgepflanzt wurden." Außerdem wirkte nach 
Haumann jedoch auch der Mensch in der Art ein, daß er hauptsächlich 
solche Tiere fortpflanzte, die erwünschte Veiänderungen zeigen. „Es 
entstanden so, indem durch fortgesetzte Vereibung diese Umgestaltung 
ständiges Eigentum der Nachkommen wurde, besondere feststehende 
Rassen." 

Nach A. Steiger ist es wahrscheinlich, daß das asiatische südliche 
Klima imd Futter, ebenso auch die Züchtung, die Entstehung des edlen 
elastischen und haltbaren ^^ ollhaares der sich von asiatischen "W ild- 
schafen ableitenden spanischen Merinorassen bewiikt haben. Ähnlich 
äußert sich auch Böhm, welcher für die Entstehung der einzelnen heute 
Vorhandenen Rassen und Schläge teils die Wiikung äußerer Faktoren 
wie Klima, Haltung, Fütterung, teils Zuchtwahl oder Kreuzung ver- 
schiedener Rassen annimmt, je nach der bestimmten Rasse legt er 
auf den einen oder anderen Faktor größeren Wert. 

6. Heft 



80 



Dr. Spöttel und Dr. T&nzer: 



Für die Entstehung der veischiedenen Sctafrassen hat F. Schmidt 
drei A\'ege angegeben: 

1. Die Veränderung der ursprünglichen Rasse wira durch die 
veränderte Lebensweise, Ernährung und Nutzung bedingt. 

2. Die Natur bringt an einzelnen Tieren Abweichungen hervor, 
die sich erhalten und fortpflanzen können, vor allem dann, wenn 
Tiere mit gleichen Abweichungen miteinander gepaart werden. 

3. Aus der Paarung verschiedener Rassen können Nachkommen 
entstehen, die von den Eltern abweichende Eigenschaften besitzen, 
die sich fort vererben. 

Diese Anschauungen sind gegenüber den meisten übrigen älteren, 
vielfach einseitigen und veralteten Ansichten als außerordentlich modern 
anzusprechen und decken sich mit den Ansichten, zu denen man unter 
Berücksichtigung der Erkenntnis der modernen Erbhchkeitslehre imd 
Anschauung über Rassen und Artbildung gekommen ist. 

Nach Kr o na eher sind allgemein die Rassen der Haustiere aus 
der verschiedenen Veranlagung der ursprünglichen Formen durch Zucht- 
wahl in Reinzucht, Inzucht und Kreuzung entstanden, sowie ferner 
durch Einwirkung natürlicher und wirtschaftlicher Einflüsse der Um- 
gebung, insbesondere durch ^ Haltung und Fütterung. 

Nach AI Verdes entstanden die Kulturrasscn der Hanstiere in 
ihrem jetzigen Phaenotyp 

1. durch Selektion derjenigen Genotypen, welche hinsichtlich des 
oder mehrerer Merkmale und zugleich durch Nachwirkung auf die ge- 
gebene Lebenslage optimal reagierten. 

2. Durch Kreuzung verschiedener Rassen, durch welche unter 
Umständen günstige Merkmale in einem Stamm vereinigt wurden. 

Selektion und Kreuzung sind die beiden Wege, auf denen die 
Schaf rassen herausgezüchtet sind oder auch beide Wege können zu- 
sammen eingeschlagen sein; ferner spielt der Transport in andere 
Milieuverhältnisse eine wichtige Rolle, durch den meist absichtslos 
eine Änderung des Phaenotyps sich vollzieht und durch Parallelinduktion 
eine Umgestaltung des Keimplasmas erfolgen kann. Nach ihrer phaeno- 
typischen und genotypischen Beschaffenheit sind die verschiedenen 
Schafrassen anzusehen als 

L reine Phaenovariationen, bei denen auf Grund von Milieu- 
änderung eine Umgestaltung des Phaenotyps, nicht aber des Genotyps 
verbunden ist, 

2. als Genophaenovariationen, bei denen parallel mit der Änderung 
des Genotyps der Phaenotyp verändert ist und zwar kann die Änderung 
des ersteren entweder als Mutation oder als Faktoren-Kombination 
verschiedenartiger Genotypen aufgefaßt werden und 

3. als Genophaenovariationen verbunden mit Phaenovariationen. 
Die genotypische Beschaffenheit und die Lebenslage sind also die 

wirksamen Komponenten. 

Auf die Gestaltung der Schaf rassen hat ferner fördernd oder 
hemmend die Nachwirkung gewirkt. 



Rassenanalytische Untersuchungen an Schafen usw. 



31 



Im folgenden soll nun versucht werden, die Entstehung der einzelnen 
Kassen, soweit sich Anhaltspunkte dafür haben finden lassen, nach den 
oben erwähnten Gesichtspunkten klarzulegen. 

Zur Einteilung der Schafiassen hat man eine Eeihe von Gesichts- 
punkten gewählt, die sich zum größten Teil auf äußere morphologische 
Merkmalestiitzen, wie z.B. Schwanz-, Horn- und Haarbildung und zum 
Teil hat man auch die Herkunft und Abstammung zur Einteilung be- 
nutzt. Eine befriedigende Systematik ist jedoch bis heute noch nicht 
gefunden. Da in unserer Betrachtung Haut und Haar im Vordergrund 
stehen, so wählen wir die Haarbeschaffenheit als Einteilungsprinzip, 
wenn wir uns auch bewußt sind, daß eine solche Einteilung keineswegs 
eine natürliche Systematik gewährleistet, da ja bezüglich Haarbildung 
verschiedentlich Konvergenzbildungen haben auftreten können. 

Auch Lehmann unterscheidet Haarschafe, misch wollige, grannen- 
haarige, schlicht wollige Schafe und Merinos, von denen die letzteren 
sich durch gekräuselte Wolle, die nur aus marklosen Wollhaaren be- 
steht, auszeichnen. Die Bezeichnung schlichtwollig" soll hier die 
Kräuselungsform andeuten, während wir sie hinfort nur mit Bezug 
auf die Zusammensetzung der W olle verwenden werden, sodaß also 
die Merinos nur eine Unterabteilung der schlicht- oder reinwolligen 
Schafe, gewissermaßen die extremste Form derselben darstellen würden. 
Wie wir noch darlegen werden, zeigen gewisse schlicht wollige noch 
ausgesprochene Anklänge an misch-wollige Schafe, sodaß also diese 
Scheidung nicht scharf durchzuführen ist. Auf Grund der Kiäuselung 
läßt sich die oben erwähnte Scheidung noch weniger dmchführen, 
da wir ja bei den verschiedenen Zuchten der Merinos und auch innerhalb 
derselben Herde die verschiedenartigsten Kiäuselungsfoimen, also 
auch die schlichte finden. 

Die Unterscheidung grannenhaarige gegenüber den misch wolligen 
Schafen läßt sich gleichfalls nicht durchführ en, da die W olle der ersteien 
eine ähnliche Zusammensetzung wie die der schlicht wolligen oder 
misch wolligen Schafe hat, wenn auch gegenüber den letzteren die 
Variationsbreite der Haardicke eine geringeie ist. Die Unter^^cheidung 
wäre nur dann möglich, wenn Grannen- und W ollhaare scharf von 
einander geschieden werden könnten. Wie wir an anderer Stelle aus- 
führten, ist dieses jedoch unmöglich. 

Haarschafe. Bezüglich ihres Haar Charakters stehen die do- 
mestizierten Haarschafe den W ildschafen am nächsten. Bei ihnen 
finden sich wie bei den W ildschafen ein grobes Ober haar und feines ge- 
kräuseltes Unteihaar. 

VoD den verschiedenen Vertretern der Haarschafe soll nur das 
Somalischaf erwähnt werden, welches in Persien, Aiabien und Ober- 
ägypten beheimatet ist. Dieses wird von Heyne zu den Stummel- 
schwanzschafen gerechnet, während es nach Keller zu den Fettsteiß- 
schafen gestellt wird. Nach letzterem sind die Fettsteißschafe als Zucht- 
formen anzusehen, welche aus Fettschwanzschafen hervorgegangen 
sind, die wieder vom Arkal abstammen sollen. Hilzheimer, Adametz 
VL a. leiten sie dagegen vom Argali her. Es muß sich in unserem Fall 

6. ncft 



32 



Dr. Spöttel und Dr. Tänzer: 



um die Erhaltung eines primitiven Haarkleides der Stammform handeln, 
die sich hier noch bei einer Kulturrasse erhalten hat, während bei den 
Zwischenformen den Fettschwanzschafen, die ja bereits im assyrisch- 
babylonischen Kultur kl* eis gezüchtet wurden, diese Eigentümlichkeit 
verloren gegangen ist. Genauere Untersuchungen über die verwandt- 
schaftlichen Beziehungen des Somali- Schafes liegen zurzeit noch 
nicht vor. 

Mi schwollige Schafe. Im Gegensatz zu den stichel- 
haarigen Verbret ern der ersten Gruppe ist hier das Deckhaar 
verfeinert, aber länger geworden und die Unterschiede zwischen diesem 
und dem Unterhaar treten mehr oder weniger zurück. Es muß also 
bei diesen Gruppen bereits eine mutative Änderung des ursprünglichen 
schlichten Haarkleides zum Teil schon in früher prähistorischer 
Zeit stattgefunden haben (Pfahlbauzeit). Das lorfschaf soll noch 
ein sehr haariges Vließ gehabt haben. 

Die zu den mischwolligen Schafen gehörenden Rassen sind aus den 
verschiedensten Formen und Abstammungskreiseil hervorgegangen. 

Karakulschaf. Von den mischwolligen Fettschwanzschafen 
betrachten wir nur das Karakulschaf der bocharischen Steppe, das 
nach Adametz eine Züchtungsrasse ist, welche durch einseitige Zucht- 
wahl auf hohe Pelzqualität entstanden sein soll. Die Eigentümlichkeit 
des Fett Schwanzes soll nach Davis eine krankhafte Erscheinimg sein, 
die durch die bitteren salzigen Weiden hervorgerufen wird. Nach Pallas 
wird auch der Fettsteiß auf den Salzgehalt der Steppe zurückgeführt. 
Diese Ansichetn kö nnen nichb als zu Recht bestehend angesehen werden, 
da sowohl die Versuche von Adametz wie vor allem die im Halleschen 
Haustier garten dargelegt haben, daß es sich um erbeigentümliche 
Rassemerkmale handelt. 

Si nitzin unterschied in Buchara fünf Rassen, von denen er die 
kleine Arabirasse als die Stammform sämtlicher Pelzschafe Mittel- 
asiens ansieht. Nach ihm stammt die Rasse von dem ältesten Haus- 
schaf der Marnairasse ab. Da letztere aber ein Fettsteißtyp ist (0. steaio- 
pyga) und alle Karakulrassen dagegen einen breiten Schwanz haben 
(0. plati/ura), so sieht Young diese Klassifikation als nicht stich- 
haltig an. Er schließt aus eigenen Versuchen, daß die Karakulrasse aus 
jangschwänzigen und Fettsteißschafen hervorgegangen ist. 

Fettst eißschaf. Bei dem Fettsteißschaf ist nach Keller eine 
Rückbildung der Schwanzwirbelsäule erfolgt, sodaß die Fettlagen in 
die Steißgegend hinaufrücken mußten. Wir finden hier also eine Parallele 
zu der auch sonst in der Haustierzucht gelegentlich vorkommenden 
Stummelschwänzigkeit. 

Zackelschaf. Als ein verhältnismäßig primitives und den 
Stammformen ziemlich nahestehendes Mischwollschaf hat man das 
Zackelschaf anzusehen. 

Die Zackelschafe leitet Keller von dem transkaspischen Steppen- 
schaf, dem iVrkal, ab, glaubt allerdings durch gewisse Abweichungen 
eine Einwirkung alt ägyptischer Schafe erkennen zu können. Letztere 



Rasscuaualytische Untersuchungen au Schalen usw. 



33 



öucht er auf das Mähnenschaf zurückzuführen, eine Annahme, die 
sich nach neueren Untersuchungen als unrichtig herausgestellt hat, 
■sodaß ein afrikanischer Bildungsherd von Mähnenschaf abstammung 
nicht besteht. Im Gegensatz zu Keller muß man mit Du er st und 
Gaillard das Zackelschaf vielleicht von dem Ovis vignei herleiten 
und ZTvar ist aus letzterem das altägyptische Hausschaf hervor- 
gegangen, welches dmxh Kreuzung mit dem Fettschwanzschaf das 
Zackelschaf ergeben haben soll. In geschichtlicher Zeit läßt sich eine 
Veränderung der Gestalt und Nutzung durch planmäßige Selektion 
bei dem ursprünglichen Zacke! , der heute nur noch ganz vereinzelt 
in Reinzucht zu finden ist, nicht mehr nachweisen. Im übrigen ist 
das Zackelschaf durch Einkieuzung anderer Rassen in seinem früheren 
osteuropäischen Verbreitungsgebiet weitgehend verändert bezw. voll- 
kommen verdrängt worden. 

Die Heidschnucke. Was nun die Abstammung der Heid- 
schnucke anbetrifft, so stimmen die verschiedenen Autoren wie Rein- 
hardt, Keller, Fitzinger, Böhm, darin über ein, daß man in dieser 
einen Abkömmling des europäischen \\ ildschafes, des Mufflon, zu- 
sehen hat. welcher schon in prähistorischer Zeit nördlich der Alpen zu 
finden gewesen ist. 

Als Mufflonabkömmling wird von einigen Autoren die älteste 
Schafrasse Europas, das ziegenhornige Torfschaf angesehen (Ovis aries 
palustris Rütimeyer), das allerdings von Du er st von dem asiatischen 
'Wildschaf Ovis vignei arkal abgeleitet wird und auf uralten Kultur- 
wegen aus dem Osten eingeführt worden sein soll. 

Aus dem Torfschaf denkt sich Hilzheimer das Kupferschaf 
durch Kreuzung mit dem Mufflon entstanden und sieht in dem stark 
gehörnten Kupferschaf den Stammvater der kurzschwänzigen Schafe. 
Zur Bronzezeit findet man in den Pfahlbauten nördlich der Alpen 

f roßgehörnte Hausschafe, die mit dem Mufflon übereinstimmen. Gegen 
Inde der Bronzezeit waren auch schon hornlose Schafe (Bronzes(haf) 
in der Schweiz, welche nach Reinhaidt im Süden von gehöhnten 
Mufflonabkömmlingen gezüchtet worden waren. In der Folgezeit 
wurden dann die Hausschafe von Mufflonabstammung ebenso wie die 
•ziegenhornigen Torfschafe (Ovis aries palustris Rütim.) verdrängt und 
nur Reste von Mufflonabkömmlingen blieben weiterhin bestehen in 
Gestalt der kurzschwänzigen Schafe ISTordeuropas (Heidschnucke, 
'Marschschafe). Auch Keller bezeichnet die Heidschnucke als die 
Ausgangsform des europäischen Stammes mit Mufflonblut und sieht 
in ihr gleichsam eine Zwergform des Mufflon. 

Davis leugnet die Beteiligung des Mufflon an der Hausschaf- 
bildung, allerdings ohne Angabe stichhaltiger Gründe. Die übrigen 
Autoren stimmen überein darin, daß die Heidschnucke als Vertreter 
der primitiven kurzschwänzigen Schafe vom Mufflonblut abzuleiten ist, 
und zwar führen sie diese entweder direld; auf den Mufflon oder auf eine 
Kreuzung derselben zurück. 

Auch heute noch ist die Heidschnucke einer der primitivsten 
Typen unserer deutschen Schafrassen, der z. B. in der Lüneburger Heide 

ArchiT für Naturgescliiclile „ 

1923. A. 6. 3 G. Heft 



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Dr. SpÖttel und Dr. Tänzer 



kaum verändert worden ist und nur als ^eiße oder Oldenburger Heid- 
ßchnucke, sei es durch Zuchtwahl oder vielleicht durch Kreuzung eine 
Veränderung des äußeren Habitus oder eine Verfeinerung der Wolle 
zeigt. 

In geschichtlicher Zeit läßt sich eine wesentliche Veränderung 
des Habitus der prmitiven Lüneburger Heidschnucke, wie wii sie heute 
noch in den Heidegegenden finden, durch künstliche Selektion nicht 
nachweisen. A\ ir haben es hier also mit einem ursprünglichen Typ zu 
tun, den man vielleicht als Genophaeno\ariation, mit bedingt durch 
kümmerliche Ernährung, anzusehen hat. Nach Kronach er ist die 
hornlose Heidschnucke ale Mutation anzusprechen. 

Bentheimer Landschaf. Als eine Abart der Heidschnucke 
wird von Zollikofer das Bentheimer Landschaf angesehen, dessen 
eigentliche Heimat die holländische Provinz Drenthe ist. Es ist jedoch 
nicht als eine Idiomutation anzusprechen, sondern ee ist wahrscheinlich, 
daß holländische Schafe der Heidschnucke eingekreuzt worden sind. Von 
etzterer unterscheidet sich das Bentheimer Landschaf vor allem durch 
die sich rein vererbende Platt enzeichnmig und den langen wolligen 
Schwanz. 

Geestschaf. Als eine Rasse, deren Typus weitgehend durch das 
Milieu beeinflußt worden ist, kann man das Geestschaf ansehen. 

Böhm stellt dieses zu den kuizschwänzigen Höhen- und Heiae- 
schafen und leitet es wegen seiner großen Ähnlichkeit mit der Heid- 
schnucke von dieser ab. An den Grenzen der Geest itt es nach Böhms 
Ansicht vielfach durchki'euzt, und infolgedessen hat es dort Proportionen, 
die von denen der Heidschnucke abweichen. Es ist ein Bewohner 
der sterilen höher gelegenen Teile Schleswig- Holst eins. 

Haumann und Korth bezeichnen dagegen das Geestschaf als 
eine Nebenrasse der Marschschafe oder eine Art Marschschaf und 
letzterer erwähnt, daß diese von Dänemai k nach Holstein eingeführt 
worden sind. 

Böhm stützt sich bei der Ableitung der Geestschafe von der Heid- 
schnucke nur auf morphologische Eigenschaften. Hierbei ist jedoch 
zu bedenken, daß auch gleiches Milieu den Phaenotyp in gleicher Weise 
umgestaltet haben kann. 

Nimmt man die Abstammung vom Marschschaf an, so kann man 
die Entstehung des Geestschafes folgendei maßen erklären: Die Tiere 
leben unter ungünstigen Verhältnissen. Die dürren Sandböden ihrer 
Heimat liefern nur wenig und kein gehaltreiches Futter. Im 
Laufe der Generationen ist aus dem großen gut bemuskelten Marsch- 
schaf infolgedessen ein kleines verkümmertes Tier geworden. Wahr- 
scheinlich ist hier durch Selektion ein Tier gezüchtet worden, das als 
Minusvariante des Marschschafes anzusprechen ist. Durch die un- 
günstigen Lebensverhältnisse ist der Phaenotyp weitgehend verändert 
worden. Infolge der Nachwirkung wird auch dann ein Geestschaf 
unverändert bleiben, wenn es wieder unter günstige Ernährungs- 
bedingungen gelangt. Erst nach gewissen Generationen wird wieder 



Rasseiianalytisclie Untersuchungen an Scliafen usw. 



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eine Aunährung an das Maiöchschaf bei günstigen Lebensverhältnissen 
möglich sein, wenn keine mutativen Veränderungen, die nach der Seite 
des jetzigen Typus liegen, stattgefunden haben. Es liegt jedoch die 
AVahrscheinlichkeit vor, daß durch Paiallelinduktion schon eine Um- 
gestaltung des Keimplasmas stattgefunden hat. 

Man hat im Geest schaf eine Konvergenzbildung zur Heidschnucke 
zu sehen. Beide sind aaspruchslose, mischwollige Tiere, die noch unter 
primitiven Lebensverhältnissen gedeihen können und in ihrem äußeren 
Habitus gewisse Ähnlichkeiten aufweisen. Infolge der äußeren Ein- 
wirkungen hat eine Zurückdifferenzierung der bei den Marschschafen 
schon verfeinerten Wolle auf primitive misch wollige Stammformen 
stattgefunden. 

Jedoch auch bei einer Ableitung der Geestschafe von der Heid- 
schnucke hätte man gewisse Umgestaltungen anzunehmen. Die Tiere 
sind noch kleiner und kümmerlicher und wären dann als eine Kümmer- 
form der Heidschnucke aufzufassen. 

Mischwollige deutsche Landschafe. In dem lang- 
schwänzigen mischwolligen deutschen Landschaf sieht Böhm den 
Begleiter der Indogermanen, und es findet sich daher in ganz Mittel- 
tußland, Polen, Deutschland, Frankreich bis Engl and und Skandmavien. 
Andere Rassen sind erst in diese Länder eingeführt worden. W ährend 
Rohde sämtliche Landschafe zu einer Gruppe zusammenfaßt und inner- 
halb dieser zwischen Zackelhaar- und schlicht wolligen Rassen unter- 
scheidet, stellt Böhm letztere in nächste Beziehung zu den Merino- 
schafen, 

Zaupel und Pommer. War nun die Abstammung der deutschen 
misch wolligen Schafe anbetrifft, so sina nach Böhm Zaupel- und 
pommersches Landschaf stammverwandt. Ihr verschiedener Cha- 
rakter und Wollausbildung sind nur durch Lebensbedingungen, Klima, 
Ernährung abgeändert. — Keller will beide von dem Zackelschaf 
ableiten. Auch nach Hilzheimer, Duerst und Gaillard ist die 
Abstammung des Zaupelschafes vom Zackel wahrscheinlich. — Im 
Gegensatz zu der beim reinblütigen Zackel in beiden Geschlechtern 
Torhandenen Behornung beschränkt sich diese beim Zaupel im all- 
gemeinen auf die männlichen Tiere, während sie bei dem pommerschen 
Landschaf gänzlich fehlt. Die Horngestalt beim Zaupel zeigt eine 
gewisse Übereinstimmung mit der bei Zackelkreuzungen, sodaß hier 
eine Emkreuzung von fremdem Blut nicht ausgeschlossen erscheint. 
Iii Ob die Ableitung des pommerschen Landschafes vom Zackel zu Recht 
i besteht, mag dahingestellt sein. Böhm sieht in dem mecklenburger, 
Ii' pommerschen oder polnischen Landschaf den Begleiter der slavischen 
ili Stämme der indogermanischen Rasse, das sich mit diesen über Teile 
)t Rußlands und Polen bis zur südwestlichen Ostseeküste und der Elbe 
verbreitet hat. Zaupel und Pommer kommen in den verschiedensten 
Farbabstufungen vor. An das pommersche Landschaf schließen sich 
die Skuddeschafe an, die aus Kreuzungen norddeutscher Landschafe 
mit Marschschafen oder englischen Weißköpfen hervorgegangen sind. 

3* 6. Heft 



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Dr. Spöttel und Dr. Tänzer. 



Nach Haumann hat das reine deutsche Landschaf mehr hohe als 
niedere Beine. Der glatte und längliche Kopf trägt selten Hörner. 
Die Farbe ist gewöhnlich weiß, doch haben Kopf und Beine häufig 
eine rote oder schwarze Farbe. Die Wolle ist nur wenig gekiäuselt 
und von verschiedener Feinheit. — Nach Haumann und Böhm sind 
diese ursprünglichen Landschaf rassen entweder ganz verdrängt oder 
sei es durch andere Rassen weitgehend verändert, sei es nach Böhm 
durch konsequente in derselben Richtung fortgesetzte Züchtung ab- 
geändeit und zu Kulturrassen geworden. In ihrer ursprünglichen Form 
sind sie heute infolgedessen kaum noch anzutreffen. — Auch Rhode 
ist der Ansicht, daß das deutsche Landschaf durch Kreuzung seinen 
ursprünglichen Charakter vielfach verloren hat. — Zum Teil sind 
englische Rassen (Lincoln) zur Kreuzung benutzt worden. In großem 
Umfange diente nach Böhm und Roh de das pommersche Landschaf 
als Unterlage für Merinokreuzung und zwar war dieseUmzüchtung 
Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts noch in den 
ersten Stadien. 

Englische mischwollige Schafe. Uber die Ableitung der 
mischwolligen Hausschafe in England ist man sich bisher noch nicht 
im Klaren. Die ersten authentischen Überlieferungen gehen bis auf die 
Römerzeit zurück. Die alten englischen Schafe waren fast durchweg- 
gehörnt und trugen bisweilen vier oder mehr Hörner. Cully schreibt, 
daß zu seiner Zeit (1790) nur sechs oder höchstens sieben Rassen von 
Schafen in England existiert hätten. ~ Heute hat fast jede Grafschaft 
ihre ganz spezifische Rasse und die jetzigen hochgezüchteten Tiere 
sind fast gänzlich hornlos. ~ Nach Böhm sind zahlreiche misch wollige 
Schafe in England vorhanden gewesen oder noch vorhanden, die als 
Schläge derselben Rasse vielfach anzusehen sind, welche durch den 
wechselnden Boden, EJima, Kreuzung oder planmäßige Züchtung 
verändert wurden. Von den sogen. engUschen Langwollschafen sei hier 
nur auf Cotswold und Leicester eingegangen. 

Cot s Wold. Das älteste bekanntgewordene Schaf ist das Cotswold, 
das schon 1437 große Berühmtheit hatte, dessen Wollreichtum und 
Feinhei